<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ethnolekt</id>
	<title>Ethnolekt - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ethnolekt"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ethnolekt&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-07T20:20:41Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ethnolekt&amp;diff=526147&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;ⵓ: Vorlage {{rp}} ersetzt Vorlage {{rp}} ersetzt/ →</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ethnolekt&amp;diff=526147&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-11-22T17:16:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Vorlage {{&lt;a href=&quot;/index.php?title=Vorlage:Rp&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Vorlage:Rp (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;rp&lt;/a&gt;}} ersetzt Vorlage {{&lt;a href=&quot;/index.php?title=Vorlage:Rp&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Vorlage:Rp (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;rp&lt;/a&gt;}} ersetzt/ &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:%E2%B5%93/ARreplace&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:ⵓ/ARreplace (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;→&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ethnolekt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von griech. ἔθνος &amp;#039;&amp;#039;[[Ethnie|éthnos]]&amp;#039;&amp;#039; „Volk“ und λέγειν &amp;#039;&amp;#039;légein&amp;#039;&amp;#039; „sprechen“, vgl. &amp;#039;&amp;#039;[[Lekt]]&amp;#039;&amp;#039;) ist ein Sammelbegriff für sprachliche Varianten bzw. Sprechstile, die von Sprechern einer ethnischen (eigentlich: sprachlichen) Minderheit in einem bestimmten Sprachraum verwendet und als für sie typisch eingestuft werden. Einen einheitlichen Ethnolekt, den alle Menschen mit derselben sprachlich-ethnischen Herkunft in einem Land sprechen, gibt es allerdings nicht: „Es gibt vielerlei Ethnolektales, es gibt aber keinen Ethnolekt“ (Jannis Androutsopoulos).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dw.com/de/kiezdeutsch/l-19516144 &amp;#039;&amp;#039;Alltagsdeutsch. Kiezdeutsch&amp;#039;&amp;#039; ] (PDF; 57&amp;amp;nbsp;kB). &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Welle]],&amp;#039;&amp;#039; S. 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Ethnolekt ist eine Sonderform eines [[Soziolekt]]s. Ein bekannter deutscher Jargon, der als Ethnolekt bezeichnet wurde, ist [[Kiezdeutsch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen für die Entstehung von Ethnolekten ==&lt;br /&gt;
Ethnolekte entstehen zunächst dadurch, dass [[Migration|Migranten]] Probleme mit der Sprache des Landes haben, die die Mehrheit der Einwohner im Zuzugsland spricht. Typisch für kürzlich Eingewanderte sind Probleme mit der [[Akzent (Aussprache)|Aussprache]], ein kleiner [[Wortschatz]], [[Idiom (Wortverbindung)|unidiomatische Formulierungen]] sowie die nur rudimentäre Beherrschung der Grammatik der Zielsprache. Derartige Ausdrucksweisen von Sprachlernern auf niedrigem Niveau (Beispiel: „Ich nix Arbeit“ statt „Ich bin arbeitslos“) werden [[Pidgin-Sprache]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnolekte sind aber (wenn überhaupt) nicht &amp;#039;&amp;#039;nur&amp;#039;&amp;#039; auf eine unzulängliche Beherrschung der Zielsprache zurückzuführen, zumal viele Ethnolekt-Sprecher das „Pidgin-Niveau“ eines Sprachanfängers längst hinter sich gelassen haben, oft auch bereits in dem Aufnahmeland geboren sind. Dass viele Ethnolekt-Sprecher durchaus in der Lage sind, die Normen der Standardsprache einzuhalten, erkennt man z.&amp;amp;nbsp;B. an Formulierungen wie „Isch heirate mit ihr“&amp;#039;: Der Sprecher weiß, dass „mit“ mit dem Dativ gebildet wird und dass „ihr“ die Dativ-Form von „sie“ ist. Viele Ethnolekt-Sprecher können, wenn dies von ihnen erwartet wird, annähernd lautreine Wörter sprechen, korrekt gebaute Sätze konstruieren und bewusst auf die Benutzung von Wörtern verzichten, die als anstößig empfunden werden. Ihr Verhalten ist mit dem von [[Dialekt]]-Sprechern vergleichbar, die ebenfalls gelernt haben, sich &amp;#039;&amp;#039;auch&amp;#039;&amp;#039; in der Standardsprache (hier: der Hochsprache) zu artikulieren. Im Laufe ihrer Schulzeit lernen viele Migrantenkinder und -jugendliche ethnolektale Formen und Standardformen situativ und kontextspezifisch einzusetzen. Es konnte bewiesen werden, dass &amp;#039;&amp;#039;diese&amp;#039;&amp;#039; Jugendlichen auf der grammatischen, lexikalischen und diskursiven Ebene über standardnahes Deutsch verfügen. Allerdings gelingt das „[[Code-Switching]]“ in die Standardsprache nicht allen Ethnolekt-Sprechern.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hadija Haruna]]: {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Weissu – is krasse Sprache!&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.fluter.de/heftpdf/issue101/artikel9536/pdf_article9536.pdf |wayback=20120807090339 |format=PDF; 111&amp;amp;nbsp;kB }}. In: &amp;#039;&amp;#039;fluter&amp;#039;&amp;#039; (Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung) Nr. 39, Juni 2011&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ingeburg Breuer: [http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1431069/ &amp;#039;&amp;#039;Is ja Hamma Alder&amp;#039;&amp;#039;]. &amp;#039;&amp;#039;[[Deutschlandfunk]],&amp;#039;&amp;#039; 7. April 2011&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ethnolekt und Akzent ===&lt;br /&gt;
Menschen, die eine Sprache nicht als [[Muttersprache]] erlernt haben, neigen auch nach längerem Gebrauch der Zielsprache dazu, andere Sprachen mit [[Akzent (Aussprache)|Akzent]] auszusprechen, d.&amp;amp;nbsp;h. die Laute der Zielsprache und deren [[Intonation (Sprachwissenschaft)|Sprachmelodie]] der Aussprache in ihrer Muttersprache anzupassen. In allen Ethnolekten werden bestimmte [[Phonem]]e der Zielsprache systematisch abweichend ausgesprochen, und zwar auch dann, wenn der Sprecher den Laut produzieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vereinfachung der Grammatik ===&lt;br /&gt;
Alle lebenden Sprachen sind von Sprachwandel betroffen. Im [[Zweitspracherwerb]] werden häufig nicht alle Feinheiten des grammatischen Systems korrekt erkannt; es besteht ein Trend zur Vereinfachung der Grammatik ([[Deklination (Grammatik)|Deklination]], [[Konjugation (Grammatik)|Konjugation]]&amp;amp;nbsp;…), da diese  „Kodierungsenergie frisst, die woanders viel dringender gebraucht wird, beispielsweise um Defizite im Wortschatz auszugleichen“ (Uwe Hinrichs). Die „Lockerung grammatischer Restriktionen“ der Standardsprache&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heike Wiese&amp;quot; details=&amp;quot;S. 40&amp;quot;&amp;gt;Heike Wiese: {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Kiezdeutsch – Grammatik, Informationsstruktur und soziale Perzeption eines neuen Dialekts&amp;#039;&amp;#039; |url=http://48.stuts.eu/files/WieseStuTS.pdf |wayback=20120227043830 |format=PDF; 971&amp;amp;nbsp;kB }}. [[Universität Potsdam]] 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist oftmals ein Akt der Rebellion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Primärer, sekundärer und tertiärer Ethnolekt ==&lt;br /&gt;
Die Kategorie &amp;#039;&amp;#039;Ethnolekt&amp;#039;&amp;#039; wurde von [[Peter Auer]] hinsichtlich ihrer medialen Darstellung in drei Unterkategorien eingeteilt:&lt;br /&gt;
# primärer Ethnolekt: die gleichsam originale Sprechweise einer ethnischen Minderheit;&lt;br /&gt;
# sekundärer Ethnolekt: die von den Medien aufgegriffene, oft als Stilmittel von Komikern benutzte, den &amp;#039;&amp;#039;primären Ethnolekt&amp;#039;&amp;#039; nur nachahmende und insofern gleichsam literarisierte Sprechweise (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Mundstuhl]], [[Erkan und Stefan]] oder [[Taxi Sharia]], siehe [[Radebrechen#Wiedergabe als sekundärer Foreigner Talk|sekundärer Foreigner Talk]] als Wiedergabe gebrochener Sprechweise);&lt;br /&gt;
# tertiärer Ethnolekt: die Sprechweise von Personen, die den ihnen medial vermittelten &amp;#039;&amp;#039;sekundären Ethnolekt&amp;#039;&amp;#039; in ihre eigene Sprechweise übernommen haben, ohne selbst Kontakt zu Sprechern des &amp;#039;&amp;#039;primären Ethnolekts&amp;#039;&amp;#039; zu haben (eine Form des [[Crossing (Sprache)|Crossing]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Auer: {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;„Türkenslang“: Ein jugendsprachlicher Ethnolekt des Deutschen und seine Transformationen&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.forum-interkultur.net/uploads/tx_textdb/8.pdf |wayback=20140123080339 |format=PDF; 53&amp;amp;nbsp;kB, S.&amp;amp;nbsp;2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Übernahme ethnolektaler Ausdrucksweisen durch anders-ethnische Sprecher, insbesondere durch Muttersprachler der Zielsprache besteht eine Tendenz zur „De-Ethnisierung“ von Ethnolekten. Ein methodisches Problem besteht für Hörer und Sprachforscher, die empirische Daten über Ethnolekte erheben wollen, darin, dass sie es häufig nicht mitbekommen, ob es sich bei der Sprechweise konkreter Sprecher um einen primären Ethnolekt oder um dessen [[Parodie]] handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ethnolekte in der deutschen Sprache ==&lt;br /&gt;
In der [[Deutsche Sprache|deutschen Sprache]] wird aufgrund diverser Besonderheiten ethnolektaler Sprechweisen die nicht-deutsche Abstammung des Sprechers erkennbar, sofern dieser einen primären Ethnolekt spricht und nicht nur Ethnolekt-Sprecher nachahmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierbei kommen einige Charakteristika durchgängig und andere nur vereinzelt vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchgängig kommen vor:&lt;br /&gt;
# Wegfall von Präposition und Artikel in Lokal- und Richtungsangaben (z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;ich geh toilette&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;ich geh kino&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
# Vereinfachung der [[Deklination (Grammatik)|Deklination]] und der [[Konjugation (Grammatik)|Konjugation]] (z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;er empfehlt&amp;#039;&amp;#039;), vor allem durch Weglassung oder Abschwächung von Endungen (z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;von meinen Gegner&amp;#039;&amp;#039; statt &amp;#039;&amp;#039;von meinem Gegner&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;von meinen Gegnern&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
# Generalisierung des Verbs &amp;#039;machen&amp;#039;&lt;br /&gt;
# Verwendung von Formeln wie &amp;#039;&amp;#039;ich schwör&amp;#039;&amp;#039; zur Bestätigung&lt;br /&gt;
# Verwendung von Formen aus einer anderen Sprache zur Anrede, zur Beschimpfung, als Interjektionen und Diskursmarker (z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;lan, moruk&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
# eine spezielle Art der Vermittlung von Inhalten, die nur einen geringen Teil der mitgeteilten Informationen expliziert&lt;br /&gt;
# reichhaltige [[Prosodie|prosodisch]]-[[Phonetik|phonetische]] Merkmale&lt;br /&gt;
# [[Koronalisierung]] des [[palataler Frikativ|palatalen Frikativs]] (ch--&amp;gt;sch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich kommen vor:&lt;br /&gt;
# Ausfall des Artikels in Nominal- und Präpositionalphrasen&lt;br /&gt;
# von der Standardsprache abweichende Genuswahl, z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;der [[Opfer (Schimpfwort)|Opfer]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
# von der Standardsprache abweichende Objektbildung, z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;isch heirate mit ihr&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
# von der Standardsprache abweichende Wortstellung, z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;hab isch geseh’n mein Kumpel&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ethnolekte in anderen Zielsprachen ==&lt;br /&gt;
„Kiezsprachen“ gibt es nicht nur im deutschsprachigen Raum. In Europa gibt es u.&amp;amp;nbsp;a. das „[[Rinkeby-Kista|Rinkebysvenska]]“ (in Schweden), den „[[Kopenhagen|Copenhagen]] multiethnolect“ (in Dänemark) und den „Straattaal“ (in den Niederlanden).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heike Wiese&amp;quot;  details=&amp;quot;S. 10ff. &amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bewertung des Ethnolektgebrauchs ==&lt;br /&gt;
Einerseits stärken Ethnolekte den Zusammenhalt von Gruppen, die diese Varietäten benutzen. Bei Außenstehenden lösen sie allerdings oftmals [[Vorurteil]]e aus. So reagiert in dem Buch &amp;#039;&amp;#039;Chill mal, Frau Freitag&amp;#039;&amp;#039; ein Busfahrer auf den Ethnolekt von „Emre“, einem Neuntklässler mit einer „bio-deutschen Mutter“ (Original-Formulierung im Text), mit der Frage: „Verstehst du Deutsch? Bist du der deutschen Sprache mächtig?“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Frau Freitag]]: &amp;#039;&amp;#039;Chill mal, Frau Freitag&amp;#039;&amp;#039;. Ullstein, Berlin 2011, S.&amp;amp;nbsp;330&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Ethnolekte als „Ghettoslang“ oder „Migrantenslang“ bezeichnet werden, dann handelt es sich İnci Dirim zufolge um einen Fall von [[Linguizismus]], d.&amp;amp;nbsp;h. um „eine spezielle Form des [[Rassismus]] […], bei der Menschen auf Grund ihrer Sprache oder eines Akzents ausgegrenzt werden“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Meri Disoski]]: [http://dastandard.at/1269448266245/daStandardat-Interview-Hast-du-ates &amp;#039;&amp;#039;„Hast du ateş?“&amp;#039;&amp;#039;]. Interview mit İnci Dirim. &amp;#039;&amp;#039;[[Der Standard]],&amp;#039;&amp;#039; 26. März 2010&amp;lt;/ref&amp;gt; Ethnolekte hätten nichts Komisches an sich. Sie seien im Falle von Ethnolekten der deutschen Sprache „Adaptionsformen des Deutschen durch MigrantInnen und Zeichen für Zugehörigkeit zu deutschsprachigen Umgebungen. Ethnolekte zeigen, dass das Deutsche nicht bloß ergänzend übernommen, sondern kreativ angeeignet wird und in einem Zusammenhang mit den bereits beherrschten Sprachen steht. Ethnolekten sollte dieselbe Akzeptanz und Wertschätzung entgegengebracht werden, wie sie für Dialekte gefordert wird“, meint Dirim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sprachpflege]]r lehnen die von Hinrichs beschriebene Entwicklung als „[[Sprachverfall]]“ ab. Auch wird zur Bewertung von Ethnolekten gelegentlich die Kategorie des „[[Restringierter Code|restringierten Codes]]“ benutzt, die von dem [[Soziolinguistik|Soziolinguisten]] [[Basil Bernstein]] als Bezeichnung für die „defizitäre“ Sprache der englischen Unterschicht eingeführt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Jürgen Trabant]] kritisiert sowohl die „romantische“ Faszination gegenüber Ethnolekten, die von ihren Verteidigern zu „volkstümlichen [[Dialekt]]en“ erklärt würden, als auch die pauschale Ablehnung von Ethnolekten. Die eigentliche Gefahr für die deutsche Standardsprache bestehe darin, dass sie zu einem „[[Soziolekt]] der [[Modernisierungsverlierer]]“ werde, indem die englische Sprache immer mehr die deutsche ersetze.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Trabant: [http://www.faz.net/frankfurter-allgemeine-zeitung/streitfrage-kiezdeutsch-irrtuemer-der-romantischen-linguistik-11775090.html &amp;#039;&amp;#039;Streitfrage Kiezdeutsch – Irrtümer der romantischen Linguistik&amp;#039;&amp;#039;]. &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Allgemeine Zeitung&amp;#039;&amp;#039;. 9. Juni 2012&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Lekt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Verena Araghi: &amp;#039;&amp;#039;Lass ma krass reden! Die Auswirkungen von „Kiez-Sprache“ auf das Standarddeutsche&amp;#039;&amp;#039;. &amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel&amp;#039;&amp;#039;. Ausgabe 42/2007, S. 196f. ([http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-53278255.html online])&lt;br /&gt;
* Uwe Hinrichs: &amp;#039;&amp;#039;Hab isch gesehen mein Kumpel. Wie die Migration die deutsche Sprache verändert hat&amp;#039;&amp;#039;. Essay. &amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel&amp;#039;&amp;#039;. Ausgabe 7/2012, S. 104f. ([http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-83977255.html online])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://fraufreitag.wordpress.com/2009/07/17/nanu-was-das-jetzt/ Frau Freitag: &amp;#039;&amp;#039;Nanu? Was das jetzt?&amp;#039;&amp;#039; 17. Juli 2009 (Beispiel für sekundären Ethnolekt)]&lt;br /&gt;
* [http://www.woistmeindope.de/downloads/ultra_korregd.pdf Jannis Androutsopoulos: &amp;#039;&amp;#039;Ultra korregd Alder! Zur medialen Stilisierung und Popularisierung von „Türkendeutsch“&amp;#039;&amp;#039;. Linguistik-Server Essen. 2001] (PDF; 414&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [[Christa Dürscheid]]: [http://www.ds.uzh.ch/_docs/964/Duerscheid_2003_Syntaktische_Tendenzen.pdf &amp;#039;&amp;#039;Syntaktische Tendenzen im heutigen Deutsch&amp;#039;&amp;#039;. Universität Zürich. 21. Juni 2003] (PDF; 294&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [http://jannisandroutsopoulos.files.wordpress.com/2009/12/ethnolekte-in-der-mediengesellschaft_publ.pdf Jannis Androutsopoulos: &amp;#039;&amp;#039;Ethnolekte in der Mediengesellschaft&amp;#039;&amp;#039;. 2006] (PDF; 1,4&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
* [http://www.rootsofethnolects.nl/web/pdf%27s/05hin.pdf Frans Hinskens: &amp;#039;&amp;#039;Emerging Moroccan and Turkish varieties of Dutch&amp;#039;&amp;#039;. VU University Amsterdam. 2011] (englisch; PDF; 209&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziolinguistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Linguistische Varietät]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziolekt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;ⵓ</name></author>
	</entry>
</feed>