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	<title>Euböa - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Eub%C3%B6a&amp;diff=105243&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hans-Jürgen Hübner: /* Literatur */</title>
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		<updated>2026-02-19T05:43:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Weiterleitungshinweis|mehrzahl=ja|&amp;#039;&amp;#039;Euboia&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Euboea&amp;#039;&amp;#039;|Zu weiteren Bedeutungen siehe [[Euboia (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
{{Infobox Insel&lt;br /&gt;
|BILD1=Euboea from space.jpg&lt;br /&gt;
|BILD1-TEXT=Satellitenbild von Euböa (rechts der Mitte)&lt;br /&gt;
|BILD2=Aidipsos.JPG&lt;br /&gt;
|BILD2-TEXT=Loutra Edipsou&lt;br /&gt;
|GEWAESSER=[[Ägäisches Meer]]&lt;br /&gt;
|GRUPPE=&lt;br /&gt;
|BREITENGRAD=38/30//N&lt;br /&gt;
|LAENGENGRAD=24/00//E&lt;br /&gt;
|REGION-ISO=GR-H&lt;br /&gt;
|KARTE=&lt;br /&gt;
|POSKARTE=&lt;br /&gt;
|LAENGE=175&lt;br /&gt;
|BREITE=45&lt;br /&gt;
|FLAECHE=3660&lt;br /&gt;
|ERHEBUNG=Dirphys&lt;br /&gt;
|HOEHE=1745&lt;br /&gt;
|HOEHE-BEZUG=&lt;br /&gt;
|HAUPTORT=[[Chalkida]]&lt;br /&gt;
|EINWOHNER=220000&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Euböa&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|Εὔβοια|Euboia}}, {{laS|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Euboea&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;}}; {{elS|Εύβοια|neu=1}} {{F.Sg.}}, {{IPA2|ˈɛvia}}) ist mit einer Fläche von 3 660 [[Quadratkilometer|km²]] und einer Bevölkerung von etwa 220 000 Einwohnern (Stand: 2005) nach [[Kreta]] die zweitgrößte [[Griechenland|griechische]] Insel. Die Hauptstadt ist [[Chalkida]] (früher &amp;#039;&amp;#039;Chalkis&amp;#039;&amp;#039;). Die Insel ist über zwei [[Euripos]]-Brücken mit dem Festland verbunden; die alte davon überbrückt den Euripos an der mit nur 40 Metern schmalsten [[Meerenge]] der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Euböa ist eine langgestreckte Insel, etwa 175 Kilometer lang und 6 bis 45 Kilometer breit, die Küstenlänge beträgt insgesamt 678 Kilometer. Über ihre gesamte Länge wird die Insel von einem Gebirgszug durchzogen, der sich im Nordwesten an [[Thessalien]] anschließt und sich nach Süden über die Inseln [[Andros (Griechenland)|Andros]], [[Tinos]] und [[Mykonos]] fortsetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insel gehört zur [[Politische Gliederung Griechenlands|Region]] [[Mittelgriechenland|Sterea Ellada]] (Mittelgriechenland). Zum [[Euböa (Regionalbezirk)|Regionalbezirk Euböa]] gehören auch die Insel [[Skyros]], ein kleiner Teil des Festlandes sowie eine große Anzahl von Felseninseln, wie beispielsweise die [[Petalii|Petalische Inselgruppe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
Wie die meisten griechischen Inseln war Euböa früher unter anderen Namen bekannt, beispielsweise als {{lang|grc|Μάκρις|Makris}}, und {{lang|grc|Δολίχη|Doliche}}, die sich auf die Form der Insel beziehen, oder als &amp;#039;&amp;#039;Ellopia&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Aonia&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Abantis&amp;#039;&amp;#039; nach den sie bewohnenden Stämmen (vgl. [[Abanten]]). Der antike und heutige Name {{lang|grc|Εὔβοια}} ist abgeleitet von {{lang|grc|εὖ|de=gut}} und {{lang|grc|βοῦς|de=Rind}}. Daraus ergibt sich die Bedeutung ‚Land der wohlgenährten Rinder‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter verwendeten [[Byzantinisches Reich|byzantinische]] Autoren neben &amp;#039;&amp;#039;Euboia&amp;#039;&amp;#039; auch die Namen &amp;#039;&amp;#039;Chalkis&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Euripos&amp;#039;&amp;#039; für die Insel (übertragen vom Namen der Hauptstadt beziehungsweise der Meerenge). Als die [[Republik Venedig|Venetianer]] im 13. Jahrhundert das Gebiet besetzt hatten, nannten sie die Insel &amp;#039;&amp;#039;[[Herrschaft von Negroponte|Negroponte]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Timothy E. Gregory, Nancy Patterson Ševčenko: &amp;#039;&amp;#039;Euboea.&amp;#039;&amp;#039; In: Alexander Kazhdan (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Oxford Dictionary of Byzantium&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press, 1991, ISBN 978-0-19-504652-6, S. 736 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Datei:Agia annaEVIA.JPG|mini|Typische Landschaft auf der Insel]]&lt;br /&gt;
--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Euböa wird durch den lang gezogenen [[Golf von Euböa]] vom griechischen Festland getrennt.&lt;br /&gt;
Es wird angenommen, dass Euböa ursprünglich Teil des griechischen Festlandes gewesen ist. Da die Insel in der Nähe einer [[Plattentektonik|Verwerfungslinie]] liegt und außerdem sowohl bei [[Thukydides]] und [[Strabon]] von Erschütterungen des Nordteils der Insel berichtet wird, ist durchaus vorstellbar, dass Euböa durch ein Erdbeben vom Festland getrennt wurde.&amp;lt;!--Beleg?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Meerenge zwischen Euböa und dem griechischen Festland wird bei Chalkida, wo sie mit nur 40 m am engsten ist, [[Euripos-Kanal|Euripos]] (&amp;#039;&amp;#039;Porthmós Evrípou&amp;#039;&amp;#039;) genannt. Die ungewöhnlich stark ausgeprägten Gezeitenwechsel an dieser Stelle erregen bereits seit der Antike ein großes Interesse. Dabei wechselt die Strömung häufig und sehr plötzlich ihre Richtung bei gleich bleibender Stärke. Die erste Brücke wurde an dieser Stelle im Jahr 410 v. Chr., im 21. Jahr des [[Peloponnesischer Krieg|Peloponnesischen Krieges]], errichtet.&lt;br /&gt;
Die Meerenge im Norden – zwischen den nördlichen Ausläufern der Insel und der Küste Thessaliens – ist an ihrer engsten Stelle 2,4 Kilometer breit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die höchsten Berge der Insel sind Dirphys (1745 m), Pyxaria (1341 m) im Nordosten und Ochi (1394 m).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Hauptort Chalkida gibt es noch eine Reihe von Kleinstädten: [[Karystos]], [[Kymi (Griechenland)|Kymi]], [[Psachna]], [[Aliveri]], [[Loutra Edipsou]] und [[Limni]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Urgeschichte ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Παλαιολιθικά εργαλεία από τη Νέα Αρτάκη 9847.jpg|mini|Paläolithische Artefakte vom Fundplatz Nea Artaki, Archäologisches Museum [[Chalkida]]]]&lt;br /&gt;
Die Datierung der [[Altpaläolithikum|altpaläolithischen]] bis [[Mittelsteinzeit|mesolithischen]] Funde bei Nea Artaki, die dort ab 1977/78 gemacht wurden, gilt als unsicher. Dort fanden sich mittelpaläolithische Muscheln, [[Jungsteinzeit|neolithische]] [[Obsidian]]werkzeuge sowie einige wenige Keramikscherben aus neolithischer Zeit. Allerdings führte die Gleichgültigkeit der lokalen Autoritäten zu einem weitgehenden Verlust der Fundstätten, an denen keine Ausgrabungen durchgeführt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Ενί Sarantea-Micha: &amp;#039;&amp;#039;Phaneromeni and Voleri, Nea Artaki in Euboea: Palaeolithic quarries and tool workshops&amp;#039;&amp;#039;, in: Archaioloyia kai Technes 60 (1996) 43–47.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst 2009 kam es zu einer Grabung unter der Leitung von Christos Matzanas. Es erwies sich, dass der lokale Stein vor Ort zu Werkzeugen verarbeitet wurde, es sich also um einen Tagebau handelte.&amp;lt;ref&amp;gt;Νikolaos Skarpelis: &amp;#039;&amp;#039;Silcrete ans chert as source rocks of early prehistoric artifacts: The case of Central Evia (GREECE)&amp;#039;&amp;#039;, in: Mediterranean Archaeology and Archaeometry 21 (2021) 1–19 [https://www.academia.edu/45667432/SILCRETE_AND_CHERT_AS_SOURCE_ROCKS_OF_EARLY_PREHISTORIC_ARTIFACTS_THE_CASE_OF_CENTRAL_EVIA_GREECE academia.edu].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bronzezeit ====&lt;br /&gt;
Die [[Kastri-Kultur]] (ca. 2500–2200 v. Chr., Frühkykladikum II–III), benannt nach der befestigten Siedlung Kastri auf [[Syros]], hinterließ Artefakte auf Euböa, vor allem in [[Lefkandi]].&amp;lt;ref&amp;gt;Vaia Economidou: &amp;#039;&amp;#039;Cycladic Settlements in the Early Bronze Age and their Aegean Context&amp;#039;&amp;#039;, Dissertation, University College London, 1993, S. 109–111 ([http://discovery.ucl.ac.uk/1349604/ Volltext]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Viele Kulturelemente weisen auf anatolische Ursprünge hin, zahlreiche Siedlungen waren nun befestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche im Übergang zur Eisenzeit führten zur Zerstörung zahlreicher Paläste und Städte im gesamten östlichen Mittelmeer. In [[Messenien]] herrschte „totales Chaos“,&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Wilhelm Welwei: &amp;#039;&amp;#039;Griechische Geschichte. Von den Anfängen bis zum Beginn des Hellenismus&amp;#039;&amp;#039;, Schöningh, 2011, S. 42.&amp;lt;/ref&amp;gt; etwa 90 % der Siedlungen wurden verlassen. Ursache war eine vielleicht zwei Jahrhunderte anhaltende Kette von Katastrophen, möglicherweise eine regelrechte Völkerwanderung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die letzte Phase der ägäischen [[Bronzezeit]], das [[Späthelladikum]] IIIC bzw. Spätminoikum IIIC, basiert in ihrer relativen Chronologie auf wenigen, aber sehr klaren, archäologisch fassbaren Siedlungsschichtungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Dies und das Folgende nach Reinhard Jung: &amp;#039;&amp;#039;Ende of the Bronze Age&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Eric H. Cline]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Oxford Handbook of the Bronze Age Aegean&amp;#039;&amp;#039;, S. 171–184.&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[Theben (Böotien)|Theben]] ließ sich nach der Zerstörung des Palastes eine Neubesiedlung im frühen und fortgeschrittenen Späthelladikum IIIC nachweisen. Auch [[Lefkandi]] ist für die Übergangsphase zwischen nachpalatialer Kultur und [[Eisenzeit]] von Bedeutung. Dort kam es gleichfalls zu einer Neubesiedlung im Späthelladikum IIIC. Auch wurde es nach einem neuen Brand wieder aufgebaut und bestand bis Ende des Späthelladikums IIIC. In einem der Zerstörungshorizonte fand man Skelette, die schwere Verletzungen aufwiesen, und von denen sich zum Teil erwies, dass sie nur notdürftig, wohl in aller Eile, beigesetzt worden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Eisenzeit ====&lt;br /&gt;
Das Grab des „Fürsten von Lefkandi“ erwies, dass es auch im 10. Jahrhundert v. Chr. reiche Grabausstattungen gab, die der Vorstellung, die man aus [[Homer]] von einem Fürsten der Zeit gewinnen konnte, entsprachen. Dabei handelt es sich um die Reste eines über 45 m langen Gebäudes, in dem wohl der „Fürst“ und seine Frau nebst reichen, auch orientalischen Beigaben bestattet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Lelantischer Krieg.svg|mini|Lage von Chalkis und Eretria am Golf von Euböa]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Euboea drachma.jpg|mini|Silberne Drachme des Euböischen Bundes. Vorderseite: Kopf der Nymphe Euböa. Rückseite: Stierkopf, Kantharos nach rechts EY[ΒΟΙΕΩΝ] „der Euböer“.]]&lt;br /&gt;
Der größte Teil der Geschichte des antiken Euboia ist die Geschichte der beiden größten Städte, [[Chalkis]] und [[Eretria]]. Beide sind von [[Attika (Landschaft)|Attika]] aus gegründete [[Ionien|ionische]] Siedlungen, wobei in Chalkis auch [[Phönizier|phönizischer]] Einfluss nachzuweisen ist. Auf Euböa ist auch eine sehr frühe Form eines aus dem phönizischen abgeleiteten eigenen epichorischen roten oder westlichen [[Alphabet]]s nachzuweisen. Chalkis gilt als „Mutterstadt“ der [[Griechische Kolonisation|Großen Kolonisation]]. Vom Stützpunkt Pithekoussai aus haben etwa um 750 v. Chr. Chalkidier die älteste griechische Siedlung Kyme ([[Cumae]] in [[Italien]]) gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Welwei: &amp;#039;&amp;#039;Die griechische Polis&amp;#039;&amp;#039;, S. 47. Ca. 150 Jahre später wurde Cumae dann zur Mutterstadt der Nachbargründung Partenope, aus der sich Neapolis ([[Neapel]]) entwickelte.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch bei der griechischen Kolonisierung [[Sizilien]]s war Chalkis Vorreiter. Die Gründung von [[Naxos (Sizilien)|Naxos]] hat [[Thukydides]] auf 734 v. Chr. datiert; bald darauf folgte die Besiedlung [[Ortygia (Syrakus)|Ortygias]], der Urzelle der späteren korinthischen Pflanzstadt [[Syrakus]], sowie die Kolonien [[Lentini|Leontinoi]], [[Messina|Zankle]] ([[Messina]]) und [[Reggio Calabria|Rhegion]]. Auch die etwas spätere Besiedlung der Inseln und Vorgebirge im Bereich der [[Nordägäische Inseln|Nordägäis]] war so stark von Chalkidiern bestimmt (Chalkis gründete hier allein 32 Pflanzstädte), dass die Halbinsel [[Chalkidiki|Chalkidike]] nach ihnen benannt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Eub%C3%B6a Euböa] in: [[Meyers Konversations-Lexikon|Meyers Großes Konversations-Lexikon]], Band 6. Leipzig 1906, S. 148–149.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Dadurch eröffneten diese Städte den Griechen neue Handelsrouten und verbreiterten das Einflussgebiet der westlichen Zivilisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Euboia war ein bedeutendes Handelszentrum, wie beispielsweise daran ersichtlich ist, dass die euboiischen Gewichts- und Maßeinheiten im gesamten ionischen Gebiet und bis in die Zeit [[Solon]]s auch in Athen gebräuchlich waren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Jahrbuch für Numismatik und Geldgeschichte |Band=19 |Verlag=R.Pflaum Verlag |Datum=1969 |Seiten=21 ff. |Online=https://books.google.com/books?id=SRnvAAAAMAAJ&amp;amp;newbks=0&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=euboea+Gewichte&amp;amp;q=euboea+Gewichte&amp;amp;hl=de |Abruf=2021-07-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Chalkis und Eretria waren rivalisierende Städte. Eine der frühesten überlieferten Seeschlachten Griechenlands fand um 711 v. Chr.im [[Lelantischer Krieg|Lelantischen Krieg]] zwischen diesen beiden Städten statt, und viele andere griechische Stadtstaaten sollen sich daran beteiligt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 506 v. Chr. wurde Chalkis von den Athenern vollständig besiegt, die daraufhin 4000 attische Siedler auf chalkischem Gebiet ansiedelten und anscheinend die gesamte Insel zu einem abhängigen Gebiet machten. Daher schloss sich die Insel auch dem Aufstand gegen Persien an und schickte fünf Fünfzigruderer. 490 v. Chr. wurde Eretria von den Persern zerstört und die Bewohner der Stadt wurden ins [[Perserreich]] verschleppt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Schlacht bei Marathon]] wurde Eretria ein wenig entfernt von seiner ursprünglichen Lage wieder aufgebaut, aber obgleich sie ihren Rang als zweitbedeutendste Stadt der Insel behaupten konnte, fand sie nie wieder zu alter Stärke und Größe zurück. Seit dieser Zeit hatte Chalkis unangefochten die Vorrangstellung inne. Allerdings litt auch diese Stadt unter der wachsenden Macht Athens. Karysthos wurde zum Beitritt in den Attischen Seebund gezwungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
446 v. Chr. versuchte  Chalkis, sich von der Unterjochung durch Athen zu befreien, wurde aber von den Athenern unter [[Perikles]] geschlagen. Im Norden der Insel wurden die Bewohner der Stadt Histiaea vertrieben, um weiteren attischen Siedlern Platz zu machen, da Athen sich der Bedeutung der Insel bewusst war. Euboia versorgte die Athener mit Getreide und Vieh, sicherte den Handel und war ein Schutz gegen Piraten. Außerdem war Euboia aufgrund der Nähe zum attischen Festland von großer strategischer Bedeutung und hätte in fremden Händen zu einer echten Bedrohung für Athen werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Schlacht von Eretria]] 411 v. Chr. gelang es Euboia, wieder die Unabhängigkeit zu erlangen. Danach ging die Insel wechselnde Bündnisse mit den führenden griechischen Stadtstaaten ein, bis sie nach der [[Schlacht von Chaironeia]] 338 v. Chr. an [[Philipp II. (Makedonien)|Philipp II. von Makedonien]] fiel. 196 v. Chr. von den Römern für frei erklärt, bildeten die Städte der Insel einen unabhängigen Bund, der sich bis 146 v. Chr. behauptete, als die Insel schließlich als Euboea Teil des [[Römisches Reich|Römischen Reiches]] und in der Folge des [[Oströmisches Reich|Oströmischen Reiches]] wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vierter Kreuzzug (1202–1204), venezianische Vorherrschaft (bis 1470) ===&lt;br /&gt;
In der jüngeren Geschichte gewann Euböa erst im [[Vierter Kreuzzug|Vierten Kreuzzug]] wieder an Bedeutung. Als das [[Byzantinisches Reich|Byzantinische Reich]] infolge der Errichtung des [[Lateinisches Kaiserreich|Lateinischen Kaiserreiches]] neu aufgeteilt wurde, übernahm die [[Republik Venedig]] de facto unter der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Negroponte&amp;#039;&amp;#039; die Herrschaft über die Insel, da sich die drei Lehen ([[Herrschaft von Negroponte|Dreiherrschaft]]), in die Euböa aufgeteilt wurde, unter deren Schutz stellten. Im Jahre 1470 gelang es dem [[Osmanisches Reich|osmanischen]] Sultan [[Mehmed II.]], die schwer befestigte Stadt Histiaea nach schweren Kämpfen zu erobern und die Insel den Venezianern zu entreißen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kenneth M. Setton |Titel=The Papacy and the Levant (1204-1571). The Fifteenth Century |Band=B. 2 |Verlag=American Philosophical Society |Ort=Philadelphia |Datum=1978 |ISBN=978-0871691279 |Seiten=298–304}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Osmanische Zeit (1470–1832) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Χάρτης της Εύβοιας - Coronelli Vincenzo - 1686.jpg|mini|Karte der Insel von [[Vincenzo Maria Coronelli|Vincenzo Coronelli]], 1686]]&lt;br /&gt;
Der Doge [[Francesco Morosini]] belagerte zwar im Jahr 1688 die Stadt, musste sich jedoch nach drei Monaten zurückziehen. Unter osmanischer Herrschaft war Chalkida (Euripus) der Sitz eines [[Sandschak (Osmanisches Reich)|Sandschak]], der auch einen Großteil des griechischen Festlands umfasste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Teil von Griechenland (1833) ===&lt;br /&gt;
Am 25. März 1833 endete im Anschluss an die [[Griechische Revolution]] die osmanische Herrschaft, als Hadji Ismail Bey in Chalkida die Schlüssel der Festung auf einem Silberteller dem anwesenden [[Georgios Ainian]] und einem britischen Admiral übergab, womit Euböa offiziell an das [[Königreich Griechenland]] fiel. Georgios Ainian wurde anschließend von der Regierung unter König [[Otto (Griechenland)|Otto]] zum ersten Gouverneur der Insel ernannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://eviaportal.gr/i-istoria-tis-chalkidas/ |titel=Η ιστορία της Χαλκίδας |titelerg=[Die Geschichte von Chalkida] |werk=Eviaportal.gr |datum=2013-09-10 |sprache=el |abruf=2025-09-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Euböa war – wie viele andere Orte [[Hitzewelle und Waldbrände in Südeuropa und der Türkei 2021|in Südeuropa und der Türkei]] – im August 2021 stark von Waldbränden betroffen.&amp;lt;ref&amp;gt;faz.net: [https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/feuer-auf-insel-euboea-weiter-ausser-kontrolle-17477873.html &amp;#039;&amp;#039;Feuer auf Insel Euböa weiter außer Kontrolle&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;faz.net vom 8. August 2021: [https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/griechenland-wird-athen-im-kampf-gegen-die-braende-bevorzugt-17476217.html &amp;#039;&amp;#039;Wird Athen im Kampf gegen das Feuer bevorzugt?&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;siehe auch faz.net vom 10. August 2021: [https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/griechische-insel-euboea-loescharbeiten-bei-waldbraenden-nehmen-fahrt-auf-17479133.html &amp;#039;&amp;#039;Löscharbeiten in „ungleicher Schlacht gegen die Natur“ nehmen Fahrt auf&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr !! Einwohner !! Veränderung !!&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1991 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 209.132 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 5.236 &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2001 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 217.218 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 8.086&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2011 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 210.815 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | −6.403 &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2021 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 210.778 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | −37 &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer Griechen, welche die Mehrheit der Einwohner auf der Insel stellen, gibt es zwei weitere [[Ethnie]]n, die [[Arvaniten]] ({{lang|grc|Αρβανίτες|Arvanítes}}) und die [[Vlachen]] ({{lang|grc|Βλάχοι|Vláchi}}). Erstere bevölkern seit der venetianischen Herrschaft im 14. Jahrhundert traditionell Teile der Südspitze der Insel und konzentrieren sich heute um Kap Kafireas (auch bekannt als Cavo d’Oro), wo der albanische Dialekt der Arvaniten noch von Dorfbewohnern gesprochen wird. Die Vlachen leben vor allem in den bergigen Regionen im Zentrum und Norden der Insel. Durch die weitgehende [[Assimilation (Soziologie)|Assimilation]] wird die [[Aromunische Sprache|Sprache der Vlachen]] kaum noch gesprochen, ausgenommen sind einige alte Dorfbewohner in den Dörfern Vlachia und Koutourla. Früher lebten außerdem [[Sarakatsanen]] auf Euböa, die aus [[Roumeli]] und [[Epirus (historische Region)|Epirus]] ausgewandert waren und sich um Mantoudi und Agia Anna niedergelassen hatten.&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Chalkida.JPG|mini|Strandpromenade von Chalkida]]&lt;br /&gt;
In der Gegend von Mantoudi und Limni wird [[Magnesit]] abgebaut, in Aliveri [[Lignit]] sowie [[Eisen]] und [[Nickel]] um Diprhys. Etwa drei Kilometer nördlich von Eretria wird [[Asbest]] abgebaut, früher auch eine dem [[Cipollino|Marmera Caristoy]] von Karystos ähnliche Marmorsorte. Das wichtigste Abbauzentrum von Marmor auf Euböa liegt heute bei dem Ort Styra, dementsprechend wird dieser im Ausland &amp;#039;&amp;#039;[[Cipollino|Green of Styra]]&amp;#039;&amp;#039; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus hat die Erzeugung von [[Honig]] und [[Echte Walnuss|Walnüssen]] wirtschaftliche Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wichtige Rolle in der regionalen Wirtschaft spielt auch der [[Tourismus]]. Entlang der Küste gibt es zahlreiche Hotels und [[Camping]]plätze. Die Saison erstreckt sich üblicherweise vom Frühjahr bis in den Herbst hinein, jedoch ist das Touristenaufkommen geringer als auf den meisten anderen griechischen Inseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
* Konstantinos Kallias, griechischer Politiker&lt;br /&gt;
* [[George Nicolas Papanicolaou|Georgios Nikolaou Papanikolaou]] (1883–1962), griechischer Arzt und Pathologe, Erfinder des [[Pap-Test]]s&lt;br /&gt;
* [[Sotiria Bellou]] (1921–1997), griechische [[Rembetiko]]-Sängerin&lt;br /&gt;
* [[Nikos Skalkottas]] (1904–1949), griechischer [[Komponist]]&lt;br /&gt;
* [[Nikolaos Kalogeropoulos]] (1851–1927), griechischer [[Politiker]] und [[Ministerpräsident]]&lt;br /&gt;
* [[Angelos Basinas]] (* 1976), griechischer Fußballnationalspieler&lt;br /&gt;
* Dimitris Mytaras, griechischer [[Maler]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Timothy E. Gregory, Nancy Patterson Ševčenko: &amp;#039;&amp;#039;Euboea&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Alexander Kazhdan|Alexander P. Kazhdan]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Oxford Dictionary of Byzantium&amp;#039;&amp;#039;, Oxford University Press, 1991, S. 736 f.&lt;br /&gt;
* [[David Jacoby]]: &amp;#039;&amp;#039;The Demographic Evolution of Euboea under Latin Rule, 1205-1470&amp;#039;&amp;#039;, in: Ders.: &amp;#039;&amp;#039;Travellers, Merchants and Settlers in the Eastern Mediterranean, 11th-14th Centuries&amp;#039;&amp;#039;, Farnham u. a. 2014. ([https://www.academia.edu/5834097/Demographic_Euboea academia.edu])&lt;br /&gt;
* [[Vincenzo Maria Coronelli|Vincenzo Coronelli]]: &amp;#039;&amp;#039;Historia del Regno di Negroponte e sue isole adiacenti&amp;#039;&amp;#039;, Venedig 1695. ([https://books.google.it/books?id=s0RoAAAAcAAJ&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;hl=it&amp;amp;source=gbs_ge_summary_r&amp;amp;cad=0#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Google Books])&lt;br /&gt;
* Vincenzo Coronelli: &amp;#039;&amp;#039;Historische und Topographische ausführliche Beschreibung der Reiche Morea und Negroponte, wie auch der Insulen und Hafen selbigen Meeres biß an Salonich&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt am Main 1687. ([https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10805539?page=4,5 Digitalisat])&lt;br /&gt;
* Pier Antonio Pacifico: &amp;#039;&amp;#039;Descrizzione del regno, et isola di Negroponte antico e moderno&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 1: &amp;#039;&amp;#039;Il regno di Negroponte&amp;#039;&amp;#039;, Treviso o. J. ([https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10446963?page=,1 Digitalisat])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Euboea|Euböa}}&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20220127022831/http://www.naevias.gr/ naevias.gr] (Webarchiv)&lt;br /&gt;
* [http://www.euboea.de/index1.php www.euboea.de Website mit vielen Informationen und Bildern über Euböa]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20170410072223/http://photopassport.gr/aerofotografies%20evoias/evoia.html Luftaufnahmen der Insel Euböa]&lt;br /&gt;
* [https://www.evia-rooms.com/ferry-rafina-marmari/ Fahrpläne der Fähre vom Hafen von Rafina nach Marmari]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4015642-4|VIAF=316732156}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Euboa}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Euböa| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Insel (Europa)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Insel (Mittelmeer)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Insel (Griechenland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Mittelgriechenland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Insel (Ägäisches Meer)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Insel als Namensgeber für einen Asteroiden]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hans-Jürgen Hübner</name></author>
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