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	<title>Fiktionalismus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-20T17:55:44Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fiktionalismus&amp;diff=1051548&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bisam: Abkürzungen korrigiert bzw. vereinheitlicht</title>
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		<updated>2025-12-05T06:15:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Abkürzungen korrigiert bzw. vereinheitlicht&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fiktionalismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet in der neueren systematischen [[Philosophie]] einen Typ [[Realismus (Philosophie)|antirealistischer]] Positionen bezüglich bestimmter Objekte. Diese existieren nicht, sondern sind nur fiktiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsbestimmung ==&lt;br /&gt;
Fiktionalistische Positionen hinsichtlich eines Sachverhalts oder Gegenstands oder Typs von Objekten x kommen oft in folgendem überein:&lt;br /&gt;
# x existiert nicht tatsächlich&lt;br /&gt;
# Sätze über x sind so zu analysieren, dass sie die Existenz von x implizieren (sie gehen mit einer Existenz[[präsupposition]] bezüglich x einher)&lt;br /&gt;
# stricte dicto sind Sätze über x daher falsch&lt;br /&gt;
# Sprecher akzeptieren Sätze über x&lt;br /&gt;
# Sprecher sind darin gerechtfertigt, Sätze über x zu akzeptieren, etwa aus pragmatischen Gründen&lt;br /&gt;
# in der Rede über x geht es daher gar nicht um „objektive [[Wahrheit]]“, sondern um „[[Fiktion]]“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fiktionalistische Positionen in der Ontologie bzw. Metaontologie ==&lt;br /&gt;
Die [[Ontologie]] erklärt, was es in der [[Realität]] gibt. Kontroversen bestehen beispielsweise bezüglich der [[Wahrmacher]] negativer Existenzaussagen, von Identitätsaussagen, von Aussagen [[Propositionale Einstellung|propositionaler Einstellungen]], von [[Modallogik|modaler Rede]] und fiktionaler Rede (etwa über Einhörner). Für alle diese Problemfälle wurden fiktionalistische Positionen verteidigt&amp;lt;!--, u.a. von [[Kendall Walton]], [[Mark Crimmins]], [[Stuart Brock]], [[Mark Balaguer]], [[Anthony Everett]] und [[Frederick Kroon]]; für modale Rede von [[Daveid Malet Armstrong]], [[Gideon Rosen]], [[John Nolt]], [[Seahwa Kim]], [[John Divers]]--&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Matti Eklund&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilweise wurde auch ein metaontologischer Fiktionalismus bezüglich normaler Objekte vertreten, so etwa von [[Peter van Inwagen]], [[Cian Dorr]] und [[Gideon Rosen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wahrheitstheoretischer Fiktionalismus ==&lt;br /&gt;
[[James Woodbridge]] hat einen generellen Fiktionalismus in der Wahrheitstheorie vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Schopenhauer]]s Willensphilosophie wurde als fiktionalistisch bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Arnold Kowalewski]]: Ansätze zum Fiktionalismus bei Schopenhauer, in: Annalen der Philosophie und philosophischen Kritik (Leipzig), 1919; Bd. 1, S. 518–595.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mathematischer Fiktionalismus ==&lt;br /&gt;
Auch eine Variante des [[Nominalismus]] bezüglich mathematischer Objekte wird als Fiktionalismus bezeichnet; zu den bekannteren Vertretern zählt [[Hartry Field]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fiktionalismus in der Philosophie des Geistes ==&lt;br /&gt;
Auch werden beispielsweise Thesen der Form „Der [[Willensfreiheit|freie Wille]] ist eine [[Illusion]], aber es ist pragmatisch sinnvoll, an dieser Illusion festzuhalten.“ als fiktionalistisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So vertritt beispielsweise der [[Neukantianismus|Neukantianer]] [[Hans Vaihinger]]&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. u.&amp;amp;nbsp;a. Hans Vaihinger: Philosophie des Als Ob; 1911; Weiterführendes zu Vaihinger siehe bei [[Hans Vaihinger#Literatur]].&amp;lt;/ref&amp;gt; einen [[Pragmatismus|pragmatischen]] Fiktionalismus, der z.&amp;amp;nbsp;B. die nicht beweisbare Willensfreiheit annimmt, weil sie für das Zusammenleben notwendig ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu [[Arthur Fine]]: &amp;#039;&amp;#039;Fictionalism&amp;#039;&amp;#039;, Midwest Studies in Philosophy, 18 (1993), 1-18.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fiktionalismus der Moral (Metaethik) ==&lt;br /&gt;
Der [[Lebensphilosophie|Lebensphilosoph]] [[Friedrich Nietzsche]] vertritt einen Fiktionalismus insbesondere bezüglich der [[Moral]].&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa Friedrich Nietzsche: Die Geburt der Tragödie, 1872; DelNegro, Walter: Die Rolle der Fiktionen in der Erkenntnistheorie Friedrich Nietzsches; München 1923; Heintel, Erich: Wirklichkeit, Wahrheit und Wert bei Nietzsche; Wien 1935; Nadeem Hussain: &amp;#039;&amp;#039;Honest Illusion: Valuing for Nietzsche&amp;#039;s Free Spirits&amp;#039;&amp;#039;, in [[Brian Leiter]], N. Sinhababu (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Nietzsche and Morality&amp;#039;&amp;#039;, Oxford: Oxford University Press 2007&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt stellt er die Philosophie unter den Primat des Lebens. Vorrangig müsse Wissen dem Leben und der Lebensbejahung dienen. Dazu seien auch Illusionen willkommen. Um sich über die Schrecken des Daseins hinweg zu trösten, brauche der Mensch den schönen Schein der Kunst. Ebenso sei zum Handeln ein „Umschleiertsein durch die Illusion“ notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moderne Varianten eines [[Metaethik|metaethischen]] Fiktionalismus werden von [[Richard Joyce]], [[Mark Kalderon]], [[Daniel Nolan (Philosoph)|Daniel Nolan]], [[Greg Restall]] und [[Caroline West]] vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fiktionalismus in der Religionsphilosophie ==&lt;br /&gt;
[[Voltaire]]s Bonmot „wenn [[Gott]] nicht existierte, wäre es notwendig, ihn zu erfinden“, kann als Fiktionalismus bezüglich des [[Theismus]] bezeichnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;So etwa bei Matti Eklund&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der amerikanische [[Pragmatismus|Pragmatist]] und Religionsphilosoph [[William James]] vertritt einen religiösen Fiktionalismus.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. William James: Der Wille zum Glauben, deutsch von Dr. Th. Lorenz; 1899 (englisch: The Will to Believe - 1897) &amp;lt;/ref&amp;gt; Eine [[Religionsphilosophie]] des „Als-ob“ findet sich bei [[Heinrich Scholz (Logiker)|Heinrich Scholz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fiktionalismus in der Wissenschaftstheorie ==&lt;br /&gt;
[[Pierre Duhem]] hat gezeigt, dass in der Vormoderne der Fiktionalismus bei der Beschreibung astronomischer Phänomene weit verbreitet und in der Astronomie der [[Scholastik]] die vorherrschende Denkweise war.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Le Système du Monde&amp;#039;&amp;#039;; histoire des doctrines cosmologiques de Platon à Copernic, Paris: A. Hermann 1913, engl. Übers. &amp;#039;&amp;#039;To Save the Phenomena&amp;#039;&amp;#039;: An Essay on the Idea of Physical Theory from Plato to Galileo, Chicago: University of Chicago Press 1969.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Edward Grant (Historiker)|Edward Grant]] hat dies für die Zeit vor [[Nicolaus Copernicus]] bestätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;u.&amp;amp;nbsp;a. in &amp;#039;&amp;#039;Late Medieval Thought, Copernicus, and the Scientific Revolution&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of the History of Ideas 23 (1962), 197-220; &amp;#039;&amp;#039;Scientific Imagination in the Middle Ages&amp;#039;&amp;#039;, Perspectives on Science 12/4 (2004), 394-423; vgl. auch Benjamin Nelson: &amp;#039;&amp;#039;The Early Modern Revolution in Science and Philosophy: Fictionalism, Fideism and Catholic &amp;#039;Prophetism&amp;#039;&amp;#039;, in: R.S. Cohen / M. Wartofsky (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Boston Studies in the Philosophy of Science&amp;#039;&amp;#039;, Dordrecht 1968, 1-40&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bas van Fraassen]] vertritt einen allgemeinen Fiktionalismus bezüglich wissenschaftlicher Theorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Fritz Haug]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Fiktion/Fiktionalismus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Historisch-Kritisches Wörterbuch des Marxismus]].&amp;#039;&amp;#039; 4 Bände. Berlin 1994–1999, Band 4, S. 427–463.&lt;br /&gt;
* [[Oswald Schwemmer]]: &amp;#039;&amp;#039;Hans Vaihinger.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie.&amp;#039;&amp;#039; Band 4. J. B. Metzler, Stuttgart 1996, S. 468&lt;br /&gt;
* Astrid Wagner: &amp;#039;&amp;#039;Fiktion/Fiktionalismus.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Hans Jörg Sandkühler]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Philosophie.&amp;#039;&amp;#039; Hamburg 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{SEP|https://plato.stanford.edu/entries/fictionalism/|Fictionalism|Matti Eklund}}&lt;br /&gt;
* {{SEP|https://plato.stanford.edu/entries/fictionalism-mathematics/|Fictionalism in the Philosophy of Mathematics|Mark Balaguer}}&lt;br /&gt;
* {{IEP|https://iep.utm.edu/mathfict/|Fictionalism in the Philosophy of Mathematics|Mary Leng}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosophische Strömung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bisam</name></author>
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