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	<title>Fano-Axiom - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T09:43:16Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fano-Axiom&amp;diff=2083046&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2026-02-14T01:12:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fano-Axiom&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist in der [[Synthetische Geometrie|synthetischen Geometrie]] ein Inzidenzaxiom sowohl für [[affine Ebene]]n als auch für [[projektive Ebene]]n. Es ist nach dem italienischen Mathematiker [[Gino Fano]] benannt. In affinen oder projektiven Ebenen über einem [[Schiefkörper]] oder [[Körper (Algebra)|Körper]] &amp;lt;math&amp;gt;K&amp;lt;/math&amp;gt; gilt das Fano-Axiom genau dann, wenn die [[Charakteristik (Algebra)|Charakteristik]] von &amp;lt;math&amp;gt;K&amp;lt;/math&amp;gt; nicht 2 ist. Die ebenfalls nach Fano benannte [[Fano-Ebene]], das Minimalmodell einer projektiven Ebene, erfüllt das Fano-Axiom &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Affines Fano-Axiom ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fano parallelogramm.svg|mini|Affines Fano-Axiom: Im Parallelogramm &amp;lt;math&amp;gt;P_1P_2P_3P_4&amp;lt;/math&amp;gt; schneiden sich die Diagonalen &amp;lt;math&amp;gt;P_1P_3&amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt;P_2P_4&amp;lt;/math&amp;gt; in einem Punkt &amp;lt;math&amp;gt;D&amp;lt;/math&amp;gt;. Das Axiom erlaubt es, einer Strecke &amp;lt;math&amp;gt;(P_1,P_2)&amp;lt;/math&amp;gt; Mittelpunkte &amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt; zuzuordnen.]]&lt;br /&gt;
Eine affine Ebene &amp;lt;math&amp;gt;\mathcal{A}&amp;lt;/math&amp;gt; erfüllt das Fano-Axiom, wenn dort gilt (vgl. die Abbildung rechts):&lt;br /&gt;
* „Bei jedem nichtausgearteten Parallelogramm schneiden sich die Diagonalen.“ Oder gleichwertig:&lt;br /&gt;
* „In keinem nichtausgearteten Parallelogramm sind die Diagonalen parallel.“&lt;br /&gt;
Ausführlich und formaler lautet das Axiom so: Sind &amp;lt;math&amp;gt;P_1,P_2,P_3,P_4&amp;lt;/math&amp;gt; Punkte der affinen Ebene &amp;lt;math&amp;gt;A&amp;lt;/math&amp;gt;, von denen keine drei auf einer Geraden liegen, dann gilt: Aus &amp;lt;math&amp;gt;P_1P_2 \parallel P_3P_4&amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt;P_2P_3 \parallel P_4P_1&amp;lt;/math&amp;gt; folgt &amp;lt;math&amp;gt;P_1P_3\not\parallel P_2P_4&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine [[affine Translationsebene]] sind die folgenden Aussagen beide äquivalent zum Fano-Axiom:&lt;br /&gt;
* Keine Translation hat die [[Ordnung eines Gruppenelementes|Ordnung]] 2, das heißt für jede Translation &amp;lt;math&amp;gt;\tau&amp;lt;/math&amp;gt; folgt aus &amp;lt;math&amp;gt;\tau\circ\tau=\operatorname{Id}_A&amp;lt;/math&amp;gt;, dass &amp;lt;math&amp;gt;\tau=\operatorname{Id}_\mathcal{A}&amp;lt;/math&amp;gt; ist.&lt;br /&gt;
* Der Schiefkörper &amp;lt;math&amp;gt;S&amp;lt;/math&amp;gt; der spurtreuen Endomorphismen der Translationsgruppe hat eine von 2 verschiedene [[Charakteristik (Algebra)|Charakteristik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine beliebige affine Ebene folgt die erste dieser Aussagen aus dem Fano-Axiom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede affine Translationsebene gilt die Alternative:&lt;br /&gt;
# Entweder sind in &amp;#039;&amp;#039;jedem&amp;#039;&amp;#039; nichtausgearteten Parallelogramm die Diagonalen parallel &amp;#039;&amp;#039;oder&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
# in &amp;#039;&amp;#039;jedem&amp;#039;&amp;#039; nichtausgearteten Parallelogramm schneiden sich die Diagonalen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Fall hat jede nichtidentische Translation die Ordnung &amp;lt;math&amp;gt;p=2&amp;lt;/math&amp;gt;, im zweiten Fall haben ebenfalls alle nichtidentischen Translationen dieselbe Ordnung, diese ist entweder eine ungerade Primzahl &amp;lt;math&amp;gt;p&amp;lt;/math&amp;gt; oder unendlich, dann setzt man &amp;lt;math&amp;gt;p=0&amp;lt;/math&amp;gt;. In all diesen Fällen ist &amp;lt;math&amp;gt;p&amp;lt;/math&amp;gt; zugleich die Charakteristik des oben beschriebenen Schiefkörpers &amp;lt;math&amp;gt;S&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelpunkte einer Strecke ===&lt;br /&gt;
In einer affinen Ebene, die dem Fano-Axiom genügt, kann man einer Strecke &amp;lt;math&amp;gt;(P_1,P_2)\in \mathcal{A}^2&amp;lt;/math&amp;gt; Mittelpunkte &amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt; zuordnen:&lt;br /&gt;
# Falls &amp;lt;math&amp;gt;P_1=P_2&amp;lt;/math&amp;gt; ist, setzt man &amp;lt;math&amp;gt;M=P_1&amp;lt;/math&amp;gt; und nennt &amp;lt;math&amp;gt;M=P_1&amp;lt;/math&amp;gt; den „Mittelpunkt der Strecke &amp;lt;math&amp;gt;(P_1,P_2)&amp;lt;/math&amp;gt;“.&lt;br /&gt;
# Falls &amp;lt;math&amp;gt;P_1\neq P_2&amp;lt;/math&amp;gt; ist, wählt man einen beliebigen Punkt &amp;lt;math&amp;gt;P_3&amp;lt;/math&amp;gt; außerhalb der Gerade &amp;lt;math&amp;gt;P_1P_2&amp;lt;/math&amp;gt; und ergänzt zu einem nichtausgearteten Parallelogramm &amp;lt;math&amp;gt;P_1P_2P_3P_4&amp;lt;/math&amp;gt;. Die Parallele zu &amp;lt;math&amp;gt;P_1P_4&amp;lt;/math&amp;gt; durch den Diagonalenschnittpunkt &amp;lt;math&amp;gt;D&amp;lt;/math&amp;gt; schneidet &amp;lt;math&amp;gt;P_1P_2&amp;lt;/math&amp;gt; in einem Punkt &amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt;. Alle Punkte &amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt;, die so (bei wechselnden Hilfspunkten &amp;lt;math&amp;gt;P_3&amp;lt;/math&amp;gt;) konstruierbar sind, heißen „Mittelpunkte der Strecke &amp;lt;math&amp;gt;(P_1,P_2)&amp;lt;/math&amp;gt;“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Punktspiegelung ===&lt;br /&gt;
Eine [[Kollineation]] &amp;lt;math&amp;gt;\delta&amp;lt;/math&amp;gt; auf einer affinen Fano-Ebene heißt [[Punktspiegelung]], wenn ein Punkt &amp;lt;math&amp;gt;Z&amp;lt;/math&amp;gt; existiert, der ein Mittelpunkt für jede Verbindungsstrecke &amp;lt;math&amp;gt;(P,\delta(P))&amp;lt;/math&amp;gt; ist.&lt;br /&gt;
* Zu einem beliebigen Punkt &amp;lt;math&amp;gt;Z\in\mathcal{A}&amp;lt;/math&amp;gt; muss im Allgemeinen keine Punktspiegelung an &amp;lt;math&amp;gt;Z&amp;lt;/math&amp;gt; existieren.&lt;br /&gt;
* Im Falle ihrer Existenz ist die Punktspiegelung  &amp;lt;math&amp;gt;\delta&amp;lt;/math&amp;gt; an &amp;lt;math&amp;gt;Z&amp;lt;/math&amp;gt; durch &amp;lt;math&amp;gt;Z&amp;lt;/math&amp;gt; eindeutig bestimmt. Dann ist für eine beliebige Punkt-Bildpunktstrecke  &amp;lt;math&amp;gt;(P,\delta(P))&amp;lt;/math&amp;gt; der Punkt &amp;lt;math&amp;gt;Z&amp;lt;/math&amp;gt; der &amp;#039;&amp;#039;einzige&amp;#039;&amp;#039; Mittelpunkt.&lt;br /&gt;
* Jede Punktspiegelung ist eine [[Dilatation (Geometrie)|Dilatation]] und also eine [[Affinität (Mathematik)|Affinität]], denn ihre projektive Fortsetzung ist eine [[Projektive Perspektivität|ebene Perspektivität]]. Der einzige Fixpunkt der Affinität und das Zentrum der projektiven Fortsetzung ist der Mittelpunkt &amp;lt;math&amp;gt;Z&amp;lt;/math&amp;gt; einer beliebigen Punkt-Bildpunktstrecke &amp;lt;math&amp;gt;(P,\delta(P))&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Jede Punktspiegelung ist [[Involution (Mathematik)|involutorisch]].&lt;br /&gt;
* In einer affinen Translationsebene und erst recht in einer desarguesschen Ebene existiert zu jedem Punkt &amp;lt;math&amp;gt;Z\in\mathcal{A}&amp;lt;/math&amp;gt; eine Punktspiegelung an &amp;lt;math&amp;gt;Z&amp;lt;/math&amp;gt;. Sie ist die zentrische Streckung um &amp;lt;math&amp;gt;Z&amp;lt;/math&amp;gt; mit dem Streckungsfaktor &amp;lt;math&amp;gt;-1&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektives Fano-Axiom ==&lt;br /&gt;
Es wurden zwei projektive Formen des Fano-Axioms formuliert, die zueinander dual und äquivalent sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Kadison und Kromann (1996), 5.2: &amp;#039;&amp;#039;Fano’s Axiom P6.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu werden die Begriffe &amp;#039;&amp;#039;vollständiges Viereck&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;vollständiges Vierseit&amp;#039;&amp;#039; benötigt, die ebenfalls zueinander dual sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vollständiges Viereck ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Complete Quadrangle.svg|mini|x240px|Ein vollständiges Viereck. Die vier „Ecken“ A,B,C,D sind rot gekennzeichnet, Paare von Gegenseiten haben jeweils die gleiche Farbe. Die Schnittpunkte der Gegenseiten, E, F, G – die „Diagonalpunkte“ – sind grau.]]&lt;br /&gt;
Ein vollständiges Viereck in einer projektiven Ebene besteht aus 4 Punkten (den &amp;#039;&amp;#039;Ecken&amp;#039;&amp;#039; des Vierecks) in allgemeiner Lage, das heißt keine drei davon liegen auf einer gemeinsamen Gerade. Die 6 [[Verbindungsgerade]]n der Ecken heißen die „Seiten“ des Vierecks, je zwei Seiten, die nicht durch eine gemeinsame Ecke gehen, heißen „Gegenseiten“ des Vierecks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein vollständiges Viereck heißt „Anti-Fano-Viereck“, wenn die Schnittpunkte der Gegenseiten auf einer Geraden liegen, sonst heißt es „Fano-Viereck“.&amp;lt;ref&amp;gt;Hauke Klein: [http://www.math.uni-kiel.de/geometrie/klein/math/geometry/fano.html &amp;#039;&amp;#039;Fano axiom&amp;#039;&amp;#039;] (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ Ein vollständiges Viereck, aufgefasst als geordnete Menge von vier Punkten, bildet eine [[Projektive Basis|projektive Punktbasis]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das projektive Axiom ===&lt;br /&gt;
Das projektive Fano-Axiom lautet:&lt;br /&gt;
: „Die Schnittpunkte der Gegenseiten (Diagonalpunkte) in einem beliebigen vollständigen Viereck sind nicht [[Kollinearität|kollinear]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Eric W. Weisstein: &amp;#039;&amp;#039;Fano’s Axiom.&amp;#039;&amp;#039; [https://mathworld.wolfram.com/FanosAxiom.html From MathWorld – A Wolfram Web Resource] (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fano-Axiom fordert also, dass jedes vollständige Viereck der projektiven Ebene ein Fano-Viereck ist. Dann nennt man die projektive Ebene &amp;#039;&amp;#039;eine&amp;#039;&amp;#039; Fano-Ebene. Ist dagegen jedes vollständige Viereck ein Anti-Fano-Viereck, dann wird die projektive Ebene gelegentlich als Anti-Fano-Ebene bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bemerkungen ===&lt;br /&gt;
Zum projektiven Fano-Axiom ist zu beachten:&lt;br /&gt;
* Es gibt projektive Ebenen, die weder Fano- noch Anti-Fano-Ebenen sind, siehe [[#AntiFano|weiter unten]] in diesem Artikel.&lt;br /&gt;
* Jede [[Satz von Desargues|desarguesche]] projektive Ebene ist entweder eine Fano- oder eine Anti-Fano-Ebene. Sie ist eine Anti-Fano-Ebene, wenn die Charakteristik ihres [[Ternärkörper|Koordinatenschiefkörpers]] 2 ist, und eine Fano-Ebene bei jeder anderen Charakteristik.&lt;br /&gt;
* Allgemeiner ist sogar jede [[Moufangebene]] entweder eine Fano- oder eine Anti-Fano-Ebene. Dort lautet das Kriterium: Ist &amp;lt;math&amp;gt;S&amp;lt;/math&amp;gt; der &amp;#039;&amp;#039;[[Alternativkörper#Kern|Kern]]&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;math&amp;gt;S=\operatorname{Kern}(A)=\lbrace x\in A: \forall a,b\in A\quad x(ab)=(xa)b \rbrace&amp;lt;/math&amp;gt; des [[Alternativkörper|Koordinatenalternativkörpers]] &amp;lt;math&amp;gt;A&amp;lt;/math&amp;gt; der Ebene, dann ist diese Ebene eine Anti-Fano-Ebene, wenn die Charakteristik dieses Schiefkörpers &amp;lt;math&amp;gt;\operatorname{char}(S)=2&amp;lt;/math&amp;gt; ist, und eine Fano-Ebene bei jeder anderen Charakteristik von &amp;lt;math&amp;gt;S&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die&amp;#039;&amp;#039; [[Fano-Ebene]] ist im axiomatischen Sinn &amp;#039;&amp;#039;eine&amp;#039;&amp;#039; Anti-Fano-Ebene!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beziehungen des projektiven zum affinen Fano-Axiom ===&lt;br /&gt;
* Durch Ausschneiden einer projektiven Gerade („Schlitzen“) bzw. projektive Erweiterung entsteht aus einer projektiven desargueschen Fano-Ebene stets eine affine desarguesche Ebene, die das affine Fano-Axiom erfüllt, und umgekehrt.&lt;br /&gt;
* Durch Schlitzen einer Moufangebene, in der das projektive Fano-Axiom gilt, entsteht stets eine affine Translationsebene, in der das affine Fano-Axiom gilt.&lt;br /&gt;
* Falls die projektive Erweiterung einer affinen Translationsebene, die das Fano-Axiom erfüllt, eine Moufangebene ist, dann erfüllt auch diese Moufangebene das Fano-Axiom.&lt;br /&gt;
* Durch Schlitzen einer projektiven Fano-Ebene entsteht stets eine affine Ebene, die dem affinen Fano-Axiom genügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vollständiges Vierseit ===&lt;br /&gt;
Ein vollständiges Vierseit in einer projektiven Ebene besteht aus 4 Geraden (den &amp;#039;&amp;#039;Seiten&amp;#039;&amp;#039; des Vierseits) in allgemeiner Lage, das heißt keine drei davon gehen durch einen gemeinsamen Punkt. Die 6 Schnittpunkte der Seiten heißen die „Ecken“ des Vierseits, je zwei Ecken, die nicht auf einer Seite liegen, heißen „Gegenecken“ des Vierseits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die duale Form des projektiven Fano-Axioms lautet:&lt;br /&gt;
: „Die Verbindungsgeraden der Gegenecken (Diagonalen) in einem beliebigen vollständigen Vierseit sind nicht [[Kopunktalität|kopunktal]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Schaal: &amp;#039;&amp;#039;Lineare Algebra und analytische Geometrie.&amp;#039;&amp;#039; Band II, S. 220.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gilt: Für jede Fano-Ebene ist auch ihre duale Ebene eine Fano-Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;Kadison und Kromann (1996), proposition 5.4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gleichbedeutend dazu, dass für jede projektive Ebene Fano-Axiom und duales Fano-Axiom äquivalent sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== {{Anker|AntiFano}} Projektive Ebenen mit Fano- und Antifano-Vierecken und der Satz von Desargues ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Endliche Ebenen ===&lt;br /&gt;
Der folgende &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Satz von Gleason&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Andrew M. Gleason|Titel=Finite Fano Planes|Sammelwerk=American Journal of Mathematics|Band=78|Nummer=4|Datum=1956-10|Seiten=797–807}}&amp;lt;/ref&amp;gt; besagt, dass eine endliche Anti-Fano-Ebene (im amerikanischen Sprachgebrauch leider, etwa hier von [[Andrew Gleason]], oftmals als &amp;#039;&amp;#039;fano plane&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet…) stets desarguesch und damit eine &amp;lt;math&amp;gt;\mathbb{P}^2(\mathbb{F}_q)&amp;lt;/math&amp;gt; über einem [[Endlicher Körper|endlichen Körper]] &amp;lt;math&amp;gt;\mathbb{F}_q, q=2^r,r\geq 1&amp;lt;/math&amp;gt; ist:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pickert301&amp;quot;&amp;gt;Zitiert nach Günter Pickert: &amp;#039;&amp;#039;Projektive Ebenen.&amp;#039;&amp;#039; 1975, S. 301.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
: Aus der Kollinearität der Diagonalpunkte aller vollständigen Vierecke in einer endlichen projektiven Ebene folgt die Allgemeingültigkeit des [[Satz von Desargues|Satzes von Desargues]] in dieser Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele für echte, endliche &amp;#039;&amp;#039;Halbkörper&amp;#039;&amp;#039; gerader Ordnung, also [[Quasikörper]], die beide [[Distributivgesetz]]e erfüllen, aber keine [[Alternativkörper]] sind, wurden von [[Donald Ervin Knuth]] in seiner Dissertation angegeben. Siehe zu dieser Literaturangabe den Artikel [[Halbkörper (Geometrie)]]. Dort sind im Abschnitt [[Halbkörper (Geometrie)#Beispiele|Beispiele]] zwei solche Halbkörper der Ordnung 16 konkret angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die projektiven Ebenen über all diesen „Knuthschen“ echten Halbkörpern gehören der [[Klassifikation projektiver Ebenen|Lenz-Barlotti-Klasse]] V an. Sie &amp;#039;&amp;#039;können&amp;#039;&amp;#039; nach dem Satz von Gleason das Anti-Fano-Axiom nicht erfüllen, da sie nichtdesarguessch sind. Andererseits &amp;#039;&amp;#039;enthalten&amp;#039;&amp;#039; sie &amp;#039;&amp;#039;die&amp;#039;&amp;#039; Fanoebene &amp;lt;math&amp;gt;\mathbb{P}^2(\mathbb{F}_2)&amp;lt;/math&amp;gt; als Unterstruktur (der [[Primkörper]] mit 2 Elementen ist im Kern des Halbkörpers als Teilkörper enthalten) und damit &amp;#039;&amp;#039;auch&amp;#039;&amp;#039; Anti-Fano-Vierecke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt [[Vermutung (Mathematik)|vermutet]] Günter Pickert:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pickert301&amp;quot; /&amp;gt; In &amp;#039;&amp;#039;jeder&amp;#039;&amp;#039; endlichen, &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039;desarguesschen Ebene existieren Fano- &amp;#039;&amp;#039;und&amp;#039;&amp;#039; Anti-Fano-Vierecke! Er beweist dazu einen allerdings wesentlich schwächeren Satz von [[Hanna Neumann]]:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Hanna Neumann|Titel=On some finite non-desarguesian planes|Sammelwerk=Archiv der Mathematik|Band=6|Nummer=1|Datum=1954-09-15|Seiten=36–40|DOI=10.1007/BF01899210}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Ist &amp;#039;&amp;#039;p&amp;#039;&amp;#039; eine Primzahl, &amp;#039;&amp;#039;r&amp;#039;&amp;#039; eine positive ganze Zahl, für die zusätzlich &amp;lt;math&amp;gt;r\geq 2&amp;lt;/math&amp;gt; im Fall &amp;lt;math&amp;gt;p=2&amp;lt;/math&amp;gt; gelten soll, so gibt es eine endliche projektive Ebene der [[Affine Ebene#Ordnung|Ordnung]]  &amp;lt;math&amp;gt;q=p^{2r}&amp;lt;/math&amp;gt;, in der sowohl ein vollständiges Viereck mit kollinearen Diagonalpunkten wie ein solches mit nichtkollinearen Diagonalpunkten vorkommt.&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlich zitiert aus Günter Pickert: &amp;#039;&amp;#039;Projektive Ebenen.&amp;#039;&amp;#039; 1975, S. 300, dort wird der Satz auch bewiesen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Pickert zum Beweis konstruierten Ebenen sind durch echte [[Quasikörper]] der Ordnung &amp;lt;math&amp;gt;q=p^{2r}&amp;lt;/math&amp;gt; koordinatisierbar. Das heißt: Sie und die oben erwähnten Ebenen von Knuth &amp;#039;&amp;#039;können so&amp;#039;&amp;#039; geschlitzt werden, dass eine affine Translationsebene der Ordnung &amp;#039;&amp;#039;q&amp;#039;&amp;#039; entsteht. In &amp;#039;&amp;#039;dieser affinen&amp;#039;&amp;#039; Ebene gilt dann entweder&lt;br /&gt;
# die Diagonalen jedes nichtausgearteten Parallelogramms sind parallel oder&lt;br /&gt;
# die Diagonalen jedes nichtausgearteten Parallelogramms schneiden einander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Fall tritt genau dann ein, wenn  &amp;lt;math&amp;gt;p=2&amp;lt;/math&amp;gt; ist, der zweite, wenn &amp;#039;&amp;#039;p&amp;#039;&amp;#039; ungerade ist. Damit zeigt dieser Beweis zugleich, dass bereits für affine &amp;#039;&amp;#039;Translations&amp;#039;&amp;#039;ebenen aus der Gültigkeit des affinen „Anti-Fano-Axioms“&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff affines „Anti-Fano-Axiom“ ist in der Literatur &amp;#039;&amp;#039;kein&amp;#039;&amp;#039; üblicher Begriff. Hier sind die Ebenen mit der 1. Eigenschaft gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; bzw.&amp;amp;nbsp;des affinen Fano-Axioms im Allgemeinen nicht auf die Gültigkeit des entsprechenden Axioms im projektiven Abschluss geschlossen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beliebige Ebenen ===&lt;br /&gt;
Pickert ersetzt die Endlichkeitsvoraussetzung des Satzes von Gleason durch eine Transitivitätsvoraussetzung. Siehe dazu die Definitionen und Sprachregelungen, die im Artikel [[Klassifikation projektiver Ebenen]] erläutert sind. Er beweist damit: „Gibt es in einer projektiven Ebene drei nicht kollineare Punkte &amp;lt;math&amp;gt;O,U,V&amp;lt;/math&amp;gt;, so dass die Ebene &amp;lt;math&amp;gt;(OU,V)&amp;lt;/math&amp;gt;- und &amp;lt;math&amp;gt;(OV,U)&amp;lt;/math&amp;gt;- transitiv ist, und sind in dieser Ebene in jedem vollständigen Viereck die Diagonalpunkte kollinear, dann ist die Ebene desarguessch.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pickert301&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
* Die Bedeutung des Fano-Axioms für die elementare affine Geometrie liegt auf der Hand: In beliebigen Ebenen ist die Gültigkeit des Fano-Axioms &amp;#039;&amp;#039;notwendig&amp;#039;&amp;#039;, in desarguesschen Ebenen auch &amp;#039;&amp;#039;hinreichend&amp;#039;&amp;#039; dafür, dass zu zwei verschiedenen Punkten ein Mittelpunkt existiert! Ohne Fano-Axiom gibt es keine Seitenhalbierenden, keine Mittelsenkrechten, keine Punktspiegelungen usw.&lt;br /&gt;
* Etwas weniger offensichtlich ist seine Nützlichkeit bei der Untersuchung von [[Quadratische Form|Quadratischen Formen]]: Hier möchte man gerne durch 2 teilen können (zum Beispiel beim [[Quadratische Ergänzung|quadratischen Ergänzen]] und beim &amp;quot;Symmetrisieren&amp;quot; einer Formmatrix, siehe [[projektive Quadrik]]).&lt;br /&gt;
* Macht man, wie das in der Linearen Algebra gerne getan wird, die generelle Voraussetzung, dass die Charakteristik der betrachteten Koordinatenkörper nicht 2 sei, so geht man auch einigen Sonderfällen aus dem Weg, die nur bei affinen Geometrien mit 2 Punkten auf jeder Geraden (siehe [[Kollineation]]) bzw. nur beim Minimalmodell der projektiven Geometrie (siehe [[Fano-Ebene]]) auftreten, aber nicht direkt wegen der Charakteristik des Körpers, sondern wegen der Kleinheit der Modelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Wendelin Degen, Lothar Profke&lt;br /&gt;
   |Titel=Grundlagen der affinen und euklidischen Geometrie&lt;br /&gt;
   |Verlag=Teubner&lt;br /&gt;
   |Ort=Stuttgart&lt;br /&gt;
   |Datum=1976&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-519-02751-8&lt;br /&gt;
   |Kommentar=Einfache Darstellung der Axiome, fachdidaktische Hinweise für den Geometrieunterricht an Gymnasien}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Lothar Heffter|Lothar Wilhelm Julius Heffter]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Grundlagen und analytischer Aufbau der projektiven, euklidischen und nichteuklidischen Geometrie&lt;br /&gt;
   |Auflage=3. wesentlich überarbeitete&lt;br /&gt;
   |Verlag=Teubner&lt;br /&gt;
   |Ort=Stuttgart&lt;br /&gt;
   |Datum=1958&lt;br /&gt;
   |Kommentar=Darstellung der Zusammenhänge zwischen klassischer (reeller, euklidischer) Geometrie und einigen Verallgemeinerungen in der synthetischen und absoluten Geometrie}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Lars Kadison, Matthias T. Kromann&lt;br /&gt;
   |Titel=Projective Geometry and Modern Algebra&lt;br /&gt;
   |Verlag=Birkhäuser&lt;br /&gt;
   |Ort=Boston/Basel/Berlin&lt;br /&gt;
   |Datum=1996&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-7643-3900-4&lt;br /&gt;
   |Kommentar=Konsequenzen des Fano-Axioms für die Transitivitätseigenschaften der projektiven Gruppen&lt;br /&gt;
   |Online=[http://bvbr.bib-bvb.de:8991/exlibris/aleph/a21_1/apache_media/5JKGKA7K4ISHMNMX2FQ8LX5LHP3YU4.pdf Inhaltsverzeichnis]&lt;br /&gt;
   |Format=PDF&lt;br /&gt;
   |Abruf=2016-06-06}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Günter Pickert]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Projektive Ebenen&lt;br /&gt;
   |Auflage=2.&lt;br /&gt;
   |Verlag=Springer&lt;br /&gt;
   |Ort=Berlin / Heidelberg / New York&lt;br /&gt;
   |Datum=1975&lt;br /&gt;
   |Kapitel=12.3: &amp;#039;&amp;#039;Vollständige Vierecke mit kollinearen Diagonalpunkten&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
   |Seiten=297–301&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-540-07280-2&lt;br /&gt;
   |Kommentar=Berücksichtigt die damals aktuellen Ergebnisse insbesondere über endliche Ebenen}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Hermann Schaal&lt;br /&gt;
   |Titel=Lineare Algebra und analytische Geometrie&lt;br /&gt;
   |Band=II&lt;br /&gt;
   |Auflage=2. durchgesehene&lt;br /&gt;
   |Verlag=Vieweg&lt;br /&gt;
   |Ort=Braunschweig&lt;br /&gt;
   |Datum=1980&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-528-13057-1&lt;br /&gt;
   |Kommentar=Bedeutung des Fano-Axioms in der Linearen Algebra über Körpern und für die Klassifikation von Kegelschnitten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise und Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Synthetische Geometrie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Analytische Geometrie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Endliche Geometrie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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