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	<title>Farge - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2026-02-14T03:39:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Vorlage Internetquelle: Parameter Sprache von „deutsch/englisch“ nach „de en“ korrigiert, siehe &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:APPERbot/Internetquelle/sprache&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:APPERbot/Internetquelle/sprache (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;, http nach https umgestellt, Aliasparameter ersetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|befasst sich mit dem Ort Farge; zu weiteren Bedeutungen siehe [[Farge (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Bahnstrecke Farge-Vegesack (2023).svg|mini|Streckenverlauf der [[Bahnstrecke Bremen-Farge–Bremen-Vegesack]] mit der Endstation &amp;#039;&amp;#039;Bremen-Farge&amp;#039;&amp;#039;]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Farge&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist seit 1. April 1940 ein [[Liste der Verwaltungseinheiten in Bremen|Ortsteil]] des [[Bremen|Bremer]] Stadtteils [[Blumenthal (Bremen)|Blumenthal]] im [[Bremen-Nord|Stadtbezirk Nord]].&amp;lt;ref&amp;gt; 1939 wurde es aus dem Land Preußen (Provinz Hannover) aus- und nach Bremen eingegliedert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;4.VO&amp;quot; /&amp;gt; Vorher war Farge ein Teil des Landkreises Osterholz bzw. des [[Kreis Blumenthal|Kreises Blumenthal]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1923 bis ca. 1960 umfasste Farge auch die Nachbargemeinde [[Rekum]]; seither werden Farge und Rekum von der bremischen Stadtverwaltung als getrennte Ortsteile aufgeführt. 2014 hatte das 539&amp;amp;nbsp;[[Hektar|ha]] große Farge 2820 Einwohner.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Statistisches Landesamt Bremen |url=https://www.statistik.bremen.de/publikationen/die_ortsteile_der_stadt_bremen-2065 |titel=Ausgabe 2015 (PDF; 1,1&amp;amp;nbsp;MB) |seiten=5–15 |abruf=2018-03-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutung erhielt Farge durch die besonderen militärischen Bauten, die das NS-Regime im Ort und der näheren Umgebung durchführen ließ ([[Tanklager Farge|Wifo-Tanklager]], [[U-Boot-Bunker Valentin]], [[Marine-Öllager Farge|Kriegsmarinetanklager]]), und die zugehörigen Arbeitslager ([[Konzentrationslager Farge|KZ-Farge]], [[Arbeitserziehungslager Farge]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Dienstsiegel der Gemeinde Farge im Kreis Osterholz 1939.jpg|mini|Dienstsiegel der Gemeinde Farge im Kreis Osterholz 1939, mit Unterschrift des Bürgermeisters Kühlke]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Stuhlrohrfabrik Farge von 1893. Vorderansicht. 2017 01.jpg|mini|Gebäude der ehemaligen Stuhlrohrfabrik von 1893, im heutigen Gewerbegebiet Bernhardt-Ring in Farge]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Stuhlrohrfabrik Farge von 1893. Seitenansicht. 2017.jpg|mini|Stuhlrohrfabrik, Seitenansicht (2017)]]&lt;br /&gt;
=== Von 1500 bis 1933 ===&lt;br /&gt;
Der Ortsname &amp;#039;&amp;#039;Farge&amp;#039;&amp;#039; deutet auf die Nähe zur [[Weser]] und die Existenz einer Fähre, die auch noch heute existiert (Schwerlastfähre Farge-Berne). Der Name Farge ist erstmals 1586 belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Erster Bremisch-Schwedischer Krieg|Ersten Bremisch-Schwedischen Krieg]] 1654 kam das Gebiet als [[Herzogtum Bremen]] unter [[Schweden|schwedische]] Hoheit, 1715 wurde es Teil des [[Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg|Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg]] (später als &amp;#039;&amp;#039;Kurfürstentum Hannover&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet). Die von den 1850er Jahren bis um 1914 rasch wachsende eigenständige Gemeinde Farge gehörte zum [[Landkreis Blumenthal]] und damit bis 1866 zum Königreich Hannover, danach bis 1939 zur [[Preußen|preußischen]] [[Provinz Hannover]]. 1932 wurde Farge mitsamt dem aufgelösten Kreis Blumenthal dem [[Landkreis Osterholz]] zugeordnet. Am 1. November 1939 wurde die Gemeinde Farge aufgrund der &amp;#039;&amp;#039;Vierten Verordnung über den Neuaufbau des Reichs&amp;#039;&amp;#039; aus dem Regierungsbezirk Stade aus- und in die [[Freie Hansestadt Bremen]] eingegliedert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;4.VO&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von vier Bauernhöfen entwickelte sich das Dorf vorwiegend längs des Weserufers. Um 1853 bestand es aus 39 Strohdach-Häusern von Bauern und Kahnschiffern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1852 hielt die Industrie ihren Einzug. 1853 wurde in Farge mit englischem Kapital, englischen Arbeitern und unter einem englischen Direktor die [[Steingutfabrik Witteburg]] am Weserufer errichtet, in der englischer weißer [[Tonminerale|Ton]] verarbeitet wurde. Für die englischen Arbeiter wurden in der heutigen Koloniestraße Werkswohnungen gebaut, zehn Doppelhäuser mit Ziegeldächern, ähnlich den damaligen englischen Arbeitersiedlungen. Sie existieren heute (2018) noch. Die Fabrikation wurde 1953 eingestellt, die Fabrik-Gebäude wurden bis 1965 spurlos beseitigt.&lt;br /&gt;
{{Anker|Stuhlrohrfabrik}}&lt;br /&gt;
1884 bis 1888 wurde die private [[Farge-Vegesacker Eisenbahn]] gebaut, hauptsächlich für den Güterverkehr zur Steingutfabrik Witteborg in Farge und zur 1883 gegründeten [[Bremer Wollkämmerei]] in Blumenthal. 1893 wurde hinter dem Bahnhof ein Fabrikgebäude der Firma Vereinigte Holzindustrie Frankenthal zur Verarbeitung von Erlen- und Pappelstämmen zu Kisten-, Sperr- und Furnierholz errichtet. Die Gebäude stehen aktuell (2018) teilweise leer. Von 1907 bis 1940 wurde dort Rattanrohr aus Indonesien mit maximal 500 Beschäftigten der Hanseatischen Stuhlrohrfabrik Rümcker &amp;amp; Ude/Bergedorf verarbeitet. Die [[Farger Straße (Bremen)|Farger Straße]] entwickelte sich zur wichtigsten Verbindungsstraße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 wurde die evangelische Farger Kapelle gebaut, 1908 ein Friedhof angelegt und 1910 ein Kirchengemeindehaus errichtet. 1916 wurde der Bau des [[Kraftwerk Farge|Kohle-Kraftwerks Unterweser]] unter Einsatz von russischen Kriegsgefangenen des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] begonnen. Das Kraftwerk ging 1924 mit 12 [[Megawatt]] Turbinenleistung ans Netz. Die Leistung wurde in den 1950er Jahren auf etwa 150 Megawatt erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 wurde der Gemeinderat erstmals in freier, allgemeiner und gleicher Wahl gewählt. 1923 wurde die stark verschuldete Gemeinde [[Rekum]] an die finanziell besser gestellte Gemeinde Farge angeschlossen. Richard Taylor (1868–1953), Ortsvorsteher von Farge seit 1917, missbilligte dieses Vorgehen: „Die Idee der Zusammenlegung von Rekum und Farge kann keine glückliche genannt werden, da die Einwohner der beiden Gemeinden grundverschieden sind. Rekum hat alte sesshafte Familien und gehört zur Kirchengemeinde Neuenkirchen. Die Einwohner von Farge dagegen sind in der Mehrzahl durch die Industrie von ganz Deutschland zugezogen und gehören kirchlich zu Blumenthal.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Richard Taylor |Titel=Aufzeichnungen von Richard Taylor (19.12.1868- 25. Januar 1953) aus Farge-Rekum. Bürgermeister in Farge seit 1917, in Farge-Rekum von 1923 bis 1937 |TitelErg=Handschriftlicher Text. In Druckschrift transkribiert von Arend Wessels, Heimatverein Farge-Rekum e.&amp;amp;nbsp;V. |Ort=Bremen-Farge |Datum=2004 |Seiten=5-6}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Taylor blieb bis 1937 Ortsbürgermeister der vergrößerten Gemeinde Farge.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=https://www.heimatverein-farge-rekum.de/archiv/richard-taylor/ |wayback=20171116022948 |text=Heimatverein Farge-Rekum: Richard Taylor |archiv-bot=2023-04-28 17:26:10 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die NSDAP in Farge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Hitlerjugendheim Farge FHB1307.jpg|mini|[[Jugendheim Farge|Jugend-Freizeitheim Farge]] 2012]]&lt;br /&gt;
Erste Versammlungen der NSDAP fanden vor 1931 in der Gastwirtschaft von Olaf Lübsen (heute: [[Rekumer Straße]] 116) in Rekum statt. Die [[NSDAP-Ortsgruppe]] Farge wurde 1931 in Rekum in der Gaststätte von Theodor Brandhorst (heute: Rekumer Str. 12) gegründet. Erster [[Ortsgruppenleiter]] wurde Hans Kühlke (1904–1959)&amp;lt;ref&amp;gt;Staatsarchiv Bremen Sign. 4,66-I.-6167&amp;lt;/ref&amp;gt; bis 1939, gefolgt von Johann Dietrich Trüper von 1940 bis 1941 und Kurt Martin von 1941 bis 1945. Am Haus von J.H. Chantelau (heute Rekumer Straße 52) befand sich während der NS-Zeit eine offizielle NSDAP-Informationstafel &amp;#039;&amp;#039;Hier spricht die NSDAP&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Ernst-Adolf Chantelau]] |url=http://www.friedensschule-bremen.de/chantelau/001.html |titel=Historische Dokumente zur Präsenz der NSDAP in Farge |titelerg=Vortrag am 15. Januar 2019 |abruf=2019-08-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=LeMO |url=https://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/schild-hier-spricht-die-nsdap-1933-1945.html |titel=Schild &amp;quot;Hier spricht die NSDAP&amp;quot; |hrsg=Stiftung Deutsches Historisches Museum |abruf=2019-10-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Reichstagswahl 1933|Reichstagswahl am 5. März 1933]] erhielt die NSDAP nur 674 von 1797 Stimmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Staatsarchiv Bremen Sign. 4,64/6 – 379&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 12. März 1933 fand in Farge die letzte Gemeinderatswahl statt. Die NSDAP erhielt 4 Sitze, die Liste Bürgerliche Einheit 4, die SPD 5 und die KPD 2 Sitze. Die KPD-Vertreter wurden infolge der reichsweiten Kommunistenverfolgungen mittels der [[Reichstagsbrandverordnung]] sofort ausgeschlossen. Bürgermeister Taylor (parteilos) blieb im Amt, Gemeindesekretär Johann Kroog (SPD) wurde am 30. Juni 1933 entlassen. Das Eigentum des Arbeiterturnvereins &amp;#039;&amp;#039;Frei Heil&amp;#039;&amp;#039; wurde von der Gemeinde beschlagnahmt. Die Ebert-, Liebknecht- und Bebelstraße wurden umbenannt in Tannenstraße (heute Heinrich-Steffens-Str.), Kapellenstraße und Wasserweg.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Richard Taylor |Titel=Aufzeichnungen von Richard Taylor (19.12.1868- 25. Januar 1953) aus Farge-Rekum. Bürgermeister in Farge seit 1917, in Farge-Rekum von 1923–1937 |TitelErg=Handschriftlicher Text. In Druckschrift transkribiert von Arend Wessels, Heimatverein Farge-Rekum e.&amp;amp;nbsp;V. |Ort=Bremen-Farge |Datum=2004}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Adressbuch des Landkreises Unterweser 1938. Verwahrt im Archiv der Heimatfreunde Neuenkirchen e.&amp;amp;nbsp;V., Sparte Gedenkstättenarbeit. Dokumentations- und Lernort Baracke Wilhelmine, Schwanewede, An der Kaserne 22 |Datum=1938}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1937 ersetzte der NSDAP-Landrat von Osterholz Richard Taylor als Bürgermeister durch den NSDAP-Ortsgruppenleiter Hans Kühlke. Mit der Eingliederung von Farge in die [[Freie Hansestadt Bremen]] am 1. November 1939 endete Kühlkes Amtszeit und die kommunale Selbstverwaltung in Farge. Seit dem 1. April 1940 wurde Farge durch die neu gebildete &amp;#039;&amp;#039;Dienststelle Blumenthal der Hansestadt Bremen&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Gesetzblatt der Freien Hansestadt Bremen&amp;#039;&amp;#039;, März 1940, zitiert nach Nordwestdeutsche Landeszeitung vom 1. April 1940&amp;lt;/ref&amp;gt; verwaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1939 wurde [[Jugendheim Farge]] für die [[Hitler-Jugend]] nach Plänen von [[Eduard Scotland]] gebaut. Es wurde im Zweiten Weltkrieg zur Unterbringung von Flak-Soldaten genutzt, danach als Wohngebäude und nach 1960 als städtisches Jugend-Freizeitheim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anhänger und Gegner des NS-Regimes in Farge&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Sturmabteilung|SA]] wurde 1932 gegründet, ihr Führer war Wilhelm Leopold. Die Farger SA-Männer gehörten zunächst zur SA-Standarte 411 Wesermünde. Nach 1939 bildeten sie den &amp;#039;&amp;#039;Sturm&amp;#039;&amp;#039; Nr. 5 der &amp;#039;&amp;#039;SA-Standarte&amp;#039;&amp;#039; Nr. 29.&amp;lt;ref&amp;gt;Weitere „Stürme“ der SA-Standarte 29 bestanden in Lesum, Vegesack, Grambke und Blumenthal {{Internetquelle |url=https://brema.suub.uni-bremen.de/periodical/zoom/491278?zoom=3&amp;amp;lat=2271.22689&amp;amp;lon=628.0408&amp;amp;layers=B |titel=Bremer Adressbuch 1942 |abruf=2018-09-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Chef der SA-Standarte 29, um 1940 aus der Standarte 411-Wesermünde hervorgegangen, war der SA-Hauptsturmführer und Bürgermeister von Lesum, Fritz Köster. Siehe auch [[Martha Goldberg]], [[Adolph Goldberg]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Regime organisierte Jugendliche von 14- 18 Jahren quasi zwangsweise in der [[Hitlerjugend]] (HJ) einschließlich [[Bund Deutscher Mädel]] (BDM). Schulkinder von 10–14 Jahren wurden als &amp;#039;&amp;#039;Jungvolk&amp;#039;&amp;#039; (Jungen) und &amp;#039;&amp;#039;Jungmädel&amp;#039;&amp;#039; organisiert. HJ und Jungvolk waren in Farge aktiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wohl der ranghöchste aus Farge stammende NS-Funktionär war Johann-Martin Segelken (1914–1991), Mitbegründer der NSDAP-Ortsgruppe Farge&amp;lt;ref&amp;gt;Staatsarchiv Bremen Sign. 4,66-I.-10.390&amp;lt;/ref&amp;gt; und seit 1944 Chef der Hitlerjugend von Bremen (siehe Hauptartikel &amp;#039;&amp;#039;[[Bremen zur Zeit des Nationalsozialismus]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erklärte Gegner des NS-Regimes waren überwiegend Kommunisten. Wilhelm Faust (*&amp;amp;nbsp;1891) wurde als Funktionär der verbotenen [[KPD]] von März bis August 1933 in Schutzhaft verschleppt.&amp;lt;ref&amp;gt;Staatsarchiv Bremen Sign. 4,54 E-2572&amp;lt;/ref&amp;gt; Im November 1936 wurden sechs Farger Kommunisten von Nachbarn bei der [[Gestapo]] denunziert, inhaftiert und im August 1937 vom [[Sondergericht|Sondersenat]] des Hanseatischen Oberlandesgerichtes Hamburg in Bremen wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu Gefängnis- und Zuchthausstrafen bis zu 3 Jahren und 6 Monaten verurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Staatsarchiv Bremen Sign. 4,54 E-6126 (Peter Besing *1888); 4,54 E-6127 (Frida Besing *1893); 4,54 E-6098 (Alfred Hinz 1895-1955); 4,54 E-6086 (Adolf Funke *1897); 4,54 E-6123 (Erich Ukrow 1896-1965); Johann Nelson *1866 (siehe 4,54-6098). Sie hatten Radio Moskau gehört, siehe Staatsarchiv Bremen Sign. 4,66-I.-6167&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herbert Leßner (1907–1967), Pastor der reformierten Kirche in Farge, wurde am 14. April 1938 von der Gestapo verhört und für acht Tage in [[Schutzhaft]] genommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermine Leßner (1913–1993) &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte der evangelisch-reformierten Kirche Rönnebeck 1905–1967.&amp;#039;&amp;#039; Typoskript.1986. Archiv des Heimatvereins Farge-Rekum. S. 30&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kommunist [[Claudius Gosau]], Lokomotivführer bei der Firma Gottlieb Tesch/Wifo und wohnhaft im Lager Tesch &amp;#039;&amp;#039;Am Schützenplatz&amp;#039;&amp;#039;, wurde 1943 von der Gestapo verhaftet. Er hatte der NS-Kriegspropaganda widersprochen und war von Arbeitskollegen denunziert worden. Er wurde zum Tode verurteilt und 1944 in Brandenburg-Görden hingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bautätigkeit des NS-Regimes in Farge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Gestapo Bremen. Schreiben vom 1.9.1944.jpg|mini|Mitteilung der Gestapo Bremen betreffend die Gefangenenlager in Farge]]&lt;br /&gt;
Die Bautätigkeit der Regierung erfolgte ohne direkte Mitwirkung von Farger NSDAP und Gemeinderat. Die zu Bauzwecken von der [[Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft|Wirtschaftlichen Forschungsgesellschaft]] mbH (Wifo) und dem Oberkommando der [[Kriegsmarine]] erzwungenen Landverkäufe von mehr als 600&amp;amp;nbsp;ha erfolgten von privat; 6,6&amp;amp;nbsp;ha Gemeindeeigentum erwarb die Wifo 1939. Die Wifo errichtete ab Mitte der 1930er Jahre unter dem Tarnnamen &amp;#039;&amp;#039;Wasserberg&amp;#039;&amp;#039; ein [[Tanklager Farge|Tanklager in der &amp;#039;&amp;#039;Farger Heide&amp;#039;&amp;#039;]]. Im Ortsteil Rekum kam Anfang 1939 der Bau des &amp;#039;&amp;#039;Kriegsmarine-Öllagers Farge&amp;#039;&amp;#039; hinzu&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heinrich Garrn |Titel=Unterirdische Ölbunkeranlage mußte gesprengt werden |Hrsg=Heimatverein Farge-Rekum e.&amp;amp;nbsp;V. |Sammelwerk=Heimat- und Vereinsblatt |Nummer=26 |Ort=Bremen-Farge |Datum=1967-06 |Seiten=1–3 |Online=https://www.heimatverein-farge-rekum.de/archiv/heimat-und-vereinsblaetter/nr-20-bis-29/nr-26/ |Format=pdf |Abruf=2018-03-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; – an der Grenze zu Neuenkirchen/Schwanewede. Im Sommer 1943 wurde ebenfalls im Ortsteil Rekum mit dem Bau der [[U-Boot-Bunker Valentin|U-Boot-Bunkerwerft &amp;#039;&amp;#039;Valentin&amp;#039;&amp;#039;]] begonnen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heinrich Garrn |Titel=U-Boot-Bunker &amp;#039;Valentin&amp;#039;, ein Wahrzeichen Rekums |Hrsg=Heimatverein Farge-Rekum e.&amp;amp;nbsp;V. |Sammelwerk=Heimat- und Vereinsblatt |Nummer=19 |Ort=Bremen-Farge |Datum=1966-04 |Seiten=1–4 |Online=https://www.heimatverein-farge-rekum.de/archiv/heimat-und-vereinsblaetter/nr-10-bis-19/nr-19/seite-2-3-und-4/ |Format=pdf |Abruf=2018-03-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf allen diesen Großbaustellen (die spätestens seit 1943 von der alliierten Luftaufklärung ausgespäht wurden) beschäftigten die über 100 beauftragten Firmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://media.offenes-archiv.de/zeitspuren_geschaeftsbeziehungen.pdf |titel=Geschäftsbeziehungen mit Außenlagern des KZ Neuengamme |abruf=2018-07-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; seit 1941 überwiegend Zwangsarbeiter, Häftlinge und Kriegsgefangene. Diese waren in Barackenlagern untergebracht&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=http://www.relikte.com/schwanewede/lager/index.htm |abruf=2010-10-10 |titel=Arbeiterlager bei den Tanklagern in Bremen-Farge &amp;amp; Schwanewede |archiv-url=https://web.archive.org/web/20100327135319/http://www.relikte.com/schwanewede/lager/index.htm |archiv-datum=2010-03-27 |hrsg=relikte.com}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, im seit 1943 bestehenden [[KZ Farge]], im [[Arbeitserziehungslager Farge]] auf dem Gelände des Marinegemeinschaftslagers Neuenkirchen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.relikte.com/schwanewede/lager.htm Informationen zu den verschiedenen Lagern in Bremen-Farge und Schwanewede auf relikte.com]&amp;lt;/ref&amp;gt;, und in Kriegsgefangenenlagern. Es gab 1944 zwei- bis dreimal mehr Lager-Häftlinge als Einwohner in Farge. Von 1940 bis 1945 produzierten Zwangsarbeiterinnen für die Firma &amp;#039;&amp;#039;[[Weser-Flugzeugbau|Weser-Flug]]&amp;#039;&amp;#039; in den Gebäuden der ehemaligen Stuhlrohrfabrik Rüstungsgüter. Ihr Lager befand sich auf dem Gelände des heutigen Gewerbeparks am Bernhardtring.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Alliierte Angriffe und Kriegsende ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Farge USAF 1943-09.jpg|mini|Luftbild USAF 1943-09]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Farge USAF 1943-09 addlayer1.jpg|mini|Wie oben, mit Infrastruktur (Straßen und Schienen)]]&lt;br /&gt;
Farge ist siebenmal bombardiert worden (1940, 1941, 1942, 1945). Ziele waren der Bahnhof, das Wifo-Tanklager und 1945 der U-Bootbunker Valentin. Zahlreiche Häuser im Ort wurden ebenfalls getroffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die SS zwang am 10. April die entkräfteten Häftlinge des KZ Farge in Richtung Neuengamme zu marschieren ([[Endphaseverbrechen|„Todesmarsch“]]), um möglichst viele Zeugen ihrer Verbrechen zu beseitigen. Seit dem 27. April 1945 galten in Bremen die Anordnungen der britischen Militärregierung. Farge und Umgebung wurden erst etwa 10 Tage später befreit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Farge nach der Befreiung 1945 ===&lt;br /&gt;
Am 28. April 1945 rückten britische Soldaten in Blumenthal ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Herbert Meirich |url=https://www.weser-kurier.de/startseite_artikel,-Die-Orden-aufs-Pflaster-_dossier,-Kriegsende-in-Bremen-_arid,1110259_dossierid,26.html |titel=Die Orden aufs Pflaster |abruf=2018-12-12 |format=pdf |archiv-url=https://web.archive.org/web/20181214214004/https://www.weser-kurier.de/startseite_artikel,-Die-Orden-aufs-Pflaster-_dossier,-Kriegsende-in-Bremen-_arid,1110259_dossierid,26.html |archiv-datum=2018-12-14 |offline=ja |archiv-bot=2023-12-22 09:29:34 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenige Tage später folgten ihnen US-amerikanische Soldaten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Bezirksbürgermeister bzw. Leiter des für Farge zuständigen Ortsamtes Blumenthal wurde 1945 [[Wilhelm Ahrens (Politiker, 1898)|Wilhelm Ahrens]] (SPD) zunächst von der Militärregierung eingesetzt und bald darauf regulär ins Amt gewählt. Er unterstützte den &amp;#039;&amp;#039;Öffentlichen Kläger der Spruchkammer&amp;#039;&amp;#039; bei Entnazifizierungsverfahren und bemühte sich um Beschaffung von Lebensmitteln, Wohnraum und Arbeitsplätzen für die notleidende Bevölkerung. Die US-Armee übernahm im Mai 1945 das [[Tanklager Farge]]. Die drei unterirdischen Rohrleitungen, die in teilweise mannshohen Betontunneln von der Ölpier am Weserufer bis zu den Treibstoffbehältern unter dem Ort hindurchführen, wurden jahrzehntelang weiter genutzt. Die Abwicklung der Baustelle des U-Bootbunkers Valentin und die Verwaltung und Bewirtschaftung von Wehrmachts-Eigentum in Farge gingen bis 1948 in die Zuständigkeit der Oberfinanzdirektion Bremen über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gefangenen- oder Soldatenbaracken wurden bis weit in die 1960er Jahre Flüchtlinge behelfsmäßig einquartiert. Noch 1958 lebten 416 Personen in 59 Baracken mit 107 Wohnungen u.&amp;amp;nbsp;a. im ehemaligen Arbeitserziehungs- bzw. Konzentrationslager in der Lagerstraße, im ehemaligen Tesch-Lager im Wifo Gelände, in den Kögel-Baracken Unterm Berg.&amp;lt;ref&amp;gt;Archiv Peter-Michael Meiners, Sign W20, Kreisarchiv Osterholz&amp;lt;/ref&amp;gt; Die 1958 fertiggestellte Neubau-Siedlung Farger Feld mit 412 Wohnungen war ein erstes Großprojekt zur Linderung der allgemeinen Wohnungsnot. Die verwaltungsmäßige Erweiterung von Farge durch die Übernahme der Gemeinde [[Rekum]] 1923 blieb bis in die 1960er Jahre erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://brema.suub.uni-bremen.de/periodical/zoom/827440?zoom=3&amp;amp;lat=1940.8266&amp;amp;lon=2200.57074&amp;amp;layers=B |titel=Bremer Adressbuch von 1957 |abruf=2018-05-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die durch Verordnung bestimmte Stadtgliederung führt Farge und Rekum nach 1957 als getrennte Ortsteile auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.transparenz.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen2014_tp.c.70488.de&amp;amp;asl=bremen02.c.732.de&amp;amp;template=20_gp_ifg_meta_detail_d#jlr-VerwBezNeuOrgGBRV12Anlage-G2 |abruf=2018-05-16 |titel=Verordnung über die Neuordnung der stadtbremischen Verwaltungsbezirke vom 23. Februar 1951 |hrsg=transparenz.bremen.de |titelerg=Fassung vom 25. April 2013 |kommentar=Die Trennung gilt spätestens seit 1977.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Bevölkerung ist die Ortsbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Farge-Rekum&amp;#039;&amp;#039; üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Gebäuden der ehemaligen Stuhlrohrfabrik am heutigen Bernhardt-Ring produzierte nach dem Ende von Weser-Flug, u.&amp;amp;nbsp;a. die Firma Frisia Haushaltsgeräte und F.W.G. Schiermeier von 1948 bis 1950 Spinnereimaschinen. Von 1951 bis 1979 produzierte u.&amp;amp;nbsp;a. die Firma Spinnbau GmbH mit maximal 1100 Beschäftigten Spinnereimaschinen in neu errichteten 10.000 Quadratmeter großen Werkshallen. Diese waren 1952 im heutigen Industriegebiet am Bernhardt-Ring auf einer angrenzenden Ackerfläche gebaut worden, nachdem das Barackenlager für Zivil- und Zwangsarbeiter, das nach dem Krieg Flüchtlingsfamilien als Behelfsunterkunft diente, abgerissen worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulf Buschmann: [http://www.weser-kurier.de/region_artikel,-Ende-fuer-ein-Stueck-Industriegeschichte-_arid,655942.html &amp;#039;&amp;#039;Ende für ein Stück Industriegeschichte&amp;#039;&amp;#039;], Weser-Kurier, 8. September 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die letzten Gebäude der Steingutfabrik Witteburg wurden 1965 beseitigt. Die Bundeswehr nutzte von 1960 bis 2010 Teile des U-Bootbunkers Valentin als Marinematerialdepot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1950er Jahren gründete Johann Arthur Krause eine Maschinenfabrik, die in den 1960er Jahren etwa 200 Beschäftigte zählte. Nach der Übernahme durch Thyssen-Industrie 1987 beschäftigte das Werk 2017 etwa 900 Personen. Am Kraftwerk Unterweser wurde von 1967 bis 1969 ein neuer Kraftwerksblock errichtet, das Altwerk wurde 1985–1990 abgebaut. Der aktuelle Betreiber GDF Suez/[[Engie]] erneuerte 2014 zentrale Anlagenteile, um das Kraftwerk noch mindestens bis 2024 nutzen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Firma ENGIE |url=http://www.engie-kraftwerke.de/de/content/chronik-kraftwerk-farge |titel=Chronik des ENGIE Kraftwerks Farge |abruf=2018-03-15 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20180315134536/http://www.engie-kraftwerke.de/de/content/chronik-kraftwerk-farge |archiv-datum=2018-03-15 |offline=ja |archiv-bot=2023-12-22 09:29:34 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die derzeitige Leistung beträgt 350 Megawatt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Entsorgung des Abwassers aus den Stadtteilen Blumenthal und Vegesack, dem Burglesumer Ortsteil St. Magnus (teilweise) sowie den angrenzenden Gemeinden [[Lemwerder]] und [[Schwanewede]]&amp;lt;ref&amp;gt; {{Internetquelle| url=https://www.hansewasser.de/wir-fuer-bremen/daseinsvorsorge-fuer-die-stadt/klaeranlagen/| titel=Kläranlagen| abruf=2019-06-25| hrsg=hansewasser.de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| url=https://www.hansewasser.de/fileadmin/user_upload/Umwelterklaerung/Umwelterklaerung_DE-112-00041_hanseWasser-Bremen-GmbH_2018.pdf| titel=Grafik „Entwässerungsgebiete und wesentliche Abwasseranlagen“| abruf=2019-06-25| hrsg=hansewasser.de| werk=Umwelterklärung 2018| seiten=10| format=PDF; 4,4&amp;amp;nbsp;MB}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde 1973 das [[Klärwerk Farge]] am Weserufer südlich des Kraftwerks in Betrieb genommen. Nachfolgend wurde in Farge das Kanalisationsnetz ausgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einwohnerzahlen ===&lt;br /&gt;
* 1811: 195&lt;br /&gt;
* 1910: 1209&lt;br /&gt;
* 1919: 1297(312 Haushaltungen)&lt;br /&gt;
nach der Fusion mit Rekum&lt;br /&gt;
* 1924: 2865 (Farge 1565, Rekum 1300)&lt;br /&gt;
* 1925: 2788 (684 Haushaltungen, 446 Wohnstätten)&lt;br /&gt;
* 1936: 3360 (85 % Industriearbeiter, 15 % Bauern und Gewerbetreibende)&lt;br /&gt;
* 1955: ca. 6000&lt;br /&gt;
* 2014: 2820 (ohne Rekum)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswertes ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bremen-Roennebeck evang-reformierte-Kirche 01.jpg|mini|160px|[[Kirche Rönnebeck-Farge]]]]&lt;br /&gt;
* Evangelisch-reformierte [[Kirche Rönnebeck-Farge]], Farger Str. 19, 1904/05 nach Plänen von [[August Abbehusen]] und [[Otto Blendermann]] erbaut&lt;br /&gt;
* Rathaus Farge (1933), 1845 als Bauernhaus erbaut; heute Begegnungsstätte [[Eva Seligmann|Eva-Seligmann]]-Haus der Arbeiterwohlfahrt.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kahnschifferhaus&amp;#039;&amp;#039;, erbaut vor 1830, Unterm Berg 31, Heimat- und Schifferverein&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Fährhaus Farge&amp;#039;&amp;#039;, nachweisbar seit 1776, früher &amp;#039;&amp;#039;Meyer Farge&amp;#039;&amp;#039;, Ausflugslokal direkt an der Fährverbindung Farge–Berne&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
* [[ThyssenKrupp System Engineering]] GmbH (ehemals [[ThyssenKrupp Krause]]), stellt Automations- und Verpackungstechnik u.&amp;amp;nbsp;a. für die Autoindustrie her.&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Spinnbau GmbH&amp;#039;&amp;#039;, gegründet 1952, ist nach mehrfachem Eigentümerwechsel und starker Schrumpfung immer noch Weltmarktführer für [[Kardieren|Krempelmaschinen]]. Heute ist sie als &amp;#039;&amp;#039;DiloSpinnbau&amp;#039;&amp;#039; ein Zweig der auf Vliesmaschinen spezialisierten &amp;#039;&amp;#039;Dilo Maschinenfabrik&amp;#039;&amp;#039; in [[Eberbach]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=http://www.dilo.de/index.php?id=15 |abruf=2018-04-17|titel=Luftbild der DiloSpinnbau Textilmaschinen}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bis Ende der 1980er Jahre gab es auf dem Spinnbau-Firmengelände am Bahnhof Farge ein Reparaturwerk für US-Panzer.&lt;br /&gt;
* In Farge betreibt das Energieerzeugungsunternehmen [[Engie]] das bis 1969 erbaute [[Kraftwerk Farge|Steinkohlekraftwerk Farge]] mit einer Leistung von 350 Megawatt, mit dem das niedersächsische Umland versorgt wird. Dieses ersetzte die Vorgängerbetriebe aus den 1920er und 1950er Jahren.&lt;br /&gt;
* Die zur australischen [[Macquarie (Bank)|Macquarie Group]] gehörende [[TanQuid]] Betriebsführungsgesellschaft mbH betrieb im Auftrag der [[Bundeswehr]] von 1993 bis 2013 das 300&amp;amp;nbsp;Hektar große [[Tanklager Farge]], das sich zu zwei Dritteln auf bremischen Gebiet befindet. In dem unterirdischen [[Tanklager|Großtanklager]] mit einer Gesamtkapazität von 318.000&amp;amp;nbsp;Kubikmetern, das von 1935 bis 1941 von der [[Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft|Wirtschaftlichen Forschungsgesellschaft]] (WiFo) errichtet worden war, wurden Mineralölprodukte für die Bundeswehr gelagert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|text=TanQid Standort Bremen-Farge |url=http://www.tanquid.de/index.php?id=149 |wayback=20100425184310}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bundeswehr gab das Depot 2013 auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://umwelt.bremen.de/de/detail.php?gsid=bremen179.c.18198.de |wayback=20131012042438 |text=Info des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr Bremen zu den Grundwasserbelastungen |archiv-bot=2023-12-22 09:29:34 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von 1852 bis 1958 gab es die &amp;#039;&amp;#039;[[Steingutfabrik Witteburg]]&amp;#039;&amp;#039;, die ab 1919 eine Tochter der [[Norddeutsche Steingut|Norddeutschen Steingut]] war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
Farge war der Umstiegs- und Umschlagsbahnhof zwischen der 1888 eröffneten [[Bahnstrecke Bremen-Farge–Bremen-Vegesack|Bahnstrecke]] der &amp;#039;&amp;#039;[[Farge-Vegesacker Eisenbahn]]&amp;#039;&amp;#039; und der [[Niederweserbahn]]. Daneben gab es erheblichen Güterumschlag durch das Kohlekraftwerk Farge und das (bis ca. 2010 genutzte) ehemalige [[Tanklager Farge|Wifo-Tanklager]] sowie eine Anbindung zur [[Deutsche Marinebahnen|Marinebahn]] mit dem Militärbahnhof in [[Schwanewede]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 16. Dezember 2007 gibt es wieder Personenverkehr von [[Bahnhof Vegesack]] nach Bremen-Farge. Die Verbindung ist seit dem 12. Dezember 2011 Bestandteil der im Dezember 2010 eingeführten [[Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen]], die Strecke von Vegesack bis Farge ist dafür elektrifiziert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe6&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Linie&lt;br /&gt;
! Verlauf&lt;br /&gt;
! Takt&lt;br /&gt;
{{Linienverlauf Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen|1|Teilstrecke=Nord}}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Buslinie 90 der [[BSAG]] erschließt und verbindet Farge mit den Nachbarortsteilen Rekum und [[Rönnebeck]] sowie darüber hinaus mit [[Neuenkirchen (Schwanewede)|Neuenkirchen]], Blumenthal, [[Vegesack]], Burg und [[Gröpelingen]]. Nachts verbindet die Nachtbuslinie N7 darüber hinaus Farge mit der Bremer Innenstadt. Beide Linien stellen an den Bahnhöfen bzw. Haltepunkten Farge, Blumenthal, Klinikum Bremen-Nord, Aumund, Vegesack, Schönebeck, Lesum und Burg Anschluss an die Bahn her.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.bsag.de/pdf/Web_BSAG_Bremen-Nord_Final.pdf |titel=ÖPNV-Karte Bremen-Nord |werk=bsag.de |abruf=2017-01-25 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20111015051933/http://bsag.de/pdf/Web_BSAG_Bremen-Nord_Final.pdf |archiv-datum=2011-10-15 |offline=ja |archiv-bot=2023-04-28 17:26:10 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2009 wurde die [[Bundesautobahn 270]] als Bundesstraße 74 bis Farge verlängert und zur Fährverbindung der [[Fähren Bremen–Stedingen]] nach [[Berne]] an die [[Bundesstraße 74]] angebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Farge befinden sich am Kraftwerk Kaianlagen für die [[Bremer Häfen|Hochsee- und Binnenschifffahrt]] zur Entladung von Kohlenschiffen sowie, wenige Hundert Meter stromabwärts gelegen, seit ca. 1924 ein kleines nicht-öffentliches Hafenbecken für das derzeitige [[Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt]] (seinerzeit Tonnenhof der Wasser- und Schifffahrtsdirektion).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt |url=https://www.wsv.de/wsa-hb/wir_ueber_uns/Standorte__Kontakt/Aussenbezirk_Farge/index.html |titel=Homepage |abruf=2018-03-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das zum [[Tanklager Farge]] gehörende Ölverladeterminal (Ölpier) wurde von 2014 bis 2020 demontiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infrastruktur ==&lt;br /&gt;
* Schule Farge, Grundschule mit zwei Standorten in Farge und Rekum&lt;br /&gt;
* Freiwillige Feuerwehr Bremen-Farge von 1902, [[Farger Straße (Bremen)|Farger Straße]] 134&lt;br /&gt;
* [[Jugendheim Farge]], Rekumer Straße 2&lt;br /&gt;
* Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Rönnebeck-Farge, Farger Straße 17/21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vereine&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Heimatverein Farge-Rekum&lt;br /&gt;
* Turn- und Sportvereinigung Farge-Rekum von 1890&lt;br /&gt;
* Farger Schützengesellschaft von 1895&lt;br /&gt;
* Kyffhäuser Kameradschaft Farge-Rekum von 1890&lt;br /&gt;
* Männergesangverein &amp;#039;&amp;#039;Orpheus&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Reisetaubenverein &amp;#039;&amp;#039;Condor&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Wassersportverein Farge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
* Claus von Lübken, 1852 bis 1865 Gemeindevorsteher (Claus von Lübken-Straße)&lt;br /&gt;
* Richard Taylor (1868–1953), Kupferstecher, 1917 bis 1937 Gemeindevorsteher (Richard-Taylor-Straße)&lt;br /&gt;
* Diedrich Schierholz, 1884 bis 1916 Gemeindevorsteher (Diedrich-Schierholz-Straße)&lt;br /&gt;
* [[Erhard Eylmann]] (1860–1926), deutscher Ethnologe (Eylmann-Straße)&lt;br /&gt;
* [[Hermann Boelmann]] (1896–1958), deutscher Politiker&lt;br /&gt;
* [[Johann Kroog]] (1877–1947), Gemeindesekretär der Gemeinde Farge von 1926 bis 1933&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Barbara Johr]], [[Hartmut Roder]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Bunker. Ein Beispiel nationalsozialistischen Wahns. Bremen-Farge 1943–1945.&amp;#039;&amp;#039; [[Edition Temmen]]: Bremen 1989. ISBN 3-926958-24-3&lt;br /&gt;
* Aufzeichnungen von Richard Taylor (19.12.1868- 25. Januar 1953) aus Farge-Rekum. Bürgermeister in Farge seit 1917, in Farge-Rekum von 1923–1937. Handschriftlicher Text. In Druckschrift transkribiert von Arend Wessels, Heimatverein Farge-Rekum e.&amp;amp;nbsp;V. 2004&lt;br /&gt;
* Arend Wessels: &amp;#039;&amp;#039;Farge-Rekum, eine lange Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Hg. Heimatverein Farge-Rekum&lt;br /&gt;
* Peter Michael Meiners. Rüstung und Zwangsarbeit. Ergebnisse einer Spurensuche. Farge-Rekum-Neuenkirchen-Schwanewede. Eigendruck im Selbstverlag, Ritterhude. 2017&lt;br /&gt;
* Eva Determann. Zwangsarbeit in Bremen- ein Überblick. In: Verein Walerjan Wrobel Zwangsarbeit e.&amp;amp;nbsp;V. (Hrsg.) Vergessene Opfer. Kleine Schriften des Staatsarchivs Bremen Heft 40, 2007. ISBN 978-3-925729-54-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.heimatverein-farge-rekum.de/ Heimatverein Farge-Rekum]&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle| url=https://archive.org/details/fargechronik19311945/page/n0/mode/1up| titel=NSDAP und Naziregime in Farge| abruf=2020-02-05| abruf-verborgen=1| autor=Ernst-Adolf Chantelau| datum=2021-09}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle| url=https://archive.org/details/medizinische-versorgung-der-arbeiterlager-bremen-farge-1939-45| titel=Die medizinische Versorgung der Arbeiterlager in Farge 1939-1945 und der Fall des Arztes Dr.Heidbreder im Curiohaus-Prozess (Bremen-Farge case)| abruf=2022-07-05| abruf-verborgen=1| autor=Ernst-Adolf Chantelau| datum=2022| sprache=de en}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;4.VO&amp;quot;&amp;gt;Wikisource: [[:s:Vierte Verordnung über den Neuaufbau des Reichs|Vierte Verordnung über den Neuaufbau des Reichs vom 28. September 1939]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|NS=53.20013|EW=8.5289|type=city|region=DE-HB}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Elbe-Weser-Dreieck]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Niedersächsische Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort in Bremen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort mit Seehafen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Bremen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort an der Weser]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Blumenthal (Bremen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeindeauflösung 1939]]&lt;/div&gt;</summary>
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