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	<title>Ernst Lemmer - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ernst_Lemmer&amp;diff=39640&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Grubenhagener: E. Lemmer war als Student kein Mitglied einer Studentenverbindung, zumal die Alsatia, der er nach dem Zweiten Weltkrieg beitrat, zu seinen Studienzeiten noch gar nicht in Marburg aktiv war.</title>
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		<updated>2025-11-14T22:31:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Lemmer war als Student kein Mitglied einer Studentenverbindung, zumal die Alsatia, der er nach dem Zweiten Weltkrieg beitrat, zu seinen Studienzeiten noch gar nicht in Marburg aktiv war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bundesarchiv Bild 146-2007-0100, Ernst Lemmer.jpg|mini|Ernst Lemmer 1962]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedenktafel Schützallee 135 (Zehld) Ernst Lemmer.jpg|mini|[[Gedenktafel]] an seinem ehemaligen Wohnort, Schützallee 135, in [[Berlin-Zehlendorf]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ernst Lemmer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[28. April]] [[1898]] in [[Remscheid]]; † [[18. August]] [[1970]] in [[West-Berlin]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Journalist]] und [[Politiker]] ([[Deutsche Demokratische Partei|DDP]] bzw. DStP, später [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]]). Er war von 1956 bis 1957 [[Bundesministerium für Post und Telekommunikation|Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen]], von 1957 bis 1962 [[Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen|Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen]] sowie von 1964 bis 1965 [[Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte|Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Lemmer wurde als Sohn des Bauunternehmers und Architekten Ernst Lemmer geboren.&amp;lt;ref&amp;gt;Konrad-Adenauer-Stiftung: [https://www.kas.de/de/web/geschichte-der-cdu/personen/biogramm-detail/-/content/ernst-lemmer-v1 Ernst Lemmer: Journalist, Bundesminister].&amp;lt;/ref&amp;gt; Er besuchte das [[Realgymnasium]] in Remscheid, wo er 1914 auch das Abitur („[[Notabitur]]“) ablegte. Mit 16 Jahren trat er 1914 als Kriegsfreiwilliger in die Armee ein und nahm am [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] teil. Hoch dekoriert schied er als [[Leutnant]] aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1919 bis 1923 studierte er an der [[Philipps-Universität Marburg]] und der [[Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main|Universität Frankfurt am Main]] [[Theologie]], [[Geschichte]] und [[Volkswirtschaftslehre|Nationalökonomie]].&amp;lt;ref&amp;gt;Konrad-Adenauer-Stiftung: [https://www.kas.de/de/web/geschichte-der-cdu/personen/biogramm-detail/-/content/ernst-lemmer-v1 ebd.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Er opponierte gegen den antidemokratisch eingestellten Marburger Professor [[Ludwig Traeger]] und griff diesen auf dem Reichsparteitag der DDP am 22. Juli 1919 in einer Rede als den „&amp;#039;&amp;#039;[[Reaktion (Politik)|reaktionärsten]] Professor der Marburger Universität&amp;#039;&amp;#039;“ an, worauf ihm der Rektor [[Wilhelm Busch (Historiker)|Wilhelm Busch]] das [[Consilium abeundi]] androhte. Der preußische Wissenschaftsminister [[Konrad Haenisch]] ([[Mehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands|MSPD]]) setzte sich nach Bekanntwerden der Ereignisse für Lemmer ein und erreichte die Aufhebung der [[Akademische Gerichtsbarkeit|Universitätsstrafen]]. Die Mehrheit der hauptsächlich in [[Studentenverbindung|Korporationen]] organisierten und „[[Schwarz-Weiß-Rot|schwarz-weiß-rot]]“ gesinnten Studenten hatte er sich aber zum Feind gemacht. Der [[Liste der Studentenverbindungen in Marburg|Marburger Korporationsausschuss]] ließ am [[Schwarzes Brett|Schwarzen Brett]] der Universität erklären, dass über Lemmer, der mehrere [[Mensur (Studentenverbindung)|Säbelforderungen]] abgelehnt hatte, der [[Verruf|Waffenverruf]] verhängt und ihm die [[Satisfaktion]]sfähigkeit abgesprochen worden sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernhard Schroeter: &amp;#039;&amp;#039;Marburger Studenten im Freikorps-Einsatz in Thüringen und die Ereignisse von Mechterstädt.&amp;#039;&amp;#039; Hilden 2023, ISBN 978-3-910672-01-7, S. 114–117.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von April 1922 bis zur Zerschlagung der Gewerkschaften im Mai 1933 war er Generalsekretär des [[Hirsch-Dunckersche Gewerkvereine|Gewerkschaftsringes deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenverbände]], des Dachverbandes der liberalen [[Hirsch-Dunckersche Gewerkvereine|Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1923 bis 1930 war Lemmer Vorsitzender des Reichsbunds der Deutschen Demokratischen Jugendvereine, der sich unter seiner Führung 1928 in [[Deutsche Jungdemokraten|Reichsbund der Deutschen Jungdemokraten]] umbenannte. 1929 gehörte Lemmer als Vertreter der [[Deutsche Demokratische Partei|Deutschen Demokratischen Partei]] dem Bundesvorstand der demokratischen Wehrorganisation [[Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold]] an. Er trieb zusammen mit dem Vorsitzenden der DDP, [[Erich Koch-Weser|Koch-Weser]], die Vereinigung der DDP mit der [[Volksnationale Reichsvereinigung|Volksnationalen Reichsvereinigung]] zur [[Reichstagswahl 1930]] voran, zu der man mit einer gemeinsamen Liste unter dem Namen [[Deutsche Demokratische Partei#Umbenennung in Deutsche Staatspartei|Deutsche Staatspartei]] antrat. Die Volksnationale Reichsvereinigung war aus dem [[Jungdeutscher Orden|Jungdeutschen Orden]] heraus gegründet worden, einer nationalliberalen, hierarchisch organisierten und teilweise antisemitischen Organisation. Wenn die angestrebte Fusion der Parteien auch scheiterte, so änderte die DDP ihren Namen doch in Deutsche Staatspartei. Viele Jungdemokraten wechselten daraufhin zur neu gegründeten [[Radikaldemokratische Partei]], wodurch der Reichsbund der Deutschen Jungdemokraten effektiv gespalten wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Roland Appel (Politiker)|Roland Appel]] |Hrsg=Roland Appel, [[Michael Kleff]] |Titel=Vom Wandervogel zur Radikaldemokratischen Partei – Jungdemokraten 1930–1933 |Sammelwerk=Grundrechte verwirklichen, Freiheit erkämpfen – 100 Jahre Jungdemokrat*innen |Ort=Baden-Baden |Datum=2019 |Seiten=497–530}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seines Studiums arbeitete er als Freiwilliger für die &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, ab 1922 dann für verschiedene Berliner Zeitungen, unter anderem für das &amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Tageblatt]]&amp;#039;&amp;#039;. 1933 wurde er wegen seiner linksliberalen Überzeugung aus dem Reichsverband der Deutschen Presse ausgeschlossen, konnte danach nicht mehr für deutsche Zeitungen arbeiten. Er wurde [[Korrespondent]] der &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Zürcher Zeitung|Neuen Zürcher Zeitung (NZZ)]]&amp;#039;&amp;#039; und von 1938 bis 1944 Berichterstatter des &amp;#039;&amp;#039;[[Pester Lloyd]]&amp;#039;&amp;#039; in [[Berlin]].&amp;lt;ref&amp;gt;Konrad-Adenauer-Stiftung: [https://www.kas.de/de/web/geschichte-der-cdu/personen/biogramm-detail/-/content/ernst-lemmer-v1 ebd.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Als NZZ-Korrespondent reiste er häufig zu Redaktionsgesprächen in die Schweiz. Daneben hatte er in Berlin regelmäßigen Kontakt mit dem Schweizer Militärattaché Peter Burckhardt. In einem [[Central Intelligence Agency|CIA]]-Report wird er zu den Hauptinformanten von [[Georges Blun]] gezählt und damit zu dem nachrichtendienstlichen Netz der [[Rote Drei|Roten Drei]].&amp;lt;ref&amp;gt;CIA-Report: {{Webarchiv |url=https://www.cia.gov/library/center-for-the-study-of-intelligence/kent-csi/vol13no3/html/v13i3a05p_0001.htm |text=&amp;#039;&amp;#039;The Rote Drei. Getting Behind the &amp;#039;Lucy&amp;#039; Myth&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20190731125348}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Lemmer leitete Informationen über den [[Holocaust]] ins Ausland weiter.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bernward Dörner]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Deutschen und der Holocaust. Was niemand wissen wollte, aber jeder wissen konnte.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2007, ISBN 978-3-549-07315-5, S. 280.&amp;lt;/ref&amp;gt; Historiker fanden Belege dafür, dass dies mit Billigung von [[Joseph Goebbels]] erfolgte. Der Historiker [[Norman Domeier]] fasst seine Erkenntnisse zu Lemmer wie folgt zusammen: &amp;#039;&amp;#039;„Nach Ernst Lemmer sollten keine Straßen und Institute mehr heißen. Auch die CDU sollte das Verhältnis zu ihrem Mitbegründer klären. Denn auch wenn der kein überzeugter Nazi war, diente er sich dem Regime doch zum eigenen Vorteil in einer Weise an, die ihn nicht nur zum Mitläufer, sondern zum Mittäter machte.“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Norman Domeier |Titel=Hüten Sie sich vor Lemmer |Sammelwerk=[[Die Zeit]] |Band= |Nummer=13 |Datum=2021-03-25 |Seiten=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde Lemmer zunächst dritter Vorsitzender des [[Freier Deutscher Gewerkschaftsbund|Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes]], bereits 1947 wurde er jedoch abgesetzt. Lemmer organisierte die Gemeindeverwaltung in [[Kleinmachnow]] nach Kriegsende.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.cdu-kleinmachnow.de/image/inhalte/file/050622Ansprache.pdf |titel=Ansprache zur Feierstunde 60 Jahre CDU Kleinmachnow |hrsg=CDU Kleinmachnow |datum=2005-06-22 |format=PDF; 104&amp;amp;nbsp;kB |abruf=2019-09-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1949 verließ er die [[Sowjetische Besatzungszone]] auf Anraten des deutsch-amerikanischen Beamten [[Ulrich Biel (Politiker, 1907)|Ulrich Biel]], siedelte nach [[West-Berlin]] über und wurde dort Chefredakteur der Tageszeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Der Kurier]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lemmer gehörte zu den Unterzeichnern des Gründungsaufrufs zum [[Kuratorium Unteilbares Deutschland]], das am 14. Juni 1954 in [[Bad Neuenahr]] gegründet wurde. Obwohl zu seinen Studienzeiten Freistudent, wurde er ehrenhalber Mitglied des [[Alter Herr (Studentenverbindung)|Altherrenvereins]] des &amp;#039;&amp;#039;Burschenbunds Alsatia Leipzig zu Marburg&amp;#039;&amp;#039; im [[Burschenbunds-Convent]],&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Naumann: &amp;#039;&amp;#039;Verzeichnis der Mitglieder des Altherrenverbandes des BC München e. V. und aller anderen ehemaligen BCer sowie der Alten Herren des Wiener SC&amp;#039;&amp;#039;. Weihnachten, Saarbrücken 1962, S. 35.&amp;lt;/ref&amp;gt; einer paritätischen Studentenverbindung mit mehrheitlich jüdischen Mitgliedern. Er engagierte sich bei der Gründung der [[Deutsch-Israelische Gesellschaft|Deutsch-Israelischen Gesellschaft]] und wurde 1966 in deren erstes Kuratorium berufen. Von 1967 bis 1970 amtierte er als Evangelischer Vorsitzender der [[Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin|Berliner Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.gcjz-berlin.de/vor4999.htm |titel=Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin e.&amp;amp;nbsp;V. |titelerg=Vorstandsmitglieder seit 1949 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20150402140301/http://www.gcjz-berlin.de/vor4999.htm |archiv-datum=2015-04-02 |abruf=2014-07-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 28. April 1968 wurde er mit der [[Ernst-Reuter-Plakette]] ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ehrengrab Potsdamer Chaussee 75 (Niko) Ernst Lemmer.jpg|mini|Ehrengrab, Potsdamer Chaussee 75, in [[Berlin-Nikolassee]]]]&lt;br /&gt;
Lemmer ist auf dem [[Waldfriedhof Zehlendorf]] in einem [[Liste der Ehrengräber des Landes Berlin|Ehrengrab des Landes Berlin]] beigesetzt. Nach ihm sind der Ernst-Lemmer-Ring in [[Berlin-Zehlendorf]] und Ernst-Lemmer-Straßen unter anderem in [[Düsseldorf]] und [[Marburg]] benannt. Sein Sohn [[Henning Lemmer]] war Bezirksstadtrat in Berlin-Steglitz und Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Seine Tochter Ingeborg, eine Ärztin, war seit 1948 mit dem Fernsehjournalisten und ZDF-Moderator [[Gerhard Löwenthal]] (1922–2002) verheiratet, der das Dritte Reich als Jude im Berliner Untergrund überlebt hatte. Sein Neffe [[Gerd Ludwig Lemmer]] war [[Oberbürgermeister]] von [[Remscheid]] (1961–1963), nordrhein-westfälischer [[Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen|Minister für Bundesangelegenheiten]] (1962–1966) und [[Staatssekretär]] in verschiedenen [[Bundesministerium (Deutschland)|Bundesministerien]] (1967–1969).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Partei ==&lt;br /&gt;
Lemmer wurde im November 1918 Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei (DDP). 1919 trat er dem [[Deutsche Jungdemokraten|Reichsbund der Deutschen Demokratischen Jugend (Jungdemokraten)]] bei. Während seines Studiums war er Vorsitzender des Deutschen Demokratischen Studentenbundes, ab 1924 Vorsitzender der Jungdemokraten. In diesem Amt gehörte er von 1924 bis 1930 dem Reichsvorstand der [[Deutsche Demokratische Partei|DDP]] an. Nach deren Umbenennung war er Mitglied im Reichsvorstand der [[Deutsche Demokratische Partei|Deutschen Staatspartei (DStP)]].&amp;lt;ref&amp;gt;Konrad-Adenauer-Stiftung: [https://www.kas.de/de/web/geschichte-der-cdu/personen/biogramm-detail/-/content/ernst-lemmer-v1 ebd.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Eintreten für den umstrittenen Bau des [[Deutschland (Schiff, 1933)|Panzerschiffs&amp;amp;nbsp;A]] führte 1928 zu einer vor allem von [[Erich Lüth]], einem entschiedenen Gegner der Aufrüstungspläne, initiierten Abwahlkampagne als Vorsitzendem der Jungdemokraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] war Lemmer einer jener, die von der ehemaligen DDP den Weg zur [[Christlich-Demokratische Union Deutschlands (DDR)|CDU]] nahmen und nicht zu einer der liberalen Nachfolgeparteien, die schließlich in der [[Freie Demokratische Partei|FDP]] aufgingen. Er gehörte zu den Mitbegründern der CDU. Am 4. Januar 1946 wurde er von der [[Sowjetische Militäradministration in Deutschland|Sowjetischen Militäradministration]] zum 2.&amp;amp;nbsp;Vorsitzenden der CDU in der [[Sowjetische Besatzungszone|Sowjetischen Besatzungszone]] (SBZ) bestimmt, nachdem die bisherigen Vorsitzenden [[Andreas Hermes]] und [[Walther Schreiber]] wegen Widerstandes gegen die [[Bodenreform in Deutschland|Bodenreform]] abgesetzt worden waren. Im selben Jahr war er an der Errichtung des [[Unionhilfswerk]]es in Berlin beteiligt, dessen heutiger Hauptsitz in der [[Richard-Sorge-Straße]] als &amp;#039;&amp;#039;[[Ernst-Lemmer-Haus]]&amp;#039;&amp;#039; inzwischen nach ihm benannt ist. Am 20. Dezember 1947 wurden er und der 1. Vorsitzende [[Jakob Kaiser]] von der Sowjetischen Militäradministration wegen ihres Widerstands gegen die [[Deutscher Volkskongress|Volkskongressbewegung]] abgesetzt. Gemeinsam mit Kaiser versuchte Lemmer von West-Berlin aus weiter in die ostdeutsche CDU zu wirken. Als dies immer weniger gelang, gründeten beide –&amp;amp;nbsp;gemeinsam mit anderen in Ostdeutschland entmachteten und geflohenen Christdemokraten&amp;amp;nbsp;– die [[Exil-CDU]]. Diese verstand sich als legaler Vorstand der CDU in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]], auch wenn sie dort nicht anerkannt wurde. Auf dem Gründungsparteitag der Bundes-CDU 1950 in [[Goslar]] wurde die Exil-CDU als Interessenvertretung der ostdeutschen Christdemokraten anerkannt und einem Landesverband gleichgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1950 bis 1956 war Lemmer stellvertretender Landesvorsitzender, anschließend bis 1961 Vorsitzender des Landesverbandes der CDU in Berlin. Von 1961 bis zu seinem Tode 1970 war Lemmer schließlich Vorsitzender der Exil-CDU.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgeordneter ==&lt;br /&gt;
1918 gehörte er dem Remscheider [[Arbeiter- und Soldatenrat]] an.&amp;lt;ref&amp;gt;Konrad-Adenauer-Stiftung: [https://www.kas.de/de/web/geschichte-der-cdu/personen/biogramm-detail/-/content/ernst-lemmer-v1 ebd.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Von [[Reichstagswahl Dezember 1924|Dezember 1924]] bis November 1932 und [[Reichstagswahl März 1933|März bis Juli 1933]] war Lemmer [[Mitglied des Reichstages|Reichstagsabgeordneter]]. Am 23. März 1933 stimmte er zusammen mit den vier anderen Reichstagsabgeordneten der [[Deutsche Demokratische Partei|Deutschen Staatspartei]] ([[Hermann Dietrich (Politiker, 1879)|Hermann Dietrich]], [[Theodor Heuss]], [[Heinrich Landahl]] und [[Reinhold Maier]]) für das sogenannte [[Ermächtigungsgesetz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1946 bis 1949 gehörte Lemmer dem [[Landtag Brandenburg (1946–1952)|Brandenburgischen Landtag]] an, von 1950 bis zum 15. November 1969 dem [[Abgeordnetenhaus von Berlin|Berliner Abgeordnetenhaus]], wo er bis 1956 Vorsitzender der [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]]-Fraktion war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem [[Deutscher Bundestag|Deutschen Bundestag]] gehörte Lemmer seit der Erhöhung der Zahl der [[Berliner Bundestagsabgeordneter|Berliner Abgeordneten]] am 1. Februar 1952 bis zu seinem Tode an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 16. November 1954 gab es den im Bundestag einmaligen Fall, dass zwei [[Fraktion (Politik)|Fraktionskollegen]] gegeneinander um das Amt des [[Präsident des Deutschen Bundestages|Bundestagspräsidenten]] kandidierten: Lemmer trat, vorgeschlagen von dem [[Freie Demokratische Partei|FDP]]-Abgeordneten [[Hans Reif]], gegen den „offiziellen“ CDU/CSU-Kandidaten [[Eugen Gerstenmaier]] an und verlor erst im dritten Wahlgang (Gerstenmaier: 204, Lemmer: 190, Enthaltungen: 15). Vom 12. Februar 1963 bis zum 19. Februar 1964 war er stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1953 war Lemmer auch Delegierter zum [[Europarat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 175-Z02-00853, Ernst Lemmer.jpg|mini|Lemmer 1961 als Bundesminister für Gesamtdeutsche Fragen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Öffentliche Ämter ==&lt;br /&gt;
1945/46 war er Bürgermeister der brandenburgischen Gemeinde [[Kleinmachnow]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 15. November 1956 bis 29. Oktober 1957 war er im [[Kabinett Adenauer II|zweiten Kabinett]] von Konrad Adenauer [[Bundesministerium für Post und Telekommunikation|Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen]], sodann vom 29. Oktober 1957 bis 11. Dezember 1962 [[Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen|Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen]]. Von 19. Februar 1964 bis 26. Oktober 1965 war er im [[Kabinett Erhard I|ersten Kabinett]] von Ludwig Erhard [[Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte|Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte]]. Von 1966 bis 1969 amtierte Lemmer schließlich als Sonderbeauftragter des Bundeskanzlers [[Kurt Georg Kiesinger]] für [[Berlin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
* Ernst-Lemmer-Institut – Fördererkreis Junge Politik e.&amp;amp;nbsp;V.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/ueber-den-bezirk/sonstiges/bezirk-von-a-bis-z/artikel.288048.php Ernst-Lemmer-Institut – Fördererkreis Junge Politik e.&amp;amp;nbsp;V.] Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ernst-lemmer-institut.de/ Website des Ernst Lemmer Instituts].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Ernst-Lemmer-Haus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Reparationslasten? Das Dawes-Gutachten und die innere Politik.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Tageblatt]]. Wochen-Ausgabe für Ausland und Übersee.&amp;#039;&amp;#039; 25. September 1924, S. 1.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Berlin am Kreuzweg Europas, am Kreuzweg der Welt.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Haupt &amp;amp; Puttkammer, Berlin 1957.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der ungewollte Staat. Warum die Weimarer Republik scheiterte.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die politische Meinung.&amp;#039;&amp;#039; 12/1967, S. 46–53.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Manches war doch anders. Erinnerungen eines deutschen Demokraten.&amp;#039;&amp;#039; Heinrich Scheffler Verlag, Frankfurt am Main 1968 (Neuauflage bei Langen Müller, München 1996).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Skat-Taktik. Erfahrungen und Gedanken eines passionierten Skatspielers.&amp;#039;&amp;#039; Ass-Verlag, Leinfelden bei Stuttgart 1969.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ernst Lemmer der republikanische Frontsoldat.&amp;#039;&amp;#039; In: O. B. Server: &amp;#039;&amp;#039;Matadore der Politik.&amp;#039;&amp;#039; Universitas Deutsche Verlags-Aktiengesellschaft. Berlin 1932, S. 164 ff.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wegweiser für Funktionäre, Führer und alle Bundeskameraden des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Gültig ab 1. Januar 1929.&amp;#039;&amp;#039; Magdeburg o.&amp;amp;nbsp;J., S. 78.&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|978-3-9803303-4-3|Seite=166}}&lt;br /&gt;
* [[Walter Henkels]]: &amp;#039;&amp;#039;99 Bonner Köpfe.&amp;#039;&amp;#039; Durchgesehene und ergänzte Ausgabe, Fischer-Bücherei, Frankfurt am Main 1965, S. 155 ff.&lt;br /&gt;
* {{NDB|14|187|188|Lemmer, Ernst|[[Ludwig Luckemeyer]]|118727362}}&lt;br /&gt;
* {{WWW-DDR|id=ernst-lemmer|lemma=Lemmer, Ernst|autor=|band=1|idNum=2068}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118727362}}&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|FID=pe/011228}}&lt;br /&gt;
* {{ReichstagDB|118727362}}&lt;br /&gt;
* [http://www.ernst-lemmer-institut.de/index.php/ernst-lemmer.html Biografie auf der Website des Ernst Lemmer Instituts]&lt;br /&gt;
* {{Der Spiegel |ID=38936657 |Titel=Gegen einen Hitler-Gegner |Jahr=1947 |Nr=2 |Seiten=15}}&lt;br /&gt;
* [https://www.konrad-adenauer.de/personen/seite/ernst-lemmer/ Kurzbiographie] auf dem [https://www.konrad-adenauer.de/ Adenauer-Portal] der [https://www.kas.de/de/ Konrad-Adenauer-Stiftung] und der [https://www.adenauerhaus.de/ Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Weimarer Republik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berliner Bundestagsabgeordneter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats für Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landtagsabgeordneter (Brandenburg 1946–1952)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fraktionsvorsitzender (CDU Berlin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bürgermeister (Kleinmachnow)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DDP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bundesvorsitzender der Jungdemokraten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vorsitzender der CDU Berlin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:CDU-Mitglied (DDR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DDGB-Funktionär]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:FDGB-Funktionär]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied im Reichsbanner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (christlich-jüdischer Dialog)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großkreuz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger der Ernst-Reuter-Plakette]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korporierter im Burschenbunds-Convent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Remscheid)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Agent (Nachrichtendienst)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitungsjournalist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chefredakteur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Leutnant (Deutsches Heer)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Auslandskorrespondent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bestattet in einem Ehrengrab des Landes Berlin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DDR-Flüchtling]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1898]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1970]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Lemmer, Ernst&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Politiker (DDP, DStP, CDU), MdR, MdA&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=28. April 1898&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Remscheid]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=18. August 1970&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[West-Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Grubenhagener</name></author>
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