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	<title>Fazenda - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Einsenkungsmarke: Formatierungen</title>
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		<updated>2025-05-20T21:39:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Formatierungen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt Fazenda als brasilianische Farm; für andere Bedeutungen siehe [[Fazenda (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fazenda&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; [{{IPA|fɐˈzẽdɐ}}] ({{ptS|fazenda|de=[[Bauernhof#Farm|Farm]]}}) ist in [[Brasilien]] heute ein [[Gehöft]], in der Regel ein Großbetrieb mit [[Viehzucht]] oder großflächigem [[Plantage]]nanbau. Im [[Spanisch]]en heißt sie {{lang|es|&amp;#039;&amp;#039;[[Hazienda|Hacienda]]&amp;#039;&amp;#039;}} oder {{lang|es|&amp;#039;&amp;#039;[[Estancia]]&amp;#039;&amp;#039;}}, im [[Englisch]]en {{lang|en|&amp;#039;&amp;#039;[[Ranch]]&amp;#039;&amp;#039;}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Das Wort {{lang|pt|&amp;#039;&amp;#039;fazenda&amp;#039;&amp;#039;}} steht im [[Portugiesische Sprache|Portugiesischen]] jedoch nicht nur für ‚Bauernhof‘, ‚[[Gutshof]]‘ oder ‚[[Landgut]]‘, sondern auch für ‚[[Staatsvermögen|öffentliches Vermögen]]‘, ‚[[Schatzamt]]‘. Deshalb sind auch [[Finanzministerium|Finanzministerien]] häufig so benannt. Pendant in [[Iberoamerika]] ist die [[Hazienda]] oder [[Estancia]]. In den [[USA]] werden größere landwirtschaftliche Anwesen als [[Bauernhof#Farm|Farm]] ({{enS|farm}}), in [[Australien]] als {{lang|en-AU|&amp;#039;&amp;#039;station&amp;#039;&amp;#039;}} bezeichnet. In Portugal selbst wird der Bauernhof {{ptS|quinta}} genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ministério da Fazenda 2017 03 15 2.jpg|mini|Demonstranten vor dem {{lang|pt|&amp;#039;&amp;#039;Ministério da Fazenda&amp;#039;&amp;#039;}} am 15. März 2017]]&lt;br /&gt;
Das Wort {{lang|pt|&amp;#039;&amp;#039;Fazenda&amp;#039;&amp;#039;}} wurde in [[Portugal]] bereits im [[Mittelalter]] als Bezeichnung für [[Finanzen]] oder [[Vermögen (Wirtschaft)|Vermögen]] ({{laS|facienda|de=was zu tun ist}}) verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=twm1DgAAQBAJ |Seite=15}} |Hrsg=Friedrich Jaeger |Titel=Enzyklopädie der Neuzeit |Band=5 |Datum=2007 |ISBN=9783476000538 |Seiten=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der Entdeckung Brasiliens durch den Portugiesen [[Pedro Álvares Cabral]] im April 1500 konzentrierte sich die vorindustrielle Wirtschaft auf die Fazenda, welche die wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Grundlage Brasiliens bildete.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Claus Metzger |Titel=Die gewerblich-technische Berufsausbildung im Bundesstaat São Paulo (Brasilien) im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland |Datum=1986 |ISBN=3-7883-0849-4 |Seiten=39}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahre 1591 erfolgte in Lissabon die Gründung eines {{lang|pt|&amp;#039;&amp;#039;Conselho da Fazenda&amp;#039;&amp;#039;}}, eines obersten Finanzrats, der für alle fiskalischen Belange Portugals und seiner [[Überseeprovinz (Portugal)|Überseebesitzungen]] zuständig war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Horst Pietschmann |Titel=Die staatliche Organisation des kolonialen Iberoamerika |Datum=1980 |ISBN=3-12-911410-6 |Seiten=175}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die institutionelle Bedeutung der „Fazenda“ geht auf das 1808 erstmals in Brasilien geschaffene ‚Staatssekretariat für Finanzangelegenheiten‘ ({{ptS|Secretaria de Estado dos Negócios da Fazenda}}) zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://super.abril.com.br/mundo-estranho/por-que-se-chama-o-ministerio-da-economia-de-fazenda/ |werk=Super Interessante |datum=18. April 2011 |titel=Por que se chama o Ministério da Economia de Fazenda? |abruf=18. November 2020 |sprache=pt}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Wortursprung sind „die Dinge, die zu machen sind“ ({{ptS|fazer}}). Der erste Präsident Brasiliens, [[Manuel Deodoro da Fonseca]], errichtete 1891 das {{lang|pt|&amp;#039;&amp;#039;Ministério da Fazenda&amp;#039;&amp;#039;}}, das heutige Finanzministerium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Kolonialzeit]] bis zum September 1822 wurde der [[Großgrundbesitz]] ebenfalls {{lang|pt|&amp;#039;&amp;#039;fazenda&amp;#039;&amp;#039;}} genannt, die zentrale soziale Institution. Die [[Agrarfläche]]n mussten weitgehend durch [[Brandrodung]] des [[Tropischer Regenwald|Primärregenwaldes]] geschaffen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften |Titel=Max-Planck-Forschung. Das Wissenschaftsmagazin der Max-Planck-Gesellschaft |Datum=2001 |ISSN=1616-4172 |Seiten=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Großgrundbesitzer zeichnete für das Funktionieren seines Landbesitzes verantwortlich. Der [[Paternalismus]] unterwarf [[Sklaven]] als [[Landarbeiter]], wenngleich der Besitzer sich als [[Landherrenschaft|Landherr]] ({{ptS|patrão}}) auch fürsorglich zeigte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=6ReQ84z54mMC |Seite=245}} |Hrsg=Deutscher Studienpreis |Titel=Mythos Markt? |Datum=2006 |ISBN=978-3-531-14991-2 |Seiten=246}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[indigene]]n und [[afrika]]nischen Sklaven litten dennoch unter extrem harten [[Arbeitsgestaltung|Arbeitsbedingungen]], waren schlecht gekleidet und wohnten in engen Sklavenhütten ({{ptS|senzelas}}); ihre [[Arbeitszeit]] von bis zu 16 Stunden täglich wurde von einem Sklavenbeaufsichtiger ({{ptS|feitor}}) überwacht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=qAe9BAAAQBAJ |Seite=435}} |Autor=Chirly dos Santos-Stubbe, Hannes Stubbe |Titel=Kleines Lexikon der Afrobrasilianistik |Datum=2014 |ISBN=9783847101826 |Seiten=436}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es handelte sich um [[Lohnarbeit]], die vom Landbesitzer überwiegend durch [[Agrarprodukt]]e bezahlt wurde ([[Naturalwirtschaft]]). Das Fazenda-System hatte zur Folge, dass jede Fazenda [[Autarkie]] besaß, welche die Existenz ihrer Bewohner sichern konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vergab die brasilianische Regierung zur Verbesserung der Fleischversorgung und zur Ausweitung der Fleischexporte große Flächen [[Wildnis|unerschlossener Naturgebiete]] an [[Großgrundbesitzer]] oder ausländische [[Investor]]en, welche Rinderfarmen anlegten. Da für eine extensive [[Rinderproduktion|Rinderhaltung]] große [[Weidefläche]]n benötigt werden, sind bis heute enorm große Flächen [[Tropischer Wald|tropischer Wälder]] und [[Savanne]]n mittels [[Brandrodung]] [[Entwaldung|entwaldet]] worden. Anschließend werden mit Flugzeugen Futtergräser auf den Rodungsflächen ausgesät. Um das Nachwachsen frischer Gräser zu ermöglichen, wird die Brandrodung jährlich wiederholt. Da sich auf diesen Flächen schnell [[Dornengewächs|Dornbüsche]] und giftige Pflanzen ausbreiten, welche die Futtergräser verdrängen, müssen immer wieder neue Flächen erschlossen werden. Schätzungen zufolge ist die [[Landwirtschaft Brasiliens]] durch die Umwandlung in Weideflächen am südlichen und östlichen Rand [[Amazonien]]s Urheber für ein Drittel der weltweiten Verluste an [[Tropischer Regenwald|Regenwaldflächen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter [[Fernando Collor de Mello]] wurde das Finanzministerium 1990 in {{lang|pt|&amp;#039;&amp;#039;Ministério da Economia, Fazenda e Planejamento&amp;#039;&amp;#039;}} umbenannt; 1992 erfolgte die Umbenennung in {{lang|pt|&amp;#039;&amp;#039;Ministério de Estado da Fazenda&amp;#039;&amp;#039;}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1990er Jahren wurde die [[Rinderproduktion]] intensiviert. Die freien Flächen werden in [[Ackerbau]]flächen umgewandelt, insbesondere für die Produktion von [[Soja]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Brasilien besitzen auch Länder wie [[Spanien]] und [[Chile]], in denen das Wort ({{esS|[[Hazienda|hacienda]]}}) eine ähnliche Bedeutung hat, das Finanzministerium als Regierungsbehörde, welche die [[Staatsfinanzen]] verwaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung als Bauernhof ==&lt;br /&gt;
In der [[Umgangssprache]] und Wirtschaftssprache wird das Wort „Fazenda“ heute für Bauernhof, Landgut oder Landsitz verwendet. Dabei wird nicht unterschieden, ob es sich um [[Kleinbauer]]n oder [[Großgrundbesitzer]] handelt; sie alle heißen Farmer ({{ptS|fazendeiros}}). Die Fazenda als Ganzes beinhaltet das [[Bauernhaus]] ({{ptS|casa de fazenda}}), die [[Scheune]] ({{ptS|celeiro}}) und die gesamte [[landwirtschaftliche Nutzfläche]] ({{ptS|terras agrícolas}}). Schwerpunkte der [[Agrarproduktion]] sind Viehhaltung, Kaffee- und Kakaoanbau sowie Soja-  und Zuckerrohrplantagen ({{ptS|engenhos}}). Durch die Fazendas entwickelte sich Brasilien anfangs zu einem [[Agrarstaat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Henrique Manzo - Fazenda em Campinas, 1840, Acervo do Museu Paulista da USP.jpg|Gemälde {{lang|pt|&amp;#039;&amp;#039;Fazenda em Campinas&amp;#039;&amp;#039;}} von Henrique Manzo (1840)&lt;br /&gt;
Fazenda Paraiso oléo sobre tela.jpg|Gemälde {{lang|pt|&amp;#039;&amp;#039;Fazenda do Paraízo&amp;#039;&amp;#039;}} von Nicola Facchinetti (1853)&lt;br /&gt;
Fazenda Da Lagoa.jpg|[[Kaffee]]-Fazenda Da Lagoa nahe [[Santo Antônio do Amparo]], [[Minas Gerais]]&lt;br /&gt;
Image:Pico Alto REFON.jpg|Eine Fazenda im [[São Paulo (Bundesstaat)|Bundesstaat São Paulo]]&lt;br /&gt;
Image:Faz São Luiz - Macuco - 050507 REFON 14.JPG|Kaffee-Fazenda, im Vordergrund werden auf Terrassen Kaffeebohnen getrocknet&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerhalb Brasiliens werden brasilianische Fazendas meist mit Großgrundbesitzern assoziiert. Das ist kein Zufall, denn Brasilien ist das Land mit der weltweit ungerechtesten Landverteilung. Insgesamt sind 4,8 Millionen brasilianische Familien [[Landlose]], während sich 46 % der [[Staatsfläche]] in den Händen der 4.000 größten Großgrundbesitzer befindet. Diese verfügen über 85 Millionen Hektar Agrarfläche.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/kampf-um-land-in-brasilien |hrsg=Kooperation Brasilien |datum=1. März 2006 |titel=Kampf um Land in Brasilien |abruf=2025-05-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1998 waren 2,8 % der Bauern Großgrundbesitzer mit zusammen 57 % der [[Agrarfläche]], wohingegen 90 % der Bauern sich 22 % der Fläche teilen mussten. Als größte brasilianische Fazenda gilt ein Anwesen mit 510.000&amp;amp;nbsp;ha (also 5.100&amp;amp;nbsp;km²; davon 300.000&amp;amp;nbsp;ha Weideland, 20.000&amp;amp;nbsp;ha Sojaanbau) und 350.000 Rindern im Bundesstaat [[Pará]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel ist der Schriftsteller [[Monteiro Lobato]], der nach dem Jurastudium von seinem Großvater eine Fazenda geerbt hatte und die Farm mit [[Inventar]] und [[Personal]] übernahm. Bereits 1914 prangerte er in zwei Zeitungsartikeln in der {{lang|pt|&amp;#039;&amp;#039;O Estado de São Paulo&amp;#039;&amp;#039;}} unter der Überschrift ‚Alte Plage‘ ({{ptS|Velha Praga}}) die von den Bauern praktizierte Brandrodung an; 1917 verkaufte er die Farm zu Gunsten des Stadtlebens in São Paulo.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=ZCRyDQAAQBAJ |Seite=272}} |Autor=Karl Kohut |Titel=Kurze Einführung in Theorie und Geschichte der lateinamerikanischen Literatur |Datum=2016 |ISBN=9783643132413 |Seiten=271 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Chácara]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4166683-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen (Viehwirtschaft)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landwirtschaft (Brasilien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Haltung von Rindern]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen (Brasilien)|!]]&lt;/div&gt;</summary>
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