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	<title>Erster Kreuzzug - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T02:33:48Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Brighida: Änderungen von ~2026-25915-94 (Diskussion) auf die letzte Version von Nobody perfect zurückgesetzt</title>
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		<updated>2026-04-28T12:31:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-25915-94&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-25915-94&quot;&gt;~2026-25915-94&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:~2026-25915-94&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:~2026-25915-94 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Nobody_perfect&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Nobody perfect (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Nobody perfect&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Militärischer Konflikt&lt;br /&gt;
|KONFLIKT= Erster Kreuzzug&lt;br /&gt;
|TEILVON= &lt;br /&gt;
|DATUM= 1096&amp;lt;br /&amp;gt;Aufruf durch Papst Urban&lt;br /&gt;
|DATUMBIS= 1099&lt;br /&gt;
|ORT= Naher Osten&lt;br /&gt;
|CASUS= &lt;br /&gt;
|GEBIETE= &lt;br /&gt;
|AUSGANG= Einnahme Jerusalems durch ein christliches Heer&lt;br /&gt;
|FOLGEN= Jerusalem ist 88 Jahre unter christlicher Herrschaft&lt;br /&gt;
|KONTRAHENT1= Französische, normannische, deutsche und italienische Kreuzfahrer&lt;br /&gt;
|KONTRAHENT2= [[Fatimiden]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Seldschuken]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Rum-Seldschuken]]&lt;br /&gt;
|BEFEHLSHABER1= [[Hugo von Vermandois]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Gottfried von Bouillon]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Bohemund von Tarent]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Raimund&amp;amp;nbsp;IV. von Toulouse]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Robert II. (Normandie)|Robert&amp;amp;nbsp;II. von der Normandie]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Peter der Einsiedler]]&lt;br /&gt;
|BEFEHLSHABER2= [[al-Afdal Schahanschah]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Kerboga|Kerboga von Mossul]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Radwan (Syrien)|Radwan von Aleppo]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Duqaq|Duqaq von Damaskus]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Kılıç Arslan I.|Kilitsch Arslan]]&lt;br /&gt;
|TRUPPENSTÄRKE1= 130.000&amp;lt;ref&amp;gt;Rodney Stark: &amp;#039;&amp;#039;Gottes Krieger. Die Kreuzzüge in neuem Licht.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Berlin 2015, S.&amp;amp;nbsp;196.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|TRUPPENSTÄRKE2= Zehntausende, davon ca. 20.000 Soldaten unter al-Afdal&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stark 2015, S.&amp;amp;nbsp;225.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|VERLUSTE1= 115.000 bis 120.000&amp;lt;ref&amp;gt;Stark 2015, S.&amp;amp;nbsp;197.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|VERLUSTE2= unbekannt&lt;br /&gt;
|NOTIZEN= &lt;br /&gt;
|ÜBERBLICK= &lt;br /&gt;
{{Linkbox Schlachten und Belagerungen des Ersten Kreuzzuges}}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Erste [[Kreuzzug]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein [[Christentum|christlicher]] Kriegszug zur Eroberung [[Palästina (Region)|Palästinas]], zu dem [[Papst]] [[Urban&amp;amp;nbsp;II.]] im Jahre 1095 aufgerufen hatte. Das ursprüngliche Ziel war die Unterstützung des [[Byzantinisches Reich|Byzantinischen Reiches]] gegen die [[Seldschuken]]. Der Kreuzzug begann 1096 zum einen als bewaffnete [[Pilgerfahrt]] von Laien, zum anderen als Zug mehrerer [[Ritter]]heere aus Frankreich, Deutschland und Italien und endete 1099 mit der [[Belagerung von Jerusalem (1099)|Einnahme Jerusalems]] durch ein Kreuzritterheer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen und Anlass ==&lt;br /&gt;
[[Datei:JerusalemChristus.jpg|mini|hochkant|Oben: Jerusalem mit offenen Toren. Unten: Jerusalem wird von Heiden belagert und erobert, von Jesus beweint. Aus dem [[Evangeliar]] [[Otto III. (HRR)|Ottos&amp;amp;nbsp;III.]] um 1000]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Palästina war Teil des [[Byzantinisches Reich|Oströmischen Reichs]], bis es 637 von den [[Araber]]n eingenommen wurde (siehe [[islamische Expansion]]). Papst [[Gregor&amp;amp;nbsp;VII.]] plante, sich im Jahr 1074 an die Spitze eines Kriegszuges zur Eroberung Jerusalems zu setzen, um die Wirkungsstätten [[Christus|Christi]] wieder dem christlichen [[Abendland]] zurückzugewinnen. Die Wirren des [[Investiturstreit]]s verhinderten die Umsetzung dieses Vorhabens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der byzantinische (oströmische) Kaiser [[Alexios&amp;amp;nbsp;I. Komnenos]] richtete wenige Jahre später Hilfegesuche an das lateinische Europa, da türkische Seldschuken sein Reich immer stärker bedrohten. Sie eroberten nach der gegen Byzanz gewonnenen [[Schlacht von Manzikert]] im Jahre 1071 [[Anatolien]] und [[Antiochia]]. Das von inneren und äußeren Krisen geschüttelte Byzanz verfügte über keine militärische Möglichkeit einer Rückeroberung. Um westeuropäische Heere und die Kirche zu mobilisieren, übertrieben und dramatisierten byzantinische Gesandte in Berichten die Entweihung der heiligen Stätten und die Lage der im [[Heiliges Land|Heiligen Land]] lebenden Christen. Es gab auch abseits der byzantinischen Propaganda christliche Berichte über Gräueltaten der islamischen Machthaber gegen die christliche Bevölkerung des Heiligen Landes und die Verwüstung christlicher Stätten, beispielsweise der [[Grabeskirche]] 1009 in Jerusalem. Auch der aus [[Aleppo]] stammende muslimische Chronist al-Azimi erwähnte [[Muslim|muslimische]] Übergriffe auf Pilger. Dies verwehrte den Zugang zu den heiligen Stätten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=al-Azimi |Hrsg= |Titel=La chronique abrégée d’al-&amp;#039;Azîmî, années 518–538 / 1124–1144 |Sammelwerk=Revue des Études Islamiques |Band= |Nummer= |Ort= |Datum=1991 |ISBN= |Seiten=110}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwar wurden während der [[Abbasiden-Kalifat|abbasidischen]] und später der [[Fatimiden|fatimidischen]] Herrschaft über Palästina ansässige Christen und Pilger aus Europa weiter geduldet, doch um 1073 verloren die Fatimiden Jerusalem an die weniger toleranten Seldschuken. Damit begannen Ausschreitungen gegen die christliche Bevölkerung, nachdem das Land schon durch die Kriege in Mitleidenschaft gezogen war. 1098 entriss [[Wesir]] [[al-Afdal Schahanschah]] den [[Ortoqiden]], die als [[Statthalter]] eingesetzt waren, wieder die Kontrolle über das Land. Der spätere Kreuzzugsteilnehmer und Prediger [[Peter der Einsiedler]] war auf einer früheren Pilgerfahrt nach Jerusalem von Türken misshandelt und zur Umkehr gezwungen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Steven Runciman |Hrsg= |Titel=Geschichte der Kreuzzüge |Verlag=Beck |Ort=München |Datum=2001 |ISBN=3-406-39960-6 |Seiten=111}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig bot Alexios&amp;amp;nbsp;I. eine Vereinigung der [[römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen]] mit der [[Orthodoxe Kirchen|orthodoxen Ostkirche]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 18. bis 28.&amp;amp;nbsp;November 1095 fand unter Vorsitz von [[Urban II.|Papst Urban&amp;amp;nbsp;II.]] eine [[Synode von Clermont|Synode]] in der Kathedrale der französischen Stadt [[Clermont-Ferrand|Clermont]] statt. Neben 182 [[Kardinal|Kardinälen]], [[Bischof|Bischöfen]] und [[Abt|Äbten]] aus Italien, Spanien und Frankreich war auch eine byzantinische Gesandtschaft angereist. Im Vorfeld wurde verbreitet, dass der Papst ein Ereignis von großer Bedeutung für die Christenheit verkünde. Chronisten überliefern, Tausende seien zusammengeströmt, so dass die Verkündung nicht in der Kathedrale, sondern vor dem Osttor der Stadt stattfand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Papst am 27.&amp;amp;nbsp;November 1095 vor die erwartungsvolle Menge trat, hielt er eine stark dramatisierende Rede von den Leiden der Christenheit im Osten und der Notwendigkeit der Befreiung der heiligen Stätten, die Chronisten zufolge, die abweichende Fassungen vom Wortlaut überlieferten, von der Menge begeistert aufgenommen wurde. Dies ist jedoch zu bezweifeln, sprach Urban doch in Latein, was wohl nur die wenigsten verstanden hätten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Georg Strack |Titel=The Sermon of Urban II in Clermont and the Tradition of Papal Oratory |Sammelwerk=Medieval Sermon Studies |Band=56 |Datum=2012 |Seiten=30–45 |Fundstelle=hier S. 35}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Angeblich wurde bereits zu diesem Zeitpunkt das spätere Motto der Kreuzzüge – &amp;#039;&amp;#039;[[Deus lo vult]]!&amp;#039;&amp;#039; („Gott will es!“) – geprägt. [[Adhemar de Monteil]], Bischof von [[Le Puy-en-Velay|Le Puy]], der später zum Führer des Zugs ernannt wurde, kniete in einem zuvor besprochenen Auftritt unmittelbar nach dem Ende der Rede vor Urban&amp;amp;nbsp;II. nieder und bat als Erster um die Erlaubnis, ziehen zu dürfen. Viele andere sollen sich ihm angeschlossen haben. Danach hielt Papst Urban&amp;amp;nbsp;II. noch in [[Tours]] und [[Rouen]] Synoden ab, die den Aufruf verbreiteten. Ein Übriges taten über das Land gesandte Wanderprediger, die dafür sorgten, dass viele einfache Menschen, Abenteurer, Verbrecher und Bauern in den Krieg zogen. Den Kampfwilligen wurde [[Ablass]] für ihre Sünden zugesagt.&lt;br /&gt;
Unter dem Motto &amp;#039;&amp;#039;Gott will es!&amp;#039;&amp;#039; wurde allen, die dem Ruf folgten, &amp;#039;&amp;#039;nie verwelkender Ruhm im Himmelreich&amp;#039;&amp;#039; versprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter dem sorgfältig und langfristig geplanten päpstlichen Aufruf zum Kreuzzug verbarg sich mehr als nur die angestrebte Rückeroberung des Heiligen Landes und eine Befreiung dort unterdrückter und teilweise unter Gräueltaten durch Muslime leidender Christen. Er war ein geschickt initiiertes machtpolitisches Instrument im zersplitterten und von Machtkämpfen erschütterten Europa. Einerseits strebte Urban&amp;amp;nbsp;II. die Wiedervereinigung mit der byzantinisch geführten Ostkirche an, andererseits konnte er die Kirche als zielgebende Ordnungsmacht in Mitteleuropa etablieren. Dieses war nach dem Ende des [[Karolinger]]-Reiches in sich befehdende adlige Einflussgebiete zerfallen, wobei häufig auch Kirchen und Klöster geplündert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gelegenheit für diesen Aufruf war günstig. Das 11.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert war geprägt von starker Religiosität in der Bevölkerung und Angst vor dem drohenden Ende der Welt. Wallfahrten und Pilgerzüge zum [[Grabeskirche|heiligen Grab]], als Möglichkeit der Buße und für den Sündenablass, erlebten einen großen Aufschwung, wobei auch als starker Antrieb mitspielte, die heiligsten christlichen Stätten zurückzuerobern. Zudem erbten vor allem im niederen Adel vieler Regionen Europas viele Söhne nichts oder nur sehr geringe Besitzungen. Diese hatten großes Interesse an einem Kriegszug zum Erwerb von Schätzen und Ländereien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufruf zum Kreuzzug war zumindest teilweise von Erfolg gekrönt. Urban&amp;amp;nbsp;II. einte erstmals die lange in Streitereien untereinander verstrickten französischen Adligen und gab ihnen mit dem Ziel eines &amp;#039;&amp;#039;gerechten&amp;#039;&amp;#039; Kampfes im Dienste der christlichen Sache eine ideelle Grundlage, die zugleich den [[Papstprimat|Suprematieanspruch]] seines Amtes stärkte: Der vor dem Aufruf geforderte Gottesfrieden, der die Begrenzung der noch ausstehenden Fehden zwischen den Adligen brachte, bestärkte zugleich die Autorität der hier eingreifenden Kirche und stellte ein wesentliches Ereignis in der Entwicklung der machtpolitischen Rolle der Kirche und des [[Papsttum]]s in der mittelalterlichen Geschichte Europas dar.&lt;br /&gt;
Die angestrebte Vereinigung mit der Ostkirche blieb indes aufgrund zu großer machtpolitischer Differenzen aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verlauf ==&lt;br /&gt;
=== Volkskreuzzug ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Volkskreuzzug}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roman du Chevalier du Cygne f176v Pierre l&amp;#039;Ermite.jpg|mini|Peter der Eremit zeigt den Kreuzfahrern Jerusalem. Französische Darstellung um 1270]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Kreuzzugspredigt des Papstes veranlasst, brach im Frühjahr 1096 eine unorganisierte Volksmasse in Richtung Palästina auf. Dieses Kreuzfahrerheer bestand in erster Linie aus einfachen Menschen, [[Landwirt|Bauern]] und ihren Familien, weshalb man auch vom Volkskreuzzug spricht. Allerdings waren auch niedriger Adel und einzelne Ritter unter den Kreuzfahrern. Geführt wurde der Zug von Predigern wie [[Peter der Einsiedler|Peter von Amiens]]. Seine ersten Opfer fand dieser voreilige Kreuzzug bereits in [[Frankreich|Ostfrankreich]] und im [[Rheinland]] (Köln, Mainz, [[Pogrom von 1096 in Worms|Worms]]), wo es zu [[Judenverfolgungen zur Zeit des Ersten Kreuzzugs|blutigen Judenverfolgungen]] kam. Die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Gezerot Tatnu&amp;#039;&amp;#039;, [[Hebräische Sprache|hebräisch]] &amp;lt;bdi&amp;gt;גזירות תתנ“ו&amp;lt;/bdi&amp;gt;, geht auf [[Salomo bar Simson|Salomo bar Simon]] zurück und wurde von [[Elieser ben Nathan aus Mainz|Elieser ben Nathan]] rezipiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.geschichtsquellen.de/werk/2103 |titel=Quntres gezerot tatnu |werk=Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters |hrsg=Bayerische Akademie der Wissenschaften |abruf=2022-12-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Chronisten heben den selbst für damalige Verhältnisse besonders grausamen Charakter dieser [[Pogrom]]e hervor. Auch auf dem [[Balkanhalbinsel|Balkan]], bei [[Belgrad]] und [[Niš]], kam es zu Ausschreitungen und Plünderungen, wobei die Kreuzfahrer erstmals auf stärkeren Widerstand stießen. Dabei folgten die Kreuzritter der [[Via Militaris (Balkan)|Via Militaris]] in Richtung Südosten. Nachdem die Kreuzfahrer im August [[Konstantinopel]] erreicht hatten, ließ der um seine Hauptstadt besorgte Kaiser Alexios&amp;amp;nbsp;I. sie so schnell wie möglich über den [[Bosporus]] befördern. In [[Kleinasien]] trafen sie im Oktober 1096 bei [[Nikaia (Bithynien)|Nicäa]] auf Truppen der [[Rum-Seldschuken]], die große Teile des undisziplinierten Kreuzheeres vernichteten. Die Überlebenden, darunter auch [[Peter der Einsiedler|Peter von Amiens]], kehrten nach Konstantinopel zurück, um auf die nachfolgenden Kreuzfahrer zu warten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstellung und Aufbruch des Kreuzritterheeres ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kreuzzug.jpg|mini|Der Verlauf des Ersten Kreuzzuges]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im selben Jahr formierte sich ein deutlich besser organisiertes und für damalige Verhältnisse sehr großes Kreuzfahrerheer, das in erster Linie aus [[Franzosen]], französischen und süditalienischen [[Normannen]], [[Flamen]] und [[Herzogtum Lothringen|Lothringern]] bestand. Anführer waren [[Robert II. (Normandie)|Robert von der Normandie]], [[Gottfried von Bouillon]], [[Bohemund von Tarent]], [[Raimund IV. (Toulouse)|Raimund&amp;amp;nbsp;IV. von Toulouse]], [[Balduin von Boulogne]], [[Robert II. (Flandern)|Robert von Flandern]], [[Hugo von Vermandois]] und weitere Angehörige des französischen und normannischen Adels. [[Apostolischer Legat|Päpstlicher Kreuzzugslegat]] war [[Adhemar de Monteil]], Bischof von Le Puy. Man konnte sich nicht auf einen Oberbefehlshaber einigen, was im Verlaufe des Kreuzzuges zu diversen Konflikten führen sollte. Der deutsche König [[Heinrich IV. (HRR)|Heinrich&amp;amp;nbsp;IV.]] und der französische König [[Philipp I. (Frankreich)|Philipp&amp;amp;nbsp;I.]] nahmen nicht an dem Ersten Kreuzzug teil, da damals beide mit dem [[Kirchenbann]] belegt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreuzritterheer brach in mehreren Zügen auf und vereinigte sich in Konstantinopel, wo die ersten von ihnen im November 1096, die letzten im April 1097 eintrafen. Nach neueren Schätzungen belief sich die Größe des Heeres auf rund 7000 Ritter und adlige Herren sowie ein 22.000 Mann starkes Fußvolk. Einschließlich Unbewaffneter umfasste das Gesamtheer rund 50.000 bis 60.000 Menschen. Die Anzahl der Pferde und [[Saumtier]]e wird auf 50.000 geschätzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Stephan Quensel]]: &amp;#039;&amp;#039;Ketzer, Kreuzzüge, Inquisition: Die Vernichtung der Katharer.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-15137-9, [https://books.google.de/books?id=Qzd4DQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA60 S. 60.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Kaiser Alexios&amp;amp;nbsp;I. brachte den Kreuzfahrern großes Misstrauen entgegen, da unter ihnen viele süditalienische Normannen waren&amp;amp;nbsp;– diese hatten diverse Kriegszüge gegen das Byzantinische Reich unternommen. Zudem befürchtete Alexios, dass die Kreuzritter ehemals byzantinisches Territorium für sich beanspruchen würden. Deshalb brachte er die Anführer des Kreuzzuges dazu, ihm den Lehnseid zu schwören, damit alle Gebiete, die sie von den Muslimen erobern sollten, unter seine Oberhoheit geraten. Alexios ließ die Teilheere der Kreuzfahrer schnell über den [[Bosporus]] nach Kleinasien verschiffen, wo sie auf die anderen warteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zug durch Kleinasien ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Anatolia 1097.svg|mini|Anatolien zur Zeit der Belagerung Nicäas]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das vereinte Heer setzte nun den Marsch durch Kleinasien fort, wo es schnell zu Kämpfen mit den Rum-Seldschuken kam. Ab Mai [[Belagerung Nicäas|belagerten]] sie deren Hauptstadt Nicäa. Sultan [[Kılıç Arslan I.|Kilidsch Arslan&amp;amp;nbsp;I.]] befand sich zu dieser Zeit auf einem Feldzug gegen die Danischmenden in Zentralanatolien und hatte seine Schatzkammer und seine Familie zurückgelassen, da er die Stärke dieser neuen Kreuzfahrer unterschätzte. Am 21.&amp;amp;nbsp;Mai schlugen sie ein zu Hilfe geeiltes rum-seldschukisches Entsatzheer unter Kilidsch Arslan&amp;amp;nbsp;I. Während die Kreuzritter die Stadt belagerten, traf eine kleine Abteilung der Byzantiner ein und verständigte sich mit den Einwohnern Nicäas. Am 19.&amp;amp;nbsp;Juni ergab sich die Stadt den Byzantinern. Dadurch entging den Kreuzfahrern zu ihrer Verärgerung die Beute einer Plünderung. Ersatzweise erhielten sie reiche Geschenke von Kaiser Alexios.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans Eberhard Mayer]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Kreuzzüge.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005744-8, S. 55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf dem Weitermarsch trafen die Kreuzfahrer am 1.&amp;amp;nbsp;Juli auf das Heer der Rum-Seldschuken unter Kilidsch Arslan&amp;amp;nbsp;I. und schlugen es in der [[Schlacht von Doryläum (1097)|Schlacht von Doryläum]] entscheidend. Damit war der Weg durch Kleinasien frei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Kilikien]] eskalierten die Spannungen unter den Anführern des Kreuzzuges: Balduin von Boulogne und seine Gefolgsleute verließen das Heer und begaben sich nach [[Edessa (Mesopotamien)|Edessa]]. Dort errichtete Balduin im Jahre 1098 unter Bruch des Lehnseides gegenüber Alexios die [[Grafschaft Edessa]], den ersten [[Kreuzfahrerstaat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kampf um Antiochia ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Belagerung von Antiochia}}&lt;br /&gt;
[[Datei:SiegeofAntioch.jpeg|mini|hochkant|Die Belagerung von Antiochia]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das restliche Kreuzfahrerheer, das ebenfalls kleinasiatische Städte erobert und für sich beansprucht hatte, zog südwärts nach [[Syrien]]. Ab dem Oktober 1097 begann es mit der [[Belagerung von Antiochia]]. Die Nahrungsversorgung während der siebenmonatigen Belagerung war völlig unzureichend, viele Kreuzzügler verhungerten oder desertierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt wurde erst im Juni 1098 durch Verrat eingenommen und alle nicht-christlichen Einwohner umgebracht. Die Kreuzfahrer wurden nun selbst belagert, da ein vereintes Entsatzheer der [[Emir]]e von [[Kerboga|Mossul]], [[Radwan (Syrien)|Aleppo]] und [[Duqaq|Damaskus]] mit einer Stärke von 200.000 Mann nur fünf Tage später eintraf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Edward Gibbon |Hrsg= |Titel=The History of the Decline and Fall of the Roman Empire |Band=2 |Ort= |Datum= |ISBN= |Seiten=337}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf Seiten der Kreuzfahrer befanden sich zu diesem Zeitpunkt (inklusive Nichtkämpfender) lediglich 20.000 Personen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas S. Asbridge |Hrsg= |Titel=Die Kreuzzüge |Auflage=7. |Verlag=Klett-Cotta |Ort= |Datum=2016 |ISBN= |Seiten=94}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Erschwerend kam hinzu, dass es in ganz Antiochia als Folge der Belagerung keine Nahrungsmittel mehr gab. In dieser verzweifelten Situation riefen sie eine dreiwöchige Fastenzeit aus. Währenddessen verbreitete Bohemund von Tarent das Gerücht um die [[Heilige Lanze#Andere Heilige Lanzen|Heilige Lanze]]. Ein Mönch namens Peter Bartholomäus soll eine Vision gehabt haben, in der ihm der heilige Andreas erschien und ihm den wahren Aufenthaltsort der Heiligen Lanze zeigte. Zunächst wurde diese Aussage angezweifelt. Als auch ein Pfarrer eine ebensolche Vision hatte, waren die Zweifel überwunden. Bei Grabungen stieß man tatsächlich auf eine Lanze, die als Heilige Lanze betrachtet wurde. Durch den Fund motiviert, stellten sich die Kreuzfahrer dem muslimischen Entsatzheer zum Kampf. Die Belagerer, in deren Reihen es zu inneren Streitigkeiten gekommen war, wurden trotz ihrer massiven Übermacht nach kurzem Kampf besiegt und in die Flucht geschlagen. Bohemund von Tarent ernannte sich nun zum [[Fürstentum Antiochia|Fürsten von Antiochia]], womit er einen weiteren Kreuzfahrerstaat gründete und dabei ebenfalls den Lehnseid gegenüber dem byzantinischen Kaiser brach. Er beendete seine Teilnahme am Kreuzzug vorzeitig und ging dazu über, die Herrschaft in seinem Fürstentum auszubauen. An seiner Stelle zog sein Neffe [[Tankred von Tiberias|Tankred]] weiter Richtung Jerusalem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach gelungener Verteidigung der Stadt besserte sich die Nahrungsversorgung nicht. Hinzu kamen Seuchen unter den ausgehungerten Kreuzfahrern, denen auch Adhemar de Monteil erlag. So plünderten die Kreuzfahrer auf der Suche nach Nahrung das weitere Umland. Dabei kam es im Dezember 1098 bei der Eroberung der Stadt [[Maarat an-Numan]] zu [[Kannibalismus]]; [[Radulf von Caen]] berichtete:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=In Maara kochten unsere Leute die erwachsenen Heiden in Kesseln, zogen die Kinder auf Spieße und aßen sie geröstet.&lt;br /&gt;
 |Autor=Radulf von Caen: &amp;#039;&amp;#039;Gesta Tancredi In Expeditione Hierosolymitana.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert bei Amin Maalouf: &amp;#039;&amp;#039;Der Heilige Krieg der Barbaren. Die Kreuzzüge aus der Sicht der Araber.&amp;#039;&amp;#039; München 1996, S.&amp;amp;nbsp;53.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Berichte über Maara fanden in der arabischen Welt, als Beispiel für die Grausamkeit der als barbarisch empfundenen Invasoren, weite Verbreitung. Noch heute ist in arabischen Volksliedern von „Menschenfressern“ die Rede, wenn Franken gemeint sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Amin Maalouf: &amp;#039;&amp;#039;Der Heilige Krieg der Barbaren. Die Kreuzzüge aus der Sicht der Araber.&amp;#039;&amp;#039; München 1996, S.&amp;amp;nbsp;52–55.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zug durch Palästina ===&lt;br /&gt;
Während Adhemar de Monteil verstorben war und Bohemund von Tarent in Antiochia blieb, führte nun Raimund von Toulouse den Kreuzzug an. Am 13.&amp;amp;nbsp;Januar 1099 brach er mit dem verbliebenen Kreuzfahrerheer, das noch rund 14.000 kampffähige Männer umfasste, darunter rund 1500 Ritter, in Richtung Jerusalem auf. Die meisten Städte, an denen sie vorüberkamen, boten ihnen Nahrungsmittel an und ließen sie schnell durchziehen. Raimund beabsichtigte wohl, sich als Gegengewicht zu Bohemund in Antiochia ein Herrschaftsgebiet um [[Tripoli (Libanon)|Tripolis]] zu errichten. So ließ er im Februar 1099 die Burg [[Arqa]] nahe Tripolis belagern. Auf Drängen vieler Kreuzfahrer, die ungeduldig waren, Jerusalem zu erreichen, brach man die Belagerung am 13.&amp;amp;nbsp;Mai erfolglos ab und zog an der Mittelmeerküste südwärts. Dabei brachten die Kreuzritter mehrere Hafenstädte, so auch [[Jaffa]], unter ihre Kontrolle, von wo sie über [[Ramla]] ins Landesinnere weiterzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eroberung Jerusalems ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Belagerung von Jerusalem (1099)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:1099jerusalem.jpg|mini|Die Belagerung Jerusalems 1099, spätmittelalterliche Miniatur]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni 1099 erreichten die Kreuzfahrer Jerusalem, das sich seit 1098 unter der Herrschaft der ägyptischen [[Fatimiden]] befand. Hier sahen sie sich mit Nahrungs- und vor allem Wassermangel konfrontiert. Die große Hitze und Seuchen demoralisierten die Angreifer. Hinzu kamen regelmäßige Ausfälle der Verteidiger, die auch alle Christen aus Jerusalem vertrieben, die nun mit den Belagerern in der lebensfeindlichen Landschaft vor den Stadtmauern ausharren mussten. Die Verteidiger hatten alle Brunnen vor der Stadt zuschütten und sämtliche Bäume fällen lassen, um die Belagerung zu erschweren. Aus einer entfernten Quelle herangeschafftes Wasser wies eine schlechte Qualität auf. Viele Kreuzfahrer erlagen den Strapazen oder verließen das Lager, um allein in die Heimat zurückzukehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadtmauern waren ohne Belagerungsmaschinen nicht zu überwinden, so dass ein Angriff sinnlos erschien. Dennoch entschieden sich die Anführer des Kreuzfahrerheers, die Stadt bereits am 13.&amp;amp;nbsp;Juni 1099 anzugreifen. Der Angriff ohne Hilfsmittel scheiterte trotz unermüdlichen Anrennens und der vorübergehenden Eroberung der nördlichen Befestigungsanlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einiger Suche wurde Bauholz aus dem entfernten [[Samarien|Samaria]] beschafft. Damit erbaute man Belagerungstürme, Rammen und Katapulte, mit deren Hilfe die Kreuzfahrer nach einem fünfwöchigen, verlustreichen Kampf am 15.&amp;amp;nbsp;Juli 1099 die Stadt einnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christliche und muslimische Chronisten berichten von einem grausamen Massaker, dem neben der muslimischen und jüdischen Bevölkerung auch die in Jerusalem verbliebenen koptischen und syrischen Christen zum Opfer fielen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Althoff]] |Hrsg=Regina Grundmann, Assaad Elias Kattan |Titel=Papst Urban II. und das Massaker von Jerusalem. Zur Legitimation der Gewalt gegen ,Ungläubige‘. |Sammelwerk=Jenseits der Tradition? Tradition und Traditionskritik in Judentum, Christentum und Islam |Verlag=De Gruyter |Ort=Berlin/München/Boston |Datum=2015 |Seiten=131–132 |Online=https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9781614513131.129/html}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Muslimische Quellen gingen von 70.000 Toten aus, christliche Schätzungen von 10.000 Toten. Die hohen Zahlen wurden von der jüngeren Forschung widerlegt. Auf Basis einer hebräischen Quelle wird nunmehr von 3000 Opfern bei der Einnahme Jerusalems ausgegangen, bei der auch viele Gefangene gemacht wurden. Damit liegt nahe, dass im Mittelalter die Vorstellung von der Brutalität der Kreuzfahrer auf beiden Seiten des Konflikts ein Gegenstand von Übertreibung gewesen sein mag.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Asbridge |Titel=Die Kreuzzüge |Auflage=7. |Verlag=Klett-Cotta |Datum=2016 |ISBN=978-3-608-94921-6 |Seiten=117 |Online=https://books.google.at/books?id=5mnm9IQoJ70C&amp;amp;pg=PA762&amp;amp;dq=asbridge+die+kreuzz%C3%BCge+s.+117&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwi9oNG16LzUAhWBaRQKHY3pCokQ6AEIIjAA#v=onepage&amp;amp;q=hebr%C3%A4ische%20quelle&amp;amp;f=false}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottfried von Bouillon lehnte es ab, sich zum König von Jerusalem krönen zu lassen, weil er sich nicht in der Stadt zum König krönen lassen wollte, in der [[Jesus Christus]] die [[Dornenkrone]] getragen hatte. Er wurde daher zum &amp;#039;&amp;#039;[[advocatus sancti sepulchri]]&amp;#039;&amp;#039; („Beschützer des Heiligen Grabes“) ernannt und Regent des neu errichteten [[Königreich Jerusalem|Königreichs Jerusalem]]. Unter seiner Führung wurde ein Fatimiden-Heer in der [[Schlacht von Askalon]] geschlagen. Damit endete der erste Kreuzzug. Als Gottfried bereits im Jahre 1100 verstarb, nahm sein Bruder Balduin von Boulogne den Titel des Königs von Jerusalem an und überließ die Grafschaft Edessa seinem Vetter [[Balduin von Bourcq]]. [[Raimund IV. (Toulouse)|Raimund&amp;amp;nbsp;IV.]] von Toulouse errichtete im Jahre 1109 an der syrischen Küste die [[Grafschaft Tripolis]], den vierten Kreuzfahrerstaat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Map Crusader states 1135-de.svg|mini|hochkant|Die Kreuzfahrerstaaten nach dem ersten Kreuzzug]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erste Kreuzzug führte zur Errichtung mehrerer [[Kreuzfahrerstaaten]], die sich gegenseitig durch Streitigkeiten schwächten, während sich die zuvor uneinigen Muslime zusammenschlossen. Genauer entstand die Grafschaft Edessa, das Fürstentum Antiochia, die Grafschaft Tripolis und das Königreich Jerusalem. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten befanden sich diese vier neuen Kreuzfahrerstaaten in einer durchaus verwundbaren Position, da sich unzureichend Kämpfer im Heiligen Land befanden, um die Kreuzfahrerstaaten langfristig erfolgreich verteidigen zu können. Die spätere Eroberung der Stadt Edessa sollte beispielsweise einer der Anlässe für den zweiten Kreuzzug sein. Da die Kreuzfahrer mehrere Küstenstädte des östlichen Mittelmeeres eroberten, erlebte der Orienthandel einen gewaltigen Aufschwung, von dem vor allem italienische Hafenstädte wie [[Republik Genua|Genua]] und [[Republik Venedig|Venedig]] profitierten. Der Kontakt mit der byzantinischen und der arabischen Welt führte zu einer kulturellen Weiterentwicklung des Abendlandes. Der wiederholte Vertrauensbruch der Anführer der Kreuzfahrer gegenüber dem byzantinischen Kaiser legte den Grundstein für weitere Konflikte, zudem sollte der Kreuzzug die weiteren Auseinandersetzungen mit der islamischen Welt prägen. Der Beginn der Kreuzzüge leitete außerdem die allmähliche Herausbildung gemeinsamer ritterlicher Ideale in Westeuropa ein, die stärker als zuvor von christlichen Vorstellungen geprägt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach folgte der [[Kreuzzug von 1101]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Meinung des libanesisch-französischen Journalisten [[Amin Maalouf]] haben insbesondere die Vorfälle bei der Eroberung der Stadt [[Maarat an-Numan|Ma’arrat al-Numan]] (nahe Antiochia) „auch mit einem Abstand von fast tausend Jahren, ein nachhaltiges Trauma im kollektiven Gedächtnis der muslimischen Welt hinterlassen. Die Fassungslosigkeit und das Entsetzen einer hochzivilisierten Gesellschaft angesichts der ‚barbarischen Invasoren‘ aus dem Abendland, die auch vor kannibalistischen Exzessen nicht zurückschreckten, spiegele sich in nahezu allen arabischen Chroniken und Berichten aus der Zeit zwischen 1096 und 1291 wider.“&amp;lt;ref&amp;gt;Amin Maalouf: &amp;#039;&amp;#039;Der Heilige Krieg der Barbaren. Die Kreuzzüge aus Sicht der Araber.&amp;#039;&amp;#039; Schutzumschlag der Ausgabe des Diedrichs Verlag München 1996, ISBN 3-424-01250-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem widerspricht der Historiker [[Thomas Asbridge]]. So spielten die Kreuzzüge in der muslimischen Welt jahrhundertelang keine Rolle. Erst Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts kamen erste Anzeichen von Interesse daran auf. Auch wurden die Ereignisse zunächst nicht religiös, sondern als Krieg gegen die Franken (&amp;#039;&amp;#039;Ifranji)&amp;#039;&amp;#039; gedeutet. Erst um 1865 wurde in Übersetzungen französischer Geschichtsbücher erstmals der Begriff &amp;#039;&amp;#039;al-hurub al-Salabiyya&amp;#039;&amp;#039; (die „Kreuz-Kriege“) verwendet. Danach stieg das Interesse der muslimischen Welt an den Kreuzzügen langsam an. Nach Asbridge markierte erst die Gründung Israels im Jahr 1948 den Umschlagpunkt zur intensiven Beschäftigung mit den Kreuzzügen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Asbridge |Hrsg= |Titel=Die Kreuzzüge |Auflage=7. |Verlag=Klett-Cotta |Ort=Stuttgart |Datum=2016 |ISBN=978-3-608-94921-6 |Seiten=723}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Folge kam es auch verstärkt zur Instrumentalisierung der Kreuzzüge und einzelner islamischer Persönlichkeiten, insbesondere [[Saladin]]s, durch nahöstliche [[Despotie|Despoten]] wie [[Hafiz al-Assad]] und [[Saddam Hussein]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* [[Fulcher von Chartres]]: &amp;#039;&amp;#039;Historia Hierosolymitana&amp;#039;&amp;#039;. Chronik, ca. 1100–1127. [[Historisch-kritische Ausgabe]]: [[Heinrich Hagenmeyer]] (Hrsg.): Fulcheri Carnotensis: [[IArchive:historiahierosol00foucuoft|&amp;#039;&amp;#039;Historia Hierosolymitana. (1095–1127).&amp;#039;&amp;#039; Mit Erläuterungen und einem Anhange]], Heidelberg 1913.&lt;br /&gt;
* [[Radulf von Caen]]: &amp;#039;&amp;#039;Gesta Tancredi In Expeditione Hierosolymitana.&amp;#039;&amp;#039; Um 1112.&lt;br /&gt;
* [[Albert von Aachen]]: &amp;#039;&amp;#039;Historia Hierosolymitanae Expeditionis.&amp;#039;&amp;#039; Um 1101.&lt;br /&gt;
* Anonymus: &amp;#039;&amp;#039;[[Gesta Francorum|Gesta Francorum et aliorum hierosolimitanorum]].&amp;#039;&amp;#039; 1099–1101. [[Historisch-kritische Ausgabe]]: [[Heinrich Hagenmeyer]] (Hrsg.): [[IArchive:anonymigestafran00hageuoft|&amp;#039;&amp;#039;Anonymi Gesta Francorumet aliorum Hierosolymitanorum&amp;#039;&amp;#039;]], Heidelberg 1890.&lt;br /&gt;
* [[Eva Haverkamp-Rott|Eva Haverkamp]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hebräische Berichte über die Judenverfolgung während des ersten Kreuzzugs&amp;#039;&amp;#039;, Hannover 2005, Nachdruck Wiesbaden 2021 ([[Monumenta Germaniae Historica]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Nikolas Jaspert]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Kreuzzüge&amp;#039;&amp;#039;, 6. Auflage. Darmstadt 2013, ISBN 978-3-534-25928-1.&lt;br /&gt;
* Jay Rubenstein: &amp;#039;&amp;#039;Armies of Heaven. The First Crusade and the Quest for Apocalypse&amp;#039;&amp;#039;, Basic Books, New York 2011, ISBN 978-0-465-01929-8.&lt;br /&gt;
* [[Thomas Asbridge]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Kreuzzüge&amp;#039;&amp;#039;, aus dem Englischen von Susanne Held. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-608-94648-2.&lt;br /&gt;
* Christopher Tyerman: &amp;#039;&amp;#039;God’s war. A new history of the crusades&amp;#039;&amp;#039;, Penguin Verlag, London 2007, ISBN 978-0-14-026980-2.&lt;br /&gt;
* [[Hans Eberhard Mayer]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Kreuzzüge.&amp;#039;&amp;#039; 10. Auflage. Stuttgart 2005, ISBN 3-17-018679-5.&lt;br /&gt;
* Amin Maalouf: &amp;#039;&amp;#039;Der Heilige Krieg der Barbaren. Die Kreuzzüge aus Sicht der Araber&amp;#039;&amp;#039;, Kreuzlingen 2001, ISBN 3-89631-420-3 (populärwissenschaftlich).&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=Joshua Prawer|Titel=The Crusaders&amp;#039; Kingdom: European Colonialism in the Middle Ages|Verlag=Phoenix|Datum=2001|Sprache=en|ISBN=9781842122242}}&lt;br /&gt;
* Jonathan P. Phillips (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The First Crusade: Origins and Impact&amp;#039;&amp;#039;, Manchester University, Manchester 1997, ISBN 0-7190-4985-7.&lt;br /&gt;
* Guy Lobrichon: &amp;#039;&amp;#039;Die Eroberung Jerusalems im Jahre 1099&amp;#039;&amp;#039;, Stuttgart 1998, ISBN 3-7995-0093-6.&lt;br /&gt;
* [[Jean Flori]]: &amp;#039;&amp;#039;Pierre l’Ermite et la première croisade&amp;#039;&amp;#039;, Fayard, Paris 1999, ISBN 2-213-60355-3.&lt;br /&gt;
* John France: &amp;#039;&amp;#039;Victory in the East: A Military History of the First Crusade&amp;#039;&amp;#039;, Cambridge 1994, ISBN 0-521-41969-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|First Crusade|Erster Kreuzzug}}&lt;br /&gt;
* [https://www.manfredhiebl.de/Erster-Kreuzzug/erster-kreuzzug.htm &amp;#039;&amp;#039;Quellentexte zum ersten Kreuzzug&amp;#039;&amp;#039;] bei manfredhiebl.de&lt;br /&gt;
* [[Hans Conrad Zander]]: [https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/Papst-Urban-II,audio51923.html &amp;#039;&amp;#039;Stichtag 27. November 1095: Papst Urban II. ruft zum ersten Kreuzzug auf&amp;#039;&amp;#039;] [[NDR]] [[ZeitZeichen (Hörfunksendung)|ZeitZeichen]] vom 27. November 2010. Verfügbar bis 31. Dezember 2099 (Podcast)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelbelege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Kreuzzüge}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Kreuzzug|#1]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Krieg (11.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Brighida</name></author>
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