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	<title>Ethnographisches Prinzip - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;TYSK am 4. Februar 2018 um 16:28 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ethnographische Prinzip&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Statistik|statistisches]]  Verfahren zur Feststellung  des ungefähren Verlaufs der  imaginären [[Geographie|geographischen]]  Trennlinie zwischen zwei anhand [[Völkerkunde|ethnischer]] Merkmale unterscheidbaren Bevölkerungsgruppen, deren Siedlungsgebiete benachbart sind. Beim  Auffinden der [[fiktiv]]en Trennlinie dient als Entscheidungskriterium im Allgemeinen die Mehrheit der [[Muttersprache]]. Unterscheiden sich die beiden Muttersprachen diesseits und jenseits der Trennlinie durchweg vollständig, dann ist sie eine [[Sprachgrenze]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Aufkommen der [[Nationalstaat]]en im 19. Jahrhundert wurde das ethnographische Prinzip in der westlichen Welt häufig angewandt, um [[Staatsgrenze]]n zu begründen oder neu festzulegen. Die Anwendung der Methode erfordert nach dem [[Völkerrecht]] in einem solchen Fall das mehrheitliche Einverständnis innerhalb jeder der beiden beteiligten Siedlungsgruppen, die ihre Grenzfragen klären möchten oder politisch dazu gezwungen sind. Das Verfahren führt meistens nicht auf Anhieb zu einem exakt vorherbestimmbaren und jederzeit exakt reproduzierbaren Grenzverlauf, sondern erfordert im Allgemeinen Nachbesserungen, die genaue Kenntnisse der lokalen historisch-soziologischen Entwicklungen in der Grenzregion voraussetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Methode wurde in der Vergangenheit auch bemüht, um [[Sezession|separatistischen]] politischen Bestrebungen einen Anschein von Legitimität zu verleihen, so unter anderem bei der Loslösung der mehrheitlich angloamerikanisch besiedelten Nordregion [[Mexiko]]s, der späteren Südweststaaten der USA, vom Mutterland Mexiko im Verlauf des [[Amerikanisch-Mexikanischer Krieg|Amerikanisch-Mexikanischen Kriegs]] um die Mitte des 19. Jahrhunderts oder bei der Loslösung des [[Kosovo]] von [[Serbien]] in der jüngsten Vergangenheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurde das ethnographische Prinzip von den [[Triple Entente|westlichen Siegermächten]] bei der Neufestlegung der Staatsgrenzen in [[Mitteleuropa]] in den Vordergrund gestellt. Im Zusammenhang mit den Bestimmungen des [[Versailler Vertrag]]s wurde es  insbesondere von dem aus den Südstaaten stammenden amerikanischen Präsidenten und vormaligen Geschichtslehrer [[Woodrow Wilson]] propagiert. Das ethnographische Prinzip wird deshalb häufig mit seinem Namen in Verbindung gebracht, doch ist Wilson nicht dessen Erfinder. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ethnographische Prinzip wird bei der Neudefinition von Staatsgrenzen im Allgemeinen nicht konsequent angewandt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde beispielsweise bei der Festlegung der deutsch-polnischen&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Roth (Medienwissenschaftler)|Paul Roth]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutschland und Polen&amp;#039;&amp;#039;, Isar-Verlag, München 1958, S. 53.&amp;lt;/ref&amp;gt; und der [[Grenze zwischen Italien und Österreich|italienisch-österreichischen Staatsgrenzen]] dagegen verstoßen. Bei der Klärung von Grenzfragen berufen  sich Politiker im Allgemeinen nicht auf das ethnographische Prinzip allein, sondern sie lassen sich auch von  anderen  Motiven leiten. So hatte beispielsweise der [[Nationalismus|nationalistische]], dem [[Panslawismus]] nahestehende polnische Politiker [[Roman Dmowski]] sich 1915 damit einverstanden erklärt, die polnische Ostgrenze zu Russland mit Hilfe des ethnographischen Prinzips neu zu definieren, während er gleichzeitig die Anwendung desselben Verfahrens auf die Westgrenze ablehnte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Roth (Medienwissenschaftler)|Paul Roth]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Entstehung des polnischen Staates&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1926, S. 4, Fußnote 3).&amp;lt;/ref&amp;gt; Langfristig gesehen, haben sich Grenzen, die einmal mit Hilfe des ethnographischen Prinzips festgelegt worden waren, in der Geschichte  als politisch stabiler herausgestellt als nach Maßstäben der Machtpolitik willkürlich aufgezwungene Grenzen. So stimmt zum Beispiel die heutige Ostgrenze Polens weitgehend mit der 1919 von den [[Triple Entente|Westalliierten]]  verkündeten sogenannten [[Curzon-Linie]] überein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkskunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnographie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftliche Methode]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;TYSK</name></author>
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