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	<title>Ferdinand Sichel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T16:36:17Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ferdinand_Sichel&amp;diff=1057774&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: https</title>
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		<updated>2022-11-02T17:56:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Grabstein Ferdinand Sichel Dr. L. A. Rose-Teblée Jüdischer Friedhof Bothfeld Hannover Burgwedeler Straße 90.jpg|miniatur|Das Grab von &amp;#039;&amp;#039;Ferdinand Sichel&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;L. A. Rose-Teblée&amp;#039;&amp;#039; auf dem [[Jüdischer Friedhof Bothfeld|Jüdischen Friedhof Bothfeld]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ferdinand Sichel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[29. September]] [[1859]] in [[Hannover]]; † [[4. August]] [[1930]] ebenda) war ein deutscher [[Malermeister|Tapeziermeister]], [[Raumausstatter|Dekorateur]] und [[Chemiker]] aus Hannover.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
Im elterlichen Betrieb hatte Ferdinand Sichel die schwierige Herstellung und Handhabung von [[Kleister]] und [[Leim]] aus tierischen Rohstoffen ([[Glutinleim]]) kennengelernt, dem einzigen Material, mit dem damals die Tapeten geklebt und die damals gebräuchlichen Kreideanstriche von Wand- und Deckenflächen erstellt wurden. Der Kleister musste für jeden Gebrauch neu gekocht und danach schnell verbraucht werden, weil er sonst rasch sauer wurde und die Tapeten verfärben konnte. Der Kreideanstrich war noch umständlicher, da zunächst der tierische Leim gekocht und die Flächen mit einer Seifenlösung („Vorseifen“) vorgestrichen werden musste, auf die die [[Leimfarbe]] nur warm und daher zügig und möglichst ohne Ansatzstellen aufgebracht werden musste. Während seiner Lehrzeit hatte er bei der [[VSM Vereinigte Schmirgel- und Maschinen-Fabriken|„Hannoverschen Schmirgelfabrik“]] die Mühsal kennengelernt, die auch auf diesem Gebiet aus dem Einsatz von tierischem Leim als Klebe- und Bindemittel entstand, da er nur heiß aufgelöst und sofort verarbeitet werden musste und kaum wasserbeständig war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferdinand Sichel hatte daraus den Ansporn entwickelt, einfachere Leime zu finden, die er in jahrelangen Versuchen auf der Basis von [[Stärke|Pflanzenstärke]] entwickelte, den Sichel-Malerleim. Im Herbst 1889 gründete er im elterlichen Betrieb in Hannover in der Großen Packhofstraße 39 sein Unternehmen als „Arabinwerk, Chemische Fabrik Hannover“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schöne-Sichel-1989&amp;quot;&amp;gt;Manfred Schöne: &amp;#039;&amp;#039;100 Jahre Sichel – Spezialist für Kleb- und Dichtstoffe&amp;#039;&amp;#039;, Schriften des Werksarchivs Henkel, Bd. 25, Düsseldorf 1989, ISBN 3-923324-77-4&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sichelwerk in Limmer ==&lt;br /&gt;
Die große Nachfrage machte eine Produktionsausweitung erforderlich. Im damaligen Dorf [[Hannover-Linden#Limmer|Limmer]] wurden 1897 neue Produktionsanlagen gebaut und die Firma in „Ferdinand Sichel in Limmer“ umbenannt. Die dort hergestellten beiden neuen Werkstoffe „Sichel-Malerleim M“ und „Sichel-Tapetenkleister SK“ revolutionierten in kurzer Zeit jahrhundertealte umständliche Arbeitsmethoden und verbesserten die Arbeitsergebnisse wesentlich. Die beiden neuen Werkstoffe waren gebrauchsfertig, ließen sich kalt verarbeiten, verdarben nicht und verätzten die Farben nicht. Das Werk expandierte, Nachbarflächen wurden hinzugekauft. 1910 wurde eine völlig neuartige Dampfmaschine mit 320 PS zentral aufgestellt, die über 2 Haupttransmissionswellen bis zu 30 Rührwerke antrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahren 1913/14 wurde der Stichkanal vom [[Mittellandkanal]] zum hannoverschen Industriegebiet in [[Linden-Limmer|Linden]] fertiggestellt, der unmittelbar am erweiterten Sichel-Grundstück vorbeiführt. Zusammen mit einem Bahnanschluss verbesserten sich die Transportmöglichkeiten erheblich. Die Sichelwerke wurden in den Folgejahren in Deutschland marktbeherrschend und besaßen 1928 bei Kaltleimen einen Marktanteil von etwa 75 %.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schöne-Sichel-1989&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Werbung für die Sichel-Produkte in Fachzeitschriften wurden weitere Industriebereiche, wie die noch junge papierverarbeitende Industrie und die Zigaretten-Industrie, auf die Klebestoffe aufmerksam und wandten sich mit neuen Klebeproblemen an die Firma Sichel. Sie wurde in den 1920er Jahren ein wichtiger Klebstofflieferant für die Fa. Henkel, deren neues Waschmittel [[Persil]] zu der Zeit erfolgreich auf den Markt kam und entsprechenden Bedarf an Klebemitteln für die Verpackungen nach sich zog. Als neuartiger Fußbodenbelag war [[Linoleum]] auf dem Vormarsch, der für die zuverlässige und dauerhafte Verlegung neue Klebstoffe erforderte, die von der Fa. Sichel entwickelt und geliefert werden konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kooperation mit dem Chemiker Dr. [[Friedrich Supf]], die seit dem Ersten Weltkrieg bestand, führte 1931 zunächst zur Eingliederung seines Betriebes, der „Chemischen Fabrik Mahler &amp;amp; Dr. Supf“ in [[Neubrandenburg]] und [[Berlin-Wilmersdorf]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.postkarten-archiv.de/chemische-fabrik-sichel-sichelwerke-1896-97.html |wayback=20160415165521 |text=1896/97 Chemische Fabrik Sichel (Sichelwerke), seit 1920 Ferdinand Sichel KG, heute Henkel KGaA. www.postkarten-archiv.de |archiv-bot=2022-10-31 17:30:12 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, in die Sichelwerke. Nach dem Tod von Ferdinand Sichel übernahm Dr. Supf auf Nachfrage der Erben die Firma ab 1936, die damit der Enteignung durch [[Arisierung]] entgangen ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schöne-Sichel-1989&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sichelwerke – weiterhin am Stammareal in Hannover westlich des [[Stichkanal Hannover-Linden|Stichkanal]] zwischen dem [[Lindener Hafen]] und [[Mittellandkanal]] – hatten Anfang der 1960er Jahre eine beachtliche Größe mit einer umfangreichen Produktpalette und rund 700 Mitarbeitern. Andererseits wuchs die Konkurrenz und die Finanzkraft des Unternehmens war gering. Daher kam es zum Beschluss, die Firma an eine leistungsfähige Unternehmensgruppe zu verkaufen, die den Betrieb auch langfristig weiterführen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übernahme der Sichelwerke ==&lt;br /&gt;
1962 wurden die Sichelwerke in Hannover vom Unternehmensverbund der [[Henkel (Unternehmen)|Henkel]] [[AG &amp;amp; Co. KGaA]] mit Sitz in Düsseldorf übernommen. Die ehemaligen Sichelwerke sind 2011 auf die Herstellung von Dichtstoffen umgebaut worden, womit der Standort mit 200 Mitarbeitern gesichert wurde, allerdings die Ära der Klebstoffproduktion an diesem Standort enden sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Kristian Teetz: [https://www.haz.de/Hannover/Aus-den-Stadtteilen/West/Henkel-Werk-ist-als-Standort-gesichert Henkel-Werk ist als Standort gesichert], Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ), 30. Sep. 2010, abgerufen am 17. April 2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 2017 wurden jedoch wieder Pattex sowie Bauprodukte (Ceresit) und Tapetenkleister produziert.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Pattex aus Hannover&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Niedersächsische Wirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, Heft 10/2017, S. 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
* 1979 wurde der Weg westlich des [[Stichkanal Hannover-Linden]] entlang des Firmengeländes nach dem Unternehmer in &amp;#039;&amp;#039;Sichelstraße&amp;#039;&amp;#039; umbenannt, um an die von ihm gegründeten &amp;#039;&amp;#039;Sichel-Werke&amp;#039;&amp;#039; zu erinnern.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Helmut Zimmermann (Archivar)|Helmut Zimmermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover&amp;#039;&amp;#039;, Verlag [[Hahnsche Buchhandlung]], Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 228&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Helmuth Plath]], [[Herbert Mundhenke]], [[Ewald Brix]]: &amp;#039;&amp;#039;Heimatchronik der Stadt Hannover&amp;#039;&amp;#039;, Köln 1956, S. 399f.&lt;br /&gt;
* Albert Lefèvre: &amp;#039;&amp;#039;Der Beitrag der hannoverschen Industrie zum technischen Fortschritt.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Hannoversche Geschichtsblätter]], Neue Folge 24 (1970), S. 253&lt;br /&gt;
* Manfred Schöne: &amp;#039;&amp;#039;100 Jahre Sichel&amp;#039;&amp;#039;, in der Reihe &amp;#039;&amp;#039;Schriften des Werksarchiv der Henkel KG&amp;#039;&amp;#039;, Düsseldorf, 1989.&lt;br /&gt;
* [[Waldemar R. Röhrbein]]: &amp;#039;&amp;#039;Sichel, Ferdinand.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Dirk Böttcher]], Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: &amp;#039;&amp;#039;[[Hannoversches Biographisches Lexikon]]. Von den Anfängen bis in die Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 333; [https://books.google.de/books?id=ShneE5mxmEUC&amp;amp;pg=PA16&amp;amp;lpg=PA16&amp;amp;dq=hannoversches+biographisches+lexikon&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=iHnXVXOmtM&amp;amp;sig=aC_GXbhEUaQo1-eoPQtOjHeBgIk&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=06NjTri9O47E4gSNypyZCg&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result#v=onepage&amp;amp;q=sichel&amp;amp;f=false online:]&lt;br /&gt;
* ders.: &amp;#039;&amp;#039;Sichel Werke GmbH.&amp;#039;&amp;#039; In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;[[Stadtlexikon Hannover]]. Von den Anfängen bis in die Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 564.&lt;br /&gt;
* [[Klaus Mlynek]], Waldemar R. Röhrbein, [[Dieter Brosius]]: &amp;#039;&amp;#039;Sichel.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Stadt Hannover&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2: &amp;#039;&amp;#039;Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;, [[passim]]; [https://books.google.de/books?id=lFulkMm-Bd8C&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=geschichte+der+stadt+hannover&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=HqRjTrzgItGK4gS2-si_Cg&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result#v=onepage&amp;amp;q=sichel&amp;amp;f=false online:]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1035150263|VIAF=300639099}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Sichel, Ferdinand}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ingenieur, Erfinder, Konstrukteur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Hannover)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Limmer (Hannover)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1859]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1930]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Sichel, Ferdinand&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Unternehmer und Erfinder u.&amp;amp;nbsp;a. des Tapezierleims&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=29. September 1859&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Hannover]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=4. August 1930&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Hannover]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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