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	<title>Essentialismus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Essentialismus&amp;diff=506258&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Engelbaet: /* Feminismus */</title>
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		<updated>2026-02-25T08:37:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Feminismus&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Essentialismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Essenzialismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, von [[Latein|lat.]] &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|essentia}}&amp;#039;&amp;#039; „Wesen“) ist in der [[Philosophie]] die Auffassung, dass [[Entität]]en notwendige Eigenschaften besitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausdruck [[Wesen (Philosophie)|Wesen]] (griechisch [[ousia]], lateinisch essentia, [[quidditas]]) hat im philosophischen Sprachgebrauch eine Doppelbedeutung. Er bezeichnet in der Tradition des Aristoteles ein konkretes [[Individuum]]. In einem zweiten Sinn bezeichnet „Wesen“ die allgemeine und bleibende Bestimmtheit eines konkreten Individuums. Die „Entität“ steht auch für das Wesen eines Gegenstandes im Sinne eines für das Dasein und die [[Identität]] des Gegenstands notwendigen Elements.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für unterschiedliche Gegenstandsbereiche wird eine Festschreibung auf eine überzeitliche Wesenheit bestritten, darüber hinaus stehen u.&amp;amp;nbsp;a. allgemein [[Metaphysikkritik|metaphysik-kritische]] Positionen einem Essentialismus entgegen, ebenso wie Auffassungen, wonach die Existenz dem Wesen vorausgeht (sogenannter [[Existentialismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Philosophie ==&lt;br /&gt;
=== Aristoteles ===&lt;br /&gt;
In der Philosophie wird der Essentialismus bis auf [[Platon]] und [[Aristoteles]] zurückgeführt. Die aristotelische Begriffsbildung wurde maßgeblich von [[Thomas von Aquin]] in die [[Theologie]] und in die [[Scholastik]] aufgenommen. In den Begriffen von [[Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]] ausgedrückt, besagt diese Lehre, dass es notwendige und kontingente Eigenschaften von Dingen gebe, und zwar unabhängig davon, wie wir die Dinge konzipieren oder beschreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf-Peter Hägler: &amp;#039;&amp;#039;Kritik des neuen Essentialismus.&amp;#039;&amp;#039; Paderborn München Wien Zürich 1994, S. 10&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Duhem ===&lt;br /&gt;
Zuerst wurde der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Essentialismus&amp;#039;&amp;#039; 1916 von [[Pierre Duhem]] (&amp;#039;&amp;#039;essentialisme&amp;#039;&amp;#039; (franz.)) als philosophiegeschichtliche Kategorie eingeführt und bezeichnet bei ihm mittelalterliche Auffassungen, nach denen den für die Erschaffung vorgesehenen Wesenheiten eine überzeitliche, essentielle Existenz zukommt. [[Étienne Gilson]] erweiterte diese Kategorie und verwandte sie für sämtliche abendländische Theorien, die vom „ontologischen Primat der essentia vor der existentia ausgehen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Regenbogen, Meyer: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der philosophischen Begriffe.&amp;#039;&amp;#039; Meiner, Hamburg 2005. Stichwort „Essentialismus“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kritik Poppers ===&lt;br /&gt;
{{Lückenhaft|2=In diesem Abschnitt}}&lt;br /&gt;
Für [[Karl R. Popper]] geht der Essentialismus oder die „Wesensphilosophie“ auf die Ansicht zurück, dass eine [[Definition]] richtig oder falsch sein kann, indem sie das „[[Wesen (Philosophie)|Wesen]]“ eines Begriffes zum Ausdruck bringt.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Popper: &amp;#039;&amp;#039;Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Troels Eggers Hansen. 2. Auflage. Tübingen 1994, ISBN 3-16-145774-9, S. 177&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Poppers eigener [[Definitionslehre#Karl R. Popper|Definitionslehre]] sind Definitionen prinzipiell willkürlich, da sie auf Vereinbarung gründen. Alle wirklich wesentlichen Begriffe einer Theorie sind daher für Popper die undefinierten Grundbegriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quine ===&lt;br /&gt;
Wegen des „aristotelischen Essentialismus“ meinte [[Willard Van Orman Quine]] die quantifizierte [[Modallogik]] verwerfen zu müssen.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael-Thomas Liske: &amp;#039;&amp;#039;Aristoteles und der aristotelische Essentialismus. Individuum, Art, Gattung.&amp;#039;&amp;#039; Freiburg, München 1985. S. 19; vgl. dazu Ulrich Nortmann: &amp;#039;&amp;#039;Modale Syllogismen, mögliche Welten, Essentialismus. Eine Analyse der aristotelischen Modallogik.&amp;#039;&amp;#039; ISBN 978-3-11-014660-8&amp;lt;/ref&amp;gt; Er ließ indes dabei ungeklärt, welche Position in dieser Frage Aristoteles tatsächlich zugeschrieben werden darf. [[Michael-Thomas Liske]] erörtert ausgehend von Texten des Aristoteles, inwieweit ein Art-Essentialismus zur Kennzeichnung von Individuen aufrechterhalten werden könne, und verteidigt diesen gegenüber Quines Forderung nach einer ausschließlichen [[Extensionalität]]sbetrachtung: Der Sinnunterschied zweier extensional gleichwertiger Spezifikationen kann wissenschaftlich bedeutsam sein, weil sie ein verschiedenes Erklärungspotenzial haben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sozialwissenschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Feminismus ===&lt;br /&gt;
Innerhalb der Theoriebildung der Sozialwissenschaften spielt der Essentialismusbegriff in zeitgenössischen [[Feminismus|feministischen]] Diskussionen eine entscheidende Rolle. Essentialismus bedeutet darin eine verallgemeinernde Reduktion auf geschlechtsspezifische Stereotype, woraus (in [[Gegenabhängigkeit]]) feministische Handlungsempfehlungen/-forderungen abgeleitet werden (können): Etwa, die Frau solle sich keinesfalls dem Willen ihres Mannes bedingungslos unterwerfen, solle selbst nach (beruflicher) „Selbstverwirklichung“ streben („Karriere-Feminismus“)&amp;lt;ref&amp;gt;„Karriere-Feminismus, der Gleichheit durch Anpassung und nicht durch Kritik von Herrschaftsverhältnissen anstrebt.“ ([[Christa Wichterich]] 2011: [https://www.inkota.de/?id=934 &amp;#039;&amp;#039;Gemeinsam und verschieden&amp;#039;&amp;#039;]).&amp;lt;/ref&amp;gt;, keinesfalls in der (gesellschaftlich unzureichend geachteten) Rolle der Mutter und Ehefrau aufgehen dürfen (vgl. [[Maria Mies|Mies]]’ [[Hausfrauisierung]], vgl. Kritik durch [[Nancy Fraser]]&amp;lt;ref&amp;gt;Nancy Fraser (2013): „Der Neoliberalismus spinnt wahrlich Stroh zu Gold, wenn er das Ganze zu einem [[Narrativ (Sozialwissenschaften)|Narrativ]] der Frauenermächtigung [&amp;#039;&amp;#039;Empowerment&amp;#039;&amp;#039;, vgl. OECD, Weltbank etc.] umdichtet. Er beruft sich auf die feministische Kritik des Familienernährer-Haushalts, um Ausbeutung zu rechtfertigen, und spannt so den Traum der Frauenemanzipation vor den Wagen der Kapitalakkumulation.“.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der [[Differenzfeminismus]] im aktuellen feministischen ([[Gender]]-&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Women’s Studies (or Feminist Studies) is increasingly being replaced by [[Gender Studies]] which was supposed to increase the number of male students.&amp;quot; (Renate Klein [2008]: &amp;#039;&amp;#039;From Test-Tube Women to Bodies without Women.&amp;#039;&amp;#039; Shorted Reprint (2015) in: [https://fipaz.files.wordpress.com/2015/11/bumerang-1-mutterschaft-im-patriarchat.pdf &amp;#039;&amp;#039;Mutterschaft im Patriarchat&amp;#039;&amp;#039;] [PDF], p. 162, Footnote 95).&amp;lt;/ref&amp;gt;)Diskurs als biologischer bzw. „maternalistischer“&amp;lt;ref&amp;gt;Ingrid Galster: &amp;#039;&amp;#039;Französischer Feminismus. Zum Verhältnis von Egalität und Differenz.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie&amp;#039;&amp;#039; (Hrsg.: Ruth Becker, Beate Kortendiek). Wiesbaden 2010, S. 46.&amp;lt;/ref&amp;gt; Determinismus und damit als essentialistisch kritisiert wird, finden sich im globalen (System-)Feminismus (&amp;#039;&amp;#039;western feminism&amp;#039;&amp;#039; nach [[Chandra Talpade Mohanty|Mohanty]] 1986) kulturessentialistische Tendenzen, die notwendig (zu gewissen Agenden) u. a. von der [[Population Control Establishment|Bevölkerungslobby]] (insbesondere seit [[Weltbevölkerungskonferenz|Kairo 1994]]) finanziell unterstützt&amp;lt;ref&amp;gt;Susanne Schultz (1998): [https://www.nadir.org/nadir/archiv/Feminismus/GenderKiller/gender_2.html &amp;#039;&amp;#039;Feministische Bevölkerungspolitik? Zur internationalen Debatte um Selbstbestimmung&amp;#039;&amp;#039;]: „Angesichts jahrzehntelanger Diskussions- und Organisierungsprozesse gegen antinatalistische Programme in der Dritten Welt stellt sich die Frage, warum und wie es heute zu dieser Kontroverse kommt. Ein Grund für das aktuelle Interesse feministischer Aktivistinnen an einer Zusammenarbeit mit Organisationen wie der Ford Foundation, dem Population Council und anderen ist sicherlich die Erfahrung, daß diese seit den 80er Jahren zunehmend feministische Projekte darunter auch solche, die sich gegen Bevölkerungspolitik engagierten finanziert und gleichzeitig feministisches Vokabular in ihre Diskurse integriert haben. Um an Gelder zu gelangen und weiterhin die bevölkerungspolitische Diskussion beeinflussen zu können, halten es viele Feministinnen offenbar für notwendig, sich auf das Thema Bevölkerung zu beziehen.“&amp;lt;/ref&amp;gt; bzw. forciert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb des &amp;#039;&amp;#039;Kulturessentialismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;„[N]un dient der Kulturessentialismus dazu, die Umgestaltung vermeintlich modernisierungshemmender Kulturen zu legitimieren. Daher ist stets damit zu rechnen, dass ethnographischen Arbeiten über andere Kulturen dazu missbraucht werden, diese Kulturen umzugestalten.“ ([[Alois Moosmüller]]: &amp;#039;&amp;#039;Interkulturelle Kommunikation.&amp;#039;&amp;#039; Münster 2007, S. 25 f).&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt etwa die unreflektierte Zuschreibung von (tendenziell sexueller) Unterdrückung der „Dritte-Welt-Frau“ gegenüber (ihrem) „patriarchal-rohen“ Mann ein klassisches Beispiel dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Im westlichen Feminismusdiskurs wurde „traditionell“ in den bereits negativ konnotierten Patriarchatsbegriff eingebettet bzw. diese semantisch miteinander verknpüft. Vgl. Mahnaz Afkhami: &amp;#039;&amp;#039;Towards Global Feminism. A Muslim Perspective.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Radically Speaking. Feminism Reclaimed&amp;#039;&amp;#039; (Hrsg.: Diane Bell, Renate Klein). Melbourne 1996, p. 525: „Since ‘traditional’ concepts are by definition founded in patriarchal discourse, global feminism must be skeptical of propositions that present them as liberating.“ Vgl. Susanne Schultz: &amp;#039;&amp;#039;Hegemonie – Gouvernementalität – Biomacht. Reproduktive Risiken und die Transformation internationaler Bevölkerungspolitik.&amp;#039;&amp;#039; Münster 2006, S. 181. Vgl. Rosemary McCabe (2013): [https://www.nottingham.ac.uk/hrlc/documents/student-conference-2013/lmitchelldemocracyandhumanrightsconference.pdf &amp;#039;&amp;#039;The co-option of Human Rights and Feminist Rhetoric to justify the War on Terror&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 390&amp;amp;nbsp;kB).&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus einer Begründung feministischer (westlicher) Theoriediskussionen zu (gut gemeinten) Gunsten der „Dritte-Welt-Frau“ gegen patriarchale Strukturen ebendort Interventionen legitimieren meinen zu müssen folgt nicht generell Dank.&amp;lt;ref&amp;gt;„Die feministische Dominanz des Nordens gegenüber dem Süden setzte sich auch in der zweiten Frauenbewegung ab den 1960er Jahren fort. Feministinnen aus dem Norden unterstellten ein weltweit strukturgleiches Patriarchat und universelle Formen männlicher Macht- und Gewaltausübung sowie weiblicher Opfererfahrungen. Frauen aus dem Süden wiesen den westlichen Führungsanspruch und die homogenisierende Konstruktion zurück, verletzt darüber, dass kulturelle Differenzen und eigenständige Frauenbewegungen in den postkolonialen Staaten nicht wahrgenommen wurden.“ (Christa Wichterich [2011]: [https://www.inkota.de/?id=934 &amp;#039;&amp;#039;Gemeinsam und verschieden&amp;#039;&amp;#039;]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;„‚Can the Subaltern Speak?‘ (1988) kritisiert die Sprachlosigkeit der Marginalisierten und ihre Bevormundung durch die westliche Welt. [[Gayatri Chakravorty Spivak|Spivaks]] Forderung nach subversivem Zuhören, das die Marginalisierten zum Sprechen für sich selbst ermächtigt, wandte sich auch gegen einen der weißen Mittelklasse verpflichteten Feminismus.“ (TAZ, Jette Gintner [2010]: [https://taz.de/Die-Klasse-machts/!419860/ Die Klasse macht’s]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Mitunter wird dem &amp;#039;&amp;#039;Diversity-Mainstreaming-Ansatz&amp;#039;&amp;#039; weiterhin vorgeworfen, „dass dieser von [[Ethnozentrismus|ethnozentrischen]] weißen Feminismen geprägt sei“.&amp;lt;ref&amp;gt;Silke Schwarz: &amp;#039;&amp;#039;Gendergerechtigkeit als Universalkonzept? Kritische und kultursensible Analysen von Gendermainstreaming nach einer Katastrophe.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 2014, S. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Indessen die Vorstellung, Frauen seien ein in einer patriarchalen Gesellschaft unterdrücktes Kollektiv, bei einigen weißen Feminist_innen noch immer existiert. Dabei blenden sie nichts weniger als die Verschränkungen von sozialen, strukturellen Ungleichheitsverhältnissen in einem rassistischen, kapitalistischen System aus oder übersehen diese, weil sie wollen und machen sich zu Kompliz_innen dessen.|Sabine Mohamed&amp;lt;ref&amp;gt;Sabine Mohamed (2012): [https://streit-wert.boellblog.org/2012/01/19/sabine-mohamed/ &amp;#039;&amp;#039;Überlegungen zu geschlechterpolitischen Bündnissen, ihre Chancen, ihre Probleme und Totgeburten&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kulturwissenschaften ===&lt;br /&gt;
In den Kulturwissenschaften, insbesondere in den [[Interkulturalität|interkulturellen Studien]], wird mit &amp;#039;&amp;#039;Essentialismus&amp;#039;&amp;#039; die Vorstellung bezeichnet, dass Menschen aus gleichen Kulturräumen – zumeist als Territorien verstanden – homogen sind. Demnach gibt es einen gemeinsamen kulturellen Kern, den alle Mitglieder einer Kultur „essentiell“ teilen. Ihr Verhalten ist durch ihre kulturelle Zugehörigkeit bestimmt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Adrian Holliday |Titel=Intercultural Communication and Ideology |Hrsg= |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag=SAGE |Ort=London |Datum=2011 |ISBN= |Seiten=4ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Arbeit der Kulturwissenschaftler [[Geert Hofstede]] und [[Edward T. Hall]] basiert auf diesem Konzept und dem Wunsch, Kulturen fest begreifen und erfassen zu können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Neuere, [[Sozialkonstruktivismus|konstruktivistische]] Verständnisse von Kultur, insbesondere [[Multikollektivität]], lehnen diesen Ansatz ab&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Veit Michael Bader |Titel=Kultur und Identität: Essentialismus, Konstruktivismus oder Kritischer Realismus? |Hrsg=Claudia Rademacher, Peter Wiechens |Sammelwerk=Geschlecht – Ethnizität – Klasse: Zur sozialen Konstruktion von Hierarchie und Differenz |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag=Leske &amp;amp; Budrich |Ort=Opladen |Datum=2001 |ISBN= |Seiten=145-174}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stefanie Rathje |Titel=The Definition of Culture – An Application-Oriented Overhaul |Hrsg= |Sammelwerk=Interculture Journal |Band=8 |Nummer=8 |Auflage= |Verlag= |Ort= |Datum=2009 |ISBN= |Seiten=48}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und kritisieren, dass kultureller Essentialismus zu stark vereinfacht, die Grundlage für [[Diskriminierung]] bildet und kulturelle Dynamiken ignoriert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stefanie Rathje |Titel=The Definition of Culture – An Application-Oriented Overhaul |Hrsg= |Sammelwerk=Interculture Journal |Band=8 |Nummer=8 |Auflage= |Verlag= |Ort= |Datum=2009 |ISBN= |Seiten=38}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jürgen Bolten |Titel=Interkulturelle Trainings neu denken |Hrsg= |Sammelwerk=Interculture Journal |Band=15 |Nummer=26 |Auflage= |Verlag= |Ort= |Datum=2016 |ISBN= |Seiten=79}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Religionswissenschaften ===&lt;br /&gt;
Ein Ziel der Religionswissenschaften ist es, Essentialisierungen kritisch zu beleuchten. Neben einem metaphysischen oder anthropologischen kann auch ein historischer Essentialismus zur Begründung und Legitimation religiöser Traditionen dienen. Wie im Essentialismus jedem Allgemeinbegriff ein wesentlicher Kern zugeordnet werden kann, so kann im Sinne eines historischen Essenzialismus Religionen ein historischer Ursprung zugeschrieben werden, der sich in der Geschichte „nur“ in unterschiedlicher Weise ausgeprägt hat, aber immer Ausdruck des einen Ursprungs gewesen ist. Infolgedessen wird durch die selektive und subjektive Auswahl eines Ursprungs sowie durch das ebenso subjektive Aufzeigen exemplarischer Ausprägungen dieses Ursprungs ein Wesenskern der Religion an sich ausgemacht, der in der Geschichte mal mehr und mal weniger klar ersichtlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinesfalls sind die Ursprünge stets selbstverständlich: So bringt es für die Frage nach einem Kern des Christentums einen erheblichen Unterschied mit sich, ob als Ursprung die frühjüdischen Messiaserwartungen im 1. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr., das Leben des Jesus von Nazareth, dessen Kreuzigung oder die Verkündigung vom Kreuzestod Jesu und seiner Auferstehung gesetzt wird. Ebenfalls, um im Beispiel des Christentums zu bleiben, ist die Legitimation von christlichen Traditionen aufgrund deren Nähe zum Ursprung des Christentums damit betroffen und es bleibt kritisch zu beurteilen, inwiefern der spezifische Ursprungsgedanke und die Verbindungslinie zur jeweiligen christlichen Tradition konstruiert werden. Schließlich wird in der deutschen theologischen Forschung konfessionsübergreifend sowohl im rechts-konservativen&amp;lt;ref&amp;gt;Felix Dirsch und David Engels: Christentum, Abendland, Europa. Einleitung, in: F. Dirsch / D. Engels (Hrsg.): Gebrochene Identität? Christentum, Abendland und Europa im Wandel, Bad Schussenried 2022, S. 7–36.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie im liberalen&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg Lauster: Das Christentum. Geschichte – Lebensformen – Kultur, München 2022, S. 41–52.&amp;lt;/ref&amp;gt; Flügel der Versuch unternommen, das heutige europäische Christentum anhand ausgewählter Strömungen und Personen zu deuten, wobei in der konstruierten Genese beispielsweise oft der Aufklärung eine große Rolle zukommt, den chronologisch eigentlich näher liegenden Verstrickungen der Kirchen in den Nationalismus des 19. und 20. Jahrhunderts&amp;lt;ref&amp;gt;Am Beispiel des Protestantismus in Deutschland seit der deutschen Kaiserzeit (1871):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bastian Scholz: Die Kirchen und der deutsche Nationalstaat. Konfessionelle Beiträge zum Systembestand und Systemwechsel, Wiesbaden 2016, S. 206–220, 258–295, 449–483.&amp;lt;/ref&amp;gt; aber kaum Beachtung geschenkt wird. Dahinter scheint die Grundannahme zu stehen, die Geschichte innerchristlich positiv beleuchten zu wollen, die positiv bewerteten Aspekte mitzunehmen und derer zu erinnern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem können in einem historischen Essentialismus mittels der Selektion religiöser (oder allgemein geisteswissenschaftlicher) Traditionen oder Entwicklungen auch andere Begriffe mit politischer Implikation skizziert und legitimiert werden. So dienen im Zusammenhang von Religion und Nationalismus dem nationalstaatlichen Denken u.&amp;amp;nbsp;a. religiöse Begründungsfiguren zur Legitimation, zur Herausstellung der Einzigartigkeit und zur Aufrechterhaltung nationaler Identitäten.&amp;lt;ref&amp;gt;Felix Dirsch und David Engels: Christentum, Abendland, Europa. Einleitung, in: F. Dirsch / D. Engels (Hrsg.): Gebrochene Identität? Christentum, Abendland und Europa im Wandel, Bad Schussenried 2022, S. 7–36.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Georg Kamp: &amp;#039;&amp;#039;Essentialismus.&amp;#039;&amp;#039; In: Jürgen Mittelstraß (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. 2005, S. 398–404.&lt;br /&gt;
* Helmut Schneider: &amp;#039;&amp;#039;Essentialismus.&amp;#039;&amp;#039; In: Joachim Ritter (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Historisches Wörterbuch der Philosophie]] [HWPh].&amp;#039;&amp;#039; Band 2. Schwabe, Basel 1972, S. 751–753.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--&lt;br /&gt;
=== Speziellere Literatur (sollte in Einzelnachweisen angeführt werden) ===&lt;br /&gt;
* Saul A. Kripke: &amp;#039;&amp;#039;Name und Notwendigkeit.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1993, S. 127&lt;br /&gt;
* Michael-Thomas Liske: &amp;#039;&amp;#039;Aristoteles und der aristotelische Essentialismus. Individuum, Art, Gattung.&amp;#039;&amp;#039; Freiburg München 1985&lt;br /&gt;
* [[Herbert Marcuse]]: &amp;#039;&amp;#039;The Concept of Essence.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Negations. Essays in Critical Theory.&amp;#039;&amp;#039; Boston 1968 (zuerst: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Sozialforschung,&amp;#039;&amp;#039; Band V, 1936)&lt;br /&gt;
* U. Metschl: &amp;#039;&amp;#039;Modalität.&amp;#039;&amp;#039; In: P. Prechtl (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Grundbegriffe der analytischen Philosophie.&amp;#039;&amp;#039; Metzler, Stuttgart 2004.&lt;br /&gt;
* Ulrich Nortmann: &amp;#039;&amp;#039;Modale Syllogismen, mögliche Welten, Essentialismus. Eine Analyse der aristotelischen Modallogik.&amp;#039;&amp;#039; ISBN 978-3-11-014660-8.&lt;br /&gt;
* Edmund Runggaldier: &amp;#039;&amp;#039;Formal semantische Erneuerung der Metaphysik.&amp;#039;&amp;#039; In: Matthias Lutz-Bachmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Metaphysik heute - Probleme und Perspektiven der Ontologie.&amp;#039;&amp;#039; Alber, Freiburg 2007, S. 57–75&lt;br /&gt;
* Josef Seifert: &amp;#039;&amp;#039;Sein und Wesen.&amp;#039;&amp;#039; Winter, Heidelberg 1996, ISBN 3-8253-0367-5.&lt;br /&gt;
* Baruch A. Brody: &amp;#039;&amp;#039;Identity and essence.&amp;#039;&amp;#039; Princeton University Press, [[Princeton (New Jersey)|Princeton]] 1980, ISBN 0-691-07256-6.&lt;br /&gt;
--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www.edge.org/response-detail/25366 Richard Dawkins’ Begründung, warum Essentialismus aufs Altenteil gehört]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4121232-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ontologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Metaphysik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftstheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Engelbaet</name></author>
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