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	<title>Ernst Ottwalt - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ernst_Ottwalt&amp;diff=1222754&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Wikijunkie: /* Literatur */ Klammer-WL korrigiert mit AWB</title>
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		<updated>2026-01-22T11:08:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; Klammer-WL korrigiert mit &lt;a href=&quot;/index.php/Wikipedia:AWB&quot; class=&quot;mw-redirect&quot; title=&quot;Wikipedia:AWB&quot;&gt;AWB&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ernst Ottwalt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[13. November]] [[1901]] in [[Sypniewo (Jastrowie)|Zippnow]], heute Sypniewo, im Kreis [[Deutsch Krone]] in [[Westpreußen]]; † [[24. August]] [[1943]] in einem sowjetischen Lager bei [[Archangelsk]]; eigentlich &amp;#039;&amp;#039;Ernst Gottwalt Nicolas&amp;#039;&amp;#039;) war ein [[deutscher Schriftsteller]] und ein Opfer des [[Großer Terror (Sowjetunion)|Großen Terrors]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ernst Ottwalt ist das [[Pseudonym]] für &amp;#039;&amp;#039;Ernst Gottwalt Nicolas&amp;#039;&amp;#039;, Sohn des evangelischen Pfarrers Heinrich Nicolas. Er besuchte das Gymnasium in [[Halle (Saale)|Halle]] und studierte in Jena die [[Rechtswissenschaften|Rechte]]. Seine politische Biografie ist von einem radikalen Seitenwechsel geprägt: Als junger Mann schloss er sich nach dem Ersten Weltkrieg zunächst den deutschnationalen [[Freikorps]]-Kämpfern an. Er änderte seine politische Einstellung, wurde Kommunist und trat der [[KPD]] und dem [[Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller]] (BPRS) bei. Seine Freikorps-Erfahrung beschrieb er in dem Roman &amp;#039;&amp;#039;Ruhe und Ordnung&amp;#039;&amp;#039; von 1929. Friedrich Neubauer inszenierte im November 1930 an der [[Piscator-Bühne]] Ottwalts nicht erhaltenes Bergarbeiterdrama &amp;#039;&amp;#039;Jeden Tag vier&amp;#039;&amp;#039; über ein Grubenunglück im schlesischen [[Nowa Ruda|Neurode]]. Zusammen mit [[Bertolt Brecht]] verfasste Ottwalt das Drehbuch zum Arbeiterfilm &amp;#039;&amp;#039;[[Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?]]&amp;#039;&amp;#039; (1932). 1931 schrieb er den Justiz-Roman &amp;#039;&amp;#039;Denn sie wissen was sie tun&amp;#039;&amp;#039;, in dem Ottwalt die Sozialstruktur der deutschen Richterschaft darstellt. „Mit den Mitteln des frühnaturalistischen Romans wird die Laufbahn eines deutschen Durchschnittsjuristen geschildert“ ([[Kurt Tucholsky]]).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Die Weltbühne]], 28. Jhrg., Nr. 5, 2. Februar 1932, S. 178.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Thomas Mann]] schrieb, der Roman sei „von unverkennbarer Wahrheit“ und Ottwalt verleihe ihr „einen Anflug von Liebenswürdigkeit“, was diese „bürgerliche Wahrheit nur schrecklicher“ mache. Mann schlussfolgerte: „… man muss einsehen, dass die historische Abdankung des Bürgertums eine vollendete Tatsache ist. … Die Lektüre des Ottwaltschen Buches, die Bekanntschaft mit diesem in seiner hoffnungslosen Halb-Gutwilligkeit nur allzu naturgetreuen Friedrich Wilhelm Dickmann ist lehrreich, nur allzu lehrreich in dieser Beziehung.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.lesejury.de/ernst-ottwalt/buecher/denn-sie-wissen-was-sie-tun/9783945831342 |titel=Denn sie wissen was sie tun |werk=Lesejury.de |abruf=2022-12-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Jahr später, 1932, erschien „Deutschland erwache! Geschichte des Nationalsozialismus“, eine ebenso frühe wie hellsichtige Studie über die Gefahr und den Siegeszug der nationalsozialistischen Bewegung. Bei der nationalsozialistischen [[Bücherverbrennung 1933 in Deutschland|Bücherverbrennung]] vom 10. Mai 1933 stand sein Werk auf der von [[Wolfgang Herrmann (Bibliothekar)|Wolfgang Herrmann]] verfassten Schwarzen Liste; Ottwalts Name war zusätzlich mit einem Kreuz versehen, um ihn als einen der „eigentlichen Schädlinge“ – wie [[Egon Erwin Kisch]], [[Alfred Kerr]] oder [[Kurt Tucholsky]] – zu kennzeichnen, „die auch für den Buchhandel auszumerzen wären“ (Wolfgang Herrmann).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Romanen und der Studie zur NSDAP hat Ottwalt, so berichtet sein Biograph Andreas W. Mytze, zusammen mit [[Hanns Eisler]] 1932 eine Rundfunkerzählung mit dem Titel „Kalifornische Ballade“ verfasst. Die Ursendung lief 1934 im [[Flämischer Rundfunk|Flämischen Rundfunk]]; [[Ernst Busch (Schauspieler)|Ernst Busch]] sang die Lieder von Eisler. 1968 wurde sie zum ersten Mal im [[Rundfunk der DDR]] auf Deutsch ausgestrahlt. Dieses frühe Hörspiel erzählt die Geschichte von [[Johann August Sutter]], einem Schweizer, der im 19. Jahrhundert nach Amerika auswanderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1934 verließ Ottwalt Deutschland und ging ins Exil nach [[Dänemark]], dann, über die [[Tschechoslowakei]], wo er der Leiter der Gruppe kommunistischer Schriftsteller im Prager Exil war,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Stefan Heym]]: &amp;#039;&amp;#039;Nachruf&amp;#039;&amp;#039;. C. Bertelsmann, München 1988, S. 91–92.&amp;lt;/ref&amp;gt; nach [[Moskau]].&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas W. Mytze: &amp;#039;&amp;#039;Ottwalt. Leben und Werk des vergessenen revolutionären deutschen Schriftstellers.&amp;#039;&amp;#039; Europäische Ideen, Berlin 1977, S. 71.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort geriet er im Zuge der [[Stalinistische Säuberungen|Stalinistischen Säuberungen]] unter Spionageverdacht und in die Fänge der sowjetischen Geheimpolizei. Er wurde 1936 verhaftet und zur Zwangsarbeit in ein Lager bei Archangelsk deportiert. Dem Vorschub geleistet hatte [[Georg Lukács]] mit seinem Verdikt in einer Kritik von Ottwalts Romanen: „Es bedarf nicht langer Erörterungen, um klar zu sehen, dass solche ‚Helden‘, ohne mit ihren Verfassern identisch zu sein, doch deren Klassenlage treu widerspiegeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Hans Christoph Buch: &amp;#039;&amp;#039;Auf viele Arten verschwiegen. Wiederentdeckt: Ernst Ottwalts Roman „Ruhe und Ordnung“.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Süddeutsche Zeitung.&amp;#039;&amp;#039; 31. Juli 2015, S. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Ehefrau [[Waltraut Nicolas]] wurde ebenfalls verhaftet und zu fünf Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Danach wurde sie an Hitlerdeutschland ausgeliefert. Sie erfuhr erst viele Jahre später von Ottwalts Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
Das Buch „Deutschland erwache!“ gilt als eine der frühesten Analysen des nationalsozialistischen Aufstiegs. Ernst Ottwalts Werk ist nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend in Vergessenheit geraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ruhe und Ordnung. Roman aus dem Leben der nationalgesinnten Jugend.&amp;#039;&amp;#039; Malik-Verlag, Berlin 1929. Neuausgabe: Hasenverlag, Halle (Saale) [2014], Hrsg. und mit einem Nachw. vers. von Christian Eger, ISBN 978-3-945377-03-1.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Denn sie wissen was sie tun. Ein deutscher Justiz-Roman.&amp;#039;&amp;#039; Malik-Verlag, Berlin 1931. Neuausgabe: Berlin 2018, ISBN 978-3-945831-14-4.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Deutschland erwache! Geschichte des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Hess, [https://www.projekt-gutenberg.org/ottwalt/erwache/erwache.html Wien / Leipzig 1932].&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kalifornische Ballade.&amp;#039;&amp;#039; Rundfunkerzählung, zusammen mit Hanns Eisler, 1932.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Robert Cohen: &amp;#039;&amp;#039;Die gefährliche Ästhetik Ernst Ottwalts.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[The German Quarterly]].&amp;#039;&amp;#039; 61. Jg., Heft 2/1988, S. 229–248.&lt;br /&gt;
* Robert Cohen: &amp;#039;&amp;#039;Männerwelt. Gewalt. Weimarer Republik. Rechtsextremisten im Frühwerk Joseph Roths und in Ernst Ottwalts „Ruhe und Ordnung“.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Modern Austrian Literature.&amp;#039;&amp;#039; 30. Jg., Heft 1, 1997, S. 48–68.&lt;br /&gt;
* {{NDB|19|717||Ottwalt, Ernst|[[Walter Fähnders]]|11859091X}}&lt;br /&gt;
* Andreas W. Mytze: &amp;#039;&amp;#039;Ottwalt. Leben und Werk des vergessenen revolutionären Schriftstellers.&amp;#039;&amp;#039; Verlag europäische Ideen, Berlin 1977.&lt;br /&gt;
* Dieter Schiller: &amp;#039;&amp;#039;Über Ottwalt, Herzfelde und den Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller in Prag. Studien und Dokumente&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Pankower Vorträge.&amp;#039;&amp;#039; Band 44). Helle Panke, Berlin 2002.&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Serke]]: &amp;#039;&amp;#039;Die verbrannten Dichter. Lebensgeschichten und Dokumente.&amp;#039;&amp;#039; Beltz-Verlag, Weinheim 1977 (S.&amp;amp;nbsp;239–244).&lt;br /&gt;
* [[Volker Weidermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Buch der verbrannten Bücher.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Kiepenheuer &amp;amp; Witsch, Köln 2008, ISBN 978-3-462-03962-7 (zu Ottwalt S.&amp;amp;nbsp;148–151).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ottwalt, Ernst.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Hermann Weber (Historiker, 1928)|Hermann Weber]], [[Andreas Herbst]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945.&amp;#039;&amp;#039; 2., überarbeitete und stark erweiterte Auflage. Dietz, Berlin 2008, ISBN 978-3-320-02130-6 ([https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/wer-war-wer-in-der-ddr-%2363%3b-1424.html?ID=4864 bundesstiftung-aufarbeitung.de]).&lt;br /&gt;
* Ursula El-Akramy: &amp;#039;&amp;#039;Transit Moskau – Margarete Steffin und Maria Osten.&amp;#039;&amp;#039; Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1998, ISBN 3-434-50446-X.&lt;br /&gt;
* Alfred Kantorowicz: &amp;#039;&amp;#039;Zum 75. Geburtstag des fast vergessenen Schriftstellers und Justizkritikers&amp;#039;&amp;#039;, in: Kritische Justiz, Vol. 9, No. 3 (1976), pp.&amp;amp;nbsp;292–298.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ernst Ottwalt ist eine Figur in [[Robert Cohen (Schriftsteller)|Robert Cohens]] Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Exil der frechen Frauen]]&amp;#039;&amp;#039;. Rotbuch Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-293-20874-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|11859091X}}&lt;br /&gt;
* {{PGDA|ottwalt}}&lt;br /&gt;
* Ottwalts Romane [http://nemesis.marxists.org/ottwalt-ruhe-und-ordnung1.htm &amp;#039;&amp;#039;Ruhe und Ordnung&amp;#039;&amp;#039;] und  [http://nemesis.marxists.org/ottwalt-denn-sie-wissen-was-sie-tun1.htm &amp;#039;&amp;#039;Denn sie wissen was sie tun&amp;#039;&amp;#039;] im Sozialistischen Archiv für Belletristik&lt;br /&gt;
* [https://www.gulag.memorial.de/person.php?pers=82 Waltraut Nicolas auf gulag.memorial.de]&lt;br /&gt;
* {{Deutsches Exilarchiv |ID=982175310 |Lemma=Ernst Ottwalt und Waltraut Nicolas |Typ=N}}&lt;br /&gt;
* [https://www.hasenverlag.de/de/Startseite/RUHE+%26+ORDNUNG+Nr.+1804/+++++++Ernst+Ottwalt+um+1935.html?n=1001,1804,1808&amp;amp;lang=de Porträt um 1935] im Hasenverlag Halle/Saale&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=11859091X|LCCN=n85260763|VIAF=52481961}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Ottwalt, Ernst}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Deutsch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hörspielautor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dichterjurist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Opfer des Großen Terrors (Sowjetunion)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häftling im Gulag]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1901]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1943]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freikorps-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KPD-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Emigrant in der Sowjetunion]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Ottwalt, Ernst&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Nicolas, Ernst Gottwalt (wirklicher Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Schriftsteller und Hörspielautor&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=13. November 1901&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Zippnow]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=24. August 1943&lt;br /&gt;
|STERBEORT=bei [[Archangelsk]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wikijunkie</name></author>
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