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	<title>Filioque - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Filioque&amp;diff=249742&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Besserw1sser RL: linkfix: &#039;http://www.alt-katholisch.de/oekumene/dokumente-auswahl/ii-unionskonferenz.html&#039; --&gt; &#039;https://www.alt-katholisch.de/unsere-kirche/oekumene/dokumente-auswahl/ii-unionskonferenz/&#039;</title>
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		<updated>2025-11-27T08:32:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;linkfix: &amp;#039;http://www.alt-katholisch.de/oekumene/dokumente-auswahl/ii-unionskonferenz.html&amp;#039; --&amp;gt; &amp;#039;https://www.alt-katholisch.de/unsere-kirche/oekumene/dokumente-auswahl/ii-unionskonferenz/&amp;#039;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Filioque&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein lateinischer Zusatz zur Erklärung des [[Nicäno-Konstantinopolitanum|Glaubensbekenntnisses von Nizäa-Konstantinopel]] über den Hervorgang des [[Heiliger Geist|Heiligen Geistes]], der in der ursprünglichen Fassung von 381 nicht enthalten ist. In der [[Westliches Christentum|westlichen Kirche]] wird er jedoch seit dem 5.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert in [[trinität]]stheologischen Formulierungen verwendet, genießt seit dem 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert sogar [[dogma]]tischen Rang und wird heute von [[römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen]] und [[Evangelische Kirche|evangelischen]] Christen bekannt; die [[Altkatholische Kirche|alt-katholischen Kirchen]] lehnen den Filioque-Zusatz dagegen ab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.alt-katholisch.de/unsere-kirche/oekumene/dokumente-auswahl/ii-unionskonferenz/ |titel=II. Unionskonferenz |titelerg=II. [[Bonner Unionskonferenzen|Unionskonferenz zu Bonn]]. 12. bis 16. August 1875. Angenommene Thesen: „1. Wir stimmen überein in der Annahme der ökumenischen Symbole und der Glaubensentscheidungen der alten ungeteilten Kirche. 2. Wir stimmen überein in der Anerkennung, daß der Zusatz des Filioque zum Symbolum nicht in kirchlich rechtmäßiger Weise erfolgt sei.“ |werk=www.alt-katholisch.de |hrsg=Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland (KöR) |zugriff=2025-11-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Filioque ist neben dem [[Papstprimat]] der wichtigste theologische Streitpunkt, der eine Wiedervereinigung der römisch-katholischen Kirche und der [[Orthodoxe Kirchen|orthodoxen Kirchen]] nach deren fast tausendjährigem [[Morgenländisches Schisma|Schisma]] verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Text ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Filioque.JPG|mini|hochkant=1.2|Hauchung des Heiligen Geistes in einer Darstellung der lateinischen Kirche [[St-Marcellin (Boulbon)|Saint-Marcellin]], [[Boulbon]] (Provence, um 1450; heute im [[Louvre]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Filioque&amp;#039;&amp;#039; bedeutet „und (aus)&amp;lt;!--ggf. Diskussion suchen--&amp;gt; dem [[Sohn Gottes|Sohn]]“. Konkret handelt es sich um folgende Stelle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat| […] et in Spiritum Sanctum,&amp;lt;br /&amp;gt;Dominum et vivificantem,&amp;lt;br /&amp;gt;qui ex Patre &amp;#039;&amp;#039;Filioque&amp;#039;&amp;#039; procedit […]}}&lt;br /&gt;
{{Zitat| […] und [wir glauben] an den Heiligen Geist,&amp;lt;br /&amp;gt;der Herr ist und lebendig macht,&amp;lt;br /&amp;gt;der aus dem [[Gott der Vater|Vater]] &amp;#039;&amp;#039;und dem Sohn&amp;#039;&amp;#039; hervorgeht […]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im griechischen Urtext, den das [[Erstes Konzil von Nicäa|Erste Konzil von Nicäa]] als [[Dogma]] festgelegt hatte, heißt es jedoch nur:&lt;br /&gt;
{{Zitat| […] καὶ εἰς τὸ Πνεῦμα τὸ Ἅγιον,&amp;lt;br /&amp;gt;τὸ κύριον, τὸ ζωοποιόν,&amp;lt;br /&amp;gt;τὸ ἐκ τοῦ Πατρὸς ἐκπορευόμενον […]}}&lt;br /&gt;
{{Zitat| […] und an den Heiligen Geist,&amp;lt;br /&amp;gt;den Herrn, den Lebendigmacher,&amp;lt;br /&amp;gt;der aus dem Vater hervorgeht […]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dogmengeschichtliche Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Bereits bei dem Kirchenschriftsteller [[Tertullian]] (Adv. Prax. 4), den [[Kirchenvater|Kirchenvätern]] [[Athanasius der Große|Athanasius]] (Ep. ad Serap. 3,1), [[Basilius der Große|Basilius]] (&amp;#039;&amp;#039;De Spiritu Sancto&amp;#039;&amp;#039; 18,47), [[Ambrosius von Mailand|Ambrosius]] (&amp;#039;&amp;#039;De Spiritu Sancto&amp;#039;&amp;#039; I 120), [[Augustinus von Hippo|Augustinus]] (In Ioan. tr. 99,6; &amp;#039;&amp;#039;[[De Trinitate|De Trin]].&amp;#039;&amp;#039; XV 27, 48) und weiteren Kirchenvätern gibt es Formulierungen, auf die sich die spätere [[Trinität]]stheologie und die Verwendung von Filioque-Formeln stützen konnte. Dabei bevorzugen die westlichen Väter eine koordinierende Formel (der Heilige Geist gehe aus dem Vater und dem Sohn hervor), während die östlichen Väter eine subordinierende Formel bevorzugen (vom Vater durch den Sohn).&amp;lt;ref&amp;gt;Nach Oberdorfer 2001 (S. 134; zu den relevanten augustinischen Texten vgl. zuvor S. 129 ff.) sollte damit bzw. bei Augustinus noch kein verbindliches Glaubensbekenntnis formuliert werden oder der Hervorgang des Geistes aus dem Sohn theologisch ins Zentrum gestellt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Konzil von Seleukia (410)|Synode von Seleukia-Ktesiphon 410]] wird das nizäische Glaubensbekenntnis in für die [[Assyrische Kirche des Ostens|Kirche des Ostens]] angepasster Weise verwendet. Darin findet sich das filioque:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Daniel Williams |Titel=The Evolution of Pro-Nicene Theology in the Church of the East |Hrsg=Li Tang, Dietmar Winkler |Sammelwerk=From the Oxus River to the Chinese shores: studies on East Syriac Christianity in China and Central Asia |Nummer=5 |Verlag=LIT |Ort=Zürich / Berlin |Datum=2013 |Reihe=Orientalia -- patristica -- oecumenica |ISBN=978-3-643-90329-7 |Seiten=390 |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=ܘܡܘܕܘܢ ܚܢܢ ܒܪܘܚܐ ܚܝܐ ܘܩܕܝܫܐ܇&lt;br /&gt;
ܦܪܩܠܝܬܐ ܚܝܐ ܕܡܢ ܐܒܐ ܘܒܪܐ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=A. Vööbus |Titel=New Sources for the Symbol in Early Syrian Christianity |Sammelwerk=Vigiliae Christianae |Band=26 |Nummer=4 |Datum=1972 |ISSN=0042-6032 |DOI=10.2307/1583561 |Seiten=295 |JSTOR=1583561 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ Zitat | Text =And we confess the living and holy Spirit, &lt;br /&gt;
the living Paraclete who (is) from the Father and the Son&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Wilhelm Baum, Dietmar W. Winkler, Sebastian Brock |Titel=The Church of the East: a concise history |Nummer= |Verlag=RoutledgeCurzon |Ort=London New York |Datum=2003 |Reihe=Central Asian studies series |ISBN=978-0-203-42309-7 |Seiten=16 |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Synode von Toledo billigte 447 ein modifiziertes Glaubensbekenntnis einer Vorgängersynode (Toledo 400) mit folgender Formulierung:&lt;br /&gt;
{{Zitat|[…] spiritum quoque Paracletum esse, qui nec Pater sit ipse, nec Filius, sed a Patre &amp;#039;&amp;#039;Filioque&amp;#039;&amp;#039; procedens.&amp;lt;br /&amp;gt;Est ergo ingenitus Pater, genitus Filius, non genitus Paracletus, sed a Patre &amp;#039;&amp;#039;Filioque&amp;#039;&amp;#039; procedens.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Oberdorfer 2001, S. 133 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Zitat|[…] dass der Geist auch der [[Paraklet|Beistand]] sei, nicht der Vater selbst noch der Sohn, sondern aus dem Vater &amp;#039;&amp;#039;und dem Sohn&amp;#039;&amp;#039; hervorgehend.&amp;lt;br /&amp;gt;Also ist ungezeugt der Vater, gezeugt der Sohn, nicht gezeugt der Beistand, vielmehr aus dem Vater &amp;#039;&amp;#039;und dem Sohn&amp;#039;&amp;#039; hervorgehend.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte [[Konzil von Toledo]] benutzte 589 die Filioque-Formulierung, um Position gegen den [[Arianismus]] zu beziehen, der [[Jesus Christus]] als geringer als [[Gott]] den Vater ansah. Dabei sollte dieser Zusatz die Gleichrangigkeit Jesu Christi mit dem Vater deutlich machen. Dies machte in der Folge die Ausarbeitung einer systematischen [[Trinität]]stheologie erforderlich, die im Westen dann diese Formel rezipierte und entfaltete.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Oberdorfer 2001, S. 135.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Karl der Große]], der sich als „Herrscher und obersten Priester“&amp;lt;!-- Quelle? --&amp;gt; aller christlichen Völker unter seiner Führung betrachtete, ließ im Jahre 809 das &amp;#039;&amp;#039;Filioque&amp;#039;&amp;#039; auf der eigens zu diesem Zweck einberufenen [[Konzil von Aachen (809)|Synode von Aachen]] durch fränkische, in der Tradition [[Alkuin]]s stehende Theologen, insbesondere [[Theodulf von Orléans]], theologisch untermauern, die den durch das &amp;#039;&amp;#039;Filioque&amp;#039;&amp;#039; ausgedrückten Glaubenssatz als zum integralen [[Depositum fidei|Glaubensgut]] gehörig betrachteten. Karl warf der orthodoxen Kirche und mit ihr dem [[Liste der byzantinischen Kaiser|Kaiser]] in [[Konstantinopel]] vor, den Zusatz absichtlich entfernt zu haben. Damit blieben die [[Franken (Volk)|Franken]] bei dem Zusatz im [[Credo]]. Die anti-byzantinische Haltung der [[Karolinger]] mag im Rahmen ihres Strebens nach der [[Kaiser#Kaisertitel im Fränkischen Reich|Kaiserwürde]] zu sehen sein ([[Zweikaiserproblem]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der damalige [[Papst]] [[Leo III. (Papst)|Leo III.]] teilte zwar die fränkische Lehre und betrachtete sie als kompatibel mit dem Glaubensgut, akzeptierte eine Änderung des Glaubensbekenntnisses jedoch nicht und ließ das nicäno-konstantinopolitanische [[Glaubensbekenntnis]] ohne den Filioque-Zusatz auf Griechisch und Latein in die [[Petersdom|Peterskirche]] eingravieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend bestätigte das [[Viertes Konzil von Konstantinopel (879/880)|Vierte Konzil von Konstantinopel]] 879–880 das unveränderte Glaubensbekenntnis von 381 ([[Erstes Konzil von Konstantinopel]]) und erklärte sämtliche Zusätze für ungültig. Dieser Entscheid des Konzils wurde durch alle [[Pentarchie (Frühchristentum)|fünf Patriarchen]] der Kirche bestätigt, in [[Rom]] durch [[Johannes VIII. (Papst)|Papst Johannes VIII.]], in Konstantinopel durch [[Photios I.]], außerdem in [[Antiochia am Orontes|Antiochia]], [[Jerusalem]] und [[Alexandria]], sowie durch den [[Byzantinisches Reich|byzantinischen]] [[Kaiser]] [[Basileios I.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1013 ließ sich Papst [[Benedikt VIII.]] durch den späteren Kaiser [[Heinrich II. (HRR)|Heinrich II.]] dazu bewegen, den Zusatz &amp;#039;&amp;#039;Filioque&amp;#039;&amp;#039; [[Kirchliches Lehramt|lehramtlich]] dem Glaubensbekenntnis der [[Lateinische Kirche|lateinischen Kirche]] einzufügen, wie es bereits das nur im Westen rezipierte [[Athanasisches Glaubensbekenntnis|Athanasische Glaubensbekenntnis]] bekannte. Zum [[Dogma]] erhob die römisch-katholische Kirche den Zusatz 1215 auf dem [[Viertes Laterankonzil|Vierten Laterankonzil]], also lange nach der gegenseitigen [[Exkommunikation]] des Papstes und des Patriarchen von Konstantinopel (1054).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die orthodoxen Kirchen erscheint das &amp;#039;&amp;#039;Filioque&amp;#039;&amp;#039; nicht akzeptabel, da es sich um eine einseitige Abänderung des Entscheids eines allgemein anerkannten ökumenischen Konzils handle und da es der alten Interpretation der [[Trinität|Dreieinigkeit]] widerspreche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Theologischer Hintergrund ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Rublevtrinität ubt.gif|mini|hochkant|Die [[Dreifaltigkeitsikone]] von [[Andrei Rubljow (Ikonenmaler)|Rubljow]] ist Ausdruck alter östlicher orthodoxer Denkweise: Vater, Sohn und Heiliger Geist sind drei fast gleichgestaltete Personen, der Geist sitzt auf Augenhöhe und an einem gemeinsamen Tisch, dem Vater und Sohn gegenüber.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Filioque-Disput prallen unterschiedliche Interpretationen der [[Trinität|Dreieinigkeit]] aufeinander. Die alte griechische Tradition betonte die drei unterschiedlichen [[Entität]]en der Dreieinigkeit, während die fränkischen Theologen stärkeren Akzent auf die Einheit der drei [[Hypostase]]n legten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Lehre der orthodoxen Kirchen ist der Vater der einzige Ursprung innerhalb der Dreiheit. Sohn und Heiliger Geist müssten gewissermaßen als rechter und linker Arm des Vaters gedacht werden. Vom Sohn wird dabei ausgesagt, dass er „gezeugt“ sei, vom Geist, dass er „[[Hauchung|gehaucht]]“ sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Moltmann186&amp;quot; /&amp;gt; Die fränkische Theologie folgt dagegen dem [[Augustinus von Hippo|augustinischen]] Modell: Vater und Sohn seien in gegenseitiger Liebe miteinander verbunden, der Heilige Geist sei nun als dieses „Band der Liebe“ &amp;#039;&amp;#039;(Vinculum amoris)&amp;#039;&amp;#039; zu denken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Moltmann186&amp;quot;&amp;gt;Jürgen Moltmann: &amp;#039;&amp;#039;Trinität und Reich Gottes. Zur Gotteslehre.&amp;#039;&amp;#039; Christian Kaiser, München 1980, S. 186.&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern sei der Sohn ebenfalls am Hervorgang des Geistes beteiligt, jedoch nur mitwirkend, nicht hauptrangig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wechselseitige Verständnisschwierigkeiten ergeben sich auch aus einer nicht immer reflektierten unterschiedlichen Blickrichtung. So ist die orthodoxe Theologie grundsätzlich eher an Aussagen über die Ursprungsbeziehungen der göttlichen Personen interessiert, während die westliche Theologie vor allem die Lebensbeziehungen der drei göttlichen Personen in den Blick nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Hintergrund der Filioque-Diskussion ließ sich etwa das [[Bibel|biblisch]]e Zeugnis anführen, dass Jesus Christus ankündigte, den Menschen den Heiligen Geist zu senden {{Bibel|Joh|14|16f.}}. Dabei konnte leicht der Eindruck erweckt werden, der Heilige Geist sei überhaupt erst durch Jesus ins Leben gerufen worden. Hierbei besteht die Gefahr, die „[[Heilsgeschichte|heilsökonomische]]“ Rolle Jesu mit dem [[Immanenz|immanenten]] Verhältnis Christi zum Vater und zum Heiligen Geist zu verwechseln, die alle drei als gleichermaßen göttlich und gleichewig bekannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All diese unterschiedlichen Interpretationen waren jedoch lange Zeit nur lokal unterschiedlich gewichtete, unterschiedliche Lehren, die auch einige Jahrhunderte über das [[Morgenländisches Schisma|Morgenländische Schisma]] hinaus die grundsätzliche Einheit der Kirche nicht in Frage stellten. Erst nach einer Phase längerer Verhärtung wurde – in der Rückschau – der Filioque-Zusatz zum Glaubensbekenntnis als Ausgangspunkt und Kernpunkt der Kirchenspaltung ausgemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachliche Schwierigkeiten ==&lt;br /&gt;
Manche Schwierigkeiten in der inhaltlichen Auseinandersetzung lassen sich auch auf sprachliche Unterschiede zurückführen, die oft nicht genügend reflektiert werden. Die griechische Kirche denkt etwa das Wort „Ursprung“ (&amp;#039;&amp;#039;ἀρχή&amp;#039;&amp;#039;), nicht ohne gleichzeitig „Herrschaft“ (ebenfalls &amp;#039;&amp;#039;ἀρχή&amp;#039;&amp;#039;) zu denken: eine Aussage, die sinnvollerweise eher dem Vater als dem Sohn zukommt. Umgekehrt denkt die lateinische Kirche bei dem Ausdruck „Hervorgang“ &amp;#039;&amp;#039;(processio)&amp;#039;&amp;#039; auch gleichzeitig an ein „Weitergehen“ (ebenfalls &amp;#039;&amp;#039;processio&amp;#039;&amp;#039;), so dass das &amp;#039;&amp;#039;Filioque&amp;#039;&amp;#039; gar nicht unbedingt eine Aussage über den Ursprung &amp;#039;&amp;#039;(principium)&amp;#039;&amp;#039; des Sohnes macht, auch wenn sich das Verständnis im Laufe der Diskussion auf diese Deutung zugespitzt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistesgeschichtliche Deutung ==&lt;br /&gt;
Oft wird auch angeführt, das &amp;#039;&amp;#039;Filioque&amp;#039;&amp;#039; habe mit weitreichenden geistesgeschichtlichen Konsequenzen zur Unterordnung des Geistes unter den Vater und den Sohn geführt. Tatsächlich besteht Einigkeit darüber, dass die Lehre vom Heiligen Geist in der westlichen Tradition kaum entfaltet ist, während sich die [[Soteriologie|Erlösungslehre]] stark auf die Person Christi zuspitzte, bis hin zum [[solus Christus]] der Reformation, der Jesuszentrierung im [[Pietismus]] und der [[Heiligstes Herz Jesu|Herz-Jesu-Verehrung]] der Neuzeit, sodass sich katholische und protestantische Frömmigkeit in diesem Punkt kaum voneinander unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben habe die Einfügung des &amp;#039;&amp;#039;Filioque&amp;#039;&amp;#039; ins Glaubensbekenntnis des Westens aber auch zu einem grundsätzlich anderen Verhältnis zum Geist als im Osten geführt, was innertheologisch mit dem Begriff der „Geistvergessenheit“ bezeichnet wird und darüber hinaus für eine stärkere Ausprägung eher rationaler Intellektualität im Westen verantwortlich gemacht wird.&amp;lt;ref&amp;gt;siehe etwa den [https://www.imdialog.org/md2001/062001md02.html Aufsatz von Klaus-Peter Lehmann im Materialdienst des Evangelischen Arbeitskreises Kirche und Israel]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökumenische Relevanz ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ingeborg Psalter 02f 1200.jpg|mini|hochkant|Darstellung des [[Pfingsten|Pfingst-Ereignis]] aus dem [[Ingeborg-Psalter]] (um 1200): Der erhöhte Christus sendet den Heiligen Geist in Gestalt einer Taube auf Maria und die Jünger herab.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis heute ist das Filioque neben dem [[Papstprimat|Primat des Papstes]] der wichtigste theologische Punkt, über den sich die orthodoxen und die römisch-katholische Kirche nicht einigen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirchenführer der [[Reformation]] haben, soweit sie die klassischen Glaubensbekenntnisse verwenden, die westkirchliche Version mit dem Filioque beibehalten, da sie bezüglich der Interpretation der Dreieinigkeit in der westlichen und nicht in der östlichen Tradition stehen, sehen darin jedoch im Allgemeinen kein grundsätzliches Problem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 2007 wurde eine Stellungnahme der [[Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands|Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD)]] veröffentlicht. Gemäß dieser Stellungnahme ist die Möglichkeit vorgesehen, „dass in ökumenischen Gottesdiensten mit Kirchen, bei denen das Nicaeno-Constantinopolitanum (NC) ohne &amp;#039;&amp;#039;Filioque&amp;#039;&amp;#039; in Gebrauch ist, auch lutherische Christen das NC ohne &amp;#039;&amp;#039;Filioque&amp;#039;&amp;#039; sprechen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.velkd.de/publikationen/download.php?13f9896df61279c928f19721878fac41 Ökumenisch den Glauben bekennen. Das Nicaeno-Constantinopolitanum von 381 als verbindendes Glaubensbekenntnis] (PDF; 296&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Mai 2024 kam es zu einer weiteren Annäherung zwischen dem [[Lutherischer Weltbund|Lutherischen Weltbund]] (LWB) und der orthodoxen Kirche. So schlug die Gemeinsame Internationale Kommission für den theologischen Dialog zwischen dem LWB und der orthodoxen Kirche vor, die Übersetzung des Nicaeno-Constantinopolitanums (NC) ohne den Filoque-Zusatz zu verwenden.&amp;lt;ref&amp;gt;The Joint International Commission on Theological Dialogue Between the Lutheran World Federation and the Orthodox Church, COMMON STATEMENT ON THE FILIOQUE, https://lutheranworld.org/sites/default/files/2024-07/Lutheran-Orthodox-Joint-Statement-Filioque-EN.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die altkatholische Kirche ist zur Fassung des Glaubensbekenntnisses ohne &amp;#039;&amp;#039;Filioque&amp;#039;&amp;#039; zurückgekehrt, dies einerseits aus theologischer Überzeugung, andererseits in bewusster Annäherung an die orthodoxen Kirchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der päpstlichen Erklärung &amp;#039;&amp;#039;[[Dominus Iesus]]&amp;#039;&amp;#039; über die Einzigkeit und die Heilsuniversalität Jesu Christi und der Kirche vom 6. August 2000 wird das Nicäno-Konstantinopolitanum ohne das Filioque rezipiert. Die Frage der theologischen Relevanz des Filioque für die erstrebte Kircheneinheit ist gegenwärtig Gegenstand [[Ökumenische Bewegung|ökumenischer Gespräche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Jürgen Moltmann]] ist die Überwindung der Kirchenspaltung „nicht schon durch die Rückkehr zum ursprünglichen Text des Nicaeno-Constantinopolitanum zu erreichen, sondern erst durch eine gemeinsame Antwort auf die Frage nach dem Verhältnis des Sohnes zum Heiligen Geist und des Heiligen Geistes zum Sohn.“&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Moltmann: &amp;#039;&amp;#039;Trinität und Reich Gottes. Zur Gotteslehre.&amp;#039;&amp;#039; Christian Kaiser, München 1980, S. 198.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Pneumatologie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Peter Gemeinhardt]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Filioque-Kontroverse zwischen Ost- und Westkirche im Frühmittelalter&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Arbeiten zur Kirchengeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 82). Walter de Gruyter, Berlin/New York 2002, ISBN 3-11-017491-X.&lt;br /&gt;
* [[Bernd Oberdorfer]]: &amp;#039;&amp;#039;Filioque. Geschichte und Theologie eines ökumenischen Problems&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur systematischen und ökumenischen Theologie.&amp;#039;&amp;#039; Band 96). Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-56207-1.&lt;br /&gt;
* A. Edward Siecienski: &amp;#039;&amp;#039;The Filioque. History of a Doctrinal Controversy.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, Oxford 2010, ISBN 9780199971862.&lt;br /&gt;
* [[Michael Böhnke (Theologe)|Michael Böhnke]], [[Assaad Elias Kattan]], Bernd Oberdorfer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Filioque-Kontroverse. Historische, ökumenische und dogmatische Perspektiven 1200 Jahre nach der Aachener Synode&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Quaestiones Disputatae.&amp;#039;&amp;#039; Band 245). Herder, Freiburg 2011, ISBN 978-3-451-02245-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|filioque}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4154344-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christliche Theologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alte Kirche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bekenntnis (Christentum)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heiliger Geist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[he:רוח הקודש (נצרות)#רוח הקודש בזרם הנוצרי המרכזי]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Besserw1sser RL</name></author>
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