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	<title>Eva von Buttlar - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T18:43:38Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Eva_von_Buttlar&amp;diff=384879&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hardenacke: /* Leben */ - doppelten link</title>
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		<updated>2026-04-16T15:36:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Leben: &lt;/span&gt; - doppelten link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Eva Margaretha von Buttlar&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[22. Juni]] [[1670]] in [[Barchfeld]], Thüringen; † [[27. April]] [[1721]] in [[Hamburg-Altona|Altona]]) war eine [[Mystik|mystisch]]-[[Libertinismus|libertinistische]] [[Sektierer|Sektiererin]] und Namensgeberin der unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Buttlarsche Rotte&amp;#039;&amp;#039; bekannt gewordenen Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Ursprünglich Hoffräulein in [[Eisenach]], trennte sie sich 1697 nach ihrer [[Bekehrung (Christentum)|Bekehrung]] von ihrem Ehemann, dem Hofmeister Jean de Vésias, mit dem sie seit 1687 verheiratet war, um sich separatistischen Kreisen anzuschließen. Mit dem Theologiestudenten [[Justus Gottfried Winter]] und dem Medizinstudenten [[Johann Georg Appenfeller]] gründete sie am 2. Oktober 1702 in [[Bad Sooden-Allendorf|Allendorf]] eine philadelphische Gemeinschaft mit später etwa 70 Mitgliedern, die „Christliche und Philadelphische Sozietät“, die den baldigen Anbruch des [[Millenarismus|Tausendjährigen Reiches]] verkündete. Nach dem Pietistenedikt des hessischen Landgrafen [[Karl von Hessen-Kassel]], das separatistische Privatversammlungen verbot, verließ die Gruppe 1702 Allendorf und ließ sich in der [[Wittgensteiner Land|Grafschaft Wittgenstein]] nieder, zunächst in [[Glashütte (Bad Laasphe)|Glashütte]] in der Nähe der Lahnquelle, dann auf einem gräflichen Hof in [[Saßmannshausen]] bei [[Bad Laasphe|Laasphe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gruppe wurde von [[Pietismus|Pietisten]] wie [[Philipp Jacob Spener|Spener]], [[August Hermann Francke|Francke]], aber auch von zahlreichen im Wittgensteinischen lebenden Separatisten wie [[Hochmann von Hochenau]] abgelehnt und argwöhnisch beobachtet. Im November 1704 wurden die Gruppenmitglieder unter dem Vorwurf der Unzucht, Blasphemie, Abtreibung und des zweifachen Säuglingsmordes arrestiert und 1705 angeklagt. Im März 1705 gelang ihnen die Flucht aus der Haft in [[Schloss Wittgenstein]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ulf Lückel: &amp;#039;&amp;#039;Adel und Frömmigkeit. Die Berleburger Grafen und der Pietismus in ihren Territorien.&amp;#039;&amp;#039;Verlag Vorländer, Siegen 2016, S. 20, 49, 56, 61–64.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 3. November 1705 erklärte Winter Eva zur Verlobten des Heiligen Geistes und Appenfeller zum göttlichen Sohn. 1706 erreichte das Treiben der Gruppe in [[Lügde]] bei Pyrmont seinen letzten Höhepunkt. Von dort durch Gerichtsspruch erneut vertrieben, zog von Buttlar, inzwischen mit Appenfeller verheiratet, nach Altona, wo sie und ihr Mann sich Brachfeld nannten und keinen Anstoß mehr erregten. 1713 gebar sie hier ihr einziges Kind, einen Sohn, angeblich 13 Monate nach dem Tod ihres Mannes. Er wurde als „Messias“ bezeichnet. Die Sozietät bestand auch nach ihrem Tod im April 1721 noch fort, doch verliert sich nun ihre Spur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Angebliche Anschauungen ==&lt;br /&gt;
Mit den philadelphischen Gruppierungen dieser Zeit teilte von Buttlar die entschiedene Ablehnung des verfassten Kirchentums und jeder konfessionellen Beschränkung, mit separatistischen Gruppierungen die Verachtung von Gottesdienst und [[Sakrament]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nahezu alles, was darüber hinausging, wird zumindest in seinen Auswirkungen unter dem Oberbegriff des sektiererisch-sexualistischen [[Libertinismus]] zusammengefasst, insbesondere die Ausdeutung der [[Sophia (Gnosis)|Sophia]]-Spekulationen und des Mythos vom [[Androgynie|androgynen]] Urmenschen. Mit Winter als dem „Gottvater“ und Appenfeller als „Sohn“ sollte Buttlar die sichtbare „himmlische [[Trinität]]“ dargestellt haben, sich selbst als „himmlische Sophia“. Unter praktischer Anwendung des bereits bei [[Jakob Böhme]] und vor allem von [[Johann Georg Gichtel]] entwickelten mystischen Gedankens der Ehe des geistlichen Menschen mit der himmlischen Sophia sei die körperliche Einigung mit ihr, der „Mutter Eva“ als dem „[[Bethesda|Teich Bethesda]]“, vollzogen und der androgyne „Schöpfungszustand“ wiederhergestellt, die „fleischliche Vermischung als etwas heiliges“ (Winter) angesehen und so auch für die Mitglieder der „Rotte“ zur Glaubenspraxis verbindlich gemacht worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eva von Buttlar gilt in der Radikalität ihres Libertinismus als einzigartig und als Inbegriff eines libertinären Pietismus. Selbstdarstellungen fehlen jedoch, das der Nachwelt überlieferte Bild von Eva von Buttlar und ihrer Gruppe beruht vorwiegend auf den sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Lehr-Punkten Winters und der Hoff Meisterin&amp;#039;&amp;#039;, die von dem kurzzeitigen Gruppenmitglied Johann Reuter verfasst und später widerrufen wurden, sowie den darauf aufbauenden 1705 im Laaspher Gerichtsverfahren erhobenen Vorwürfen. [[Thomas Hoeren]] vermutete in seiner Arbeit &amp;#039;&amp;#039;Pietismus vor Gericht - Der Prozeß gegen die Buttlarsche Rotte (1705)&amp;#039;&amp;#039;, dass die Anklage ungerechtfertigt war und die Buttlarsche Rotte auch historisch einen Freispruch verdient gehabt hätte. Er wies darauf hin, dass die Sekundärliteratur nie die Vernehmungsprotokolle gewürdigt habe. Aus diesen gehe hervor, dass alle Mitglieder der Buttlarschen Rotte die wichtigsten der gegen sie erhobenen Vorwürfe scharf zurückgewiesen hätten. Insbesondere wehrte sich Buttlar gegen den Vorwurf der Unzucht und Hurerei. Sie habe ausschließlich eine Beziehung zu Winter gehabt, die sie auch nie leugnete. Doch unter ihren Zeitgenossen wähnte allein [[Christian Thomasius]], die meisten Vorwürfe seien „von ihren offenbahren Feinden fälschlich erdichtet“ worden. Thomas Hoeren sah die enge Beziehung von Winter und der (noch verheirateten) Eva von Buttlar als eigentlichen Kern des Anstoßes, der mit immer neuen Schaudergeschichten ausgebaut worden sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Buttlar (Adelsgeschlecht)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur (chronologisch geordnet) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ausführliche Beschreibung Des Neuen Unfugs / Welchen Die Pietisten Vor weniger Zeit als in Jahr 1705. und 1706. wieder alle Obrigkeitliche Edicta ferner verübet und gestifftet haben&amp;#039;&amp;#039; […]. 1707 ([https://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/image/PPN674627431/3/ online]).&lt;br /&gt;
* E. F. Keller: &amp;#039;&amp;#039;Die Buttler’sche Rotte, ein merkwürdiges Seitenstück zu den neu entdeckten Muckern in unsern Tagen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für die historische Theologie&amp;#039;&amp;#039; 15 (1845), Heft 4, S. 74–153 ([https://books.google.de/books?id=gME7AQAAMAAJ&amp;amp;pg=RA3-PA74 online]).&lt;br /&gt;
* [[Max Goebel]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des christlichen Lebens in der rheinisch-westfälischen Kirche II&amp;#039;&amp;#039;. Koblenz 1852, Nachdruck Gießen/Basel 1994.&lt;br /&gt;
* Ludwig Christiany: &amp;#039;&amp;#039;Eva von Buttler die Messaline und Muckerin als Prototyp der „Seelenbräute.“ Ein Beitrag zur Kenntniss der Mysterien des Pietismus.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1870 ([https://books.google.de/books?id=7VjrbT6v8QQC&amp;amp;printsec=frontcover online]).&lt;br /&gt;
* {{ADB|3|654|655|Buttlar, Eva von|Heinrich Heppe|ADB:Buttlar, Eva von}}&lt;br /&gt;
* [[Ernst Benz]]: &amp;#039;&amp;#039;Der vollkommene Mensch nach Jacob Böhme.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1937 (zur mystisch-theologischen Grundlage).&lt;br /&gt;
* Rüdiger Mack: &amp;#039;&amp;#039;Libertinärer Pietismus: Die Wanderungen der Pfarrerswitwe Wetzel&amp;#039;&amp;#039;. In: ders.: &amp;#039;&amp;#039;Pietismus und Frühaufklärung an der Universität Gießen und in Hessen-Darmstadt.&amp;#039;&amp;#039; Darmstadt 1984.&lt;br /&gt;
* Fritz Tanner: &amp;#039;&amp;#039;Die Ehe im Pietismus&amp;#039;&amp;#039;. Zürich 1952.&lt;br /&gt;
* {{NDB|3|80|81|Buttlar, Eva Margaretha von|Heinrich Laag|12025414X}}&lt;br /&gt;
* Karl-Egbert Schultze: &amp;#039;&amp;#039;Die Buttlar’sche Rotte – ein genealogisches Problem&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Genealogie (Familie und Volk)&amp;#039;&amp;#039; 12 (1962/63), Heft 1, S. 312–321.&lt;br /&gt;
* Karl-Egbert Schultze: &amp;#039;&amp;#039;Der „Messias“ der Buttlar’schen Rotte – ein medizinisches Wunderkind?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Genealogie (Familie und Volk)&amp;#039;&amp;#039; 12 (1962/63), Heft 4, S. 481&amp;amp;nbsp;f.&lt;br /&gt;
* [[Thomas Hoeren]]: &amp;#039;&amp;#039;Pietismus vor Gericht – Der Prozeß gegen die Buttlarsche Rotte (1705)&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch für Westfälische Kirchengeschichte&amp;#039;&amp;#039; 89 (1995), S. 27–44 ([https://www.itm.nrw/wp-content/uploads/Buttlarsche.pdf online als PDF]).&lt;br /&gt;
* [[Barbara Hoffmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Radikalpietismus um 1700. Der Streit um das Recht auf eine neue Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt 1996 (umfassendste neue Darstellung).&lt;br /&gt;
* [https://www.ekkw.de/kassel-mitte/mitarbeitende_13433.htm Willi Temme]: &amp;#039;&amp;#039;Krise der Leiblichkeit&amp;#039;&amp;#039;. &amp;#039;&amp;#039;Die Sozietät der Mutter Eva (Buttlarsche Rotte) und der radikale Pietismus um 1700&amp;#039;&amp;#039;. Göttingen 1998  [= Arbeiten zur Geschichte des Pietismus Bd. 38]. ([https://opacplus.bsb-muenchen.de/title/BV012102689 online als PDF])&lt;br /&gt;
* [[Johannes Wallmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Pietismus&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 2019, 2. Auflage, S. 174ff.&lt;br /&gt;
* [[Ulf Lückel]]: &amp;#039;&amp;#039;Eva von Buttlar&amp;#039;&amp;#039; (1670–1721), in: Andreas Kroh / Ulf Lückel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wittgensteiner Pietismus in Portraits&amp;#039;&amp;#039;. Bruchsal 2003.&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070613100630/http://www.bautz.de/bbkl/b/buttlar_e.shtml |autor=Friedrich Wilhelm Bautz |artikel=Buttlar, Eva von|band=1|spalte=832}}&lt;br /&gt;
* {{HambBio|Buttlar, Eva von|5|73|75|[[Ingeborg Grolle|Inge Grolle]]}} (2010)&lt;br /&gt;
* Ulf Lückel: &amp;#039;&amp;#039;Adel und Frömmigkeit. Die Berleburger Grafen und der Pietismus in ihren Territorien.&amp;#039;&amp;#039; Siegen 2016.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historischer Roman zu Eva von Buttlar:&lt;br /&gt;
* [[Roland Adloff]]: &amp;#039;&amp;#039;Evens Buch&amp;#039;&amp;#039;. Kreuztal 1995; Taschenbuchausgabe München 2000 u.ö.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Buttlarsche Rotte wird in folgendem Roman ausführlich erwähnt:&lt;br /&gt;
* [[Herbert Rosendorfer]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Messingherz&amp;#039;&amp;#039;. München 1979.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|12025414X}}&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|ref=nein|DB=HBN|ID=12025414X|titel=Appenfeller, Eva Margaretha|datum=2023-02-07}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=12025414X|LCCN=n/99/14333|VIAF=27896836}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Buttlar, Eva Von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mystiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum im Kreis Siegen-Wittgenstein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Buttlar|Eva]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Adliger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1670]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1721]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Buttlar, Eva von&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Buttlar, Eva Margaretha von&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsche Mysterin&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=22. Juni 1670&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Barchfeld]], [[Landkreis Herrschaft Schmalkalden|Herrschaft Schmalkalden]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=27. April 1721&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Hamburg-Altona|Altona]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hardenacke</name></author>
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