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	<title>Fehlerkalkül - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T08:51:48Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fehlerkalk%C3%BCl&amp;diff=1417382&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;InternetArchiveBot: InternetArchiveBot hat 1 Archivlink(s) ergänzt und 0 Link(s) als defekt/tot markiert.) #IABot (v2.0.9.5</title>
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		<updated>2023-12-22T16:04:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:InternetArchiveBot&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:InternetArchiveBot (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;InternetArchiveBot&lt;/a&gt; hat 1 Archivlink(s) ergänzt und 0 Link(s) als defekt/tot markiert.) #IABot (v2.0.9.5&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fehlerkalkül&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Begriff aus der [[Rechtsphilosophie]] und bezeichnet jene [[Rechtsnorm]]en, welche die Geltung von anderen Normen trotz ihrer Fehlerhaftigkeit festsetzen. Der zugrundeliegende Gedanke wird auch &amp;#039;&amp;#039;Vernichtbarkeitslehre&amp;#039;&amp;#039; genannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Andreas Funke |Titel=Rechtsphilosophie |Hrsg=Julian Krüper |Sammelwerk=Grundlagen des Rechts |Verlag=Nomos Verlagsgesellschaft mbH &amp;amp; Co. KG |Datum=2021 |ISBN=978-3-7489-0295-9 |DOI=10.5771/9783748902959-22 |Fundstelle=Randnummer 39 |Online=https://www.nomos-elibrary.de/index.php?doi=10.5771/9783748902959 |Abruf=2022-03-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kyrill-Alexander Schwarz |Titel=Verfassungsprozessrecht |Verlag=Verlag C.H.BECK oHG |Datum=2021 |ISBN=978-3-406-78000-4 |DOI=10.17104/9783406780004 |Fundstelle=§ 6 Randnummern 43–46 |Online=https://www.beck-elibrary.de/index.php?doi=10.17104/9783406780004 |Abruf=2022-03-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Begriff des &amp;#039;&amp;#039;positivrechtlichen Fehlerkalküls&amp;#039;&amp;#039; wurde von [[Adolf Julius Merkl]] geprägt, einem Schüler [[Hans Kelsen]]s und Vertreter der [[Reine Rechtslehre|Reinen Rechtslehre]].&amp;lt;ref&amp;gt;Adolf Julius Merkl: &amp;#039;&amp;#039;Die Lehre von der Rechtskraft: entwickelt aus dem Rechtsbegriff; eine rechtstheoretische Untersuchung.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig, Wien 1923, S. 293 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Die Geltung einer Rechtsnorm setzt nach den allgemeinen Regeln über die [[Normenhierarchie]] grundsätzlich voraus, dass sie mit den einschlägigen Vorschriften über ihr Zustandekommen (Verfahrensvorschriften) sowie auch inhaltlich mit geltendem (höherrangigen) Recht vereinbar ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Rainer Lippold: &amp;#039;&amp;#039;Gilt im deutschen Recht ein Fehlerkalkül für Gesetze? Eine Untersuchung des Problems des verfassungswidrigen Gesetzes auf der Grundlage der Reinen Rechtslehre.&amp;#039;&amp;#039; [[Der Staat]] 1990, S. 185–208.&amp;lt;/ref&amp;gt; Genügen sie diesen Anforderungen nicht, sind sie nichtig und somit rechtlich irrelevant.&amp;lt;ref&amp;gt;Adolf Julius Merkl: &amp;#039;&amp;#039;Die gerichtliche Prüfung von Gesetzen und Verordnungen.&amp;#039;&amp;#039; [[Österreichisches Zentralblatt für die juristische Praxis|ZBl.]] 1921, S. 569, 605.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Bestimmungen über die Anfechtbarkeit von Rechtsnormen und die Statthaftigkeit von [[Rechtsmittel]]n schließt die Reine Rechtslehre jedoch, dass auch möglicherweise rechtswidrige Rechtsakte im rechtlichen Sinne existieren, also gelten müssen. Die [[Rechtsordnung]] schließe mithin – entgegen der Lehre vom [[Nichtigkeitsdogma]] – die &amp;#039;&amp;#039;absolute [[Unwirksamkeit|Nichtigkeit]]&amp;#039;&amp;#039; von rechtswidrigen [[Rechtsnorm]]en aus und ordne stattdessen die Geltung rechtswidriger Rechtsnormen bis zu ihrer Überprüfung und Aufhebung durch die zuständige Rechtsschutzeinrichtung ([[Gericht]]e) an (&amp;#039;&amp;#039;relative Nichtigkeit&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Vernichtbarkeit&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fehlerkalkül beschreibt die von der Rechtsordnung in Kauf genommene Möglichkeit von Fehlern bei der Rechtserzeugung, sowohl bei der Rechtssetzung ([[Gesetz]]e und [[Verordnung]]en) als auch bei der Rechtsanwendung im Einzelfall ([[Bescheid]]e und [[Urteil (Recht)|Urteile]]). Trotz [[Rechtswidrigkeit]] seien Gesetze, Verordnungen und Einzelfallentscheidungen so lange bindend, bis sie durch ein dazu berufenes Gericht oder eine zuständige Behörde aufgehoben werden. Andernfalls können sie trotz Fehlerhaftigkeit in [[Bestandskraft|Bestands-]] bzw. [[Rechtskraft (Deutschland)|Rechtskraft]] erwachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Prämissen lässt sich jedoch nicht erklären, warum rechtswidrige Rechtsakte existieren und angewendet werden, obwohl es sie eigentlich nicht geben dürfte.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. ausführlich zur Kritik Luka Samonig: &amp;#039;&amp;#039;Fehlerkalkül – Alternativermächtigung – Revolution. Zur Geltung fehlerhafter letztinstanzlicher Entscheidungen.&amp;#039;&amp;#039; Wien, 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Österreich ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Normenkontrolle}}&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Fehlerkalkül&amp;#039;&amp;#039; ist vor allem in der Dogmatik des öffentlichen Rechts gebräuchlich, die weitgehend auf den rechtstheoretischen Fundamenten der Reinen Rechtslehre beruht.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispiel: {{Webarchiv|url=http://www.lsr-t.gv.at/de/content/%C2%A7-70-schug |wayback=20160304041308 |text=Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 18. Februar 2002, Zl. 99/10/0238 |archiv-bot=2023-12-22 16:04:13 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Prüfung, ob ein Gesetz verfassungswidrig ist, wird in Österreich vom [[Verfassungsgerichtshof (Österreich)|Verfassungsgerichtshof]] durchgeführt. Damit soll die Einheitlichkeit der Rechtsprechung gewährleistet werden. Gemäß Art 140 [[Bundes-Verfassungsgesetz]] ist dieser zur Prüfung der Verfassungsgemäßheit von Bundes- und Landesgesetzen berufen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.vfgh.gv.at/kompetenzen-und-verfahren/kompetenzen.de.html Kompetenzen des VfGH], auf der Website des Verfassungsgerichtshofes. Abgerufen am 7. Jänner 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist ein Gesetz verfassungswidrig, ist es vom VfGH aufzuheben.  Die Entscheidung hat [[Konstitutive Entscheidung|konstitutive]] Wirkung &amp;#039;&amp;#039;[[ex nunc]]&amp;#039;&amp;#039; oder ab bis zu einem Jahr später.&amp;lt;ref&amp;gt; [[Christian Waldhoff]]: [http://www.europarecht.nomos.de/fileadmin/eur/doc/Aufsatz_EUR_06_05.pdf &amp;#039;&amp;#039;Die Rückwirkung von EuGH-Entscheidungen. Finanzielle Auswirkungen europäischer Rechtsprechung als Kriterium einer Entscheidungsfolgenabschätzung&amp;#039;&amp;#039;] Europarecht 2006, S. 621&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Klaus Schlaich, Stefan Korioth |Titel=Das Bundesverfassungsgericht: Stellung, Verfahren, Entscheidungen |Verlag=Verlag C.H.BECK oHG |Datum=2019 |ISBN=978-3-406-74688-8 |DOI=10.17104/9783406746888 |Fundstelle=Randnummer 379 |Online=https://elibrary.vahlen.de/index.php?doi=10.17104/9783406746888 |Abruf=2022-03-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Aufhebung ist nur möglich, wenn das verfassungswidrige Gesetz bis zum Zeitpunkt der Aufhebung in Kraft war&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bruno Binder (Jurist)|Bruno Binder]]: &amp;#039;&amp;#039;Öffentliches Recht I, Skriptum.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, Linz, Manz, 2003, S. 367&amp;lt;/ref&amp;gt;. Andernfalls kann der Verfassungsgerichtshof nur feststellen, dass das Gesetz verfassungswidrig war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutschland ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Normenkontrolle}}&lt;br /&gt;
Was die Fehlerfolgen von [[Verwaltungsakt (Deutschland)|Verwaltungsakten]] angeht, kommt der Rechtsgedanke des &amp;#039;&amp;#039;Fehlerkalküls&amp;#039;&amp;#039; zum Ausdruck, ohne namentlich erwähnt zu werden. Denn grundsätzlich sind auch rechtswidrige Verwaltungsakte wirksam (vgl. {{§|43|vwvfg|juris}}). Sie können jedoch behördlich oder gerichtlich in gesetzlich vorgesehenen Verfahren aufgehoben werden. Nur ausnahmsweise sind Verwaltungsakte nichtig und daher unwirksam ({{§|43|vwvfg|juris}} Abs. 3, {{§|44|vwvfg|juris}} VwVfG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Bezug auf Rechtsnormen folgt die [[herrschende Meinung]] traditionell dem Nichtigkeitsdogma, nicht der Vernichtbarkeitslehre. In der Regel erklärt das [[Bundesverfassungsgericht]] verfassungswidrige Rechtsnormen [[deklaratorisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Klaus Schlaich, Stefan Korioth |Titel=Das Bundesverfassungsgericht: Stellung, Verfahren, Entscheidungen |Verlag=Verlag C.H.BECK oHG |Datum=2019 |ISBN=978-3-406-74688-8 |DOI=10.17104/9783406746888 |Fundstelle=Randnummer 380 |Online=https://elibrary.vahlen.de/index.php?doi=10.17104/9783406746888 |Abruf=2022-03-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; für nichtig (§§ 78 Satz&amp;amp;nbsp;1, 82 Abs.&amp;amp;nbsp;1, 95 Abs.&amp;amp;nbsp;3 Satz&amp;amp;nbsp;1 [[Bundesverfassungsgerichtsgesetz|BVerfGG]]). Davon macht es mit der bloßen Unvereinbarerklärung in gewissen Fällen eine Ausnahme. Im Laufe der Zeit wuchsen Zweifel am Nichtigkeitsdogma.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kyrill-Alexander Schwarz |Titel=Verfassungsprozessrecht |Verlag=Verlag C.H.BECK oHG |Datum=2021 |ISBN=978-3-406-78000-4 |DOI=10.17104/9783406780004 |Fundstelle=§ 6 Randnummer 45 |Online=https://www.beck-elibrary.de/index.php?doi=10.17104/9783406780004 |Abruf=2022-03-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Klaus Schlaich, Stefan Korioth |Titel=Das Bundesverfassungsgericht: Stellung, Verfahren, Entscheidungen |Verlag=Verlag C.H.BECK oHG |Datum=2019 |ISBN=978-3-406-74688-8 |DOI=10.17104/9783406746888 |Fundstelle=Randnummer 381 |Online=https://elibrary.vahlen.de/index.php?doi=10.17104/9783406746888 |Abruf=2022-03-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vereinigte Staaten ==&lt;br /&gt;
Im US-amerikanischen Recht hingegen gilt die absolute Nichtigkeit der Gesetze, verfassungswidrige Gesetze sind von Anfang an (absolut) nichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Sibyl Urbancic|Benjamin Kneihs]]: &amp;#039;&amp;#039;Kundmachung, Geltung, Fehlerkalkül&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Jan Sramek, 2012. ISBN 978-3-902638-58-8.&lt;br /&gt;
* [[Johannes Buchheim]]: &amp;#039;&amp;#039;Fehlerkalkül als Ermächtigung? Kelsens Theorie des Rechts letztverbindlicher Entscheidungen vor dem Hintergrund von H. L. A. Harts Rechtstheorie&amp;#039;&amp;#039;. Rechtstheorie Band 14. Berlin 2014, S. 59–78. &lt;br /&gt;
* [[Thomas Olechowski]]: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsgeschichte. Einführung in die historischen Grundlagen des modernen Rechts.&amp;#039;&amp;#039; Wien, 2006.&lt;br /&gt;
* [[Theo Öhlinger]]: &amp;#039;&amp;#039;Verfassungsrecht&amp;#039;&amp;#039;. 7. Auflage, Wien 2007.&lt;br /&gt;
* Luka Samonig: &amp;#039;&amp;#039;Fehlerkalkül – Alternativermächtigung – Revolution. Zur Geltung fehlerhafter letztinstanzlicher Entscheidungen.&amp;#039;&amp;#039; Wien, 2022.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Fehlerkalkul}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtstheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsphilosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Öffentliches Recht (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Öffentliches Recht (Deutschland)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;InternetArchiveBot</name></author>
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