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	<title>Färben - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-23T20:37:33Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>~2025-40469-89: Revert</title>
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		<updated>2026-02-28T09:40:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Revert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Marokko Fes - GerberFaerber 03.jpg|mini|Eine traditionelle Färberei in [[Fès]]]]&lt;br /&gt;
Beim &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Färben&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden [[Textil|textile]] [[Faser]]n durch Aufbringen von [[Farbstoff]]en in Färbe- oder [[Textildruck|Druckprozessen]] koloriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die [[Naturfarben|Naturfarbe]] des Textils den Farbton und besonders die [[Farbsättigung|Brillanz]] beim Färbeprozess möglichst wenig beeinflusst, werden Textilien aus natürlichen Fasern in der Regel vorher [[Bleichen|gebleicht]]. Wird dagegen die Färbung eines Textils wieder entfernt, beispielsweise nach Fehlfärbungen, spricht man vom &amp;#039;&amp;#039;Abziehen&amp;#039;&amp;#039; des Textils.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Färberwesen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; hat eine jahrtausendealte Tradition und ein eigenes Berufsbild mit zahlreichen Spezialisierungen herausgebildet. Heute wird es – sofern nicht [[handwerk]]lich ausgeführt – der [[Chemische Industrie|chemischen Industrie]] zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;färben&amp;#039;&amp;#039; wird auch benutzt, wenn andere Materialien in ihrer [[Farbigkeit]] verändert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historisches ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Färberei in der Antike}}&lt;br /&gt;
[[Datei:färbewerkstatt1.jpg|mini|Ein Färber in einem Hausbuch des 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Färbersud, Bad Windsheim, IMG 0437 edit.jpg|mini|Kessel mit gelb-grünlichem Sud und Wolle.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Färber.jpg|mini|Zunftwappen der Färber]]&lt;br /&gt;
Die wenigen Kenntnisse über die [[Farbstoffe]] und Färbemethoden des Altertums stützen sich hauptsächlich auf [[Grab|Gräberfunde]] und Aufzeichnungen griechischer und römischer Schriftsteller sowie deren technologischen Beschreibungen. Jahrtausende war man dabei auf natürliche [[Farbstoff]]e aus Mineralien ([[Ocker]], [[Cinnabarit|Zinnober]]), aus Pflanzen wie [[Indigo]] oder [[Rotholz]] (siehe auch [[Färberpflanzen]]) oder von Tieren ([[Schildlaus]] und [[Purpurschnecke]]) angewiesen. Aus dem alten [[Ägypten]] gibt es Funde von mit [[Färberkrapp|Krapp]] gefärbten Textilien. Nach der Entdeckung Amerikas bekamen die Färbereien Europas einen neuen Auftrieb durch importierte Farbhölzer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] waren die Färber Lohnwerker der anderen tuchverarbeitenden [[Zunft|Zünfte]]. Erst spät entstanden eigene Färberzünfte. Es gab seit dem Mittelalter die Unterscheidung von verschiedenen Färbern:&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &amp;#039;&amp;#039;Färben.&amp;#039;&amp;#039; In: J. G. Krünitz: &amp;#039;&amp;#039;[[Oekonomische Encyklopädie]],&amp;#039;&amp;#039; ([http://www.kruenitz1.uni-trier.de/ online], Uni Trier),&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Schwarzfärber&amp;#039;&amp;#039;, das Färben eines tiefen Schwarz wurde als besondere Kunst angesehen.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Leinwandfärber&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Schlechtfärber&amp;#039;&amp;#039;, die Innung der Färber, die allgemein grobe Stoffe färbten.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Tuchfärber&amp;#039;&amp;#039;, die auf das Färben von [[Wolle]] spezialisiert waren.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Blaufärberei|Blaufärber]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Waidfärber&amp;#039;&amp;#039;, die ursprünglich ausschließlich den einheimischen [[Färberwaid|Waid]], später auch den viel teureren importierten Indigo verwendeten.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Schönfärber&amp;#039;&amp;#039;, eine später aufgekommene Bezeichnung für die Verwendung ausländischer Farbstoffe in der Anwendung insbesondere auf feine [[Textilie|Stoffe]] (hierher rührt die [[Metapher]] „[[Schönfärberei]])“.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Türkischrotfärbung|Türkisch-Rotfärber]]&amp;#039;&amp;#039;, die auf das Färben eines schönen Rottons mit aufwendiger Methode spezialisiert waren.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Seide]]nfärber&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Rauchfärber&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Zobelfärber&amp;#039;&amp;#039;, die Leder und Felle ([[Rauchware]]n) färbten&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Garn]]färber&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Bogolan]]färber&amp;#039;&amp;#039; im afrikanisch-asiatischen Raum&lt;br /&gt;
Die Spezialisierungen wurden lokal und zeitlich unterschiedlich bezeichnet oder zu verschiedenen Berufsgruppen oder Innungen zusammengefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Färben galt im Mittelalter als [[schmutz]]iges Geschäft. Färber galten häufig als unrein, weil sie mit übel riechenden Substanzen (wie Urin) umgingen.&amp;lt;ref&amp;gt;Amy Butler Greenfield: &amp;#039;&amp;#039;A Perfect Red – Empire, Espionage and the Qest for the Color of Desire.&amp;#039;&amp;#039; HarperCollins Publisher, New York 2004, ISBN 0-06-052275-5, S.&amp;amp;nbsp;14.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit den [[Kreuzzug|Kreuzzügen]] begann in Europa ein erhöhtes Interesse an aufwändig gefärbten Materialien. Im 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert expandierte der europäische Markt für gefärbte Stoffe und ausgebildete Färber waren sehr gefragt. So bildeten sich eigene [[Zunft|Zünfte]] und Gilden, die den Färberberuf förderten und deren Interessen schützten. Eine der bekanntesten Färberzünfte des späten Mittelalters war die „Arte di Calimala“ in [[Florenz]], die so hohe Anforderungen an die Produkte ihrer Zunft stellte, dass sie alle Tücher, die nicht entsprechend den Qualitätsstandards gefärbt waren, verbrannte und die verantwortlichen Färber mit Geldstrafen belegte.&amp;lt;ref&amp;gt;Amy Butler Greenfield: &amp;#039;&amp;#039;A Perfect Red – Empire, Espionage and the Qest for the Color of Desire.&amp;#039;&amp;#039; HarperCollins Publisher, New York 2004, ISBN 0-06-052275-5, S.&amp;amp;nbsp;15.&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch auch in Nonnenklöstern fand das Färben als kunsthandwerkliche Tätigkeit statt, wie etwa aus einem im 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert in Nürnberg entstandenen &amp;#039;&amp;#039;Puchlein von den klaidern, von auftrucken und von glas zu machen&amp;#039;&amp;#039; hervorgeht.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gundolf Keil]]: &amp;#039;&amp;#039;Nürnberger Kunstbuch.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Verfasserlexikon]].&amp;#039;&amp;#039; Band VI, Sp.&amp;amp;nbsp;1257 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als älteste deutschsprachige Abhandlung über das Färben gilt ein wahrscheinlich schon vor 1320 in Tirol entstandenes &amp;#039;&amp;#039;Färbebüchlein&amp;#039;&amp;#039;, in dem sich wasserunlösliche Mineralfarben mit wasserlöslichen Pflanzenfarbstoffen kombiniert finden.&amp;lt;ref&amp;gt;Gundolf Keil: &amp;#039;&amp;#039;‚Bairisches Färbebüchlein‘.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Verfasserlexikon]].&amp;#039;&amp;#039; Band I, Sp.&amp;amp;nbsp;582.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert entwickelten synthetischen Farbstoffe haben zunehmend die Naturfarbstoffe verdrängt. Heute haben die [[Reaktivfarbstoff]]e, gefolgt von den [[Dispersionsfärbung|Dispersions-]] und [[Direktfarbstoff]]en die größte Bedeutung erlangt. Die Farbstofflösung wird als „Farb-“ oder „Färbeflotte“ oder als „Färbebad“ bezeichnet. „Textildruck“ kann als örtlich begrenztes Färben angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Färbeverfahren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Färben kann in der textilen [[Verfahrenstechnik|Verarbeitungskette]] fast überall geschehen.&lt;br /&gt;
* Einzelne [[Faser]]n oder ganze Wollvliese können vor dem Spinnen gefärbt werden.&lt;br /&gt;
* Fertig [[Spinnen (Garn)|gesponnenes]] [[Garn]] kann gefärbt werden.&lt;br /&gt;
* Ein fertiges [[Gewebe (Textil)|Gewebe]] oder [[Stricken|Gestrick]] kann gefärbt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je früher im Herstellungsprozess gefärbt wird, desto besser können Unregelmäßigkeiten im Endprodukt ausgeglichen werden. Zur Erzeugung von Mustern beim [[Weben]] werden gefärbte Garne benötigt. Flächige Textilien werden gefärbt, um eine einheitliche Oberfläche (Egalität) aufzuweisen und um individuelle Farbtöne in kleinen Mengen erzeugen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Färberei ist nach drei verschiedenen Technologien möglich.&lt;br /&gt;
* Beim &amp;#039;&amp;#039;Ausziehverfahren&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;diskontinuierliche Färbeverfahren&amp;#039;&amp;#039;) werden die Farbstoffe in Wasser [[Lösung (Chemie)|gelöst]] oder [[Dispergierung (Lack)|dispergiert]]. Während eines definierten Zeit/Temperaturverlaufs sowie kontrollierter Bewegung des Materials und/oder der Flotte zieht der Farbstoff gleichmäßig auf das Material, und wird zumeist im selben &amp;#039;&amp;#039;Färbebad&amp;#039;&amp;#039; – selten in einem zweiten Behandlungsbad – auf der Faser fixiert. In Abhängigkeit von dem Substrat/Farbstoff System können textile Hilfsmittel den Prozess vereinfachen, indem sie z.&amp;amp;nbsp;B. für eine bessere Netzbarkeit des Substrates sorgen. Auch kann die Notwendigkeit bestehen, Chemikalien zu dem Prozess hinzuzufügen, um die Fixierung des Farbstoffes an die Faser bzw. in der Faser zu ermöglichen (z.&amp;amp;nbsp;B. Salz und Soda für Reaktivfarbstoffe auf Baumwolle oder Hydrosulfit für Küpenfarbstoffe auf Baumwolle). Der Anteil des nicht fixierten Farbstoffs wird in nachfolgenden Behandlungsbädern entfernt.&lt;br /&gt;
* Beim &amp;#039;&amp;#039;Kontinueverfahren&amp;#039;&amp;#039; wird die Farbstofflösung durch &amp;#039;&amp;#039;[[Foulardieren]]&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Klotzen&amp;#039;&amp;#039; genannt) auf das Substrat aufgebracht. Im Foulard wird die Farbflotte auf das Textilgut geklotzt. Dabei erfolgen eine gleichmäßige Benetzung des Materials mit Farbflotte und ein über die Warenbreite gleichmäßiges Abquetschen zwischen meist zwei oder drei Hartgummiwalzen auf definierte Flottenaufnahme. Danach werden die Farbstoffe auf der Faser fixiert, was entweder durch Behandlung mit Dampf (Sattdampf bei über 100&amp;amp;nbsp;°C (&amp;#039;&amp;#039;PadSteam-Verfahren)&amp;#039;&amp;#039; oder überhitzter Dampf etwa bei 180&amp;amp;nbsp;°C) oder Trockenhitze bis zu 220&amp;amp;nbsp;°C in wenigen Sekunden bis Minuten geschehen kann. Danach schließt sich ein Auswaschprozess an, um den nichtfixierten Farbstoff von der Faser zu entfernen und gute Echtheiten zu erhalten.&lt;br /&gt;
* Beim &amp;#039;&amp;#039;Semikontinueverfahren&amp;#039;&amp;#039; erfolgt die Imprägnierung der Ware im Foulard kontinuierlich, die Fixierung des Farbstoffs zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls kontinuierlich oder diskontinuierlich. Ein Beispiel für das Semikontinueverfahren ist sog. Klotz-Kalt-Verweilverfahren bei dem Baumwolle mit Reaktivfarbstoffen gefärbt wird. Nach dem Klotzen der Baumwolle mit der Flotte, wird das Textil auf eine Kaule gewickelt und über mehrere Stunden rotierend bei Raumtemperatur gelagert. Anschließend erfolgt das Auswaschen des nicht fixierten Farbstoffs auf einer Breitwaschmaschine oder einem Baumapparat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der chemischen und physikalischen Vorgänge bei der Färbung lassen sich vier Typen von Färbeverfahren in der modernen Textilfärberei unterscheiden.&lt;br /&gt;
* [[Direktfärbeverfahren]]&lt;br /&gt;
* [[Entwicklungsfärbung]]&lt;br /&gt;
* [[Reaktivfärbung]]&lt;br /&gt;
* [[Dispersionsfärbung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Farbstoffklassen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Dyed wool.jpg|mini|Gefärbte Wolle]]&lt;br /&gt;
Die geeignete Farbstoffklasse wird in erster Linie nach dem zu färbenden Substrat und dem geforderten/notwendigen Echtheitsniveau (Widerstandsfähigkeit der Färbung gegen Einflüsse während der Weiterverarbeitung und dem Gebrauch des textilen Fertigmaterials) ausgewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abhängig vom Artikel, wie Zusammensetzung (Mischung der Faserarten oder reine Stoffform), [[Garn]]typ, [[Maschen]]- oder [[Webware]], [[Chemische Bindung|Bindung]] des Farbstoffs auf der Faser, Anforderung an den [[Haptische Wahrnehmung|Griff]] der Fertigware, erfolgt die Entscheidung, ob eine Färbemaschine, ein Apparat oder eine Färbeanlage nötig ist. Die von der Faser bedingte Farbstoffklasse beeinflusst die Bedingungen für das geeignete Färbeverfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Cellulose|cellulosische]] Fasern werden Farbstoffe eingesetzt, die entweder über physikalische Kräfte (ionische- oder Dispersionskräfte) an die Faser gebunden werden oder mit der Faser eine chemische Bindung eingehen ([[Reaktivfärbung|Reaktivfarbstoffe]]).&lt;br /&gt;
* Das Färben mit &amp;#039;&amp;#039;[[Küpenfarbstoff]]en&amp;#039;&amp;#039; ist ein Verfahren, bei dem die Oberfläche der [[Faser]]n mit wasserunlöslichen Farbmolekülen durch Adsorption gebunden wird. Vorteil ist die hohe Farbechtheit. Der bekannteste Küpenfarbstoff ist [[Indigo]].&lt;br /&gt;
* Beim Färben mit &amp;#039;&amp;#039;[[Entwicklungsfarbstoff]]en&amp;#039;&amp;#039; wird der [[Farbstoff]] erst auf den Fasern hergestellt (zum Beispiel durch Azokupplung). Die erste wasserlösliche Komponente wird mit der Faser durch [[Adsorption]] aufgenommen, die zweite Komponente bildet dann einen wasserunlöslichen [[Azofarbstoff]]. Dabei haftet die Farbe dann an der Faser durch Bildung von [[Van-der-Waals-Kräfte]]n und [[Wasserstoffbrücken]]bildung. Außerdem wirken noch Kräfte zwischen [[Polarität (Chemie)|polarisierten]] [[Molekül]]gruppen.&lt;br /&gt;
* Das Färben mit &amp;#039;&amp;#039;[[Direktfarbstoff]]en&amp;#039;&amp;#039; (Substantive Farbstoffe) ist ein Verfahren, bei dem die Farbstoffe direkt aus der Färbeflotte auf die Fasern aufziehen. Es wird meist bei Mitteln zum Selberfärben zu Hause angewandt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Wolle und Polyamid (wie Nylon) mit deren basischen Aminogruppen sind Säurefarbstoffe geeigneter. Für Polyacrylnitrilfasern (wie Dralon) und ähnliche mit ihren Säuregruppen sind basische Farbstoffe geeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Polyesterfasern weitgehend unpolar sind, werden sie mittels [[Dispersionsfärbung]] gefärbt. Dabei wird eine [[Suspension (Chemie)|Suspension]] hergestellt, in welche die Faser getaucht wird. Der Farbstoff diffundiert in die Faser hinein und verbleibt dort auch nach dem Trocknen. Allerdings ist die [[Farbechtheit]] bei einer derartigen Färbung nicht allzu hoch, kann aber mit dem sogenannten Hochtemperatur-Verfahren (&amp;#039;&amp;#039;HT-Verfahren&amp;#039;&amp;#039;, Temperatur ≥&amp;amp;nbsp;130&amp;amp;nbsp;°C) verbessert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schlechte Reibechtheit von Indigo und Küpenfarbstoffen auf Baumwollfasern durch die nur oberflächliche physikalische Bindung wurde zum Kennzeichen von echt gefärbten „Blue Jeans“ und muss bei modernen Farbstoffen durch Nachbehandlung erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Farbstoffe}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Färbemaschinen/Färbeapparate/Färbeanlagen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Cotton washing Myanmar.jpg|mini|Waschen der Baumwolle vor dem Färben in einer Manufaktur in [[Myanmar]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Färben nach dem (diskontinuierlichen) Ausziehverfahren (die Faser zieht die Farbe aus der Flotte) unterscheidet man unterschiedliche Färbemaschinentypen, je nachdem Transportmechanismus des Substrates und der Flotte:&lt;br /&gt;
* Färbeapparat: bewegte Flotte, ruhende Ware; die Flotte wird durch die ruhende Ware gepumpt (z.&amp;amp;nbsp;B. Färbebaum, Garnfärbeapparat)&lt;br /&gt;
* Färbemaschine: bewegte Ware, ruhende Flotte; die Ware wird durch eine ruhende Flotte bewegt (z.&amp;amp;nbsp;B. Haspelkufe). Bei modernen, heute gebräuchlichen Maschinen erfolgt oft zusätzlich zur Warenbewegung allerdings auch eine gezielte Flottenumwälzung.&lt;br /&gt;
* Färbeanlage: für das (kontinuierliche) Kontinueverfahren ist die historische Gliederung auf Grund der geänderten Technologie ohne Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Färbemaschinen&amp;#039;&amp;#039; für das Ausziehverfahren werden ihrerseits unterteilt in solche für Temperaturen unter 100&amp;amp;nbsp;°C und solche für Hochtemperatur.&lt;br /&gt;
* [[Naturfaser]]n können meist bei moderaten Temperaturen gefärbt werden, das Färben findet in (wirtschaftlich) günstigen (offenen) Maschinen unter atmosphärischem Druck statt.&lt;br /&gt;
* [[Synthetische Faser]]n (insbesondere [[Polyester]]) nehmen Farbstoffe meist erst bei Temperaturen über 100&amp;amp;nbsp;°C auf. Da das Wasser bei Umgebungsdruck verdampfen würde, muss das Färben unter Druck stattfinden. Üblich sind Temperaturen bis 135&amp;amp;nbsp;°C bei einem statischen Druck bis 4,0&amp;amp;nbsp;bar. Dies erfordert [[Druckbehälter|druckdichte]] und damit teurere Maschinen.&lt;br /&gt;
* Besonders problematisch ist das Färben von Fasermischungen aus synthetischen und natürlichen Fasern. Es wird meist mit zwei unterschiedlichen Farbstoffklassen gefärbt, wobei die unterschiedlichen Fasern jedoch farbgleich zu färben sind. (&amp;#039;&amp;#039;Ton-in-Ton-Färbung&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die unterschiedlichen Aufmachungen stehen verschiedene Maschinen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
* Im &amp;#039;&amp;#039;Jigger&amp;#039;&amp;#039; wird das Färbegut in gespannten und faltenfreien Zustand durch die Farbflotte geführt. Dies garantiert eine gleichmäßige Farbverteilung über die ganze Breite.&lt;br /&gt;
* In der &amp;#039;&amp;#039;Haspelkufe&amp;#039;&amp;#039; wird das Gewebe ohne Spannung breit oder im Strang durch die Flotte geführt, dadurch wird die Ware nicht verzogen.&lt;br /&gt;
* In der &amp;#039;&amp;#039;Düsenfärbmaschine&amp;#039;&amp;#039; werden das Textilgut und die Flotte bewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltaspekte ==&lt;br /&gt;
Das Färben von Textilien erfolgt seit dem [[Industrielle Revolution|19. Jahrhundert]] in industrieller Produktion. Den wässrigen Farbstofflösungen oder Farbstoffdispersionen werden weitere [[Chemikalie]]n (Salze, Säuren, Alkalien) und [[Additiv|Textilhilfsmittel]] zugesetzt. Sollten sie unbehandelt in die Umwelt gelangen, wird diese mitunter stark belastet. Vormals wurden die Restflotten und Abwässer direkt in Flüsse geleitet, die dann auch gefärbt waren. Heute ist dies in vielen Teilen Europas und der USA durch umfangreiche Investitionen in Abwasserbehandlungsanlagen und in den Einsatz moderner Farbstoffe sowie das Verbot problematischer Produkte als gelöst anzusehen. In vielen anderen Teilen der Erde, wie in manchen asiatischen und osteuropäischen Ländern ist dieses Niveau im Umweltschutz noch nicht erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Batik]]&lt;br /&gt;
* [[Bandhani]]&lt;br /&gt;
* [[Gram-Färbung]]&lt;br /&gt;
* [[Kolorieren]] – Bezeichnung für das Anbringen von Farbe in der bildenden Kunst und im Kunsthandwerk&lt;br /&gt;
* [[Reservetechnik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Dorit Berger: &amp;#039;&amp;#039;Färben mit Naturfarben. Färbepflanzen, Rezepte, Anwendungsmöglichkeiten.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1998, ISBN 978-3-8001-7809-4.&lt;br /&gt;
* Franco Brunello: &amp;#039;&amp;#039;The Art of Dyeing in the history of mankind.&amp;#039;&amp;#039; Vicenza 1973 (Übersetzung der italienischen Erstausgabe von 1968).&lt;br /&gt;
* Rita Buchanan: &amp;#039;&amp;#039;A weaver&amp;#039;s garden: growing plants for natural dyes and fibers.&amp;#039;&amp;#039; Loveland (Colorado) 1987, Neuausgabe 1999, ISBN 0-486-40712-8.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Farbe, Färber, Farbensymbolik.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon des Mittelalters]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. IV, München und Zürich 1989, S. 286–289.&lt;br /&gt;
* Lydie Nencki: &amp;#039;&amp;#039;Die Kunst des Färbens mit natürlichen Stoffen. Geschichte – Methoden – Rezepte.&amp;#039;&amp;#039; Haupt, Bern und Stuttgart 1984 (Originaltitel: &amp;#039;&amp;#039;La science des teintures animales et végétales.&amp;#039;&amp;#039; 1981), ISBN 978-3-258-03330-3.&lt;br /&gt;
* Carl Wilhelm Poerner: &amp;#039;&amp;#039;Anleitung zur Färbekunst, vorzüglich Tuch und andre aus Wolle gewebte Zeuge zu färben.&amp;#039;&amp;#039; Weidmann und Reich, Leipzig 1785, {{Digitalisat|1=http://gdz.sub.uni-goettingen.de/dms/load/toc/?PID=PPN513073736}}.&lt;br /&gt;
* E. Max. Dingler: &amp;#039;&amp;#039;VITALIS Grundriß der Färberei und des Zeugdrucks.&amp;#039;&amp;#039; Cotta’sche Buchhandlung, Stuttgart und Tübingen, 1839, 2. Auflage, Bayerische Staatsbibliothek München, [[Faksimile]], {{Google Buch |BuchID=tMc-AAAAcAAJ |SeitenID=PP2}}.&lt;br /&gt;
* Eberhard Prinz: &amp;#039;&amp;#039;Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Schweizerbart, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-510-65258-7.&lt;br /&gt;
* H. Schweppe: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Naturfarbstoffe. Vorkommen, Verwendung, Nachweis.&amp;#039;&amp;#039; ecomed, Landsberg/Lech 1993, ISBN 978-3-609-65130-9.&lt;br /&gt;
* Emil Ernst Ploß: &amp;#039;&amp;#039;Studien zu den deutschen Maler- und Färberbüchern des Mittelalters. Ein Beitrag zur deutschen Altertumskunde und Wortforschung.&amp;#039;&amp;#039; Philosophische Dissertation München 1952.&lt;br /&gt;
* Emil [Ernst] Ploß: &amp;#039;&amp;#039;Ein Buch von alten Farben. Technologie der Textilfarben im Mittelalter mit einem Ausblick auf die festen Farben.&amp;#039;&amp;#039; Heidelberg/Berlin 1962; Neudruck (deklariert als 2. Auflage) München 1967; 4. Auflage ebenda 1977, ISBN 978-3-7879-0064-0.&lt;br /&gt;
* [[Emil]] Ernst Ploß: &amp;#039;&amp;#039;Die Färberei in der germanischen Hauswirtschaft.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für deutsche Philologie]].&amp;#039;&amp;#039; 75, 1956, S. 1–22.&lt;br /&gt;
* H. Grunfelder: &amp;#039;&amp;#039;Die Färberei in Deutschland bis zum Jahre 1300.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte]].&amp;#039;&amp;#039; 16, Bd.  H. 3/4, Freiburg i.&amp;amp;nbsp;B. 1922, {{JSTOR|20725214}}.&lt;br /&gt;
* Guido Ebner, Dieter Schelz: &amp;#039;&amp;#039;Textilfärberei und Farbstoffe.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Berlin 1989, ISBN 978-3-642-70172-6.&lt;br /&gt;
* Simon Garfield: &amp;#039;&amp;#039;Lila – Wie eine Farbe die Welt veränderte.&amp;#039;&amp;#039; Siedler, Berlin 2001, ISBN 978-3-88680-719-2.&lt;br /&gt;
* Wilfred Kratzert, Rasmus Peichert: &amp;#039;&amp;#039;Farbstoffe.&amp;#039;&amp;#039; Quelle &amp;amp; Meyer, Heidelberg 1981, ISBN 978-3-494-01021-2.&lt;br /&gt;
* [[Hans Wiswe]]: &amp;#039;&amp;#039;Mittelalterliche Rezepte zur Färberei sowie zur Herstellung von Farben und Fleckenwasser.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 81, 1958, S. 49–58.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Dyeing|Färben}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Färben}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4016254-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verfahren (Färberei)| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Farbmitteltechnik|Farben]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historischer Beruf]]&lt;/div&gt;</summary>
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