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	<title>Fanatismus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-27T06:58:13Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fanatismus&amp;diff=69677&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-10-21T08:47:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Eugène Delacroix - The Fanatics of Tangier - WGA06195.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Die Fanatiker von Tanger&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;br /&amp;gt; ([[Eugène Delacroix]], [[Minneapolis Institute of Arts]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fanatismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (vom fr.: &amp;#039;&amp;#039;fanatique&amp;#039;&amp;#039; oder lat.: &amp;#039;&amp;#039;fanaticus&amp;#039;&amp;#039;; ‚göttlich inspiriert‘) bezeichnet man eine Verbohrtheit bzw. das [[Besessenheit|Besessensein]] von einer [[Idee]], Vorstellung oder Überzeugung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kennzeichen ==&lt;br /&gt;
Fanatismus im engeren Sinn ist durch das unbedingte Fürwahrhalten der betreffenden Vorstellung und meistens durch [[Toleranz|Intoleranz]] gegenüber jeder abweichenden Meinung gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fanatiker will häufig andere von seinen Ansichten überzeugen („[[missionar]]ischer Eifer“), lässt jedoch seinerseits keinerlei Zweifel an der Richtigkeit und dem besonderen Wert seiner Überzeugungen zu. Vielmehr verteidigt er sie gegen jede Infragestellung und ist dabei einer vernünftigen [[Argumentation]] nicht zugänglich. Die betreffende Vorstellung ist seinem kritischen Denken bzw. [[Reflexion (Philosophie)|Reflexionsvermögen]] entzogen. Damit verbundene negative Konsequenzen für sich selbst oder andere werden als solche nicht erkannt bzw. nicht anerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lückenhaft|Adolf Hitler hat nicht nur an mehreren Stellen in &amp;quot;Mein Kampf&amp;quot; betont, dass der Nationalsozialismus fanatisch sein muss, (siehe bspw. das Buch &amp;quot;Verbrannte Wörter&amp;quot; von [[Matthias Heine]] S.9,10,14) - er hat es u.a. auch in seiner Rede zum Ermächtigungsgesetz gemacht und in seiner letzten Rundfunkrede 1945 in der er den Endsieg beschwört (Audios u.a. im Deutschlandfunk zu hören). Auch ein Hitler-Zitat im Artikel [[Endsieg]] beginnt mit &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Ich war vom schwächlichen Weltbürger zum fanatischen Antisemiten geworden.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Viktor Klemperer hat das mitbekommen und in LTI erwähnt - doch hier im Artikel fehlt bisher der Komplex Hitler und Fanatismus}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erscheinungsformen ==&lt;br /&gt;
Erscheinungsformen von Überzeugungen, die häufig in fanatischer Weise vertreten werden, sind u.&amp;amp;nbsp;a. [[Ideologie]]n, [[Extremismus]], [[Rassismus]], [[Fundamentalismus]] und [[Religion|religiöser Fanatismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[LTI – Notizbuch eines Philologen|Lingua tertii imperii]] beschreibt [[Victor Klemperer]] die [[Sprache des Nationalsozialismus]] anhand des Begriffs „fanatisch“: „Wenn einer lange genug für heldisch und tugendhaft: &amp;#039;&amp;#039;fanatisch&amp;#039;&amp;#039; sagt, glaubt er schließlich wirklich, ein Fanatiker sei ein tugendhafter Held.“ Die Sprache des Nationalsozialismus ist laut Klemperer eine Sprache des Glaubens, denn sie gründe sich auf Fanatismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Begriff „Fanatiker“ zu unterscheiden ist der Begriff „[[Fan]]“, der weniger zur Kennzeichnung extremer Positionen verwendet wird, sondern mehr zur Bezeichnung von „[[Enthusiasmus]] für&amp;amp;nbsp;…“, und nicht primär eine politische, weltanschauliche oder religiöse Überzeugung meint, sondern z.&amp;amp;nbsp;B. überschwängliche Begeisterung für [[Sport]]ler oder [[Popkultur|Popkünstler]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung von Fanatismus ==&lt;br /&gt;
Nach [[Robert Spaemann]] hatte die westliche Zivilisation seit dem 17. Jahrhundert für unbedingte, sich dem universellen Diskurs entziehende Überzeugungen die absprechende Vokabel „Fanatismus“ bereit. Diese Bezeichnung habe von Katholiken gegen Protestanten und später von orthodoxen Protestanten gegen das Schwärmertum und schließlich von den Protagonisten der Aufklärung gegen jede Form von Offenbarungsglauben Verwendung gefunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Spaemann: [https://www.zeit.de/1989/52/das-wort-sie-sollen-lassen-stahn Das Wort sie sollen lassen stahn], [[Die Zeit]], Artikel vom 22. Dezember 1989. Vgl. [[Robert Spaemann]], &amp;#039;&amp;#039;„Fanatisch“ und „Fanatismus“&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Archiv für Begriffsgeschichte]] 15 (1971), S. 256–274.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung von extremistischen Gruppierungen bzw. Massenbewegungen ==&lt;br /&gt;
In welchem Umfang extreme Geisteshaltungen bzw. Ideologien Anhänger finden bzw. ob sie zu [[Massenbewegung (Soziologie)|Massenbewegung]]en werden, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Besonders wesentlich sind in diesem Zusammenhang die wirtschaftliche und soziale Lage, aber auch die sozialpsychologische Situation der betreffenden sozialen Gruppen. In bestimmten historischen Situationen – in wirtschaftlichen Krisenzeiten, wenn große Bevölkerungsgruppen sich unterdrückt bzw. nicht anerkannt fühlen oder ihre Lage als perspektivlos empfinden – sind Menschen besonders anfällig für extreme Ideologien, besonders, wenn diese von [[Demagogie|demagogisch]] begabten, [[charisma]]tischen Führerpersönlichkeiten wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Adolf Hitler]], [[Benito Mussolini]] oder [[Josef Stalin]] vertreten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele für derartige Massenbewegungen sind der deutsche [[Nationalsozialismus]], der italienische [[Faschismus]], der russische [[Bolschewismus]] und das mittelalterliche [[Kreuzritter]]tum, aber auch Gruppierungen wie die jüdische [[Zelot]]enbewegung ([[Bar Kochba]]), die [[Rote Armee Fraktion|RAF]] und verschiedene radikale [[muslimisch]]e Gruppierungen (u.&amp;amp;nbsp;a. [[al-Qaida]], die [[Islamischer Staat (Organisation)|IS-Bewegung]] usw.). Oft beruht dieser so genannte Fanatismus „auf einem Surplus. […] Es ist die Macht des ‚Wir-Gefühls‘ […]. Es ist kein ‚mieses‘, sondern ein enthusiastisches Gefühl, etwa in den mystischen Ritualen von Woodo-Gemeinden, Pfingstkirchen, Sufitänzen, Pilgerfahrten, aber auch in wie immer abgeschwächter Form bei Freitagsgebeten oder Messen.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jürgen Link]], &amp;#039;&amp;#039;Von der Denormalisierung zu kulturrevolutionären Drives?&amp;#039;&amp;#039;, S. 18 (Leitartikel)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat in nahezu jeder Geschichtsepoche Menschen gegeben, die von ihren Überzeugungen besessen waren, missionarischen Eifer entfalteten und gesellschaftliche, politische oder religiöse Bewegungen begründeten. Ob dies zu wünschenswerten Erneuerungen oder zu Fehlentwicklungen führt, hängt von den betreffenden Überzeugungen bzw. Glaubensinhalten ab. Auch bedeutende und einflussreiche Persönlichkeiten der Vergangenheit wie etwa der amerikanische Revolutionär [[Paul Revere (Freiheitskämpfer)|Paul Revere]] oder der Südamerikaner [[Simon Bolivar]] können in diesem Sinne als Fanatiker gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fanatismus aus psychologischer Perspektive ==&lt;br /&gt;
{{Lückenhaft|Es fehlt eine klare Unterscheidung zwischen Fanatismus und psychischer Störung. Gibt es auch „gesunden“ Fanatismus, oder ist Fanatismus immer ein Anzeichen für eine klinische Störung?}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fanatismus steht oft mit weiteren [[Persönlichkeitseigenschaft]]en in Zusammenhang (siehe z.&amp;amp;nbsp;B. [[autoritärer Charakter]]). Zu nennen sind vor allem [[Toleranz|Intoleranz]], [[Humor]]losigkeit und fehlende [[Selbstironie]], Aggression, Hass, Vereinfachung von Zusammenhängen, Mangel an Empathie, narzisstische Persönlichkeitsstruktur, Gewaltausübung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Volker Faust]]: &amp;#039;&amp;#039;Psychische Gesundheit 161: Fanatismus – wissenschaftlich gesehen.&amp;#039;&amp;#039; Stiftung Liebenau, Mensch – Medizin – Wirtschaft, Meckenbeuren-Liebenau 2020 (Überkompensation von persönlichen Mängeln, religiöse, politische, kulturelle Ziele, Hang zur Vereinfachung von Zusammenhängen, Mangel an Empathie, narzisstische Persönlichkeitsstruktur, Gewaltausübung).&amp;lt;/ref&amp;gt; Daher ist Fanatismus oft ein erstes Anzeichen für das Vorliegen klinisch-psychologischer Störungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus psychologischer Perspektive gehört Fanatismus zu den Phänomenen, bei denen – auf der Basis bestimmter Konstellationen von Persönlichkeitseigenschaften – Teilaspekte des Lebens übermäßig [[Idealisierung (Psychologie)|idealisiert]], d.&amp;amp;nbsp;h. emotional übermäßig  bewertet werden (siehe z.&amp;amp;nbsp;B. auch [[Abgott|Idolisierung]], [[Fetischismus (Religion)|Fetischismus]] oder [[Verhaltenssucht]]), was meistens zu Lasten einer ausgewogenen, realistischen [[Selbstregulation (Psychologie)|Selbstregulation]] geht. Daraus kann sich eine erhebliche Einseitigkeit der Lebensführung ergeben und es können nicht zuletzt Spannungen mit Partnern oder Bezugspersonen entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Fanatiker aller Couleur kennen keine [[Ambivalenz]]en, keinen Kompromiss und keinen Dialog. Sie würden dies als Verrat an ihrer heiligen Sache verurteilen. Ihr ganzer Lebensalltag wird von einer fixen, «überwertigen» Idee bestimmt, von deren unumstösslicher [[Wahrheit]] sie durchdrungen sind und die ihren Gedanken, Gefühlen und Handlungen eine hohe moralische Bedeutung verleiht.|[[Ernst-Dieter Lantermann]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.nzz.ch/feuilleton/extremismus-wie-wird-man-zum-fanatiker-ld.142663 |titel=Wie wird man zum Fanatiker? |hrsg=[[NZZ]] |abruf=2020-03-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Masse und Macht]]&lt;br /&gt;
* [[Wahn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Werner Conze]], Helga Reinhart: &amp;#039;&amp;#039;Fanatismus&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Geschichtliche Grundbegriffe]] 2 (1974), S. 303–327.&lt;br /&gt;
* Peter Conzen: &amp;#039;&amp;#039;Fanatismus – Psychoanalyse eines unheimlichen Phänomens.&amp;#039;&amp;#039; Kohlhammer, 2005, ISBN 3-17-017426-6.&lt;br /&gt;
* Michael Günther: &amp;#039;&amp;#039;Masse und Charisma: soziale Ursachen des politischen und religiösen Fanatismus.&amp;#039;&amp;#039; Lang, 2005, ISBN 3-631-53536-8.&lt;br /&gt;
* [[Eric Hoffer]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Fanatiker.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, 1965.&lt;br /&gt;
* Günter Hole: &amp;#039;&amp;#039;Fanatismus – Der Drang zum Extrem und seine psychischen Wurzeln.&amp;#039;&amp;#039; Psychosozial-Verlag, 2004, ISBN 3-89806-293-7.&lt;br /&gt;
* [[Ernst-Dieter Lantermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die radikalisierte Gesellschaft: Von der Logik des Fanatismus.&amp;#039;&amp;#039; Karl Blessing Verlag, 2016, ISBN 3-641-19650-7.&lt;br /&gt;
* [[Marianne Leuzinger-Bohleber]]: &amp;#039;&amp;#039;Religion und Fanatismus: Psychoanalytische und theologische Zugänge.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, 2010, ISBN 3-647-45184-3.&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Link]]: &amp;#039;&amp;#039;Von der Denormalisierung zu kulturrevolutionären Drives?&amp;#039;&amp;#039;. In: [[kultuRRevolution]] Nr. 61/61 (2011/2012), S. 12–18. {{ISSN|0723-8088}}&lt;br /&gt;
* [[Frank Meier]]: &amp;#039;&amp;#039;Religiöser Fanatismus: Menschen zwischen Glaube und Besessenheit.&amp;#039;&amp;#039; Jan Thorbecke Verlag, 2008, ISBN 3-7995-0813-9&lt;br /&gt;
* [[Robert Spaemann]], &amp;#039;&amp;#039;„Fanatisch“ und „Fanatismus“&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Archiv für Begriffsgeschichte]] 15 (1971), S. 256–274.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Fanatiker}}&lt;br /&gt;
* Voltaire: [https://www.correspondance-voltaire.de/html/phil-fanatismus.htm &amp;#039;&amp;#039;Fanatismus&amp;#039;&amp;#039;] Übersetzung seines Artikels &amp;#039;&amp;#039;Fanatisme&amp;#039;&amp;#039; aus: Dictionnaire philosophique portatif 1764 (=&amp;amp;nbsp;Philosophisches Taschenwörterbuch)&lt;br /&gt;
* [http://www.theologie-systematisch.de/religion/13fanatismus.htm Aktuelle Literatur zum religiösen Fanatismus]&lt;br /&gt;
* [https://www.lptw.de/archiv/vortrag/2017/conzen-peter-fanatismus-lindauer-psychotherapiewochen2017.pdf &amp;#039;&amp;#039;Fanatismus – Psychoanalyse eines unheimlichen Phänomens&amp;#039;&amp;#039;], Vortrag im Rahmen der [[Lindauer Psychotherapiewochen]] 2017 (PDF)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychopathologisches Symptom]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emotion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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