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	<title>Führerprinzip - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T17:56:38Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=F%C3%BChrerprinzip&amp;diff=88356&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Jomm42: /* Grundsätzliches */ Komma korrigiert</title>
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		<updated>2026-04-26T10:50:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Grundsätzliches: &lt;/span&gt; Komma korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Wochenspruch der NSDAP 16 February 1941.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;[[Wochenspruch der NSDAP]]&amp;#039;&amp;#039;, 16. Februar 1941]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Führerprinzip&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, was sich auch im Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Führergrundsatz&amp;#039;&amp;#039; als „Grundsatz der unbedingten Führerautorität“ widerspiegelt, war ein politisches Konzept und eine [[Nationalsozialistische Propaganda|Propagandaformel]] im deutschen [[Nationalsozialismus]]. Demnach sollte [[Adolf Hitler]] nicht nur militärisch, sondern entsprechend auch in allen politischen und rechtlichen Gebieten ohne Kontrollinstanzen die oberste [[Befehlsgewalt]] haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Führerprinzip ordnet im Allgemeinen eine Gruppe (ein [[Volk]], eine [[Organisation]] etc.) ohne Einschränkungen den Entscheidungen des jeweiligen [[Führer]]s unter. Das Führerprinzip beinhaltet die „Autorität jedes Führers nach unten und Verantwortlichkeit nach oben“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;knaur&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Knaurs Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; Th. Knaur Nachf., Berlin 1939, S. 454.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demokratisch getroffene Mehrheitsentscheidungen finden nicht statt. Entscheidungen werden ausschließlich in diktatorischer Form von einer einzelnen Person getroffen, die maximal einzelne Berater hinzugezogen hat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;knaur&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundsätzliches ==&lt;br /&gt;
Das Führerprinzip war ein fundamentales [[Prinzip]] des [[Faschismus]] der [[Zwischenkriegszeit]] und seiner [[Führerpartei]]en. In der sozialen Verfassung einer Gesellschaft ist es grundsätzlich gegen [[Demokratie]] und [[Parlamentarismus]] gerichtet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dritte Reich verstand sich als „Führerstaat“ und bildete in idealtypischer Betrachtung einen perfekten Ameisenstaat, in welchem „die da unten“ nichts und „die da oben“ alles zu sagen und zu bestimmen hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Michael Salewski]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Quellen zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges&amp;#039;&amp;#039;. Darmstadt 1998, S. 3. (Einleitung)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Deutsches Reich|Deutschland]] ist der Kern des Überganges vom vor dem [[Nationalsozialismus]] herrschenden Parlamentarismus der [[Weimarer Republik]] zum in der [[Diktatur]] [[Adolf Hitler|Hitlers]] bestehenden Führerprinzip im [[Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933]] zu sehen, in dem der [[Reichstag (Weimarer Republik)|Reichstag]] der [[Reichsregierung]] die Möglichkeit überließ, Beschlüsse des Diktators bzw. seiner Regierung in der Form von [[Gesetz]]en und [[Verordnung]]en ohne jede Kontrolle für alle verbindlich zu machen. Dieses ungewöhnliche Gesetz – vorher waren [[Ermächtigungsgesetz]]e nur für den äußersten Notfall gedacht, z.&amp;amp;nbsp;B. für kriegerische Auseinandersetzungen – wurde zum Prinzip des [[NS-Staat|nationalsozialistischen Staates]]: Grundsätzlich sollte es zwar noch Beratungen, aber keinerlei Abstimmungen mehr geben, sondern es wurden – ganz oben oder an der obersten Stelle der jeweiligen Hierarchie – [[Entscheidung]]en getroffen. Diese Entscheidungen wurden entweder geheim gehalten oder in Form von Gesetzen, Verordnungen oder schriftlichen Anweisungen auf allen Ebenen von oben nach unten „durchgereicht“.&amp;lt;ref&amp;gt;Manchmal, z.&amp;amp;nbsp;B. beim sog. [[Röhm-Putsch]], erfolgte die gesetzliche Billigung der Geschehnisse auch erst &amp;#039;&amp;#039;nachträglich&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Auch die [[Wannseekonferenz]] diente letztlich nur dazu, alle vorhersehbaren „technischen Einzelheiten“ und Verantwortlichkeiten zu Entscheidungen zu klären, die schon vorher auf höherer Ebene getroffen worden waren und in der schriftlichen Beauftragung [[Reinhard Heydrich]]s durch [[Hermann Göring]] gipfelten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem [[Beschluss des Großdeutschen Reichstags vom 26. April 1942]] wurde das Führerprinzip vollständig durchgesetzt und jede vorherige Einschränkung (wie. z.&amp;amp;nbsp;B. die im [[Deutsches Beamtengesetz|Beamtengesetz von 1937]] noch vorgeschriebenen [[Dienstweg]]e und [[Dienstvorgesetzter|-vorgesetzte]]) aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der in der [[Zeit des Nationalsozialismus]] gültigen Definition des einflussreichen Verfassungsjuristen [[Ernst Rudolf Huber]] ist &amp;#039;&amp;#039;Führergewalt&amp;#039;&amp;#039; nicht durch Kontrollen gehemmt, sondern &amp;#039;&amp;#039;ausschließlich und unbeschränkt&amp;#039;&amp;#039;: „Die Führergewalt ist umfassend und total; sie vereinigt in sich alle Mittel der politischen Gestaltung; sie erstreckt sich auf alle Sachgebiete des völkischen Lebens; sie erfasst alle [[Volksgenosse]]n, die dem Führer zu Treue und Gehorsam verpflichtet sind.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ernst Rudolf Huber |Titel=Verfassungsrecht des Großdeutschen Reiches |Hrsg=Georg Dahm und Ernst Rudolf Huber |Sammelwerk=Grundzüge der Rechts- und Wirtschaftswissenschaft – Reihe A Rechtswissenschaft |Auflage=2 |Verlag=Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg |Ort=Hamburg-Wandsbek |Datum=1939 |Seiten=230}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Führerideal sollte dabei auch auf die jeweils tiefere Ebene in der [[Hierarchie]] ausstrahlen. In diesem Sinne wurde das diktatorische Führerprinzip bei der Reorganisierung von Unternehmen im Laufe der nationalsozialistischen [[Gleichschaltung]] angewendet, zum Beispiel in den Betrieben, deren Leiter zu „Betriebsführern“ umbenannt und mitsamt den Arbeitnehmern als „Gefolgschaft“ in [[Massenorganisation]]en eingegliedert wurden. So wurde versucht, den [[Ideologie|ideologisch]] unerwünschten Gegensatz in den [[Produktionsverhältnisse]]n – zwischen den Inhabern der Produktionsmittel und den Arbeitern – sprachlich aufzulösen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Praxis der [[Wirtschaft im nationalsozialistischen Deutschen Reich|Wirtschaft]] jedoch trat das &amp;#039;&amp;#039;Führerprinzip&amp;#039;&amp;#039; nur als Formel in Erscheinung, während die tatsächlichen Strukturen, Regeln und Verfahren etwa für Aufgabenverteilung und Informationsfluss nicht geändert wurden. [[Organisationstheorie|Organisationstheoretisch]] blieb das Führerprinzip damit in der Regel eine leere Hülse ohne eigene Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Morten Reitmayer]] hingegen erfreute sich bei den Unternehmern das Führerprinzip einiger Beliebtheit. Denn das &amp;#039;&amp;#039;[[Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit]]&amp;#039;&amp;#039; unterwarf die als „Gefolgschaft“ bezeichneten Arbeiter der autoritären Kontrolle der [[Betriebsführer (Nationalsozialismus)|Betriebsführer]], wodurch ihre innerbetriebliche Entscheidungsmacht enorm gesteigert wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Morten Reitmayer]]: &amp;#039;&amp;#039;„Unternehmer zur Führung berufen“ – durch wen?&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Volker Berghahn]], Stefan Unger, [[Dieter Ziegler (Historiker)|Dieter Ziegler]] (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Wirtschaftselite im 20. Jahrhundert. Kontinuität und Mentalität&amp;#039;&amp;#039;. Essen 2003, S. 328.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Psychologie|Psychologisch]] ist der Führergedanke eng verwoben mit der nationalsozialistischen Massenideologie und dem Bedürfnis von Führer und [[Masse (Soziologie)|Masse]] nach wechselseitiger Bestätigung. Die Masse kann demnach ihre entpersönlichten Bedürfnisse in der Person des Führers verwirklichen, der seinerseits [[Volkstribunat|volkstribunhafte]] Akzeptanz in einer korporatistischen Gesellschaftsordnung („[[Volksgemeinschaft]]“) genießt und durch [[Akklamation]] bestätigt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Wolfgang Benz]], &amp;#039;&amp;#039;Die 101 wichtigsten Fragen: Das Dritte Reich&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Beck’sche Reihe&amp;#039;&amp;#039;; Bd. 1701), 2. Aufl. (Paperback), C.H. Beck, 2008, [http://books.google.de/books?id=pkC87a8UZkcC&amp;amp;pg=PA30 S. 30].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|NS-Ranggefüge|titel1=Tabelle Nationalsozialistisches Ranggefüge}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel 1: Vereine ===&lt;br /&gt;
In Vereinen wurde das Führerprinzip Mitte des Jahres 1933 umgesetzt. Der Vorsitzende des Vereins wurde „entsprechend der Gleichschaltung neugewählt“. Seine Vertreter ernannte er dann, was „der Genehmigung der höheren Stellen unterlag“. Danach nannte er sich nicht mehr „Vorsitzender“, sondern „Führer“.&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Beispiele sind dokumentiert in erhalten gebliebenen Protokollbüchern der Zeit, etwa: [http://www.chronik.lunestedt.de/ehesold.html „Gleichschaltung“ im Protokollbuch der Kameradschaft ehemaliger Soldaten Lunestedt] oder [http://www.chronik.lunestedt.de/fussballgruendung.html „Gleichschaltung“ im Protokollbuch des Turnvereins Westerbeverstedt].&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies funktionierte auch auf mehreren Ebenen, so ernannte z.&amp;amp;nbsp;B. der &amp;#039;&amp;#039;Führer&amp;#039;&amp;#039; den [[Reichssportführer]], dieser den &amp;#039;&amp;#039;Verbandsführer&amp;#039;&amp;#039;, dieser den &amp;#039;&amp;#039;Vereinsführer&amp;#039;&amp;#039;. Hierbei konnte es durchaus zu Konflikten und nachträglichen Korrekturen kommen, da beim Zusammenschluss von Verbänden im Zuge der Gleichschaltung verdiente Nationalsozialisten gegenüber anderen Parteigenossen zurückstehen mussten und sich dies so leicht nicht gefallen ließen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Arnd Krüger]]: &amp;#039;&amp;#039;„Heute gehört uns Deutschland und morgen …?“ Das Ringen um den Sinn der Gleichschaltung im Sport in der ersten Jahreshälfte 1933.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Wolfgang Buss]], Arnd Krüger (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sportgeschichte: Traditionspflege und Wertewandel. Festschrift zum 75. Geburtstag von Prof. Dr. Wilhelm Henze&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;Schriftenreihe des [[Niedersächsisches Institut für Sportgeschichte (NISH)|Niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte Hoya e.&amp;amp;nbsp;V.]], Bd. 2). Mecke, Duderstadt 1985, S. 175–196.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel 2: Militär ===&lt;br /&gt;
Die Verwendung des Begriffs „Entscheidung“ (&amp;#039;&amp;#039;s.&amp;amp;nbsp;o.&amp;#039;&amp;#039;) legt es nahe, an dieser Stelle auf den Zusammenhang mit den militärischen Kategorien „[[Militärischer Befehl|Befehl]]“ und „[[Gehorsam]]“ hinzuweisen. In der Tat hat der junge Philosoph [[Ernst Bloch]] in einer frühen Tagebuch-Notiz &amp;#039;&amp;#039;Hitlers Gewalt&amp;#039;&amp;#039; die drei Begriffe als zusammenhängende Charakteristik der Hitler-Bewegung genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Bloch]]: &amp;#039;&amp;#039;Hitlers Gewalt&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Tage-Buch&amp;#039;&amp;#039; 5 (1924), H. 15, 12. April, S. 474–477.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit dem Führerprinzip wurde gewissermaßen das militärische Prinzip von &amp;#039;&amp;#039;Befehl und Gehorsam&amp;#039;&amp;#039; durch &amp;#039;&amp;#039;unbedingten&amp;#039;&amp;#039; Gehorsam verengt, der auch in der [[Zivilgesellschaft]] verlangt wurde. Es war deshalb nur konsequent, dass Hitler nach dem Tod des [[Reichspräsident]]en [[Paul von Hindenburg|von Hindenburg]] ab Sommer 1934 als „Führer und Reichskanzler“ den [[Wehrmacht#Eid für jeden Soldaten|Eid der Wehrmacht]] auf sich als &amp;#039;&amp;#039;Führer des Deutschen Reiches und Volkes&amp;#039;&amp;#039; und später als &amp;#039;&amp;#039;Obersten Befehlshaber&amp;#039;&amp;#039; der Streitkräfte formulieren ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel 3: Verwaltung ===&lt;br /&gt;
Ab 1. Oktober 1933 gab es in Bremen nicht mehr den „Bürgermeister“, sondern den „Regierenden Bürgermeister“. Durch diesen Zusatz sollte auch in der Verwaltung das Führerprinzip betont werden. Aus dem Präsidenten des kollegialen [[Bremer Senat|Senats]] wurde der Regierende Bürgermeister mit Richtlinienkompetenz.&amp;lt;ref&amp;gt;Corinna Tonner: &amp;#039;&amp;#039;Dokumente aus braunen Zeiten&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Weser-Kurier]] vom 5. März 2013; siehe auch: [[Bremen zur Zeit des Nationalsozialismus#Senat|Der Bremer Senat zur Zeit des Nationalsozialismus]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1935 galt für die [[Gemeinde]]n des Dritten Reiches die [[Deutsche Gemeindeordnung]], wonach sie in der „gelenkten [[Kommunale Selbstverwaltung|Selbstverwaltung]]“ in die mittelbare Staatsverwaltung eingebunden werden sollten und die [[Bürgermeister]] nicht mehr gewählt, sondern auf Parteivorschlag [[Ernennung|ernannt]] wurden. Hierzu hatte der jeweilige [[Kreisleiter]] der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] – im Sinne der „[[Einheit von Partei und Staat]]“ – der zuständigen Behörde drei Bewerber vorzuschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
{{Quellen}}&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum demokratischen Prinzip, bei dem eine Gruppe ihre Vertreter wählt und die Machtbefugnisse des Vertreters durch die Wahl legitimiert werden (&amp;#039;&amp;#039;[[bottom-up]]&amp;#039;&amp;#039;), erfolgt beim Führerprinzip die Einsetzung des „Vertreters“ durch die jeweils übergeordnete Instanz ohne Möglichkeit der Einflussnahme durch die entsprechend untergeordnete Gruppe (&amp;#039;&amp;#039;[[top-down]]&amp;#039;&amp;#039;). Insofern lässt sich in einem nach dem Führerprinzip organisierten System die „[[Wahl]]“ von Amts- und Entscheidungsträgern immer bis auf den obersten Führer zurückverfolgen, während in einer Demokratie stets ein Zusammenspiel zwischen „oben“ und „unten“ wirksam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erklärungsversuche ===&lt;br /&gt;
Nach [[Diemut Majer]] ist das Führerprinzip grundsätzlich ahistorisch, das heißt, es steht in keinem geschichtlichen Zusammenhang beispielsweise zu [[Absolutismus|absolutistischen]] Ideen. Diese kannten im Gegensatz zum totalen Führerstaat noch gewisse Rechte ([[Naturrecht]]) und Pflichten gegenüber dem Untertanen, während jener keine Rechenschaft abzulegen brauchte. Gleichzeitig ist das Führerprinzip stark [[Irrationalismus|irrational]] und greift deswegen zu seiner eigenen Legitimation auf [[Mystizismus]] und Verklärung des Führers zurück (vgl. auch [[Personenkult]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein häufiger Erklärungsversuch greift auf sozialdarwinistische Vorstellungen zurück. Führer sei hierbei der „Stärkste“, indem er sich gegen die „Schwächeren“ durchsetze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Sigmund Freud]] und [[Gustave Le Bon]] ist das Führerprinzip in der [[Massenpsychologie#Führungstheorie|Massenpsychologie]] bedeutsam. Da die Einzelperson innerhalb einer Masse [[suggestiv]]en Einflüssen stärker ausgesetzt sei, komme dem Führer ähnlich wie bei [[Hypnose|hypnotischen]] Phänomenen dem Hypnotiseur große Bedeutung zu.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FGW13.2&amp;quot;&amp;gt;[[Sigmund Freud]]: &amp;#039;&amp;#039;Massenpsychologie und Ich-Analyse&amp;#039;&amp;#039;. [1921] In: &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Werke, Band XIII, „Jenseits des Lustprinzips – Massenpsychologie und Ich-Analyse – Das Ich und das Es“ (1920–1924)&amp;#039;&amp;#039;, Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-596-50300-0, S.&amp;amp;nbsp;70–87 zu Stichwort „Le Bon“ und S.&amp;amp;nbsp;80 zu Stichwort „Hypnotiseur“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rechtstheorie ===&lt;br /&gt;
Der irrationale Charakter des Führerprinzips zeigt sich auch im Scheitern aller Versuche, das ideologische Konstrukt in eine [[Rechtswissenschaft|juristische]] Form zu gießen (siehe [[Ernst Rudolf Huber|Huber]], 1939). Das Führerprinzip kann nach Majer schon rein [[Logik|logisch]] nicht zu einer [[Staatsrecht (Deutschland)|staatsrechtlichen]] Kategorie werden, weil es selbst [[Staat]] und [[Recht]] negiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Sprache des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
* [[Führererlass]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Martin Broszat]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Staat Hitlers. Grundlegung und Entwicklung seiner inneren Verfassung&amp;#039;&amp;#039;. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1969 (= &amp;#039;&amp;#039;dtv-Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039; 9; dtv 4009).&lt;br /&gt;
* [[Norbert Frei]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Führerstaat. Nationalsozialistische Herrschaft 1933–1945&amp;#039;&amp;#039;. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 2007, ISBN 978-3-423-30785-7 (dtv 30785).&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Hirschfeld]], Lothar Kettenacker (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;„Der Führerstaat“. Mythos und Realität. Studien zur Struktur und Politik des Dritten Reiches&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;The „Führer State“. Myth and Reality. Studies on the Structure and Politics of the Third Reich&amp;#039;&amp;#039;). Mit einer Einleitung von [[Wolfgang J. Mommsen]]. Klett-Cotta, Stuttgart 1981, ISBN 3-12-915350-0 (= &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts in London&amp;#039;&amp;#039; 8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.bpb.de/publikationen/PY85WF,0,0,F%FChrerprinzip.html | wayback=20101229234907 | text=Bundeszentrale für politische Bildung: Führerprinzip}}&lt;br /&gt;
* [http://www.politische-bildung-brandenburg.de/lexikon/führerprinzip Lexikon Politische Bildung: Führerprinzip]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4155572-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Fuhrerprinzip}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsextremismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Ideengeschichte (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprache des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politisches Schlagwort (Deutsch)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jomm42</name></author>
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