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	<title>Fastentuch - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fastentuch&amp;diff=133896&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;ManfRomeoWohlfahrt: /* Weblinks */ Toter Link wurde erstsetzt: Riesiges Fastentuch im Bonner Münster</title>
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		<updated>2026-02-25T12:30:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks: &lt;/span&gt; Toter Link wurde erstsetzt: Riesiges Fastentuch im Bonner Münster&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bendern Altar.jpg|mini|[[Benderer Fastentuch]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fastentuch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Hungertuch&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Palmtuch&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Passionstuch&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Schmachtlappen&amp;#039;&amp;#039;, [[Lateinische Sprache|lateinisch]] &amp;#039;&amp;#039;velum quadragesimale&amp;#039;&amp;#039;, „Fasten(zeit)velum“) verhüllt in der [[Fastenzeit]] (Quadragesima) in [[Katholische Kirche|katholischen]] und [[Evangelische Kirche|evangelischen]] [[Kirchengebäude]]n die bildlichen Darstellungen [[Jesus von Nazareth|Jesu]], in der Regel das [[Kruzifix]]. Es entstand aus dem jüdischen [[Tempelvorhang]], der im [[Neues Testament|Neuen Testament]] im Zusammenhang mit dem Kreuzestod Jesu mehrfach erwähnt wird ({{B|Mt|27|51|EU}}; {{B|Mk|15|38|EU}}; {{B|Lk|23|45|EU}}). In [[Deutschland]] haben vor allem die [[Bischöfliches Hilfswerk Misereor#Hungertücher|Hungertücher]], die das katholische Hilfswerk [[Bischöfliches Hilfswerk Misereor|Misereor]] seit 1976 herausgibt,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Wieso, weshalb, warum verhüllen wir das Kreuz? |Sammelwerk=[[KirchenZeitung – Die Woche im Bistum Hildesheim|KirchenZeitung]] |Nummer=12 |Datum=2023-03-26 |Seiten=13}}&amp;lt;/ref&amp;gt; weite Verbreitung gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liturgie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fastentuch-Freiburg-Muenster-24022005.jpg|mini|Fastentuch im [[Freiburger Münster]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fastentuch kann während der gesamten Fastenzeit im [[Chor (Architektur)|Chor]] hängen (daher [[Latein|lat.]] &amp;#039;&amp;#039;velum quadragesimale&amp;#039;&amp;#039; „Tuch der [[Quadragesima|40 Tage]]“, als Bezug auf den Tempelvorhang auch &amp;#039;&amp;#039;velum templi&amp;#039;&amp;#039;). In manchen Kirchen wird es vor dem Passions- oder dem Palmsonntag angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tuch trennt die [[Kirchengemeinde|Gemeinde]] optisch vom [[Altar]]raum und dessen Schmuck und erlaubt der Gemeinde, die [[Liturgie]] lediglich hörend zu verfolgen. Zur körperlichen [[Buße (Christentum)|Buße]] des Fastens tritt eine geistliche. Der volkssprachliche Ausdruck „am Hungertuch nagen“ bezieht sich somit nicht nur auf materielle Armut. Das Fastentuch wurde nach der [[Komplet]] des ersten [[Fastensonntag]]s aufgehängt und blieb bis zur Komplet des Mittwoch in der [[Karwoche]]. An Sonntagen und bei besonderen Gottesdiensten wie der [[Priesterweihe]] wurde es zurückgezogen, regional auch während der [[Elevation (Liturgie)|Elevation]] bei der [[Heilige Messe|heiligen Messe]] an Werktagen. Manche Fastentücher waren in der Mitte geteilt und konnten nach beiden Seiten auseinandergezogen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Joseph Braun (Theologe, 1857)|Joseph Braun]] |Titel=Die Liturgischen Paramente in Gegenwart und Vergangenheit. Ein Handbuch der Paramentik |Auflage=2., verbesserte Auflage |Verlag=Herder |Ort=Freiburg (Breisgau) |Datum=1924 |Kommentar=Reprographischer Nachdruck. Verlag Nova und Vetera, Bonn 2005 |ISBN=3-936741-07-7 |Seiten=234f}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fastentücher dieser Art gibt es aus dem Ende des [[13. Jahrhundert]]s ([[St. Peter und Paul (Brandenburg an der Havel)]]) sowie aus dem [[15. Jahrhundert]] ([[Güglingen]], [[Württemberg]], und [[Dresden]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunstgeschichte ==&lt;br /&gt;
Bereits die „[[Consuetudo|Consuetudines]]“ der [[Abtei Farfa]] erwähnten um das Jahr 1000 den Brauch des Fastentuchs. Bis ins 12. Jahrhundert blieb dieses ein rein symbolisches Objekt aus einfarbigem [[Gewebe (Textil)|Stoff]] – häufig Leinen, auch Seide –, der nur im Einzelfall durch [[ornament]]ale [[Sticken|Stickerei]] verziert wurde. Danach wurde das Fastentuch als Form der [[Christliche Kunst|christlichen Kunst]] entdeckt, diese blieb über mehrere Jahrhunderte produktiv. Eine Beschreibung aus dem Jahr 1493 belegt, dass zwischen 1126 und 1149 im [[Kloster St. Ulrich und Afra (Augsburg)|Kloster St. Ulrich und Afra]] zu [[Augsburg]] ein (nicht mehr erhaltenes) Fastentuch mit künstlerischen Darstellungen entstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schwerpunkte der künstlerischen Entwicklung waren einerseits die Alpenregion, vornehmlich Kärnten und Tirol, andererseits in Norddeutschland mit Westfalen und Niedersachsen. Einheitlich blieb der Motivkreis der Darstellungen, die im Sinne einer [[Bilderbibel]] Szenen aus dem Leben [[Jesus Christus|Jesu Christi]] zeigten, im weiteren Verlauf die gesamte [[Heilsgeschichte]], lokal beschränkt auch Szenen aus dem Leben der [[Heiliger|Heiligen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fastentuch.jpg|mini|Ausschnitt des Fastentuchs im [[Museum Gherdëina]], [[Südtirol]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Jahr 1612 entstandene Freiburger Fastentuch mit einer Fläche von 12,25&amp;amp;nbsp;m × 10,14&amp;amp;nbsp;m und einem Gewicht von 300&amp;amp;nbsp;kg gilt als das größte bekannte Fastentuch der Welt. Gefertigt wurde das aus dreizehn Leinenbahnen bestehende Werk vermutlich unter der Leitung von Franz Arparel. Technisch handelt es sich um eine klassische Tüchleinmalerei. Dabei wurde das Leinen zunächst mit Kleister grundiert, bevor die Künstler die biblischen Szenen nach einer rot-schwarzen Vorzeichnung in mehreren Farbschichten vollendeten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Fridolin Keck |Titel= Das Freiburger Fastentuch 1612–2012 |Verlag=Promo Verlag |Ort=Freiburg |Datum=2012-01-01 |ISBN=978-3-923288-47-2}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Alpenländischer Kulturkreis ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Millstätter Fastentuch Gefangennahme.jpg|mini|links|hochkant|[[Stift Millstatt#Millstätter Fastentuch|Millstätter Fastentuch]], Detail: Gefangennahme Christi im Garten [[Getsemani]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alpenländische Tradition veränderte die Werkstoffe; das Fastentuch bestand hier aus mehreren horizontal vernähten Bahnen fester [[Leinwand]], die in der Praxis der sogenannten Tüchleinmalerei schon mit [[Tempera]]farben bemalt wurden. Dadurch entstand eine Frühform der [[Tuchmalerei]], während der gebräuchlichste [[Malgrund]] noch bis ins [[15. Jahrhundert]] hinein Holz blieb. Ein künstlerischer Höhepunkt ist das Fastentuch in der [[Romanik|romanischen]] [[Basilika (Bautyp)|Basilika]] zu [[Gurk (Kärnten)|Gurk]] (1458), das 99 Einzelmotive in horizontal angeordneten Streifen zeigt. Es ist in seiner Motivverknüpfung und in der erzählerischen Bildstruktur ein typisches Beispiel [[Sequenzielle Kunst|sequenzieller Kunst]]. Das Fastentuch ist üblicherweise ein schlichtes oder in [[Sticken#Weißstickerei|Weißstickerei]] gefertigtes, auch mit biblischen Darstellungen versehenes Tuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:MarienfelderHungertuch.jpg|mini|Hungertuch aus dem ehemaligen [[Kloster Marienfeld (Münsterland)|Kloster Marienfeld]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:6DHo 05-03-2014 07103 10FB.jpg|mini|Fastentuch in [[St. Johannes der Täufer (Billerbeck)| St. Johanni]], Billerbeck]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Norddeutscher Kulturkreis ===&lt;br /&gt;
Die Schöpfer von Fastentüchern aus Westfalen und Niedersachsen behielten zwar [[Flachsfaser|Leinen]] als Material und Stickerei als Arbeitstechnik bei, veränderten jedoch die Gestaltung, indem sie einzelne Motive auf kleineren Rechtecken abbildeten, die durch Leinenstege verbunden sind – ein [[Patchwork|Flickenteppich]] bzw. textiles [[Mosaik]]. Vereinzelt wurde auf straff gespanntem Leinen aber auch Malerei versucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von der norddeutschen Tradition setzten sich allmählich Motive der [[Passion Jesu|Passion]] [[Jesus Christus|Christi]] durch. Ein zentrales Thema seit dem 16. Jahrhundert wurde die [[Kreuz (Christentum)#Darstellung des christlichen Kreuzes und der Kreuzigung Christi in der Kunst|Darstellung der Kreuzigung Christi]]; die [[Komposition (Bildende Kunst)|Bildkomposition]] nahm die &amp;#039;&amp;#039;Arma Christi&amp;#039;&amp;#039; (die [[Leidenswerkzeuge]] Christi) auf. Darin tritt ein [[Paradoxon]] zwischen [[Theologie|theologischer]] und künstlerischer Idee zutage, hatte doch das Fastentuch bisher dazu gedient, den Anblick des [[Kruzifix]]es zeitweilig zu verhüllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Marienfelder Fastentuch diente im 19. Jahrhundert als Vorlage für einige andere Fastentücher im Münsterland. So befinden sich heute noch welche nach diesem Vorbild in [[St. Johannes der Täufer (Billerbeck)|Billerbeck St. Johanni]], [[St. Felizitas (Lüdinghausen)|Lüdinghausen St. Felizitas]], [[St. Dionysius (Nordwalde)|Nordwalde St. Dionysius]] und [[St. Laurentius (Warendorf)|Warendorf St. Laurentius]].&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- ???&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
|Fastentuch [[St. Magnus (Everswinkel)|Everswinkel St. Magnus]]. Älteste Bestandteile von 1614.&lt;br /&gt;
|Fastentuch [[Nottuln]] St. Martinus. Ursprünglich von 1629; nach altem Vorbild gänzlich neu erstellt 1858 bzw. 2008.&lt;br /&gt;
|[[St. Marien (Warendorf)|Warendorf St Marien]]. Fastentuch aus dem 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
|Freckenhorst [[St. Bonifatius (Freckenhorst)|Stiftskirche St. Bonifatius]]. Aktuell verwendetes Fastentuch von 1925.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Brauchtum ==&lt;br /&gt;
Die Fertigung und Anbringung eines Fastentuchs wurde – mit wenigen Ausnahmen – als religiöses [[Brauchtum]] bis ins 18. Jahrhundert nur in katholischen Gegenden beibehalten, da sich [[Martin Luther|Luther]] gegen diese Tradition der [[Christliche Kunst|Sakralkunst]] als „Gaukelwerk“ aussprach. Obwohl sie einst weit über die ursprünglichen Grenzen hinausreichte, blieb sie nach der [[Reformation]] nur in den Entstehungsbieten erhalten; vereinzelt gibt es dort noch Kirchen, die die Tradition pflegen. Allerdings zeigt sich, dass das Fastentuch als Kunstform neu entdeckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Brandenburg an der Havel]] beherbergt in seinem Dommuseum das um 1290 [[Sticken|gestickte]] &amp;#039;&amp;#039;Brandenburger Hungertuch&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* Das mit nur fünf kleinen Bildern bestickte [[Everswinkel]]er Fastentuch entstand im Jahr 1614; es ist das älteste im [[Münsterland]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.bshv-everswinkel.de/heimatverein/geschichte/pdf/24-hungertuch.pdf | wayback=20191029082315 | text=&amp;#039;&amp;#039;Das Everswinkeler Hungertuch von 1614.&amp;#039;&amp;#039;|format=PDF}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Das [[Hochaltar des Freiburger Münsters#Das Fastentuch|Fastentuch im Freiburger Münster]] von 1612 ist mit einer Fläche von 10,14 mal 12,25 Metern das größte noch erhaltene Stück in Europa. Als spätes Werk aus [[Reformation|nachreformatorischer]] Zeit zeigt es eine große Nähe zur Bildwelt [[Albrecht Dürer|Dürers]].&amp;lt;ref&amp;gt;Claudia Füßler: [http://www.badische-zeitung.de/neues-fuer-kinder/die-augen-verzichten--82139321.html &amp;#039;&amp;#039;Die Augen verzichten.&amp;#039;&amp;#039;] [[Badische-zeitung.de]], 22. März 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;ahf: [http://www.badische-zeitung.de/freiburg-mitte/seit-donnerstag-haengt-wieder-das-fastentuch-im-muenster--100761750.html &amp;#039;&amp;#039;Seit Donnerstag hängt wieder das Fastentuch im Münster.&amp;#039;&amp;#039;] [[Badische-zeitung.de]], 20. Februar 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Das [[Güglinger Palmtuch]] ersetzte 1988 ein historisches, im Jahre 1849 verbranntes Palmtuch der [[Mauritiuskirche]] in Güglingen. Es wurde von 40 deutschen Künstlern gestaltet.&lt;br /&gt;
* Im Museum [[Telgte#Museen|Relígio]] in [[Telgte]] hängt das [[Telgter Hungertuch]] von 1623, dessen 33 Bildfelder in [[Filet (Textil)|Filettechnik]] hergestellt wurden. Es ist 7,40&amp;amp;nbsp;m × 4,40&amp;amp;nbsp;m groß.&lt;br /&gt;
:{{Hauptartikel|Telgter Hungertuch}}&lt;br /&gt;
* Das Hungertuch der St.-Felizitas-Kirche in Vreden ist eine Stiftung der Äbtissin Agnes von Limburg-Stirum aus dem Jahr 1619. Es ist ganz der westfälischen Hungertuchtradition verpflichtet und daher eine typische Leinen-Filetstopfarbeit. Das zentrale Motiv ist die Kreuzigung. In seiner Gesamtheit ist das Tuch annähernd quadratisch mit den Außenmaßen 4,85 × 4,50&amp;amp;nbsp;m.&lt;br /&gt;
:{{Hauptartikel|Vredener Hungertuch}}&lt;br /&gt;
* In der ehemaligen [[Kloster Marienfeld (Münsterland)|Abteikirche in Marienfeld]] gibt es ein Hungertuch aus Filetstopferei und [[Flachsfaser|Leinenstreifen]]. Auf dem 3&amp;amp;nbsp;m hohen und 6,80&amp;amp;nbsp;m breiten Werk ist die Kreuzigung mit [[Maria (Mutter Jesu)|der Gottesmutter]] und [[Johannes (Apostel)|dem Apostel Johannes]] dargestellt, vier Felder zeigen die Leidenswerkzeuge. Umrahmt ist das Fastentuch von einem breiten [[Fries]] mit Blattrankenmuster. Die eingestickte Jahreszahl 1867 stammt von einer Ausbesserung. Experten datieren die Entstehung des Tuches in die zweite Hälfte des 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
* [[Zittau]] ([[Oberlausitz]]) besitzt mit dem von [[Jakob Gürtler]] 1472 gespendeten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Bernd Hallier |Titel=Sammler, Stifter und Mäzene des Handels |Verlag=EHI Eurohandelsinstitut |Ort=Köln |Datum=2002 |Seiten=246}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Großen Fastentuch&amp;#039;&amp;#039; (8,20 × 6,80&amp;amp;nbsp;m), das 90 Felder in 10 Reihen hat und in der eigens dafür als Museum gestalteten [[Kreuzkirche (Zittau)|Kreuzkirche]] gezeigt wird, und dem &amp;#039;&amp;#039;Kleinen Fastentuch&amp;#039;&amp;#039; mit den [[Arma Christi]] (4,31 × 3,49&amp;amp;nbsp;m) von 1573 im Kulturhistorischen Museum [[Franziskanerkloster Zittau|Franziskanerkloster]], beide in [[Tempera]] auf [[Flachsfaser|Leinen]], zwei einzigartige Kunstschätze. Das [[Kleines Zittauer Fastentuch|Kleine]] wie auch das [[Großes Zittauer Fastentuch|Große Zittauer Fastentuch]] sind die einzigen überlieferten Exemplare ihrer Art in Deutschland und gehören zu den bedeutendsten überhaupt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Volker Dudeck |Titel=Das Große Zittauer Fastentuch im Museum Kirche zum Heiligen Kreuz |Sammelwerk=[[Sächsische Heimatblätter]] |Band=47 |Nummer=4–5 |Datum=2001 |Seiten=212–217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:{{Hauptartikel|Großes Zittauer Fastentuch|Kleines Zittauer Fastentuch}}&lt;br /&gt;
* Die katholische Kirchengemeinde [[Herz-Jesu-Kirche (Bernau)|Herz Jesu]] in [[Bernau bei Berlin]] erstellte 2007 mit Jugendlichen in einer 48-Stunden-Aktion mit einem „Hungertuch XXL“ (über 220&amp;amp;nbsp;m² Fläche) das bis dahin größte Hungertuch der Welt.&lt;br /&gt;
* 2007 hing zum ersten Mal auch ein Fastentuch im [[Bonner Münster]], das der Wormser Fotograf und Grafiker Norbert Bach schuf. Es bezieht sich auf das Elisabethjahr und verknüpft die Geschichte der hl. [[Elisabeth von Thüringen|Elisabeth]] mit anderen Werken der Barmherzigkeit.&lt;br /&gt;
* 2015 gibt es in der Kirche [[St. Nikolaus (Bad Kreuznach)|St. Nikolaus]] in [[Bad Kreuznach]] ein Fastentuch aus dem Jahr 1584, 195 × 135&amp;amp;nbsp;cm. Das Leinentuch mit Stickerei wird bereits um 1900 in einem unter Pastor Johann-Benedikt Kirsch verfassten Kirchenführer von St. Nikolaus erwähnt.&lt;br /&gt;
* Im Jahr 2016 wurde ein neues Fastentuch für die ev.-luth. [[Gartenkirche St. Marien]] in Hannover von der Textilkünstlerin Constanze Rilke geschaffen. Auf 7 × 4 Metern zeigt es ein „Blütenmeer“, das auf die Gärten der Bibel verweist und so den Namen der Kirche (Gartenkirche) aufnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.gartenkirche.de/Die-Gartenkirche0/Ausstattung/Fastentuch Fastentuch] Ev.-luth. Gartenkirche St. Marien.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Altäre der [[St. Laurentius (Schönau an der Brend)#Fastentücher|Kirche St. Laurentius]] im unterfränkischen [[Schönau an der Brend]] werden in der Fastenzeit mit drei rund 300 Jahre alten sechs Meter hohen und drei Meter breiten Fastentüchern verhängt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hanns Friedrich |Titel=Überdimensionale Fastentücher|Sammelwerk=[[Main-Post]] |Verlag=Main-Post GmbH (Deutschland) |Ort=Würzburg |Datum=2024-03-27 |Seiten=5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreich ===&lt;br /&gt;
[[Datei:S5002662.JPG|mini|Teile des Fastentuchs der Musik- und der Sportmittelschule Wendstattgasse in Wien]]&lt;br /&gt;
* Im Jahr 1426 wird in den [[Rechnungsbuch|Rechnungsaufzeichnungen]] der [[Alte Pfarrkirche Gries|Marienpfarrkirche Gries]] die Bezahlung für ein bemaltes „hungertuch“, in Auftrag gegeben bei einem „Jacob maler“ aus [[Bozen]], unter den Ausgaben verbucht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Hannes Obermair]], [[Volker Stamm]] |Titel=Zur Ökonomie einer ländlichen Pfarrgemeinde im Spätmittelalter. Das Rechnungsbuch der Marienpfarrkirche Gries (Bozen) von 1422 bis 1440 |Reihe=Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs |BandReihe=33 |Verlag=Verlagsanstalt Athesia |Ort=Bozen |Datum=2011 |ISBN=978-88-8266-381-0 |Seiten=20 u. 77, Nr. 421ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Das von [[Konrad von Friesach]] 1458 geschaffene Fastentuch im [[Dom zu Gurk]] ist das größte (9 × 9&amp;amp;nbsp;m) und älteste bekannte Fastentuch Österreichs.&lt;br /&gt;
* Die Pfarrkirche von [[Stift Millstatt|Millstatt]] ([[Kärnten]]) beherbergt ein 1593 von Oswald Kreusel mit 41 Szenen bemaltes Werk, das im Original erhalten blieb.&lt;br /&gt;
* Das [[frühbarock]]e Fastentuch aus der St. Jakobskirche in [[St. Ulrich in Gröden]] ist dort im [[Museum Gherdëina]] zu besichtigen. Das Tuch mit 24 Bildern ist 4,75&amp;amp;nbsp;m breit und 3,65&amp;amp;nbsp;m hoch.&lt;br /&gt;
* [[Traun (Stadt)|Traun]] in [[Oberösterreich]] ist eher der norddeutschen Tradition verpflichtet, da es die Bildflächen von Kindern bemalen lässt.&lt;br /&gt;
* Inzwischen nimmt man vereinzelt auch im protestantischen Umfeld die Tradition der Fastentücher auf, so z.&amp;amp;nbsp;B. in der [[Auferstehungskirche (Villach)|Auferstehungskirche Villach-Nord]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://villachnord.at/&amp;lt;/ref&amp;gt; oder in der [[Kirche im Stadtpark (Villach)|Kirche im Stadtpark]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.villach-evangelisch.at/&amp;lt;/ref&amp;gt; in Villach. Es handelt sich dabei um Jungschar- (Auferstehungskirche) bzw.  um Schülerprojekte (Kirche im Stadtpark). Beide Werke stammen aus den frühen 2000er Jahren.&lt;br /&gt;
* Im [[Österreichisches Museum für Volkskunde|Österreichischen Museum für Volkskunde]] in [[Wien]] ist ein 32&amp;amp;nbsp;m² großes Fastentuch mit 36 Feldern ausgestellt. Es stammt vermutlich aus dem Kärntner Raum und trägt die Jahreszahl 1640.&lt;br /&gt;
* Im Wiener [[Stephansdom]] werden seit 2015 Fastentücher in Form von moderner Kunst installiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dompfarre.info/Pfarrgruppen/Kulturelle_Gruppen/Kunst_im_Dom &amp;#039;&amp;#039;Kunst im Dom&amp;#039;&amp;#039;] auf dompfarre.info&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Rekord des weltgrößten Hungertuchs in Bernau bei Berlin wurde bereits im Folgejahr, im März 2008, von der &amp;#039;&amp;#039;Musik- und Sportmittelschule Wendstattgasse im 10. Bezirk in Wien&amp;#039;&amp;#039; überboten. In dreiwöchiger Arbeit bemalten die Schüler der beiden Schulen ein 400&amp;amp;nbsp;m² großes Tuch mit Motiven aus dem Leben Jesu und zeitgeschichtlichen Themen.&lt;br /&gt;
* Die [[österreich]]ischen Pfarreien Am Schüttel in Wien und St. Othmar in [[Mödling]] lassen jährlich Fastentücher von zeitgenössischen Künstlern erstellen.&lt;br /&gt;
[[Datei:2021-04-02 Fastentuch, Karfreitag, Michaelerkirche Wien, 19 45Uhr Foto Balaia 300dp Kopie.jpg|mini|Fastentuch von Michael Hedwig in der Wiener Michaelerkirche, 2021]]&lt;br /&gt;
* In der Wiener [[Michaelerkirche (Wien)|Michaelerkirche]] werden seit vielen Jahren während der Fastenzeit künstlerisch gestaltete Fastentücher gezeigt, unter anderem von  [[Alfred Hrdlicka]] (1994) und [[Michael Hedwig]] (2020–2023).&amp;lt;ref&amp;gt;Gabriele Mohler: [https://phaidra.univie.ac.at/detail/o:1283043 &amp;#039;&amp;#039;„Das Fastentuch in der Wiener Michaelerkirche von 2004“. Ein Dialog zwischen Gegenwart und Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039;] Universität Wien, [[Diplomarbeit]], Wien 2012, S. 33–35.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.meinbezirk.at/innere-stadt/c-regionauten-community/fastentuch-von-michael-hedwig_a4456167 &amp;#039;&amp;#039;Fastentuch von Michael Hedwig.&amp;#039;&amp;#039;] meinbezirk.at, abgerufen am 21. Juni 2023&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schweiz ===&lt;br /&gt;
* Das Fastentuch der christkatholischen Stadtkirche St. Martin im schweizerischen [[Rheinfelden AG|Rheinfelden]] (3,24 mal 2,53&amp;amp;nbsp;m) blieb über 400 Jahre im Altar der Kirche verborgen und wurde erst 1977 zufällig im Rahmen einer Zivilschutzübung entdeckt. In der Schweiz ist bislang lediglich noch in [[Unterägeri]] ein solch altes Fastentuch bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Ingrid Arndt: [https://www.badische-zeitung.de/der-fund-des-fastentuchs-ist-ein-gluecksfall &amp;#039;&amp;#039;Der Fund des Fastentuchs ist ein Glücksfall.&amp;#039;&amp;#039;] [[Badische-zeitung.de]], 19. Februar 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Das [[Sachsler Meditationstuch]] des [[Niklaus von Flüe]] dürfte als Fastentuch entstanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Niederlande ===&lt;br /&gt;
* Museum Catherijneconvent Utrecht&lt;br /&gt;
* Rijksmuseum Twenthe (aus der Kirche von Korschenbroich, 1624)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spanien ===&lt;br /&gt;
* Das um 1560 entstandene Fastentuch der Kirche von [[Villoslada de Cameros]] in der Autonomen Region [[La Rioja (spanische Region)|La Rioja]] ist eindeutig flämischen Ursprungs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Markus Aronica (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Passion in Weiß. Das Freiburger Fastentuch – eine geistliche Einführung.&amp;#039;&amp;#039; Promo Verlag, Freiburg im Breisgau 2013, ISBN 978-3-923288-77-9.&lt;br /&gt;
* Paul Engelmeier: &amp;#039;&amp;#039;Westfälische Hungertücher vom 14. bis 19. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen aus den westfälischen Museen.&amp;#039;&amp;#039; Band 4). Aschendorff, Münster 1961.&lt;br /&gt;
* Anja Schöne, [[Peter Knüvener]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Fastentücher. Neue Forschungen.&amp;#039;&amp;#039; Waxmann, Münster / New York 2025.&lt;br /&gt;
* [[Reiner Sörries]]: &amp;#039;&amp;#039;Die alpenländischen Fastentücher. Vergessene Zeugnisse volkstümlicher Frömmigkeit.&amp;#039;&amp;#039; Klagenfurt 1988.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Velum quadragesimale|Fastentuch}}&lt;br /&gt;
* [http://www.rdklabor.de/wiki/Fastentuch &amp;#039;&amp;#039;Fastentuch&amp;#039;&amp;#039;] (RdK-Labor)&lt;br /&gt;
* [https://zittau.de/de/tourismus-kultur-freizeit/sehenswertes/die-zittauer-fastent%c3%bccher &amp;#039;&amp;#039;Zittauer Fastentuecher&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [https://www.domradio.de/artikel/riesiges-fastentuch-im-bonner-muenster &amp;#039;&amp;#039;Bonner Fastentuch&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [http://www.sagen.at/doku/fastentuecher/Fastentuecher_Kaernten.html &amp;#039;&amp;#039;Kärntner Fastentücher&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fastentuch| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;ManfRomeoWohlfahrt</name></author>
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