<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Erv%C4%9Bnice</id>
	<title>Ervěnice - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Erv%C4%9Bnice"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Erv%C4%9Bnice&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-06T14:03:15Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Erv%C4%9Bnice&amp;diff=920909&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;AHZ am 25. Dezember 2025 um 22:15 Uhr</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Erv%C4%9Bnice&amp;diff=920909&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-12-25T22:15:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Kartenblatt 470 Sayda.jpg|mini|Lage der Stadt auf einer sächsischen Generalstabskarte (1882)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ervěnice&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (deutsch &amp;#039;&amp;#039;Seestadtl&amp;#039;&amp;#039;) war eine Stadt im [[Okres Most]] in [[Tschechien]], die bis 1960 dem [[Okres Chomutov]] zugehörig war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographische Lage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt lag im [[Nordböhmisches Becken|Nordböhmischen Becken]] an einer sanft ansteigenden Anhöhe am rechten Ufer des Flusses [[Bílina (Fluss)|Biela]], gegenüber der Einmündung des Altbachs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gegend war bereits in der jüngeren [[Steinzeit]] (5500 bis 4200 v. Chr.) besiedelt. Die erste schriftliche Aufzeichnung stammt aus dem Jahr 1238. In dieser wird ein gewisser Albert, Sohn des Nečepluk von Ruenitz, erwähnt. Auf dem Areal des Ortes gab es zur damaligen Zeit auch zwei, jeweils auf den entgegengesetzten Seiten des Ufers erbaute Festen, die von unterschiedlichen Geschlechtern gehalten wurden. Die erstere gab es bereits um 1300 bis Ende des 15. Jahrhunderts, die zweite Feste wurde vermutlich Anfang des 14. Jahrhunderts erbaut und bestand bis Anfang des 16. Jahrhunderts. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde der Ort zum [[Stadtrecht|Städtchen]] erhoben und erhielt 1568 Wappen und Siegel.&lt;br /&gt;
[[Datei:Ervenice namesti.jpg|mini|Ringplatz (um 1900)]]&lt;br /&gt;
1519 wurden beide Ortsteile durch [[Sebastian von Weitmühl]] vereinigt. 1571 erwarb Bohuslav der Ältere von Michelsberg (Bohuslav starší z Michalovce) die Ländereien, dem sie 1622 konfisziert und der Herrschaft des [[Wilhelm Popel von Lobkowitz]] zugeschlagen wurden. Die Familie hielt das Gut bis 1848.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevölkerung wuchs vom Beginn des 17. Jahrhunderts, als es im Ort 45 Häuser gab, auf 751 Einwohner im Jahr 1848 und um weitere über eintausend zur Zeit der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1870 erhielt Seestadtl einen Bahnhof an der [[Bahnstrecke Ústí nad Labem–Chomutov|Bahnstrecke Aussig–Komotau]] der [[Aussig-Teplitzer Eisenbahn|k.k. priv. Aussig-Teplitzer Eisenbahn]] (ATE). Er lag südlich der Stadt auf der Flur des benachbarten [[Holtschitz]] und trug anfangs den Doppelnamen &amp;#039;&amp;#039;Holtschitz-Seestadtl&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1900 hatte Seestadtl 2962 Einwohner, davon waren 2402 deutsch- und 546 tschechischsprachig.&amp;lt;ref&amp;gt;K.K. Statistische Zentralkommission, &amp;#039;&amp;#039;Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder.&amp;#039;&amp;#039; Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900. Band IX Böhmen (Wien 1904) S. 374.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurde Seestadtl der neu geschaffenen [[Tschechoslowakei]] zugeschlagen.&lt;br /&gt;
[[Datei:Ervěnice důl Hedvika.jpg|mini|Braunkohleförderung im Tagebau ([[k.k. Hedwigschacht]], um 1900)]]&lt;br /&gt;
Die Einwohner arbeiteten vorrangig in den umliegenden Braunkohleschächten. Auf der Flur von Seestaddtl lagen die Tiefbaugruben [[Ellyschacht]] und [[Robertschacht]] sowie der im [[Tagebau]] fördernde staatliche [[k.k. Hedwigschacht]]. Der Hedwigschacht war über eine eigene [[Schleppbahn]] an die Station [[Jezeří|Eisenberg]] der [[Dux-Bodenbacher Eisenbahn|k.k. priv. Dux-Bodenbacher Eisenbahn]] (DBE) angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1923 errichteten die [[Zentral-Elektrizitätswerke in Prag]] (&amp;#039;&amp;#039;Ústřední elektrárny v Praze&amp;#039;&amp;#039;) am Hedwigschacht das erste Großkraftwerk der Tschechoslowakei. Es ging im Februar 1926 als [[Zentralkraftwerk Seestadtl]] (&amp;#039;&amp;#039;Ústřední elektrárna Ervěnice&amp;#039;&amp;#039;) mit einer Leistung von 45 MW in Betrieb. Über eine [[Hochspannungsleitung|Hochspannungsfernleitung]] wurde die erzeugte elektrische Energie nach Prag geliefert. Sie war Ausgangspunkt des ab 1930 aufgebauten landesweiten Verbundnetzes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Erzgebirgs-Zeitung]] - Deutsche Ausgabe - Jahrgang 2023, S. 28f.: &amp;#039;&amp;#039;Seestadtl / Ervěnice - Anfänge einer modernen Produktion und Verteilung elektrischer Energie in der Tschechoslowakei&amp;#039;&amp;#039;. Českojiřetínský spolek / Georgendorfer Verein, Litvínov 2023, ISSN 2570-7590&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Münchner Abkommen]] lag Seestadtl ab Oktober 1938 auf [[Deutsches Reich|deutschem Staatsgebiet]]. Administrativ gehörte Seestadtl dann zum [[Landkreis Komotau]], [[Regierungsbezirk Aussig]], im [[Reichsgau Sudetenland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen dem 1. September und 7. Oktober 1944 wurde in Seestadtl das temporäre Außenlager Brüx des [[KZ Flossenbürg]] eingerichtet, in das tausend Häftlinge aus dem [[KZ Sachsenhausen]] verbracht wurden. Kommandoführer soll der SS-Hauptscharführer [[Gustav Göttlich]] gewesen sein. Etwa 490 der Häftlinge wurde von der Mineralölbaugesellschaft als Hilfsarbeiter angefordert. Ob diese in [[Záluží (Litvínov)|Maltheuern]] oder beim Verlagerungsprojekt [[KZ-Außenlager Leitmeritz#Richard II|Richard II]] zum Einsatz kamen, ist nicht bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Benz: &amp;#039;&amp;#039;Das Konzentrationslager Flossenbürg und seine Außenlager.&amp;#039;&amp;#039; 2007, S. 72&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Ervěnice, historická ortofotomapa (50. léta).jpg|mini|links|Luftbild (1953)]]&lt;br /&gt;
Am Ende des Zweiten Weltkriegs am 9. Mai 1945 kam Seestadtl als &amp;#039;&amp;#039;Ervěnice&amp;#039;&amp;#039; an die Tschechoslowakei zurück. Die [[Deutschböhmen und Deutschmährer|deutschsprachige Bevölkerung]] wurde mehrheitlich enteignet und des Landes verwiesen.&lt;br /&gt;
[[Datei:Socha svatého Floriána u kostela v Malém Březně (Q37818227) 02.jpg|mini|hochkant|Skulptur des hl. Florian aus Seestadtl, jetzt in Kleinpriesen]]&lt;br /&gt;
In den Jahren 1959 bis 1960 wurde die Stadt aufgrund des fortschreitenden [[Tagebau]]es entsiedelt und abgerissen. Der Bahnhof Ervěnice war schon 1955 aufgrund einer bergbaubedingten Neutrassierung der Eisenbahnstrecke aufgeben worden. Das auf kohlefreiem Areal gebaute Kraftwerk war noch bis 1980 in Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Katastralgemeinde|Katastralgebiet]] von Ervěnice wurde der 1960 der Gemeinde [[Komořany u Mostu]] zugeschlagen, die ihrerseits im Jahr 1988 nach [[Most (Tschechien)|Most]] (&amp;#039;&amp;#039;Brüx&amp;#039;&amp;#039;) eingemeindet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die denkmalgeschützten Statuen des Hl. Johann von Nepomuk aus dem Jahr 1730 und des Hl. Florian von 1717 wurden nach [[Malé Březno]] (Kleinpriesen) umgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1983 wurde ein bis 150 Meter hoher Damm geschüttet, welcher die [[Bahnstrecke Ústí nad Labem–Chomutov]], die [[Europastraße 442]] ([[Silnice I/13]]) und den Fluss [[Bilina]] (&amp;#039;&amp;#039;Biela&amp;#039;&amp;#039;) quer durch die Bergbaulandschaft zwischen [[Chomutov]] und [[Most (Tschechien)|Most]] leitet. Dieser erhielt nach der erloschenen Stadt den Namen [[Ervěnický koridor]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Demographie ==&lt;br /&gt;
Bis 1945 war Seestadtl überwiegend von [[Deutschböhmen und Deutschmährer|Deutschböhmen]] besiedelt, die mehrheitlich [[Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei|vertrieben]] wurden. Dazu gab es eine wachsende tschechische Minderheit, die als Arbeitskräfte vom Bergbau angeworben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bevölkerungsentwicklung bis 1945&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe6&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr !! Einwohner !! Anmerkungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1830 || align=center | {{0}}665  || in 145 Häusern&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur&amp;#039;&amp;#039;. Band 2, Prag 1831, [https://books.google.de/books?id=SEtFAAAAYAAJ&amp;amp;pg=PA199 S. 199, Ziffer 22&amp;lt;nowiki&amp;gt;)&amp;lt;/nowiki&amp;gt;.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1845 || align=center |  {{0}}751   ||  in 148 Häusern&amp;lt;ref name=&amp;quot;JGS&amp;quot;&amp;gt;[[Johann Gottfried Sommer]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Königreich Böhmen&amp;#039;&amp;#039;. Band 14: &amp;#039;&amp;#039;Saazer Kreis&amp;#039;&amp;#039;, Prag 1846, [https://books.google.it/books?id=Sgs5AQAAMAAJ&amp;amp;pg=PA127 S. 127–128, Ziffer 11&amp;lt;nowiki&amp;gt;)&amp;lt;/nowiki&amp;gt;.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1900 || align=center |   2962       || zumeist deutsche Einwohner&amp;lt;ref name=&amp;quot;MGKL&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;. 6. Auflage, Band  18, Leipzig und Wien 1909, [http://www.zeno.org/Meyers-1905/K/meyers-1905-018-0273 S. 273.]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1921 || align=center |   4028       || &lt;br /&gt;
Volkszählung: 2467 Deutschen, 1298 Tschechoslowaken, 13 Juden, 8 ČS-Bürger von anderen Nationalitäten, 62 Auswärtigen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1930 ||  align=center |  5121  || &amp;lt;ref name=&amp;quot;MR&amp;quot;&amp;gt;{{Verwaltungsgeschichte.de|pfad=sud_komotau.html|name=Landkreis Komotau}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1939 ||  align=center |  4224  ||  &amp;lt;ref name=&amp;quot;MR&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! 1950&lt;br /&gt;
! 1961&lt;br /&gt;
! 1970&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Einwohner&lt;br /&gt;
| 2272&lt;br /&gt;
| 178&lt;br /&gt;
| 116&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Söhne und Töchter der Stadt ==&lt;br /&gt;
* [[Franz Bernt]] (1867–1936), Landwirt und Politiker ([[Deutschradikale Partei]])&lt;br /&gt;
* [[George Saiko]] (1892–1962), österreichischer Kunsthistoriker und Autor&lt;br /&gt;
* [[Valerie Radtke]] (1913–1999), Autorin einer Autobiographie in zwei Teilen „Ich suche Liebe – Roman meines Lebens. Kindheit“ (1984)&amp;lt;!-- 1. Auflage Buchverlag Der Morgen Berlin)--&amp;gt;, „Und wider alle Einsamkeit – Roman meines Lebens. Jugend“ (1988)&amp;lt;!-- 1. Auflage Buchverlag Der Morgen Berlin)--&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Mayer (Politiker, 1919)|Friedrich Mayer]] (1919–2003), Politiker ([[Christlich-Demokratische Union Deutschlands (DDR)|CDU in der DDR]]), Abgeordneter der Volkskammer der DDR&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://www.heimatkreis-komotau.de/seestadtl.htm Seestadtl] auf heimatkreis-komotau.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=50/30/58.487/N |EW=13/31/47.595/E |type=city |region=CZ-425}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Ervenice}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wüstung im Okres Most]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Most, Tschechien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Außenlager des KZ Flossenbürg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige Gemeinde in Tschechien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeindeauflösung 1960]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;AHZ</name></author>
	</entry>
</feed>