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	<title>Filmkritik - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-09-21T07:41:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt den filmtheoretischen Begriff. Für die gleichnamige Zeitschrift siehe [[Filmkritik (Zeitschrift)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Filmkritik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; im engeren Sinne ist eine [[Kritik|kritische]] Besprechung eines [[Film]]s, etwa in einer [[Zeitung]] oder [[Zeitschrift]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/rechtschreibung/Filmkritik Duden].&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Filmkritik wird meist von der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Filmbesprechung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; unterschieden, die als Serviceleistung für den Kinobesucher dient und meist neben einer Inhaltswiedergabe eine wertende Empfehlung enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Filmkritik im weiteren Sinne als Gesamtheit der [[Filmkritiker]], die besonders den Film zum Gegenstand ihrer kritischen Betrachtung machen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/rechtschreibung/Filmkritik Duden].&amp;lt;/ref&amp;gt; geht es dagegen darum, den Film in ästhetische, technische, ökonomische, soziologische oder philosophische Rahmen zu stellen. Dabei wird das Werk unter [[Kunst|künstlerischen]], [[Ästhetik|ästhetischen]] und [[Filmtheorie|filmtheoretischen]] Gesichtspunkten analysiert und kritisch hinterfragt. Die Aufgabe der Filmkritik ist es auch, den&amp;amp;nbsp;– unter Umständen subtilen&amp;amp;nbsp;– Bezug eines Films zu gesellschaftlichen Umständen zu deuten und darzustellen und somit einen Diskurs um tiefenideologische und ästhetische Bedeutungen zu eröffnen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://filmlexikon.uni-kiel.de/index.php?action=lexikon&amp;amp;tag=det&amp;amp;id=168 |titel=Filmkritik – Lexikon der Filmbegriffe |abruf=2020-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Filmkritik erfordert ein Fachwissen über die quantitative Filmaneignung mittels Sehprozess hinaus. Eine Filmbesprechung bedient sich einer Masse an Vergleichswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Filmkritik war es zu Beginn des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts zunächst vorbehalten, die ersten Filme zu begleiten und zu würdigen. Mit dem Einsetzen komplexerer Dramaturgien etablierte sich die Filmkritik als Diskurspunkt ästhetischer Fragestellungen. Insbesondere bis zum Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] war Filmkritik auch oft Instrument politischer Ideologie. Durch die [[Nouvelle Vague]] veränderte sich mit dem Verständnis von Film im Allgemeinen auch die Filmkritik, die sich einerseits neuen Bildsprachen und Erzählweisen anpassen musste, diese anderseits aber auch beförderte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reclam&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Norbert Grob |Hrsg=[[Thomas Koebner]] |Titel=Filmkritik |Sammelwerk=Sachlexikon des Films |Auflage=2. |Verlag=Reclam |Datum=2006 |ISBN=978-3-15-010625-9 |Seiten=210-214}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktionen der Filmkritik ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Interpretations-, Sensibilisierungs- und ästhetische Übersetzungsfunktion:&amp;#039;&amp;#039; Die wichtigste Funktion der Filmkritik besteht darin, den Film in seiner Deutungsvielfalt und ästhetischen Bezugnahme auf [[Filmgenre]]s sowie nationale [[Filmgeschichte]] und Bildsprache für den Zuschauer zu interpretieren und zu erläutern, und ihn für diesen Prozess zu sensibilisieren. Dabei geht es auch darum, den Film „in seinem jeweils besonderen Ausdruck zu entdecken“ und diesen entweder zu würdigen oder abzulehnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reclam&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Informations- und Servicefunktion:&amp;#039;&amp;#039; Üblicherweise bietet eine Filmkritik immer auch Informationen zu den Produktionsdaten eines Films, etwa dem Produktionsland, der Filmlänge, dem Genre und dem [[Filmstab]]. Gleichzeitig wird dem Leser oft eine nicht wertende Darstellung der Zusammenhänge in Bezug auf die [[Filmregisseur|Regisseure]], [[Schauspieler]], den [[Filmproduzent|Produzenten]], den [[Kameramann]] etc. und deren vorhergehenden Erfahrungen und Engagements vermittelt. Darüber hinaus wird meist die Filmhandlung in groben Zügen erläutert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reclam&amp;quot; /&amp;gt; Für Imbert Schenk ist die Informationsfunktion wesentlich für die Urteilsbildung des Lesers. Dem Leser würden vorbereitend Informationen über „Form, Inhalt und Struktur des Films“ aufgezeigt, die anschließend im Rahmen einer „Kontextualisierung, Ordnung und Zuordnung“ verarbeitet werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schenk&amp;quot;&amp;gt;Schenk (Hrsg.), Marburg 1998.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Kommunikations- und Öffentlichkeitsfunktion:&amp;#039;&amp;#039; Die Filmkritik ist Teil der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit, die dem besprochenen Film zuteilwird. Sie kommuniziert Informationen, Beschreibungen, Deutungen und Bewertungen zum Film an die Öffentlichkeit und tritt so als Vermittler zwischen Werk und Konsument auf. Gleichzeitig gehört die Filmkritik zum gesellschaftlichen Umgang mit dem Medium Film im Allgemeinen und hat somit unter Umständen [[Soziologie|sozialen]], [[Politik|politischen]] und [[Ökonomie|ökonomischen]] Einfluss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reclam&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Medientransfer und mediale Übersetzungsfunktion:&amp;#039;&amp;#039; Bei der Filmkritik handelt es sich um einen „Diskurs über einen Diskurs“,&amp;lt;ref&amp;gt;Barthes, Frankfurt am Main 1969.&amp;lt;/ref&amp;gt; also um einen sprachlichen [[Diskurs]] über einen visuellen. Die Abhandlung eines Films im Rahmen einer Filmkritik, so [[Karl Prümm]], „setzt einen Transfer&amp;amp;nbsp;[…] voraus“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;prümm&amp;quot;&amp;gt;Grob, Prümm (Hrsg.), München 1990.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gemeint ist die Übersetzung des bewegten Bildes in Sprache, die mitunter „schief“ ausfallen könne, „wenn Wörter über Bilder sprechen, die dafür nicht gemacht sind“, so [[Jean-Luc Godard]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;reclam&amp;quot; /&amp;gt; [[Jacques Rivette]]: „Die ideale Filmkritik kann nur eine Synthese der Fragen sein, die dem Film zugrunde liegen: ein Parallelwerk, seine Brechung auf verbaler Ebene.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rivette, München 1989.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach muss es die Aufgabe seriöser Filmkritik sein, „präzise“ Worte zu finden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reclam&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtliche Entwicklung ==&lt;br /&gt;
=== Von den Anfängen bis zur ästhetischen Filmkritik ===&lt;br /&gt;
In den Anfangsjahren der [[Kinematografie]] beschränkte sich die kritische Betrachtung von Filmen auf eine Würdigung des bewegten Bildes als solches.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reclam&amp;quot; /&amp;gt; So wurde bereits die erste Filmvorführung der Brüder [[Max Skladanowsky|Skladanowsky]] im November 1895 von der Presse mit Berichten begleitet. Das neue Medium benötigte Fürsprache, etwa im Hinblick auf „besondere Geschicklichkeiten der Dekorationstechnik, besondere Feinheiten des Stoffes, besondere Raffinements der Darsteller oder der Inszene“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;diederichs&amp;quot;&amp;gt;fh-dortmund.de: {{Webarchiv |url=http://www.soziales.fh-dortmund.de/diederichs/texte/vortwien.htm |text=&amp;#039;&amp;#039;Über Kinotheater-Kritik, Kino-Theaterkritik, ästhetische und soziologische Filmkritik. Historischer Abriss der deutschsprachigen Filmkritik 1909 bis 1969&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20110614012511 }}. Vortrag von Helmut H. Diederichs bei der Gesellschaft für Film und Medien, Wien, 23. November 1996.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Filmkritik befand sich in einer Art Findungsprozess: Die Suche nach adäquaten Kriterien und Maßstäben für die Bemessung der Qualität eines Filmes sollte das Medium Film als neue Kunstform etablieren. Als die ersten Filmkritiken erschienen, war das „ursprünglich plebejisch-proletarische Medium der Jahrmärkte und [[Wanderkino]]s […] über die Destillen- und [[Nickelodeon (Kino)|Ladenkinos]] der Vorstädte hinaus in die kulturellen Reservate des Bürgertums in den Zentren der Großstädte“ vorgedrungen. Dabei hätten die Filme zunehmend den „Kunstanspruch des französischen [[Film d’Art]] für sich reklamiert“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;heller&amp;quot;&amp;gt;Heinz-B. Heller. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Macht der Filmkritik.&amp;#039;&amp;#039; München 1990.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als 1912 erstmals Diskussionen darüber entstanden, ob Filme überhaupt kritisiert werden sollten, waren die ersten kritischen Veröffentlichungen längst erschienen, etwa in Deutschland die Filmkolumne der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Der Komet&amp;#039;&amp;#039; oder die erste deutsche Filmfachzeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Der Kinematograph]]&amp;#039;&amp;#039; (1907). Letztere war so erfolgreich, dass noch im gleichen Jahr die kurzlebige &amp;#039;&amp;#039;[[Erste Internationale Filmzeitung]]&amp;#039;&amp;#039; sowie im Jahr 1908 &amp;#039;&amp;#039;[[Die Lichtbild-Bühne]]&amp;#039;&amp;#039; folgten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reclam&amp;quot; /&amp;gt; Ab 1910 wurden die Filme länger und boten damit Raum für eine anspruchsvollere Dramaturgie. Die nun erscheinenden Filmberichte orientierten sich an der etablierten [[Theaterkritik]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;bender&amp;quot;&amp;gt;[[Hans Jürgen Wulff|Hans J. Wulff]]: [http://www.bender-verlag.de/lexikon/lexikon.php?begriff=Filmkritik Filmkritik]. In: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Filmbegriffe.&amp;#039;&amp;#039; (Hrsg.): Hans. J. Wulff und Theo Bender.&amp;lt;/ref&amp;gt; und wurden zum regelmäßigen Bestandteil der Lokalteile der Zeitungen. Letzte Zweifel an der Feuilletonfähigkeit des neuen Mediums wurden ausgeräumt, als im Jahr 1913 &amp;#039;&amp;#039;[[Der Andere (1913)|Der Andere]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Der Student von Prag (1913)|Der Student von Prag]]&amp;#039;&amp;#039; uraufgeführt wurden. Erste Bemühungen einer ästhetischen Filmkritik finden sich in der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Bild und Film&amp;#039;&amp;#039; (1912/13) von [[Malwine Rennert]]. Die Veröffentlichungen dieser ersten [[Filmkritiker]] im Sinne einer „formästhetischen Filmtheorie“&amp;amp;nbsp;– darunter [[Kurt Tucholsky]], [[Herbert Ihering]], [[Rudolf Arnheim]], [[Béla Balázs]] und [[Siegfried Kracauer]]&amp;amp;nbsp;– erschienen jedoch eher unregelmäßig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reclam&amp;quot; /&amp;gt; Dennoch differenzierte sich bereits das Bild der Filmkritik: Während Kracauer für eine „soziologisch orientierte Ideologiekritik des Films“ eintrat, die in den „ästhetischen Strukturen der Werke verborgene Kollektivvorstellungen nachzuweisen sucht“, waren Arnheim und Balázs darauf bedacht, die ästhetischen Qualitäten des Films hervorzuheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bender&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politisierung der Filmkritik ===&lt;br /&gt;
Nachdem es die Filmkritik über Inserate und Notizen im Lokalteil zu gelegentlichen Veröffentlichungen im [[Feuilleton]] gebracht hatte, erschienen nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] auch Publikumszeitschriften. Sie legten den Fokus auf die Attraktionen des Films, also die Stars, Kostüme, Schauplätze und Dekorationen. Kritik war in diesen Zeitschriften nicht üblich, stattdessen wurden sie von den Anzeigen der Industrie dominiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reclam&amp;quot; /&amp;gt; Anfang der 1920er Jahre setzte sich eine kontinuierliche Filmkritik in den Tageszeitungen durch. Gleichzeitig entstanden eine soziologische Filmkritik sowie in den Zeitungen der Arbeiterbewegungen wie &amp;#039;&amp;#039;[[Film und Volk]]&amp;#039;&amp;#039; oder später in der [[KPD]]-Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Arbeiterbühne und Film]]&amp;#039;&amp;#039; eine politische Filmkritik, die „kulturpolitisch entschiedenste, filmästhetisch indes eher unbedarfte Anstöße“ gaben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;heller&amp;quot; /&amp;gt; Etwas später stand die Filmrezension in der Kritik, ihr sei die „klare und scharfe Feststellung der besonderen Ideologie eines Kunstwerks und [die] Wirkung dieser Ideologie auf die breiten Massen wichtiger als die Analyse der besonderen ästhetischen Merkmale des betreffenden Kunstwerkes“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;diederichs&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Zeit des Nationalsozialismus]] wurde die „Kunstkritik“ suspendiert und aufgefordert, ideologische Werke entsprechend zu würdigen. Journalisten wurden unter die Kontrolle des [[Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda|Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda]], [[Joseph Goebbels]], gestellt. Die [[nationalsozialistische Filmpolitik]] sah vor, dass Filmkritiker als „Filmbeobachter“ nur noch Inhaltsbeschreibungen und keine Beurteilungen von Filmen veröffentlichen durften. Die wichtigen Fachzeitschriften &amp;#039;&amp;#039;Der Kinematograph&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Die Lichtbild-Bühne&amp;#039;&amp;#039; stellten 1935 und 1939 ihr Erscheinen ein. Die einflussreichste deutsche Filmzeitschrift war somit bis 1944 der täglich erscheinende &amp;#039;&amp;#039;[[Illustrierter Filmkurier|Illustrierte Filmkurier]]&amp;#039;&amp;#039;. In Bezug auf die Filmkritik im [[Drittes Reich|Dritten Reich]] stellte sich später die Frage nach ihrer Subjektivität, Unabhängigkeit und Verantwortung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;prinzler&amp;quot;&amp;gt;Hans Helmut Prinzler. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Macht der Filmkritik.&amp;#039;&amp;#039; München 1990.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei stellt sich heute gelegentlich die Frage, ob die Verantwortung dem Leser oder dem Film gegenüber gelten sollte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reclam&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
In den 1950er Jahren befand sich die Filmkritik im Spannungsfeld zwischen ökonomischem und redaktionellem Interesse: Wirtschaftlich gesehen sollte möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugt werden, während inhaltlich gesehen die Freiheit der Autoren gewahrt bleiben sollte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reclam&amp;quot; /&amp;gt; In den Tageszeitungen wurden weitestgehend keine „wertenden Filmkritiken“ veröffentlicht. Nur zwei Prozent aller Kritiken gingen über Inhaltsangaben, Werbetexte und Kurzrezensionen hinaus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;prinzler&amp;quot; /&amp;gt; Wie schon zu Beginn der Filmkritik wurden „Film und Kino&amp;amp;nbsp;[…] nicht des Ranges von Kultur&amp;amp;nbsp;[…] für würdig gefunden“,&amp;lt;ref name=&amp;quot;schenk&amp;quot; /&amp;gt; da die hauptsächlich kommerziellen Studioproduktionen kaum künstlerischen Anspruch erhoben. Mit der in zahlreichen nationalen Filmkulturen beinahe zeitgleich stattfindenden Erneuerung des Films ([[Neuer Deutscher Film]], [[New Hollywood]]) gewann auch die Filmkritik wieder an Bedeutung. In Frankreich wurden von den Initiatoren der Nouvelle Vague 1951 die &amp;#039;&amp;#039;[[Cahiers du Cinema]]&amp;#039;&amp;#039; gegründet, die im publizistischen Wettbewerb mit der ein Jahr später veröffentlichten &amp;#039;&amp;#039;[[Positif]]&amp;#039;&amp;#039; stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1957 wurde die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Filmkritik (Zeitschrift)|Filmkritik]]&amp;#039;&amp;#039; gegründet, die eine anspruchsvolle, gesellschaftskritische Filmkritik unabhängig von den Kirchen betrieb. Im Wirkungsumfeld dieser Zeitschrift entstand eine „neue Kritik des Films“, die sich auf die „sozialpsychologischen und ideologiekritischen Postulate der Frankfurter Schule“ bezog und gleichzeitig auf die Positionen der Autoren der &amp;#039;&amp;#039;Cahiers du Cinéma&amp;#039;&amp;#039; zurückgriff.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bender&amp;quot; /&amp;gt; In der Bundesrepublik hatten bis zu dieser Zeit subjektive, feuilletonistische Texte, etwa von [[Gunter Groll]], dominiert, die nun von der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Filmkritik&amp;#039;&amp;#039; ein Gegengewicht erhielten. Geschult durch [[Theodor W. Adorno|Adorno]] und [[Siegfried Kracauer|Kracauer]], verstanden sie sich als „Gesellschaftskritiker, die ideologiekritisch den Film als Produkt einer kapitalistischen Industrie reflektieren und politische Aussagen und soziale Haltungen untersuchen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reclam&amp;quot; /&amp;gt; Groll hingegen vertrat die Ansicht, der Filmkritiker „sage das Schwere leicht“ und habe „die Fähigkeit zu klären, die Liebe zur Sache und die Distance zum Objekt“.&amp;lt;ref&amp;gt;Groll, München 1953.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 1960er und 1970er Jahre waren geprägt durch die Kontroverse zwischen der &amp;#039;&amp;#039;Politischen Linken&amp;#039;&amp;#039; und der &amp;#039;&amp;#039;Ästhetischen Linken&amp;#039;&amp;#039;, vor allem innerhalb der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Filmkritik&amp;#039;&amp;#039;. Durch die Nouvelle Vague war ein Streit entbrannt über neue Rezeptionsweisen, die der neuen [[Filmästhetik]] Rechnung tragen sollten. Der Zuschauer könne bei „dissonanten, brüchig inszenierten Filmen nicht dem Ganzen“ erliegen, wie es etwa beim klassischen [[Kriminalfilm]] der Fall ist. Deshalb zielten die &amp;#039;&amp;#039;Ästhetischen Linken&amp;#039;&amp;#039; auf eine „Entschleierung des Blicks, darauf, aufmerksam zu machen für ungewohnte Bilder oder irritierende Rhythmen, für poetische Zwischentöne oder subversive Untertöne“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reclam&amp;quot; /&amp;gt; In den 1980er Jahren wiederholte sich die Auseinandersetzung. So wurde 1980 die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Filme]]&amp;#039;&amp;#039; gegründet, die sich den &amp;#039;&amp;#039;Ästhetischen Linken&amp;#039;&amp;#039; verpflichtet fühlte. Neben diesen Fronten existierte in den 1970er Jahren eine „Filmkritik als literarische Gattung“, bei der sich die Filmkritiker als Autoren verstanden und von ihrem literarischen und publizistischen Ansehen profitierten, etwa [[André Bazin]], [[Karsten Witte]] oder [[Pauline Kael]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;bender&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute hat die Filmkritik kulturpolitisch an Bedeutung verloren, auch weil der Film als gesellschaftlicher Indikator mit zahlreichen anderen Medien konkurrieren muss. Gleichzeitig ist der Trend zu beobachten, dass die „Differenzierung der Geschmackskulturen zu einer Nivellierung der Filmpublizistik“ führt:&amp;lt;ref name=&amp;quot;bender&amp;quot; /&amp;gt; „So droht eine allgemein akzeptierte, mittlere, normalisierte Kritik, ein etabliertes Rezensionswesen, das sich fast automatisch weiterschreibt, ohne sich jemals zu problematisieren.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;prümm&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Kunstkritik]]&lt;br /&gt;
* [[Filmkritiker]]&lt;br /&gt;
* [[Pressevorführung]]&lt;br /&gt;
* [[Liste von Filmkritikern]]&lt;br /&gt;
* [[Liste von Filmzeitschriften]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Filme ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;For the Love of Movies: The Story of American Film Criticism&amp;#039;&amp;#039;,  Regie: Gerald Peary, USA 2009&lt;br /&gt;
* [[Was heißt hier Ende? Der Filmkritiker Michael Althen]], Regie: Dominik Graf, Deutschland 2015&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Lob ist schwerer als Tadel&amp;#039;&amp;#039;, Regie: Wolfram Hannemann, Deutschland 2016, Dokumentarfilm über Stuttgarts Filmkritiker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Helmut H. Diederichs: &amp;#039;&amp;#039;Anfänge deutscher Filmkritik&amp;#039;&amp;#039;. Fischer &amp;amp; Wiedleroither, Frankfurt 1986, ISBN 3-924098-03-4.&lt;br /&gt;
* Gunter Groll: &amp;#039;&amp;#039;Magie des Films&amp;#039;&amp;#039;. München 1953&lt;br /&gt;
* [[Enno Patalas]]: &amp;#039;&amp;#039;Plädoyer für eine Ästhetische Linke.&amp;#039;&amp;#039; In: Filmkritik 1966. Nr. 7&lt;br /&gt;
* Frieda Grafe: &amp;#039;&amp;#039;Zum Selbstverständnis von Filmkritik.&amp;#039;&amp;#039; In: Filmkritik 1966. Nr. 12&lt;br /&gt;
* Roland Barthes: &amp;#039;&amp;#039;Literatur oder Geschichte&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt 1969&lt;br /&gt;
* [[Jacques Rivette]]: &amp;#039;&amp;#039;Schriften fürs Kino&amp;#039;&amp;#039;. München 1989, 2. Aufl. 1990. (Cicim 24/25.) {{ISSN|0938-233X}}&lt;br /&gt;
* Norbert Grob, Karl Prümm (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Macht der Filmkritik&amp;#039;&amp;#039;. München 1990&lt;br /&gt;
* Imbert Schenk (Hrsg.) &amp;#039;&amp;#039;Filmkritik. Bestandsaufnahme und Perspektiven&amp;#039;&amp;#039;. Marburg 1998&lt;br /&gt;
* {{Der Spiegel |ID=50263577 |Autor=Günter Rohrbach |Titel=Das Schmollen der Autisten |Jahr=2007 |Nr=4 |Seiten=}}&lt;br /&gt;
* {{Der Spiegel |ID=50503759 |Autor=[[Lars-Olav Beier]] |Titel=Das Grollen der Mimosen |Jahr=2007 |Nr=7 |Seiten= |Kommentar=Replik}}&lt;br /&gt;
* Hennig-Thurau, Thorsten, André Marchand, and Barbara Hiller. [http://www.marketingcenter.de/lmm/research/publications/download/Hennig-Thurau_Marchand_Hiller_JCE_2012_professional_critics.pdf The Relationship between Reviewer Judgments and Motion Picture Success: Re-analysis and Extension] (PDF; 454&amp;amp;nbsp;kB) &amp;#039;&amp;#039;Journal of Cultural Economics&amp;#039;&amp;#039;, 36 (3), 249–283, 2012.&lt;br /&gt;
* David Steinitz: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der deutschen Filmkritik&amp;#039;&amp;#039;. [[edition text + kritik]], München 2015.&lt;br /&gt;
* [[David Bordwell]]: &amp;#039;&amp;#039;The Rhapsodes: How 1940s Critics Changed American Film Culture&amp;#039;&amp;#039;, University of Chicago Press, Chicago 2016, [https://www.press.uchicago.edu/ucp/books/book/chicago/R/bo23044265.html Details]&lt;br /&gt;
* Philipp Brunner, Tereza Fischer, Marius Kuhn (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Freie Sicht aufs Kino. Beiträge zur Filmkritik in der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, Schüren, Marburg 2019.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Helmut H. Diederichs: [http://www.sozpaed.fh-dortmund.de/diederichs/texte/komet.htm &amp;#039;&amp;#039;Die Anfänge der deutschen Filmpublizistik 1895 bis 1909&amp;#039;&amp;#039;]. Konstanz 1985.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4154367-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Filmkritik| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturjournalismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Journalistische Darstellungsform]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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