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	<title>Feuerbrand - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Feuerbrand&amp;diff=31104&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Ralph Reichelt: Link optimiert</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Feuerbrand&amp;diff=31104&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-22T06:46:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link optimiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Überarbeiten}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Feuerbrand&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Erwinia amylovora&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = ([[Thomas Jonathan Burrill|Burrill]] 1882) [[Charles-Edward Amory Winslow|Winslow]] u. a. 1920&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Erwinia&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Enterobacteriaceae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Enterobacterales&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Gammaproteobacteria&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Klasse&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Proteobacteria&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Abteilung&lt;br /&gt;
| Bild             = Apple tree with fire blight.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Apfelbaum mit Feuerbrand&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Feuerbrand&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine gefährliche [[Phytopathologie|Pflanzenkrankheit]], verursacht durch das [[Bakterien|Bakterium]] &amp;#039;&amp;#039;Erwinia amylovora&amp;#039;&amp;#039;. Sie befällt vor allem [[Kernobstgewächse]] und kann sich schnell ausbreiten. Für die Gesundheit des Menschen besteht keine Gefahr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feuerbrand sollte nicht mit dem Feuerbakterium &amp;#039;&amp;#039;[[Xylella fastidiosa]]&amp;#039;&amp;#039; verwechselt werden, das Mandel-, Feigen- und Olivenbaumkulturen massiv schädigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pathologie ==&lt;br /&gt;
=== {{Anker|Erwinia amylovora}}Erreger ===&lt;br /&gt;
Der Erreger des Feuerbrands ist das [[Enterobakterien|Enterobakterium]] &amp;#039;&amp;#039;Erwinia amylovora&amp;#039;&amp;#039;. Das stäbchenförmige Bakterium ist gleichmäßig über seine Zelloberfläche [[Flagellum|begeißelt]], [[Gram-Färbung|gramnegativ]] und auch [[Anaerobie|unter Luftabschluss lebensfähig]]. Die optimale Wachstumstemperatur liegt zwischen 21 und 28&amp;amp;nbsp;°C; die minimalen und maximalen Temperaturen für eine Entwicklung dieses Bakteriums liegen zwischen 3 und 12&amp;amp;nbsp;°C sowie zwischen 32 und 42&amp;amp;nbsp;°C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infektionswege ===&lt;br /&gt;
Aufgrund des hohen [[Infektion]]spotentials gibt es eine Vielzahl potenzieller [[Vektor (Biologie)|Vektoren]] für die Verbreitung.&lt;br /&gt;
* Über größere Entfernungen spielen vor allem die Ausfuhr von [[Kontamination (Medizin)|kontaminiertem]] Pflanzenmaterial, aber auch der Transport von kontaminierten Gegenständen ([[Verpackungsmaterial]], [[Schnitt (Gartenbau)|Schnittwerkzeug]]) eine entscheidende Rolle. Auch [[wetter|Großwetter]]ereignisse und [[Zugvogel|Zugvögel]] kommen für die Verbreitung des [[Krankheitserreger]]s über größere Distanzen in Frage.&lt;br /&gt;
* Im Nahbereich erfolgt die Verbreitung des Bakterienschleims durch Wind, Regen, Insekten ([[Fliegen]], [[Bienen]], [[Echte Wespen|Wespen]], [[Hummeln]]), [[Kleinsäuger|Kleinsäugetiere]], [[Vögel]] und den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Eindringen der Bakterien in das Pflanzen[[Gewebe (Biologie)|gewebe]] erfolgt während des aktiven Wachstums der Pflanze über natürliche Eintrittspforten wie [[Stoma (Botanik)|Stomata]], [[Lentizelle]]n und [[Nektarium|Nektarien]] oder über [[Wunde]]n an [[Blatt (Pflanze)|Blättern]], [[Sprossachse|Trieben]] oder [[Zweig]]en. Man unterscheidet folglich drei Infektionsarten:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Blüteninfektion ({{enS|Blossom blight}})&amp;#039;&amp;#039; – häufigste Variante&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Triebinfektion ({{lang|en|Shoot blight}})&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Infektion aus &amp;#039;&amp;#039;wieder aktiv werdenden Befallsstellen ({{lang|en|Canker blight}})&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infektion ===&lt;br /&gt;
[[Gramnegative Bakterien]] wie der Feuerbrand bilden eine nadelartige Struktur (den [[Pilus]]) aus, mit dem sie in Zellen der Apfelpflanzen eindringen und [[Effektorprotein]]e injizieren, welche Teile des [[Pflanzliche Immunantwort|pflanzlichen Immunsystems]] blockieren. Erkennt die Pflanze das Effektorprotein nicht, kann sie keinen Abwehrmechanismus einleiten und wird infiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gefährliche Infektionszeit ist das Frühjahr und der Sommer, insbesondere die [[Blütezeit (Botanik)|Blütezeit]], wenn eine warmfeuchte Wetterlage herrscht: Die Blüten sind dann die Hauptinfektionsstellen. Die Ausbreitung durch Insekten ist hoch und der Keim findet gute Verhältnisse vor, um sich so stark zu vermehren, dass er die natürlich vorhandene Abwehr überwinden und in die Pflanze eindringen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krankheitsbild ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Fire blight appletree fruit closeup.JPG|mini|Befallener Apfel]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fire blight appletree marked.jpg|mini|Baum, der von der Behörde zum Fällen markiert wurde (Tirol)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Krankheitsbild]] des Feuerbrands äußert sich dadurch, dass [[Blatt (Pflanze)|Blätter]] und [[Blüte]]n befallener Pflanzen plötzlich vom Blattstiel [[Welke (Pflanze)|welken]] und sich braun oder schwarz verfärben. Die Triebspitzen krümmen sich aufgrund des Wasserverlustes hakenförmig nach unten. Die Pflanze sieht wie verbrannt aus (daher der Name „Feuerbrand“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb von zwei bis drei Wochen sterben junge Pflanzen ab. Bei älteren Pflanzen breitet sich die Erkrankung innerhalb eines oder mehrerer Jahre aus und führt ebenfalls zum Absterben. Zur eindeutigen [[Diagnose]] ist eine [[Laboruntersuchung]] notwendig. Außerdem tritt an den Infektionsstellen ein Bakterien[[schleim]] aus, im Winter kann es zu einem Einsinken der [[Rinde]] kommen (&amp;#039;&amp;#039;[[Canker]]&amp;#039;&amp;#039;-Stellen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befallstärke der Pflanze hängt von unterschiedlichen Faktoren und deren Wechselwirkung ab. Diese sind: Die Klima- und Standortverhältnisse, die Pflanzenart – bei Kulturpflanzen auch die [[Sorte (Pflanze)|Sorte]] – und deren Vitalitätszustand, die Bakteriendichte auf der Pflanze und in der Umgebung, die Kulturmaßnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Epidemiologie ==&lt;br /&gt;
=== Der Wirtspflanzenkreis ===&lt;br /&gt;
Der [[Wirtspflanze]]nkreis des Feuerbranderregers umfasst etwa 174&amp;amp;nbsp;[[Art (Biologie)|Arten]] aus 40&amp;amp;nbsp;[[Gattung (Biologie)|Gattungen]] in der Familie der [[Rosengewächse]] (Rosaceae). Besonders anfällig ist die Unterfamilie der [[Kernobstgewächse]] (Pyrinae); sie gilt als Hauptwirtspflanzengruppe, denn nur auf diesen Arten kann der Erreger [[Überwinterung|überwintern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anfälligsten Wirte sind:&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.ages.at/servlet/sls/Tornado/web/ages/content/8764C699C5217847C1256EC4002D97E2 |titel=Die Gefahr erkennen – die Gefahr bekämpfen |hrsg=AGES |archiv-url=https://web.archive.org/web/20080610094040/http://www.ages.at/servlet/sls/Tornado/web/ages/content/8764C699C5217847C1256EC4002D97E2 |archiv-datum=2008-06-10 |abruf=2008-04-26 |offline=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Zier&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.acw.admin.ch/themen/00576/00956/01343/index.html?lang=de |titel=Pflanzenkrankheiten – Feuerbrand – Hausgarten |hrsg=ACW |archiv-url=https://web.archive.org/web/20090413085500/http://www.acw.admin.ch/themen/00576/00956/01343/index.html?lang=de |archiv-datum=2009-04-13 |abruf=2008-04-26 |offline=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Obst&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.agroscope.admin.ch/publikationen/einzelpublikation/index.html?lang=de&amp;amp;aid=587&amp;amp;pid=9171 |titel=Feuerbrandanfälligkeit von Kernobstsorten |werk=Pflanzenkrankheiten – Feuerbrand – Hochstamm-Bäume und Naturschutz |hrsg=ACW |datum=2007 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20131214102051/http://www.agroscope.admin.ch/publikationen/einzelpublikation/index.html?lang=de&amp;amp;aid=587&amp;amp;pid=9171 |archiv-datum=2013-12-14 |abruf=2014-12-31 |offline=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;BUWAL-Wild&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.agroscope.admin.ch/publikationen/einzelpublikation/index.html?lang=de&amp;amp;aid=1764&amp;amp;pid=1418 |titel=Empfehlungen zur Förderung von Wildobstarten und Weissdorn trotz Feuerbrand-Risiko |werk=Merkblatt Vollzug Umwelt |hrsg=BUWAL |datum=2004 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20150402130743/http://www.agroscope.admin.ch/publikationen/einzelpublikation/index.html?lang=de&amp;amp;aid=1764&amp;amp;pid=1418 |archiv-datum=2015-04-02 |abruf=2008-04-26 |format=PDF |offline=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Obstgehölze]]:&lt;br /&gt;
** [[Kulturapfel]] (&amp;#039;&amp;#039;Malus domestica&amp;#039;&amp;#039;), insb. [[Berlepsch]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Obst&amp;quot; /&amp;gt; [[Braeburn (Apfel)|Braeburn]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Obst&amp;quot; /&amp;gt; [[Cox Orange]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; [[Granny Smith]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; [[Elstar]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Obst&amp;quot; /&amp;gt; [[Fuji (Apfel)|Fuji]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Obst&amp;quot; /&amp;gt; [[Gala (Apfel)|Gala]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Obst&amp;quot; /&amp;gt; [[Gloster (Apfel)|Gloster]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Obst&amp;quot; /&amp;gt; [[Gravensteiner]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Obst&amp;quot; /&amp;gt; [[Idared]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; [[James Grieve (Apfel)|James Grieve]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; [[Jonagold]]-Gruppe,&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; [[Jonathan (Apfel)|Jonathan]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; [[Weißer Klarapfel]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Obst&amp;quot; /&amp;gt; [[Topaz]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Obst&amp;quot; /&amp;gt; [[Vista Bella]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Obst&amp;quot; /&amp;gt; die [[Apfelunterlage]] [[M26 (Apfel)|M26]];&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; etliche [[Mostapfel|Mostäpfel]]&lt;br /&gt;
** [[Kulturbirne]] (&amp;#039;&amp;#039;Pyrus communis&amp;#039;&amp;#039;), u.&amp;amp;nbsp;a.: [[Conference (Birne)|Conference]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; [[Clapps Liebling]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Obst&amp;quot; /&amp;gt; [[Comice]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Obst&amp;quot; /&amp;gt; [[Concorde (Birne)|Concorde]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Obst&amp;quot; /&amp;gt; [[Frühe von Trévoux]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; [[Gute Luise]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; [[Bosc’s Flaschenbirne]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; (Kaiser Alexander), [[Pastorenbirne]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; [[Passa Crassana]];&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; einige [[Mostbirne]]n&lt;br /&gt;
* [[Ziergehölze]] (seltene Obstsorten): [[Quitten]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; (Cydonia), [[Mispel]]n&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; (&amp;#039;&amp;#039;Mespilus&amp;#039;&amp;#039;), [[Speierling]] (&amp;#039;&amp;#039;Sorbus domestica&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Zier- und Wildgehölze: [[Mehlbeeren]] (Sorbus), insb. auch [[Vogelbeere]]/Eberesche&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; (&amp;#039;&amp;#039;Sorbus aucuparia&amp;#039;&amp;#039;), [[Echte Mehlbeere]] (&amp;#039;&amp;#039;Sorbus aria&amp;#039;&amp;#039;), alle [[Äpfel]] (Malus), insb. [[Holzapfel]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;BUWAL-Wild&amp;quot; /&amp;gt; (&amp;#039;&amp;#039;Malus sylvestris&amp;#039;&amp;#039;), [[Birnen]] (Pyrus) einschl. [[Wildbirne]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;BUWAL-Wild&amp;quot; /&amp;gt; (&amp;#039;&amp;#039;Pyrus pyraster&amp;#039;&amp;#039;), [[Felsenbirnen]] (Amelanchier), [[Apfelbeeren]] (Aronia), [[Zierquitten]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; (Chaenomeles, Scheinquitte), [[Weißdorne]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; (Crataegus) einschl. [[Rotdorn]], [[Feuerdorn]]e&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; (Pyracantha), [[Wollmispeln]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; (Eriobotrya), [[Zwergmispeln]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; (Cotoneaster), [[Glanzmispeln]]/Stranvaesia (Photinia), insb. [[Photinia davidiana|P. davidiana]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Zier&amp;quot; /&amp;gt; („Lorbeermispel“) und &amp;#039;&amp;#039;P. nussia&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Zier&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die [[Elsbeere]] (Sorbus torminalis) wird möglicherweise auch vom Feuerbrand befallen. Bis heute ist jedoch noch kein Befall nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.wsl.ch/forest/wus/diag/index.php?TEXTID=123&amp;amp;MOD=1 |titel=Bakterieller Feuerbrand der Rosaceen |hrsg=wsl.ch |abruf=2020-06-01 |archiv-datum=2022-03-25 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20220325191324/https://www.wsl.ch/forest/wus/diag/index.php?TEXTID=123&amp;amp;MOD=1 |offline=ja |archiv-bot=2025-02-04 03:11:10 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den Apfelsorten als robust erwiesen haben sich etwa [[Schöner aus Boskoop]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; oder [[McIntosh (Apfel)|McIntosh]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt; Inzwischen werden aber auch gezielt resistente Sorten gezüchtet, etwa [[Enterprise (Apfel)|Enterprise]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;OUG-feuerapfel&amp;quot;&amp;gt;oug.de: Gegen Feuerbrand resistente Apfelsorten [http://www.oug.de/Artikel.dll/gegen_feuerbrand_resistente_apfelsorten_ODYwNTA5.PDF (PDF)]&amp;lt;/ref&amp;gt; oder [[Remo (Apfel)|Remo]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;OUG-feuerapfel&amp;quot; /&amp;gt; sowie bei den Birnen die Sorte [[Harrow Sweet]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbreitung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Fire blight Map-World6.svg|mini|hochkant=1.6|Verbreitung des Feuerbrandes 2007&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Quelle: AGES&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;AGES-Sort&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Feuerbrand wurde vor etwa 200 Jahren zum ersten Mal in [[Amerika]] beobachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1957 erreichte die Krankheit [[Europa]], wo sie sich von [[Südengland]] aus über den gesamten europäischen Kontinent verbreitete. Sie wurde in [[Österreich]] erstmals 1993 in [[Vorarlberg]] nachgewiesen, 2001 in [[Südtirol]]. Bis 2006 hat sie sich meist als Folge des Transportes von infizierten Pflanzen auf ganz Österreich und auch in [[Deutschland]], der [[Schweiz]] und [[Norditalien]] ausgebreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2007 war der Feuerbrand bereits in fast allen Ländern Europas verbreitet, in [[Vorderasien]] und [[Ägypten]], [[Nordamerika]] bis [[Mittelamerika]], sowie [[Neuseeland]]. 2007 hat die Infektion europaweit insbesondere im Apfelbau um sich gegriffen. In der Schweiz sind besonders stark die [[Ostschweiz|Ost-]] und Zentralschweizer Kantone sowie die [[Bodenseeregion]] betroffen. In der Bodenseeregion – im schweizerischen [[Kanton Thurgau]], im Süden des deutschen [[Landkreis Lindau|Landkreises Lindau]] sowie im österreichischen Vorarlberg – sind mindestens zwei Drittel aller Obstplantagen betroffen. Auch [[Land Salzburg|Salzburg]], [[Oberösterreich]] und die [[Steiermark]] waren stark betroffen, und auch in allen anderen österreichischen Bundesländern sind Fälle aufgetreten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ARGE Streu&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=ARGE Streuobst |Titel=Streuobst-Info |Sammelwerk=Rundbrief |Nummer=2 |Datum=2007 |Seiten=1–17 |Online=http://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/streuobst/55.pdf |Format=PDF |KBytes= |Abruf=2008-04-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegenmaßnahmen ==&lt;br /&gt;
Für Gebiete, in denen der Feuerbrand bisher nicht [[Endemie|endemisch]] ist, ist die Kontrolle der Verschleppung des Keims über [[Quarantäne]]maßnahmen und [[Handelsbeschränkung]]en sinnvoll. Dies wurde zunächst auch für Europa versucht, es konnten auf diese Weise jedoch keine nachhaltigen Erfolge erzielt werden. Grund hierfür ist, dass das Bakterium hier auch außerhalb von Obst- und Gartenbau ausreichend wilde Wirtspflanzen, insbesondere [[Crataegus]], vorfindet. Schließlich wurde 2019 mit der Neueinstufung des Erregers als Nicht-Quarantäneschädling im EU-Recht die Realität des Feuerbrandes als in Europa endemische Pflanzenkrankheit anerkannt. Damit hat sich der Ansatz umgekehrt: Wesentliches Ziel von Maßnahmen ist nun der Schutz von Erwerbsobstbeständen sowie Beständen zur Erzeugung oder dem Erhalt von Obstanbaumaterial.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quarantäne und Meldepflicht ===&lt;br /&gt;
Das Gemeinschaftsrecht der [[Europäische Union|Europäischen Union]] sieht kein einheitliches Vorgehen bei der Feuerbrandbekämpfung vor. Die &amp;#039;&amp;#039;Richtlinie 2000/29/EG des Rates über Maßnahmen zum Schutz gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Schadorganismen der Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse&amp;#039;&amp;#039; sieht die Einrichtung von &amp;#039;&amp;#039;Schutzgebieten&amp;#039;&amp;#039; vor, die noch nicht kontaminiert sind, und die Möglichkeit einer Ausweisung von &amp;#039;&amp;#039;Pufferzonen&amp;#039;&amp;#039; von etwa 50&amp;amp;nbsp;Quadratkilometer um wichtige Produktionsstätten, in denen dann regelmäßige amtliche Inspektionen und das Führen eines &amp;#039;&amp;#039;ZP-[[EG-Pflanzenpass|Pflanzenpasses]] (zona protecta)&amp;#039;&amp;#039; für Wirtspflanzen zwingend sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.ages.at/fileadmin/AGES2015/Themen/Schaderreger_Bilder/Feuerbrand/Einrichtung_von_Feuerbrand-Pufferzonen_11_2007.pdf |titel=Erläuterung der AGES betreffend die Einrichtung von Feuerbrand-Pufferzonen in nicht als Schutzgebiet anerkannten Gebieten |hrsg=AGES |datum=2007-11 |abruf=2016-08-22 |format=PDF}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Maßnahme hat sich in der Praxis aber wenig bewährt, weil Feuerbrand meist epidemisch in einem ganzen Landstrich auftritt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ernst Pfeilstetter |url=http://www.ages.at/web/ages/content.nsf/73b5f92ac245b957c1256a9a004e1676/1d9da9d4366e38b2c1256fbe0028a419/$FILE/PST_2004_Feuerbrand_Pufferzone_BRD.pdf |titel=Feuerbrand in der EU – neue Bestimmungen für Lieferungen von Wirtspflanzen in Schutzgebiete |hrsg=Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Abteilung Pflanzengesundheit, Braunschweig |datum=2004 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20070708021017/http://www.ages.at/web/ages/content.nsf/73b5f92ac245b957c1256a9a004e1676/1d9da9d4366e38b2c1256fbe0028a419/$FILE/PST_2004_Feuerbrand_Pufferzone_BRD.pdf |archiv-datum=2007-07-08 |abruf=2008-04-26 |format=PDF |offline=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Da es sich bei &amp;#039;&amp;#039;Erwinia amylovora&amp;#039;&amp;#039; um einen [[Quarantäneschaderreger]] handelt, bestehen national unterschiedliche Forderungen, ob der jeweilige [[Pflanzenschutzdienst]] darüber informiert werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Veraltet|seit=2019}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland waren das Auftreten und der Verdacht auf Feuerbrand von 1985 bis 2023 meldepflichtig.&amp;lt;ref&amp;gt;Verordnung zur Bekämpfung der Feuerbrandkrankheit ([https://www.gesetze-im-internet.de/feuerbrandv_1985/index.html Feuerbrandverordnung]) vom 20. Dezember 1985, zuletzt geändert am 10. Oktober 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2023/277/VO.html Verordnung zur Neuregelung pflanzengesundheitsrechtlicher Vorschriften] vom 18. Oktober 2023&amp;lt;/ref&amp;gt; Die zuständige Behörde (je nach Bundesland das Landesamt bzw. die Landesanstalt für Landwirtschaft) kann eine Quarantänezone von 5 Kilometer um befallene oder befallsverdächtige Grundstücke anordnen; in diesem „abgegrenzten Gebiet“ kann sie etwa die Vernichtung von befallenen und hochanfälligen Wirtspflanzen oder das Verbot der Bienenhaltung anordnen und sogar verfügen,&amp;lt;ref&amp;gt;nach [https://www.gesetze-im-internet.de/feuerbrandv_1985/__6.html § 6] Absatz 1 Ziff. 3 der FeuerbrandV&amp;lt;/ref&amp;gt; dass Grundstücke von noch nicht befallenen Wirtspflanzen frei gemacht und gehalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Österreich&amp;lt;ref&amp;gt;Feuerbrand-Verordnungen und Feuerbrand-Erlässe der Länder: Suchbegriff für Abfragen, die für die einzelnen Bundesländer unter http://ris2.bka.gv.at/Land/ erreichbar sind, [[ris.bka]]&amp;lt;/ref&amp;gt; und Südtirol&amp;lt;ref name=&amp;quot;bz.it-was tun&amp;quot;&amp;gt;Landesgesetz Nr. 1/2003, Beschluss der Landesregierung Nr. 746/2005: {{Internetquelle |url=http://www.provincia.bz.it/landwirtschaft/feuerbrand/feuerbrand_befallsverdacht.htm |titel=Befallsverdacht – was tun? |werk=Allgemeine Informationen &amp;gt; Feuerbrand &amp;gt; Befallsverdacht |hrsg=Autonome Provinz Bozen |abruf=2008-04-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ist jegliches Auftreten – auch nur im Verdachtsfall – von Feuerbrand [[meldepflicht]]ig, im Allgemeinen sowohl für Eigentümer und sonstige Verfügungsberechtigte von Flächen mit Wirtspflanzen, gewerbsmäßige Händler mit Pflanzen und Pflanzenprodukten, wie auch jeden, der befallene Pflanzen oder Pflanzenteile [[Innehabung|innehat]]. Ansprechpartner sind &amp;#039;&amp;#039;Feuerbrandbeauftragte&amp;#039;&amp;#039; der Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meldepflicht bei Verdacht besteht auch in der Schweiz als [[Pflanzenschutzorganisation für Europa und den Mittelmeerraum|EPPO]]-Mitglied, entsprechend den Regelungen über Schutz- und Pufferzonen und den Pflanzenpass.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gplus-pass&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.gplus.ch/index.php?id=133 |titel=Pflanzenpass: Was man darüber wissen muss |hrsg=JardinSuisse, Unternehmerverband Gärtner Schweiz |abruf=2008-04-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zusätzlich gelten auch Verbote über Einfuhr&amp;lt;ref name=&amp;quot;CH-Verbote&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.ezv.admin.ch/zollinfo_privat/04406/04413/index.html?lang=de |titel=Pflanzen, die zur Einfuhr verboten sind |werk=Pflanzen, Schnittblumen und Artenschutz CITES |hrsg=Eidgenössische Zollverwaltung EZV |abruf=2014-12-31 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20161027205956/http://www.ezv.admin.ch/zollinfo_privat/04406/04413/index.html?lang=de |archiv-datum=2016-10-27 |offline=ja |archiv-bot=2023-04-30 01:32:39 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Produktion und Inverkehrbringung&amp;lt;ref name=&amp;quot;ACW-Zier&amp;quot; /&amp;gt; gewisser Wirtspflanzen. Dazu werden insbesondere in den Ostschweizer Gemeinden jedes Jahr Kontrollen durchgeführt, welche den Baumbestand auf Symptome überprüfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Australien ist diese Krankheit noch nie aufgetreten. Um zu verhindern, dass die Krankheit in das Land eingeführt wird, wurde dort seit 1921 ein Einfuhrverbot für Äpfel verhängt. Neuseeland reichte dagegen am 20.&amp;amp;nbsp;August 2007 Klage beim Schiedsgericht der [[Welthandelsorganisation]] gegen Australien ein.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.n-tv.de/wirtschaft/meldungen/Apfelstreit-eskaliert-article227935.html n-tv.de, &amp;#039;&amp;#039;Neuseeland verklagt Australien – Apfelstreit eskaliert&amp;#039;&amp;#039;, 20. August 2007]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die WTO hat in dieser Klage 2010 in zwei Instanzen zu Gunsten von Neuseeland entschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.lid.ch/medien/agronews/detail/news/wto-neuseeland-darf-aepfel-nach-australien-exportieren/ |titel=WTO: Neuseeland darf Äpfel nach Australien exportieren |hrsg=Landwirtschaftlicher Informationsdienst |datum=2010-08-13 |abruf=2018-10-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.lid.ch/medien/agronews/detail/news/australien-unterliegt-im-apfelstreit-mit-neuseeland/ |titel=Australien unterliegt im Apfelstreit mit Neuseeland |hrsg=Landwirtschaftlicher Informationsdienst |datum=2010-11-30 |abruf=2018-10-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schnitt und Rodung ===&lt;br /&gt;
Der Feuerbrand geht von einem hochinfektiösen Bakterium aus. Insbesondere befallene [[Niederstamm|Niederstämme]] sind in ihrer Existenz durch ihre kleine Krone gefährdet. Werden die infizierten Anteile und der Sicherheitszuschlag (Schnitt in das gesunde Holz) korrekt ausgeführt, entspricht dies vielfach einer fast vollständigen [[Rodung]]. [[Hochstamm|Hochstämme]] zeigen sich zuerst durch ihre große Masse robuster, die Entfernung eines gleich großen befallenen Bereiches hinterlässt hier noch immer einen in seiner Funktion nur wenig eingeschränkten Baum. Eventuell sind bei Hochstämmen auch seltenere, alte Sorten vorzufinden, die unter Umständen auch sortenabhängige Resistenzen zeigen können. Manche Apfelhochstämme sind in der überwiegenden Anzahl der Fälle im Folgejahr erregerfrei (sofern sie nicht durch erneute Blüteninfektionen befallen werden). Über Wildpflanzen ist wenig bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pflanzenschutzmittel ===&lt;br /&gt;
==== Antibiotikum ====&lt;br /&gt;
Zur Vorbeugung wird in manchen Ländern das Antibiotikum [[Streptomycin]] verwendet. Dies reduziert den Feuerbrand um rund 80 %. Der Einsatz ist umstritten, da Streptomycin im Honig nachgewiesen wurde, und weil man Resistenzen seitens des Erregers und Kreuzeffekte bei anderen Keimen befürchtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde seit 2003 Streptomycin verwendet; es ist als Pflanzenschutzmittel nicht mehr zugelassen.&amp;lt;ref&amp;gt;abgerufen in der [https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/04_Pflanzenschutzmittel/psm_uebersichtsliste.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=50 Übersichtsliste] des [[Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit|BVL]], Stand Juli 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweiz war der Einsatz bisher verboten. Dort gab es im Jahr 2007 im Kontext eines starken Feuerbrandbefalls heftige Auseinandersetzungen zwischen Hochstamm-Erwerbsobstbauern und Vertretern von Kantonsbehörden, die Rodungen von Hochstämmen durchsetzen wollten. Nachdem 2007 durch Feuerbrandbefall ein Schaden von mehr als 30&amp;amp;nbsp;Millionen Franken entstanden war, will das schweizerische Bundesamt für Landwirtschaft einen örtlich begrenzten und zeitlich befristeten Einsatz von Streptomycin für das Frühjahr 2008 zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Tages-Anzeiger]]: &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv |url=http://sc.tagesanzeiger.ch/dyn/news/schweiz/836723.html |text=Mit Chemie gegen Feuerbrand |wayback=20090509202232}}&amp;#039;&amp;#039; vom 29. Januar 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es darf nur ein gezielter, bewilligungspflichtiger Einsatz auf Niederstammobstbaukulturen vorgenommen werden. Der Einsatz von Streptomycin außerhalb des Erwerbsobstbaus ist generell verboten, ebenso die Verwendung auf Hochstammobstkulturen. Hier wurden auch 2011 noch Rodungen durchgeführt. Im biologischen Obstbau ist Streptomycin verboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Veraltet | des folgenden Abschnitts | Wie ist die Saison 2008 verlaufen? Wie ist die Lage heute? | seit=2008}}&lt;br /&gt;
Diese Maßnahme wird auch in Österreich diskutiert, stieß aber aufgrund des hohen Marktanteils an [[Bioprodukt]]en auf Widerstand, und seitens der Verbände und Handelsmarken wurde angekündigt, die Anerkennung als Bioproduzent auszusetzen, falls der Erzeuger das Antibiotikum verwendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;TirolORF-04-15&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://tirol.orf.at/stories/271048/ |titel=Feuerbrand: Handel will ungespritztes Obst |hrsg=ORF Tirol |datum=2008-04-15 |abruf=2008-04-25 |offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ob es tatsächlich eingesetzt wird, wird die Schadlage der Saison 2008 (Verbreitung aufgrund der Wetterlage zur Blüte) entscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fh-stpoelten&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://medienarchiv.fh-stpoelten.ac.at/get.php?id=666pr1952 |titel=Abstract: Diskussion um Streptomycin-Einsatz gegen Feuerbrand |hrsg=StreamOnTheFly, medienarchiv.fh-stpoelten.ac.at |archiv-url=https://web.archive.org/web/20090509202515/http://medienarchiv.fh-stpoelten.ac.at/get.php?id=666pr1952 |archiv-datum=2009-05-09 |abruf=2014-12-31 |offline=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Streptomycin wird in Österreich angewendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== LMA (Kalialaun) ====&lt;br /&gt;
LMA ist der Handelsname für &amp;#039;&amp;#039;Kaliumaluminiumsulfat&amp;#039;&amp;#039; ([[Aluminiumkaliumsulfat-Dodecahydrat]]), welches [[bakterizid]] wirkt und so eine Infektion verhindert. Die Anwendung ist aufwendiger als die von Streptomycin, da das wasserlösliche Pulver außerhalb der [[Pflanzenschutzgerät|Spritze]] vorgelöst werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=David Szalatnay |url=http://www.strickhof.ch/medium.php?id=232728&amp;amp;path=userfiles/CMS/232728-lma-wissensstand-april-2014.pdf |titel=LMA / Kaliumaluminiumsulfat – Eine Übersicht zum aktuellen Wissensstand |hrsg=Strickhof Fachstelle Obst |datum=2014-04-08 |abruf=2014-12-31 |format=PDF |archiv-datum=2014-12-31 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20141231222347/http://www.strickhof.ch/medium.php?id=232728&amp;amp;path=userfiles/CMS/232728-lma-wissensstand-april-2014.pdf |offline=ja |archiv-bot=2025-02-04 03:11:10 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
LMA wurde in Deutschland für die Jahre 2013 bis 2019 als Zulassung für Notfallsituationen nach Artikel&amp;amp;nbsp;53 der [[Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 (Pflanzenschutzmittelverordnung)]] jeweils für die Zeit vom 1.&amp;amp;nbsp;April bis zum 29.&amp;amp;nbsp;Juli zugelassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/02_ZulassungPSM/01_ZugelPSM/02_Genehmigungen/psm_ZugelPSM_genehmigungen_node.html |titel=Zulassungen für Notfallsituationen |hrsg=[[Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit|BVL]] |datum=2014-11-26 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20150107175026/http://www.bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/02_ZulassungPSM/01_ZugelPSM/02_Genehmigungen/psm_ZugelPSM_genehmigungen_node.html |archiv-datum=2015-01-07 |abruf=2014-12-31 |offline=1 }}, BVL-Liste der {{Webarchiv|url=https://www.bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/02_ZulassungPSM/01_ZugelPSM/02_Genehmigungen/psm_ZugelPSM_notfallzulassungen_node.html#doc1400532bodyText2 |wayback=20180627230949 |text=Zulassungen für Notfallsituationen |archiv-bot=2023-04-30 01:32:39 InternetArchiveBot }} (abgerufen im August 2019), [https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/04_Pflanzenschutzmittel/01_notfallzulassungen/LMA_Feuerbrand_Kernobst_2019.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Zulassung 2019]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Biologische Antagonisten ====&lt;br /&gt;
In Deutschland gibt es seit 2003 eine konsensual zwischen dem [[Julius Kühn-Institut]] (vor 2008 &amp;#039;&amp;#039;Biologische Bundesanstalt&amp;#039;&amp;#039;), Obstbau-, Imker- und Umweltverbänden ausgearbeitete &amp;#039;&amp;#039;Strategie zur Bekämpfung des Feuerbranderregers im Obstbau ohne Antibiotika&amp;#039;&amp;#039;, die für den Zeitraum 2008–2012 verlängert wurde. Im Rahmen der Alternativforschung zu Streptomycin konnten verschiedene Hefepräparate, zuletzt insbesondere &amp;#039;&amp;#039;Candida sake&amp;#039;&amp;#039; als nahezu gleichwertiger Ersatz entwickelt werden. Trotzdem besteht weiterhin erheblicher Forschungsbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stand 2023 gilt das aus der gleichen Gattung wie der Feuerbranderreger stammende Bakterium &amp;#039;&amp;#039;Erwinia tasmaniensis&amp;#039;&amp;#039; als aussichtsreichster Kandidat für eine biologische Bekämpfung des Feuerbrands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gentechnik ===&lt;br /&gt;
Da einige Wildsorten des Apfels resistent gegen Feuerbrand sind, hat man versucht, die entsprechenden [[Resistenzgen]]e in beliebte Apfelsorten einzukreuzen. Dieses Verfahren ist aber sehr zeitaufwendig, da man über mindestens fünf Generationen, d.&amp;amp;nbsp;h. 20 bis 50 Jahren, züchten muss, um unerwünschte Eigenschaften wie zum Beispiel kleine Früchte wegzuselektionieren, ohne das Resistenzgen zu verlieren. Mit Hilfe der [[Grüne Gentechnik|Grünen Gentechnik]] ist es aber möglich, in wenigen Jahren Resistenzgene aus Wildäpfeln auf beliebte Speiseäpfel zu übertragen. Diese [[Cisgenese|&amp;#039;&amp;#039;cisgenen&amp;#039;&amp;#039;]] Apfelbäume könnten im Unterschied zu &amp;#039;&amp;#039;transgenen&amp;#039;&amp;#039; Bäumen, bei denen artfremde Gene übertragen wären, eine höhere Akzeptanz beim Verbraucher haben oder auch weniger strenger Regulation durch die Behörden unterliegen. Eine gemeinsame Forschungsarbeit der [[ETH Zürich]], der Forschungsanstalt [[Agroscope]] und des [[Julius Kühn-Institut]]s hat gezeigt, dass sich mit Erfolg das Resistenzgen gegen den Feuerbrand aus dem [[Sibirischer Holzapfel|Sibirischen Holzapfel]] in die Apfelsorte [[Gala (Apfel)|Gala]] übertragen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas D. Kost u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Development of the First Cisgenic Apple with Increased Resistance to Fire Blight.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;PLoS ONE.&amp;#039;&amp;#039; 10(12), 1. Dezember 2015: e0143980. [[doi:10.1371/journal.pone.0143980]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 2016 wurde in der Schweiz dem Forschungsinstitut Agroscope vom Bundesamt für Umwelt ([[BAFU]]) eine Bewilligung erteilt, die Eigenschaften dieses cisgenen Apfels in Freilandversuchen bis 2021 zu testen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.agroscope.admin.ch/agroscope/de/home/themen/umwelt-ressourcen/biosicherheit/gv-pflanzen/protectedsite/projekte/cisgene-apfelbaeume-feuerbrandresistenz.html |titel=Cisgene Apfelbäume mit verbesserter Resistenz gegen Feuerbrand |werk=admin.ch |hrsg=[[Agroscope]] |abruf=2018-11-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In einem ersten Zwischenbericht vom November 2018 wird der erfolgreiche Anbau der cisgenen Apfelbäume dokumentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.agroscope.admin.ch/dam/agroscope/de/dokumente/themen/pflanzenbau/obstbau/feuerbrand/2%20Nationale%20Feuerbrandtagung%202018/9-A-Patocchi.pdf.download.pdf/9-A-Patocchi.pdf |titel=Feldversuch mit einer Feuerbrandresistenten cisgenen &amp;quot;Gala&amp;quot; Linie |hrsg=[[Agroscope]] |abruf=2018-11-27 |format=PDF}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* BBA Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Eine Gefährdung für den Streuobstbau: Der Feuerbrand / Eine Untersuchung im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau.&amp;#039;&amp;#039; Berlin/Braunschweig 2003.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Zeller (Bearb.): &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaftliche Tagung über den Feuerbrand. Ladenburg, 13. – 14. Juni 1991&amp;#039;&amp;#039;. (= Mitteilungen aus der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Berlin-Dahlem. Heft 282). Parey, Berlin/Hamburg 1992, ISBN 3-489-28200-0.&lt;br /&gt;
* J. Mayr: &amp;#039;&amp;#039;Der Beflug von Feuerbrandwirtspflanzen durch Bienen.&amp;#039;&amp;#039; Diplom-Arbeit. Universität für Bodenkultur, Wien 2004.&lt;br /&gt;
* M. Pfattner: &amp;#039;&amp;#039;Feuerbrand in Südtirol. Eine Untersuchung über Gefahr und Gefährdung autochthoner Feuerbrandwirtspflanzen im Wald.&amp;#039;&amp;#039; Diplom-Arbeit. Universität für Bodenkultur, Wien 2005.&lt;br /&gt;
* C. E. A. Winslow, J. Broadhurst, R. E. Buchanan, C. Krumwiede Jr., L. A. Rogers, G. H. Smith: &amp;#039;&amp;#039;The families and the genera of the bacteria. Final report of the Committee of the Society of American Bacteriologists on characterization and classification of bacterial types.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Bacteriology.&amp;#039;&amp;#039; 5, 1920, S.&amp;amp;nbsp;191–229.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.feuerbrand.ch/ Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW]&lt;br /&gt;
* [http://www.ova-online.at/feuerbrand.php Feuerbrand in Kärnten]&lt;br /&gt;
* [http://www.feuerbrand.it/ Dokumentation mit Bebilderung], Südtiroler Beratungsring&amp;amp;nbsp;– Feuerbrand, feuerbrand.it&lt;br /&gt;
* [https://www.landwirtschaft.sachsen.de/download/MerkblattFeuerbrand.pdf Bakterieller Feuerbrand Erwinia amylovora an Pflanzen]; Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, 2020&lt;br /&gt;
* [https://www.lfl.bayern.de/ips/kleingarten/035205/ Feuerbrand – LfL]; Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Fire blight|Feuerbrand}}&amp;lt;!-- hier unten, weil ohne Gewähr! Einsortierung verlässt sich auf den Bildautor --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenkrankheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quarantäneschaderreger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forstschädling]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Enterobacterales (Ordnung)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ralph Reichelt</name></author>
	</entry>
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