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	<title>Erwin Villain - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Erwin_Villain&amp;diff=1361620&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Jordi: /* Einzelnachweise */ Oberkat zu allen Röhmputschopfern</title>
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		<updated>2024-06-11T19:45:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einzelnachweise: &lt;/span&gt; Oberkat zu allen Röhmputschopfern&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:E.Villain.jpg|mini|Erwin Villain (um 1933).]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Erwin Karl Fritz Villain&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[3. November]] [[1898]] in [[Berlin-Köpenick#Geschichte|Köpenick]] bei Berlin; † [[1. Juli]] [[1934]] in [[Berlin-Lichterfelde]]) war ein deutscher [[Mediziner]] und [[Sturmabteilung|SA]]-Führer. Er war einer der Getöteten des sogenannten [[Röhm-Putsch]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
=== Jugend, Erster Weltkrieg und Studium ===&lt;br /&gt;
Erwin Villain wuchs als Sohn des Konrektors Robert Villain in Köpenick auf. Nach dem Besuch der Volksschule wurde er an Realgymnasien in Köpenick und Oberschöneweide unterrichtet. Das letztere verließ er im November 1916 mit dem Reifezeugnis für die Oberprima, als er zur Preußischen Armee einberufen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Ausbildung beim 3. Garde-Regiment zu Fuß nahm Villain ab Mai 1917 mit dem Reserve-Infanterie-Regiment 202 aktiv am [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] teil. Im August 1917 wurde er am [[Chemin des Dames]] durch einen Granatsplitter schwer verletzt, so dass er den Rest des Krieges in Lazarettbehandlung bleiben musste. Während dieser Zeit nahm er den Schulbesuch wieder auf, den er zu Ostern 1918 mit dem Bestehen der Reifeprüfung am Hindenburg-Gymnasium in Berlin-Oberschöneweide erfolgreich abschloss. Zum Sommersemester 1918 schrieb Villain sich an der Berliner [[Humboldt-Universität zu Berlin|Friedrich-Wilhelms-Universität]] zum Studium der Medizin ein. Zu seinen Kommilitonen an der Berliner Hochschule gehörte auch Villains späterer Rivale [[Leonardo Conti (Mediziner)|Leonardo Conti]]. Im Februar 1919 folgte nach dem Ausheilen seiner Verwundung Villains offizielle Entlassung aus der Armee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Ostern 1920 bestand Villain die ärztliche Vorprüfung und im Dezember 1923 das ärztliche Staatsexamen. Anschließend war er von Dezember 1923 bis zum 1. April 1924 am Pathologischen Institut der Charité und vom 1. April bis zum 1. Oktober 1924 sechs Monate lang an der Poliklinik der II. Medizinischen Klinik der [[Charité]] tätig. Bis zur Approbation, die er am 23. Dezember 1924 erhielt, war Villain bei der Chirurgischen Klinik in der Ziegelstraße beschäftigt, bei der er in der Folgezeit noch einige Monate als Volontärassistent arbeitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Frühling 1925 schloss Villain an der Medizinischen Hochschule der Friedrich-Wilhelms-Universität seine [[Promotion (Doktor)|Promotion]] zum &amp;#039;&amp;#039;Dr. med.&amp;#039;&amp;#039; ab. In seiner Dissertation, die dem beigefügten Lebenslauf zufolge am 30. März 1925 fertiggestellt wurde, befasste Villain sich mit der Frage der Farbstoffausscheidung im Magen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ärztliche Tätigkeit in der SA ===&lt;br /&gt;
Nach dem Studium praktizierte Villain in Berlin, schloss sich dort 1930 der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] an ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 320.107) und trat auch der [[Sturmabteilung|SA]] bei. Als Mitglied des [[Nationalsozialistischer Deutscher Ärztebund|Nationalsozialistischen Ärztebundes]] (NSDÄB) bemühte Villain sich, nationalsozialistische Ideen in den ständischen Verbindungen der Berliner Ärzteschaft durchzusetzen. Er übernahm die ärztliche Betreuung der SA-Standarte von [[Berlin-Köpenick|Köpenick]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 1931 wurde Villain zusammen mit Conti, inzwischen ebenfalls ein prominenter „Partei-Arzt“ der NSDAP, in die [[Ärztekammer Berlin]] gewählt. Unmittelbar vor der nationalsozialistischen „[[Machtergreifung]]“ im Januar 1933 wurde Villain bei den Gruppenwahlen der Bezirke des Groß-Berliner Ärztebundes zum stellvertretenden Vorsitzenden der Gruppe Köpenick, Treptow und Lichtenberg ernannt. Dies war der wichtigste der Berliner Ärzteverbände und bildete zugleich den Vorstand der Berliner Kassenärztlichen Vereinigung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1933/34 beteiligte Villain sich in dieser Eigenschaft an der Ausschaltung politischer Gegner des [[Nationalsozialismus]] und insbesondere auch an Maßnahmen gegen jüdische Ärzte in seinem Zuständigkeitsbereich. Verschiedentlich wurde Villain außerdem mit der [[Reichstagsbrand]]stiftung im Februar 1933 in Verbindung gebracht, gelegentlich sogar als Anführer eines Stoßtrupps, der den Brand gelegt haben soll.&amp;lt;ref&amp;gt;Geoffrey Cocks: &amp;#039;&amp;#039;Psychotherapy in the Third Reich. The Göring Institute&amp;#039;&amp;#039;, 1997, S. 206.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1933 wurde der Vorstand des Groß-Berliner Ärztebundes auf Veranlassung Contis, inzwischen [[Staatssekretär]] im preußischen Innenministerium, mit Ausnahme von Villain komplett ausgewechselt. An die Stelle von Villains nicht-nationalsozialistischen Kollegen traten weitere Parteigänger der NSDAP: Der kommissarische Vorstand bestand nun aus Villain, Kurt Quandt und Martin Claus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1933 beteiligte Villain – der Edouard Calic zufolge als ein „erbarmungsloser Schläger gefürchtet“ war&amp;lt;ref&amp;gt;Edouard Calic: &amp;#039;&amp;#039;Reinhard Heydrich. Schlüsselfigur des dritten Reiches&amp;#039;&amp;#039;, 1982, S. 150.&amp;lt;/ref&amp;gt; – sich an der sogenannten [[Köpenicker Blutwoche]], in deren Verlauf die Köpenicker SA einige Dutzend [[Kommunisten]], [[Sozialdemokraten]] und [[Juden]] drangsalierte und ermordete. Villain soll einen besonderen Anteil an der Ermordung von Angehörigen des sozialdemokratischen [[Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold|Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold]] gehabt haben. [[Rudolf Diels]], der erste Chef der [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]], berichtet in seinen Memoiren, dass Villain sich als „Spezialist“ an den „Ausprügelungen“ von Gegnern der SA beteiligt habe und die Kunst des Folterns und Misshandelns dabei durch das Zurückgreifen auf „Sammlungen von Peitschen und Marterwerkzeugen aus Eisen und stahldurchwirktem Gummi“ zur Perfektion entwickelt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Diels: &amp;#039;&amp;#039;Lucifer Ante Portas. Zwischen Severing und Heydrich&amp;#039;&amp;#039;, 1949, S. 278.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Harry Schulze-Wilde]] charakterisiert Villain in gleicher Weise als einen „der fürchterlichsten Sadisten“, die es je gegeben habe, der beispielsweise verhafteten Sozialdemokraten „ätzende Säuren zu trinken“ gegeben oder sie über „offenen Feuer“ geröstet habe.&amp;lt;ref&amp;gt;H.S. Hegner: &amp;#039;&amp;#039;Die Reichskanzlei 1933-1945. Anfang und Ende des Dritten Reiches&amp;#039;&amp;#039;, 1966, S. 138.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angriff auf Conti, Prozess und Tod (1934) ===&lt;br /&gt;
Die alte Feindschaft Villains mit Conti eskalierte schließlich im Frühjahr 1934, als Conti sich weigerte, Villain zum Vorsitzenden und Ehrengerichtsvorsitzenden der Berliner Ärztekammer zu ernennen, und dies mit angeblichen „erheblichen Charaktermängeln“ Villains begründete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hintergrund dieser Entscheidung war, dass Villain im Januar 1934 auf Veranlassung von [[Gerhard Wagner (Mediziner)|Gerhard Wagner]], dem Vorsitzenden des NSDÄB, der wie Villain der SA angehörte, zum Amtsleiter der Berliner KV ernannt worden war – ein Posten, den auch Conti gerne übernommen hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Villain forderte nun Conti zum [[Duell]] auf („schwere Säbelforderung“). Conti lehnte mit dem Hinweis ab, dass der Preußische Ministerpräsident [[Hermann Göring]] als sein Vorgesetzter ihm die Annahme der Duellforderung verboten habe; verschiedentlich wurde allerdings vermutet, dass Göring das Verbot erst auf Bitten Contis ausgesprochen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolgedessen überfiel Villain Conti am 4. März 1934 während einer Tagung nationalsozialistischer Ärzte in [[München]]: Er attackierte Conti nachts im Flur vor seinem Hotelzimmer und verletzte ihn schwer, bevor Hotelgäste die Polizei riefen. Villain wurde festgenommen, nach kurzer Zeit jedoch auf Veranlassung des Reichsarztes der SA wieder auf freien Fuß gesetzt. Am nächsten Tag beurlaubte Wagner Villain vorläufig von seinen Ämtern in Berlin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Wunsch Hermann Görings wurde Villain bald darauf abermals festgenommen, um nach Berlin gebracht zu werden. Der Bayerische Innenminister [[Adolf Wagner (Gauleiter)|Adolf Wagner]] ließ jedoch Villain auf der Zugfahrt in die Reichshauptstadt befreien. Villain, der nun per Haftbefehl gesucht wurde, hielt sich – unterstützt von befreundeten Münchener SA-Ärzten – für einige Zeit in [[Bayern]] versteckt. Unter dem Schutz von SA-Führern wurde Villain nach seiner Entdeckung in [[Partenkirchen]] nach Berlin in die Wohnung des Berliner SA-Führers [[Karl Ernst (SA-Mitglied)|Ernst]] gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 4. Mai 1934 wurde Villain trotz des Widerstands der Berliner SA vor Gericht gestellt und zu einer achtmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Villain legte [[Revision (Recht)|Revision]] ein, ebenso die [[Staatsanwaltschaft]], die die Strafe für zu mild hielt. Außerdem wurde Villain aus der NSDAP ausgeschlossen. Das zweite Verfahren fand nicht mehr statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1934 wurde Villain im Rahmen der als [[Röhm-Putsch]] bekannt gewordenen innenpolitischen Säuberungsaktion der NS-Regierung exekutiert: Auf die Meldung von der angeblichen Meuterei der SA gegen den Staat meldete Villain sich am 1. Juli 1934 bei der Polizei in Köpenick. Daraufhin wurde er im Auftrag des Geheimen Staatspolizeiamtes durch den SS-Obersturmführer [[Kurt Gildisch]] abgeholt und in die SS-Kaserne in der ehemaligen [[Preußische Hauptkadettenanstalt|Kadettenanstalt Lichterfelde]] gebracht. Dort wurde er von einem Standgericht formal zum Tode verurteilt und schließlich in der Nacht zum 2. Juli 1934 von Angehörigen der [[Leibstandarte SS Adolf Hitler]] erschossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Villains Leiche wurde am 3. Juli mit den anderen in Lichterfelde erschossenen Personen im Krematorium Wilmersdorf eingeäschert und die Urne seinen Angehörigen zur Verfügung gestellt. Seine Ehefrau und Kinder erhielten von der Regierung aus Gründen der Billigkeit eine Hinterbliebenenrente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehe und Familie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Villain war verheiratet mit Nora Müller. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Nach seinem Tod heiratete seine Witwe in zweiter Ehe den Sanitätsrat und Chirurgen Kurt Lufft (1895–1973).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Experimentelle Untersuchungen zur Frage der Farbstoffausscheidung im Magen&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1925 (gedruckt 1931). (Dissertation)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Judith Hahn: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.kvberlin.de/40presse/20konferenz/70_2007/pk071026_nsveranstaltungsreihe/pk071026_themenderzeit.pdf Erwin Villain und Leonardo Conti: Scharmützel unter NS-Kameraden.]&amp;#039;&amp;#039; in: &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsches Ärzteblatt]]&amp;#039;&amp;#039; Heft 42, Jahrgang 104, 2007.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=|LCCN=|NDL=|VIAF=|GNDfehlt=ja|GNDCheck=2024-04-18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Villain, Erwin}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SA-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Opfer des Röhm-Putsches]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mordopfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDÄB-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1898]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1934]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Villain, Erwin&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Villain, Erwin Karl Fritz&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Mediziner und SA-Offizier&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=3. November 1898&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Berlin-Köpenick#Geschichte|Köpenick]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=1. Juli 1934&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin-Lichterfelde]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jordi</name></author>
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