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	<title>Faktorpreisausgleichstheorem - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T21:31:17Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Faktorpreisausgleichstheorem&amp;diff=537636&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Kommasetzung</title>
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		<updated>2024-04-18T23:02:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kommasetzung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Faktorpreisausgleichstheorem&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lerner-Samuelson-Theorem&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bekannt) besagt, dass ein freier [[Internationaler Handel|internationaler Güterhandel]] (im Sinne eines [[Freihandel]]s mit [[Endprodukt]]en) unter bestimmten Bedingungen zu einem internationalen Ausgleich der [[Faktorpreis]]e (insbesondere von [[Arbeit (Betriebswirtschaftslehre)|Arbeit]] und [[Kapital]]) führt.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Borchert, &amp;#039;&amp;#039;Das Lerner-Samuelson-Theorem&amp;#039;&amp;#039;, in: WiSt (3), 1975, S. 146–147.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Faktorpreisausgleichstheorem verdeutlicht also die Bedingungen, unter denen ein internationaler Ausgleich der Faktorpreisrelationen im freien [[Außenhandel]] erfolgt. Das [[Theorem]] geht auf die US-Ökonomen [[Abba P. Lerner]] und [[Paul A. Samuelson]] ([[Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften|Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften]] 1970) zurück. Es ist ein wesentlicher Bestandteil der klassischen [[Außenhandelstheorie]] und baut auf den Erkenntnissen des [[Heckscher-Ohlin-Theorem|Heckscher-Ohlin-Modells]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Borchert, &amp;#039;&amp;#039;Außenwirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 7. Auflage, 2001, S. 76; ISBN 978-3-409-63906-4&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Eine erste vage Formulierung des [[Theorem]]s erfolgte 1919 durch [[Eli Filip Heckscher]], der sich in seiner Arbeit mit dem Einfluss des [[Handel]]s auf die [[Faktorpreis]]e befasste.&amp;lt;ref&amp;gt;Albert Max, &amp;#039;&amp;#039;Das Faktorpreisausgleichstheorem&amp;#039;&amp;#039;, 1994, S. 78; ISBN 978-3-16-146229-0&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Bertil Ohlin]] hat 1933 Heckschers Theorie mit der der [[Allgemeine Gleichgewichtstheorie|Allgemeinen Gleichgewichtstheorie]] verbunden. Damit hat er eine größere Klarheit bezüglich der grundsätzlichen Zusammenhänge geschaffen. Denn der Bezug auf die Allgemeine Gleichgewichtstheorie lässt das Problem der Faktorpreisbildung und vor allem die [[Produktionsfaktor|Faktormengen]] oder Faktorproportionen als [[Exogen|exogene]] Größen in den Vordergrund rücken. Daraus ergibt sich bei Ohlin eine viel klarere Fragestellung als bei Heckscher.&amp;lt;ref&amp;gt;Albert Max, &amp;#039;&amp;#039;Das Faktorpreisausgleichstheorem&amp;#039;&amp;#039;, 1994, S. 85.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine erste präzise Formulierung gelang [[Abba P. Lerner]] im Jahre 1933. Lerner legte in seiner Arbeit die Voraussetzungen des „2x2-Heckscher-Ohlin-Modells“ (2 Güter, 2 Länder) zu Grunde sowie den Faktorpreisausgleich.&amp;lt;ref&amp;gt;Albert Max, &amp;#039;&amp;#039;Das Faktorpreisausgleichstheorem&amp;#039;&amp;#039;, 1994, S. 95.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ohlin bestritt einen solchen vollständigen Faktorpreisausgleich, wenn er auch dessen Angleichung hervorhob. Er wurde unterstützt von Ellsworth, der ebenfalls einen vollständigen Ausgleich jener Faktorpreisverhältnisse im [[Außenwirtschaftliches Gleichgewicht|Außenhandelsgleichgewicht]] 1938 als &amp;quot;unmöglich&amp;quot; abtat.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul T. Ellsworth, &amp;#039;&amp;#039;International Economics&amp;#039;&amp;#039;, 1938, S. 38 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb begann die eigentliche Geschichte des Theorems Ende der 40er Anfang der 50er Jahre mit Paul A. Samuelson. Samuelson ist dieses Problem exakt angegangen und kam zu dem Schluss, dass unter den Modell-Voraussetzungen von Heckscher und Ohlin ein Faktorpreisausgleich notwendig folge. In der bereits 1933 konzipierten, von Samuelson 1949 wiederentdeckten Seminararbeit von Abba P. Lerner wurde der Faktorpreisausgleich analysiert und auch durch bestimmte produktionstechnische Elemente erweitert, die dem Heckscher-Ohlin-Theorem allerdings entgegenstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Borchert, &amp;#039;&amp;#039;Außenwirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 7. Auflage, 2001, S. 76.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die allgemeine Formulierung des traditionellen Ansatzes erfolgte durch McKenzie 1955,&amp;lt;ref&amp;gt;Albert Max, &amp;#039;&amp;#039;Das Faktorpreisausgleichstheorem&amp;#039;&amp;#039;, 1994, S. 125.&amp;lt;/ref&amp;gt; der wohlfahrtstheoretische Ansatz stammt von Uzawa aus dem Jahr 1959.&amp;lt;ref&amp;gt;Albert Max, &amp;#039;&amp;#039;Das Faktorpreisausgleichstheorem&amp;#039;&amp;#039;, 1994, S. 155.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wiederentdeckt wurde das Theorem durch Dixit &amp;amp; Norman 1980.&amp;lt;ref&amp;gt;Albert Max, &amp;#039;&amp;#039;Das Faktorpreisausgleichstheorem&amp;#039;&amp;#039;, 1994, S. 177.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alternative Definitionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Faktorpreisausgleichstheorem wurde in seiner geschichtlichen Entwicklung von einer Vielzahl von Ökonomen aufgegriffen und weiterentwickelt. Es gibt daher keine alternativen Definitionen für dieses Theorem. Jedoch kann man seine Entwicklung sehr gut nachvollziehen: von Argumentationen in Bezug auf den &amp;lt;math&amp;gt;2 \times 2&amp;lt;/math&amp;gt; Fall (2&amp;amp;nbsp;Güter und 2&amp;amp;nbsp;Faktoren) über Erklärungen des &amp;lt;math&amp;gt;2 \times 2 \times 2&amp;lt;/math&amp;gt; Falls (2&amp;amp;nbsp;Güter, 2&amp;amp;nbsp;Faktoren und 2&amp;amp;nbsp;Länder) bis hin zum &amp;lt;math&amp;gt;n \times m \times l&amp;lt;/math&amp;gt; Fall (&amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; Güter, &amp;lt;math&amp;gt;m&amp;lt;/math&amp;gt; Faktoren und &amp;lt;math&amp;gt;l&amp;lt;/math&amp;gt; Länder).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prämissen ==&lt;br /&gt;
Wie jede [[Theorie]], legt auch das Faktorpreisausgleichstheorem [[Prämisse]]n zugrunde. Es gibt im Modell keine [[Transportkosten]], keine [[Handelshemmnis]]se, keine [[Spezialisierung]], flexible [[Preis (Wirtschaft)|Güter-]] und [[Faktorpreis]]e, perfekte [[Faktormobilität]] und [[vollkommene Konkurrenz]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=g5JsDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA43&amp;amp;dq=lohnkonvergenz&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwi_tpL1nYn2AhUFRvEDHfsMCAw4ChDoAXoECAUQAQ#v=onepage&amp;amp;q=lohnkonvergenz&amp;amp;f=false Juergen B Donges/Kai Menzel/Philipp Paulus, &amp;#039;&amp;#039;Globalisierungskritik auf dem Prüfstand: Ein Almanach aus ökonomischer Sicht&amp;#039;&amp;#039;, 2003, S. 43]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ergebnis ist auf den [[Faktormarkt|Faktormärkten]] beispielsweise die [[Lohnkonvergenz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung und Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein kapitalreiches Land [[export]]iert [[Kapitalintensität|kapitalintensive]] [[Gut (Wirtschaftswissenschaft)|Güter]] oder [[Dienstleistung]]en und importiert [[Arbeitsintensität|arbeitsintensive Güter]]. Als Folge wird die Erzeugung von kapitalintensiven Gütern erhöht und die von arbeitsintensiven abnehmen. Während der steigenden Produktion von kapitalintensiven Gütern erhöht sich die [[Kapitalnachfrage]], um die Produktion weiterhin sicherzustellen. Die erhöhte Kapitalnachfrage führt zu einer Erhöhung der [[Zins]]en. Der [[Zinssatz]] ist der Preis des Kapitals. Es gilt folglich gemäß dem Faktorpreisausgleichstheorem: Steigt die Nachfrage nach Kapital, steigt auch dessen Preis. Da die Erzeugung arbeitsintensiver Güter, bedingt durch die [[Import]]möglichkeit sinkt, schrumpft die [[Arbeitsnachfrage]] und infolgedessen sinken die [[Arbeitsentgelt|Löhne]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrtes gilt für ein arbeitsreiches Land. Es exportiert arbeitsintensive Güter und importiert kapitalintensive Güter. Die Erzeugung von arbeitsintensiven Gütern wird erhöht, die der kapitalintensiven Güter wird reduziert. Durch die erhöhte Produktion der arbeitsintensiven Güter wächst die [[Arbeitsnachfrage]]. Die Folge daraus sind steigende Löhne. Die sinkende Produktion von kapitalintensiven Gütern aufgrund der Importmöglichkeit führt zu einem Rückgang der Kapitalnachfrage. Daraufhin sinken die Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, muss bei freiem [[Außenhandel]] der Preis eines beliebigen [[Produktionsfaktor]]s im Inland dem Preis des gleichen Faktors im Ausland entsprechen, auch wenn die internationale Faktormobilität der Produktionsfaktoren nicht gewährleistet ist. Die Beweglichkeit der Güter wäre dann ein voller Ersatz für die Beweglichkeit der Produktionsfaktoren.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Rose, &amp;#039;&amp;#039;Theorie der Außenwirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S. 419; ISBN 978-3-8006-3287-9&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit ein Faktorpreisausgleich stattfinden kann, müssen beide Güter, auch nach Aufnahme vom Außenhandel, produziert werden. Es müssen zudem Folgende Voraussetzungen erfüllt sein:&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Rose, &amp;#039;&amp;#039;Theorie der Außenwirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S. 419.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In beiden Märkten herrscht vollständige Konkurrenz auf dem [[Gütermarkt|Güter-]] und [[Faktormarkt|Faktorenmärkten]];&lt;br /&gt;
* Es existieren keine Transport- und Handelshemmnisse;&lt;br /&gt;
* Die Menge der Produktionsfaktoren bleibt konstant; internationale Bewegungen von [[Boden (Produktionsfaktor)|Boden]] und [[Arbeit (Volkswirtschaftslehre)|Arbeit]] sind ausgeschlossen, während innerhalb eines einzelnen Landes völlige [[Faktormobilität]] gewährleistet ist;&lt;br /&gt;
* Die [[Faktorausstattung]] ist in beiden Ländern identisch;&lt;br /&gt;
* Gut 1 und Gut 2 werden in beiden Ländern unter den gleichen technischen Bedingungen hergestellt;&lt;br /&gt;
* Die Güter können eindeutig nach ihren Faktorintensitäten klassifiziert werden (&amp;lt;math&amp;gt;Arbeit &amp;gt; Kapital = arbeitsintensiv&amp;lt;/math&amp;gt;);&lt;br /&gt;
* Die Produktionsfaktoren sind linear-homogen; es gilt also die Annahme konstanter [[Skalenertrag|Niveaugrenzprodukte]], während die partiellen [[Grenzprodukt]]e abnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Modellbeispiel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um das Faktorpreisausgleichstheorem verständlicher darzustellen, wird im Folgenden ein fiktives und modelltheoretisches Beispiel angeführt.&lt;br /&gt;
Es gelten folgende [[Hypothese|Annahmen]]:&lt;br /&gt;
* Es existieren genau zwei Länder. Land A und Land B.&lt;br /&gt;
* Beide Länder produzieren genau 2 Güter. PKW und Orangen.&lt;br /&gt;
* Beide Länder sind technologisch auf demselben Stand.&lt;br /&gt;
* Land A ist ein kapitalreiches Land, während Land B ein arbeitsreiches Land ist.&lt;br /&gt;
* Es herrscht [[Freihandel]] ohne Transportkosten oder sonstige Einschränkungen.&lt;br /&gt;
Nun stellt sich die Frage, wieso sich die Faktorpreise beider Länder ausgleichen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Land A besitzt in der PKW-Produktion einen [[Komparativer Vorteil|komparativen Vorteil]] gegenüber Land B, während Land B einen komparativen Vorteil beim Anbau von Orangen besitzt. Man kann hier Land A als [[Hochlohnland]] und Land B als [[Niedriglohnland]] bezeichnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Land A produziert also die kapitalintensiven PKW und exportiert sie nach Land B. Somit wird auch der Faktor [[Kapital]] indirekt exportiert. Dies führt in Land A zu einer erhöhten Nachfrage nach Kapital, was wiederum steigende Preise und damit steigende Zinsen zur Folge hat. Da Land A die arbeitsintensiven Orangen aus Land B importiert und sie nicht selbst herstellt, sinkt die Arbeitsnachfrage und somit auch die Löhne. Diese passen sich nun an die niedrigeren Löhne in Land B an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Land B wird die im eigenen Land angebauten arbeitsintensiven Orangen nach Land A exportieren. Der Faktor Arbeit wird somit indirekt nach Land A exportiert. Dies führt in Land B zu einer erhöhten Nachfrage nach Arbeit, was wiederum steigende Preise und damit steigende Löhne zur Folge hat. Diese Löhne passen sich nun an die höheren Löhne des Landes A an. Weil Land B die kapitalintensiven PKW aus Land A importiert und sie nicht selbst produziert, sinkt die Kapitalnachfrage und somit auch die Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folglich kommt es modelltheoretisch zu einem völligen Ausgleich von Zins und Lohn, also der Faktorpreise, beider Länder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Empirische Untersuchung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Grafische Darstellung des Faktorpreisausgleichstheorems.png|mini|Grafische Darstellung des Faktorpreisausgleichs; wobei K = Produktionsfaktor Kapital und L = Produktionsfaktor Arbeit ist. EX und IM stehen jeweils für Export und Import.&amp;lt;ref&amp;gt;nach Karl Morasch/Florian Bartholomae, &amp;#039;&amp;#039;Handel und Wettbewerb auf globalen Märkten&amp;#039;&amp;#039;, 2017, S. 94; ISBN 978-3-658-16043-2&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll aufgezeigt werden, dass sich die Kernaussagen des Heckscher-Ohlin-Samuelson-Modells, zum Handelsmuster und zum Faktorpreisausgleich, auch in den Daten widerspiegeln. Hierzu wurde bereits im Jahr 1965 durch Gary Hufbauer eine empirische Untersuchung durchgeführt und durch William R. Cline im Jahr 1993 bestätigt. Essentiell für den Faktorpreisausgleich ist die Tatsache, dass kapitalreiche Länder kapitalreiche Güter exportieren und arbeitsreiche Länder arbeitsreiche Güter exportieren. Die beiden Länder [[Mexiko]] und [[USA]] zeigen ein untypisches Verhalten auf, und dieses Phänomen wurde zumindest bei den USA nach seinem Entdecker [[Wassily Leontief]] benannt, dem [[Leontief-Paradoxon]]. Hierzu existiert eine Vielzahl von Erklärungsversuchen zur Nichteinhaltung der theoretischen Vorhersage.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Morasch/Florian Bartholomae, &amp;#039;&amp;#039;Handel und Wettbewerb auf globalen Märkten.&amp;#039;&amp;#039; 2017, S. 94.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kritisiert wird insbesondere, die Nichtberücksichtigung weiterer [[Produktionsfaktoren]] wie beispielsweise die Unterscheidung in qualifizierte und unqualifizierte Arbeiter. Ebenso sind teilweise erhebliche Unterschiede in den Produktionstechnologien zu deren Handelspartnern ersichtlich.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Morasch/Florian Bartholomae, &amp;#039;&amp;#039;Handel und Wettbewerb auf globalen Märkten&amp;#039;&amp;#039;, 2017, S. 95.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritische Würdigung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Faktorpreisausgleichstheorem basiert auf den bereits genannten Annahmen, die jedoch nicht allgegenwärtig sind und lediglich in einer idealen Welt – aber nicht in der Realität – existieren.&lt;br /&gt;
Gründe für ein Versagen des Theorems:&lt;br /&gt;
* Technologische Unterschiede;&lt;br /&gt;
* nicht jedes Land produziert gleiche Güter (Orangen / PKW);&lt;br /&gt;
* es existieren mehr als 2 Länder, wodurch eine bilaterale Betrachtung nicht möglich ist, sondern eine multilaterale; → Dennoch denkbar durch einen Land-Welt-Vergleich, anstelle eines Land-Land-Vergleichs;&lt;br /&gt;
* Außenhandel hat nicht immer Auswirkung auf die Faktorpreise;&lt;br /&gt;
* Nachbarländer befinden sich zumeist auf dem gleichen Niveau (Technologie, Bildung etc.);&lt;br /&gt;
* Zölle und Einfuhrrestriktionen können einen negativen Einfluss auf den Faktorpreisausgleich haben (Weiterführend: [[Stolper-Samuelson-Theorem]]).&lt;br /&gt;
Zwar ist einerseits eine Annäherung der Faktorpreise zu beobachten, andererseits unterscheiden sich die Löhne jedoch zum Teil massiv. Im Vergleich Deutschland und Südkorea liegen diese Lohnunterschiede im Produktionsbereich beim Zehnfachen und im Dienstleistungsbereich noch beim Achtfachen. Selbst bei einem Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich sind die Löhne im Dienstleistungssektor zwar nahezu identisch, jedoch sind diese in der Produktion 20 % höher. Der Hauptgrund ist hierfür insbesondere in der Technologie (Ausbildung / Qualifizierung) zu suchen (Stand 2011).&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Morasch/Florian Bartholomae, &amp;#039;&amp;#039;Handel und Wettbewerb auf globalen Märkten&amp;#039;&amp;#039;, 2017, S. 95.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die [[Arbeitskosten]] im verarbeitenden Gewerbe unterliegen im weltweiten Vergleich zueinander enormen Schwankungen und entsprechen nicht den Vorhersagen des Faktorpreisausgleichstheorems. Während eine Arbeitsstunde in Polen 8,25 USD kostet, so kostet diese in Deutschland 45,79 USD (Stand 2015).({{Internetquelle |url=https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/LaenderRegionen/Internationales/Thema/Tabellen/Basistabelle_Arbeitskosten.html |titel=Arbeitskosten im Verarbeitenden Gewerbe |zugriff=2015-06-17}})&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Max Albert: &amp;#039;&amp;#039;Das Faktorpreisausgleichstheorem&amp;#039;&amp;#039; Mohr Verlag, Tübingen 1994 ISBN 3-16-146229-7.&lt;br /&gt;
* Manfred Borchert: &amp;#039;&amp;#039;Außenwirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039; Springer Gabler, Wiesbaden 2001, ISBN 3-409-63907-1.&lt;br /&gt;
* Manfred Borchert: &amp;#039;&amp;#039;Das Lerner-Samuelson-Theorem&amp;#039;&amp;#039;. In: Wirtschaftswissenschaftliches Studium (WiSt), 4. Jg., Heft 3 (März 1975), S. 146–147.&lt;br /&gt;
* Karl Morasch, Florian Bartholomae: &amp;#039;&amp;#039;Handel und Wettbewerb auf globalen Märkten, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage,&amp;#039;&amp;#039; Springer Gabler Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-658-16043-2.&lt;br /&gt;
* Klaus Rose: &amp;#039;&amp;#039;Theorie der Außenwirtschaft&amp;#039;&amp;#039; Verlag Vahlen, München 1999 ISBN 3-8006-2450-8.&lt;br /&gt;
* Gabler Verlag: &amp;#039;&amp;#039;Gablers Wirtschaftslexikon 16. Auflage&amp;#039;&amp;#039; Gabler Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-409-10386-4.&lt;br /&gt;
* Paul R. Krugman, Maurice Obstfeld: &amp;#039;&amp;#039;Internationale Wirtschaft, Theorie und Politik der Außenwirtschaft, 7. Auflage&amp;#039;&amp;#039; Pearson Education, München 2009, ISBN 3-8273-7199-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/LaenderRegionen/Internationales/Thema/Tabellen/Basistabelle_Arbeitskosten.html Basistabelle Arbeitskosten im internationalen Vergleich]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Außenhandelstheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theoreme der Ökonomie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Preispolitik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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