<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Feldherrenviertel</id>
	<title>Feldherrenviertel - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Feldherrenviertel"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Feldherrenviertel&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-11T14:01:44Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Feldherrenviertel&amp;diff=87700&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Typografie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Feldherrenviertel&amp;diff=87700&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-13T20:09:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das Äußere Westend, meist &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Feldherrenviertel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist ein Wohnviertel westlich der Innenstadt der [[Hessen|hessischen]] Landeshauptstadt [[Wiesbaden]]. Es entstand für den unteren Mittelstand weitgehend zwischen den Jahren 1895 und 1906 im Stil des [[Historismus]] als sogenanntes [[Gründerzeitviertel]]. Seinen Namen verdankt es dem Umstand, dass seine Straßen und Plätze nach im [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreich]], insbesondere nach [[Reichsgründung|dessen Gründung 1871]], populären [[Preußen|preußischen]] [[Feldherr]]en und Orten bedeutender Schlachten benannt sind. Verwaltungstechnisch gehört das Viertel mit dem Inneren Westend zum Ortsbezirk [[Wiesbaden-Westend|Westend]], dem kleinsten der 26 Bezirke der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Als Wiesbaden zur Zeit des [[Deutsches Reich|Kaiserreiches]] und vor allem um die Jahrhundertwende 1900 seine Blütezeit als Weltkurstadt erlebte, der [[Wilhelm II. (Deutsches Reich)|Kaiser]] alljährlich im Mai zur Kur weilte und die Stadt die meisten Millionäre Deutschlands zählte, gab es ein [[Wiesbaden#Einwohnerentwicklung|enormes Bevölkerungswachstum]] (von ca. 33.000 Einwohnern im Jahr 1870 auf ca. 109.000 Einwohner 1910). Dies machte umfangreiche Stadterweiterungen notwendig. Neben den östlichen und nördlichen ausgedehnten Villengebieten entstand vor allem eine meist viergeschossige geschlossene Wohnbebauung um die [[Ringstraße (Wiesbaden)|Ringstraße]] (Kaiser-Friedrich-Ring und Bismarckring), welche in einem Viertelkreisbogen vom südlich gelegenen [[Wiesbaden Hauptbahnhof|Hauptbahnhof]] bis zur [[Ringkirche (Wiesbaden)|Ringkirche]] und weiter bis zum nordwestlich gelegenen &amp;#039;&amp;#039;Sedanplatz&amp;#039;&amp;#039; um das historische Zentrum der Stadt, das sog. [[Historisches Fünfeck|Historische Fünfeck]], führte. Im Süden entstand hier das [[Dichterviertel (Wiesbaden)|Dichterviertel]], nordwestlich davon das [[Rheingauviertel (Wiesbaden)|Rheingauviertel]] und schließlich im Norden das &amp;#039;&amp;#039;Feldherrenviertel&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maßgebenden Anteil an seiner Gestaltung hatte der Stadtbaumeister [[Felix August Helfgott Genzmer|Felix Genzmer]], der von 1881 bis 1903 in Wiesbaden wirkte. Die reich geschmückten Bürgerhäuser sind überwiegend im Stil des Historismus entstanden und beherbergten zum Großteil herrschaftliche Bürgerwohnungen mit 3,50&amp;amp;nbsp;m hohen Decken, Stuck und Flügeltüren und hatten oft riesige Ausmaße von bis zu 200&amp;amp;nbsp;m². In späteren Jahren wurden diese Wohnungen oftmals der besseren Vermietbarkeit wegen in kleinere Einheiten aufgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Feldherrenviertel wird im Osten begrenzt vom &amp;#039;&amp;#039;Bismarckring&amp;#039;&amp;#039;, der Teil der [[Ringstraße (Wiesbaden)|Ringstraße]] ist, und im Norden in den &amp;#039;&amp;#039;Sedanplatz&amp;#039;&amp;#039; mündet, im Süden von der &amp;#039;&amp;#039;[[Dotzheimer Straße]]&amp;#039;&amp;#039;, im Westen und Nordwesten von der &amp;#039;&amp;#039;Klarenthaler Straße&amp;#039;&amp;#039; und dem &amp;#039;&amp;#039;Elsässer Platz&amp;#039;&amp;#039;, im Norden vom &amp;#039;&amp;#039;Kurt-Schumacher-&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Zietenring&amp;#039;&amp;#039; und schließlich im Nordosten von &amp;#039;&amp;#039;Emser Straße&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Weißenburgstraße&amp;#039;&amp;#039;. Seinen Mittelpunkt und einzigen städtebaulichen Freiraum neben den sich an seinem Rand befindlichen &amp;#039;&amp;#039;Elsässer Platz&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Sedanplatz&amp;#039;&amp;#039; bildet der &amp;#039;&amp;#039;Blücherplatz&amp;#039;&amp;#039; mit der von Felix Genzmer 1897 errichteten gleichnamigen &amp;#039;&amp;#039;Blücherschule&amp;#039;&amp;#039; (Grundschule).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinen Namen verdankt das Viertel der Namensgebung seiner Straßenzüge. Diese sind allesamt nach [[Preußen|preußischen Feldherren]] und Generälen, vornehmlich aus der Zeit der [[Befreiungskriege]] gegen [[Napoléon Bonaparte|Napoleon]] 1813 und des [[Deutsch-Französischer Krieg|Deutsch-Französischen Krieges]] von 1870/71 benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Straßen und Plätze und ihre Namensgeber ==&lt;br /&gt;
=== Nach preußischen Generälen und Feldherren benannte Straßen und Plätze ===&lt;br /&gt;
{{Überarbeiten}}&lt;br /&gt;
==== Blücherstraße und Blücherplatz ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Fassaden in der Bluecherstrasse im Wiesbadener Westend.JPG|miniatur|Fassaden in der Blücherstraße]]&lt;br /&gt;
benannt nach [[Gebhard Leberecht von Blücher]], Fürst von [[Legnickie Pole|Wahlstatt]] (* 16. Dezember 1742 in [[Rostock]]; † 12. September 1819 in [[Krobielowice|Krieblowitz]]) war preußischer Generalfeldmarschall und hat sich in vielen großen Schlachten ausgezeichnet. Aufgrund seiner offensiven Taktik wird er auch „Marschall Vorwärts“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegreich in der [[Völkerschlacht bei Leipzig]] 1813. Im gleichen Jahr wurde er zum Befehlshaber der [[Schlesische Armee (Befreiungskriege)|Schlesischen Armee]] ernannt, mit Gerhard von [[Gerhard von Scharnhorst|Scharnhorst]] als [[Chef des Stabes]] und Neidhardt von [[August Graf Neidhardt von Gneisenau|Gneisenau]] als Generalquartiermeister. Seine Armee gab den Ereignissen einen entscheidenden Anstoß, als sie in der Neujahrsnacht den Rhein überquerte, um auf eine endgültige Niederwerfung [[Napoléon Bonaparte|Napoleons]] hinzuwirken. Nach dem Sieg im Jahr 1814, die ihm die Erhebung in den Fürstenstand einbrachte, hatte Blücher mit seinem Stabschef Gneisenau auch entscheidenden Anteil am Sieg bei [[Schlacht bei Waterloo|Waterloo]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gneisenaustraße ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
benannt nach [[August Neidhardt von Gneisenau|August Graf Neidhardt von Gneisenau]], geboren als August Wilhelm Antonius Neidhardt (* 27. Oktober 1760 in [[Schilda (Brandenburg)|Schilda]], Sachsen; † 23. August 1831 in [[Posen]]), preußischer Generalfeldmarschall und [[Preußische Heeresreform|Heeresreformer]]. Er hatte als [[Gebhard Leberecht von Blücher|Blüchers]] Chef des Stabes wesentlichen Anteil am Sieg bei Waterloo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Scharnhorststraße ====&lt;br /&gt;
[[Datei:MK29780 Blücherstraße 13.jpg|mini|Das Eckhaus Blücherstraße / Scharnhorststraße]]&lt;br /&gt;
benannt nach [[Gerhard von Scharnhorst]] (* 12. November 1755 in [[Bordenau|Bordenau an der Leine]], heute zu Neustadt am Rübenberge; † 28. Juni 1813 in [[Prag]]), preußischer General. Scharnhorst war unter [[Friedrich Wilhelm III. (Preußen)|Friedrich Wilhelm III.]] von 1808 bis 1810 preußischer [[Kriegsministerium|Kriegsminister]]. 1813 wurde er Erster Generalquartiermeister in der Schlesischen Armee [[Gebhard Leberecht von Blücher|Blüchers]]. In der [[Schlacht bei Großgörschen]] am 2. Mai 1813 wurde Scharnhorst so schwer verwundet, dass er an den Folgen der Verwundung wenige Wochen später verstarb. Zusammen mit [[August Neidhardt von Gneisenau|Gneisenau]] reformierte er das preußische Militär entscheidend durch Einführung eines Reservistensystems, das die Zahl geschulter Soldaten stark erhöhte. Unter anderem schaffte er auch 1807 die [[Körperstrafe|Prügelstrafe]] im [[Preußische Armee|preußischen Heer]] ab. Sein Grab befindet sich auf dem [[Invalidenfriedhof]] in Berlin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Roonstraße ====&lt;br /&gt;
In der Roonstraße 3 befindet sich das ehemalige Stadtbad, auch Volksbrausebad genannt. Es wurde 1901–1902 vom Stadtbaumeister Felix Genzmer errichtet, um die hygienischen Verhältnisse zu verbessern. Es bestand aus mehreren Kabinen mit Brause oder Wannenbädern, die auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet waren. Die Badezeit betrug max. 20 Minuten. Selbst die gehobenen Mietwohnungen der Kaiserzeit hatten fast alle keine Bäder oder Duschen.&lt;br /&gt;
Über dem Eingang ist noch der Schriftzug Städtisches Bad zu lesen. Innen wurden die Räumlichkeiten zu einem Kindergarten umgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Roonstraße ist benannt nach [[Albrecht von Roon|Albrecht Graf von Roon]] (* 30. April 1803 in [[Pleśna (Będzino)|Pleushagen]] bei [[Kołobrzeg|Kolberg]] (Pommern); † 23. Februar 1879 in Berlin) preußischer General, ab 1859 Kriegs- und 1861 zugleich Marineminister. Roon führte die Heeresreorganisation trotz starker Opposition durch, wurde 1866 General der Infanterie, 1871, nach dem erfolgreichen Deutsch-Französischen Krieg, erhob ihn [[Wilhelm I. (Deutsches Reich)|Kaiser Wilhelm I.]] in den Grafenstand. 1873 wurde er Feldmarschall und war vom 1. Januar bis 9. November 1873 Chef des preußischen Staatsministeriums. Nach ihm wurde das [[1. Ostpreußisches Füsilierregiment Nr. 33 &amp;quot;Graf Roon&amp;quot;|33. Füsilierregiment]] benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bülowstraße ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
benannt nach [[Friedrich Wilhelm Bülow von Dennewitz|Friedrich Wilhelm von Bülow]], Graf von [[Dennewitz]] (* 1755 in [[Falkenberg (Wische)|Falkenberg in der Altmark]]; † 1816 in [[Königsberg (Preußen)|Königsberg]]), preußischer General. 1797 Kommandeur von [[Działdowo|Soldau]], verteidigte 1806 [[Toruń|Thorn]], 1812 Gouverneur von Ost- und Westpreußen, nahm 1813 [[Halle (Saale)|Halle]], siegte bei [[Luckau]], [[Großbeeren]], Dannewitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Yorckstraße ====&lt;br /&gt;
[[Datei:MK29790 Yorckstraße 11.jpg|mini|Die Yorckstraße am Blücherplatz]]&lt;br /&gt;
benannt nach [[Ludwig Yorck von Wartenburg|Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg]] (* 26. September 1759 [[Potsdam]]; † 4. Oktober 1830 [[Oleśnica|Oels]]), preußischer Offizier und Generalfeldmarschall. Wegen Ungehorsams 1779 zu einem Jahr [[Festungshaft]] verurteilt, trat er erst 1787 wieder in preußische Dienste. 1807 zum Generalmajor befördert, war er 1812 zunächst 2. Kommandeur, dann [[Oberbefehlshaber]] des preußischen Hilfskontingents im [[Russlandfeldzug 1812|Russlandfeldzug]]. In dieser Eigenschaft unterzeichnete er eigenmächtig die sog. „[[Konvention von Tauroggen]]“ am [[30. Dezember]] [[1812]]. Im März 1813 rehabilitiert, nahm er aktiv an den Befreiungskriegen in Deutschland teil. Während des ersten Tages der [[Völkerschlacht bei Leipzig]] trug das Korps York die Hauptlast der Kämpfe bei [[Möckern]]. Für seine Leistungen in diesem Krieg wurde ihm der Titel Yorck „[[Yorck von Wartenburg (Adelsgeschlecht)|Graf von Wartenburg]]“ verliehen. 1815 schied Yorck auf eigenen Wunsch aus dem aktiven Militärdienst aus und zog sich auf sein Gut in Oels/Schlesien zurück. 1821 erhielt er dennoch den Titel eines [[Generalfeldmarschall]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Goebenstraße ====&lt;br /&gt;
[[Datei:MK29834 Scharnhorststraße 12.jpg|mini|Das Eckhaus Goebenstraße / Scharnhorststraße]]&lt;br /&gt;
benannt nach [[August Karl von Goeben]] (* 10. Dezember 1816 [[Stade]] (Hannover); † 13. November 1880 [[Koblenz]]), preußischer General. Goeben war siegreich 1864 bei Düppel, in Posen, Münster, und 1866 bei [[Dermbach]], [[Bad Kissingen|Kissingen]], [[Laufach]], [[Aschaffenburg]]; und besetzte [[Würzburg]], 1870 bei [[Schlacht bei Spichern|Spichern]], [[Schlacht bei Gravelotte|Gravelotte]], 1871 [[Schlacht bei Saint-Quentin (1871)|Saint-Quentin]], kommandierender General in Koblenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nettelbeckstraße ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
benannt nach dem Kapitän [[Joachim Nettelbeck (Seemann)|Joachim Nettelbeck]] (* 20. September 1738 in [[Kołobrzeg|Kolberg]]; † 29. Januar 1824 ebenda), der durch seine Rolle bei der [[Belagerung Kolbergs 1807]] berühmt wurde. Nach einem abenteuerlichen Seemannsleben ergriff er den Beruf seines Vaters und wurde Branntweinbrenner. Im Alter in einige Gremien gewählt, wirkte er zudem an einem Seegericht als &amp;#039;&amp;#039;Königlich-preußischer Schiffsvermesser&amp;#039;&amp;#039;. Als 1806 Kolberg eine der wenigen preußischen Festungen war, die nicht vor Napoléon Bonaparte kapitulierten, war Nettelbeck als Bürgerrepräsentant Führer der Opposition gegen den Kommandanten [[Ludwig Moritz von Lucadou]], den er als Risiko für Kolberg ansah. Nach Beginn der Kampfhandlungen im März 1807 betrieb Nettelbeck dessen Absetzung. Dem Nachfolger Major [[August Neidhardt von Gneisenau|Gneisenau]] gelang es, die &amp;#039;&amp;#039;Nettelbeckpartei&amp;#039;&amp;#039; zur Mitarbeit zu gewinnen. Ohne die treibende Kraft Nettelbecks wäre es nicht zu der erfolgreichen Abwehr der Belagerer gekommen. In der Auseinandersetzung um die preußischen Reformen, besonders um das nicht eingehaltene Verfassungsversprechen, galt Nettelbeck im [[Vormärz]] als Kronzeuge für das Recht der Bürger an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten. Im weiteren 19. Jahrhundert war der Seemann Nettelbeck angesichts der angestrebten &amp;#039;&amp;#039;deutschen Seegeltung&amp;#039;&amp;#039; Vorbild für die zur Seefahrt drängende Jugend. Weil Nettelbeck anlässlich der [[Wiener Kongress|Friedensverhandlungen in Wien]] 1814/15 anregt hatte, von Frankreich die Herausgabe überseeischer Besitzungen an Preußen zu verlangen, zählte Nettelbeck als früher Anwalt [[Deutsche Kolonien und Schutzgebiete|deutscher Kolonialbestrebungen]].&lt;br /&gt;
Der letzte Höhepunkt seiner Instrumentalisierung war am Ende des Zweiten Weltkrieges der Durchhalte-Film &amp;#039;&amp;#039;[[Kolberg (Film)|Kolberg]]&amp;#039;&amp;#039;, der Nettelbeck als ein zu allem entschlossenen Kämpfer und Siegespropheten zeigte. Er wurde mit seiner Versicherung zitiert, die Kolberger würden sich &amp;#039;&amp;#039;lieber unter Schutthaufen begraben lassen, als ihre Stadt zu übergeben.&amp;#039;&amp;#039; In Haus Nr. 24 hatte der Künstler [[Ewald Hess]] (1918–1996) sein Atelier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zietenring ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
benannt nach [[Hans Joachim von Zieten]] (* 14. Mai 1699 in [[Wustrau-Altfriesack|Wustrau]] bei Ruppin; † 26. Januar 1786 in Berlin), preußischer Reitergeneral.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Platz da, und Zieten aus dem Busch!“, lautet die erste Zeile des Gedichts „Die Attacke“, das [[Detlev von Liliencron]] dem preußischen General Hans Joachim von Zieten als dichterisches Kompliment widmete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der „Ahnherr aller Husaren“ stieg nach ersten holprigen Jahren seiner militärischen Laufbahn unter König [[Friedrich II. (Preußen)|Friedrich II.]] zum General der [[Kavallerie]] auf. Mit fünfzehn Jahren trat er in die preußische Armee ein. Nachdem er bei mehreren Beförderungen übergangen worden war, nahm er 1724 seinen Abschied. Schon zwei Jahre später wurde er wiederum Offizier, da die Bewirtschaftung des Gutes der Familie ihn nicht auslastete. Bald darauf wurde er in ein Duell verwickelt und zu Festungshaft verurteilt, dann aber 1730 auf Fürsprache einiger Generale rehabilitiert. Er tritt in ein [[Husaren]]regiment ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Polnischer Erbfolgekrieg|polnischen Erbfolgekrieg]] diente er unter dem österreichischen Husarengeneral von Bársonay, von dem er viel über die Führung der leichten Reiterei lernte. Unter Friedrich II. diente er in den [[Schlesische Kriege|Schlesischen Kriegen]]. Der für seine Wachsamkeit berühmte Zieten erwarb sich große Verdienste bei der Aufklärung und in der Schlacht; wegen seiner Überfälle auf den unvorbereiteten Gegner wird er zum „Zieten aus dem Busch“. Vor allem führt er Neuerungen in der vom [[Friedrich Wilhelm I. (Preußen)|Soldatenkönig]] vernachlässigten Kavallerie durch, die diese erst zu einer schlagkräftigen Waffengattung werden lassen. Im [[Siebenjähriger Krieg|Siebenjährigen Krieg]] reift er vom Anführer der leichten Reiterei zu einem weitblickenden Befehlshaber heran und rettet mehr als einmal die Schlacht für die preußische Seite. Er wird zum populärsten und volkstümlichsten General Friedrichs II., der ihm wiederholt seine Anerkennung und seine Dankbarkeit bezeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Blumenthalstraße ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benannt nach [[Leonhard von Blumenthal]] (1810–1900), einem preußischen General und [[Chef des Stabes|Stabschef]] des Armeeführers [[Friedrich III. (Deutsches Reich)|Friedrich Wilhelm]] im Deutschen Krieg und im Deutsch-Französischen Krieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach Orten benannte Straßen und Plätze ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Sedanplatz 9 Wiesbaden-Westend.jpg|mini|Wohnhaus am Sedanplatz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Weißenburgstraße 3 Wiesbaden-Westend.jpg|mini|Wohnhaus in der Weißenburgstraße]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sedanplatz und Sedanstraße ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benannt nach der Stadt [[Sedan]] in [[Frankreich|Nordfrankreich]]. In der Nähe fand am 1. September 1870 die „[[Schlacht bei Sedan]]“ statt, die den Wendepunkt im Deutsch-Französischen Krieg markierte. In der Schlacht standen sich eine französische Armee unter dem Befehl des Grafen [[Patrice de Mac-Mahon|Graf von Mac-Mahon]] und des Generals [[Emanuel Félix de Wimpffen|de Wimpffen]] und ein deutsches Heer unter [[Helmuth Karl Bernhard von Moltke|Graf von Moltke]] gegenüber. Die Schlacht endete mit einem Sieg der Deutschen. Der französische Kaiser [[Napoléon III.]], der am Nachmittag zu den französischen Truppen gestoßen war, wurde zusammen mit 100.000 Soldaten gefangen genommen. Die französischen Verluste beliefen sich auf circa 17.000, die der Deutschen auf etwa 9.000 Mann. Im deutschen Kaiserreich gab es bis 1918 Feierlichkeiten zu den Jahrestagen der Schlacht. Der 2. September wurde zum „[[Sedantag]]“ erkoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weißenburgstraße ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benannt nach der [[Schlacht von Weißenburg]] im Elsass. Am 4. August 1870 besiegten hier deutsche Truppen die von Mac-Mahon angeführten Franzosen. Mehrere Denkmäler auf dem Gaisberg an der Straße [[Wissembourg]]-[[Riedseltz]] erinnern an die vielen Gefallenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Elsässer Straße und Elsässer Platz ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide sind benannt nach der Provinz [[Elsass]], die nach der Eroberung im [[Deutsch-Französischer Krieg|Deutsch-Französischen Krieg]] 1871 bis 1918 deutsches Gebiet am Oberrhein war. Der Platz, eine große Freifläche innerhalb des dicht besiedelten Westends, wird derzeit weitgehend als Parkplatz genutzt. Viele Jahre diente er als Veranstaltungsort für den &amp;#039;&amp;#039;[[Andreasmarkt]]&amp;#039;&amp;#039;. Eine Umgestaltung zur Grünanlage mit Tiefgarage ist in der politischen Diskussion, scheitert aber an den hohen Kosten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.spdimwestend.de/html/27545/welcome/Elsaesser-Platz.html |wayback=20160112213859 |text=Elsässer Platz}} auf den Seiten der SPD Westend. Abgerufen am 24. November 2011&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lothringer Straße ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benannt nach der Provinz [[Lothringen]]: von 1871 bis 1918 deutsches Gebiet am Oberrhein, im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 erobert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung ==&lt;br /&gt;
=== Blücherschule ===&lt;br /&gt;
[[Datei:MK29782 Blücherschule.jpg|mini|Blücherschule von Südwesten]]&lt;br /&gt;
Die Blücherschule&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wiesbaden.de/kultur/stadtgeschichte/historismus/orte-des-historismus/bluecherschule.php Blücherschule] auf den Internetseiten der Stadt Wiesbaden, abgerufen am 24. November 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; steht auf dem Blücherplatz und wurde 1896–1897 als [[Volksschule]] nach Entwurf des Architekten und damaligen Wiesbadener Stadtbaurats [[Felix Genzmer (Architekt)|Felix Genzmer]] errichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Hartmann Wunderer: &amp;#039;&amp;#039;Für Kinder, Soldaten und den Krieg – Die Blücherschule&amp;#039;&amp;#039;. in: Gerhard Honekamp (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Wiesbaden – Hinterhof und Kurkonzert. Eine illustrierte Alltagsgeschichte von 1800 bis heute&amp;#039;&amp;#039;. Gudensberg-Gleichen 1996, S. 36–38&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Fassaden zeigen im Erdgeschoss grauen [[Naturstein]], in den Obergeschossen rote [[Klinker]]; der plastische Schmuck (vor allem in den [[Brüstung]]sfeldern des 2. Obergeschosses) wurden in gelblichem [[Sandstein]] nach Modellen des Kölner Bildhauers [[Johann Degen (Bildhauer)|Johann Degen]] ausgeführt. Dazu gehören auch runde Relief-[[Medaillon (Ornament)|Medaillons]] mit den Köpfen von Blücher, des [[Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein|Freiherrn vom Stein]] sowie der Schulreformer [[Adolph Diesterweg]] und [[Johann Heinrich Pestalozzi]]. Im gleichen Material sind auch die Gliederungen der Fassaden gehalten, etwa die [[Gesims]]e, [[Eckquaderung]]en und [[Fenstergewände]]. Ein nicht alltägliches Schmuckelement sind die durch Verwendung verschiedenfarbig glasierter [[Falzziegelwerke Carl Ludowici|Ludowici]]-Falzziegel&amp;lt;ref&amp;gt;Ludowici-Katalog 1914, S. 13. ([https://dachziegelarchiv.de/kataloge.php?her_id=3&amp;amp;kat_order=suchname_asc&amp;amp;kat_page=1&amp;amp;kat_typ=10&amp;amp;show_kat_id=11#kat_id_11 Kataloge der Ziegelwerke Ludovici] auf &amp;#039;&amp;#039;dachziegelarchiv.de&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;/ref&amp;gt; hergestellten geometrischen Muster der Dachflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde bei der Reparatur der Bombenschäden das Dach des südlichen Bauteils mit Vereinfachungen instand gesetzt, neu eingedeckt und mit einer [[Schleppgaube]] versehen. An diesem Bauteil fehlen seitdem die haubenartigen Dächer des südwestlichen Treppenturms und des [[Erker]]s an der Südseite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Turnhalle lag an der Westseite zur Scharnhorststraße hin und wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Ein Ersatz für sie entstand nach 1945 an der Nordseite; diese Halle wurde 2017 abgebrochen, nachdem ein Neubau an der Westseite fertiggestellt worden war. Dieser Neubau steht zwar an der gleichen Stelle wie die ursprüngliche Turnhalle, wurde ihr bzw. dem unter [[Denkmalschutz]] stehenden Schulgebäude jedoch nicht gestalterisch angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leibnizschule ===&lt;br /&gt;
Die Oberrealschule für Knaben am Zietenring wurde zwischen 1903 und 1905 vom Stadtbaumeister [[Felix Genzmer (Architekt)|Felix Genzmer]] gebaut.&lt;br /&gt;
Ab 1956 wurde sie als Gymnasium mit dem Namen [[Leibnizschule Wiesbaden]] geführt und nahm später auch Mädchen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
*[https://www.wiesbaden.de/kultur/stadtgeschichte/historismus/orte-des-historismus/feldherrenviertel.php Feldherrenviertel] auf den Seiten der Stadt Wiesbaden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=50/4/49/N |EW=8/13/34/E |type=landmark |region=DE-HE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadtteil von Wiesbaden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wiesbaden-Westend]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
	</entry>
</feed>