<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Exemtion</id>
	<title>Exemtion - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Exemtion"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Exemtion&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-28T16:01:53Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Exemtion&amp;diff=239239&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bisam: Abkürzungen korrigiert bzw. vereinheitlicht, doppelter Leerschlag</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Exemtion&amp;diff=239239&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-08-26T15:00:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Abkürzungen korrigiert bzw. vereinheitlicht, doppelter Leerschlag&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Exemtion&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|eximere}} „herausnehmen“) bezeichnet die Begründung einer rechtlichen Sonderstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Rechtssprache versteht man unter einer Exemtion die generelle Freistellung bestimmter Personen, Institutionen oder Orte aus dem Gerichtsverband (Gerichtsfreiheit) und die Zuerkennung einer eigenen [[Gerichtsbarkeit]] &amp;#039;&amp;#039;({{lang|la|privilegium [electionis] fori}})&amp;#039;&amp;#039; sowie die Befreiung von bestimmten öffentlichen Lasten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;duden.de Exemtion&amp;quot; /&amp;gt; Diese Exemtion war im [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation]] ein [[Reservatrechte (Heiliges Römisches Reich)|Reservatrecht]] des Kaisers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Kirchenrecht]] bezieht sich der Begriff auf die Herausnahme geistlicher Personen oder Institutionen aus der allgemeinen kirchlichen Organisation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;duden.de Exemtion&amp;quot;&amp;gt;[https://www.duden.de/rechtschreibung/Exemtion &amp;#039;&amp;#039;Exemtion&amp;#039;&amp;#039;] bei duden.de.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zugehörige [[Adjektiv]] lautet &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;exemt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/rechtschreibung/exemt &amp;#039;&amp;#039;exemt&amp;#039;&amp;#039;] bei duden.de.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die historische Schreibweise &amp;#039;&amp;#039;exempt&amp;#039;&amp;#039; mit &amp;#039;&amp;#039;p&amp;#039;&amp;#039; entspricht zwar dem [[latein]]ischen Adjektiv &amp;#039;&amp;#039;exemptus&amp;#039;&amp;#039; (wörtlich „herausgenommen“),&amp;lt;ref&amp;gt;Lateinisch [https://en.wiktionary.org/wiki/exemptus &amp;#039;&amp;#039;exemptus&amp;#039;&amp;#039;] im englischen [[Wiktionary]].&amp;lt;/ref&amp;gt; ist aber heute im Deutschen nicht üblich. Diese Schreibvariante ist in dem Substantiv &amp;#039;&amp;#039;[[Exempt (Militär)|Exempt]]&amp;#039;&amp;#039; erhalten (historische Bezeichnung eines Dienstgrades beim Militär). Im [[Englische Sprache|Englischen]] ist die Schreibweise mit &amp;#039;&amp;#039;p&amp;#039;&amp;#039; üblich: Substantiv &amp;#039;&amp;#039;exemption&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Englisch [https://dict.leo.org/englisch-deutsch/exemption &amp;#039;&amp;#039;exemption&amp;#039;&amp;#039;] im Online-Wörterbuch LEO.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Substantiv, Verb und Adjektiv &amp;#039;&amp;#039;exempt&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Englisch [https://dict.leo.org/englisch-deutsch/exempt &amp;#039;&amp;#039;exempt&amp;#039;&amp;#039;] im Online-Wörterbuch LEO.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gerichtsbarkeit ==&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] war der Adel nach römischem Vorbild von unterschiedlichen öffentlichen Lasten ([[munera]]) befreit, insbesondere von der [[Zehnt]]pflicht und von der ordentlichen [[Gerichtsbarkeit]]. Die Übertragung der Höheren und Niederen Gerichtsbarkeit bedeutete die Freiheit von königlicher Herrschaftsgewalt bzw. die eigenverantwortliche Ausübung von Hoheitsrechten.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Grathoff: {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Recht im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/glossar/alphabet/r/recht-im-mittelalter.html |wayback=20160531140929}} regionalgeschichte.net, abgerufen am 30. April 2016&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurde zur Grundlage der [[Landesherrschaft]] der [[Reichsfürsten]] im Spätmittelalter. Analog bestand auf dem Gebiet der Rechtsprechung die [[kirchliche Immunität]].&amp;lt;ref&amp;gt;Peter C. A. Schels: {{Webarchiv |url=http://u01151612502.user.hosting-agency.de/malexwiki/index.php/Immunit%C3%A4t |wayback=20160430094357 |text=&amp;#039;&amp;#039;Immunität&amp;#039;&amp;#039; |archiv-bot=2019-04-10 00:02:01 InternetArchiveBot}} &amp;#039;&amp;#039;Kleine Enzyklopädie des deutschen Mittelalters.&amp;#039;&amp;#039; 2015&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis in die Gegenwart sind bei [[Diplomatische Immunität|diplomatischer Immunität]] bestimmte Personen wegen ihrer gedachten [[Exterritorialität]] von der staatlichen Gerichtsbarkeit ausgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Kreicker: &amp;#039;&amp;#039;Völkerrechtliche Exemtionen. Grundlagen und Grenzen völkerrechtlicher Immunitäten und ihre Wirkungen im Strafrecht.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2007, ISBN 978-3-86113-868-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kirchliches Organisationsrecht ==&lt;br /&gt;
Im katholischen [[Kirchenrecht]] versteht man unter Exemtion die Ausgliederung bestimmter Personen, Institutionen oder Orte aus der kirchenrechtlichen Zuständigkeit eigentlich zuständiger kirchlicher Vorgesetzter und ihre direkte Unterstellung unter eine höhere Obrigkeit, zumeist den Papst. Man unterscheidet in der Rechtsgeschichte die &amp;#039;&amp;#039;teilweise Exemtion&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;(exemptio partialis)&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;völlige Befreiung&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;(exemptio totalis)&amp;#039;&amp;#039; von der Unterordnung unter die Jurisdiktion des regulären nächsten Oberen ([[Ordinarius (Kirche)|Ordinarius]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exemte Bistümer, Klöster und Orden ==&lt;br /&gt;
Nicht einer Metropolie oder einem Erzbistum unterstellte Bistümer, die direkt als höherer Instanz dem Heiligen Stuhl in Rom zugeordnet sind, werden auch als &amp;#039;&amp;#039;immediat&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet (lat. &amp;#039;&amp;#039;immediatus&amp;#039;&amp;#039; „unmittelbar“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] erlangten viele Bistümer, Orden, Universitäten und Abteien die Exemtion. Besondere Bedeutung hatte die Exemtion für [[Ordensgemeinschaft|Orden]] und [[Kloster|Klöster]], die durch diesen Status eine gewisse rechtliche Eigenständigkeit gegenüber den jeweiligen lokalen und regionalen kirchlichen Amtsträgern erhalten konnten, zumeist gegenüber dem zuständigen [[Diözesanbischof]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* Die Exemtion des [[Bistum Pavia|Bistums Pavia]] aus dem [[Kirchenprovinz|Metropolitanverband]] und die direkte Unterstellung unter den Papst im 7.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert ist die erste geschichtlich fassbare Exemtion in der Kirche des Westens.&lt;br /&gt;
* Die ersten Klöster, die im Zusammenhang mit der Exemtion genannt werden, sind das [[Columban von Luxeuil|columbanische]] [[Abtei Bobbio|Kloster Bobbio]] in Norditalien und [[Kloster Luxeuil|Luxeuil]] in Frankreich. Beide erhielten dieses päpstliche Privileg bereits 628. Es garantierte ihnen neben der Bischofsfreiheit auch die direkte Unterstellung unter den Papst.&lt;br /&gt;
* In Deutschland findet sich die Exemtion zuerst beim [[Kloster Fulda]]. [[Bonifatius]] konnte sie 751 von Papst [[Zacharias (Papst)|Zacharias]] erwirken.&lt;br /&gt;
* Die [[Abtei Cluny]] wurde schon bei ihrer Gründung 910 exemt. Seither wurde die Exemtion besonders im Zeitalter der [[Gregorianische Reformen|Gregorianischen Reform]] auch ganzen Klosterverbänden, dann im 12. und 13. Jahrhundert sogar Gesamtorden verliehen ([[Ritterorden|Ritter-]] und [[Bettelorden]]).&lt;br /&gt;
* Ab 1669 war das [[Stift Elten]] exemt aufgrund des Endes der Selbständigkeit des [[Hochstift Utrecht|Hochstiftes Utrecht]] infolge der Reformation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem späten Mittelalter wurde die Exemtion zunehmend als Hindernis für Reformversuche betrachtet und auf dem [[Tridentinum|Trienter Konzil]] deutlich eingeschränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Exemtion wurde auf Antrag an den [[Apostolischer Stuhl|Heiligen Stuhl]] durch päpstlichen [[Indult (Kirchenrecht)|Indult]] (Gnadenerweis) gewährt. Häufig wurde solchen Ansinnen jedoch nicht stattgegeben. So strebte das [[Bistum Passau]] jahrhundertelang vergeblich eine Exemtion gegenüber dem [[Erzdiözese Salzburg|Erzbistum Salzburg]] an, bevor es sie 1722 schließlich erlangte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Codex Iuris Canonici]] von 1983 wird die Exemtion kaum mehr erwähnt. [[Gewohnheitsrecht]]lich kann sie aber Bestand haben und auch im diözesanen Recht geregelt sein. Gegenwärtige exemte Bistümer sind häufig in kleinen Staaten (mit nur einem Bistum) oder politisch umstrittenen Gebieten zu finden; heute sind etwa die Erzbistümer [[Erzbistum Luxemburg|Luxemburg]], [[Erzbistum Vaduz|Vaduz]] und [[Erzbistum Straßburg|Straßburg]] und die Bistümer [[Bistum Metz|Metz]], [[Bistum Gibraltar|Gibraltar]], &amp;lt;!--[[Bistum Skopje|Skopje]], das da nehme ich mal raus, da es laut dem dortigen Artikel der bosnischen Erzdiözese Vrhbosna (Sarajevo) unterstellt ist --&amp;gt; [[Bistum Oslo (römisch-katholisch)|Oslo]] usw. exemt. Eine echte Ausnahme stellt die [[Römisch-katholische Kirche in der Schweiz|Schweiz]] dar, in der alle sechs Bistümer exemt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Reichsunmittelbarkeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Audomar Scheuermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Exemtion&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Theologische Realenzyklopädie]].&amp;#039;&amp;#039; 10. 1982, S. 696–698.&lt;br /&gt;
* Reinhold Seebott: Art. &amp;#039;&amp;#039;Exemtion&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Stephan Haering]]/[[Heribert Schmitz (Theologe, 1929)|Heribert Schmitz]] (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Lexikon des Kirchenrechts&amp;#039;&amp;#039; (= Lexikon für Theologie und Kirche kompakt). Herder, Freiburg im Breisgau 2004, ISBN 3-451-28522-3, Sp. 274&amp;amp;nbsp;ff. &lt;br /&gt;
* [[Matthias Schrör]]: &amp;#039;&amp;#039;Von der kirchlichen Peripherie zum universalen Papsttum? Ein Beitrag zum Phänomen der Bistumsexemtion im Hochmittelalter anhand der Beispiele von Le Puy-en-Velay und Bamberg.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Rom und die Regionen&amp;#039;&amp;#039;. Studien zur Homogenisierung der lateinischen Kirche im Hochmittelalter, hrsg. v. [[Jochen Johrendt]]/[[Harald Müller (Historiker)|Harald Müller]] (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, N.F. 19). Berlin/Boston 2012, ISBN 978-3-11-028514-7, S. 63–82.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.hrgdigital.de/q/Exemtion/suche.html &amp;#039;&amp;#039; Exemtion&amp;#039;&amp;#039;], Trefferliste zur Wortsuche im [[Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4153305-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recht (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsgeschichte des Mittelalters (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gerichtsbarkeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kanonisches Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchenrechtsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchenwesen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bisam</name></author>
	</entry>
</feed>