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	<title>Ernst Mayr - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;6 fehlende Sprachparameter eingefügt; 4 Datumsparameter konvertiert; 3 Parameter zugriff nach abruf konvertiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel| beschreibt den Evolutionsbiologen Ernst Mayr. Zum deutschen Informatiker siehe [[Ernst Mayr (Informatiker)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ernst Mayr PLoS.jpg|mini|Ernst Mayr 1994 an der [[Universität Konstanz]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ernst Walter Mayr&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[5. Juli]] [[1904]] in [[Kempten (Allgäu)]]; † [[3. Februar]] [[2005]] in [[Bedford (Massachusetts)]]) war ein deutsch-amerikanischer [[Biologe]] und der Hauptvertreter der modernen [[Synthetische Evolutionstheorie|synthetischen Evolutionstheorie]]. Er zählt zu den einflussreichsten [[Naturforscher]]n des 20. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Ernst Mayr wurde am 5. Juli 1904 in [[Kempten (Allgäu)|Kempten im Allgäu]] geboren, wuchs aber in [[Sachsen]] auf. Er war der zweite der drei Söhne von Helene Pusinelli Mayr und dem promovierten Juristen und [[Landgerichtsrat]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.all-in.de/allgaeu/wildpoldsried-und-sein-grosser-enkel-104100117 Wildpoldsried und sein großer Enkel], Allgäu-Info, 3. August 2000&amp;lt;/ref&amp;gt; Otto Mayr. Schon als Junge interessierte er sich für [[Vögel]]. 1923 schrieb er seine erste Abhandlung über die von ihm bei [[Moritzburg (Sachsen)|Moritzburg]] im Freiland beobachtete [[Kolbenente]]. Im gleichen Jahr begann er an der [[Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald]] [[Medizin]] zu studieren, wechselte aber schon früh zur [[Zoologie]] und arbeitete am Zoologischen Museum in [[Berlin]] (heute Teil des [[Museum für Naturkunde (Berlin)|Museums für Naturkunde Berlin]]). 1926 wurde er mit 21 Jahren in Zoologie über ein [[Ornithologie|ornithologisches]] Thema [[Promotion (Doktor)|promoviert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Doktorvater und Förderer [[Erwin Stresemann]], welcher einst durch den Artikel über die Kolbenente auf ihn aufmerksam geworden war,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hartnäckigkeit&amp;quot;&amp;gt;Mathias Plüss: &amp;#039;&amp;#039;Hundert Jahre Hartnäckigkeit&amp;#039;&amp;#039;, [[Die Weltwoche|Weltwoche]], Nr. 27.04, S. 67&amp;lt;/ref&amp;gt; schickte Mayr 1928 und 1930 auf eine Expedition nach [[Neuguinea]] und zu den [[Salomon-Inseln]], wo er für den begeisterten Vogelfreund [[Walter Rothschild, 2. Baron Rothschild]] Vögel sammelte. Gefördert wurde die Expedition von der [[Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.gepris-historisch.dfg.de/person/5107910 |titel=Dr. Ernst Mayr bei GEPRIS Historisch |hrsg=Deutsche Forschungsgemeinschaft |sprache=de |abruf=2023-04-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die dort gewonnenen Kenntnisse zur [[Biogeographie]] wurden zur Grundlage seiner späteren evolutionstheoretischen Überlegungen. 1931 ging er in die [[USA|Vereinigten Staaten]], um am &amp;#039;&amp;#039;[[American Museum of Natural History]]&amp;#039;&amp;#039; in [[New York City|New York]], dem größten naturwissenschaftlichen Museum der Welt, als [[Ornithologe|Vogelexperte]] die Vogelsammlung zu bearbeiten. Rund 20 Jahre blieb er in New York. In dieser Zeit beschrieb er 26 neue Vogelarten und 1942 sein Hauptwerk &amp;#039;&amp;#039;Systematics and the Origin of Species&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hartnäckigkeit&amp;quot;/&amp;gt; 1950 erhielt er nach mehreren Verzögerungen die amerikanische Staatsbürgerschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.webofstories.com/play/ernst.mayr/80 Videodokument von Ernst Mayr zu seiner amerikanischen Staatsbürgerschaft], webofstories.com, abgerufen am 28. Dezember 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1953 wechselte er als Professor an die [[Harvard-Universität]] in [[Cambridge (Massachusetts)]], wo er dafür sorgte, dass die [[Evolutionstheorie]], bis dahin ein Stiefkind der amerikanischen [[Biologie|biologischen Wissenschaften]], zu größerem Ansehen gelangte. Auch nach seiner [[Emeritierung]] 1975 arbeitete er weiter am &amp;#039;&amp;#039;Museum of Comparative Zoology&amp;#039;&amp;#039; der Harvard-Universität, wo er bis zu seinem Tode tätig war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ernst Mayr heiratete im Mai 1935 Gretel Simon in [[Freiburg im Breisgau]].&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Haffer (2007:103)&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Paar hatte zwei Töchter. Mayr starb 2005 nach sehr kurzer Krankheit in Bedford (Massachusetts).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirken ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ernst Mayr - Büste - Museum für Naturkunde - Berlin.jpg|mini|hochkant|Büste Mayrs im Museum für Naturkunde Berlin]]&lt;br /&gt;
International bekannt wurde Mayr durch seine Studien zur Systematik der [[Vögel]] und als Hauptvertreter der [[Synthetische Evolutionstheorie|„Synthetischen Theorie der Evolution“]], die [[Charles Darwin]]s Konzept der „[[Natürliche Auslese|natürlichen Auslese]]“ mit den Erkenntnissen der [[Genetik]] in Einklang brachte. Er schrieb grundlegende Arbeiten zur [[Systematik (Biologie)|Systematik]], in denen er unter anderem das Konzept der biologischen [[Art (Biologie)|Art]] als einer Fortpflanzungsgemeinschaft entwickelte, ferner zur [[Artbildung]] (1942 etwa sein einflussreiches Buch &amp;#039;&amp;#039;Systematics and the Origin of Species&amp;#039;&amp;#039;), des Weiteren philosophische Abhandlungen zur [[Essentialismus|Typologie]] und zum [[Essentialismus]]. Mayr entwickelte auch die heute allgemein akzeptierte Vorstellung der [[Allopatrische Artbildung|allopatrischen Artbildung]], nach der die Aufspaltung einer Art in zwei Tochterarten durch geographische Separation ausgelöst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mayr vertrat die These, dass die Biologie in gewisser Weise unabhängig sei von den in [[Physik]] und [[Chemie]] geltenden [[Physikalisches Gesetz|Naturgesetzen]], da die Besonderheiten der einzelnen Arten nicht aus reproduzierbaren Gesetzen, sondern aus einmaligen historischen Ereignissen heraus entstünden. Deshalb dürfe man in der Biologie nicht von Gesetzen, sondern eher von Konzepten sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen einflussreichsten Schriften gehört ferner das Manuskript zu seinem Vortrag über &amp;#039;&amp;#039;Taxonomic categories in fossil hominids&amp;#039;&amp;#039; während des &amp;#039;&amp;#039;Cold Spring Harbor Symposium on Quantitative Biology&amp;#039;&amp;#039; am [[Cold Spring Harbor Laboratory]] im Sommer 1950.&amp;lt;ref&amp;gt; W. Eric Meikle, Sue Taylor Parker: &amp;#039;&amp;#039;Naming our Ancestors. An Anthology of Hominid Taxonomy.&amp;#039;&amp;#039; Waveland Press, Prospect Heights (Illinois) 1994, ISBN 0-88133-799-4, S. 151.&amp;lt;/ref&amp;gt; Darin kritisierte Mayr die verwirrende Vielzahl der bis dahin vergebenen [[Gattung (Biologie)|Gattungs]]- und [[Art (Biologie)|Art]]-Bezeichnungen für [[Fossil]]ien, die zu den frühen Verwandten des anatomisch modernen [[Mensch]]en (&amp;#039;&amp;#039;Homo sapiens&amp;#039;&amp;#039;) gehören. Er überzeugte die Paläoanthropologen davon, alle inzwischen entdeckten, mutmaßlichen Vorfahren des Menschen der Gattung &amp;#039;&amp;#039;Homo&amp;#039;&amp;#039; zuzuordnen und künftig darauf zu verzichten, Einzelfunde mit einem Gattungs- und Artnamen zu benennen; stattdessen solle man solche Einzelfunde nach ihrer Herkunft benennen (zum Beispiel [[Sterkfontein]]-Fund statt &amp;#039;&amp;#039;Plesianthropus&amp;#039;&amp;#039; für [[Mrs. Ples]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Mayr: &amp;#039;&amp;#039;Taxonomic categories in fossil hominids.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Cold Spring Harbor Symposia on Quantitative Biology 1950.&amp;#039;&amp;#039; Band 15, 1950, S. 109–118, [[doi:10.1101/SQB.1950.015.01.013]]. Nachdruck in: W. Eric Meikle, Sue Taylor Parker: &amp;#039;&amp;#039;Naming our Ancestors. An Anthology of Hominid Taxonomy.&amp;#039;&amp;#039; Waveland Press, Prospect Heights (Illinois) 1994, ISBN 0-88133-799-4, S. 152–170.&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich wurden daraufhin zahlreiche ältere Funde aus Asien und Afrika in &amp;#039;&amp;#039;[[Homo erectus]]&amp;#039;&amp;#039; zusammengefasst. Jüngere Funde wurden zu &amp;#039;&amp;#039;Homo sapiens&amp;#039;&amp;#039; gestellt, was unter anderem zur Folge hatte, dass [[Neandertaler|&amp;#039;&amp;#039;Homo neanderthalensis&amp;#039;&amp;#039;]] für mehrere Jahrzehnte als &amp;#039;&amp;#039;Homo sapiens neanderthalensis&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Homo sapiens&amp;#039;&amp;#039; als &amp;#039;&amp;#039;Homo sapiens sapiens&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet wurde. Für die zuvor (und heute wieder) als &amp;#039;&amp;#039;[[Australopithecus]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichneten, sehr alten Fossilien aus Afrika schlug Mayr die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Homo transvaalensis&amp;#039;&amp;#039; vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Als &amp;#039;&amp;#039;Australopithecus transvaalensis&amp;#039;&amp;#039; hatte [[Robert Broom]] 1936 einen Schädelfund aus [[Sterkfontein]] bezeichnet (der heute zu &amp;#039;&amp;#039;[[Australopithecus africanus]]&amp;#039;&amp;#039; gestellt wird), siehe R. Broom: &amp;#039;&amp;#039;New Fossil Anthropoid Skull from South Africa.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Nature.&amp;#039;&amp;#039; Band 138, 1936, S. 486–488, [[doi:10.1038/138486a0]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst nach diversen Fossilienfunden ab den 1990er-Jahren wurde das minimalistische Konzept von Mayr infrage gestellt (siehe zum Beispiel &amp;#039;&amp;#039;[[Homo ergaster]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Homo antecessor]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Homo naledi]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Ardipithecus]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Orrorin]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Sahelanthropus]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1998 und 2001 erschienen als seine jüngsten Veröffentlichungen: &amp;#039;&amp;#039;This is Biology&amp;#039;&amp;#039; (deutsch erschienen als &amp;#039;&amp;#039;Das ist Biologie&amp;#039;&amp;#039;, Spektrum Akademischer Verlag) und &amp;#039;&amp;#039;What Evolution is&amp;#039;&amp;#039; (deutsche Ausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Das ist Evolution&amp;#039;&amp;#039;, Bertelsmann-Verlag). In einem Interview im Jahr 2004 meinte er zur «Verbesserung» des Menschen durch menschliche Eingriffe, er hätte schon 1963 darauf hingewiesen, dass dies nicht möglich sei. Zum (damals) weiterhin vorhandenen Unwissen über die Erbanlagen gehöre, dass es „keine einzige Beschreibung von Genen für positive Eigenschaften wie Intelligenz, Generosität oder musikalische Begabung“ gebe, und es unklar sei, welche Eigenschaften überhaupt fördernswert wären.&amp;lt;ref&amp;gt;Mathias Plüss: «Ich weiss nie, ob ich deutsch rede», [[Die Weltwoche|Weltwoche]], Nr. 27.04, S. 64&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Nachruf beschrieb der Berliner Evolutionsbiologe [[Matthias Glaubrecht]] in der &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Rundschau&amp;#039;&amp;#039; vom 8. Februar 2005 die Bedeutung Ernst Walter Mayrs so: „Während Darwin mit seiner Selektionstheorie 1859 nurmehr den Rohbau eines epochalen Gedankengebäudes schuf, hat sich Mayr vor allem in den 1930er- und 1940er-Jahren an den Innenausbau gemacht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dispute und Kritik ==&lt;br /&gt;
Als streitbarer Verfechter eines traditionalistischen Evolutionsverständnisses erwies sich Mayr, als er [[Willi Hennig]] vorwarf, mit seiner „einseitigen“ [[Kladistik]] „Konfusion“ zu verbreiten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ernst 1974/09/Cladistic analys&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal |author=Ernst Mayr |date=1974-09-01 |title=Cladistic analysis or cladistic classification? |journal=Zeitschrift für zoologische Systematik und Evolutionsforschung (Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research) |volume=12 |issue=1 |pages=94–128 |doi=10.1111/j.1439-0469.1974.tb00160.x |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu diesem Aufsatz wurde negativ angemerkt:&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Wenn Mayr gegen die phylogenetische Systematik [[Polemik|polemisiert]], begibt er sich gewöhnlich unter sein Niveau und greift zur &amp;#039;&amp;#039;[[Argumentum ad hominem|argumentatio ad hominem]]&amp;#039;&amp;#039;, so auch hier. Er erklärt seinen Standpunkt für den „des Biologen“‚ als ob die von ihm so apostrophierten „Kladisten“ keine wären.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Rolf&lt;br /&gt;
Löther: &amp;#039;&amp;#039;Die Beherrschung der Mannigfaltigkeit, Philosophische Grundlagen der Taxonomie.&amp;#039;&amp;#039; VEB Gustav Fischer Verlag Jena 1972. S. 157.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Willi Hennig sah sich zu einer Richtigstellung gegenüber Ernst Mayr veranlasst und kritisierte dessen Standpunkte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Willi 1975Cladistic Analys&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal |author=Willi Hennig |date=1975 |title=Cladistic Analysis or Cladistic Classification?: A Reply to Ernst Mayr |journal=Systematic Zoology |volume=24 |issue=2 |pages=244–256 |doi=10.2307/2412765 |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige Taxonomie beruht auf dem von Mayr verworfenen [[Phylogenese|phylogenetischen]] Konzept Hennigs, das [[Carl Woese]] um eine [[Molekularbiologie|molekularbiologische]] Grundlage ergänzt hat. Daraus resultierte die heute gültige Einteilung der [[Lebewesen]] in die drei [[Domäne (Biologie)|Domänen]] ([[Bacteria]], [[Archaea]] und [[Eukaryota]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses System wurde von Mayr konsequent angegriffen. Es gebe, so Mayr, keinen Bedarf in der Biologie nach einer Zweiteilung der Prokaryoten in zwei Domänen. In diesem Zusammenhang argumentierte er wieder &amp;#039;&amp;#039;ad hominem&amp;#039;&amp;#039;, indem er die [[Reputation]] Woeses als „Nicht-Biologe“ anzweifelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ernst 1998Two empires or t&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal |author=Ernst Mayr |date=1998 |title=Two empires or three? |journal=Proceedings of the National Academy of Sciences |volume=95 |issue=17 |pages=9720–9723 |url=http://www.pnas.org/content/95/17/9720.full.pdf |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Woese argumentierte dagegen, dass die von Mayr vertretene Evolutionstheorie kein allgemeingültiges Naturgesetz sei, sondern nur auf Eukaryoten mit sexueller Fortpflanzung, nicht aber auf Mikroorganismen angewendet werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite journal |author=Carl R. Woese |date=1998 |title=Default taxonomy: Ernst Mayr’s view of the microbial world |journal=Proceedings of the National Academy of Sciences |volume=95 |issue=19 |pages=11043–11046 |doi=10.1073/pnas.95.19.11043 |url=http://www.pnas.org/content/95/19/11043.full.pdf |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
Mayr war Inhaber von rund 20 [[Akademischer Grad|akademischen Graden]], u.&amp;amp;nbsp;a. der [[Ehrendoktor]]würde der [[Universität Konstanz]] (Philosophie). Er war Träger der sogenannten „dreizackigen Krone der Biologie“: des [[Balzan-Preis]]es, des [[Internationaler Preis für Biologie|International Prize of Biology]] und des [[Crafoord-Preis]]es. 1954 wurde er in die [[American Academy of Arts and Sciences]] und die [[National Academy of Sciences]] (NAS) gewählt. 1965 erhielt Mayr die [[William-Brewster-Medaille]] der [[American Ornithologists’ Union]] (AOU), 1967 die [[Daniel Giraud Elliot Medal]] der NAS. Im Jahr 1972 wurde Mayr zum Mitglied der [[Leopoldina]] gewählt, die ihm 1980 die [[Gregor-Mendel-Medaille]] verlieh. 1977 wurde ihm die [[Linné-Medaille]] der [[Linnean Society of London]] verliehen. 1984 erhielt er die [[Darwin-Medaille]] der [[Royal Society]], die ihn 1988 als „Foreign Member“ aufnahm.&amp;lt;ref&amp;gt;{{RoyalSocietyUKArchiv|AuthorizedFormsOfName=Mayr, Ernst (1904–2005)|Code=NA4744}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1986 wurde er mit der [[George-Sarton-Medaille]] ausgezeichnet, dem höchst renommierten Preis für Wissenschaftsgeschichte der von [[George Sarton]] und [[Lawrence Joseph Henderson]] gegründeten [[History of Science Society]] (HSS). Die [[American Philosophical Society]], deren Mitglied er seit 1965 war, zeichnete ihn 1995 mit ihrer [[Benjamin Franklin Medal (American Philosophical Society)|Benjamin Franklin Medal]] aus. 1989 wurde er in die [[Académie des sciences]] in Paris aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.academie-sciences.fr/fr/Liste-des-membres-depuis-la-creation-de-l-Academie-des-sciences/les-membres-du-passe-dont-le-nom-commence-par-m.html |titel=Verzeichnis der Mitglieder seit 1666: Buchstabe M |hrsg=Académie des sciences |sprache=fr |abruf=2020-01-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Gesellschaft für Biologische Systematik]] ernannte ihn 2003 zum Ehrenmitglied.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.gfbs-home.de/ueber-uns/ehrenmitglieder/ |titel=GfBS: Ehrenmitglieder der Gesellschaft für Biologische Systematik (GfBS) |werk=gfbs-home.de |datum=2016-03-04 |abruf=2017-07-12 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kempten wurde am Nachfolgebau seines Geburtshauses in der Kotterner Straße 78, das im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] durch einen Bombentreffer zerstört wurde, vom [[Heimatverein Kempten]] eine Gedenktafel angebracht, im Stadtteil [[Thingers]] gibt es seit 2015 einen Ernst-Mayr-Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ernst Mayr sind die [[Ernst-Mayr-Wasserratte]] (&amp;#039;&amp;#039;Leptomys ernstmayri&amp;#039;&amp;#039;), eine Unterart des [[Langfinger-Streifenbeutler]]s (&amp;#039;&amp;#039;Dactylopsila palpator&amp;#039;&amp;#039;) sowie das [[Wondiwoi-Baumkänguru]] (&amp;#039;&amp;#039;Dendrolagus mayri&amp;#039;&amp;#039;) benannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Beolens&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;List of New Guinea birds: a systematic and faunal list of the birds of New Guinea and adjacent islands.&amp;#039;&amp;#039; American Museum of Natural History, 1941.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Systematics and the Origin of Species.&amp;#039;&amp;#039; 1942.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ornithologie als biologische Wissenschaft. 28 Beiträge als Festschrift zum 60. Geburtstag von [[Erwin Stresemann]]&amp;#039;&amp;#039;. Herausgegeben mit [[Ernst Schüz]]. Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1949, keine ISBN.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Taxonomic categories in fossil hominids.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Cold Spring Harbor Symposia on Quantitative Biology 1950.&amp;#039;&amp;#039; Band 15, 1950, S. 109–118, [[doi:10.1101/SQB.1950.015.01.013]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Methods and Principles of Systematic Zoology.&amp;#039;&amp;#039; 1953. Deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Grundlagen der zoologischen Systematik.&amp;#039;&amp;#039; Blackwell Wissenschaftsverlag, Berlin 1975, ISBN 3-490-03918-1.&lt;br /&gt;
** 2. Auflage: Ernst Mayr, Peter D. Ashlock: &amp;#039;&amp;#039;Principles of Systematic Zoology.&amp;#039;&amp;#039; Mcgraw-Hill College, 1991, ISBN 0-07-041144-1.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Animal Species and Evolution.&amp;#039;&amp;#039; 1963. Deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Artbegriff und Evolution.&amp;#039;&amp;#039; 1967.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;The Growth of Biological Thought: Diversity, Evolution, and Inheritance.&amp;#039;&amp;#039; 1982. Deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Die Entwicklung der biologischen Gedankenwelt: Vielfalt, Evolution und Vererbung.&amp;#039;&amp;#039; 1984 [http://www.zeit-wen.de/documents/Ernst%20Mayr%20-%20Die%20Entwicklung%20der%20biologischen%20Gedankenwelt.pdf online]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Toward a New Philosophy of Biology.&amp;#039;&amp;#039; 1988. Deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Eine neue Philosophie der Biologie.&amp;#039;&amp;#039; 1991.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;One Long Argument: Charles Darwin and the Genesis of Modern Evolutionary Thought.&amp;#039;&amp;#039; 1991. Deutsch: &amp;#039;&amp;#039;… und Darwin hat doch recht.&amp;#039;&amp;#039; 1994.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;This is Biology. The Science of the Living World.&amp;#039;&amp;#039; 1998. Deutsch: &amp;#039;&amp;#039;[[Das ist Biologie]] – Die Wissenschaft vom Leben.&amp;#039;&amp;#039; 2000, ISBN 3-8274-1015-0.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;What Evolution is.&amp;#039;&amp;#039; 2001. Deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Das ist Evolution.&amp;#039;&amp;#039; 2005, ISBN 3-442-15349-2.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Konzepte der Biologie.&amp;#039;&amp;#039; Mit einem Geleitwort von Matthias Glaubrecht. Hirzel, Stuttgart 2005, ISBN 3-7776-1372-X (überarbeitet und neue Essays zur Geschichte der Evolutionsbiologie, zu Evolutionstheorien von Darwin, ihre Geschichte, Entwicklung und Wirkung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Haffer]]: &amp;#039;&amp;#039;Ornithology, Evolution, and Philosophy. The Life and Science of Ernst Mayr 1904–2005.&amp;#039;&amp;#039; Springer, 2007.&lt;br /&gt;
* Kärin Nickelsen: &amp;#039;&amp;#039;Starke Meinungen und drei Leidenschaften: Ernst Mayr verbrachte fast sein ganzes Leben damit, über die Evolutionstheorie nachzudenken – aus biologischer, historischer und philosophischer Sicht.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Tagesspiegel]].&amp;#039;&amp;#039; Nr. 20414, Beilage „Evolution“. Berlin, 18. Oktober 2009, S. B 4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|Ernst Mayr|3=S}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote|Ernst Mayr}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|116973080}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://home.datacomm.ch/biografien/biografien/mayr.htm |wayback=20080512171612 |text=Biografie Ernst Mayrs}} auf &amp;#039;&amp;#039;datacomm.ch&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [https://www1.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d01_2/autonomie.htm Ernst Mayr: „Die Autonomie der Biologie“], Naturwissenschaftliche Rundschau, 55. Jg., Heft I, 2002, S. 23–29.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Artikel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://netzeitung.de/wissenschaft/243542.html |wayback=20030822120441 |text=„Die Macht des Zufalls“}}, [[Netzeitung]], 17. Juni 2003, Interview mit Ernst Mayr&lt;br /&gt;
* [https://www.zeit.de/2004/03/ST-Mayr?page=all „Der Altmeister erklärt die Evolution“], [[Die Zeit]], 8. Januar 2004, Nr. 3 von [[Axel Meyer (Biologe)|Axel Meyer]]&lt;br /&gt;
* Mathias Plüss: «Ich weiss nie, ob ich deutsch rede», 2004 Interview der [[Die Weltwoche|Weltwoche]] eine Woche vor dem Hundertsten Geburtstag, Nr. 27.04, S. 64&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Beolens&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Beolens, Watkins &amp;amp; Grayson |Titel=The Eponym Dictionary of Mammals |Verlag=Johns Hopkins University Press |Ort=Baltimore |Datum=2009 |ISBN=978-0-8018-9304-9 |Seiten=128 |Online=[http://sehrg.at.ua/Bio/the_eponym_dictionary_of_mammals.pdf Ernst Mayr] |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=116973080|LCCN=n/78/97027|NDL=00471273|VIAF=98043389}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Mayr, Ernst}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Evolutionsbiologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ornithologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Harvard University)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Académie des sciences]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Auswärtiges Mitglied der Royal Society]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der American Philosophical Society]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger der National Medal of Science]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftlicher Mitarbeiter des American Museum of Natural History]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums für Naturkunde Berlin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der Universität Wien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der Universität Konstanz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Balzan-Preisträger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korporierter in der DG]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Kempten (Allgäu))]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:US-Amerikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1904]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2005]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hundertjähriger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Mayr, Ernst&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Mayr, Ernst Walter&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsch-amerikanischer Biologe&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=5. Juli 1904&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Kempten (Allgäu)]], [[Bayern]], Deutschland&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=3. Februar 2005&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bedford (Massachusetts)|Bedford]], [[Massachusetts]], USA&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
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