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	<title>Fürstentum Calenberg - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T18:26:07Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=F%C3%BCrstentum_Calenberg&amp;diff=376142&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bernd Schwabe in Hannover: {{Commonscat|Principality of Calenberg}}</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=F%C3%BCrstentum_Calenberg&amp;diff=376142&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-01-22T19:32:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;{{Commonscat|Principality of Calenberg}}&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Territorium im Heiligen Römischen Reich&lt;br /&gt;
|Karte Reichskreis = &lt;br /&gt;
|Alternativnamen = &lt;br /&gt;
|Vorläufer = [[Herzogtum Braunschweig-Lüneburg]]&lt;br /&gt;
|Regierungsform = &lt;br /&gt;
|Staatsoberhaupt =&lt;br /&gt;
|Region-ISO = &lt;br /&gt;
|Reichstag =1 [[Virilstimme]] auf der weltlichen Bank im Reichsfürstenrat&lt;br /&gt;
|Reichsmatrikel = &lt;br /&gt;
|Reichskreis =[[Niedersächsischer Reichskreis|Niedersächsisch]] &lt;br /&gt;
|Kreistag =&lt;br /&gt;
|Hauptstädte/Residenzen = [[Burg Calenberg]], [[Hannover]]&lt;br /&gt;
|Dynastien =[[Welfen]]&lt;br /&gt;
|Konfession/Religion = [[römisch-katholisch]] bis 1540, dann [[lutherisch]]&lt;br /&gt;
|Sprache/n = [[Deutsche Sprache|Deutsch]], [[Niederdeutsch]]&lt;br /&gt;
|Fläche = &lt;br /&gt;
|Einwohner = &lt;br /&gt;
|Währung = &lt;br /&gt;
|Nachfolger =1692 an das [[Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg]] (Kurhannover)&lt;br /&gt;
|Siehe auch = &lt;br /&gt;
|Karte =&lt;br /&gt;
|Lage =&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fürstentum Calenberg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein im 15. Jahrhundert entstandenes [[Welfen|welfisches]] Teilfürstentum im [[Herzogtum Braunschweig-Lüneburg]]. Es galt als Kernland des späteren [[Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg|Kurfürstentums Hannover]] und wurde deshalb auch als „Kernlande Hannover“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Territorium ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wappen der Calenberg-Grubenhagenschen Landschaft.jpg|miniatur|links|Wappen der [[Calenberg-Grubenhagensche Landschaft|Calenberg-Grubenhagenschen Landschaft]], der Vertretung der [[Landstände]] des Fürstentums Calenberg-Grubenhagen-Göttingen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Erich I. (Braunschweig-Calenberg-Göttingen)|Erich I.]] bei einer Erbteilung 1495 das Fürstentum Calenberg wählte, bezeichnete er es als „das Land zwischen [[Leine (Aller)|Leine]] und [[Deister]]“. Diese geografische Bezeichnung war jedoch nie völlig korrekt. Tatsächlich erstreckte sich das Fürstentum westlich der Leine von Schulenburg bis nach [[Neustadt am Rübenberge|Neustadt/Rübenberge]] im Norden und damit wesentlich weiter nach Norden als die Ausläufer des Deisters. Nach Südwesten erstreckte sich das Territorium bis nach [[Hameln]] an die [[Weser]] und damit weit über den Deister hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt [[Hannover]] war, auch wenn formell keine [[Freie Reichsstadt]], im Spätmittelalter weitgehend unabhängig von der welfischen Landesherrschaft. Erst als der im Dreißigjährigen Krieg als Feldherr erfolgreiche [[Georg (Braunschweig-Calenberg)|Georg von Calenberg]] die Stadt 1636 zu seiner Residenz wählte, konnte auch Hannover als Teil des Fürstentums Calenberg angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die seit 1463 bestehende Verbindung der Fürstentümer Calenberg und [[Fürstentum Göttingen|Göttingen]] wurde auch das Fürstentum Göttingen teilweise als Calenberg bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Sprachgebrauch wird die Bezeichnung [[Calenberger Land]] meist nur noch für die Gegend zwischen Hannover und dem Deister verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Anfänge und Gründung der Burg Calenberg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Calenberg 1.JPG|miniatur|Reste der [[Burg Calenberg]], hier Batterieturm am Haupteingang]]&lt;br /&gt;
Ursprünglich gehörte das Territorium zum [[Stammesherzogtum Sachsen|Herzogtum Sachsen]]. Nachdem über den [[Welfen]] [[Heinrich der Löwe|Heinrich den Löwen]] im Jahre 1180 die [[Reichsacht]] verhängt worden war, verlor er seine Titel als Herzog von Sachsen und Bayern. Heinrichs Enkel [[Otto I. (Braunschweig)|Otto das Kind]] konnte zwar im Zuge der staufisch-welfischen Aussöhnung 1235 wieder in den Fürstenstand aufrücken und erhielt den in den Kämpfen behaupteten [[Allod]]ialbesitz der Familie im Raum zwischen [[Lüneburg]] und [[Braunschweig]] als eigenständiges [[Herzogtum Braunschweig-Lüneburg]]. Im Gebiet westlich von Hannover hatten die Welfen aber nur wenig Allodialbesitz und so war das Gebiet zwischen dem Welfenhaus und den Bischöfen von [[Hochstift Hildesheim|Hildesheim]] und [[Hochstift Minden|Minden]] umstritten. Es wurde größtenteils von Grafengeschlechtern, wie den Grafen von [[Grafschaft Wölpe|Wölpe]] im Nordwesten, den Grafen von [[Grafschaft Hallermund|Hallermund]] im Südwesten und den [[Grafen von Roden]] im Westen und in Hannover, beherrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1292 unterwarf Herzog [[Otto II. (Braunschweig-Lüneburg)|Otto der Strenge]] aus der [[Fürstentum Lüneburg|Lüneburger Linie]] der Welfen das Gebiet. Zuvor hatte er dem Bischof von Hildesheim nachgegeben und die Stadt Hannover von ihm zum Lehen genommen. Das Lehensverhältnis schüttelte er ab und gründete im Gegenzug die [[Burg Calenberg]] 13 km westlich vor [[Hildesheim]], um die Macht des Bischofs von Hildesheim im Raum Hannover zurückzudrängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwaltungsmäßig wurde dieses Gebiet zunächst noch &amp;#039;&amp;#039;Vogtei Lauenrode&amp;#039;&amp;#039; genannt, nach der [[Burg Lauenrode]] vor den Toren der Stadt Hannover, von der aus die Welfen das Land regierten. Mit dem Aussterben der Lüneburger Linie der Welfen kam es zum [[Lüneburger Erbfolgekrieg]], (1371–88) in dessen Verlauf die Burg Lauenrode von den hannoverschen Bürgern erstürmt und zerstört wurde. Die Vogtei wurde nun verlegt und kam auf die Burg Calenberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Welfische Erbteilungen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Calenberg (Merian).jpg|mini|hochkant=2|[[Burg Calenberg]] im Jahr 1654 als [[Kupferstich]] von [[Caspar Merian]] nach [[Conrad Buno]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die welfischen Herzöge vererbten ihre Gebiete nicht nach dem Erstgeburtsrecht und so kam es im Spätmittelalter zu zahlreichen welfischen Erbteilungen, die zu einer großen Zersplitterung des welfischen Territoriums führten. Die Vogtei Calenberg kam 1400 an die Wolfenbütteler Linie der Welfen. Diese konnten 1408 und 1409 auch die Grafschaft [[Everstein (Adelsgeschlecht)|Everstein]] und die Herrschaft [[Edelherren von Homburg|Homburg]] nach dem Aussterben ihrer Herren erwerben. Diese wurden der Vogtei Calenberg zugeschlagen. Bei einer weiteren welfischen Erbteilung – der neunten nach der Zählung von Gudrun Pischke – teilten die Braunschweiger Herzöge [[Wilhelm I. (Braunschweig-Wolfenbüttel)|Wilhelm d. Ä.]] und [[Heinrich II. (Braunschweig)|Heinrich]], die bis dahin gemeinsam in Wolfenbüttel regiert hatten, 1432 das Gebiet erneut auf. Während Heinrich das Wolfenbüttler Land erhielt, wurde Wilhelm mit dem neugebildeten Fürstentum Calenberg abgefunden. Die Herrschaft, die Wilhelm damals erhalten hatte, hatte noch keinen Namen. Sie bestand aus den ehemals zum [[Fürstentum Lüneburg]] gehörenden Rechten zwischen Deister und Leine, sowie der ehemaligen [[Grafschaft Wölpe]], der Herrschaft [[Grafschaft Hallermund|Hallermunt]] sowie den Herrschaften Homburg und Everstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die welfischen Fürsten alle den Titel Herzog zu Braunschweig und Lüneburg führten und die von ihnen regierten Gebiete Teilfürstentümer des [[Herzogtum Braunschweig-Lüneburg|Herzogtums Braunschweig-Lüneburg]] waren, wurden die von ihnen regierten Länder nach der wichtigsten Burg oder Stadt benannt. Wilhelm wohnte häufig auf der Burg Calenberg und ließ von hier aus das Territorium verwalten. Vermutlich ist deswegen der Name Fürstentum Calenberg in dieser Zeit entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenführung mit Göttingen ===&lt;br /&gt;
Es gelang Wilhelm 1442 bzw. endgültig 1463, auch die Herrschaft über das [[Fürstentum Göttingen]] wahrzunehmen. Auch wenn die Zusammenlegung mit Calenberg eigentlich zunächst nur zufällig war, so hatte sie doch Bestand. Um die beiden räumlich durch die Ausläufer der Mittelgebirge im Leinetal getrennten Gebiete zu unterscheiden, nannte man das nördlich gelegene Calenberg nun meist „Unterwald“, während die Göttinger Region „Oberwald“ genannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1473 erbte Wilhelm von seinem söhnelosen Bruder auch das Fürstentum Wolfenbüttel, trat aber die Herrschaft über Calenberg an seine Söhne [[Wilhelm II. (Braunschweig-Calenberg-Göttingen)|Wilhelm d. J.]] und [[Friedrich III. (Braunschweig-Calenberg-Göttingen)|Friedrich]], genannt „der Unruhige“ oder „Turbulentus“, ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Wilhelms I. 1482 übernahmen beide Söhne gemeinsam die Regentschaft. In einem Vertrag vom 1. August 1483 teilten sie aber die Nutzungsrechte (sogenannte [[Mutschierung]]). Der jüngere Sohn Friedrich der Unruhige erhielt die Nutzungsrechte für Calenberg und Göttingen; sein Bruder [[Wilhelm II. (Braunschweig-Calenberg-Göttingen)|Wilhelm II.]] erhielt das Nutzungsrecht für Wolfenbüttel. Wilhelm setzte seinen Bruder Friedrich 1484/85 ab und erklärte ihn für geisteskrank. Die Gründe für die Absetzung sind umstritten; möglicherweise drohte Friedrich durch seine Teilnahme an vielen kriegerischen Auseinandersetzungen eine Gefahr für die welfische Herrschaft in Calenberg und Göttingen zu werden. Es gelang Wilhelm II. – wenn auch nur kurzfristig – das gesamte Gebiet der Teilfürstentümer Calenberg, Braunschweig-Göttingen und [[Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel|Braunschweig-Wolfenbüttel]] wieder zu vereinigen. Nach Friedrichs Tod im Jahre 1495 nahm Wilhelm eine abermalige Teilung über das Land vor und überließ seinem älteren Sohn [[Heinrich II. (Braunschweig-Wolfenbüttel)|Heinrich]] das [[Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unter Erich I., Elisabeth und Erich II. ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Portraits of Duke Erik I of Brunswick-Calenberg and Duchess Elisabet, Princess of Brandenburg - Nationalmuseum - 15276.tif|miniatur|rechts|Erich I. mit seiner zweiten Frau [[Elisabeth von Brandenburg (1510–1558)|Elisabeth]] ca. 1530]]&lt;br /&gt;
Der jüngere Sohn [[Erich I. (Braunschweig-Calenberg-Göttingen)|Erich I.]] erhielt Calenberg und Göttingen und begründete so die Calenberger Linie des [[Herzogtum Braunschweig-Lüneburg|Hauses Braunschweig-Lüneburg]]. Für das nunmehr entstandene Territorium wurde der Name Calenberg zunehmend für beide Landesteile gebraucht. Für die Zeit unter Erich I. und seinem Sohn [[Erich II. (Braunschweig-Calenberg-Göttingen)|Erich II.]] wird aber auch häufig der Name Fürstentum Calenberg-Göttingen verwendet. Das Fürstentum hatte aber noch für beide Landesteile eigene Landstände und eigene Räte. In [[Neustadt am Rübenberge]] wurde die Kanzlei für Unterwald und in [[Hann. Münden|Münden]] die für Oberwald errichtet, die auch mit ihren Akten zur Einrichtung der Residenz und dem Bau landesherrlicher Burgen beziehungsweise Schlösser in den beiden Städten führten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Erich I. wurde die [[Burg Calenberg]] zur mächtigen Festung ausgebaut. Eine weitere stark befestigte Burg, die er errichten ließ, war die ab 1527 errichtete [[Erichsburg]] bei [[Dassel]]. In der [[Hildesheimer Stiftsfehde]] 1519 unterlag er zunächst militärisch in der Schlacht bei Soltau. Diplomatisch konnte er aber durch einen Schiedsspruch Kaiser [[Karl V. (HRR)|Karl V.]] siegen und große Teile des [[Hochstift Hildesheim|Hochstifts Hildesheim]] seiner Herrschaft hinzufügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erich I. stand der nun aufkommenden [[Reformation]] feindlich gegenüber. Seine zweite Frau aber, [[Elisabeth von Brandenburg (1510–1558)|Elisabeth von Brandenburg]], die er 1525 heiratete, trat 1535 zur neuen Lehre über und förderte sie am Hofe, der damals im [[Welfenschloss Münden]] residierte. Nach Erichs Tod 1540 übernahm sie zunächst die Regierung für ihren noch minderjährigen Sohn Erich II. und setzte mit dem von ihr ernannten Landessuperintendenten [[Anton Corvinus|Antonius Corvinus]] die Reformation im Fürstentum durch. Erich II. trat allerdings, obwohl er von seiner Mutter evangelisch erzogen wurde, 1547 zum Katholizismus über. Es gelang ihm aber nicht, die Reformation im Fürstentum rückgängig zu machen. Seine Macht im Fürstentum war ohnehin sehr geschwächt. Er selbst hielt sich meist als Söldnerführer im Ausland auf und war finanziell von den Städten abhängig. 1553 musste er eine finanzielle Hilfe seiner Städte mit der Zulassung der evangelischen Predigt bezahlen. Ab 1574 ließ er Neustadt am Rübenberge als Stadtfestung ausbauen und errichtete darin einbezogen [[Schloss Landestrost]] als Renaissanceschloss, integriert in eine Bastionärsfestung nach italienischem Vorbild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1582 fiel beim Aussterben der [[Grafschaft Hoya|Grafen von Hoya]] der größte Teil der Grafschaft und 1585 auch [[Grafschaft Diepholz|Diepholz]] an Calenberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dreißigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:1815 und 1835 circa Wilhelm Kretschmer Aquarell Stadtschloss Leineschloss in der Leinstraße mit Hoftheater, Schlosskirche und Domänenkammer, Besitz im Historischen Museum Hannover.jpg|mini|Das [[Leineschloss]] (ehemaliges Minoritenkloster) in Hannover]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Erichs Tod 1584 wurde Calenberg-Göttingen wieder von der [[Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel|Wolfenbütteler Linie]] der Welfen regiert. Im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] holte der Bruder Herzog [[Friedrich Ulrich (Braunschweig-Wolfenbüttel)|Friedrich Ulrichs]], der [[Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel|„tolle“ Christian]], den Krieg in das Land. Nachdem die dänischen Truppen unter König [[Christian IV. (Dänemark und Norwegen)|Christian IV.]], der damals Oberkommandierender des [[Niedersächsischer Reichskreis|Niedersächsischen Reichskreises]] war, gegen den [[Katholische Liga (1609)|ligistischen]] Feldherrn [[Johann t’Serclaes von Tilly|Tilly]] in der [[Schlacht bei Lutter]] unterlegen waren, besetzte Tilly 1626 das ganze Fürstentum. Lediglich die Städte Braunschweig und Hannover konnten nicht eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Herzog Friedrich Ulrich 1634 kinderlos starb, erlosch mit ihm die Linie Wolfenbüttel des Mittleren Hauses Braunschweig. Herzog [[August I. (Braunschweig-Lüneburg)|August der Ältere]] (1568–1636), Bischof von Ratzeburg aus dem Mittleren Haus Lüneburg, erhielt 1635 das Fürstentum Calenberg-Göttingen. Nach seinem Tod im Jahre 1636 trat sein jüngerer Bruder [[Georg (Braunschweig-Calenberg)|Georg]] die Herrschaft an. Er war als General auf schwedischer Seite erfolgreich und es gelang ihm auch, bis 1637 das Land und vor allem die Städte für die Welfen zurückzuerobern. Er regierte zunächst aus dem besetzten Hildesheim heraus, verlegte seine Residenz dann aber nach [[Hannover]], das er als Festung ausbauen ließ. Das ehemalige Minoritenkloster ließ er zum [[Leineschloss]] umbauen, das den Landesherren des Fürstentums fortan als Residenz diente. Nach seinem Tod 1641 wurde überstürzt ein Separatfrieden mit dem Kaiser geschlossen, der auch mit der Rückgabe der in der Hildesheimer Stiftsfehde erworbenen hildesheimischen Gebiete erkauft werden musste. Georgs Söhne, [[Christian Ludwig (Braunschweig-Lüneburg)|Christian Ludwig]], [[Georg Wilhelm (Braunschweig-Lüneburg)|Georg Wilhelm]], [[Johann Friedrich (Braunschweig-Calenberg)|Johann Friedrich]] und [[Ernst August (Hannover)|Ernst August]] regierten danach nacheinander das Fürstentum Calenberg-Göttingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Kurfürstentum ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Aufbau Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg.jpg|mini|Gebietszuwächse des Fürstentums Calenberg („Kernlande Hannover“) als Teil des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg („Kurhannover“)]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg}}&lt;br /&gt;
1665 fiel auch das [[Fürstentum Grubenhagen]], dessen Linie bereits 1596 ausgestorben war und um das die Linien Wolfenbüttel und Lüneburg lange vor dem [[Reichskammergericht]] gestritten hatten, endgültig an die Linie Calenberg. Der jüngste Sohn Georgs, [[Ernst August (Hannover)|Ernst August]], der ab 1679 regierte, führte die erfolgreiche Politik seines Vaters und seiner Brüder weiter. 1689 fiel [[Herzogtum Sachsen-Lauenburg|Sachsen-Lauenburg]] im Erbgang an die Calenberger. Ernst August wechselte zur kaiserlichen Seite über und führte entgegen den Bestimmungen seines Vaters das Erstgeburtsrecht ein. Für seine Dienste dem Kaiser gegenüber wurde Ernst August nach langem Ringen 1692 mit der Verleihung der neunten [[Kurfürst|Kurwürde]] belohnt. Offiziell wurde er nun [[Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg|Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg]] genannt; seine Regierung nannte sich „Churfürstlich Braunschweigisch Lüneburgische Regierung“.&amp;lt;ref&amp;gt;„die Kurfürsten [legten] selbst auf die Bezeichnung ‚Braunschweig-Lüneburg‘ größten Wert, auch erscheint in den offiziellen Titeln und Dokumenten des Kurfürstentums fast immer die Bezeichnung Braunschweig-Lüneburg.“ Niemeyer/Ortenburg 1976: 7. Inoffiziell sprach man aber meist vom Kurfürstentum Hannover oder Kurhannover.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1705 fiel durch Erbgang das [[Fürstentum Lüneburg]] an, wodurch die auch „[[Haus Hannover]]“ genannte Linie alle welfischen Besitzungen mit Ausnahme des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel vereinigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschafts- und Sozialgeschichte ==&lt;br /&gt;
Das Fürstentum Calenberg war ein zunächst eher unbedeutendes Territorium. Die welfische Herrschaft entwickelte sich hier erst spät. Bis zum Regierungsantritt Georgs von Calenberg 1636 hatte Calenberg 140 Jahre lang fast nur Regierungen erlebt, die sich kaum um das Land kümmerten. Im [[Spätmittelalter]] und in der [[Renaissance]] lagen die kulturellen Zentren außerhalb Calenbergs in den Städten [[Braunschweig]], [[Hildesheim]] und [[Lüneburg]]. Neue Zentren bildeten sich an den Residenzen [[Wolfenbüttel]] und [[Celle]]. Auch die Stadt [[Hannover]] wurde erst ab 1636 von den Calenberger Fürsten regiert. Die anderen Städte blieben unbedeutend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nach der Regierung Georgs von Calenberg und mit der Erhebung zum Kurfürstentum und späteren Königreich konnte das ehemalige Fürstentum Calenberg zur Keimzelle des späteren Landes [[Niedersachsen]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung setzte bereits in der liberalen [[Franzosenzeit]] ein. Der Industrielle [[Johann Egestorff]] (1772–1834) nutzte die wirtschaftliche Chance der Jahre 1803 bis 1813 und konnte Kalkbrüche auf dem [[Lindener Berg]], westlich von Hannover erwerben. Um den Kalk zu brennen, ließ er im [[Deister]] Kohle abbauen. Sein Sohn [[Georg Egestorff]] gründete eine Eisengießerei und Maschinenfabrik (später in [[HANOMAG]] übergegangen). Das Calenberger Dorf [[Linden (Hannover)|Linden]] entwickelte sich nunmehr zu einer Industriestadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liste der Herrscher ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Full-width tables --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| width = &amp;quot;100%&amp;quot; border = 1 border=&amp;quot;1&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;4&amp;quot; cellspacing=&amp;quot;0&amp;quot; style=&amp;quot;margin: 0.5em 1em 0.5em 0; background: #f9f9f9; border: 1px #aaa solid; border-collapse: collapse;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!width = &amp;quot;35%&amp;quot; bgcolor = &amp;quot;#FFDEAD&amp;quot;|Name&lt;br /&gt;
!width = &amp;quot;20%&amp;quot; bgcolor = &amp;quot;#FFDEAD&amp;quot;|Herrschaft&lt;br /&gt;
!width = &amp;quot;45%&amp;quot; bgcolor = &amp;quot;#FFDEAD&amp;quot;|Bemerkungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Wilhelm I. (Braunschweig-Wolfenbüttel)|Wilhelm I. der Siegreiche]] (1392–1482)&lt;br /&gt;
|1432–1473/1482&lt;br /&gt;
|Herzog von Braunschweig-Lüneburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Friedrich III. (Braunschweig-Calenberg-Göttingen)|Friedrich III. der Unruhige]] (1424–1495)&lt;br /&gt;
|1482–1484/1485&lt;br /&gt;
|Herzog von Braunschweig-Lüneburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Wilhelm II. (Braunschweig-Calenberg-Göttingen)|Wilhelm II. der Jüngere]] († 1503)&lt;br /&gt;
|1484/1485–1495&lt;br /&gt;
|Herzog von Braunschweig-Lüneburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Erich I. (Braunschweig-Calenberg-Göttingen)|Erich I. der Ältere]] (1470–1540)&lt;br /&gt;
|1495–1540&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Erich II. (Braunschweig-Calenberg-Göttingen)|Erich II. der Jüngere]] (1528–1584)&lt;br /&gt;
|1545–1584&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Julius (Braunschweig-Wolfenbüttel)|Julius]] (1528–1589)&lt;br /&gt;
|1584–1589&lt;br /&gt;
|Herzog von Braunschweig-Lüneburg&amp;lt;br/&amp;gt;Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Heinrich Julius (Braunschweig-Wolfenbüttel)|Heinrich Julius]] (1564–1613)&lt;br /&gt;
|1589–1613&lt;br /&gt;
|Herzog von Braunschweig-Lüneburg&amp;lt;br/&amp;gt;Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel&amp;lt;br/&amp;gt;Fürstbischof von Halberstadt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Friedrich Ulrich (Braunschweig-Wolfenbüttel)|Friedrich Ulrich]] (1591–1634)&lt;br /&gt;
|1613–1634&lt;br /&gt;
| Herzog von Braunschweig-Lüneburg&amp;lt;br/&amp;gt;Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Georg (Braunschweig-Calenberg)|Georg]] (1582–1641)&lt;br /&gt;
|1634–1641&lt;br /&gt;
|Herzog von Braunschweig-Lüneburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Christian Ludwig (Braunschweig-Lüneburg)|Christian Ludwig]] (1622–1665)&lt;br /&gt;
|1641–1648&lt;br /&gt;
|Herzog von Braunschweig-Lüneburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Georg Wilhelm (Braunschweig-Lüneburg)|Georg Wilhelm]] (1624–1705)&lt;br /&gt;
|1648–1665&lt;br /&gt;
|Herzog von Braunschweig-Lüneburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Johann Friedrich (Braunschweig-Calenberg)|Johann Friedrich]] (1625–1679)&lt;br /&gt;
|1665–1679&lt;br /&gt;
|Herzog von Braunschweig-Lüneburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Ernst August (Hannover)|Ernst August]] (1629–1698)&lt;br /&gt;
|1679–1698&lt;br /&gt;
|Herzog von Braunschweig-Lüneburg&amp;lt;br/&amp;gt;Kurfürst von Hannover (Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg) (1692–1698)&amp;lt;br/&amp;gt;Fürstbischof von Osnabrück&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Stammliste der Welfen]]&lt;br /&gt;
* [[Welfen]]&lt;br /&gt;
* [[Calenberger Land]]&lt;br /&gt;
* [[Calenberg-Grubenhagensche Landschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Max Burchard (Verf.): &amp;#039;&amp;#039;Die Kopfsteuerbeschreibung der Fürstentümer Calenberg, Göttingen und Grubenhagen von 1689&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Studien zur Volkskörperforschung Niedersachsen.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 2). Hrsg.: Hans-Helmut Rehkopf, Hans Mauersberg.&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &amp;#039;&amp;#039;Die Ämter Calenberg, Wittenburg und Coldingen, die Braunschweiger Gohe (Döhren, Wülfel, Laatzen), die Städte Eldagsen und Pattensen, die Adligen Gerichte Bredenbeck, Rössing und Bemerode, die Klöster Barsinghausen, Wennigsen und Wülfinghausen, alles zu den jetzigen Kreisen Hannover (Land und teilweise Stadt) und Springe gehörig, sowie das Kloster Marienrode im Kreise Marienburg&amp;#039;&amp;#039;, Verlag M. und H. Schaper, Hannover 1940.&lt;br /&gt;
* Ludwig Güßfeld, Homann Erben: &amp;#039;&amp;#039;Die Fürstenthümer Grubenhagen, Calenberg, Wolfenbüttel und Blankenburg 1786.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 2002, ISBN 3-936030-51-0 (historische Karte).&lt;br /&gt;
* Historisches Museum am Hohen Ufer, Hannover, Burgstraße (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Calenberg – Von der Burg zum Fürstentum.&amp;#039;&amp;#039; Hannover 1979.&lt;br /&gt;
* [[Carl-Hans Hauptmeyer]]: &amp;#039;&amp;#039;Calenberg – Geschichte und Gesellschaft einer Landschaft.&amp;#039;&amp;#039; Hannover 1983.&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Havemann]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Lande Braunschweig und Lüneburg.&amp;#039;&amp;#039; 3 Bände. Nachdruck. Hirschheydt, Hannover 1974/75, ISBN 3-7777-0843-7 (Originalausgabe: Verlag der Dietrich’schen Buchhandlung, Göttingen 1853–1857).&lt;br /&gt;
* [[Edgar Kalthoff]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des südniedersächsischen Fürstentums Göttingen und des Landes Calenberg im Fürstentum Calenberg 1285–1584.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Otto Zander, Herzberg (Harz)-Pöhlde 1982, ISBN 3-923336-03-9.&lt;br /&gt;
* [[Hans Patze]] (Begr.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichte Niedersachsen.&amp;#039;&amp;#039; 7 Bände. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1977 (= &amp;#039;&amp;#039;[[Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 36; {{Webarchiv |url=http://www.hahnsche-buchhandlung.de/gesamtverzeichnis.php?h=5&amp;amp;item_ID=44 |text=Verlagsübersicht |wayback=20120305141345}}).&lt;br /&gt;
* Gudrun Pischke: &amp;#039;&amp;#039;Die Landesteilungen der Welfen im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Lax, Hildesheim 1987, ISBN 3-7848-3654-2.&lt;br /&gt;
* [[Werner Spieß]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Grossvogtei Calenberg. Die Ämter und Vogteien Calenberg, Springe, Langenhagen, Neustadt vor Hannover und Koldingen. Topographie, Verfassung, Verwaltung.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 1933.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Principality of Calenberg}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4009317-7}}&lt;br /&gt;
* [https://landschaftsverband.org/foerderung/andere-foerderer/gebiet-cgl.html Karten von dem ehemaligen Fürstentum Calenberg, dem ehemaligen Fürstentum Göttingen und dem ehemaligen Fürstentum Grubenhagen] beim [[Landschaftsverband Südniedersachsen]]&lt;br /&gt;
* [http://www.hoeckmann.de/deutschland/niedersachsennord-karte.htm Die Territorien des heutigen Niedersachsens am Ende des 18. Jahrhunderts] auf &amp;#039;&amp;#039;hoeckmann.de&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Aufgelöst 1692]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bernd Schwabe in Hannover</name></author>
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