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	<title>Falcidisches Gesetz - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T07:47:07Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Falcidisches_Gesetz&amp;diff=214659&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Feierfrosch am 11. März 2025 um 10:09 Uhr</title>
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		<updated>2025-03-11T10:09:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Falcidische Gesetz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Lex Falcidia de Legatis&amp;#039;&amp;#039;) war ein [[Römisches Reich|römisches]] [[Gesetz]] aus dem Jahre 41 v. Chr.,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ulrich Manthe]]: &amp;#039;&amp;#039;Das senatus consultum Pegasianum&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Freiburger Rechtsgeschichtliche Abhandlungen.&amp;#039;&amp;#039; Neue Folge 12). Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 1989, ISBN 3-428-06637-5, S.&amp;amp;nbsp;16, hier FN 11, (Zugleich: Freiburg (Breisgau), Universität, Habilitationsschrift, 1985).&amp;lt;/ref&amp;gt; das auf Antrag des [[Volkstribun]]s Publius Falcidius durch ein [[Plebiszit]] zustande gekommen war. Es war ein Schutzgesetz für den Erben und regelte die Höhe seines [[Erbfolge (römisches Recht)|Mindesterbteils]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz regelte, dass niemand mittels [[Vermächtnis]]sen über mehr als drei Viertel seines Vermögens verfügen durfte. Dem [[Erbe]]n sollte wenigstens ein von einem Legat befreites Viertel des Nachlasses verbleiben. Dem Bericht des [[Gaius (Jurist)|Gaius]] zufolge,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gaius (Jurist)|Gaius]] 2, 227.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollte das Gesetz vorbeugen, dass belastete Erbschaften ausgeschlagen werden, weil der Erbe faktisch enterbt war. Bis zum Erlass der &amp;#039;&amp;#039;Falcidia&amp;#039;&amp;#039; war es mit vorangegangenen gesetzlichen Regelungen, wie den &amp;#039;&amp;#039;leges [[lex Cincia|Cincia]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[lex Furia testamentaria|Furia testamentaria]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[lex Voconia|Voconia]]&amp;#039;&amp;#039; nicht gelungen, den verfolgten Zweck zu erfüllen, luxusorientierte Lebensweisen einzudämmen. Mittels juristischer Finessen waren sie im Kern ausgehöhlt worden und fanden außerdem in der Breite keinerlei Anerkennung.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Honsell: &amp;#039;&amp;#039;Römisches Recht.&amp;#039;&amp;#039; 5., ergänzte Auflage. Springer, Berlin u.&amp;amp;nbsp;a. 2001, ISBN 3-540-42455-5, S.&amp;amp;nbsp;197–198.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kommentarliteratur zum Gesetz verfasste [[Rutilius Maximus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Recht auf die Quart hatte jeder Erbe, sowohl der testamentarisch als auch der gesetzlich Bedachte. Da ab der [[Römische Kaiserzeit|Kaiserzeit]] auch der übergangene Erbe geschützt werden sollte, wurde parallel ein Noterberecht (&amp;#039;&amp;#039;querela inofficiosi testamenti&amp;#039;&amp;#039;) – vergleichbar dem [[Pflichtteil]]srecht – entwickelt, das dem unberücksichtigten Erben wenigstens ein Viertel des Erbes sicherte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Uwe Wesel]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Rechts. Von den Frühformen bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. C. H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47543-4, S. 204–206 (205).&amp;lt;/ref&amp;gt; Waren mehrere Miterben vorhanden, so musste für jeden nach Abzug der Vermächtnisse mindestens ein Viertel seines Erbteils verbleiben. Dem Abzug der Quart waren alle Rechtsgeschäfte von Todes wegen unterworfen, so Vermächtnisse, Stiftungen und Schenkungen auf den Todesfall. Nicht darunter fielen Schenkungen unter Lebenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinsichtlich der Berechnung der Quart war Folgendes zu beachten:&lt;br /&gt;
# um zu bestimmen, ob die Erbschaft durch Vermächtnisse soweit überlastet ist, dass der Abzug der Quart stattfinden müsse, ist die Größe der Erbschaft, wie sie zur Zeit des Todes des Erblassers sich darstellt, in Betracht zu ziehen;&lt;br /&gt;
# die Quart ist vom reinen Vermögen des Erblassers, also nach Abzug der Schulden, zu berechnen;&lt;br /&gt;
# der Erbe braucht sich in seine Quart nur das anrechnen zu lassen, was er als Erbe, nicht auch, was er als Vermächtnisnehmer aus dem Nachlass erhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Recht des Abzugs erlosch, wenn der Erblasser ihre Auszahlung ausdrücklich untersagte oder wenn der Erbe darauf verzichtete. Auf Vermächtnisse zugunsten wohltätiger Stiftungen und beim [[Militärrechtswesen im antiken Rom|Soldatentestament]]&amp;lt;ref&amp;gt;Jakob Fortunat Stagl: &amp;#039;&amp;#039;Das „testamentum militare“ in seiner Eigenschaft als „ius singulare“.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Revista de estudios histórico-jurídicos.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 36, 2014, {{ISSN|0716-5455}}, S. 129–157, {{DOI|10.4067/S0716-54552014000100004}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; kam das Gesetz nicht zur Anwendung. Hier wurde dem Erblasser eine größere [[Testierfreiheit]] gewährt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Falcidische Gesetz fand Eingang in das [[spätantike]] &amp;#039;&amp;#039;[[Corpus iuris civilis]]&amp;#039;&amp;#039; des oströmischen Kaisers [[Justinian I.|Justinian]]. Seitdem war der Erbe berechtigt, von jedem Vermächtnisnehmer eine Aufstockung des Pflichtteils zu verlangen. Beschwerungen des Mindesterbteils waren unwirksam, so dass ein unbeschwertes Viertel sichergestellt war. Dieses legatfreie Viertel wurde im [[Mittelalter|mittelalterlichen]] Pflichtteilsrecht &amp;#039;&amp;#039;falzidische Quart (Quarta Falcidia)&amp;#039;&amp;#039; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Rechtsinstitut]] der falzidischen Quart war dem [[preußisches Landrecht|preußischen Landrecht]], dem [[ABGB|österreichischen]] und dem sächsischen [[Zivilgesetzbuch]] sowie dem [[Code civil|französischen Recht]] unbekannt. Nur das Zürcher Privatrechtliche Gesetzbuch (PBG) aus dem Jahre 1855 von [[Johann Caspar Bluntschli]] hatte daran festgehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In das [[Bürgerliches Gesetzbuch|Bürgerliche Gesetzbuch]] wurde es ausdrücklich nicht übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Annemarie Dilger: &amp;#039;&amp;#039;Die Anwendung der Lex Falcidia in Württemberg.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte]]. Romanistische Abteilung.&amp;#039;&amp;#039; Band 99, 1982, S. 332–342, {{DOI|10.7767/zrgra.1982.99.1.332}}.&lt;br /&gt;
* Michael Henning: &amp;#039;&amp;#039;Die lex Falcidia und das Erbrecht des BGB. Eine kritische Würdigung der Entscheidung des historischen Gesetzgebers, das Rechtsinstitut der falcidischen Quart aufzugeben&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Schriften zur Rechtsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; 78). Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-09520-0 (Zugleich: Köln, Universität, Dissertation, 1997; Buchbesprechung: [[Gerhard Otte]] in: &amp;#039;&amp;#039;[[Archiv für die civilistische Praxis]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 202, Nr. 4/5, 2002, S. 885–887, {{JSTOR|40995816}}).&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Honsell]]: &amp;#039;&amp;#039;Römisches Recht.&amp;#039;&amp;#039; 5., ergänzte Auflage. Springer, Berlin u. a. 2001, ISBN 3-540-42455-5, S. 197–198.&lt;br /&gt;
* [[Herwig Stiegler]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Dietmar Schanbacher]], Ratio legis Falcidiae&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte&amp;#039;&amp;#039; (Romanistische Abteilung). Band 115, Heft 1, 1998. S.&amp;amp;nbsp;580–584.&lt;br /&gt;
* [[Karl Eduard Otto|Carl Ed. Otto]], [[Bruno Schilling]], [[Karl Friedrich Ferdinand Sintenis|Carl Friedrich Ferdinand Sintenis]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Corpus Iuris Civilis in’s Deutsche übersetzt von einem Vereine Rechtsgelehrter.&amp;#039;&amp;#039; Band 3. Focke, Leipzig 1831, ([https://books.google.de/books?id=F3NDAAAAcAAJ&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;hl=de#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* Fritz Schwarz: &amp;#039;&amp;#039;Die Rechtswirkungen der Lex Falcidia.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. Romanistische Abteilung.&amp;#039;&amp;#039; Band 63, 1943, S. 314–367, {{DOI|10.7767/zrgra.1943.63.1.314}}.&lt;br /&gt;
* [[Andreas Wacke]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Rechtswirkungen der lex Falcidia.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Dieter Medicus (Rechtswissenschaftler)|Dieter Medicus]], [[Hans Hermann Seiler]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Studien im römischen Recht, gewidmet Max Kaser zum 65. Geburtstag&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Hamburger Rechtsstudien.&amp;#039;&amp;#039; 65, {{ISSN|0072-9590}}). Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 1973, S. 209–251&lt;br /&gt;
* [[Bernhard Windscheid]]: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch des Pandektenrechts.&amp;#039;&amp;#039; Band 3. 6., verbesserte und vermehrte Auflage. Rütten &amp;amp; Loening, Frankfurt am Main 1887, [http://dlib-pr.mpier.mpg.de/m/kleioc/0010/exec/smallpage/%22214201_00000378.gif%22 S. 370 ff.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Katrin vom Felde: [http://jesz.ajk.elte.hu/felde2.html &amp;#039;&amp;#039;Über die Testierfreiheit in der Vorbereitung des BGB&amp;#039;&amp;#039;] 2000&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Ruby]]: [https://ratgeber.ruby-erbrecht.de/freiteil-gegenteil-von-pflichtteil-christliche-impulse-im-erbrecht/ &amp;#039;&amp;#039;Freiteil: Gegenteil von Pflichtteil? Christliche Impulse im Erbrecht.&amp;#039;&amp;#039;] 15. Oktober 2015.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsquelle (Römisches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsquelle (1. Jahrhundert v. Chr.)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:40 v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbrecht (Römisches Recht)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Privatrechtsgeschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Feierfrosch</name></author>
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