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	<title>FIS-Regeln - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Groupsixty: /* Deutschland */ sonst immer ohne Nr.</title>
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		<updated>2026-03-01T19:54:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Deutschland: &lt;/span&gt; sonst immer ohne Nr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;FIS-Regeln&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind allgemeine Verhaltensempfehlungen des Internationalen Ski-Verbandes [[Fédération Internationale de Ski|FIS]] für [[Skifahren|Skifahrer]] und [[Snowboarden|Snowboarder]]. Sie sind dafür da, Unfälle und gegenseitiges Gefährdungen zu vermeiden. Der oberste Grundsatz der FIS-Regeln lautet „Rücksicht“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die FIS-Regeln ==&lt;br /&gt;
=== 1. Rücksicht auf die anderen Skifahrer und Snowboarder ===&lt;br /&gt;
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet, schädigt oder ihn in der Ausübung seiner Tätigkeit einschränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2. Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise ===&lt;br /&gt;
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3. Wahl der Fahrspur ===&lt;br /&gt;
Der von hinten kommende Skifahrer oder Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 4. Überholen ===&lt;br /&gt;
Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 5. Einfahren und Anfahren ===&lt;br /&gt;
Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Skiabfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 6. Anhalten ===&lt;br /&gt;
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich freimachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 7. Aufstieg und Abstieg ===&lt;br /&gt;
Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 8. Beachten der Zeichen ===&lt;br /&gt;
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisierung beachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 9. Hilfeleistung ===&lt;br /&gt;
Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 10. Ausweispflicht ===&lt;br /&gt;
Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Auf ihrem Kongress im Mai 1967 in [[Beirut]] beschloss die FIS nicht nur die Übernahme des bisher von ihr unabhängig organisierten [[Alpiner Skiweltcup|Skiweltcups]], sondern auch zehn Verhaltensregeln für Skifahrer.&amp;lt;ref&amp;gt;fis-ski.com: {{Webarchiv |url=http://www.fis-ski.com/inside-fis/about/fis-structure/congress/article=beirut-1967.html |wayback=20141123163731 |text=&amp;#039;&amp;#039;Congress Information: 26th Beirut (LIB) 1967&amp;#039;&amp;#039; }} (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Drei Jahre zuvor waren in Deutschland von [[Rudolf Nirk]] aus dem allgemeinen Verhaltensgrundsatz, andere nicht schuldhaft zu schädigen oder zu gefährden, sowie aus bereits erfolgten Gerichtsentscheidungen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [[Willy Padrutt]]: &amp;#039;&amp;#039;Probleme des Skirechts aus schweizerischer Sicht.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Friedrich-Christian Schroeder]], Hans Kauffmann, &amp;#039;&amp;#039;Sport und Recht&amp;#039;&amp;#039;, Walter de Gruyter 1972, ISBN 3-11-089020-8, S. 102 ff. ([http://books.google.de/books?id=C49LBD65-3QC&amp;amp;pg=PA102 Google-Buchvorschau]).&amp;lt;/ref&amp;gt; sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Eigenregeln des Skilaufens&amp;#039;&amp;#039; entwickelt worden, von denen wesentliche Inhalte in die FIS-Regeln übernommen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jurion&amp;quot;&amp;gt;Urteil des [[Bundesgerichtshof|BGH]] vom 11. Januar 1972, jurion.de: {{Webarchiv|url=https://www.jurion.de/Urteile/BGH/1972-01-11/VI-ZR-187_70 |wayback=20141220111713 |text=Az. VI ZR 187/70 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Österreich wurde 1970 vom Vorläufer des heutigen &amp;#039;&amp;#039;Kuratoriums für alpine Sicherheit&amp;#039;&amp;#039; der Entwurf für eine Pistenordnung (POE) veröffentlicht, der als Grundlage für [[Landesgesetz]]e dienen sollte und in Bezug auf das Verhalten der Skifahrer inhaltsgleiche Bestimmungen enthielt wie die FIS-Regeln und nur für Skipisten formuliert war.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.alpinesicherheit.at/de/Pisten-Ordnungs-Entwurf/ &amp;#039;&amp;#039;Pisten-Ordnungs-Entwurf (POE)&amp;#039;&amp;#039;] auf alpinesicherheit.at, abgerufen am 3. Februar 2017.&amp;lt;!-- Archivlink https://archive.today/20141107010048/http://www.alpinesicherheit.at/de/Pisten-Ordnungs-Entwurf/ --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Derartige Gesetze wurden allerdings nie beschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kaltenegger&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmals geändert wurden die Regeln im Jahr 1990: Es wurde in Bezug auf „Vorfahrt“ nur noch zwischen stehenden und fahrenden Pistenbenutzern unterschieden, unabhängig von deren Bewegungsrichtung. Regel 5 lautete zuvor „Pflichten des unteren und des querenden Skifahrers: Wer in eine Abfahrtsstrecke einfahren oder ein Skigelände queren (traversieren) will…“.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert u.&amp;amp;nbsp;a. in [http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;amp;type=show_document&amp;amp;page=1&amp;amp;from_date=&amp;amp;to_date=&amp;amp;from_year=1954&amp;amp;to_year=2014&amp;amp;sort=relevance&amp;amp;insertion_date=&amp;amp;from_date_push=&amp;amp;top_subcollection_clir=bge&amp;amp;query_words=&amp;amp;part=all&amp;amp;de_fr=&amp;amp;de_it=&amp;amp;fr_de=&amp;amp;fr_it=&amp;amp;it_de=&amp;amp;it_fr=&amp;amp;orig=&amp;amp;translation=&amp;amp;rank=0&amp;amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F106-IV-350%3Ade&amp;amp;number_of_ranks=0&amp;amp;azaclir=clir#idp321776 BGE 106 IV 350 vom 24. Oktober 1980, S. 352.], [[Oberster Gerichtshof (Österreich)|OGH]] vom 1. Juli 1987, [https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Justiz&amp;amp;Dokumentnummer=JJT_19870701_OGH0002_0030OB00526_8700000_000 Geschäftszahl 3Ob526/87]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.saalbach.com/de/winter/skicircus/gut-zu-wissenskibus/fis-pistenregeln.html |titel=FIS Pistenregeln |titelerg=Die 10 Verhaltensregeln für Skifahrer &amp;amp; Snowboarder |hrsg=Tourismusverband Saalbach Hinterglemm |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160330044610/http://www.saalbach.com/de/winter/skicircus/gut-zu-wissenskibus/fis-pistenregeln.html |archiv-datum=2016-03-30 |abruf=2019-10-08 |kommentar= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;bayern.de: {{Webarchiv |url=http://www.stmuv.bayern.de/umwelt/naturschutz/unterwegs/freizeit/doc/fis_ski.pdf |wayback=20141104045335 |text=&amp;#039;&amp;#039;FIS-Verhaltensregeln für Skifahrer mit Kommentaren, Fassung 1990&amp;#039;&amp;#039; |format=PDF; 62&amp;amp;nbsp;KB }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die zweite und bisher die letzte Änderung erfolgte im Jahr 2002 auf dem Kongress in [[Portoroz]]; dabei wurden sowohl Snowboarder in den Text aufgenommen als auch die Passage „hangaufwärts schwingen oder fahren“ in Regel 5 eingefügt, um den neuen Möglichkeiten des [[Carving]] Rechnung zu tragen.&amp;lt;ref&amp;gt;fis-ski.com: {{Webarchiv |url=http://www.fis-ski.com/inside-fis/about/fis-structure/congress/article=portoroz-2002.html |wayback=20141123163957 |text=&amp;#039;&amp;#039;Congress Information: 43rd Portoroz (SLO) 2002&amp;#039;&amp;#039; }} (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtliches ==&lt;br /&gt;
=== Haftpflicht ===&lt;br /&gt;
==== Europäische Union ====&lt;br /&gt;
In allen [[Europäische Union|EU]]-Ländern außer [[Dänemark]] gilt die [[Internationales Privatrecht (Europäische Union)#Rom-II-Verordnung|Verordnung 864/2007 (Rom II)]] für außervertragliche [[Schuldverhältnis]]se, nach deren Artikel 17 „bei der Beurteilung des Verhaltens der Person, deren &amp;amp;#91;[[privatrecht]]liche&amp;amp;#93; [[Haftpflicht|Haftung]] geltend gemacht wird, […] faktisch und soweit angemessen die Sicherheits- und Verhaltensregeln zu berücksichtigen [sind], die an dem Ort und zu dem Zeitpunkt des haftungsbegründenden Ereignisses in Kraft sind“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{EU-Verordnung|2007|864|format=PDF}} vom 11. Juli 2007 über das auf außervertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht („Rom II“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Deutschland ====&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Skifahrer hat sich auf befahrenen Abfahrten grundsätzlich so zu verhalten, daß er keinen anderen gefährdet oder schädigt.|[[Bundesgerichtshof]] 1972, Amtlicher [[Leitsatz]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;jurion&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;sinngemäß ebenso das OLG München bereits vor Verabschiedung der FIS-Regeln in seinem Urteil vom 14. Juli 1966 (Az. 14 U 396/66).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verhaltensregeln der FIS gelten als Konkretisierung der allgemeinen [[Sorgfalt]]spflicht bei der sogenannten &amp;#039;&amp;#039;parallelen Sportausübung&amp;#039;&amp;#039; (d.&amp;amp;nbsp;h. insbesondere ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gert Brüggemeier]]: &amp;#039;&amp;#039;Haftungsrecht: Struktur, Prinzipien, Schutzbereich&amp;#039;&amp;#039;, Springer-Verlag, 2006, ISBN 3-540-29911-4, S. 242 ([http://books.google.de/books?id=CZIfBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA242 Google-Buchvorschau])&amp;lt;/ref&amp;gt; nicht nur für Skifahrer und Snowboarder, sondern „für den Gebrauch aller Wintersportgeräte, die durch ihre Gleiteigenschaft eine Abfahrt ermöglichen“,&amp;lt;ref&amp;gt;OLG München, Urteil vom 8. November 1991, Az. 14 U 102/91, SpuRt 1994, 35 [http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=SpuRt%201994,%2035]&amp;lt;/ref&amp;gt; also auch für Benutzer von [[Skibob]]s, beim [[Rodeln]] usw. Bei Unfällen sind die am Unfallort geltenden Verhaltensregeln zu beachten, ungeachtet der Frage, welches Haftungsrecht Anwendung findet (stoßen z.&amp;amp;nbsp;B. zwei deutsche Skiläufer in Österreich zusammen, gilt zwar deutsches Haftungsrecht, jedoch sind die örtlichen Unfallregeln – in Österreich also ebenfalls die FIS-Regeln – heranzuziehen).&amp;lt;ref&amp;gt;Oberlandesgericht Düsseldorf, Urteil vom 19.04.1996 &amp;#039;&amp;#039;-&amp;#039;&amp;#039; {{Rspr|22 U 259/95}}, OLG Koblenz, Beschluss vom 2. März 2011, Az. {{Rspr|5 U 1273/10}}, [[BeckRS]] 2011, 06548 = Bericht in [[NJW]]-Spezial 09/2011, 266.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Regel 3 hat der vorausfahrende Skifahrer uneingeschränkt Vorrang, wohingegen der hinterherfahrende Skifahrer ausreichenden Abstand einhalten muss. Der von oben kommende Skifahrer muss in vorausschauender Weise mit allen Fahrbewegungen des unten Fahrenden rechnen (weite Schwünge, Schrägfahrten, Bögen mit großem Radius sowie jederzeitigen Richtungswechsel). Insbesondere darf der von hinten Kommende nicht darauf vertrauen, dass der Vorausfahrende seine kontrollierte Fahrweise in einem bestimmten Bereich beibehält. Demgegenüber muss sich der Vorausfahrende „nicht hangwärts nach oben und schon gar nicht nach hinten orientieren“, sondern hat nur die Pflicht zur Beachtung der in seinem Gesichtsfeld liegenden Vorgänge.&amp;lt;ref&amp;gt;Oberlandesgericht Brandenburg, Urteil vom 16. April 2008, Az. [http://www.gerichtsentscheidungen.berlin-brandenburg.de/jportal/portal/t/279b/bs/10/page/sammlung.psml?pid=Dokumentanzeige&amp;amp;showdoccase=1&amp;amp;js_peid=Trefferliste&amp;amp;documentnumber=1&amp;amp;numberofresults=1&amp;amp;fromdoctodoc=yes&amp;amp;doc.id=JURE080007528&amp;amp;doc.part=L&amp;amp;doc.price=0.0#focuspoint 7 U 200/07].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mitverschulden wegen Verstoßes gegen die FIS-Regel 5 kommt auch dann nicht in Betracht, wenn der unten Fahrende sich nur langsam unter „äußerst geringfügiger“ Ausnutzung von Hangneigung und Schwerkraft bewegt, da er noch fährt und deshalb nach der FIS-Regel 3 Vorrang vor den von oben kommenden Skifahrern hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%202001,%201537 OLG Hamm, Urteil vom 17. Mai 2001, Az. 27 U 209/00, NJW-RR 2001, 1537]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ein Unfall zwischen zwei Skikursteilnehmern führt nicht zu einer Haftungsprivilegierung des von oben kommenden Fahrers und entbindet ihn nicht von seinen Sorgfaltspflichten. Dass ihn der Skilehrer zum Losfahren aufgefordert haben will, ändert an seiner persönlichen Sorgfaltspflicht ebenfalls nichts.&amp;lt;ref&amp;gt;OLG München, Urteil vom 19. Januar 2011, Az. 20 U 4661/10 = [[BeckRS]] 2011, 01862 = Bericht in NJW-Spezial 04/2011, 107 [http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20M%FCnchen&amp;amp;Datum=19.01.2011&amp;amp;Aktenzeichen=20%20U%204661/10]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der deutschen Rechtsprechung ist somit von folgenden Grundsätzen auszugehen: Beachtet ein Skifahrer die FIS-Regeln, ist sein Verhalten im Regelfall nicht pflichtwidrig.&amp;lt;ref&amp;gt;Bericht in NJW-Spezial 04/2011, 107&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bezüglich der Sorgfaltspflichten und Haftungsregeln vgl. auch die Übersicht bei: Otto [[Grüneberg (Gesetzeskommentar)|Palandt]] (Begr.) - Sprau: &amp;#039;&amp;#039;Bürgerliches Gesetzbuch. Kommentar mit Nebengesetzen.&amp;#039;&amp;#039; 70. Auflage. München 2011, ISBN 978-3-406-61000-4, § 823 BGB, Rn.211 ff.: Skisport&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als beim [[Auffahrunfall]] gibt es wegen der vielen möglichen Situationen und Fahrweisen auf der Piste keinen [[Anscheinsbeweis]], wenn der Hergang eines Zusammenstoßes nicht geklärt werden kann. Der Geschädigte muss in diesem Fall ein Verschulden des Gegners beweisen, wenn er [[Schadensersatz]] fordert.&amp;lt;ref&amp;gt;OLG Schleswig-Holstein, Urteil vom 28. August 2012, Az. [http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=11%20U%2010/12 11 U 10/12]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ist dagegen eindeutig, wer der von hinten kommende Unfallbeteiligte war, dann wird von einem typischen Geschehensablauf –&amp;amp;nbsp;Verstoß gegen FIS-Regel&amp;amp;nbsp;3&amp;amp;nbsp;– ausgegangen, der durch &amp;#039;&amp;#039;Beweis des Gegenteils&amp;#039;&amp;#039; widerlegt werden muss, um ein Verschulden des Auffahrenden auszuschließen.&amp;lt;ref&amp;gt;LG Ravensburg, Urteil vom 22. März 2007, Az. [http://lrbw.juris.de/cgi-bin/laender_rechtsprechung/document.py?Gericht=bw&amp;amp;nr=8655 2 O 392/06], LG Köln, Urteil vom 15. August 2017 [https://www.juris.de/jportal/portal/page/homerl.psml?nid=jnachr-JUNA171105873&amp;amp;cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fnachrichten%2Fzeigenachricht.jsp 30 O 53/17].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Österreich ====&lt;br /&gt;
Auch nach österreichischem Recht handelt es sich bei den FIS-Regeln weder um [[Rechtsnorm]]en noch um gewohnheitsrechtliche Bestimmungen. Ihnen kommt aber als Zusammenfassung der Sorgfaltspflichten, die bei der Ausübung des alpinen Schisportes im Interesse aller Beteiligten zu beachten sind, und bei der Anwendung des allgemeinen Grundsatzes, dass sich jeder so verhalten muss, dass er keinen anderen gefährdet, erhebliche Bedeutung zu.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Justiz&amp;amp;Dokumentnummer=JJR_19820616_OGH0002_0010OB00639_8200000_001 RIS-Justiz RS0023793]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Vorsichtsgebot beim Hangaufwärtsschwingen in Regel 5 gilt auch im Bereich von Pistenkreuzungen. So bekam ein Skifahrer, der an der Einmündung einer [[Skiroute]] in eine Piste aufwärts [[Carving|gecarvt]] war, die Alleinschuld für einen Zusammenstoß zugesprochen, denn er habe bei „eher untypische[n] Fahrlinien […] besondere Aufmerksamkeit aufzuwenden“ und erkennen können, dass er für die Klägerin nicht wahrnehmbar war.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Oberster Gerichtshof (Österreich)|OGH]] vom 22. November 2005, [https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Justiz&amp;amp;Dokumentnummer=JJT_20051122_OGH0002_0010OB00219_05W0000_000 Geschäftszahl 1Ob219/05w]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schweiz ====&lt;br /&gt;
Wie in Deutschland und Österreich sind auch in der Schweiz die FIS-Regeln keine Rechtsnormen, sondern Verhaltensregeln, die „als Massstab für die im Skisport üblicherweise zu beachtende Sorgfalt“ herangezogen werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;amp;type=show_document&amp;amp;page=1&amp;amp;from_date=&amp;amp;to_date=&amp;amp;from_year=1954&amp;amp;to_year=2014&amp;amp;sort=relevance&amp;amp;insertion_date=&amp;amp;from_date_push=&amp;amp;top_subcollection_clir=bge&amp;amp;query_words=&amp;amp;part=all&amp;amp;de_fr=&amp;amp;de_it=&amp;amp;fr_de=&amp;amp;fr_it=&amp;amp;it_de=&amp;amp;it_fr=&amp;amp;orig=&amp;amp;translation=&amp;amp;rank=0&amp;amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F106-IV-350%3Ade&amp;amp;number_of_ranks=0&amp;amp;azaclir=clir#page352 BGE 106 IV 350, S. 352.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Als weitere Orientierung gelten die &amp;#039;&amp;#039;Richtlinien für Skifahrer und Snowboarder&amp;#039;&amp;#039; der &amp;#039;&amp;#039;Schweizerischen Kommission für Unfallverhütung auf Schneesportabfahrten&amp;#039;&amp;#039; (SKUS).&amp;lt;ref name=&amp;quot;kaltenegger&amp;quot;&amp;gt;Armin Kaltenegger, Karin Schöllnast: {{Webarchiv |url=http://www.kfv.at/fileadmin/webcontent/Publikationen/Fachartikel/ZVR/2007/ZVR-022007.pdf |wayback=20141107045400 |text=&amp;#039;&amp;#039;Pistenregeln - Ein Überblick&amp;#039;&amp;#039; |format=PDF; 180&amp;amp;nbsp;KB, S.&amp;amp;nbsp;47&amp;amp;nbsp;ff }}, Zeitschrift für Verkehrsrecht 2007/02.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Beratungsstelle für Unfallverhütung|bfu]]: {{Webarchiv |url=http://www.bfu.ch/sites/assets/Shop/bfu_3.002.01_Skifahren%20und%20Snowboarden%20%E2%80%93%20Mit%20Vergn%C3%BCgen%20auf%20der%20Piste.pdf |wayback=20141107033139 |text=&amp;#039;&amp;#039;Skifahren und Snowboarden&amp;#039;&amp;#039; |format=PDF; 868&amp;amp;nbsp;KB }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese forderten in früheren Ausgaben von Snowboardern noch ausdrücklich einen „[[Schulterblick]]“ insbesondere vor &amp;#039;&amp;#039;backside turns&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;ocvs.ch: {{Webarchiv |url=http://www.ocvs.ch/data/download/Objets/Id_232_SKUSWeisungenDE_de.pdf |wayback=20120617173934 |text=&amp;#039;&amp;#039;Richtlinien für Skifahrer und Snowboarder&amp;#039;&amp;#039; |format=PDF; 687&amp;amp;nbsp;KB }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;jugendundsport.ch: {{Webarchiv |url=http://www.jugendundsport.ch/internet/js/de/home/aktuell/broschuere_sicherheit.parsys.23094.downloadList.17804.DownloadFile.tmp/2007sicherheitscreen.pdf |wayback=20141112035232 |text=&amp;#039;&amp;#039;Sicherheit und Umwelt im Schneesport&amp;#039;&amp;#039; |format=PDF; 1,07&amp;amp;nbsp;MB }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Italien ====&lt;br /&gt;
Mit dem &amp;#039;&amp;#039;Landesgesetz vom 26. Februar 1981, Nr. 6&amp;#039;&amp;#039; beschloss die [[Autonome Provinz Bozen-Südtirol]] erstmals eine Pistenordnung, die durch das &amp;#039;&amp;#039;Landesgesetz vom 23. November 2010, Nr. 14&amp;#039;&amp;#039; über die Ordnung der [[Skigebiet]]e ersetzt wurde und in Art. 17ff. im Wesentlichen die FIS-Regeln, aber auch weitere bzw. zum Teil abweichende Vorschriften enthält (so z.&amp;amp;nbsp;B. eine &amp;#039;&amp;#039;rechts vor links&amp;#039;&amp;#039;-Regel an Kreuzungen und den Vorrang von [[Pistenfahrzeug]]en).&amp;lt;ref&amp;gt;provinz.bz.it: {{Webarchiv | url=http://lexbrowser.provinz.bz.it/doc/de/lp-2010-14/landesgesetz_vom_23_november_2010_nr_14.aspx?view=1 | wayback=20141107082107 | text=&amp;#039;&amp;#039;Landesgesetz vom 23. November 2010 – Ordnung der Skigebiete&amp;#039;&amp;#039; }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit dem &amp;#039;&amp;#039;Gesetz vom 24. Dezember 2003, Nr. 363&amp;#039;&amp;#039; beschloss der Staat dann eine in der ganzen [[Italien|Republik Italien]] geltende [[Rechtsnorm]]. Wie im Südtiroler Landesgesetz gibt es eine &amp;#039;&amp;#039;rechts vor links&amp;#039;&amp;#039;-Regel an Kreuzungen und keine konkreten Bestimmungen für das Losfahren nach dem Anhalten und das Hangaufwärtsschwingen. Bemerkenswert ist auch die Annahme eines gleichen Mitverschuldens aller Beteiligten an einem Zusammenstoß bis zum Beweis des Gegenteils.&amp;lt;ref&amp;gt;provinz.bz.it: {{Webarchiv |url=http://www.provinz.bz.it/anwaltschaft/download/G_2003-363_Skipistengesetz.pdf |wayback=20140207103021 |text=&amp;#039;&amp;#039;Sicherheitsbestimmungen für die Ausübung von Abfahrtswintersportarten und des Skilanglaufs&amp;#039;&amp;#039; |format=PDF; 97&amp;amp;nbsp;KB, italienisch / deutsch }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Frankreich ====&lt;br /&gt;
In [[Frankreich]] haben die FIS-Regeln ebenfalls nicht den Status eines Gesetzes, werden jedoch bei zivilrechtlichen Verfahren häufig zitiert, um die Verpflichtung zu Vorsicht und Sorgfalt bzw. deren Nichtbeachtung genauer zu begründen. Eine Besonderheit im französischen [[Privatrecht]] ist die [[Schuldrecht (Frankreich)#Verschuldensunabhängige Sachhalterhaftung|verschuldensunabhängige Sachhalterhaftung]] nach Art. 1384 Abs. 1 [[Code civil]], die auch auf [[Sportgerät]]e angewendet werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Michel Bailly: &amp;#039;&amp;#039;Von einzelnen Skirechten zum einheitlichen Skirecht.&amp;#039;&amp;#039; Vortrag auf dem Europäischen Skirechtsforum in [[Bormio]] am 2.–4. Dezember 2005 ({{Webarchiv |url=http://bormioforumneve.eu/3_Report/D/RA%20Michel%20BAILLY.pdf |text=I. EUROPÄISCHES SKIRECHTSFORUM RA Michel BAILLY |archive-is=20141107010253}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Skigebieten haben die FIS-Regeln bzw. wesentliche ihrer Bestimmungen durch Gemeindeverordnung direkte Rechtskraft.&amp;lt;ref&amp;gt;z.&amp;amp;nbsp;B. in [[Tignes]]; tignes.net: {{Webarchiv |url=http://www.tignes.net/data/template_entetecontenu/6497-securite-prevention.pdf |wayback=20141112030708 |text=&amp;#039;&amp;#039;Arrêtê Municipal relatif à la Sécurité sur les Pistes de Ski et sur les Espaces réservés aux Praktiques d&amp;#039;activités de Glisse&amp;#039;&amp;#039; |format=PDF; 78&amp;amp;nbsp;KB, französisch }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spanien ====&lt;br /&gt;
Auch in Spanien gibt es kein spezielles „Skigesetz“; Urteile ergehen anhand der allgemeinen Vorschriften im [[Código Civil (Spanien)|Código Civil]] zum [[Schadensersatz]]. Ein solcher wurde bei Skikollisionen zugesprochen, wenn die Verhaltensweise „gegen die Regeln der Vorsicht“ verstoßen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Ignacio Arroyo Martinez: &amp;#039;&amp;#039;Spanien - Gesetzgebung, Rechtsprechung und Literatur über das Skisportrecht.&amp;#039;&amp;#039; Vortrag auf dem Europäischen Skirechtsforum in Bormio am 2.–4. Dezember 2005 ({{Webarchiv |url=http://www.bormioforumneve.eu/3_Report/D/Mr.%20IGNACIO%20ARROYO%20MARTINEZ.pdf |wayback=20111215210534 |text=Gesetzgebung, Rechtsprechung und Literatur über das Skisportrecht (mit besonderem Bezug auf die Haftung für Skiunfälle)}})&amp;lt;/ref&amp;gt; Die &amp;#039;&amp;#039;Guía Cívica del Esquiador&amp;#039;&amp;#039; der [[Katalonien|katalanischen]] Bergbahnenverbandes ACEM orientiert sich stark an den FIS-Regeln.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://catneu.cat/wp/guia-civica/ |text=&amp;#039;&amp;#039;Contingut de la Guia Cívica de l’esquiador&amp;#039;&amp;#039; |archive-is=20141107010058}} auf catneu.cat, (katalanisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- == AGB ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Strafrecht und Ordnungswidrigkeiten ==&lt;br /&gt;
=== Tötungsdelikte und Körperverletzung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gefährdungsdelikte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterlassene Hilfeleistung bzw. Imstichlassen eines Verletzten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://assets.fis-ski.com/image/upload/v1585812658/fis-prod/assets/10_fis_rules_for_conduct_and_environment_02.08.2016_gender_neutral_31032020.pdf Verhaltensregeln für Skifahrer und Snowboarder, Verhaltensregeln für Langläufer, Sicherheitsvorschriften in Wintersportorten] auf der Webseite der FIS (PDF; 200&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [http://www.nsaa.org/safety-programs/responsibility-code/ Your Responsibility Code] auf der Webseite der National Ski Areas Association ([[Vereinigte Staaten|USA]])&lt;br /&gt;
* Heermann, Peter W. / Götze, Stephan: [http://sportrecht.org/cms/upload/03haftungsrecht/Heermann-Goetze-FIS-Regeln.pdf Modifizierte Anwendung der FIS-Regeln infolge technischer und räumlicher Neuerungen im Wintersport], erweiterte Fassung des in der [[NJW]] 2003, S. 2353 ff. veröffentlichten Aufsatzes (PDF)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Fisregeln}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schneesport]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sportrecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fédération Internationale de Ski]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Groupsixty</name></author>
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