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	<title>Falamaleikum - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-10-05T05:44:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:falamaleikum}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;falamaleikum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Gedicht]] des österreichischen [[Lyriker]]s [[Ernst Jandl]]. Es entstand am 14. Juli 1958&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Müller (Germanist)|Karl Müller]]: &amp;#039;&amp;#039;„Bellend statt singend … mit dem scharfen Gehör für den Fall … oderfehlteiner?“ Einige Beobachtungen zu Gedichten von I. Bachmann, E. Jandl und G. Fritsch.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Oswald Panagl]], [[Walter Weiss (Germanist)|Walter Weiss]]: &amp;#039;&amp;#039;Noch einmal: Dichtung und Politik. Vom Text zum politisch sozialen Kontext, und zurück.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Wien 2000, ISBN 3-205-99289-X, S. 382.&amp;lt;/ref&amp;gt; und wurde 1966 in Jandls Gedichtband &amp;#039;&amp;#039;[[Laut und Luise]]&amp;#039;&amp;#039; im [[Walter Verlag]] veröffentlicht. Der Titel des Gedichts verweist auf die arabische Grußformel [[Salām|Salem Aleikum]]  („Friede sei mit euch“), die durch den Austausch von Buchstaben verfremdet wird, bis schließlich eine Aussage über die [[Gefallener|Gefallenen]] im [[Krieg]] entsteht. Das Gedicht wird als [[Lautgedicht]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Helmers: &amp;#039;&amp;#039;Lyrischer Humor. Strukturanalyse und Didaktik der komischen Versliteratur.&amp;#039;&amp;#039; S. 46.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder wie von Jandl bevorzugt als „Sprechgedicht“ eingeordnet, das seine Wirkung vor allem im Vortrag entfaltet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;uhrmacher43&amp;quot;&amp;gt;Anne Uhrmacher: &amp;#039;&amp;#039;Spielarten des Komischen. Ernst Jandl und die Sprache.&amp;#039;&amp;#039; S. 43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt und Form ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f9f9f9; border:1px solid #aaa; float:right; margin:6px 0 6px 15px; padding:0.2em 0.4em; width:265px; text-align:center;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ernst Jandl&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;falamaleikum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=cqmU_QT_P14 Link zum Video einer Lesung des Gedichts]&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Bitte [[Wikipedia:Urheberrechte beachten|Urheberrechte beachten]])&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gedicht besteht aus sieben Zeilen, wobei die erste Zeile – „falamaleikum“ – auch als Titel verstanden werden kann. Jandl selbst sprach daher auch von sechs Zeilen. Jede Zeile scheint lediglich ein langes Wort zu enthalten. Wie häufig bei Jandl gibt es keine Großbuchstaben, für ihn ungewöhnlich sind die Satzzeichen in den letzten beiden Zeilen: ein Punkt und ein Fragezeichen.&amp;lt;ref&amp;gt;Anne Uhrmacher: &amp;#039;&amp;#039;Spielarten des Komischen. Ernst Jandl und die Sprache.&amp;#039;&amp;#039; S. 43–44.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den ersten Blick lässt sich in den Zeilen keine [[Semantik]] ausmachen, durch die Lesung wird allerdings klar, dass in den Aneinanderreihungen von [[Phonem]]en einzelne semantische Bestandteile stecken, die ohne Leerzeichen ineinander übergehen. Von Zeile zu Zeile werden die Wörter verändert. Während von der ersten in die zweite Zeile – „falamaleitum“ – lediglich ein [[Konsonant]] getauscht wurde, gibt es zur dritten Zeile – „falnamaleutum“ – erste Lautverschiebungen. Mit der vierten, zentralen Zeile kommt es für [[Hermann Helmers]] zum [[pointe]]nhaften Umschlag der Subsemantik in die Semantik, des abstrakten in ein [[Konkrete Poesie|konkretes Gedicht]]. „fallnamalsooovielleutum“ lässt sich aus dem [[Wiener Dialekt]] übertragen als „fallen aber mal so viele Leute um“ verstehen. Auch in den folgenden drei Zeilen werden die Sequenzen von Phonemen weiterhin ohne Trennung aneinandergeschrieben, doch die Worte sind hier eindeutig erkennbar: „Wenn aber einmal der Krieg lang genug aus ist, sind alle wieder da. Oder fehlt einer?“&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Helmers: &amp;#039;&amp;#039;Lyrischer Humor. Strukturanalyse und Didaktik der komischen Versliteratur.&amp;#039;&amp;#039; S. 47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst aus der zweiten Gedichthälfte lässt sich das verharmlosende „Umfallen“ der „Leute“ als im Krieg [[Gefallener|Gefallene]] erkennen. Auch der Tonfall des „fehlt einer“ wie zuvor die „Leute“ erinnern nun an [[Militärjargon]]. Die realitätswidrige Aussage der vorletzten Zeile, nach der am Ende des Krieges alle Beteiligten zurückkehrten, regt den Zuhörer an, sich über den Inhalt des Gedichts eigene Gedanken zu machen, was durch die abschließende Frage noch verstärkt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Helmers: &amp;#039;&amp;#039;Lyrischer Humor. Strukturanalyse und Didaktik der komischen Versliteratur.&amp;#039;&amp;#039; S. 47–48.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für Ulrich Gaier wird der Hörer am Ende zu einer selbständigen Entscheidung angeregt. Dabei wird seine Antwort ganz unterschiedlich ausfallen, ob er die Frage dahingehend versteht, dass die Gefallenen als Individuen in der Nachkriegsgesellschaft vermisst werden, oder ob er sie als Frage nach den moralischen „Umfallern“ des Krieges begreift, die dann, wenn der Krieg bloß „langgenugausist“, längst wieder „da“ sind und es in der Gesellschaft zu etwas gebracht haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Gaier: &amp;#039;&amp;#039;Über Lektüre und Interpretation. Zu einem Gedicht von Ernst Jandl.&amp;#039;&amp;#039; S. 124–126.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Interpretation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beschwörung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Titel &amp;#039;&amp;#039;falamaleikum&amp;#039;&amp;#039; schwingt die arabische Grußformel [[Salām|Salem Aleikum]] („Friede sei mit euch“) mit. Dabei weckt die Verfremdung durch den Konsonanten „f“ beim erstmaligen Hörer die verschiedensten Assoziationen (Hörfehler, Sprachfehler, bewusste oder unbewusste Abänderung der Originalformel), was zu einer Verunsicherung führt,&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Gaier: &amp;#039;&amp;#039;Über Lektüre und Interpretation. Zu einem Gedicht von Ernst Jandl.&amp;#039;&amp;#039; S. 115–117.&amp;lt;/ref&amp;gt; die die Zuhörer auf Jandls Lesungen mit Gelächter reagieren lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Anne Uhrmacher: &amp;#039;&amp;#039;Spielarten des Komischen. Ernst Jandl und die Sprache.&amp;#039;&amp;#039; S. 45.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es klingen jedoch auch [[Zauberspruch|Beschwörungsformeln]] an. So führt Lisa Kahn das Wort „falamaleikum“ zurück auf „the children’s magic formula of ‚aleikum‘“.&amp;lt;ref&amp;gt;Lisa Kahn: &amp;#039;&amp;#039;„Falfischbauch und Eulen“: Ernst Jandl’s Humor.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Philological Papers&amp;#039;&amp;#039; Band 29, West-Virginia-University 1983, S. 100.&amp;lt;/ref&amp;gt; Anne Uhrmacher erinnert bereits der Aufbau mit seinen Wortwiederholungen an magische [[Figurengedicht]]e. In der Häufung der a-Vokala klingt für sie die Formel [[Abrakadabra]] an, in der Buchstabenfolge „ala“ und dem abschließende „m“ ein [[Simsalabim]]. So trügerisch wie diese Formeln eines Zauberkünstlers erweise sich auch die Friedensbeschwörung in Jandls Gedicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Anne Uhrmacher: &amp;#039;&amp;#039;Spielarten des Komischen. Ernst Jandl und die Sprache.&amp;#039;&amp;#039; S. 45–46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walter Magaß zieht die Verbindung zur [[Hebräische Sprache|hebräischen]] Formel [[Schalom (Hebräisch)|Schalom Alechem]], die „mit ihrem Abwehrzauber oft ein Signal der Friedlosigkeit gewesen“ sei, was etwa schon der Prophet [[Jeremia]] berichtet: „[…] und sagen: Friede, Friede! – und da ist doch kein Friede.“ {{Bibel|Jer|6|14|ELB}} Dass Jandl die Friedensformel „Schalom“ in eine Beschreibung der Friedlosigkeit überführt, ist für Magaß Ausdruck von [[Schriftgelehrter|Schriftgelehrsamkeit]]. Er bediene sich dabei einer Form von [[Gematrie|Buchstabenmystik]] der [[Kabbala]] und wende die Formel um, wie es zur [[Tora]] heißt: „Wende sie um und um, denn alles ist in ihr.“&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Magaß: &amp;#039;&amp;#039;Schriftgelehrtes zu Jandls „falamaleikum“.&amp;#039;&amp;#039; S. 127–130.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur Wandlung der Friedensformel in eine kriegerische Aussage verweist Anne Uhrmacher auf die Nähe von [[Segen]]swünschen zu ins Gegenteil verkehrten [[Fluch|Flüchen]]. So führen sie die Silbenkombination „male“ und der Anlaut „f“ in &amp;#039;&amp;#039;falamaleikum&amp;#039;&amp;#039; auch zum Wort „vermaledaien“ im Sinne von „verfluchen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Anne Uhrmacher: &amp;#039;&amp;#039;Spielarten des Komischen. Ernst Jandl und die Sprache.&amp;#039;&amp;#039; S. 47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krieg ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;falamaleikum&amp;#039;&amp;#039; wurde 1966 in Jandls Gedichtband &amp;#039;&amp;#039;[[Laut und Luise]]&amp;#039;&amp;#039; in der Rubrik &amp;#039;&amp;#039;krieg und so&amp;#039;&amp;#039; neben anderen bekannten Gedichten über den Krieg wie &amp;#039;&amp;#039;[[wien: heldenplatz]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[schtzngrmm]]&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht. Jandl selbst bezeichnete &amp;#039;&amp;#039;falamaleikum&amp;#039;&amp;#039; als „Antikriegsgedicht“, in dem „innerhalb von sechs zeilen ein umschlagen von einem lachen-müssen zu einem eigentlich-nicht-mehr-lachen-können erreicht wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zitate nach: Anne Uhrmacher: &amp;#039;&amp;#039;Spielarten des Komischen. Ernst Jandl und die Sprache&amp;#039;&amp;#039;, S. 42, 44.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für [[Dietrich Segebrecht]] sind die Gedichte von Jandl „als Aufruf, als Pamphlet unbrauchbar“. &amp;#039;&amp;#039;falamaleikum&amp;#039;&amp;#039; sei „als beschwörende Warnung vor einem Krieg […] denkbar ungeeignet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich Segebrecht: &amp;#039;&amp;#039;Die Sprache macht Spaß.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039; vom 4. März 1967 ([https://www.reinhard-doehl.de/doehlanna.htm online] auf der Internetseite von [[Reinhard Döhl]]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem widerspricht Anne Uhrmacher, für die &amp;#039;&amp;#039;falamaleikum&amp;#039;&amp;#039; ein „[[Polemik|polemisches]] Gedicht“ ist,  das „Wirklichkeitskonstruktionen, die den Krieg [[Euphemismus|euphemistisch]] darstellen“, entlarve. Der Sprecher des Gedichts ist für sie ein Vertreter der [[Kriegspropaganda]], wofür auch Jandls Lesungen sprechen, in denen er die abschließende Frage in schneidendem Tonfall stelle, dass sie die Wirkung eines Befehls habe. Die „zynische Verachtung für Menschenleben“ des Sprechers entlarve Jandl mit dem Stilmittel der [[Ironie]], angefangen vom unaufrichtigen Friedensgruß zu Beginn, der falschen Behauptung von den wiederkehrenden Kriegstoten bis zur abschließenden [[Rhetorische Frage|Scheinfrage]].&amp;lt;ref&amp;gt;Anne Uhrmacher: &amp;#039;&amp;#039;Spielarten des Komischen. Ernst Jandl und die Sprache.&amp;#039;&amp;#039; S. 42, 47, 51.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hermann Helmers sieht durch sie „die Frage nach der Sinnlosigkeit des Sterbens“ im Krieg gestellt, wobei das „Chaos der Abstraktion von Phonemen“ das „Chaos eines sinnlosen Krieges“ widerspiegele.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Helmers: &amp;#039;&amp;#039;Lyrischer Humor. Strukturanalyse und Didaktik der komischen Versliteratur.&amp;#039;&amp;#039; S. 48.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Walter Weiss (Germanist)|Walter Weiss]] und [[Ernst Hanisch (Historiker)|Ernst Hanisch]] stellen &amp;#039;&amp;#039;falamaleikum&amp;#039;&amp;#039; in den historischen Kontext von Ausführungen [[Winfried Schulze]]s über den Zusammenhang von [[Wirtschaftswachstum]] und [[Bevölkerungsentwicklung]] nach [[Demografische Katastrophe|demographischen Krisen]] wie etwa einem Krieg. Weiss führt weiter aus, dass Jandls „wennabereinmalderkrieglanggenugausist“ eine Formel für die einsetzende [[Restauration (Geschichte)|Restauration]] ist und das Ende „wieder zurück zum fatalen Anfang“ mit dem „verfälschten Friedensgruß“ führe, zu einer Wiederkehr der Ereignisse.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Weiss, Ernst Hanisch (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vermittlungen. Texte und Kontexte österreichischer Literatur und Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Residenz, Salzburg 1990, ISBN 3-7017-0661-1, S. 6, 193.&amp;lt;/ref&amp;gt; Horst Stürmer betont, dass im „langgenug“ bereits die Aussage steckt, dass der Zustand des Nicht-Krieges „lange genug“ wenn nicht gar „zu lange“ andauere. Dass „alle“ wieder da seien, mache &amp;#039;&amp;#039;falamaleikum&amp;#039;&amp;#039; zum Sprachrohr einer „Rechtfertigung der Täter“.&amp;lt;ref&amp;gt;Horst Stürmer: &amp;#039;&amp;#039;Eine Klage über die Vereinnahmung der Natur, eine Verklärung der Kultur, ein verlorener Krieg.&amp;#039;&amp;#039; In: Oswald Panagl, Walter Weiss: &amp;#039;&amp;#039;Noch einmal: Dichtung und Politik. Vom Text zum politisch sozialen Kontext, und zurück.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Wien 2000, ISBN 3-205-99289-X, S. 378.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für [[Wolfgang Mantl]] bewegt sich das Gedicht immer weiter vom ursprünglichen Friedensgruß weg, hin zu einer Friedlosigkeit der Nachkriegszeit, in der alle Zeichen auf eine Wiederkehr von Krieg und Kriegern deuteten. Den Schlussappell setze das abschließende Fragezeichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Mantl]]: &amp;#039;&amp;#039;Gedanken eines Politikwissenschafters zu &amp;#039;&amp;#039;Große Landschaft bei Wien&amp;#039;&amp;#039; (Bachmann), &amp;#039;&amp;#039;Bilanz&amp;#039;&amp;#039; (Fritsch) und &amp;#039;&amp;#039;falamaleikum&amp;#039;&amp;#039; (Jandl).&amp;#039;&amp;#039; In: Oswald Panagl, Walter Weiss: &amp;#039;&amp;#039;Noch einmal: Dichtung und Politik. Vom Text zum politisch sozialen Kontext, und zurück.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Wien 2000, ISBN 3-205-99289-X, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt; Anne Uhrmacher spricht mit [[Georg Büchner]] von einem „gräßlichen [[Fatalismus]] der Geschichte“, auf das ein Gedicht wie &amp;#039;&amp;#039;falamaleikum&amp;#039;&amp;#039; nur mit grimmiger Ironie reagieren könne.&amp;lt;ref&amp;gt;Anne Uhrmacher: &amp;#039;&amp;#039;Spielarten des Komischen. Ernst Jandl und die Sprache.&amp;#039;&amp;#039; S. 49–51.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;falamaleikum&amp;#039;&amp;#039; gehört zu den Gedichten Jandls, die bei seinen Lesungen besonders beliebt waren und das Publikum trotz des ernsten Inhalts zum Lachen animierten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;uhrmacher43&amp;quot; /&amp;gt; [[Volker Hage]] zählte &amp;#039;&amp;#039;falamaleikum&amp;#039;&amp;#039; neben &amp;#039;&amp;#039;[[Lichtung (Gedicht)|lichtung]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;etüde in f&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[fünfter sein]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[schtzngrmm]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[ottos mops]]&amp;#039;&amp;#039; zu den „Hits und Evergreens“ des Lyrikers, „die die Zuhörer wie selbstverständlich erwarten“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Volker Hage]]: &amp;#039;&amp;#039;Ein ganzes Sprache, ein ganzes Leben.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Alles erfunden. Porträts deutscher und amerikanischer Autoren&amp;#039;&amp;#039;. Rowohlt, Hamburg 1988, ISBN 3-498-02888-X, S. 154.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch im Schulunterricht wird das Gedicht gelesen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Andreas Schäfer (Schriftsteller)|Andreas Schäfer]]: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.berliner-zeitung.de/archiv/zum-70--geburtstag-des-sprache-verwandelnden-dichters-gedicht---jandl---jandls-stimme,10810590,8983050.html Gedicht = Jandl = Jandls Stimme].&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039; vom 1. August 1995.&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut [[Franz Schuh (Autor)|Franz Schuh]] kam im Jahr 2000 ein „[[Kanon der Literatur|Kanon deutscher Lyrik]]“ ohne &amp;#039;&amp;#039;schtzngrmm&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;falamaleikum&amp;#039;&amp;#039; nicht mehr aus.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Franz Schuh (Autor)|Franz Schuh]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.zeit.de/2000/32/lechts_und_rinks lechts und rinks].&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039; vom 3. August 2000.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1983 gab das Gedicht den Titel eines [[Gedichtband]]es Jandls für Kinder mit Bildern von [[Jürgen Spohn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Friedrich Cerha]] vertonte &amp;#039;&amp;#039;falamaleikum&amp;#039;&amp;#039; neben anderen Gedichten Jandls in seinem Zyklus &amp;#039;&amp;#039;Eine Art Chansons&amp;#039;&amp;#039;, der am 28. Juni 1988 erstmals aufgeführt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[http://www.friedrich-cerha.com/home.php?page=repertoire,9,1,00,184,00,00,2,46&amp;amp;work_ids=194,%20239&amp;amp;work=1 Eine Art Chansons]&amp;#039;&amp;#039; auf der Internetseite von [[Friedrich Cerha]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese „Sprachfehler-Gedichte“ erhielten laut [[Hartmut Krones]] durch Cerha „wunderbare musikalische Nachemfindungen“, die „[b]ei jeder Aufführung Begeisterungsstürme entfachten“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hartmut Krones]]: &amp;#039;&amp;#039;„Wienerische“ Kompositionen von Friedrich Cerha.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Lukas Haselböck]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Friedrich Cerha. Analysen, Essays, Reflexionen&amp;#039;&amp;#039;. Rombach, Freiburg im Breisgau 2006, ISBN 3-7930-9437-5, S. 209.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgaben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ernst Jandl: &amp;#039;&amp;#039;[[Laut und Luise]]&amp;#039;&amp;#039;. Walter, Olten 1966, {{DNB|457091215}} S. 53.&lt;br /&gt;
* Ernst Jandl: &amp;#039;&amp;#039;falamaleikum. Gedichte und Bilder.&amp;#039;&amp;#039; Mit Bildern von [[Jürgen Spohn]]. Luchterhand, Darmstadt 1983, ISBN 3-472-68488-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Gaier: &amp;#039;&amp;#039;Über Lektüre und Interpretation. Zu einem Gedicht von Ernst Jandl.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Renate Lachmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dialogizität&amp;#039;&amp;#039;. Fink, München 1982, ISBN 3-7705-2089-0, S. 107–126.&lt;br /&gt;
* Hermann Helmers: &amp;#039;&amp;#039;Lyrischer Humor. Strukturanalyse und Didaktik der komischen Versliteratur.&amp;#039;&amp;#039; 2. überarbeitete Auflage. Klett, Stuttgart 1978, ISBN 3-12-923571-X, S. 46–48.&lt;br /&gt;
* Walter Magaß: &amp;#039;&amp;#039;Schriftgelehrtes zu Jandls „falamaleikum“.&amp;#039;&amp;#039; In: Renate Lachmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dialogizität&amp;#039;&amp;#039;. Fink, München 1982, ISBN 3-7705-2089-0, S. 127–130.&lt;br /&gt;
* Anne Uhrmacher: &amp;#039;&amp;#039;Spielarten des Komischen. Ernst Jandl und die Sprache.&amp;#039;&amp;#039; Niemeyer, Tübingen 2007, ISBN 978-3-484-31276-0, S. 42–51 (&amp;#039;&amp;#039;Germanistische Linguistik.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 276).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://ernstjandl.com/krieg.php &amp;#039;&amp;#039;Ernst Jandl und der Krieg&amp;#039;&amp;#039;] – Video einer Lesung von &amp;#039;&amp;#039;falamaleikum&amp;#039;&amp;#039; auf der Seite ernstjandl.com&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- * &amp;#039;&amp;#039;[http://www.hoelderlin-gesellschaft.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Lesesport_8.pdf Lesesport 8. Ernst Jandl: falamaleikum (1966)]&amp;#039;&amp;#039; auf der Seite der [[Hölderlin-Gesellschaft]] mit Volltext des Gedichts (pdf; 19&amp;amp;nbsp;kB). --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Heide und Rainer Schwochow: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.dradio.de/dlf/sendungen/langenacht/653907/ zerbrochen sind die harmonischen Krüge].&amp;#039;&amp;#039; Auf: &amp;#039;&amp;#039;[[Deutschlandfunk]]&amp;#039;&amp;#039; vom 4. August 2007 mit Volltext des Gedichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werk von Ernst Jandl]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gedicht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Deutsch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
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