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	<title>Exakte Wissenschaft - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T03:40:51Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Exakte_Wissenschaft&amp;diff=1566748&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Mike Krüger: Tippfehler korrigiert</title>
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		<updated>2026-04-30T06:22:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Exakte Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Wissenschaftsbereich als Teil der [[Naturwissenschaft]]en, in dem vorrangig mathematische Methoden zur Anwendung kommen. Unter &amp;#039;&amp;#039;exakten Wissenschaften&amp;#039;&amp;#039; wird in erster Linie die [[Mathematik]] selbst, die [[Astronomie]], die [[Physik]] und die [[Chemie]] verstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Konradin Medien GmbH Leinfelden-Echterdingen |url=https://www.wissen.de/lexikon/exakte-wissenschaften |titel=exakte Wissenschaften aus dem Lexikon {{!}} wissen.de |sprache=de |abruf=2026-03-02 |kommentar=Dort wird auch die symbolische oder [[mathematische Logik]] inbegriffen, die hier als Disziplin der Mathematik verstanden wird.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Arvid Aulin |Titel=The Nature of Exact Science |Sammelwerk=Foundations of Economic Development |Verlag=Springer Berlin Heidelberg |Ort=Berlin, Heidelberg |Datum=1992 |Sprache=en |ISBN=978-3-642-77594-9 |DOI=10.1007/978-3-642-77592-5_3 |Seiten=21–37 |Online=http://link.springer.com/10.1007/978-3-642-77592-5_3 |Abruf=2026-03-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jim Henle |Titel=The Exact Science |Sammelwerk=The Mathematical Intelligencer |Band=36 |Nummer=4 |Datum=2014-12 |Sprache=en |ISSN=0343-6993 |DOI=10.1007/s00283-014-9507-8 |Seiten=98–101 |Online=http://link.springer.com/10.1007/s00283-014-9507-8 |Abruf=2026-03-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Fachgebiete – in weiten Teilen auch die [[Ingenieurwissenschaften]] – basieren auf den exakten Methoden und Verfahren der Mathematik sowie auf der quantitativen [[Messung|Messbarkeit]] von Ereignissen und Phänomenen und ihrer symbolisch-logischen Beschreibung. Dabei spielen [[Modell (Wissenschaft)|Modelle]] und Methoden zur [[Prognose|Vorhersage]] eine gewisse Rolle. Noch wichtiger sind jedoch die [[Analyse]] und Beschreibung von Naturphänomenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gegenteil wären die &amp;#039;&amp;#039;nicht-exakten Wissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; Der Begriff wird jedoch nur selten bis gar nicht verwendet. Gemeint sind damit in der Regel die [[Geisteswissenschaft|Geistes]]-, [[Politikwissenschaft|Politik]]- oder [[Sozialwissenschaften]] u.&amp;amp;nbsp;a. Letztere Fachgebiete erheben teilweise jedoch ebenso [[Daten]] und verwenden ebenfalls mathematische Werkzeuge, beispielsweise die [[Statistik]]. Weitere Wissenschaften, auch bekannt als &amp;#039;&amp;#039;Erfahrungswissenschaften&amp;#039;&amp;#039;, wie beispielsweise die [[Soziologie]], basieren auf einer [[Empirie|empirischen Herangehensweise]]. Sie zählen nicht zu den exakten Wissenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Herkunft ==&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung [[Exaktheit|exakte]] [[Wissenschaft]] hat ihre Prägung im späten [[19. Jahrhundert]] erhalten und sie wurde damals vielfach und in unterschiedlichen Bedeutungen gebraucht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Max Planck]] |Titel=The Meaning and Limits of Exact Science |Sammelwerk=Science |Band=110 |Nummer=2857 |Datum=1949-09-30 |Sprache=en |ISSN=0036-8075 |DOI=10.1126/science.110.2857.319 |Seiten=319–327 |Online=https://www.science.org/doi/10.1126/science.110.2857.319 |Abruf=2026-03-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weitesten Sinne hat sie dieselbe Bedeutung wie &amp;#039;&amp;#039;mathematische&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaft, welche der [[Neuzeit|neuzeitlichen]] Zielsetzung entspringt, mathematische Qualitäten oder Wesenheiten der [[Empirie|empirischen]] Dinge in einer &amp;#039;&amp;#039;vermengten Mathematik&amp;#039;&amp;#039;  – in einer so genannten ›&amp;#039;&amp;#039;Mathesis mixta&amp;#039;&amp;#039;‹&amp;lt;ref&amp;gt;Das Begriffspaar  ›&amp;#039;&amp;#039;mathesis mixta&amp;#039;&amp;#039;‹-  ›&amp;#039;&amp;#039;mathesis pura&amp;#039;&amp;#039;‹ findet sich seit dem 18. Jahrhundert in der Wissenschaftsphilosophie und ist etwa [[Helmut Pulte]], &amp;#039;&amp;#039;Axiomatik und Empirie&amp;#039;&amp;#039;. (Wiss. Buchges.) Darmstadt 2005, zu entnehmen. Darin auf Seite 42&amp;amp;nbsp;f. heißt es zu diesem Kontext: „Während die &amp;#039;&amp;#039;mathesis pura&amp;#039;&amp;#039; Beziehungen zwischen mathematischen Größen unabhängig von irgendwelchen Objekten untersucht, geht es der &amp;#039;&amp;#039;mathesis mixta&amp;#039;&amp;#039; um solche Größen und Größenbeziehungen, die &amp;#039;&amp;#039;in&amp;#039;&amp;#039; natürlichen, der Zählung und Messung zugänglichen Objekten angetroffen werden. &amp;#039;&amp;#039;Mathesis mixta&amp;#039;&amp;#039; kann nicht in eine formale Struktur einerseits und einen physikalischen Anwendungsfall andererseits zerlegt werden, so dass erstere erst durch letzteren ›interpretiert‹ werden müsste, um als wahr gelten zu können, sondern sind &amp;#039;&amp;#039;als Mathematik&amp;#039;&amp;#039; bereits wahr“.&amp;lt;/ref&amp;gt; – zu erfassen und zu extrahieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Michael Heidelberger, &amp;#039;&amp;#039;Das Experiment in den Wissenschaften&amp;#039;&amp;#039;. Seite 157 in A. Bartels, M. Stöckler (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaftstheorie&amp;#039;&amp;#039;. (Mentis) Paderborn 2007. «Sie [die wissenschaftlichen Instrumente] dienten der so genannten &amp;#039;&amp;#039;mathematica mixta&amp;#039;&amp;#039;, die neben abstrakten mathematischen Eigenschaften der Natur noch einzelne physikalische Qualitäten mitberücksichtigt.» (S.&amp;amp;nbsp;157).&amp;lt;/ref&amp;gt; Gelegentlich findet sich im betrachteten Zeitabschnitt diese allgemeine Synonymität,&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe etwa die &amp;#039;&amp;#039;Einleitung&amp;#039;&amp;#039; in [[Otto Hölder]]s &amp;#039;&amp;#039;Die Mathematische Methode&amp;#039;&amp;#039;. (Springer) Berlin 1924. «In der Mathematik und in den exakten Naturwissenschaften, die sich der Mathematik als einer Hilfswissenschaft bedienen, kommen eigentümliche, lange und verzweigte Schlußketten vor.» (S.&amp;amp;nbsp;1).&amp;lt;/ref&amp;gt; und manchmal wird noch allgemeiner mit &amp;#039;&amp;#039;mathematischem&amp;#039;&amp;#039; Denken gleichgesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe P. Lorenzen (1960), hier in der &amp;#039;&amp;#039;Literatur&amp;#039;&amp;#039;. «Dass die exakte Naturwissenschaft mindestens 2500 Jahre alt ist (Geometrie!), ist aus dem Bewusstsein verdrängt.» (S.&amp;amp;nbsp;1) - «Das Verstehen des Denkens der Menschen, von denen die Wissenschaftsgeschichte handelt, ist aber kein bloßes geisteswissenschaftliches Verstehen, sondern setzt auch ein Verständnis für exakte Wissenschaft in ihrer zeitunabhängigen Geltung voraus.» (S.&amp;amp;nbsp;2).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der engere Begriff der &amp;#039;&amp;#039;exakten Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039; entstammt der [[Neukantianismus|Neukantianischen]] Strömung in der [[Wissenschaftstheorie|Wissenschaftsphilosophie]] seit Ende des 19. Jahrhunderts, um die „&amp;#039;&amp;#039;logische&amp;#039;&amp;#039; Eigenständigkeit“ der [[Naturwissenschaften]] gegenüber den Geisteswissenschaften zu behaupten&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Unterscheidung wurde in den &amp;#039;&amp;#039;Logik&amp;#039;&amp;#039;-Schriften, jeweils von  [[Christoph von Sigwart|Ch. Sigwart]] (1873/78) und von [[Wilhelm Wundt|W. Wundt]] (1880/83) herausgearbeitet. Siehe dazu [[Helmut Pulte]], &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, Abschnitt III (&amp;#039;&amp;#039;Ausbildung moderner Wissenschaftsbegriffe im 19. und 20. Jh.&amp;#039;&amp;#039;), Nr. 2 (&amp;#039;&amp;#039;Aprioristische Tradition einschließlich Neukantianismus&amp;#039;&amp;#039;)  in [[Historisches Wörterbuch der Philosophie]], Bd.&amp;amp;nbsp;12. (Schwabe) Basel 2004. S.&amp;amp;nbsp;922–4 sowie insbes. die Anm.&amp;amp;nbsp;38 u.&amp;amp;nbsp;39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Man vergleiche insbes. den Vierten Abschnitt, Seite 479, des Zweiten Bandes in W. Wundt (1883), hier in der &amp;#039;&amp;#039;Literatur&amp;#039;&amp;#039; angegeben. Dort wird explizit eine ›Logik der Gesellschaftswissenschaften‹ dargestellt, gegenüber den logischen Eigenarten der „exakten Naturforschung“ (ebd., S.&amp;amp;nbsp;220) in den Naturwissenschaften (im vorangehenden Abschnitt), worin Wundt  sogar eine ›Logik der [[Chemie]]‹ und eine ›Logik der [[Biologie]]‹ unterscheidet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Von solch einer Unterscheidung zwischen passenden Methoden der Naturwissenschaften einerseits und Geisteswissenschaften andererseits wurde in der Nachfolge vorrangig von Naturwissenschaftlern und Mathematikern bis Ende des 20. Jahrhunderts Gebrauch gemacht, um ihre jeweilige Wissenschaft &amp;#039;&amp;#039;methodologisch&amp;#039;&amp;#039; von den Geisteswissenschaften abzugrenzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Man siehe exemplarisch [[Max Planck]], &amp;#039;&amp;#039;Sinn und Grenzen der exakten Wissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; (Vortrag gehalten im November 1941). Barth-Verlag, Leipzig &amp;lt;sup&amp;gt;7&amp;lt;/sup&amp;gt;1965.Online verfügbar: [https://www.projekt-gutenberg.org/planck/exwissen/titlepage.html projekt-gutenberg.org] (Abruf am 21. Januar 2026).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Bedeutung entnehme man etwa auch dem [https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN360504671?tify=%7B%22pages%22%3A%5B5%5D%2C%22pan%22%3A%7B%22x%22%3A0.683%2C%22y%22%3A0.693%7D%2C%22view%22%3A%22toc%22%2C%22zoom%22%3A0.794%7D Einleitenden Bericht]&amp;lt;!-- Abruf: 23. Januar 2026 --&amp;gt; aus dem ersten Band der [[Encyklopädie der mathematischen Wissenschaften]], die von  [[Felix Klein (Mathematiker)|F. Klein]], [[Heinrich Weber (Mathematiker)|H. Weber]] und [[Franz Meyer (Mathematiker)|F. Meyer]] ab 1898 herausgegeben wurde.&amp;lt;/ref&amp;gt; Davon ausgehend wurde der Terminus auch in der Wissenschaftsphilosophie gebräuchlich.&amp;lt;ref&amp;gt;Mit viel Widerhall wurde der Begriff beim [[Wiener Kreis]] und in der &amp;quot;Berliner Gruppe&amp;quot; um [[Hans Reichenbach (Physiker)|H. Reichenbach]] in den Schriften aufgenommen und verwendet. Siehe dazu insbesondere die Programmschrift &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaftliche Weltauffassung - der Wiener Kreis&amp;#039;&amp;#039;, herausgegeben für den &amp;#039;&amp;#039;Verein Ernst Mach&amp;#039;&amp;#039; von [[Otto Neurath|O. Neurath]], [[Hans Hahn|H. Hahn]] und [[Rudolf Carnap|R. Carnap]]. (Wolf) Wien 1929. Online verfügbar: [https://www.phil.cmu.edu/projects/carnap/editorial/latex_pdf/1929-5.pdf phil.cmu.edu] (Abruf am 23. Januar 2026). Dem &amp;#039;&amp;#039;Geleitwort&amp;#039;&amp;#039; zu dieser Schrift kann entnommen werden, dass sie anlässlich einer vom &amp;#039;&amp;#039;Verein Ernst Mach&amp;#039;&amp;#039; veranstalteten Tagung verfasst wurde, die man gemeinsam mit der [[Deutsche Physikalische Gesellschaft|DPG]] und der [[Deutsche Mathematiker-Vereinigung|DMV]] zu dem Thema &amp;#039;&amp;#039;Erkenntnislehre der exakten Wissenschaften&amp;#039;&amp;#039; organisierte. Sie fand vom 15. bis zum 17. September 1929 in Prag statt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich wird die hier gemeinte Abgrenzung der &amp;#039;&amp;#039;exakten&amp;#039;&amp;#039; Naturwissenschaften zusammen mit dem Ende des Hegelschen [[Deutscher Idealismus|Idealismus]] gesehen. «Naturwissenschaftliches Denken» trat seit Mitte des 19. Jahrhunderts gemeinsam mit einem philosophischen [[Positivismus]] auf,&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe P. Lorenzen (1960), hier in der &amp;#039;&amp;#039;Literatur&amp;#039;&amp;#039;: S.&amp;amp;nbsp;6, dort auch der Wortlaut.&amp;lt;/ref&amp;gt; der die Verschiedenheit allein auf Ebene der &amp;#039;&amp;#039;deskriptiven Verfahren&amp;#039;&amp;#039; zu einer ‹denkökonomischen› Erfassung der Naturerscheinungen einerseits und der Subjektwahrnehmungen andererseits suchte. Exakte (Natur-)Wissenschaft, so die Überzeugung, werde von eigenen «energiesparenden Erfindungen unseres Denkens» begleitet.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Harald Delius, &amp;#039;&amp;#039;Positivismus und Neopositivismus&amp;#039;&amp;#039;. S.&amp;amp;nbsp;269–286 in A. Diemer (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Philosophie&amp;#039;&amp;#039;. Fischer, Frankfurt am Main 1958. Darin obiger Wortlaut auf Seite 274, sowie die allgemeine Charakterisierung: «&amp;#039;&amp;#039;Wissenschaft als Beschreibung&amp;#039;&amp;#039;: Der Geist empirisch - exakter Naturwissenschaftlichkeit, der sich im französischen Positivismus [namentlich hiermit vor allem [[Jean-Baptiste le Rond d’Alembert|J. d&amp;#039;Alembert]] und [[Auguste Comte|A. Comte]] gemeint] manifestiert, kennzeichnet auch den deutschen Positivismus des 19. Jh., vor allem in der Form, die er bei Denkern wie [[Ernst Mach|E. Mach]] (1838–1916) und [[Richard Avenarius|R. Avenarius]] (1843–1896) angenommen hat.».&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kennzeichnung (Wundt) ===&lt;br /&gt;
So heißt es etwa, um einmal [[Wilhelm Wundt]]s &amp;#039;&amp;#039;Methodenlehre&amp;#039;&amp;#039; seiner &amp;#039;&amp;#039;Logik&amp;#039;&amp;#039; von 1883 herauszugreifen, die Aufgabe der Naturwissenschaftler bestehe «in der methodischen Erforschung der einzelnen Naturerscheinungen», was für jede einzelne Erscheinung spezielle, ›logisch‹ anordnende, deduzierende, abstrahierende und «zerlegende» (analysierende) «Werkzeuge exakter Beobachtung» erfordere.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Wundt (1883), hier in der &amp;#039;&amp;#039;Literatur&amp;#039;&amp;#039; angegeben. Die Wortlaute sind den Seiten 220&amp;amp;nbsp;f. (&amp;#039;&amp;#039;die Methoden der Untersuchung&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Die allgemeinen Grundlagen der Naturforschung&amp;#039;&amp;#039;) entnommen. Auf Seite 221 wird etwa festgestellt: «Welchen Erfolg konnte eine Naturforschung haben, die auf Zeitbestimmung ohne Uhr, Temperaturvergleichungen ohne Thermometer, astronomische Beobachtungen ohne Fernrohr vertrauen musste?».&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Methoden der Geisteswissenschaften, zu denen Wundt etwa die [[Philologie]], [[Psychologie]], [[Allgemeine Staatslehre|Staats]]- und [[Wirtschaftswissenschaft|Wirtschaftslehre]] und [[Ethnologie|Völkerkunde]] zählte, seien aus der «spekulativen Philosophie» erwachsen und entwickelten sich davon «unabhängig» weiter. Ihre Wege zur Wissenschaft «bedürfen der Psychologie, [während] Geschichte und Statistik» sich darin eigenständig vermischten. So enthalten Geisteswissenschaften jeweils eigentümliche Methoden, wie etwa «[[Psychophysik|psycho-physische]]», «vergleichend-psychologische» und «historisch-psychologische».&amp;lt;ref&amp;gt;W. Wundt (1883), hier in der &amp;#039;&amp;#039;Literatur&amp;#039;&amp;#039; angegeben. Die Wortlaute sind den Seiten 478 bis 497 (I.1 &amp;#039;&amp;#039;Die allgemeinen Grundlagen der Geisteswissenschaften&amp;#039;&amp;#039;) entnommen. Wundt beruft sich auf die Studien nach [[Auguste Comte|A. Comte]] und [[Gustav Theodor Fechner|G. Fechner]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Letztlich geht Wundt von der Vorstellung psychologisch unabhängiger «[[Logik]]en» aus, was eine gewisse [[Psychologismus|psychologistische]] wie pluralistische Logikauffassung beinhaltet.&amp;lt;ref&amp;gt;Entsprechende Bemerkung dazu auch in [[Helmut Pulte]], &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, Abschnitt III (&amp;#039;&amp;#039;Ausbildung moderner Wissenschaftsbegriffe im 19. und 20. Jh.&amp;#039;&amp;#039;), Nr. 2 (&amp;#039;&amp;#039;Aprioristische Tradition einschließlich Neukantianismus&amp;#039;&amp;#039;)  in [[Historisches Wörterbuch der Philosophie]], Bd.&amp;amp;nbsp;12. (Schwabe) Basel 2004: S.&amp;amp;nbsp;924.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Differenzierung und nicht in der Vereinheitlichung bestand die ursprüngliche Intention.&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text= Die Mathematik, die Naturforschung, die Geisteswissenschaften, jedes dieser Gebiete scheint reich genug, um als Grundlage einer logischen Darstellung zu dienen. [...]&lt;br /&gt;
Auch schien es mir fruchtbringender, der thatsächlichen Entwicklung des wissenschaftlichen Denkens in seinen verschiedenartigen Gestaltungen nachzugehen, als bei abstracten logischen Betrachtungen von fragwürdiger Anwendbarkeit zu verweilen.&lt;br /&gt;
 |Autor=W. Wundt&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;Logik II: Methodenlehre&amp;#039;&amp;#039; (1883)&amp;lt;ref&amp;gt;Hier in der &amp;#039;&amp;#039;Literatur&amp;#039;&amp;#039; angegeben, S.&amp;amp;nbsp;2 (&amp;#039;&amp;#039;Vorwort&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 |Sprache=fr&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition (Lorenzen) ===&lt;br /&gt;
[[Paul Lorenzen]] versuchte in seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;Die Entstehung der exakten Wissenschaften&amp;#039;&amp;#039; (1960) eine nachträgliche Definition von &amp;#039;&amp;#039;exakter Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;. Er hebt dabei ihre, der Mathematik eigentümliche Fähigkeit heraus, eine «Kunstsprache», eine formale Symbolsprache zu bilden, die sich von den «„Unexaktheiten“ der natürlichen Sprache so weit befreit, dass sie sich mit einem genormten Vokabular formulieren lassen». Damit könne sie zu einer «Idealwissenschaft» über die «Realwissenschaften» hinaus abstrahiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bemerkenswert ist Lorenzens Einschätzung, dass die Bezeichnung als &amp;#039;&amp;#039;exakte&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaft einer historisch erwachsenen Überhöhung verschuldet ist, die sich mit dem [[Logischer Empirismus|logischen Empirismus]] seit Beginn des 20. Jahrhunderts verbinden lässt. Es müsse die Exaktheit der Wissenschaft darin bestehen, dass sie [[Theorie]]n ausbildet,&amp;lt;ref&amp;gt;Damit erklärt sich der Einschluss der [[Mathematische Logik|mathematischen Logik]] in das Regelwerk der &amp;#039;&amp;#039;exakten Wissenschaften&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; was nach Kantischem Diktum darlegt, ‹wie viel Mathematik in ihr enthalten ist›:&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu insbesondere [[Immanuel Kant|I. Kant]], &amp;#039;&amp;#039;Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft&amp;#039;&amp;#039; (Riga 1786), S.&amp;amp;nbsp;IX (S.&amp;amp;nbsp;6 in der Meiner-Ausgabe, hrsg. K. Pollock, Hamburg 1997).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Die Rede von den &amp;quot;exakten&amp;quot; Wissenschaften entsteht im vorigen &lt;br /&gt;
Jahrhundert als ein Vorgriff auf die Teilung in Natur- und Geisteswissenschaften, die heute in aller Munde ist. Natürlich wird &amp;quot;exakt&amp;quot; gern als ein lobender Titel in Anspruch genommen - das Programm, alle Wissenschaften zu &amp;quot;exakten&amp;quot; zu machen, ist &lt;br /&gt;
ja erst vor kurzem wieder einmal mit Pathos vom logischen Positivismus verkündet worden. &amp;quot;Exakt&amp;quot; heißt dabei nach modernem Sprachgebrauch eine Wissensdisziplin, wenn sie - mit Aussicht auf Erfolg - ihr Endziel in mathematischen Theorien sieht.&lt;br /&gt;
 |Autor=P. Lorenzen&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;Die Entstehung der exakten Wissenschaften&amp;#039;&amp;#039; (1960)&amp;lt;ref&amp;gt;Hier in der &amp;#039;&amp;#039;Literatur&amp;#039;&amp;#039; angegeben, S&amp;amp;nbsp;9&amp;amp;nbsp;f.: §&amp;amp;nbsp;2 (&amp;#039;&amp;#039;Über den Begriff „exakte Wissenschaften“&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 |Sprache=fr&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überlieferte Verwendungen ==&lt;br /&gt;
=== Journale und Buchreihen ===&lt;br /&gt;
* Buchreihe &amp;#039;&amp;#039;Ergebnisse der Exakten Naturwissenschaften&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;(Tracts in Modern Physics&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://link.springer.com/series/0426 |titel=Springer Tracts in Modern Physics |werk= |hrsg=Springer |sprache=en |abruf=2026-03-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;)&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Buchreihe &amp;#039;&amp;#039;[[Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Fachjournal [[Archive for History of Exact Sciences]],  erstmals 1960 von [[Clifford Truesdell]] gegründet und herausgegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;Truesdell selbst zeigte in seinen wissenschaftstheoretischen Schriften deftige Polemik gegenüber den wissenschaftlichen Methoden der Sozialwissenschaften, die er als &amp;#039;&amp;#039;nichtmathematische&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaften und damit als &amp;#039;&amp;#039;Pseudowissenschaften&amp;#039;&amp;#039; zu kennzeichnen versuchte. Als Hauptargument diente ihm die Behauptung, der [[Empirische Sozialforschung|empirischen Soziologie]] gelten mathematische Methoden als Überlebensstrategie aus Mangel an wissenschaftlichen Talenten. Hier ein Auszug aus &amp;#039;&amp;#039;An Idiot’s Fugitive Essays On Science&amp;#039;&amp;#039;, Springer-Verlag, New York, Berlin, Heidelberg, 1984, wo er üppig [[Stanislav Andreski]]s Wortlaute aus &amp;#039;&amp;#039;Social Sciences as Sorcery&amp;#039;&amp;#039;, 1972 wiedergibt, etwa in der Behauptung von S.&amp;amp;nbsp;466 (in Andreski 1972, p. 207): «Das Fehlen von Mindeststandards [der Methoden] bietet eine unbegrenzte Reichweite für zahlenmäßige Ausbreitung, die in den exakten Wissenschaften durch den Mangel an Talenten begrenzt bleibt.»&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur Logik und zur Grundlegung der exakten Wissenschaften&amp;#039;&amp;#039;, 8 Bände, die zwischen 1937 und (vermutlich) 1943 unter Herausgabe von  [[Heinrich Scholz (Logiker)|Heinrich Scholz]]  in Münster erschienen sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Als Nachdruck 1970 im Olms-Verlag Hildesheim erschienen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Institutionen ===&lt;br /&gt;
* Die [[Universität Bern]] setzt die architektonisch erwachsene Trennung zwischen Geisteswissenschaften und den Exakten Wissenschaften &amp;#039;&amp;#039;ExWi&amp;#039;&amp;#039; mit dem zwischen 1951 und 1961 errichteten Gebäude fort. Hierin befinden sich u.&amp;amp;nbsp;a. das &amp;#039;&amp;#039;Institut für Exakte Wissenschaften&amp;#039;&amp;#039; und die häusliche &amp;#039;&amp;#039;Bibliothek Exakte Wissenschaften,&amp;#039;&amp;#039; die Fachliteratur für Mathematik, Astronomie und Physik wie auch für die Fachbereiche [[Informatik]] und [[Statistik]] bereitstellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu die Website der Universität Bern: [https://www.unibe.ch/universitaet/portraet/geschichte/geschichte_und_architektur/exakte_wissenschaften/index_ger.html unibe.ch] (Abruf am 22. Januar 2026).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[MINT-Fächer|Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik]] (MINT)&lt;br /&gt;
* [[Analysis|Mathematische Analysis]], [[Mathematische Physik]] oder [[Mathematische Logik]]&lt;br /&gt;
* [[Modellierung und Simulation]]&lt;br /&gt;
* [[Objektivität]]&lt;br /&gt;
* [[Phänomenologie]]&lt;br /&gt;
* [[Tatsache]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Paul Lorenzen]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Entstehung der exakten Wissenschaften&amp;#039;&amp;#039;, (Springer) Berlin, Göttingen, Heidelberg 1960, ISBN 978-3-642-86243-4. (Band 72 der Schriftenreihe &amp;#039;&amp;#039;Verständliche Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, hrsg.&amp;amp;nbsp;v. [[Hans von Campenhausen|H. v. Campenhausen]].)&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Wundt]], &amp;#039;&amp;#039;Logik. Eine Untersuchung der Principien der Erkenntnis und der Methoden wissenschaftlicher Forschung&amp;#039;&amp;#039;. Zweiter Band: &amp;#039;&amp;#039;Methodenlehre&amp;#039;&amp;#039;. (F. Enke) Stuttgart 1883. Online verfügbar: [https://archive.org/details/11845703/page/n7/mode/2up archive.org] &amp;lt;!--Abruf am 22. Januar 2026 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=I. G. Csizmadia |Titel=Chemistry as an Exact Science |Hrsg=Sebastião J. Formosinho, Imre G. Csizmadia, Luís G. Arnaut |Sammelwerk=Theoretical and Computational Models for Organic Chemistry |Verlag=Springer Netherlands |Ort=Dordrecht |Datum=1991 |Sprache=en |ISBN=978-94-010-5589-5 |DOI=10.1007/978-94-011-3584-9_1 |Seiten=1–3}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Klaus-Heinrich Peters |Titel=Schönheit, Exaktheit, Wahrheit: der Zusammenhang von Mathematik und Physik am Beispiel der Geschichte der Distributionen |Verlag=GNT-Verlag |Ort=Diepholz |Datum=2004 |ISBN=978-3-928186-74-2}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Titel=Analysis and Interpretation in the Exact Sciences: Essays in Honour of William Demopoulos |Hrsg=Melanie Frappier, Derek Brown, Robert DiSalle |Verlag=Springer Netherlands |Ort=Dordrecht |Datum=2012 |Reihe=The Western Ontario Series in Philosophy of Science |BandReihe=78 |ISBN=978-94-007-2581-2 |DOI=10.1007/978-94-007-2582-9}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Ross Barrett, Pier Paolo Delsanto, Angelo Tartaglia |Titel=Is Physics an Exact Science? |Sammelwerk=Physics: The Ultimate Adventure |Verlag=Springer International Publishing |Ort=Cham |Datum=2016 |Sprache=en |Reihe=Undergraduate Lecture Notes in Physics |ISBN=978-3-319-31690-1 |DOI=10.1007/978-3-319-31691-8_3 |Seiten=25–38}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Ludwig Darmstaedter |Titel=Chronologie der exakten Wissenschaften 4000 Jahre Pionier-Arbeit |Verlag=BoD |Ort=S.l. |Datum=2021 |Sprache=de |Reihe=Toppbook Wissen |BandReihe=23 |ISBN=978-3-7557-3370-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4015943-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftskategorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mike Krüger</name></author>
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