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	<title>Evolutionäre Ethik - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-21T04:31:29Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Evolution%C3%A4re_Ethik&amp;diff=225943&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Warper: /* Philosophische Kritiken */</title>
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		<updated>2025-12-30T18:49:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Philosophische Kritiken&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Unter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Evolutionärer Ethik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; versteht man eine [[Ethik]], die ausgehend von dem [[Paradigma]], dass moralisches [[Sozialverhalten|Verhalten]] beim [[Mensch]]en eine spezielle Form des Sozialverhaltens ist, die Gesetzmäßigkeiten dieses Sozialverhaltens (ausschließlich) durch [[evolution]]äre Mechanismen erklärt und begründet. Die evolutionäre Ethik steht in der [[Tradition]] der [[Soziobiologie]], grenzt sich aber bewusst vom [[Sozialdarwinismus]] ab, der den verloren geglaubten Auslesedruck künstlich (d.&amp;amp;nbsp;h. gesellschaftlich autoritär) wieder erhöhen wollte. Die evolutionäre Ethik erlebt seit Mitte der 1970er-Jahre eine neue Blüte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die evolutionäre Ethik ist „eine der wichtigsten Varianten des [[Metaethik#Naturalismus|ethischen Naturalismus]]“&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Quante: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Allgemeine Ethik.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2011, ISBN 978-3-534-24595-6, S. 114&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptaussage der evolutionären Ethik lässt sich wie folgt darstellen: Der Mensch, inklusive aller seiner geistigen Fähigkeiten, ist durch Evolution entstanden und daher ist auch sein moralisches Verhalten einem [[Selektion (Evolution)|evolutionären Selektionsprozess]] unterworfen. Folglich müssen alle moralischen Vorstellungen so gestaltet sein, dass sie einen [[Survival of the Fittest|(Überlebens-)Vorteil]] entweder dem einzelnen [[Organismus]], dem Gen oder [[Mem]], welches das Verhalten generiert, oder – nach anderer Sicht – einer Gruppe ([[Verwandtenselektion|Kin-Selektion]]) bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evolutionäre Ethik setzt eine [[Metaethik#Naturalismus|naturalistische Metaethik]] voraus. Es gibt für sie weder übergeordnete moralische Werte, noch allgemein gültige moralische Normen. Auch gibt es keine natürlichen Rechte und Pflichten. Alle Normen sind von Menschen aufgestellt, zeitgebunden, manchmal sogar personengebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen können sich auf Grundnormen einigen, die allen oder jedenfalls vielen ein friedliches Zusammenleben ermöglichen. Normativ ist eine evolutionäre Ethik somit [[Vertragstheorie|kontraktualistisch]]. Ein Beispiel für einen solchen Vertrag ist die [[Allgemeine Erklärung der Menschenrechte]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerhard Vollmer]] |Titel=Im Lichte der Evolution. Darwin in Wissenschaft und Philosophie |Verlag=S. Hirzel |Ort=Stuttgart |Datum=2017 |ISBN=978-3-7776-2636-9 |Seiten= 367ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Herbert Spencer]] wird als einer der wichtigsten Vorläufer – wenn nicht gar Begründer – der evolutionären Ethik betrachtet. Der Begriff wurde erstmals 1893 von [[Thomas Henry Huxley]] mit seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;Evolution und Ethik&amp;#039;&amp;#039; (engl. &amp;#039;&amp;#039;Evolution and Ethics&amp;#039;&amp;#039;) geprägt. Weitere Vertreter sind der US-amerikanische Wissenschaftshistoriker [[Robert J. Richards]], [[Edward O. Wilson]] mit seinem Hauptwerk &amp;#039;&amp;#039;Sociobiology: The New Synthesis&amp;#039;&amp;#039; (1975) und [[Richard Dawkins]] mit &amp;#039;&amp;#039;[[Das egoistische Gen|The Selfish Gene]]&amp;#039;&amp;#039; (1976). Bekannteste deutschsprachige Vertreter einer evolutionären Ethik sind [[Gerhard Vollmer]] und [[Franz M. Wuketits]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Philosophische Kritiken ==&lt;br /&gt;
Manche Strömungen der evolutionären Ethik übertragen biologische Maßstäbe unmittelbar auf die Ethik. Sie gelten daher als [[Biologismus|biologistisch]] und sind heftigem Widerspruch ausgesetzt. Durch die Missachtung des [[Humes Gesetz|Humeschen Gesetzes]] begehen sie einen [[Naturalistischer Fehlschluss|naturalistischen Fehlschluss]] (letzteres nur bei Zugrundelegung eines ethischen Realismus).&amp;lt;ref&amp;gt;Ausführlich Michael Quante: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Allgemeine Ethik.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2011, ISBN 978-3-534-24595-6, S. 121–123.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann wird eingewandt, dass die Gleichsetzung „evolutionär erfolgreich“ mit „ethisch gut“ kontraintuitiv sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Quante: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Allgemeine Ethik.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2011, ISBN 978-3-534-24595-6, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt; Anschaulicher: Eine solche Ethik dürfte kaum ihren sozialdarwinistischen Implikationen entgehen können: in ihrer Logik ist ein militärisch erfolgreicher [[Genozid]], weil evolutionär erfolgreich, ein ethisch guter Genozid und ist der Mörder, weil evolutionär erfolgreicher, ethisch besser als der Ermordete.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Wilhelm Vossenkuhl]]: &amp;#039;&amp;#039;Evolutionistische Ethik&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Otfried Höffe]]: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Ethik.&amp;#039;&amp;#039; 7. Auflage. München, Beck 2008, ISBN 978-3-406-56810-7: Das Überleben ist weder Grund für die Annahme, dass &amp;quot;das sittlich beste Lebewesen überlebt, noch umgekehrt dafür, daß sittliche Kriterien überhaupt Bedingungen des Überlebens sind.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine grundsätzliche philosophische Kritik an der Evolutionären Ethik will diese auf eine spezielle Form des [[Relativismus#Werterelativismus|Relativismus]] zurückführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Evolutionismus]]&lt;br /&gt;
* [[Evolutionäre Erkenntnistheorie]]&lt;br /&gt;
* [[Evolutionäre Psychologie]]&lt;br /&gt;
* [[Pragmatismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Eve-Marie Engels]]: &amp;#039;&amp;#039;Evolutionäre Ethik&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Ethik&amp;#039;&amp;#039;. Hg. v. Marcus Düwell, Christoph Hübenthal und [[Micha Werner|Micha H. Werner]], Verlag J. B. Metzler: Stuttgart, Weimar 2002, 341–346&lt;br /&gt;
* [[Bernd Gräfrath]]: &amp;#039;&amp;#039;Evolutionäre Ethik? Philosophische Programme, Probleme und Perspektiven der Soziobiologie.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter: Berlin 1997. [http://www.degruyter.de/cont/fb/ph/detail.cfm?id=IS-9783110153927-1 Buchanzeige]&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Gerhard Vollmer]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Im Lichte der Evolution&lt;br /&gt;
   |Verlag=S.&amp;amp;nbsp;Hirzel&lt;br /&gt;
   |Ort=Stuttgart&lt;br /&gt;
   |Datum=2017&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-7776-2636-9&lt;br /&gt;
   |Seiten=367&amp;amp;nbsp;ff.}}&lt;br /&gt;
* [[Thomas Henry Huxley]]: &amp;#039;&amp;#039;Collected essays&amp;#039;&amp;#039;. 9 vols. Vol 1: &amp;#039;&amp;#039;Methods and results&amp;#039;&amp;#039;; vol 2: &amp;#039;&amp;#039;Darwiniana&amp;#039;&amp;#039;; vol 3: &amp;#039;&amp;#039;Science and education&amp;#039;&amp;#039;; vol 4: &amp;#039;&amp;#039;Science and Hebrew tradition&amp;#039;&amp;#039;; vol 5: &amp;#039;&amp;#039;Science and Christian tradition&amp;#039;&amp;#039;; vol 6: &amp;#039;&amp;#039;Hume, with helps to the study of Berkeley&amp;#039;&amp;#039;; vol 7: &amp;#039;&amp;#039;Man&amp;#039;s place in nature&amp;#039;&amp;#039;; vol 8: &amp;#039;&amp;#039;Discourses biological and geological&amp;#039;&amp;#039;; vol 9: &amp;#039;&amp;#039;Evolution and ethics, and other essays&amp;#039;&amp;#039;, London: Macmillan 1893–94&lt;br /&gt;
* [[Volker Sommer]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Natur der Moral. Evolutionäre Ethik und Erziehung.&amp;#039;&amp;#039; Hirzel, Stuttgart 1999. [http://www.spektrumverlag.de/artikel/825619 Buchanzeige]&lt;br /&gt;
* Michael Quante: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Allgemeine Ethik.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2011, ISBN 978-3-534-24595-6, S. 114–124.&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Vossenkuhl]]: &amp;#039;&amp;#039;Evolutionistische Ethik&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Otfried Höffe]]: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Ethik.&amp;#039;&amp;#039; 7. Auflage. München, Beck 2008, ISBN 978-3-406-56810-7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{IEP|https://www.iep.utm.edu/e/evol-eth.htm||Doris Schroeder}}&lt;br /&gt;
* [http://www.loccum.de/programm/p0914.html Das wollte ich nicht. Das waren meine Gene! Vom Darwinismus zur evolutionären Ethik, Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 25. bis 27. März 2009]&lt;br /&gt;
* [https://www.mol-ecol.uni-halle.de/staff/moritz-rfa/ Robin F. A. Moritz, Universität Halle]&lt;br /&gt;
* [http://www.uni-duisburg-essen.de/~gph220/ Hans Werner Ingensiep, Universität Duisburg-Essen]&lt;br /&gt;
* http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/thomas.bonhoeffer/evolutio.htm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethische Theorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Evolution]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftstheorie der Biologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Warper</name></author>
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