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	<title>Faserpflanze - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Faserpflanze&amp;diff=1056234&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Alossola: BKS-Links ersetzt || EN bearb.</title>
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		<updated>2024-09-18T22:37:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;BKS-Links ersetzt || EN bearb.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Cannabis sativa.jpg|miniatur|Nutzhanfpflanzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Redundanztext&lt;br /&gt;
|3=Faserpflanze&lt;br /&gt;
|4=Naturfaser#Pflanzenfasern&lt;br /&gt;
|5=Faser#Pflanzliche_Fasern_(Pflanzenfasern)|2=Februar 2024|1=[[Benutzer:KaiKemmann| Kai Kemmann]] &amp;lt;small&amp;gt;([[Benutzer Diskussion:KaiKemmann|Diskussion]]) - [[Wikipedia:Unterschriftenliste_für_eine_liberale_Löschpraxis|Verbessern statt löschen]] -&amp;lt;/small&amp;gt; 20:11, 19. Feb. 2024 (CET)}}&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Faserpflanzen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man in der [[Landwirtschaft]] alle Pflanzen, die hauptsächlich zur Gewinnung ihrer [[Naturfaser|Fasern]] angebaut werden bzw. angebaut werden könnten. Dabei können unterschiedliche Pflanzenteile für die [[Fasergewinnung]] relevant sein, wodurch eine Unterscheidung in Samenfasern, Bastfasern und Blattfasern getroffen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht ==&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;(siehe auch Artikel [[Faser]] und [[Naturfaser]])&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:A Baumwolle Kapsel offen1.JPG|miniatur|Reife, geöffnete Baumwollkapseln]]&lt;br /&gt;
[[Datei:SisalFarmDrying.jpg|miniatur|Trocknung von Sisalfasern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle pflanzlichen Fasern bestehen aus unterschiedlichen Anteilen an [[Cellulose]], [[Lignin]], [[Pektin]], [[Hemicellulose]], anderen, wasserlöslichen Substanzen und teilweise [[Wachs]]en. Ihre genaue Zusammensetzung kann sehr unterschiedlich sein. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist der [[Polymerisationsgrad]] (häufig auch DP = Degree of Polymerization) der Cellulose, das heißt die Anzahl an [[Glucose]]resten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Franck&amp;quot; /&amp;gt; Dieser hat großen Einfluss auf die Fasereigenschaften. So steigt etwa die Faserfestigkeit mit steigendem Polymerisationsgrad. [[Faser|Pflanzenfasern]] haben, abhängig von Pflanzenart und -teil, unterschiedliche Eigenschaften. Sie kommen als [[Leitbündel]] im [[Sprossachse|Stängel]] oder [[Stamm (Pflanze)|Stamm]], in der [[Rinde]] (etwa als [[Bast (Baum)|Bast]]) und als [[Same (Pflanze)|Samen]]-Fortsätze vor. Im Fall der Bast- und Blattfasern dienen sie als Verstärkung der Pflanzenteile, im Fall der Baumwolle dienen die [[Samenhaar]]e der Verbreitung des Samens mit dem Wind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgende Liste gibt die unterschiedlichen Pflanzenfasern wieder (die Abkürzungen in Klammern geben die gültigen Kurzbezeichnungen nach DIN 60001-1 &amp;#039;&amp;#039;Textile Faserstoffe&amp;#039;&amp;#039; an):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Samenfasern&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** [[Baumwolle]] (CO) aus den [[Samenhaar]]en der Frucht der [[Baumwolle|Baumwollpflanze]]&lt;br /&gt;
** [[Kapok]] (KP) aus dem Inneren der [[Kapselfrucht]] des echten [[Kapokbaum]]es&lt;br /&gt;
** [[Pappelflaum]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Bastfaser]]n&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** [[Bambusnutzung#Zellstoff und Textilien|Bambusfaser]]&lt;br /&gt;
** [[Brennnessel]], siehe auch [[Fasernessel]]&lt;br /&gt;
** [[Hanffaser]] (HA)&lt;br /&gt;
** [[Jute]] (JU)&lt;br /&gt;
** [[Flachsfaser|Leinen]] (LI) aus dem [[Gemeiner Lein|Gemeinen Lein]]&lt;br /&gt;
** [[Ramie]] (RA)&lt;br /&gt;
** [[Sunn-Hanf]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Blattfasern&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** [[Sisalfaser|Sisal]] (SI) aus [[Agaven]]-Blättern&lt;br /&gt;
** [[Abacá]] (Manilahanf), Hartfaser aus den Blättern einer [[Abacá|Faserbanane]]&lt;br /&gt;
** [[Henequen]]&lt;br /&gt;
** [[Neuseeländer Flachs]]&lt;br /&gt;
** [[Ananas]]&lt;br /&gt;
** [[Curauá]]&lt;br /&gt;
** [[Caroá]]&lt;br /&gt;
** [[Ichu-Gras]] (&amp;#039;&amp;#039;Jarava ichu&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
** [[Macambira]]&lt;br /&gt;
** [[Bogenhanf]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Fruchtfasern&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** [[Kokos]] (CC) aus der Fruchthülle der Kokospalmenfrüchte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht zu den Faserpflanzen werden Hölzer gezählt, obwohl aus ihnen ebenfalls Fasern, die &amp;#039;&amp;#039;[[Holzfaser]]n&amp;#039;&amp;#039; gewonnen werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Blattfasern sowie die Kokosfaser werden vom Handel und der Textilindustrie auch als &amp;#039;&amp;#039;Hartfasern&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Franck&amp;quot;&amp;gt;Robert R. Franck (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bast and other plant fibres&amp;#039;&amp;#039;. Woodhead, Cambridge UK 2005, ISBN 1-85573-684-5&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl Ananas als auch Curauá und Caroá gehören zur Familie der [[Bromeliengewächse]]. Ihre Verwendung zur Fasergewinnung ist weniger bekannt und erfolgt heute meist als Nebenprodukt des Anbaus zur Gewinnung der Frucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Franck&amp;quot; /&amp;gt; Neben der Sisalagave gibt es noch eine Reihe weiterer Faser liefernder Arten aus der Familie der Agaven, die unter anderem zur Gattung der &amp;#039;&amp;#039;[[Furcraea]]&amp;#039;&amp;#039; gehören. Diese werden auch als Mauritiushanf bezeichnet. Die Verwendung der Bezeichnungen Hanf und Flachs für Faserpflanzen die eigentlich gar nicht mit diesen verwandt sind, ist häufig (Beispiele siehe oben) und führt leicht zu Verwechslungen. Daneben werden auch verschiedene [[Binsen]]gräser, gespaltener [[Bambus]] und andere Pflanzen als Faserstoff verwendet. Bastreste von [[Linden (Botanik)|Linde]] und [[Eiche]] stellen die häufigsten Funde von jungsteinzeitlichen Faserresten dar. Die langen Fasern dieser Baumarten dienten als Werkstoff zur Herstellung von [[Korb (Behälter)|Körben]], [[Matte (Textilie)|Matten]] und [[Faden|Schnüren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Faserpflanzen und Pflanzenfasern Mitteleuropas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Faserpflanzen bzw. Pflanzenfasern Mitteleuropas zählen alle Faserpflanzen, die in Mitteleuropa, also z.&amp;amp;nbsp;B. Deutschland, gut (klimatisch bedingt) angebaut werden können. Die folgende Liste erwähnt alle zur Fasergewinnung brauchbaren Pflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Samen-/Fruchtfasern&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** [[Wollgras]]&lt;br /&gt;
** [[Weiden (Botanik)|Weide]]&lt;br /&gt;
** [[Pappel]] oder siehe [[Pappelflaum]]&lt;br /&gt;
** [[Rohrkolben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:FaserbueschelimTorf.jpg|miniatur|Torffasern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Bastfasern&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** [[Hopfen]]&lt;br /&gt;
** [[Brennnessel]], siehe auch [[Fasernessel]]&lt;br /&gt;
** [[Hanffaser]] (HA)&lt;br /&gt;
** [[Lupine]] u.&amp;amp;nbsp;a. Hülsenfrüchtler ([[Erbse]]n; [[Bohne]]n; [[Steinklee]])&lt;br /&gt;
** [[Flachsfaser|Leinen]] (LI) aus dem [[Gemeiner Lein|Gemeinen Lein]]&lt;br /&gt;
** [[Malven]] oder [[Stockrose]]n&lt;br /&gt;
** [[Besenginster]]&lt;br /&gt;
** [[Korbweide]]&lt;br /&gt;
** [[Maulbeerbaum]]&lt;br /&gt;
** [[Linden (Botanik)|Linde]]&lt;br /&gt;
** [[Stroh]]&lt;br /&gt;
** [[Wasserhanf]]&lt;br /&gt;
** [[Seidelbast]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Blattfasern&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** [[Rohrkolben]], aus den langgestreckten Blättern; sehr harte Faser, ähnlich wie Jute&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Andere Faserquellen&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** [[Torffaser]]&lt;br /&gt;
** [[Seegrasgewächse|Seegras]]&lt;br /&gt;
** [[Waldwolle]]; speziell gekochte [[Nadel]]n (meist von [[Kiefern]])&amp;lt;ref&amp;gt;Tobler, Friedrich: Deutsche Faserpflanzen und Pflanzenfasern. München, Berlin, J. F. Lehmanns Verlag, 1938&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:GreenwichMarketClothes bordercropped.jpg|miniatur|Naturfasern werden hauptsächlich für Bekleidung verwendet]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Türinnenverkleidung Hanf-PP nova.jpg|miniatur|Türinnenverkleidung aus hanffaserverstärktem Kunststoff (Matrix [[Polyethylen]] PE)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Faserpflanzen wurden und werden zur Herstellung von [[Textilie]]n für [[Bekleidung]], aber auch für technische Zwecke, wie [[Verpackung]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Jutesäcke) oder [[Dämmstoff]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Wärmedämmung]]), hergestellt. Pflanzenfasern stehen in diesem Bereich in Konkurrenz zu [[Naturfaser#Fasern tierischen Ursprungs|tierischen Naturfasern]] und [[Faser|Chemiefasern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pflanzenfasern können auch zur Herstellung von [[Zellstoff]] und holzfreiem Papier verwendet werden. Früher spielte Hanf hier eine wichtige Rolle. Heute jedoch wird dieser Bedarf vor allem mit Zellstoff aus Holz gedeckt. Neben diesen traditionellen Verwendungen werden Pflanzenfasern auch zunehmend in [[Naturfaserverstärkter Kunststoff|Naturfaserverstärkten Kunststoffen]] eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau weltweit ==&lt;br /&gt;
Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die weltweiten Anbauflächen von Faserpflanzen auf Basis der Angaben der [[Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation|Food and Agriculture Organization]] (FAO). Für Angaben zur Faserproduktion siehe den Artikel [[Naturfaser]]. In Deutschland werden an Faserpflanzen nur [[Hanf]] (schwankend zwischen 800 und 2000 ha), [[Gemeiner Lein|Flachs]] (ca. 50&amp;amp;nbsp;ha) und [[Fasernessel]] (265–300&amp;amp;nbsp;ha) angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|+ Weltweite Anbauflächen einzelner Faserpflanzen (2005)&lt;br /&gt;
|- bgcolor=#DDDDDD&lt;br /&gt;
! Pflanze&lt;br /&gt;
! &amp;amp;nbsp;Anbaufläche&amp;amp;nbsp;&amp;lt;br /&amp;gt;(in Mio. [[Hektar|ha]])&lt;br /&gt;
|- bgcolor=#EEEEEE&lt;br /&gt;
| [[Baumwolle]]&amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp;||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 34,74&lt;br /&gt;
|- bgcolor=#EEEEEE&lt;br /&gt;
| [[Jute]]&amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp;|| style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,31&lt;br /&gt;
|- bgcolor=#EEEEEE&lt;br /&gt;
| [[Flachsfaser|Flachs]]&amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp;|| style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,52&lt;br /&gt;
|- bgcolor=#EEEEEE&lt;br /&gt;
| [[Sisalfaser|Sisal]]&amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp;|| style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39&lt;br /&gt;
|- bgcolor=#EEEEEE&lt;br /&gt;
| Juteähnliche Faserpflanzen, z.&amp;amp;nbsp;B. [[Kenaf]]&amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp;|| style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,29&lt;br /&gt;
|- bgcolor=#EEEEEE&lt;br /&gt;
| [[Abaca]]&amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp;|| style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,15&lt;br /&gt;
|- bgcolor=#EEEEEE&lt;br /&gt;
| [[Ramie]] &amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp;|| style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11&lt;br /&gt;
|- bgcolor=#EEEEEE&lt;br /&gt;
| [[Hanf]]&amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp;|| style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,06&lt;br /&gt;
|- bgcolor=#EEEEEE&lt;br /&gt;
| andere Agaven, z.&amp;amp;nbsp;B. [[Henequen]]&amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp;|| style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,05&lt;br /&gt;
|- bgcolor=#EEEEEE&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Faserpflanzen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Baumwolle ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Baumwolle}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baumwolle wird seit Jahrtausenden zur Herstellung leichter Kleidung vor allem in tropischen Gebieten verwendet. Einige Quellen behaupten, dass schon die [[Altes Ägypten|Ägypter]] ca. 12.000 v.&amp;amp;nbsp;Chr. mit Baumwolle gearbeitet hätten. In [[Babylon]] wurde Baumwolle als [[Weißes Gold]] bezeichnet. In [[Mexiko|mexikanischen]] Höhlen wurden Baumwollkleider gefunden, die etwa 7.000 Jahre alt sind. Die älteste Aufzeichnung über Baumwolle stammt aus [[Indien]]. Baumwolle wurde hier seit mehr als 3.000 Jahren angebaut und wird im &amp;#039;&amp;#039;[[Rigveda]]&amp;#039;&amp;#039; (um 1.500 v.&amp;amp;nbsp;Chr.) erwähnt. Rund 1000 Jahre später schrieb der griechische Historiker [[Herodot]] (490/480 bis 424 v. Chr.) über indische Baumwolle: „Es gibt wildwachsende Bäume, aus deren Frucht man eine Wolle gewinnen kann, die die Schönheit und Qualität der Schafwolle weit übertrifft. Die Inder machen aus dieser Baumwolle ihre Kleider“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Linen cloth.jpg|miniatur|Konservierte Überreste eines alten Leinengewebes aus dem Toten Meer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leinen ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Flachsfaser}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leinen wurde unter anderem in [[Ägypten]], [[Mesopotamien]] und [[Phönizien]] bereits vor 6000 bis 7000 Jahren systematisch verarbeitet. Ägyptische [[Mumie]]n sind in Leinenstreifen gehüllt. Möglicherweise existierte die Leinenverarbeitung schon vor 10.000 Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Encarta&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Lein – Geschichte&amp;#039;&amp;#039; in: &amp;#039;&amp;#039;[[Microsoft Encarta]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Von der griechischen und römischen [[Antike]] bis ins europäische [[Mittelalter]] war Leinen, neben [[Wolle]], das Material für Kleidung. Leinen wurde im Mittelalter vor allem in [[Schwaben]], [[Schlesien]] und im [[Elsass]] hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Blütezeit hatte das Leinen im vorindustriellen Europa. Als [[Baumwolle]] noch nicht in großen Mengen importiert wurde, war Leinen in Europa die wichtigste pflanzliche Faser. Bis Ende des 18. Jahrhunderts waren rund 18 % der verarbeiteten Fasern aus Flachs und rund 78 % aus Wolle.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ute von Reitzenstein&amp;quot;&amp;gt;Ute von Reitzenstein: {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Flachs im 20. Jahrhundert unter ökologischer und ökonomischer Sicht&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.baumann-online.de/ho_alois-kiessling/facharbeiten/Flachs/Flachs.htm |wayback=20071021064442 }} – Facharbeit&amp;lt;/ref&amp;gt; Leinen wurde lange Zeit nur in [[Manufaktur|Handarbeit]] verarbeitet, später kamen auch [[industrie]]lle Methoden hinzu. Bis ins 20. Jahrhundert wurde handgesponnenes, aber auch maschinell versponnenes Garn in Heimarbeit auf [[Webmaschine|Handwebstühlen]] gewebt. Verarbeitet wurde das Leinen hauptsächlich in [[Irland]], [[Holland]], [[Westfalen]], [[Sachsen]], [[Schlesien]] und [[Böhmen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hanf ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Hanf}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hanf ist eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt. In China wurde er schon vor mindestens 10.000 Jahren genutzt. „Ma“, wie die Chinesen den Hanf nannten, lieferte ihnen nicht nur wohlschmeckende und nahrhafte Samen, auch die Stängel mit ihren besonders langen und nahezu unverwüstlichen [[Faser]]n wusste man schon früh zu schätzen. Über [[Indien]] und die antiken Hochkulturen im heutigen Irak trat der Hanf seinen Siegeszug um die Welt an. In Europa sind die ältesten Funde ca. 5.500 Jahre alt und stammen aus dem Raum Eisenberg (Deutschland). Aus der Gegend des heutigen [[Litauen]] stammen Funde von Hanfsamen (ca. 2500 v. Chr.) und eines Hanffadens (ca. 2300 v. Chr.). Wie von [[Herodot]] (450 v. Chr.) erwähnt wird, kleideten sich die alten Griechen und ihre ägyptischen Nachbarn oft mit Kleidung aus Hanfgewebe. Hanf und Flachs waren lange Zeit die wichtigsten Faserpflanzen Europas. Bei den [[Skythen]] im heutigen südlichen [[Russland]] ist seit 700 v. Chr. der Anbau von [[Hanf#Systematik|Ruderalhanf]] als [[Nutzpflanze]] sowie die Herstellung und der Export von Seilen bekannt. Über die Jahrhunderte hinweg geriet die vielseitige Pflanze nie in Vergessenheit. So fand man die im Jahre 565 n. Chr. bestattete [[Merowinger]]-Königin Adelheid in ein Hanfkleid gewandet, das sie in die Ewigkeit begleiten sollte. Kaiser [[Karl der Große]] erließ um 800 n. Chr. mit seiner „[[Capitulare]]“ das erste Hanf-Gesetz. Es verpflichtete seine Untertanen zum Anbau dieses Rohstoffes, welcher in Friedens- und Kriegszeiten bedeutsam war. Viele mittelalterliche Waffen, wie etwa der [[Langbogen]], dessen [[Bogensehne|Sehnen]] aus Hanf bestanden, wären ohne die robuste und widerstandsfähige Hanffaser, die enorme Zugkräfte aushält, nicht anzufertigen gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Illustration Cannabis sativa0.jpg|miniatur|Illustration von Hanf aus dem Jahr 1885]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über [[Spanien]] fand im 13. Jahrhundert eine weitere Anwendung der Hanffaser ihren Weg nach Europa – die [[Papier]]herstellung. [[Holz]] konnte damals noch nicht verwendet werden, so dass Hanf, neben [[Hader (Textilie)|Hadern]], die selbst oft aus Hanf bestanden, der wichtigste Rohstoff für die Papierproduktion war. So entstand in [[Nürnberg]] 1290 eine erste [[Papiermühle]] auf deutschem Boden. [[Johannes Gutenberg|Gutenberg]] druckte 1455 seine berühmte [[Gutenberg-Bibel]] auf Hanfpapier und auch die [[amerikanische Unabhängigkeitserklärung]] von 1776 ist noch erhalten, weil sie auf fast unverwüstlichem Hanfpapier verfasst wurde. Hanfseile und [[Segeltuch]] aus Hanf waren in der Schifffahrt wichtig, da die Faser auch gegenüber Salzwasser sehr widerstandsfähig ist und wenig Wasser aufnimmt. Baumwollsegel würden bei Regen derartig schwer, dass die Masten brechen könnten. Auch Flachsleinen war ein schlechter Ersatz, da es bei Kontakt mit Wasser, anders als Leinwand aus Hanf, binnen weniger Monate verrottet. [[Venedig]] erreichte seine Vormachtstellung als bedeutendes Handelszentrum im Mittelalter unter anderem durch die hohe Qualität der [[Seilerei]]. In Südwestdeutschland ging der Hanfanbau mit dem Aufkommen des für die Bauern rentableren [[Tabak]]anbaus sowie mit der Einfuhr von [[Sisalfaser]]n zurück und kam bis zum Ersten Weltkrieg, bis auf wenige Ausnahmen, praktisch zum Erliegen. In der Mitte des 20. Jahrhunderts verdrängten [[Kunstfaser]]n, besonders des Herstellers [[E. I. du Pont de Nemours and Company|DuPont]], den Hanf auch aus der Textilproduktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nessel ===&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;(siehe auch Artikel [[Fasernessel]] und [[Nesseltuch]])&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stängel vor allem der alten Pflanzen der [[Große Brennnessel|Großen Brennnessel]] hat sehr lange und feste [[Faser|Bastfasern]]. Aus diesen wurde schon vor Jahrtausenden Nesselgarn, auch Nesselfaden genannt, hergestellt. Damit wurden beispielsweise –&amp;amp;nbsp;zusammen mit [[Birkenpech]]&amp;amp;nbsp;– [[Pfeilspitze]]n und Federn an Pfeilschäften befestigt, wie Funde aus dem 3. und 4.&amp;amp;nbsp;Jh. n.&amp;amp;nbsp;Chr. aus Nydam und Thorsberg im [[Schloss Gottorf#Archäologisches Landesmuseum|Archäologischen Landesmuseum in Schleswig]] belegen. Die Fasern eignen sich ferner zur Herstellung von Stoffen, wie zum Beispiel dem [[Nesseltuch]], das fester als Leinen ist, ebenso wie für [[Fischernetz]]e und [[Seil|Stricke]]. Die Einzelfasern der Brennnessel können dabei maximal 250 Millimeter betragen, bei Zuchtformen konnte man eine durchschnittliche Faserlänge von 52 Millimetern erreichen. Nachdem die Stoffart jahrzehntelang außer Gebrauch war, wird sie seit neuester Zeit in Deutschland von einer Firma wieder angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kokosfasern ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Kokosfaser}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pflanzenfasern werden auch als Nebenprodukt gewonnen, so beim Anbau von [[Kokospalme]]n. Aus dem [[Mesocarp]] unreifer Früchte werden Kokosfasern gewonnen, die zu Garnen verarbeitet werden können. Es handelt sich um Faserbündel, die durch einen Pektin-Abbau durch Mikroorganismen aus dem umliegenden Gewebe getrennt gewonnen werden. Dazu wird das Mesocarp zunächst vom Steinkern gelöst und dann zum Abbau des [[Pektin]]s, „Röstung“ genannt, mehrere Monate im Wasser gelagert. Bewährt haben sich dazu die [[Brackwasser|Brackwässer]] von [[Lagune]]n. Heute werden aber vielfach Tanks benutzt. Nach diesem „Röstvorgang“ werden die Fasern traditionell durch Klopfen, bzw. heute maschinell, gelöst und noch feucht nach Farbe und Feinheit sortiert. Sie bestehen zu rund 45 % aus Lignin und zu rund 44 % aus Cellulose. Kokosfasern werden unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;[[Coir]]&amp;#039;&amp;#039; gehandelt. Sie dienen der Herstellung von Seilen, Matten, Teppichen und Wandverkleidungen. Zentrum der Kokosfaserindustrie sind [[Sri Lanka]] und Südwest[[indien]]. Allein der indische Bundesstaat [[Kerala]] liefert über 100.000 Tonnen Coir pro Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Julius von Wiesner, S. Zeisel: &amp;#039;&amp;#039;Faserpflanzen&amp;#039;&amp;#039;. In: J. v. Wiesner: &amp;#039;&amp;#039;Die Rohstoffe des Pflanzenreichs&amp;#039;&amp;#039; Band 3, W. Engelmann, Leipzig (1921)&lt;br /&gt;
* [http://www.biodiversitylibrary.org/bibliography/1605 Bibliografie] bei Biodiversitylibrary.org&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://www.eta-management.de/ Deutscher Naturfaserverband]&lt;br /&gt;
* [http://www.ksla.se/anh/files/2012/01/Der-Rohrkolben-als-neue-Kulturpflanze.pdf V.J. Brøndegaard: &amp;#039;&amp;#039;Der Rohrkolben als neue Kulturpflanze?&amp;#039;&amp;#039; ] (PDF; 1,2&amp;amp;nbsp;MB) in: &amp;#039;&amp;#039;Wasser und Boden&amp;#039;&amp;#039;, 1965&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Faserpflanze| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Alossola</name></author>
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