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	<title>Festes Haus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Festes_Haus&amp;diff=1562850&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Carrot account: /* Feste Häuser im Früh-, Hoch- und Spätmittelalter */ Plural (etwas unübersichtliche Satzkonstruktion).</title>
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		<updated>2024-08-21T19:56:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Feste Häuser im Früh-, Hoch- und Spätmittelalter: &lt;/span&gt; Plural (etwas unübersichtliche Satzkonstruktion).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Manoir.Camarsac.Gironde.png|mini|&amp;#039;&amp;#039;Maison forte&amp;#039;&amp;#039; in [[Camarsac]], 14.&amp;amp;nbsp;Jh. (Rekonstruktion von [[Eugène Viollet-le-Duc|Viollet-le-Duc]])]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Festes Haus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{frS|maison forte}}, {{enS|fortified house}}) wird in der [[Burg]]enforschung ein bedingt wehrhaftes Gebäude mit relativ starken Mauern bezeichnet, das – ähnlich wie der [[Wohnturm]] – dem adligen Besitzer zu Wohn-, Wehr- und Repräsentationszwecken diente. Das so bezeichnete Gebäude kann Teil einer größeren Burg sein oder einzeln stehen. „Feste Häuser“ sind spätestens seit dem 10. Jahrhundert nachweisbar. In der [[Frühe Neuzeit|Frühen Neuzeit]] (16. und 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert) kam ein vergleichbarer Haustyp wieder vermehrt in Gebrauch, der als leicht bewehrter Adelssitz genutzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Feste Häuser im Früh-, Hoch- und Spätmittelalter ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Templerhaus Amorbach.JPG|mini|[[Templerhaus (Amorbach)]], 1291 in die erhaltene Form umgebaut]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bautyp des Festen Hauses lässt sich seit dem [[Frühmittelalter]], spätestens ab der Mitte des 10.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts nachweisen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;barz257&amp;quot; /&amp;gt; Es handelte sich dabei um ein freistehendes Gebäude mit meist längsrechteckigem Grundriss und bis zu drei Geschossen. Der Eingang befand sich meistens im Erdgeschoss (im Gegensatz zum zeitgleichen Wohnturm, der meist einen [[Hocheingang]] hatte). Ein Festes Haus war – im Unterschied zu den meist aus Holz, Lehm oder [[Fachwerk]] bestehenden Wohnhäusern der einfachen Bevölkerung – oft in Steinbauweise (meist aus [[Feldstein (Baumaterial)|Feldsteinen]]) errichtet. Der wehrhafte Charakter zeigt sich unter anderem an den nur kleinen Fensteröffnungen oder Lichtschlitzen im Erdgeschoss. Die Obergeschosse konnten in [[Blockbau]]- oder [[Fachwerkhaus|Fachwerkbauweise]] oder ebenfalls in Stein ausgeführt sein. Es kommen aber auch komplette Holz-[[Lehmbau]]ten auf Steinschwellen in [[Ständerbauweise]] vor. Da die erhaltene Bausubstanz oft nicht über die Grundmauern hinausgeht, ist eine genaue Rekonstruktion der frühmittelalterlichen Festen Häuser oft schwierig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig waren sie von einer [[Gräfte]], einem [[Burggraben|Trockengraben]] oder einer [[Palisade]] (manchmal auf [[Wallanlage|Erdwällen]]) bzw. einer Feldsteinmauer umgeben. Sie besaßen dadurch einen (wenn auch meist nur bescheidenen) Verteidigungs- und Repräsentationswert, jedenfalls im Vergleich zu den unbefestigten Bauernhöfen. Meist verfügten sie auch über einen nicht oder nur leicht befestigten Wirtschaftshof ([[Vorburg]]). &lt;br /&gt;
Als Vorgänger der Bauform kann die frühmittelalterliche „germanische Halle“ gelten, ein in Holzbauweise errichtetes Wohngebäude mit längsrechteckigem Grundriss, das manchmal auch zum [[Wohnstallhaus]] erweitert wurde, aus dem sich dann das bäuerliche [[Hallenhaus]] entwickelt hat. Das früh- und hochmittelalterliche Feste Haus hat sich, im Gegensatz zu anderen Formen der repräsentativen adligen Wohnarchitektur, somit aus einfachen Gebäuden entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:W0437-DoueLaFontaine MoteCarolingienne 63347.JPG|mini|Eingemottetes Steinhaus bei [[Doué-la-Fontaine]]]]&lt;br /&gt;
Die Festen Häuser des 10. und 11. Jahrhunderts waren oft Bestandteil einer Burganlage und bildeten ihren Kern, der häufig in späterer Zeit durch Umbauten und zusätzliche Gebäude ergänzt wurde. Ein Beispiel ist ein in [[Karolinger|karolingischer]] Zeit um 900 errichtetes Steinhaus in [[Doué-la-Fontaine]] ([[Département Maine-et-Loire]], Frankreich), das nach einem Brand um 940 mindestens zweigeschossig aufgestockt wurde und dann um 1000 zusätzlich noch im bisherigen Erdgeschossbereich eingemottet, d.&amp;amp;nbsp;h. mit einem aufgeschütteten Erdhügel ([[Motte (Burg)|Motte]]) umgeben wurde, der im ursprünglichen Eingangsbereich heute wieder abgetragen ist. An Beispielen wie diesem zeigt sich, dass durch spätere Aufstockungen eine Umwandlung in einen Wohnturm stattfinden konnte, sofern die Mauerstärke ausreichte. Der Wohnturm unterscheidet sich zunächst rein formal durch seine größere Höhe vom Festen Haus. Der Übergang zwischen den beiden Bauformen kann im Einzelfall fließend sein. Dies trifft auch für einige französische [[Donjon]]s und englische [[Keep]]s zu, die mit ihrer gedrungenen Form nicht den vertikal betonten Charakter eines typischen Turmbaus haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 11. Jahrhundert gab es im Burgenbau ein Nebeneinander der beiden Bauformen Festes Haus und Wohnturm (Holz- oder Steinbauweise), beide fanden sich auch als Hauptgebäude auf den Motten (künstlichen Turmhügeln) der Zeit. Der bruchstückhafte Baubestand macht eine Zuordnung dabei oft schwer, zumal in dieser Zeit öfter auch Feste Häuser durch zusätzliche Geschosse zu Turmbauten aufgestockt wurden. Als Anschauung mag die [[Bachritterburg Kanzach]] dienen, die Rekonstruktion eines auf Steinsockel errichteten hölzernen Wohnturms des 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts, auf niedriger Motte mit Graben und Flechtzaun mit durch Erdwall und Palisade leicht befestigtem Wirtschaftshof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Hochmittelalter]], ab der zweiten Hälfte des 12.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts, begann in Mitteleuropa eine neue Entwicklung in der Burgenarchitektur, bei der Wohn- und Wehrfunktion zunehmend voneinander getrennt wurden: Es entstanden die Bauform des wehrhaften und üblicherweise unbewohnten [[Bergfried]]s auf der einen Seite und auf der anderen Seite der [[Palas]] oder ähnliche [[Saalbau (Burg)|Saalbauten]], die sich durch zahlreiche größere Fenster, Bauschmuck und höheren Wohnkomfort deutlich vom früheren Festen Haus unterschieden. Die Zusammenfassung und kompakte Konzentration von Wohn- und Wehrfunktion entsprach nicht mehr den Ansprüchen der adligen Burgherren dieser Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Spätmittelalter]] kam es zum Übergang von der Burg zum [[Herrenhaus (Gebäude)|Herrenhaus]], und nun entstanden wiederum Wohnbauten, die nur schwach befestigt waren und der neu entstandenen [[Artillerie#Geschichte|Artillerie]] keinen Widerstand entgegensetzen konnten. Sie waren aber durchaus zur Verteidigung mit [[Handfeuerwaffe#Erste Handfeuerwaffen|Handfeuerwaffen]] ausgelegt, was man oft an den [[Schießscharte#Scharten für Feuerwaffen|Schlüsselscharten]] erkennen kann. Sie konnten auch mit einem eigenen Geschützdeck im obersten Geschoss aufgerüstet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Rodewisch Vogtl 007.JPG|[[Obergöltzsch#Rittergut und Festes Hus|Gut Göltzsch]] in [[Rodewisch]]/Sachsen, Ausgrabung eines festen Hauses des 13. Jh.&lt;br /&gt;
Datei:Tvrz (Hlubany).JPG|[[Podbořany#Festes Haus Hlubany (Lubau bei Podersam)|Festes Haus Hlubany (Lubau)]] bei Podbořany, vor 1321 erbaut, Tschechien&lt;br /&gt;
Datei:BurgheßlerGotischesHaus2.JPG|[[Gotisches Haus (Burgheßler)]], 1493/94 erbaut&lt;br /&gt;
Datei:Dolní (Barochovská) tvrz Kestřany.jpg|Eine der beiden Kleinburgen in Kestřany, [[Okres Písek]], Tschechien&lt;br /&gt;
Datei:Bachritterburg 88422 Kanzach.jpg|[[Bachritterburg Kanzach]], eine hölzerne Turmhügelburg ([[Motte (Burg)|Motte]]) als Rekonstruktion&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Burgmannenhöfe ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Burgmannshof}}&lt;br /&gt;
[[Burgmannshof|Burgmannenhöfe]] (auch als &amp;#039;&amp;#039;Burgmannenhaus&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet) wurden vom jeweiligen Burgherrn oder [[Landesherr]]n in Städten mit Festungscharakter auf oder neben größeren [[Burg]]en des [[Hoher Adel|Hochadels]] oder königlichen Burgen als Wohnsitz eines niederadligen [[Burgmann]]es oder einer Burgmannenfamilie angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edelhöfe ===&lt;br /&gt;
Die meisten Edelhöfe sind ursprünglich [[mittelalter]]liche [[Rittergut|Rittersitze]], meist des niederen Adels oder von Burgmannen (Analogie zum Burgmannenhof), oft im Stile eines Festen Hauses mit einem Wassergraben befestigt. Sie wurden innerhalb von Städten, in Dörfern oder als eigenständiges Anwesen außerhalb von Ortschaften errichtet. Meist waren sie bzw. ihre Eigentümer steuerlich befreit, mussten keine [[Frondienst]]e leisten und waren rechtlich mit Sonderrechten oder als sogenannter [[Freihof]] mit eigener [[Niedere Gerichtsbarkeit|niederer Gerichtsbarkeit]] ausgestattet. Die Besitzer waren Adlige oder [[Edelfrei]]e (davon leitet sich der Begriff Edelhof ab) die – auch innerhalb von Städten – nur der Gerichtsbarkeit ihres eigenen [[Lehnsherr]]n unterstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Burgartige Edelhöfe sollen bereits in [[Frankenreich|fränkischer Zeit]] errichtet worden sein und waren im Frühmittelalter offenbar sehr verbreitet.&amp;lt;!-- Quelle??? --&amp;gt; Der erhaltene Edelhof in [[Großliebringen]] (auch als Wasserschloss bezeichnet) mit Fachwerkobergeschoss, einem vermauerten [[Romanik|romanischen]] Fenster und teilweise erhaltenem Wassergraben gilt als die älteste erhaltene [[Wasserburg]] Thüringens. Mindestens bis ins 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert war der Begriff Edelhof auch für noch in der Neuzeit errichtete Herrenhäuser des Adels üblich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wasserschloss Großliebringen.JPG|„Edelhof“ [[Großliebringen]], ursprünglich [[Franken (Volk)|fränkische]] Wasserburg&lt;br /&gt;
Edelhof Alberoda3.jpg|[[Edelhof Alberoda]] (Neubau ab 1617) mit Wassergraben, Sachsen&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wehrhöfe mittelalterlicher Städte ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Frankfurt Kuehhornshof 1860.jpg|mini|Wasserburgartiger Wehrhof [[Kühhornshof]] (um 1860, vor dem Abriss), burgartige Anlage mit Wohnturm, Wassergraben und Zugbrücke, [[Frankfurt-Nordend]], Hessen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Frankfurt Am Main-Kuehhornshof-Vogelschau nach Westen-Reiffenstein.png|mini|[[Kühhornshof]] im Jahre 1855, Julius Hülsen nach C.T. Reiffenstein]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele mittelalterliche Städte unterhielten sogenannte Wehrhöfe, wehrhafte [[Gehöft]]e, außerhalb des Stadtgebietes. Es handelte sich dabei teilweise um burgartige Anlagen, die mit Wällen, Trockengräben oder Wassergräben und [[Zugbrücke]] befestigt waren und meistens einen [[Wehrturm]], Wohnturm oder [[Wartturm]] enthielten. Die Größe solcher Anlagen variierte von einem einzelnen Haus mit zugehörigem runden oder eckigen Wartturm bis hin zu einer burgartigen Anlage, die sich um einen Hof gruppierte, aus mehreren Gebäuden, [[Torhaus]] und massivem Wohnturm bestand und mit einem Wassergraben umgeben war. Ab dem 17. bis zum Ende des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts wurden solche Bauwerke meist abgerissen, weswegen sie heute ein kaum erforschtes Gebiet mittelalterlicher Wehrbauten darstellen. Oft hat sich örtlich nur der Begriff Wehrhof umgangssprachlich erhalten. Oder es blieben nur einzelne Gebäude oder der Wartturm erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wehrhöfe hatten zusammen mit den Warttürmen mehrere Funktionen:&lt;br /&gt;
* als Signalstellen,&lt;br /&gt;
* „Geleitburg“ zum Schutz der Reisenden und Händler,&lt;br /&gt;
* Unterkunft für die Reisenden bei Nacht und Unwetter,&lt;br /&gt;
* sowie Zollstelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher lagen die Wehrhöfe direkt oder in unmittelbarer Nähe der Handelsstraße, die zur Stadt führte. Der Wartturm kommunizierte direkt mit den Wachen auf der Stadtmauer/dem [[Türmer]] oder indirekt über andere Warttürme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wehrhöfe waren manchmal Teil einer [[Landwehr]], einem (Wasser-)Graben- und/oder Wallsystem, dessen Wälle oft mit [[Gebück|dornigen Hecken]] bepflanzt waren. Die Landwehr schützte die Städte vor plötzlichen Überfällen der zur Stadt gehörenden Dörfer und verhinderte die Umgehung der städtischen Zollstellen zur Einnahme des [[Wegzoll|Wegegeldes]] durch fahrende Kaufleute. Sie markierte oft auch die Grenze des zur Stadt gehörenden Gebietes. War der Wehrhof Teil einer städtischen Landwehr, so befand er sich in der Regel an dem der Stadt zugewandtem Ende der Landwehr. Hier konnte der Strom der vorbeiziehenden Reisenden effektiv kontrolliert, beschützt und beherbergt werden. Die Wehrhöfe aber auch einzelne Warttürme werden in den Urkunden vieler Städte als „Burgen“ bezeichnet. Beispiele für diese Art der Wehrhöfe waren der [[Gutleuthof]] und [[Kühhornshof]], die zu der [[Frankfurter Landwehr]] gehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== {{Anker|Weiherhaus}}Weiherhäuser ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Hausbuch Wolfegg 19v 20r Wasserburg.jpg|mini|Ein Weiherhaus im [[Hausbuch (Schloss Wolfegg)|Wolfegger Hausbuch]] (um 1480)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Weiherhaus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (oft auch in der Verkleinerungsform als &amp;#039;&amp;#039;Weiherhäuschen&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet) handelt es sich um einen kleinen, leicht befestigten Adels- oder [[Patrizier]]sitz, der auf einer natürlichen oder künstlichen Insel in einem [[Weiher (Gewässer)|Weiher]] oder einem [[Teich]] zumeist im Spätmittelalter erbaut wurde. Die Weiherhäuser waren in der Regel kleine [[Wohnturm|Wohntürme]], deren Erdgeschoss meist aus Stein errichtet wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;holdorf129&amp;quot; /&amp;gt; Auf diesen Unterbau wurden Obergeschosse aus Holz aufgesetzt. Der Zugang erfolgte über einen Steg mit [[Zugbrücke]]. &lt;br /&gt;
Dieser Bautypus ist zu unterscheiden von den größeren und oft auch älteren [[Wasserburg]]en. Bisweilen, meist etwas später, erhielten die Türme anstatt der hölzernen Aufbauten Fachwerkaufsätze („Haus auf Turm“), die auf deutschen und niederländischen Gemälden der Renaissancezeit sehr oft zu sehen, jedoch nur selten erhalten sind. Ein frühes Beispiel dieser Bauweise ist das [[Templerhaus (Amorbach)|Templerhaus in Amorbach]], das um 1250 als vermutlich dreigeschossiger Wohnturm erbaut wurde, wobei die beiden Obergeschosse um 1290 durch einen Fachwerkaufsatz ersetzt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiherhäuser gab es vor allem im süddeutschen Raum und in der Schweiz. In Nürnberg und seinen Vororten haben sich mehrere Weiherhäuser (des [[Patriziat (Nürnberg)|Nürnberger Patriziats]]) kaum verändert erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Topplerschlösschen 2013-11-03.jpg|[[Topplerschlösschen]] (1388 errichtet), ein Weiherhaus, [[Fuchsmühle (Rothenburg ob der Tauber)|Fuchsmühle]], Bayern&lt;br /&gt;
Pellerschloss - Nürnberg Fischbach.jpg|[[Pellerschloss]], ehemaliges Weiherhaus, [[Fischbach bei Nürnberg|Fischbach]], Bayern&lt;br /&gt;
Neunhof_Patrizierschloss.JPG|[[Schloss Neunhof]], neu errichtet um 1479 als Weiherhaus, Bayern&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Willibald Pirckheimer]] beschreibt im Jahre 1521 den [[Schloss Neunhof|Rittersitz Neunhof]] bei Nürnberg folgendermaßen: „Ferner erhebt sich auf einem höheren Hügel, der nach Norden zu liegt, ein herrliches Schloß, aus Steinquadern erbaut, mit vielen Gebäuden geziert, und überdies mit einem unüberwindlichen Graben und mit Schutzwehren auf eine ausgezeichnete Weise befestigt. Von hier an liegt die Aussicht so offen dar, daß man mit einem Blick die ganze Gegend überschauen kann.“ Er beschreibt also einen typischen Rittersitz des niederen Adels, eine Turmhügelburg oder ein Weiherhaus auf einem Hügel mit umlaufendem Wassergraben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schütte273&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Feste Häuser in der Frühen Neuzeit ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wasserschloss-Klaffenbach.jpg|mini|Renaissance-[[Wasserschloss Klaffenbach]] (eigentlich: Schloss Neukirchen), Sachsen: ab 1616 erbaut mit Wassergraben, Brücke und vorburgartigem Wirtschaftshof]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Holzhausenschloesschen Frankfurt 2015 04.jpg|mini|Barockes [[Holzhausenschlösschen|Holzhausen&amp;amp;shy;schlösschen]] mit Wassergraben, [[Frankfurt-Nordend]], Hessen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Übergang vom Spätmittelalter in die [[Frühe Neuzeit]] verbreitete sich ein neuer Typus des Festen Hauses, der in der Funktion eines leicht bewehrten Adelssitzes im 16. und 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert noch einmal eine neue Blüte erlebte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;friedhoff123&amp;quot; /&amp;gt; Man begann, die ältere vielgliedrige Burg zu reduzieren, verschiedene Gebäude zusammenzufassen und die unterschiedlichen Gebäudefunktionen wieder unter einem Dach zu konzentrieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mrusek125&amp;quot; /&amp;gt; Feste Häuser erfüllten für Landadlige bei geringem Bauaufwand im Vergleich zum größeren [[Schloss (Architektur)|Schloss]] die Anforderungen an Repräsentation und (wenn auch schwache) Befestigung, die sicher keinem militärischen Angriff mit Feuerwaffen standhalten, aber günstigstenfalls nächtliches Raubgesindel abhalten konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Typus griff oft die Formensprache der mittelalterlichen Vorgängerbauten des Adels auf, etwa Wassergräben, Türme, [[Zinne|Zierzinnen]], dekorative [[Erker]]chen, nachgeahmte [[Wehrerker|Pechnasen]], [[Ringmauer]]n, [[Eckstein|Eckquader]] oder Quadermalereien, mit denen die Eigentümer auf ihren Adelsstand hinwiesen. Dieser wurde manchmal durch den Bau des Hauses auch erst begründet, so häufig bei den Tiroler [[Ansitz]]en, deren Neuerrichtung den landesherrlichen Rechtsakt der Steuerbefreiung bezweckte und die oft mit einer [[Nobilitierung]] des Bauherrn einschließlich Aufnahme in den Landtag einherging. Ähnlich mussten in Bayern und Österreich neu geschaffene [[Hofmark]]en und im nördlichen Deutschland [[Landstandschaft|landtagsfähige]] Rittergüter durch den Landesherrn genehmigt und von der [[Ritterschaft]] immatrikuliert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steinbauweise ist in dieser Zeit – anders als im Frühmittelalter – kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Die Befestigung erfolgte oft durch [[Schießscharte]]n für Handfeuerwaffen im Erdgeschoss, einen Wassergraben sowie [[Wehrerker]] und Ecktürmchen ([[Tourelle]]n oder [[Scharwachtturm|Scharwachttürme]]) im Dachbereich. Für die Erschließung der Obergeschosse wurde in vielen Fällen ein [[Treppenturm]] errichtet. Die Hauptgeschosse waren mit größeren Fenstern ausgestattet und für die standesgemäßen Wohnansprüche des adligen Besitzers ausgelegt. Damit erfüllten die frühneuzeitlichen Festen Häuser freilich nicht die Funktion einer militärischen Befestigung, konnten aber gegen kleinere Überfälle verteidigt werden und entsprachen mit den manchmal auch eher symbolischen Wehrelementen der adligen Repräsentation. Oft erreichen die Festen Häuser durch mehrere Geschosse auch turmartige Proportionen. Die Kleinburg in [[Kestřany]], [[Okres Písek]], Tschechien, verfügte über einen in den Untergeschossen fensterlosen Turm, der vielleicht nur zu Wehr- und Lagerzwecken benutzt wurde. In Frankreich werden die entsprechenden Gebäude als {{lang|fr|&amp;#039;&amp;#039;maison forte&amp;#039;&amp;#039;}} oder {{lang|fr|&amp;#039;&amp;#039;manoir&amp;#039;&amp;#039;}}, im englischen Sprachraum als {{lang|en|&amp;#039;&amp;#039;fortified manor house&amp;#039;&amp;#039;}} bezeichnet. Sie bildeten oft den Mittelpunkt eines Landgutes und übernahmen dann die Funktion eines [[Herrenhaus (Gebäude)|Herrenhauses]].&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gibitzenhof.jpg|[[Liste der Burgen, Schlösser und Herrensitze Nürnbergs#Gibitzenhof|Herrenhaus Gibitzenhof]], erbaut um 1562, abgegangen, Nürnberg-[[Gibitzenhof]], Bayern&lt;br /&gt;
Aranguren dorretxea Orozko.jpg|Festes Haus mit Fachwerkaufsatz, Aranguren, Orozko, Baskenland, 16. Jh.&lt;br /&gt;
Le Mont 1.jpg|Château du Mont in Sazeray, [[Département Indre|Indre]], Frankreich&lt;br /&gt;
Badingen Festes Haus.jpg|Festes Haus [[Badingen (Zehdenick)|Badingen]], Renaissance, Brandenburg&lt;br /&gt;
Schloß Hart Kindberg Hadersdorf.JPG|Schloss Hart bei [[Kindberg]] Österreich, um 1523&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Beispiele Fester Häuser:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Mehlbek II 01.jpg|mini|[[Gut Mehlbek|Mehlbek]] in Westholstein um 1576]]&lt;br /&gt;
* Edelhof [[Großliebringen]], romanischer Bau mit fränkischen Ursprüngen, gilt als älteste erhaltene Wasserburg Thüringens&lt;br /&gt;
* ehem. städtischer Wehrhof [[Kühhornshof]] (um 1320), nur der Wohnturm erhalten, Hessen&lt;br /&gt;
* Kleinburgen: Oberburg und Niederburg in Kestřany, Okres Písek, Tschechien&lt;br /&gt;
* „Hohes Haus“ (1438/39) in [[Bad Hönningen]], Rheinland-Pfalz&lt;br /&gt;
* [[Gotisches Haus (Burgheßler)|Gotisches Haus Burgheßler]], ca. 1493, Adelssitz, Sachsen-Anhalt&lt;br /&gt;
* [[Wasserschloss Klaffenbach]], ca. 1545 (alter Schlossbau, heutiges Torhaus des neuen Schlossbaues), leicht befestigtes Haus eines Patriziers, Sachsen&lt;br /&gt;
* [[Burg Landskron (Vorpommern)|befestigtes Renaissance-Wasserschloss Landskron]], 1576–1579, Mecklenburg-Vorpommern&lt;br /&gt;
* Festes Haus [[Badingen (Zehdenick)|Badingen]], Renaissancebau, Brandenburg&lt;br /&gt;
* ehem. befestigtes Renaissance-„Jagdhaus Moritzburg“ (ab 1542), Vorgängerbau von [[Schloss Moritzburg (Sachsen)|Schloss Moritzburg]], Sachsen&lt;br /&gt;
* [[Schloss Ulrichshusen]] (ab 1562), Mecklenburg-Vorpommern&lt;br /&gt;
* [[Jagdhaus Breitenbrunn]] (17. Jahrhundert), [[Ruine]], Sachsen&lt;br /&gt;
* barockes [[Holzhausenschlösschen]], Hessen&lt;br /&gt;
* barockes [[Wasserschloss Dobitschen]], Thüringen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Matthias Barth: &amp;#039;&amp;#039;Herrenhäuser und Landsitze in Brandenburg und Berlin&amp;#039;&amp;#039;. Bergstadtverlag, Würzburg 2008, ISBN 978-3-87057-292-1, S.&amp;amp;nbsp;78.&lt;br /&gt;
* Dieter Barz, [[Joachim Zeune]]: &amp;#039;&amp;#039;Das „Feste Haus“.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Deutsche Burgenvereinigung]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Burgen in Mitteleuropa. Ein Handbuch.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;I: &amp;#039;&amp;#039;Bauformen und Entwicklungen.&amp;#039;&amp;#039; Theiss, Stuttgart 1999, ISBN 3-8062-1355-0, S.&amp;amp;nbsp;257–260.&lt;br /&gt;
* Dieter Barz: &amp;#039;&amp;#039;Das „Feste Haus“. Ein früher Bautyp der Adelsburg.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Burgen und Schlösser]]. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege.&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang&amp;amp;nbsp;34, Nr.&amp;amp;nbsp;1, 1993, {{ISSN|0007-6201}}, S.&amp;amp;nbsp;10–24, [[doi:10.11588/bus.1993.1.73911]].&amp;lt;!-- nicht ausgewertet --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Jens Friedhoff: &amp;#039;&amp;#039;Festes Haus.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Horst Wolfgang Böhme]], Reinhard Friedrich, [[Barbara Schock-Werner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Burgen, Schlösser und Festungen.&amp;#039;&amp;#039; Philipp Reclam, Stuttgart 2004, ISBN 3-15-010547-1, S.&amp;amp;nbsp;123, [[doi:10.11588/arthistoricum.535]].&lt;br /&gt;
* Gérard Giuliato: &amp;#039;&amp;#039;La maison forte en Lorraine centrale au Moyen Âge.&amp;#039;&amp;#039; In: Gérard Giuliato: &amp;#039;&amp;#039;Habitats princiers et seigneuriaux en Lorraine médiévale. Recueil d’articles.&amp;#039;&amp;#039; Presses Universitaires de Nancy, Nancy 2009, ISBN 978-2-86480-985-2, S.&amp;amp;nbsp;197–214 ([https://hal.univ-lorraine.fr/hal-02474615v1/document PDF]; 4&amp;amp;nbsp;MB).&lt;br /&gt;
* Martina Holdorf: &amp;#039;&amp;#039;Begriffe erkunden. Weiherhaus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege.&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang&amp;amp;nbsp;64, Nr.&amp;amp;nbsp;2, 2023, {{ISSN|0007-6201}}, S.&amp;amp;nbsp;129–130.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;barz257&amp;quot;&amp;gt;Dieter Barz, Joachim Zeune: &amp;#039;&amp;#039;Das „Feste Haus“.&amp;#039;&amp;#039; 1999, S.&amp;amp;nbsp;257.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;holdorf129&amp;quot;&amp;gt;Martina Holdorf: &amp;#039;&amp;#039;Begriffe erkunden. Weiherhaus.&amp;#039;&amp;#039; 2023, S.&amp;amp;nbsp;129.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;schütte273&amp;quot;&amp;gt;Ulrich Schütte: &amp;#039;&amp;#039;Das Schloss als Wehranlage. Befestigte Schloßbauten der frühen Neuzeit im alten Reich&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1994, ISBN 3-534-11692-5, S.&amp;amp;nbsp;273.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;friedhoff123&amp;quot;&amp;gt;Jens Friedhoff: &amp;#039;&amp;#039;Festes Haus.&amp;#039;&amp;#039; 2004, S.&amp;amp;nbsp;123.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;mrusek125&amp;quot;&amp;gt;[[Hans-Joachim Mrusek]]: &amp;#039;&amp;#039;Gestalt und Entwicklung der feudalen Eigenbefestigung im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Akademie-Verlag, Berlin 1973, S.&amp;amp;nbsp;125.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Burgentyp]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Teil einer Burg]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Carrot account</name></author>
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