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	<title>Eusebischer Kanon - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T04:27:41Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Eusebischer_Kanon&amp;diff=1625786&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Tolanor am 20. Mai 2024 um 15:38 Uhr</title>
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		<updated>2024-05-20T15:38:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:French - Leaf from Gospels - Walters W313V - Open Group.jpg|mini|hochkant=1.5|Kanontafeln aus dem Evangeliar Walters MS 3, [[Folium|f.]] 13[[verso|v]] und [[Folium|f.]] 14[[recto|r]], Frankreich, 10. Jahrhundert, [[Walters Art Museum]], Baltimore]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Eusebische Kanon&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Eusebischen Einteilungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch als &amp;#039;&amp;#039;Ammonische Einteilungen&amp;#039;&amp;#039; bekannt, sind ein System der Unterteilung der vier [[Evangelium (Buch)|Evangelien]], die in der [[Spätantike]] bis zum [[Mittelalter]] verwendet wurde, bevor sich die in modernen [[Bibel]]n verwendete Einteilung in Kapitel und [[Bibelvers|Verse]] durchsetzte, die erst aus dem 13. beziehungsweise 16. Jahrhundert stammt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Urheberschaft ==&lt;br /&gt;
Bis in das 19. Jahrhundert wurde gemeinhin angenommen, dass diese Einteilungen von [[Ammonios von Alexandria]] zu Beginn des 3. Jahrhunderts (ca. 220) vorgenommen wurden. Er sollte sie zusammen mit einer [[Evangelienharmonie]] (verschollen) erstellt haben. Traditionell nahm man an, er habe die vier Evangelien in kleine nummerierte Abschnitte unterteilt, die in ihrem Inhalt ähnlich oder ihren Erzählungen parallel waren. Er schrieb dann die Nummern der Abschnitte der letzten drei Evangelien mit den dazugehörigen [[Evangelist (Neues Testament)|Schreibern]] in parallelen Spalten neben die entsprechenden Abschnitte des Matthäusevangeliums, welches er als Basis seiner Harmonie ausgewählt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist man überzeugt, dass die Arbeit des Ammonios durch [[Eusebius von Caesarea]] (265–340) überarbeitet und eingeschränkt wurde. Davon berichtet Eusebius in seinem Brief an Carpianus ([[Epistula ad Carpianum]]). Er führt aus, die parallelen Passagen der letzten drei Evangelien neben den Text von Matthäus platziert zu haben. Die traditionell Ammonios zugeordneten Einteilungen werden nun Eusebius zugeschrieben, dem man jedoch stets die finale Form der Tabellen zugeordnet hatte. In zahlreichen lateinischen Bibelhandschriften bzw. Evangeliaren findet sich als Vorrede zu den Evangelien ein Brief des heiligen [[Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] an Papst [[Damasus I.]], in dem Hieronymus über seine Bibelübersetzung, die [[Vulgata]], schreibt und auch die Canones erläutert, in denen „Eusebius dem Ammonios gefolgt sei“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://earlychurchtexts.com/main/jerome/preface_to_four_gospels.shtml Vorrede des Hieronymus zu den Evangelien] (lateinisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Aufbau des Eusebischen Kanons ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Codex aureus Epternacensis folio 24 verso.jpg|mini|[[Folium|f.]] 24[[verso|v]] aus dem [[Codex aureus Epternacensis|Evangeliar von Echternach]], 11. Jahrhundert.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evangelien werden in insgesamt 1165 Abschnitte unterteilt, davon 355 für [[Matthäusevangelium|Matthäus]], 235 für [[Markusevangelium|Markus]], 343 für [[Lukasevangelium|Lukas]] und 232 für [[Johannesevangelium|Johannes]]. Die Anzahl variiert jedoch etwas in den verschiedenen Handschriften.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bruce M. Metzger]]: &amp;#039;&amp;#039;Manuscripts of the Greek Bible: An Introduction to Palaeography&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press, Oxford 1991, ISBN 978-0-19-502924-6, S. 42.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Abschnitte sind am Rand fast aller [[Altgriechische Sprache|griechischen]] und [[Lateinische Sprache|lateinischen]] Bibelhandschriften zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgendes Beispiel einer Textseite, [[Folium|f.]] 24[[Verso|v]] aus dem [[Codex aureus Epternacensis|Evangeliar von Echternach]], illustriert die Eusebischen Einteilungen. Der erste Abschnitt auf dieser Seite beginnt mit den Worten &amp;#039;&amp;#039;et circumibat Iesus totam Galileam&amp;#039;&amp;#039; {{Bibel|Mt|4|23|VUL}}. Links daneben steht MT XXIII, es ist also der 23. Abschnitt des Matthäusevangeliums, die rote römische I darunter bedeutet, dass es sich um den „Canon I“ handelt, also um einen Abschnitt, wo eine Entsprechung in allen vier Evangelien zu finden ist. Die entsprechenden Abschnitte in den anderen drei Evangelien sind darunter angeführt: MR XXVII, LC XVII, IO XLVI.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der darauffolgende Abschnitt MT XXIIII gehört zum „Canon X“, d. h., er ist nur im Matthäusevangelium zu finden. Abschnitt 25 (MT XXV) gehört zum „Canon V“ und hat eine Entsprechung bei Lukas (LC XLVII), nicht jedoch bei Markus und Johannes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kanontafeln ===&lt;br /&gt;
[[Datei:LondonCanonTables3.JPG|mini|Die [[Londoner Kanontafeln]] sind zwei Folios eines byzantinischen Manuskripts aus dem 6. oder 7. Jahrhunderts und zeigen die typische Arkadenform.]]&lt;br /&gt;
In den meisten [[Evangeliar]]en findet sich eine Zusammenfassung und Gegenüberstellung der Abschnitte in Form von „Kanontafeln“. Diese Kanontafeln sind üblicherweise in mehreren Spalten angeordnet, von Säulen flankiert und mit Rundbögen (&amp;#039;&amp;#039;[[Kanonbogen|Kanonbögen]]&amp;#039;&amp;#039;) überdacht. Die Einteilung in zehn „Canones“ gibt an, in wie vielen und welchen Evangelien ein Abschnitt zu finden ist: in allen vier (Canon I), in drei (Canon II bis IV), in zwei (Canon V bis IX), in nur einem (Canon X):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=wikitable&lt;br /&gt;
!Tafel&lt;br /&gt;
!Matthäus&lt;br /&gt;
!Markus&lt;br /&gt;
!Lukas&lt;br /&gt;
!Johannes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|colspan=4 align=&amp;quot;center&amp;quot;|In quo quattor&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Canon I.&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|colspan=4 align=&amp;quot;center&amp;quot;|In quo tres&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Canon II.&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Canon III.&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Canon IV.&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|colspan=4 align=&amp;quot;center&amp;quot;|In quo duo&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Canon V.&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Canon VI.&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Canon VII.&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Canon VIII.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Canon IX.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|colspan=4 align=&amp;quot;center&amp;quot;|In quo Matth. proprie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Canon X&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|colspan=4 align=&amp;quot;center&amp;quot;|In quo Marc. proprie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Canon X&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|colspan=4 align=&amp;quot;center&amp;quot;|In quo Luc. proprie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Canon X&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|colspan=4 align=&amp;quot;center&amp;quot;|In quo Ioh. proprie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Canon X&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|{{Ja-Feld}}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das armenische [[Etschmiadsin-Evangeliar]] von 989 hat unter allen Handschriften des 1. Jahrtausends die ursprüngliche Form von zehn am Beginn der Textblätter stehenden Kanontafeln am reinsten bewahrt.&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Nordenfalk, S. 70.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Jeremiah Coogan: &amp;#039;&amp;#039;Eusebius the Evangelist. Rewriting the Fourfold Gospel in Late Antiquity&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press, Oxford 2022, ISBN 978-0-19-7580042.&lt;br /&gt;
* Matthew R. Crawford: &amp;#039;&amp;#039;The Eusebian Canon Tables. Ordering Textual Knowledge in Late Antiquity&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press, Oxford 2019, ISBN 978-0-19-8802600.&lt;br /&gt;
* [[Carl Nordenfalk]]: &amp;#039;&amp;#039;Die spätantiken Kanontafeln. Kunstgeschichtliche Studien über die eusebianische Evangelien-Konkordanz in den vier ersten Jahrhunderten ihrer Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Text- und Tafelband. Oscar Isacsons Boktryckery, Göteborg 1938 ([[iarchive:MN41671ucmf_3|Digitalisat Textband]]).&lt;br /&gt;
* [[Martin Wallraff]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Kanontafeln des Euseb von Kaisareia. Untersuchung und kritische Edition.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin/Boston 2021, ISBN 978-3-11-043952-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Canon tables|Eusebischer Kanon}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Evangelium|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alte Kirche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum (Spätantike)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Tolanor</name></author>
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