<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ernst_Rittershaus</id>
	<title>Ernst Rittershaus - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ernst_Rittershaus"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ernst_Rittershaus&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-12T14:47:50Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ernst_Rittershaus&amp;diff=2608041&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gib Senf dazu!: tk kl</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ernst_Rittershaus&amp;diff=2608041&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-12-04T17:42:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;tk kl&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ernst Ludwig Johann Rittershaus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[27. Februar]] [[1881]] in [[Darmstadt]]; † [[19. April]] [[1945]] in [[Hamburg]]) war ein deutscher [[Psychiatrie|Psychiater]], „[[Nationalsozialistische Rassenhygiene|Rassenhygieniker]]“ und Hochschullehrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Der Kaufmannssohn Ernst Rittershaus absolvierte nach dem Ende seiner Schullaufbahn ein [[Studium der Medizin]] an den Universitäten [[Julius-Maximilians-Universität Würzburg|Würzburg]] und [[Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn|Bonn]]. Er wurde 1904 in Bonn mit der [[Dissertation]] &amp;#039;&amp;#039;Fehldiagnosen bei Carcinom. Ein Beitrag zur Statistik der nichtdiagnostizierten Krebse&amp;#039;&amp;#039; zum Doktor der Medizin [[Promotion (Doktor)|promoviert]]. Anschließend bildete er sich im Bereich Psychiatrie weiter und war als Assistenzarzt ab 1904 bei der &amp;#039;&amp;#039;Landesirrenanstalt Philippshospital&amp;#039;&amp;#039; in [[Goddelau]] und ab 1907 an der &amp;#039;&amp;#039;Psychiatrischen Universitätsklinik&amp;#039;&amp;#039; in [[Erlangen]] beschäftigt. Rittershaus wechselte 1909 an die [[Staatskrankenanstalt Friedrichsberg|„Staatsirrenanstalt Friedrichsberg“]], wo er im folgenden Jahr Abteilungsarzt wurde und ein von ihm gegründetes psychologisches Laboratorium führte. Dort schrieb er unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Irrsinn und Presse&amp;#039;&amp;#039; eine umfangreiche Studie darüber, wie die fünf Hamburger Tageszeitungen im gesamten Jahr 1911 über Suizide, Geisteskrankheiten und psychiatrische Patienten berichteten.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Irrsinn und Presse: Ein Kulturbild.&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Jena 1913.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als frühe Darstellung dieses Themas ist diese Arbeit aus heutiger Sicht zwar methodisch unzulänglich, aber dennoch sehr aufschlussreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] leitete Rittershaus in [[Brüssel]] eine psychiatrische Abteilung. Nachdem er 1916 zum [[Stabsarzt]] befördert worden war, war er ab 1917 als Armeearzt d.R. in [[Tournay]] tätig. Nach Kriegsende folgte 1918 in Hamburg seine [[Habilitation]] für Psychiatrie mit der Schrift „Die klinische Stellung des manisch-depressiven Irreseins“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vierhaus451&amp;quot;&amp;gt;{{DeutBiogrEnz |Autor= |Lemma=Rittershaus, Ernst (Ludwig Johann) |Auflage=2 |Band=8 |SeiteVon=451}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1920 war er als Privatdozent in Hamburg tätig und wurde am 28. Juli 1926 zum nicht beamteten [[Extraordinarius|außerordentlichen Professor]] ernannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Harten454&amp;quot;&amp;gt;Hans-Christian Harten, Uwe Neirich, Matthias Schwerendt: &amp;#039;&amp;#039;Rassenhygiene als Erziehungsideologie des Dritten Reichs. Bio-bibliographisches Handbuch.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2006, S. 454.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab 1927 war der rassenhygienisch orientierte Rittershaus leitender Oberarzt an der „Staatsirrenanstalt Friedrichsberg“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vierhaus451&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rittershaus, von 1920 bis 1933 Mitglied der [[Deutsche Volkspartei|DVP]], trat nach der [[Machtergreifung|Machtübergabe an die Nationalsozialisten]] zum 1. Mai 1933 der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] bei (Mitgliedsnummer 2.707.930).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv, R 9361-IX KARTEI/35110143.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem wurde er Mitglied des [[Nationalsozialistischer Deutscher Ärztebund|NS-Ärztebundes]], des [[Nationalsozialistischer Deutscher Dozentenbund|NS-Dozentenbundes]] und der [[Reichskulturkammer]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Harten454&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rittershaus folgte im Jahr 1934 kommissarisch dem zwangsweise in den Ruhestand versetzten [[Wilhelm Weygandt]] als Leiter der „Staatsirrenanstalt Friedrichsberg“ nach, bis er durch [[Hans Bürger-Prinz]] 1936 in dieser Funktion abgelöst wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.uke.de/kliniken/psychiatrie/index_15716.php |text=&amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Klinik. Vom Mittelalter bis zur ersten Irrenanstalt in Hamburg&amp;#039;&amp;#039;. |wayback=20131130151231}} uke.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er wurde nicht in die Psychiatrie- und Nervenklinik übernommen, sondern ging als Oberarzt an die „Heil- und Pflegeanstalt Hamburg-Langenhorn“ (heute: [[Asklepios Klinik Nord]], Betriebsteil [[Ochsenzoll]]), wo er am 1. April 1938 Oberarzt wurde und ab Januar 1937 zugleich als „Landesobmann für die erbbiologische Bestandsaufnahme in Heil- und Pflegeanstalten“ für [[Groß-Hamburg-Gesetz|Groß-Hamburg]] fungierte. In dieser Funktion führte er erbbiologische Erhebungen durch, die bei der Krankenselektion während der [[Euthanasie im Nationalsozialismus]] Verwendung fanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Mai, [[Hendrik van den Bussche]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Forschung.&amp;#039;&amp;#039; In: Hendrik van den Bussche (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Medizinische Wissenschaft im „Dritten Reich“. Kontinuität, Anpassung und Opposition an der Hamburgischen Medizinischen Fakultät.&amp;#039;&amp;#039; Dietrich Reimer, Berlin 1989, S. 236–238.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem [[Pseudonym]] &amp;#039;&amp;#039;Ernst Rauhaus&amp;#039;&amp;#039; betätigte sich Rittershaus zudem als Schriftsteller.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Harten454&amp;quot; /&amp;gt; An der [[Universität Hamburg]] lehrte er seit dem 6. September 1939 als a.o. Professor für Psychiatrie und [[Rassentheorie|Rassenkunde]].&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Christian Harten, Uwe Neirich, Matthias Schwerendt: &amp;#039;&amp;#039;Rassenhygiene als Erziehungsideologie des Dritten Reichs. Bio-bibliographisches Handbuch.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2006, S. 23.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 28. Februar 1942 schied er krankheitsbedingt aus dem Lehrkörper aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Mai, Hendrik van dem Bussche: &amp;#039;&amp;#039;Die Forschung.&amp;#039;&amp;#039; In: Hendrik van den Bussche (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Medizinische Wissenschaft im „Dritten Reich“. Kontinuität, Anpassung und Opposition an der Hamburgischen Medizinischen Fakultät.&amp;#039;&amp;#039; Dietrich Reimer, Berlin 1989, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rassentheorie ==&lt;br /&gt;
Rittershaus’ Arbeitsgebiet war der Zusammenhang von Rasse, Konstitution, seelischen Eigenschaften und psychischen Krankheiten. Er knüpfte an [[Ernst Kretschmer]]s [[Konstitutionspsychologie#Kretschmers Konstitutionstypologie|Konstitutionstypologie]] an und behauptete, die von Kretschmer beschriebenen [[Konstitutionstyp]]en seien Rassenmerkmale. Damit hoffte er diejenigen zu widerlegen, die mit Kretschmers Konstitutionslehre die Rassenlehre kritisierten. Deshalb nahm er auch die Existenz von weit mehr eigenständigen menschlichen Rassen an als die zeitgenössische Rassenlehre. So warf er [[Hans F. K. Günther]] vor, die Bedeutung der „[[Fälische Rasse|fälischen Rasse]]“, die vom [[Neandertaler]] abstamme, „vergessen“ zu haben. Die jeweiligen Konstitutionstypen verknüpfte Rittershaus mit [[Disposition (Medizin)|Dispositionen]] zu bestimmten Geisteskrankheiten und erklärte, die [[Schizophrenie]] sei möglicherweise „der Ausdruck einer zügellosen Rassenmischung“, wofür er als Beweis „degenerativste“ „Judenpsychosen“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Medizin im Dritten Reich. Karrieren vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-10-039310-4, S. 46.&amp;lt;/ref&amp;gt; anführte. Seine Rassentheorie, die er bereits seit 1930 in dieser Form entwickelt hatte, entsprach weder der Parteilinie noch der seinerzeit anerkannten Rassenlehre. Statt Anerkennung erntete Rittershaus überwiegend Spott.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Mai, Hendrik van dem Bussche: &amp;#039;&amp;#039;Die Forschung.&amp;#039;&amp;#039; In: Hendrik van den Bussche (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Medizinische Wissenschaft im „Dritten Reich“. Kontinuität, Anpassung und Opposition an der Hamburgischen Medizinischen Fakultät.&amp;#039;&amp;#039; Dietrich Reimer, Berlin 1989, S. 235–238.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Psychologische Tatbestandsdiagnostik: Aus d. Irrenanstalt Friedrichsberg; (Die sogenannte „Strafuntersuchung d. Zukunft“).&amp;#039;&amp;#039; Voss, Hamburg / Leipzig 1912.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Irrsinn und Presse: Ein Kulturbild&amp;#039;&amp;#039;. Fischer, Jena 1913.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die klinische Stellung des manisch-depressiven Irreseins unter besonderer Berücksichtigung der Beziehungen zu organischen Gehirnkrankheiten und zur Epilepsie.&amp;#039;&amp;#039; J. Springer, Berlin 1920/1933.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Irrengesetzgebung in Deutschland nebst einer vergleichenden Darstellung des Irrenwesens in Europa: (Für Ärzte, Juristen u. gebildete Laien).&amp;#039;&amp;#039; W. de Gruyter &amp;amp; Co., Berlin 1927.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Annahme an Kindesstatt (Adoption): Ein Ratgeber für Pflegeeltern und Behörden.&amp;#039;&amp;#039; J. F. Lehmanns Verlag, München 1929.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Konstitution oder Rasse?&amp;#039;&amp;#039; 6. Auflage. J. F. Lehmanns Verlag, München 1936.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Rassenseele des deutschen Volkes, ihr Wesen, ihr Wirken und ihre Geschichte im europäischen Raum: Die Rassenfrage in gemeinverständl. Darst.&amp;#039;&amp;#039; Marhold, Halle 1937.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{DeutBiogrEnz |Autor= |Lemma=Rittershaus, Ernst (Ludwig Johann) |Auflage=2 |Band=8 |SeiteVon=451}}&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|978-3-596-16048-8}}&lt;br /&gt;
* [[Eckart Klaus Roloff]]: &amp;#039;&amp;#039;Eine Zeitungsanalyse zur Psychiatrie von 1913&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Psychiatrische Praxis&amp;#039;&amp;#039;, Heft 7/2005, Band 32, S. 371–372 (Beitrag zu Rittershaus’ Buch &amp;#039;&amp;#039;Irrsinn und Presse&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|1050434617}}&lt;br /&gt;
* [https://hamburg-ns-dabeigewesene.de/item/11 Biografien-Datenbank: NS-Dabeigewesene.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1050434617|VIAF=162504443}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Rittershaus, Ernst}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rassentheoretiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Hamburg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychiater]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rassismus im Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DVP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanitätsoffizier (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1881]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Rittershaus, Ernst&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Rittershaus, Ernst Ludwig Johann (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Psychiater, „Rassenhygieniker“ und Hochschullehrer&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=27. Februar 1881&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Darmstadt]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=19. April 1945&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Hamburg]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gib Senf dazu!</name></author>
	</entry>
</feed>