<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Fair_Value</id>
	<title>Fair Value - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Fair_Value"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fair_Value&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-02T10:59:01Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fair_Value&amp;diff=522904&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Leonry: Übertragung aus dem Artikel Fair Value</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Fair_Value&amp;diff=522904&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-26T16:33:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Übertragung aus dem Artikel &lt;a href=&quot;/index.php/Fair_Value&quot; title=&quot;Fair Value&quot;&gt;Fair Value&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fair Value&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist bei der [[Bilanzierung]] und im [[Rechnungswesen]] der [[Anglizismus]] für eine [[Wertkonvention]] bei der [[Bewertung (Rechnungswesen)|Bewertung]] von [[Vermögensgegenstand|Vermögensgegenständen]] und [[Verbindlichkeit]]en zum aktuellen [[Marktwert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Der „Fair value“ stammt aus dem [[Rechnungslegungsstandard]] [[International Financial Reporting Standards]] (IFRS) und wurde im deutschen Rechnungslegungsstandard [[Handelsgesetzbuch]] (HGB) als „beizulegender Zeitwert“ übersetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Rechnungslegung_Steuerung_und_Aufsicht_v/y3MfJT729fQC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=beizulegender+Zeitwert+fair+value&amp;amp;pg=PA194&amp;amp;printsec=frontcover Edgar Löw/Thomas A. Lange (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Rechnungslegung, Steuerung und Aufsicht von Banken&amp;#039;&amp;#039;, 2004, S. 194]&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[IAS 38]].8 ist er definiert als ein „Betrag, für den ein [[Vermögenswert]] getauscht oder eine Verbindlichkeit erfüllt wird zwischen sachverständigen und zum [[Vertragsabschluss]] bereiten [[Vertragspartei]]en bei [[Transaktion (Wirtschaft)|Transaktionen]] auf der Grundlage des [[Fremdvergleichsgrundsatz]]es“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{enS|„the amount on which an asset could be exchanged, or a liablility settled, between knowledgeable, willing parties in an arm&amp;#039;s-length transaction“}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Viele Standards des Vorgängers vom IFRS ([[International Accounting Standards|IAS]]) beruhen auf dem &amp;#039;&amp;#039;Fair value-Prinzip&amp;#039;&amp;#039;, so dass von „Fair value-accounting“ ({{deS|„[[Rechnungslegung]] auf Grundlage des fair value“}}) gesprochen wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/IFRS_Lexikon/jm3pBQAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Fair+Value+lexikon&amp;amp;pg=PA42&amp;amp;printsec=frontcover Gerald Preißler/German Figlin, &amp;#039;&amp;#039;IFRS-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2009, S. 42]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelne IAS-Standards ==&lt;br /&gt;
Der Fair value war zunächst über eine Vielzahl von Standards innerhalb der IAS/IFRS verstreut, wodurch der Überblick verloren ging. Er war insbesondere bei der Bewertung von [[Sachanlage]]n ([[IAS 16]]), [[Immaterieller Vermögensgegenstand|immateriellen Vermögenswerten]] ([[IAS 38]]), [[Finanzinstrument]]en (IAS 32), [[Hedge Accounting]] ([[IAS 39]]) oder gewerblichen [[Immobilie]]nbeständen ([[IAS 40]]) erwähnt&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Vahlens_gro%C3%9Fes_Auditing_Lexikon/h7UkaYRTmcsC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=fair+value+lexikon&amp;amp;pg=PA454&amp;amp;printsec=frontcover Patrick Velte, &amp;#039;&amp;#039;Fair Value&amp;#039;&amp;#039;, in: Carl-Christian Freidank (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Vahlens großes Auditing-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 452 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; oder auch bei [[Agrarprodukt]]en (IAS 41) anzuwenden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=LtvnBQAAQBAJ&amp;amp;newbks=0&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;pg=PA712&amp;amp;dq=fair+value+lexikon&amp;amp;hl=de&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=fair%20value%20lexikon&amp;amp;f=false Walther Busse von Colbe/Nils Crasselt/Bernhard Pellens (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Lexikon des Rechnungswesens&amp;#039;&amp;#039;, 2011, S. 263]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Fair value ist ein hypothetischer [[Marktpreis]] unter idealisierten Bedingungen als potenzielles Ergebnis einer fiktiven Transaktion zwischen gleichberechtigten Vertragsparteien, die über vollständige [[Markttransparenz]] verfügen und ein [[Geschäft (Wirtschaft)|Geschäft]] ohne Zwang abschließen wollen.&amp;lt;ref&amp;gt;Patrick Velte, &amp;#039;&amp;#039;Fair Value&amp;#039;&amp;#039;, in: Carl-Christian Freidank (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Vahlens großes Auditing-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 453&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 2011 veröffentlichte das IASB den Standard [[IFRS 13]] „Bewertung zum beizulegenden Zeitwert“ und fasste die bisher in verschiedenen Standards verstreuten Regelungen zur Bilanzierung zum Fair value in einem einheitlichen Standard zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Erfolgreiche_Abschlussarbeiten_Internati/Z6shBAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=fair+value+ifrs+13&amp;amp;pg=PA98&amp;amp;printsec=frontcover Ingrid Malms (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Erfolgreiche Abschlussarbeiten - Internationale Rechnungslegung&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S. 98]&amp;lt;/ref&amp;gt; Lediglich IFRS 2 ([[aktien]]basierte [[Arbeitsentgelt|Vergütung]]), [[IAS 17]] ([[Leasing]]) und [[IAS 36]] ([[Wertminderung]] von [[Vermögenswert]]en) sind vom IFRS 13 ausgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;J – V Große, &amp;#039;&amp;#039;IFRS 13 „Fair Value Measurement“: Was sich (nicht) ändert&amp;#039;&amp;#039;, in: [[KoR]] 11, 2011, S. 287&amp;lt;/ref&amp;gt; In IFRS 13 wird der Fair value definiert als „Preis, zu dem im Rahmen einer gewöhnlichen Transaktion (keine Not- oder Zwangstransaktion) zwischen [[Marktteilnehmer]]n am Bewertungsstichtag ein Vermögenswert verkauft oder eine Verbindlichkeit übertragen werden kann“ ({{enS|exit price}}).&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Flick/Judith Gehrer/Sven Meyer, &amp;#039;&amp;#039;Neue Vorschriften für die Fair Value-Ermittlung von Finanzinstrumenten durch IFRS 13&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Zeitschrift für Internationale Rechnungslegung]] 9, 2011, S. 390&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Drei-Stufen-Modell ==&lt;br /&gt;
Der [[International Accounting Standards Board|IASB]] geht [[dogma]]tisch davon aus, dass der Fair value dem [[Entscheidungsträger]] stets entscheidungsrelevantere [[Information]]en zur Verfügung stelle als das [[Anschaffungskostenprinzip]] ({{enS|cost model}}). Dies ist jedoch aufgrund der weitreichenden [[Ermessensspielraum|Ermessensspielräume]] bei der Bestimmung des Fair value zu relativieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias Dohrn, &amp;#039;&amp;#039;Entscheidungsrelevanz des Fair Value-Accounting am Beispiel des IAS 39 und IAS 40&amp;#039;&amp;#039;, 2004, S. 122; ISBN 978-3899362329&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist eine verlässliche Ermittlung des Fair value nicht möglich, sind ersatzweise andere Wertkonventionen heranzuziehen (wie die [[Anschaffungskosten]] in [[IAS 38]].75).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überblick ===&lt;br /&gt;
Zur Bestimmung des Fair Value existiert nach IFRS 13.72 eine dreistufige Bewertungshierarchie:&lt;br /&gt;
# Inputfaktoren der Stufe 1 sind in aktiven, für das Unternehmen am Bewertungsstichtag zugänglichen Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte, nicht berichtigte [[Preis (Wirtschaft)|Preise]] (IFRS 13.76). Auf dieser ersten Hierarchieebene wird von &amp;#039;&amp;#039;[[Marktpreis]]en&amp;#039;&amp;#039; gesprochen.&lt;br /&gt;
# Inputfaktoren auf Stufe 2 sind andere als die auf Stufe 1 genannten Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder unmittelbar oder mittelbar zu beobachten sind (IFRS 13.81). Auf dieser zweiten Hierarchieebene wird von &amp;#039;&amp;#039;Vergleichswerten&amp;#039;&amp;#039; gesprochen.&lt;br /&gt;
# Inputfaktoren auf Stufe 3 sind Inputfaktoren, die für den Vermögenswert oder die Schuld nicht beobachtbar sind (IFRS 13.86). Auf dieser dritten Hierarchieebene wird von &amp;#039;&amp;#039;Schätzwerten&amp;#039;&amp;#039; gesprochen.&lt;br /&gt;
Diese Hierarchie drückt eine Präferenz des IFRS aus. Wenn möglich, sind zur Bestimmung des Fair Value Marktpreise zu verwenden. Sind diese nicht vorhanden, weil der zu bewertende Vermögenswert nicht auf einem aktiven Markt im Sinne des IASB gehandelt wird, ist auf Vergleichswerte auszuweichen. Sind auch Vergleichswerte nicht vorhanden, ist im letzten Schritt zu prüfen, ob eine Wertermittlung mittels Schätzwerten (Bewertungsmodelle) möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel ===&lt;br /&gt;
Liegt ein bindender [[Kaufvertrag]] ({{enS|binding sales agreement}}) zwischen unabhängigen Geschäftspartnern vor ([[IAS 36]].25; das kann auch ein [[Finanzprodukt]] wie ein [[Swap (Wirtschaft)|Swapgeschäft]] sein), ist der [[Kaufpreis]] als Fair value zugrunde zu legen. Der Aspekt der Unabhängigkeit der Parteien wird insbesondere dann relevant, wenn es sich um [[Notverkauf|Notverkäufe]], [[Zwangsversteigerung (Deutschland)|Zwangsversteigerungen]] oder Verkäufe im Rahmen einer [[Liquidation]] handelt. Fehlt ein Kaufvertrag, ist auf einen [[Mark to market#Aktiver Markt|aktiven Markt]] ({{enS|active market}}) abzustellen und der aktuelle [[Angebotspreis]] heranzuziehen (Stufe 1). Da dieser in der betrieblichen Praxis meist nicht vorzufinden ist,&amp;lt;ref&amp;gt;Guido Fladt/Peter Feige, &amp;#039;&amp;#039;Der Exposure Draft 3 Business Combinations des IASB: Konvergenz mit den US-GAAP?&amp;#039;&amp;#039;, in: Die Wirtschaftsprüfung 56, 2003, S. 255&amp;lt;/ref&amp;gt; muss auf weitere Abstufungen – mit abnehmender Verlässlichkeit – zurückgegriffen werden. Stufe 2 schlägt [[Vergleich (Zahlen)|Vergleichswerte]] oder [[Substitutionsgut|Surrogate]] vor, es folgen [[Methodik|methodisch]] ermittelte [[Schätzwert]]e (Stufe 3) und [[Anschaffungskosten]] (Stufe 4).&amp;lt;ref&amp;gt;Patrick Velte, &amp;#039;&amp;#039;Fair Value&amp;#039;&amp;#039;, in: Carl-Christian Freidank (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Vahlens großes Auditing-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 454&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wertkonventionen ==&lt;br /&gt;
=== Marktpreise ===&lt;br /&gt;
Ein [[Marktpreis]] ist der Preis, der für vergleichbare Vermögenswerte wie den zu bewertenden Vermögenswert auf einem aktiven Markt am Bilanzstichtag (zeitgleich) gezahlt wird. Vergleichbar bedeutet hierbei, dass alle preisbildenden Parameter (weitestgehend) gleich sind, so dass keine Anpassungen des beobachteten Preises vorgenommen werden müssen. Ein aktiver Markt zeichnet sich dadurch aus, dass (weitgehend) homogene Vermögenswerte zu öffentlich zugänglichen Preisen gehandelt werden und in der Regel jederzeit vertragswillige Käufer und Verkäufer zu finden sind. In der Praxis erfüllen nur sehr wenige Märkte wie [[Wertpapierbörse|Wertpapier-]], [[Energiebörse|Energie-]] und [[Warenbörse]]n die Anforderungen des IFRSs an einen aktiven Markt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörg Baetge/Hans-Jürgen Kirsch/Stefan Thiele |Titel=Bilanzen |Auflage=8. |Ort=Düsseldorf |Jahr=2005 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die weitaus meisten Vermögenswerte existieren somit regelmäßig keine Marktpreise, so dass auf Vergleichswerte oder Schätzwerte ausgewichen werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vergleichswerte ===&lt;br /&gt;
Wenn eine Wertermittlung anhand von Marktpreisen nicht möglich ist, ist entweder auf vergangene (jedoch zeitnahe) Preise ähnlicher Vermögenswerte oder zeitgleiche Preise für Vermögenswerte anderer Beschaffenheit zurückzugreifen. Da somit keine vollständige [[Homogenität (Wirtschaft)|Homogenität]] hinsichtlich aller preisbildenden Parameter gegeben ist, müssen Zuschläge auf oder Abschläge vom beobachteten Wert vorgenommen werden. Die Wertermittlung mittels Vergleichswerten beinhaltet somit systematisch größere Ermessensspielräume als die Wertermittlung mittels Marktpreisen, und der Grad der Verlässlichkeit und Objektivität der [[Wertermittlung]] sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schätzwerte ===&lt;br /&gt;
Das dritte Verfahren zur Ermittlung des Fair Value ist die [[Schätzung]] auf der Grundlage von Bewertungsmodellen. In aller Regel wird hierfür auf [[zahlungsstrom]]basierte Verfahren ([[Discounted Cash-Flow]]) zurückgegriffen. So kann der Fair Value einer bewirtschafteten [[Immobilie]] auf der Grundlage der diskontierten Miet- oder Pachteinnahmen ([[Ertragswertverfahren]]) bestimmt werden, wobei möglichst objektive, am Markt beobachtbare Werte zu verwenden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Behandlung von Bewertungserfolgen ===&lt;br /&gt;
Bei der [[Zuschreibung (Rechnungswesen)|Zu-]] oder [[Abschreibung]] vom [[Buchwert]] auf einen (neuen) Fair Value entstehen [[Buchgewinn]]e oder [[Buchverlust]]e. Bei der Behandlung solcher Bewertungserfolge kennen die IFRS zwei Methoden. Bei der &amp;#039;&amp;#039;[[Konzernabschluss#Neubewertungsmethode|Neubewertungsmethode]]&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|revaluation model}}) werden Abschreibungen sofort erfolgswirksam in der [[Gewinn- und Verlustrechnung]] erfasst, Zuschreibungen werden dagegen zunächst erfolgsneutral in einer &amp;#039;&amp;#039;[[Neubewertungsrücklage]]&amp;#039;&amp;#039; verbucht. Diese wird erst bei Ausbuchung des Vermögenswerts zur Gewinn- und Verlustrechnung hin aufgelöst. Die Neubewertungsmethode kann beispielsweise bei der Bewertung von Sachanlagen (IAS 16) und immateriellen Vermögenswerten (IAS 38) zur Anwendung kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Fair-Value-Methode ({{enS|fair value model}}), auch als &amp;#039;&amp;#039;Full-Fair-Value-Accounting&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, werden Zu- und Abschreibungen stets sofort erfolgswirksam erfasst. Es wird auch von einer &amp;#039;&amp;#039;paritätisch erfolgswirksamen&amp;#039;&amp;#039; Fair-Value-Bewertung gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
Der Fair Value ist das vom IASB grundsätzlich präferierte Wertkonzept, da ihm im Vergleich zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten eine besonders große Entscheidungsnützlichkeit ({{enS|decision usefullness}}) zugesprochen wird. Der Anwendungsbereich des Fair-Value-Konzepts ist innerhalb der IFRS im Zeitablauf immer mehr ausgeweitet worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Handelsgesetzbuch ==&lt;br /&gt;
Im [[Handelsgesetzbuch]] (HGB) wird bei den Bewertungsgrundsätzen klargestellt, dass der beizulegende Zeitwert dem Marktpreis entspricht ({{§|255|hgb|juris}} Abs. 4 Satz 1 HGB). Soweit kein aktiver Markt besteht, anhand dessen sich der Marktpreis ermitteln lässt, ist der beizulegende Zeitwert mit Hilfe allgemein anerkannter Bewertungsmethoden zu bestimmen. Lässt sich der beizulegende Zeitwert weder nach § 253 Abs. 4 Satz 1 HGB noch nach anerkannten Bewertungsmethoden ermitteln, sind die Anschaffungs- oder [[Herstellungskosten]] gemäß {{§|253|hgb|juris}} Abs. 4 HGB fortzuführen. Der zuletzt nach § 255 Abs. 4 Satz 1 oder Satz 2 HGB ermittelte beizulegende Zeitwert gilt als Anschaffungs- oder Herstellungskosten im Sinn des § 255 Abs. 4 Satz 3 HGB. Damit schreibt auch das HGB ein Stufen-Modell vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fair-Value-Konzept wird in der HGB-Rechnungslegung gegenwärtig nur bei wenigen speziellen Sachverhalten angewandt:&lt;br /&gt;
* Bewertung von Planvermögen im Zusammenhang mit der Bilanzierung von [[Pensionsrückstellung]]en ({{§|246|hgb|juris}} Abs. 2 Satz 3 i.&amp;amp;nbsp;V.&amp;amp;nbsp;m. § 253 Abs. 1 HGB).&lt;br /&gt;
* [[Rückstellung]]en für [[Altersversorgung]]sverpflichtungen, soweit sich deren Höhe ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert von als [[Pensionsrückstellung#Deckungsvermögen|Deckungsvermögen]] verwendeten [[Wertpapier]]en bestimmt ({{§|253|hgb|juris}} Abs. 1 HGB).&lt;br /&gt;
* Bei der Bilanzierung von Bewertungseinheiten im Rahmen des [[Hedge Accounting]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Scharf |Titel=Die Bildung von Bewertungseinheiten nach IFRS/IAS, HGB und Bilanzsteuerrecht Nr. 10 der Analysen und Berichte zum Wirtschafts- und Steuerrecht |Verlag=TU Darmstadt, Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften |Jahr=2010 |Online=http://tuprints.ulb.tu-darmstadt.de/2364 |Seiten=44}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In der [[Bankbilanzierung]]: Bewertung von Finanzinstrumenten des Handelsbuchs ({{§|340e|hgb|juris}} Abs. 3 HGB).&lt;br /&gt;
Bei [[Kreditinstitut]]en ist der beizulegende Zeitwert gemäß {{§|340e|hgb|juris}} Abs. 3 Satz 1 HGB unter Berücksichtigung eines [[Risikoprämie|Risikoabschlages]] bei [[Finanzinstrument]]en des [[Handelsbuch]]s zugrunde zu legen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Banklexikon_A_J/SC3KDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=fair+value+beizulegender+Zeitwert&amp;amp;printsec=frontcover Andreas Horsch/Gerd Waschbusch/Klaus Schäfer/Ludwig Gramlich/Peter Gluchowski (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Gabler Banklexikon: Bank – Börse – Finanzierung&amp;#039;&amp;#039;, 2020, S. 274]&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine [[Umwidmung]] aus dem [[Anlagebuch]] in das Handelsbuch ist ausnahmsweise zulässig, wenn außergewöhnliche Umstände, insbesondere schwerwiegende Beeinträchtigungen der Handelbarkeit der Finanzinstrumente, zu einer Aufgabe der Handelsabsicht durch das Kreditinstitut führen und die Finanzinstrumente eine [[Laufzeit (Wirtschaft)|Restlaufzeit]] von mindestens einem Jahr aufweisen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Institut der Wirtschaftsprüfer]] (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;RH HFA 1.014 Umwidmung&amp;#039;&amp;#039;, 2022, S. 59&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein „außergewöhnlicher Umstand“ kann eine [[Marktstörung]] in Form einer [[Finanzkrise]] sein wie beispielsweise die [[Subprime-Krise]] ab 2007.&amp;lt;ref&amp;gt;{{BT-Drs|16|12407}} vom 24. März 2009, &amp;#039;&amp;#039;Beschlussempfehlung und Bericht des Rechtsausschusses (6. Ausschuss) zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung&amp;#039;&amp;#039;, S. 80 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Bankbilanz_nach_HGB/VCHRDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=umwidmung+%C2%A7+340e+hgb&amp;amp;pg=PA193&amp;amp;printsec=frontcover Christian Gaber, &amp;#039;&amp;#039;Bankbilanz nach HGB&amp;#039;&amp;#039;, 2018, S. 193 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[bankenaufsicht]]srechtliche Zulässigkeit der „Umbuchungen“ zwischen Anlage- und Handelsbuch ergibt sich aus Art. 104 Abs. 2g {{EU-Verordnung|2013|575|titel=Kapitaladäquanzverordnung (CRR)}}.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Dem Konzept des Fair value liegen fiktive Märkte, Transaktionen und Vertragsparteien zugrunde, die unter [[Vollkommene Information|vollkommener Informationseffizienz]] handeln und – ausgehend von hypothetischen Marktpreisen – den Fair value ermitteln.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Adolf Moxter]], &amp;#039;&amp;#039;Zur Klärung der Teilwertkonzeption&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Paul Kirchhof]]/[[Klaus Offerhaus]]/Horst Schöberle (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Steuerrecht/Verfassungsrecht/Finanzpolitik&amp;#039;&amp;#039;, 1994, S. 830; ISBN 978-3504060145&amp;lt;/ref&amp;gt; IFRS 13 unterstellt [[Risikoaversion|risikoaverse]] Marktteilnehmer, die für ein [[systematisches Risiko]] eine [[Risikoprämie]] verlangen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Kreditrisiko_im_IFRS_Abschluss/XSTRDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Unsystematisches+Risiko+Alphafaktor&amp;amp;pg=PA288&amp;amp;printsec=frontcover David Grünberger, &amp;#039;&amp;#039;Kreditrisiko im IFRS-Abschluss&amp;#039;&amp;#039;, 2013, S. 288]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Fair value soll als Marktwert einen objektiven, von vielen Marktteilnehmern durch [[Preisbildung]] ausgehandelten Marktpreis darstellen im Gegensatz zum [[Nutzwert]], der eher die Wertvorstellung eines einzelnen Marktteilnehmers repräsentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg-Markus Hitz, &amp;#039;&amp;#039;Fair Value&amp;#039;&amp;#039;, in: Bernhard Pellens/Nils Crasselt/Walther Busse von Colbe (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Lexikon des Rechnungswesens&amp;#039;&amp;#039;, 2011, S. 263 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da beim [[Umlaufvermögen]] in [[Jahresabschluss|Jahresabschlüssen]] nach HGB das [[Niederstwertprinzip#Arten|strenge Niederstwertprinzip]] gilt (was [[Zuschreibung (Rechnungswesen)|Werterhöhungen]] am [[Bilanzstichtag]] ausschließt), ist zwingend der niedrigere [[Buchwert]] anzusetzen ({{§|253|hgb|juris}} Abs. 4 HGB). Nach dem Fair value müssen in Deutschland lediglich [[kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaft]]en ({{§|315e|hgb|juris}} Abs. 1 HGB) und Kreditinstitute ({{§|340e|hgb|juris}} Abs. 3 Satz 1 HGB) bilanzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum &amp;#039;&amp;#039;fair value&amp;#039;&amp;#039; ist der &amp;#039;&amp;#039;[[Value in use]]&amp;#039;&amp;#039; ein subjektiver Bewertungsansatz, der den individuellen [[Nutzwert]] des Vermögensgegenstands für das bilanzierende Unternehmen widerspiegelt. Der Fair Value ist dagegen ein (tatsächlicher oder fingierter) objektiver [[Marktwert|Markt-]] bzw. [[Zeitwert]], bei dessen Ermittlung von spezifischen Gegebenheiten des Unternehmens zu abstrahieren und auf allgemeine Marktbedingungen abzustellen ist. Hierin unterscheidet sich der &amp;#039;&amp;#039;Fair Value&amp;#039;&amp;#039; vom (internen) &amp;#039;&amp;#039;Value in use&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Jörg-Markus Hitz: Stichwort &amp;#039;&amp;#039;Fair Value in der Rechnungslegung&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Betriebswirtschaft&amp;#039;&amp;#039;. 66. Jahrgang, 2006, S. 109–113.&lt;br /&gt;
* Mary E. Barth, Wayne R. Landsman: &amp;#039;&amp;#039;Fundamental Issues Relating to Using Fair Value Accounting for Financial Reporting&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Accounting Horizons&amp;#039;&amp;#039;. Vol. 9(4), 1995, S. 97–107. {{ISSN|1558-7975}}&lt;br /&gt;
* Hartmut Bieg, [[Reinhard Heyd]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Fair Value. Bewertung in Rechnungswesen, Controlling und Finanzwirtschaft&amp;#039;&amp;#039;. Vahlen, München 2005, ISBN 3-8006-3088-5.&lt;br /&gt;
* Kadel: &amp;#039;&amp;#039;Außerplanmäßige Abschreibung und Zeitwert in der deutschen und US-amerikanischen Handels- und Steuerbilanz – Eine rechtsvergleichende Untersuchung zur Berechtigung der Teilwertabschreibung im Steuerrecht&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://books.google.de/books?id=kgT7bQHr4ZMC&amp;amp;pg=PT60&amp;amp;lpg=PT60&amp;amp;dq=idw+aktiver+markt&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=hCuQW-nwFr&amp;amp;sig=K_NEqYRWReFVm0HpH2d2OWH6bKo&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=NVKNStSwF5WInQOPp5nsDQ&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result&amp;amp;resnum=6#v=onepage&amp;amp;q=idw%20aktiver%20markt&amp;amp;f=false Michael Jahke, Die bilanzielle Behandlung strukturierter Finanzinstrumente nach IFRS und HGB, 2009].&lt;br /&gt;
* [http://www.wiwi.uni-regensburg.de/scherrer/edu/opi/fairvalue.html Kurzinfos der Uni Regensburg zu Fair Value Rechnungslegung]&lt;br /&gt;
* [http://www.ifrs-portal.com Privates Infoportal]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4802015-1|LCCN=sh/94/002203}}&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bankwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bilanzrecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buchführung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechnungswesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Risikomanagement]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Risikomanagement (Bank)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Risikomanagement (Versicherung)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Englische Phrase]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Leonry</name></author>
	</entry>
</feed>