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	<title>Ernst Leopold Prinz zur Lippe - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-25T20:49:47Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ernst_Leopold_Prinz_zur_Lippe&amp;diff=2359779&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hardenacke: /* Literatur */ + wikilink</title>
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		<updated>2025-12-30T17:29:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; + wikilink&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Lippe Ernst Erbprinz zur.jpg|mini|Ernst zur Lippe während der Nürnberger Prozesse zwischen 1945 und 1947]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ernst Leopold Chlodwig Julius Alexis Wilhelm Heinrich Erbprinz zur Lippe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[12. Juni]] [[1902]] in [[Detmold]]; † [[24. Mai]] [[1987]] ebenda) war ein deutscher Adeliger und Parteifunktionär der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]]. Zwischen 1905 und 1918 war er letzter [[Erbprinz]] des [[Fürstentum Lippe|Fürstentums Lippe]]. In der [[Zeit des Nationalsozialismus]] fungierte er unter anderem als Hauptadjutant des Reichsministers und Reichsleiters [[Walther Darré]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
=== Kaiserreich und Weimarer Republik ===&lt;br /&gt;
Ernst zur Lippe war der älteste Sohn des letzten regierenden Fürsten [[Leopold IV. (Lippe)|Leopold IV.]] zur Lippe, der am 12. November 1918 im Zuge der [[Novemberrevolution]] auf seinen Thron verzichtete. Er war zwischen 1905 und 1918 letzter standesrechtlicher Erbprinz des Fürstentums Lippe. Seine Mutter war Prinzessin [[Bertha Louise von Hessen-Philippsthal-Barchfeld|Bertha von Hessen-Philippsthal-Barchfeld]] (1874–1919), eine Tochter von [[Wilhelm von Hessen-Philippsthal-Barchfeld (1831–1890)|Wilhelm von Hessen-Philippsthal-Barchfeld]]. Ernst zur Lippe war ein Cousin von [[Bernhard zur Lippe-Biesterfeld]], dem Prinzgemahl von Königin [[Juliana (Niederlande)|Juliana]] der Niederlande.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Jugend wurde Ernst zur Lippe zunächst von Hauslehrern unterrichtet. In der Spätphase des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]], am 30. Mai 1918, wurde er von Kaiser [[Wilhelm II. (Deutsches Reich)|Wilhelm II.]] zum [[Leutnant]] [[à la suite]] ernannt. Nach dem Ende des Fürstentums Lippe besuchte er statt dem Privatunterricht die Oberrealschule in [[Gummersbach]], die er mit der Primarreife verließ. Von 1921 bis 1923 arbeitete er als [[Volontariat|Volontär]] in der Landwirtschaft und studierte einige Semester Landwirtschaft und Philosophie in Halle an der Saale. Daraufhin wechselte er seine Berufsausbildung und durchlief 1924/1925 eine kaufmännische Lehre bei der [[AEG]] in Berlin. 1925 wurde er dort Hauptbuchhalter, was er bis 1930 blieb. In den Jahren 1930 bis 1932 war Ernst zur Lippe Hauptbuchhalter im [[Hotel Prinz Albrecht]] in Berlin, bevor er 1932 arbeitslos wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch fand Ernst zur Lippe Ende der 1920er-Jahre Anschluss an die NSDAP, in die er zum 1. Mai 1928 eintrat ([[Liste von NSDAP-Parteimitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 88.835).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-II/644696&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war damit der erste Erbprinz eines deutschen Fürstengeschlechts, der Mitglied der Partei wurde. Zur selben Zeit trat er in den Kampfverband der NSDAP, die [[Sturmabteilung|SA]], ein, die er jedoch 1931 wegen seiner beruflichen Tätigkeit im Hotelgewerbe wieder verließ. Ab 1930 gehörte er der Propagandaleitung der NSDAP an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Während der nationalsozialistischen Herrschaft ===&lt;br /&gt;
Nach dem [[Machtergreifung|Machtantritt der NSDAP]] erhielt er 1933 einen Posten in der NS-Handels- und Gewerbeorganisation (Hago), wo er die Buchhaltung der Abteilung „Selbsthilfe“ aufbaute. Zusammen mit dieser Abteilung wechselte er zur [[Deutsche Arbeitsfront|Deutschen Arbeitsfront]], an der er 1936 bis zum Abteilungsleiter im Reichspersonalamt aufstieg. Im Jahr 1935 trat er aus der evangelisch-lutherischen Kirche aus und ließ sich als [[gottgläubig]] registrieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Dornheim: &amp;#039;&amp;#039;Beamte, Adjutanten, Funktionäre. Personenlexikon zum Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft und Reichsnährstand.&amp;#039;&amp;#039; W. Kohlhammer, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-17-040086-3, S. 243.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1938 bis 1939 amtierte Ernst zur Lippe auf Vermittlung einer Cousine seines Vaters –&amp;amp;nbsp;[[Marie Adelheid Reuß zur Lippe|Marie Adelheid Prinzessin Reuß zur Lippe-Biesterfeld]] (1895–1993)&amp;amp;nbsp;– zunächst als zweiter Adjutant von Walther Darré, dem Landwirtschaftsminister der NS-Regierung und „Reichsbauernführer“. Anschließend wurde er 1939 einer von dessen drei Hauptadjutanten. Dabei war er für Darrés Tätigkeit als Reichsleiter der NSDAP zuständig, während [[Erich Manns]] der Adjutant als Reichsbauernführer&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gustavo Corni]], [[Horst Gies (Historiker)|Horst Gies]]: &amp;#039;&amp;#039;Brot – Butter – Kanonen: Die Ernährungswirtschaft in Deutschland unter der Diktatur Hitlers.&amp;#039;&amp;#039; Akademie-Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-05-007249-0, S. 193 ([https://books.google.ch/books?id=7l_yCQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA193#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Online-Vorschau]).&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Mengedodt]] sein Adjutant als Minister war. Er fungierte dabei als Verbindungsmann zwischen seinem Dienstsitz im [[Reichsamt für Agrarpolitik]] in München und Darré in Berlin und bearbeitete die in diesem Zusammenhang anfallende Post. Listenmäßig wurde er im Rasse- und Siedlungshauptamt (RuSHA) geführt und organisierte während des Zweiten Weltkriegs in dessen Auftrag die Ansiedlung von kriegsversehrten SS-Angehörigen als Landwirte in den 1939 vom Deutschen Reich besetzten und als [[Wartheland|Warthegau]] annektierten vormals polnischen Gebieten an der [[Weichsel]] und um [[Posen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Zeit wurde er am 30. Januar 1939 Mitglied der [[Schutzstaffel|SS]] (SS-Nummer 314.184) und direkt mit seinem Eintritt zum [[SS-Hauptsturmführer]], am 20. April 1941 dann zum [[SS-Sturmbannführer]] ernannt. Laut zur Lippes eigener Angabe wurde sein Leutnantsrang, den er fünfzehnjährig von Kaiser Wilhelm II. erhalten hatte, von der [[Wehrmacht]] anerkannt. Am 9. November 1941 wurde er zum [[Reichshauptstellenleiter]] ernannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Dornheim: &amp;#039;&amp;#039;Beamte, Adjutanten, Funktionäre. Personenlexikon zum Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft und Reichsnährstand.&amp;#039;&amp;#039; W. Kohlhammer, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-17-040086-3, S. 243–244.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Absetzung Darrés im Jahr 1942 kehrte er zur Deutschen Arbeitsfront zurück, für die er bis 1945 tätig blieb, zunächst im Personalamt, dann in der Abteilung Gewerbe als Personalreferent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach dem Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Bei Kriegsende geriet Ernst zur Lippe in alliierte Kriegsgefangenschaft. Er nahm als Zeuge an den [[Nürnberger Prozesse]]n teil und wurde später im Zuge der [[Entnazifizierung]] von der [[Spruchkammerverfahren|Spruchkammer]] im Regierungsbezirk Detmold in die Klasse III (minderbelastet) eingruppiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod seines Vaters 1949 trat sein jüngerer Halbbruder [[Armin Prinz zur Lippe]] (1924–2015) aus der zweiten Ehe seines Vaters mit Anna Prinzessin von Ysenburg-Büdingen, verwitweter Prinzessin von Lippe-Weissenfeld (1886–1980), die Position als neues Oberhaupt des [[Haus Lippe|Hauses Lippe]] an. Ernst zur Lippe war von seinem Vater testamentarisch übergangen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehen und Nachkommen ==&lt;br /&gt;
Ernst zur Lippe heiratete 1924 in Berlin Charlotte Ricken (1900–1974), von der er 1935 geschieden wurde und die 1938 in Berlin den Kaufmann Richard Busolt (* 1894) heiratete. Zur Lippe seinerseits heiratete 1937 in Berlin Hertha-Elise (Helga) Weiland (1911–1970), Tochter des Ingenieurs Friedrich Wilhelm Weiland. Nur der zweiten Ehe entstammten Kinder: der Arzt Ernst-Leopold Prinz zur Lippe (* 1940) und Victoria Prinzessin zur Lippe (1943–1988), die von 1968 bis 1977 mit [[Wolfram Wickert]] verheiratet war und ab 1984 mit dem Kunsthändler Christoph Pudelko (1932–2017).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://trauer.ga.de/traueranzeige/christoph-pudelko Traueranzeige Christoph Pudelko] (2017)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Genealogisches Handbuch des Adels]], &amp;#039;&amp;#039;Fürstliche Häuser&amp;#039;&amp;#039;, Band XV, Band 114 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1997, ISBN 3-7980-0814-0, S. 48 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Fürstlichen Häuser ([[Gothaischer Hofkalender|Hofkalender]]). 1942. Jg. 179, [[Justus Perthes]], Gotha November 1941, S. 63–64 (I., Abt. A), S. 407 (Abt. III A).&lt;br /&gt;
* {{Munzinger|00000004320|Erbprinz Ernst zur Lippe||in: &amp;#039;&amp;#039;Internationales Biographisches Archiv&amp;#039;&amp;#039; 40/1951 vom 24. September 1951}}&lt;br /&gt;
* [[Andreas Dornheim]]: &amp;#039;&amp;#039;Beamte, Adjutanten, Funktionäre. Personenlexikon zum Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft und Reichsnährstand.&amp;#039;&amp;#039; W. Kohlhammer, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-17-040086-3, S. 243–244.&lt;br /&gt;
* Gottfried Graf Finck v. Finckenstein, Christoph Franke: [[Gothaisches Genealogisches Handbuch]] der Fürstlichen Häuser. (GGH), Band I, Band 1 der Gesamtreihe GGH, Verlag des [[Deutsches Adelsarchiv|Deutschen Adelsarchivs]], Marburg 2015, ISBN 978-3-9817243-0-1, S. 149.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Das Kulturlexikon zum Dritten Reich]]. Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5.&lt;br /&gt;
* [[Stephan Malinowski]]: &amp;#039;&amp;#039;Vom König zum Führer. Sozialer Niedergang und politische Radikalisierung im deutschen Adel zwischen Kaiserreich und NS-Staat.&amp;#039;&amp;#039; in: &amp;#039;&amp;#039;Elitenwandel in der Moderne.&amp;#039;&amp;#039; Band 4, 3., durchges. Auflage, Akademie-Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-05-004070-X (zu Ernst Leopold: S. 562; [https://www.google.de/books/edition/Vom_K%C3%B6nig_zum_F%C3%BChrer/dbBJAAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=SS+F%C3%BChrer+Ernst+Prinz+Lippe&amp;amp;pg=PT559&amp;amp;printsec=frontcover Online-Vorschau]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Ernst Leopold Prinz zur Lippe}}&lt;br /&gt;
* [https://www.ifz-muenchen.de/archiv/zs/zs-1171.pdf Protokolle der Vernehmungen des Erbprinzen Ernst zur Lippe] von Januar bis Mai 1947 in Nürnberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1158944624|LCCN=|NDL=|VIAF=1077152636067720051276|REMARK=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Lippe, Ernst Leopold Prinz zur}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Prinz (Lippe)|Ernst Leopold]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Hauses Lippe (Linie Biesterfeld)|Ernst Leopold]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Thronfolger|Ernst Leopold #Lippe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeuge in den Nürnberger Prozessen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SA-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1902]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1987]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Lippe, Ernst Leopold Prinz zur&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Lippe, Ernst Leopold Chlodwig Julius Alexis Wilhelm Heinrich zur (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Adeliger, Zeuge in den Nürnberger Prozessen&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=12. Juni 1902&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Detmold]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=24. Mai 1987&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Detmold]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hardenacke</name></author>
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