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	<title>Exogamie - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Exogamie&amp;diff=113270&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Danjiro: /* Entstehung */</title>
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		<updated>2025-07-24T09:31:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Entstehung&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Exogamie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Altgriechische Sprache|altgriechisch]] &amp;#039;&amp;#039;éxō&amp;#039;&amp;#039; „außen, heraus“, und &amp;#039;&amp;#039;gámos&amp;#039;&amp;#039; „Hochzeit“: Außenheirat) bezeichnet in der [[Ethnosoziologie]] eine [[Heiratsregeln|Heiratsregel]], die [[Ehe]]schließungen &amp;#039;&amp;#039;außerhalb&amp;#039;&amp;#039; der eigenen [[Soziale Gruppe|sozialen Gruppe]] bevorzugt oder vorschreibt, der Partner soll beispielsweise aus einer anderen [[Großfamilie]], [[Lineage|Abstammungsgruppe]], [[Stamm (Gesellschaftswissenschaften)|Stammesgruppe]] oder [[Soziale Schicht|sozialen Schicht]] kommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rasuly-Paleczek 2011-103&amp;quot; /&amp;gt; Ihr Gegenteil ist die [[Endogamie]], bei der &amp;#039;&amp;#039;innerhalb&amp;#039;&amp;#039; der eigenen Gruppe geheiratet wird oder werden soll, beispielsweise bei der [[Bint ʿamm|Bintʿamm-Heirat]] im [[Arabische Welt|arabischen Kulturraum]]. Beide [[Regel (Richtlinie)|Regeln]] gründen auf jeweiligen [[moral]]ischen, religiösen oder rechtlichen Vorstellungen von der [[Eigengruppe und Fremdgruppe|&amp;#039;&amp;#039;eigenen&amp;#039;&amp;#039; und der &amp;#039;&amp;#039;anderen&amp;#039;&amp;#039;]] Gruppenzugehörigkeit und welchen Gruppen heiratsfähige Personen angehören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In biologischer Hinsicht vermehrt Exogamie die selektiven Gelegenheiten für [[evolution]]ären Variationenreichtum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Formen ==&lt;br /&gt;
Wie alle Heiratsregeln kann Exogamie als Sollerwartung (präferentiell) oder als [[Soziale Norm|vorgeschriebene Norm]] (präskriptiv) wirken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rasuly-Paleczek 2011-105&amp;quot; /&amp;gt; Bei einem Exogamie[[Gebot (Ethik)|gebot]] werden Heiraten innerhalb der gleichen Gruppe nicht geduldet und ein Exogamiebruch wird mit dem Ausschluss aus der Gruppe oder sogar dem Tode bestraft (so früher beim [[Tolai#Soziale Organisation|Tolai-Volk]] in Papua-Neuguinea). Solche &amp;#039;&amp;#039;[[Eheverbot|Heiratsverbote]]&amp;#039;&amp;#039; müssen aber unverheirateten Mitgliedern nicht verbieten, [[sex]]uelle Partnerschaften mit Angehörigen der eigenen Gruppe einzugehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Glossar-Heiratsverbote&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Exogamieregel kann grundsätzlich &amp;#039;&amp;#039;enger&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;weiter&amp;#039;&amp;#039; gefasst sein und sich auf die nahen [[Verwandtschaftsbeziehung|Verwandten]] oder auf weiter entfernte Verwandtschaft beziehen, beispielsweise den [[Clan]] oder eine örtliche Gruppierung (siehe auch [[Anisogamie]]: Heirat außerhalb der eigenen [[Sozioökonomischer Status|sozioökonomischen Statusgruppe]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rasuly-Paleczek 2011-103&amp;quot; /&amp;gt; Da fast alle der weltweit erfassten 1300&amp;amp;nbsp;[[Indigene Völker|indigenen Völker]] und [[Ethnie]]n&amp;lt;ref name=&amp;quot;Atlas&amp;quot; /&amp;gt; der [[Inzest]]schranke gegenüber leiblichen Eltern und Geschwistern folgen („Mindest-Exogamie“), bezeichnet &amp;#039;&amp;#039;exogam&amp;#039;&amp;#039; nicht das übliche „Hinausheiraten“ aus der eigenen [[Kernfamilie]]. Exogamie bezieht sich auf größere Gruppierungen wie beispielsweise Abstammungsgruppen ([[Lineage]]s) oder ganze Erblinien ([[Moiety|Moieties]]), die sich als soziale Einheit verstehen und Heiraten innerhalb ihrer Gemeinschaft nicht erlauben. So kann das gegenseitige exogame Heiraten zwischen zwei (oder mehreren) Gruppen zur Grundlage ihrer [[Bündnis|Allianzbildung]] werden, die eine weitergehende [[Kooperation|Zusammenarbeit]] beinhaltet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Glossar-Allianzsystem&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast immer existieren in Gruppen und [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaften]] gleichzeitig mit &amp;#039;&amp;#039;exo&amp;#039;&amp;#039;gamen Bestimmungen auch (übergeordnete) &amp;#039;&amp;#039;endo&amp;#039;&amp;#039;game Heiratsregeln, die sich auf örtliche, [[wirtschaft]]liche, [[Politik|politische]], [[Religion|religiöse]], ethnische oder andere Zugehörigkeiten oder auf Altersgruppen beziehen, manchmal auch auf die [[Abstammung]] von einem gemeinsamen [[Vorfahr]]en ([[Blutsverwandtschaft|Kosanguinität]] unterschiedlichen Grades): Während der Ehepartner nicht aus der eigenen sozialen Untergruppe kommen darf, soll er aber grundsätzlich der gleichen Gemeinschaft angehören, beispielsweise auch [[Judentum|jüdischen Glaubens]] sein oder zur selben [[Kaste]] gehören (siehe auch [[Isogamie]]: Heiraten innerhalb der gleichen Schicht).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rasuly-Paleczek 2011-105&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Glossar-Exogamie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Stellung des Einzelnen ist entscheidend, ob die Exogamie durch [[Matrilinearität]] oder [[Patrilinearität]] verwirklicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
Der französische [[Ethnologe]] [[Claude Lévi-Strauss]] versuchte 1949 in seinen Studien den Zusammenhang zwischen Exogamie und der Vermeidung von Inzest (Paarung zwischen [[Blutsverwandtschaft|Blutsverwandten]]) aufzuweisen, Heirat sei eine systematische Form des Austausches zwischen sozialen Gruppen, die sich aus dem Inzestverbot entwickelt habe (siehe [[Inzest #Wissenschaftliche Erklärungsansätze zur Ablehnung von Inzest|Inzest: Wissenschaftliche Erklärungsansätze]]). Die Ausdehnung der ursprünglichen Inzestschranke (zwischen Eltern und Kindern und zwischen Geschwistern) auf einen größeren Teil der Verwandtschaft würde exogames Heiraten außerhalb der eigenen Gruppe notwendig machen. Dies würde den gegenseitigen Austausch und das Zusammenwirken ([[Kooperation]]) von größeren, über die eigene Abstammungsgruppe hinausgehenden [[Gemeinschaft]]en erfordern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rasuly-Paleczek 2011-103&amp;quot; /&amp;gt; Das zeigt sich insbesondere in der bei matrilinearen Kulturen weit verbreiteten [[Kreuzcousinenheirat]], in Verbindung mit einer symmetrischen Austauschbeziehung, bei der eine Gruppe die Zuführung einer Frau mit der Abgabe einer anderen an deren Clan oder durch Ringtausch an eine andere auszugleichen hat. Die Eheschließung mit der Kreuzcousine ist eine exogame Heiratsregel, weil die Cousine – anders als bei der seltenen Parallelcousinenheirat – einer anderen sozialen Gruppe zugeordnet ist als ihr Kreuzcousin; sie lebt in einer patrilokalen Gesellschaft als Kind der vaterseitigen Tante in einem anderen Clan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ableitung der exogamen [[Heiratsregeln]] vom Inzestverbot wird in der neueren [[Ethnosoziologie]] abgelehnt, da Mädchen oder Frauen in vielen ethnischen Gesellschaften rechtmäßig mit Männern ihrer eigenen Gruppe sexuell verkehren dürfen, diese jedoch nicht ihre rechtmäßigen Ehepartner werden können. Exogamieregeln gründen also nicht direkt auf der Inzestschranke, welche nur die Wahl von Sexualpartnern betrifft,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Glossar-Exogamie&amp;quot; /&amp;gt; sondern dienen aus ethnosoziologischer Perspektive vor allem sozialen und politischen Zwecken, beispielsweise der Allianzbildung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Glossar-Allianzsystem&amp;quot; /&amp;gt; Es handelt sich also nicht um eine anthropologische Konstante, sondern um eine (mehr oder weniger) verbindliche soziale Norm, die unterschiedliche soziale Funktionen haben und z.&amp;amp;nbsp;B. durch soziale Lernprozesse entstanden sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demgegenüber argumentierte [[Edvard Westermarck]], dass es sich bei der Exogamie nicht um eine soziale oder kulturelle, sondern um eine evolutionspsychologische Funktion handle, welche die Lernprozesse im jungen Alter präge: Sexuelle Anziehung entwickle sich nicht, wenn Menschen in großer Nähe aufgewachsen sind. Exogamie biete somit einen Selektionsvorteil durch Vermeidung von [[Inzucht]] und Erkrankungen der Nachkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Edvard Westermarck: &amp;#039;&amp;#039;Recent Theories of Exogamy.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[The Sociological Review]].&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang 26, 1934, S. 22–44. Zuerst wurde die Theorie in Westermarcks Buch &amp;#039;&amp;#039;The History of Human Marriage&amp;#039;&amp;#039; (2 Bände, London 1891) publiziert.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit setzt sich Westermarck, dessen Hypothese in einigen empirischen Studien bestätigt wurde, von [[Sigmund Freud]]s Theorie des [[Ödipuskonflikt]]s ab. Die generelle Gültigkeit seiner Erklärung wird jedoch bestritten, u.&amp;amp;nbsp;a. von Eran Shor und Dalit Simachai auf Basis einer empirischen Untersuchung über Menschen, die in israelischen [[Kibbuz]]im gemeinsam aufwuchsen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Eran Shor, Dalit Simchai |Titel=Incest Avoidance, the Incest Taboo, and Social Cohesion: Revisiting Westermarck and the Case of the Israeli Kibbutzim |Sammelwerk=[[American Journal of Sociology]] |Band=Jahrgang 114 |Nummer=6 |Datum=2009 |ISSN=0002-9602 |Seiten=1803–1842 |DOI=10.1086/597178}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Jesse Bering hält 2010 die Exogamie für eine kulturelle Norm: Menschen würden sexuelle Präferenzen vor allem gegenüber Personen entwickeln, die ihren Eltern oder ihnen selbst ähneln.&amp;lt;ref&amp;gt;Jesse Bering: [https://blogs.scientificamerican.com/bering-in-mind/2010/08/17/oedipus-complex-2-0-like-it-or-not-parents-shape-their-childrens-sexual-preferences/ &amp;#039;&amp;#039;Oedipus Complex 2.0: Like it or not, parents shape their children’s sexual preferences.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Scientific American]].&amp;#039;&amp;#039; 17. August 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--RELEVANZ ?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soziale Funktionen und Folgen eines radikalen Exogamiegebots ==&lt;br /&gt;
Eine soziale Weiterentwicklung von Exogamieregeln in (evolutionsgeschichtlich betrachtet) relativ kurzer Zeit und ihr Funktionswandel kann anhand ihrer ständigen Radikalisierung durch das [[Christentum]] im Verlauf von mehr als 1000 Jahren beschrieben werden: Von [[Augustinus von Hippo|Augustinus]]’ Verbot des [[Inzest]]s über [[Ambrosius von Mailand|Ambrosius]]’ Verbot der Cousinenheirat, das durch [[Theodosius I.]] bestätigt wurde, und den Beschlüssen des [[Konzil von Ephesos|Konzils von Ephesos]] im Jahr 431 führte diese Entwicklung bis zu weitreichenden Heiratsverbote für entfernte Verwandte im Hochmittelalter in immer weiteren Graden und in mehreren Richtungen, nicht nur innerhalb der Blutsverwandtschaft, sondern auch in der Schwiegerverwandtschaft und innerhalb der geistlichen Verwandtschaft (Patenschaft). Die neuen Regeln gingen weit über die biblischen Regeln hinaus. Die katholische Kirche zerschlug damit die endogame Familie, die zugleich eine Quelle der Akkumulation von Vermögen und Macht war. Das diente zunächst der Abgrenzung gegenüber den [[Juden]] und stärkte die [[Mission (Christentum)|Missionierung]] durch Nachahmung in Bekanntenkreisen und Netzwerken,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rodney Stark]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Aufstieg des Christentums – Neue Erkenntnisse aus soziologischer Sicht.&amp;#039;&amp;#039; Beltz Athenäum, Weinheim 1997, ISBN 3-89547-713-3, S. 21–24.&amp;lt;/ref&amp;gt; entwickelte sich aber zu einer expansiven Strategie der Öffnung und Sprengung von Verwandtschaftssystemen ganz allgemein. Diese Strategie verhinderte erfolgreich eine Selbstbeschränkung der Christen in Richtung der Bildung einer endogamen [[Ethnisch-religiöse Gruppe|ethnisch-religiösen Gruppe]]. Dadurch wurde der allgemein verbindliche Erlösungsanspruch des Christentums für alle Menschen im Gegensatz zur Volksbezogenheit des Judentums unterstrichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zu dieser Entwicklung setzten sich die Erhebung der Ehe zum [[Sakrament]], das Postulat ihrer Unauflösbarkeit, [[Monogamie]], [[Zölibat]], Sexualfeindlichkeit, Wertschätzung der [[Jungfrau|Virginität]], aber auch eine Erhöhung der Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft durch, die im [[Marienverehrung|Marienkult]] gipfelte: Im Jahr 325 wurde Maria als Gottesgebärerin (&amp;#039;&amp;#039;theotókos&amp;#039;&amp;#039;) ausgerufen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Emmanuel Todd]]: &amp;#039;&amp;#039;Traurige Moderne – Eine Geschichte der Menschheit von der Steinzeit bis zum Homo americanus.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2018, ISBN 978-3-406-72475-6, S. 137&amp;amp;nbsp;ff., insbesondere S. 146.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später diente diese Politik der Kirche der Verhinderung der Vermögensübertragung innerhalb der Familien, insbesondere der Beschränkung der Macht des Adels – für den europaweit versippten Hochadel waren die Heiratesverbote kaum noch einzuhalten –, und der Eindämmung mächtiger Familiennetzwerke, also lästiger Konkurrenten. Bald gab es kaum noch Menschen, die man heiraten konnte, um zu erben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jack Goody]]: &amp;#039;&amp;#039;The Development of the Family and Marriage in Europe.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge u.&amp;amp;nbsp;a. 1983, ISBN 0-521-24739-X, S.&amp;amp;nbsp;45.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Politik der Ausweitung der Heiratsverbote erreichte ihren Gipfel im 11. Jahrhundert, als Heiraten bis zum 7. Grad der Verwandtschaft verboten waren,&amp;lt;ref&amp;gt;Jack Goody: &amp;#039;&amp;#039;The Development of the Family and Marriage in Europe.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge u.&amp;amp;nbsp;a. 1983, ISBN 0-521-24739-X, S.&amp;amp;nbsp;70.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde aber teilweise bis in das 18. Jahrhundert fortgesetzt: Auch Ehen mit der Witwe des Bruders, zwischen Nachkommen eines Urgroßvaters (das entspricht der Kosanguinität dritten Grades) oder Kindern von Pateneltern waren noch in der frühen Neuzeit kirchenrechtlich verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;Dorett Funcke, Bruno Hildenbrand: &amp;#039;&amp;#039;Ursprünge und Kontinuität der Kernfamilie – Einführung in die Familiensoziologie.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-658-18441-4, S. 85&amp;amp;nbsp;ff. ({{Google Buch |BuchID=6rY7DwAAQBAJ |Seite=85 |Linktext=Seitenvorschau}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
Exogam heiratende Völker sind beispielsweise die [[Nuer]] und die [[Lotuko]] (Afrika), die [[Rajputen]] (Indien), die [[Sherpa]] (Himalaya-Gebirge), die [[Ainu]] (Japan), die [[Kickapoo]], [[Acoma]] und [[Absarokee]] (Nordamerika).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vielen ethnischen Gesellschaften in [[Papua-Neuguinea]], die sich in zwei „Hälften“ unterteilen ([[Moiety|Moiety-Systeme]]), dienen diese vorwiegend der Regelung der gegenseitigen exogamen Eheschließungen. Zwischen ihnen ist &amp;#039;&amp;#039;endo&amp;#039;&amp;#039;games Heiraten streng verboten, der Ehepartner muss bei der anderen Hälfte der Gesellschaft gesucht werden (beispielsweise bei den [[Tolai]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in Indien verbreitete Kastenendogamie wird überlagert von einer extremen Clan-Exogamie und Dorf-Exogamie der höheren Kasten sowie von der [[Hypergamie]], wobei die Braut einer niedrigeren Subkaste entstammt.&amp;lt;ref&amp;gt;Kerstin Gudermuth: &amp;#039;&amp;#039;Kultur der Liebe in Indien: Leidenschaft und Hingabe in Hindu-Mythologie und Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Lit, Münster 2003, ISBN 3-8258-6969-5, S.&amp;amp;nbsp;96.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Partnerwahl beim Menschen#Homogamie und Heterogamie|Homogamie und Heterogamie]] (Partnerwahl nach Gleich-/Verschiedenartigkeit)&lt;br /&gt;
* [[Residenzregeln|Eheliche Wohnsitzregeln]] (Residenz) · [[Deszendenzregeln|Abstammungsregeln]] (Deszendenz)&lt;br /&gt;
* [[Totemismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Renate Otto-Walter: &amp;#039;&amp;#039;Endogamie – Exogamie.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner Fuchs-Heinritz]] u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon zur Soziologie.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-16602-5, S.&amp;amp;nbsp;161.&lt;br /&gt;
* {{Britannica 1911 |Lemma=Exogamy |Band=10 |Seite=79 |SeiteBis=80 |Kommentar=einige Beispiele}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|exogam|exogam}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |autor=Gabriele Rasuly-Paleczek&lt;br /&gt;
   |url=http://www.univie.ac.at/ksa/html/inh/stud/studmate_files/Soz_Org_2011/Soz_Org_3_LV_Text_2011.pdf&lt;br /&gt;
   |titel=Heiratsformen, Heiratsregeln und Gütertransaktionen rund um die Verheiratung&lt;br /&gt;
   |werk=Einführung in die Formen der sozialen Organisation (Teil 3/5)&lt;br /&gt;
   |hrsg=Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien&lt;br /&gt;
   |seiten=99–105&lt;br /&gt;
   |datum=2011&lt;br /&gt;
   |format=PDF; 853 kB&lt;br /&gt;
   |offline=1&lt;br /&gt;
   |archiv-url=https://web.archive.org/web/20131017020640/http://www.univie.ac.at/ksa/html/inh/stud/studmate_files/Soz_Org_2011/Soz_Org_3_LV_Text_2011.pdf&lt;br /&gt;
   |archiv-datum=2013-10-17&lt;br /&gt;
   |abruf=2018-10-10&lt;br /&gt;
   |kommentar=Unterlagen zu ihrer Vorlesung im Sommersemester 2011}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |autor=Helmut Lukas, Vera Schindler, Johann Stockinger&lt;br /&gt;
   |url=https://www.univie.ac.at/Voelkerkunde/cometh/glossar/heirat/egd.htm&lt;br /&gt;
   |titel=Exogamie&lt;br /&gt;
   |werk=Interaktives Online-Glossar: Ehe, Heirat und Familie&lt;br /&gt;
   |hrsg=Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien&lt;br /&gt;
   |datum=1997&lt;br /&gt;
   |abruf=2018-10-10&lt;br /&gt;
   |kommentar=vertiefende Anmerkungen, mit Quellenangaben}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |autor=Brian Schwimmer&lt;br /&gt;
   |url=http://umanitoba.ca/faculties/arts/anthropology/tutor/marriage/incest.html&lt;br /&gt;
   |titel=Exogamy and Incest Prohibitions&lt;br /&gt;
   |werk=Tutorial: Kinship and Social Organization&lt;br /&gt;
   |hrsg=Department of Anthropology, University of Manitoba, Kanada&lt;br /&gt;
   |datum=2003&lt;br /&gt;
   |sprache=en&lt;br /&gt;
   |abruf=2018-10-10&lt;br /&gt;
   |kommentar=umfangreiches Verwandtschaftstutorial}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rasuly-Paleczek 2011-103&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Internetquelle&lt;br /&gt;
 |autor=Gabriele Rasuly-Paleczek&lt;br /&gt;
 |url=http://www.univie.ac.at/ksa/html/inh/stud/studmate_files/Soz_Org_2011/Soz_Org_3_LV_Text_2011.pdf&lt;br /&gt;
 |titel=Exogamie&lt;br /&gt;
 |werk=Einführung in die Formen der sozialen Organisation (Teil 3/5)&lt;br /&gt;
 |hrsg=Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien&lt;br /&gt;
 |seiten=103&lt;br /&gt;
 |datum=2011&lt;br /&gt;
 |format=PDF; 853 kB&lt;br /&gt;
 |offline=1&lt;br /&gt;
 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20131017020640/http://www.univie.ac.at/ksa/html/inh/stud/studmate_files/Soz_Org_2011/Soz_Org_3_LV_Text_2011.pdf&lt;br /&gt;
 |archiv-datum=2013-10-17&lt;br /&gt;
 |abruf=2018-10-10&lt;br /&gt;
 |zitat=Die Exogamie wird bisweilen auch als »out-marriage« bezeichnet. Ganz allgemein wird der Begriff Exogamie, der von McLENNAN geprägt wurde, in der Ethnosoziologie verwendet »…to designate any kind of out marriage« (BARNARD/SPENCER 1997: S. 605) bzw. wird unter Exogamie »a requirement for marriage outside a particular social group or range of kinship or category« (vgl. KEESING 1975: S. 149, Glossar, SEYMOUR-SMITH 1986: S. 107 und BARNARD/SPENCER 1997: S. 605) verstanden bzw. die Exogamie »as a practice of obtaining wives from outside one’s group« (vgl. HARRIS 1971: S. 284) bzw. als »the oligation to choose a marriage partner outside the close family group« (siehe BARNARD/SPENCER 1997: S. 350) definiert.}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rasuly-Paleczek 2011-105&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Internetquelle&lt;br /&gt;
 |autor=Gabriele Rasuly-Paleczek&lt;br /&gt;
 |url=http://www.univie.ac.at/ksa/html/inh/stud/studmate_files/Soz_Org_2011/Soz_Org_3_LV_Text_2011.pdf&lt;br /&gt;
 |titel=Endogamie und Exogamie müssen genau spezifiziert werden&lt;br /&gt;
 |werk=Einführung in die Formen der sozialen Organisation (Teil 3/5)&lt;br /&gt;
 |hrsg=Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien&lt;br /&gt;
 |seiten=105&lt;br /&gt;
 |datum=2011&lt;br /&gt;
 |format=PDF; 853 kB&lt;br /&gt;
 |offline=1&lt;br /&gt;
 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20131017020640/http://www.univie.ac.at/ksa/html/inh/stud/studmate_files/Soz_Org_2011/Soz_Org_3_LV_Text_2011.pdf&lt;br /&gt;
 |archiv-datum=2013-10-17&lt;br /&gt;
 |abruf=2018-10-10&lt;br /&gt;
 |zitat=Vielfach bestehen in einer Gesellschaft somit gleichzeitig Endogamie- und Exogamieregelungen und jedes Individuum gehört gleichzeitig einer Reihe von endogamen und exogamen Gruppen an. (vgl. HARRIS 1971: S. 284 und BARNARD/SPENCER 1997: S. 350) So z.&amp;amp;nbsp;B. im indischen Kastensystem, wo »…one must (with certain exceptions) marry out of one’s lineage but within one’s caste group; there is thus lineage exogamy and caste endogamy« (WINTHROP 1991: S. 175).}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Atlas&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ende 2012 waren im [https://serc.carleton.edu/sp/carl_ltc/quantitative_writing/examples/38070.html &amp;#039;&amp;#039;Ethnographic Atlas&amp;#039;&amp;#039;] weltweit genau [https://web.archive.org/web/20180610021918/http://intersci.ss.uci.edu/wiki/index.php/Ethnographic_Atlas 1300&amp;amp;nbsp;Ethnien] erfasst, von denen oft nur Stichproben ausgewertet wurden, beispielsweise im internationalen [[Kulturvergleichende Sozialforschung#Das HRAF-Projekt|HRAF]]-Projekt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Glossar-Heiratsverbote&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Internetquelle&lt;br /&gt;
 |autor=Lukas, Schindler, Stockinger&lt;br /&gt;
 |url=https://www.univie.ac.at/Voelkerkunde/cometh/glossar/heirat/egj.htm&lt;br /&gt;
 |titel=Heiratsverbote&lt;br /&gt;
 |werk=Interaktives Online-Glossar: Ehe, Heirat und Familie&lt;br /&gt;
 |hrsg=Universität Wien&lt;br /&gt;
 |datum=1997&lt;br /&gt;
 |abruf=2018-10-10}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Glossar-Allianzsystem&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Internetquelle&lt;br /&gt;
 |autor=Lukas, Schindler, Stockinger&lt;br /&gt;
 |url=https://www.univie.ac.at/Voelkerkunde/cometh/glossar/heirat/eh.htm&lt;br /&gt;
 |titel=Allianzsystem&lt;br /&gt;
 |werk=Interaktives Online-Glossar: Ehe, Heirat und Familie&lt;br /&gt;
 |hrsg=Universität Wien&lt;br /&gt;
 |datum=1997&lt;br /&gt;
 |abruf=2018-10-10&lt;br /&gt;
 |zitat=Allianzsystem: Ein Beziehungssystem, das mittels über mehrere Generationen wiederholte Heiraten zwischen unilinearen Deszendenzgruppen oder anderen Verwandtschaftsgruppen festgesetzte und dauerhafte Heiratsbeziehungen produziert bzw. durch diese ausgedrückt wird.}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Glossar-Exogamie&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Internetquelle&lt;br /&gt;
 |autor=Lukas, Schindler, Stockinger&lt;br /&gt;
 |url=https://www.univie.ac.at/Voelkerkunde/cometh/glossar/heirat/egd.htm&lt;br /&gt;
 |titel=Exogamie&lt;br /&gt;
 |werk=Interaktives Online-Glossar: Ehe, Heirat und Familie&lt;br /&gt;
 |hrsg=Universität Wien&lt;br /&gt;
 |datum=1997&lt;br /&gt;
 |abruf=2018-10-10}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochzeit und Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziale Norm]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnosoziologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Danjiro</name></author>
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