<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ernst_Kaltenbrunner</id>
	<title>Ernst Kaltenbrunner - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ernst_Kaltenbrunner"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ernst_Kaltenbrunner&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-11T16:04:39Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ernst_Kaltenbrunner&amp;diff=73424&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SFfmL: /* Laufbahn im Nationalsozialismus */  Er wurde im März Reichstagsabgeordneter</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ernst_Kaltenbrunner&amp;diff=73424&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-24T19:43:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Laufbahn im Nationalsozialismus: &lt;/span&gt;  Er wurde im März Reichstagsabgeordneter&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{österreichbezogen}}&lt;br /&gt;
{{Dieser Artikel|behandelt den österreichischen Nationalsozialisten Ernst Kaltenbrunner. Zum Fußballspieler siehe [[Ernst Kaltenbrunner (Fußballspieler)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Ernst Kaltenbrunner (1943).jpg|mini|hochkant|Ernst Kaltenbrunner als [[SS-Obergruppenführer]] (1943)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ernst Karl Kaltenbrunner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[4. Oktober]] [[1903]] in [[Ried im Innkreis]]; † [[16. Oktober]] [[1946]] in [[Nürnberg]]) war ein [[österreich]]ischer [[Jurist]], Nationalsozialist, zuerst in Österreich und später im [[NS-Staat|nationalsozialistischen Deutschen Reich]] ein hochrangiger [[Schutzstaffel|SS]]-Funktionär und von 1943 bis [[Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht|Kriegsende]] [[Chef der Sicherheitspolizei und des SD]] sowie Leiter des [[Reichssicherheitshauptamt]]es (RSHA).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaltenbrunner gehörte zu den 24 im [[Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher]] vor dem [[Internationaler Militärgerichtshof|Internationalen Militärgerichtshof]] angeklagten Personen, wurde am 1.&amp;amp;nbsp;Oktober 1946 in zwei von drei Anklagepunkten schuldig gesprochen, [[Todesstrafe|zum Tod]] durch den [[Erhängen|Strang]] verurteilt und am 16. Oktober 1946 hingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugend und Ausbildung ===&lt;br /&gt;
Ernst Kaltenbrunner wurde am 4. Oktober 1903 als Sohn des damaligen [[Juristenausbildung in Österreich|Advokaturskandidaten]] (Rechtsanwaltsanwärter) und späteren Rechtsanwalts Hugo Kaltenbrunner (* 22. August 1875) und dessen Ehefrau Theresia (geborene Udvardy; * 7. November 1875) in Ried im Innkreis geboren und am 30. Oktober 1903 auf den Namen Ernst Karl getauft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Taufbuch&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Titel=Duplikat des Taufprotokeolles der Pfarre Ried im Innkreis für das Jahr 1903 |Kommentar=Taufbuch Ried im Innkreis, tom. XIII, fol. 213 |Online=[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/oberoesterreich/ried-im-innkreis/106%252F1903/?pg=32 Faksimile]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;zur Familie siehe {{NDB|11|72||Kaltenbrunner|Redaktion|1072304104}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Eltern hatten am 23. August 1902 geheiratet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Taufbuch&amp;quot;/&amp;gt; Bereits sein Großvater väterlicherseits, Karl Kaltenbrunner, war Rechtsanwalt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Taufbuch&amp;quot;/&amp;gt; Die Familie war dem [[Deutschnationalismus|deutschnationalen]] Milieu zugehörig. Kaltenbrunner verbrachte seine Volksschul- und Jugendzeit in der [[Oberösterreich|oberösterreichischen]] [[Marktgemeinde]] [[Raab (Oberösterreich)|Raab]] und nach dem Wechsel auf das [[Bundesrealgymnasium Linz Fadingerstraße|Bundesrealgymnasium Fadingerstraße]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle&lt;br /&gt;
 |url=https://www.jku.at/kepler-salon/ereignisse/detail/news/wagners-dunkelkammer-kaltenbrunner-und-seine-mitschueler/&lt;br /&gt;
 |titel=WAGNERS DUNKELKAMMER: KALTENBRUNNER UND SEINE MITSCHÜLER&lt;br /&gt;
 |datum= 7. Februar 2022&lt;br /&gt;
 |format=Video&lt;br /&gt;
 |abruf=2024-12-15&lt;br /&gt;
}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur&lt;br /&gt;
 | Autor=Egbert Bernauer&lt;br /&gt;
 | Titel= &amp;quot;Wir sind noch einmal davongekommen!&amp;quot;: SS-Obergruppenführer Ernst Kaltenbrunner und seine Mitschüler als Synonym für die NS-Kriegsgeneration in Österreich.&lt;br /&gt;
 | Auflage=&lt;br /&gt;
 | Verlag=Wagner Verlag&lt;br /&gt;
 | Ort=Linz&lt;br /&gt;
 | Datum=2017&lt;br /&gt;
 | ISBN=9783903040205&lt;br /&gt;
 | Seiten=192&lt;br /&gt;
}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in [[Linz]]. Dort lernte er den späteren [[SS-Obersturmbannführer]] [[Adolf Eichmann]] kennen und legte 1921 die [[Matura]] ab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle&lt;br /&gt;
 |autor=&lt;br /&gt;
 |url=https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/ernst-kaltenbrunner/&lt;br /&gt;
 |titel=Ernst Kaltenbrunner (1903–1946)&lt;br /&gt;
 |datum= 21. Februar 2023&lt;br /&gt;
 |abruf=2024-12-15&lt;br /&gt;
}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Adolf Hitler]] hatte von 1900 bis 1904 dieselbe Schule besucht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.fadi.at/schule/schulgeschichte.html &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte der Fadingerstraße.&amp;#039;&amp;#039;] Website des BRG Linz Fadingerstraße, abgerufen am 2. Mai 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; Anschließend begann Kaltenbrunner an der [[Technische Universität Graz|Technischen Hochschule Graz]] ein Chemiestudium, wechselte jedoch bald zu den [[Rechtswissenschaft]]en und wurde 1926 zum [[Doktor der Rechte|Dr. iur.]] [[Promotion (Doktor)|promoviert]]. Während seiner Studienzeit wurde er 1921 Mitglied der schlagenden &amp;#039;&amp;#039;Grazer akademischen [[Burschenschaft]]&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Arminia&amp;#039;&amp;#039;, der bereits sein Vater angehörte&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willy Nolte]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1934, S. 233.&amp;lt;/ref&amp;gt; und deren [[Philister (Studentenverbindung)|Alter Herr]] auch er bis zu seinem Tode blieb. Von seinen [[Mensur (Studentenverbindung)|Mensuren]] trug Kaltenbrunner [[Schmiss]]e in seinem Gesicht davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Laufbahn im Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
Im Anschluss an sein [[Studium]] absolvierte er das [[Rechtsreferendariat]] und war bis Sommer 1929 Angestellter einer [[Anwaltskanzlei]] in Linz.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Graf: &amp;#039;&amp;#039;Österreichische SS-Generäle. Himmlers verlässliche Vasallen&amp;#039;&amp;#039;. Klagenfurt / Ljubljana / Wien 2012, S. 233.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kaltenbrunner gliederte sich aber nicht in ein bürgerliches Leben ein, sondern wirkte in [[paramilitär]]ischen Gruppen wie dem österreichischen [[Heimwehr|Heimatschutz]] mit. Ab Sommer 1929 war er für den Heimatschutz hauptberuflich tätig. Dafür gab er eine sichere Beschäftigung in der Rechtsanwaltskanzlei auf. Da diese jedoch Kaltenbrunners politisches Hauptziel, den [[Anschluss Österreichs]] an das [[Deutsches Reich 1933 bis 1945|Deutsche Reich]], nicht nachdrücklich genug betrieben, wechselte er zum 18. Oktober 1930 zur [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Österreichs – Hitlerbewegung|NSDAP]] ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 300.179)&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/19101464&amp;lt;/ref&amp;gt; und trat am 31. August 1931 der [[Schutzstaffel|SS]] (SS-Nummer 13.039) bei.&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-III/534316&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab 1932 war er in der Anwaltskanzlei seines Vaters tätig. Er wurde Rechtsberater beim [[SS-Abschnitt]] VIII (Linz) und machte sich als Verteidiger inhaftierter Parteimitglieder einen Namen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Graf234&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Graf: &amp;#039;&amp;#039;Österreichische SS-Generäle. Himmlers verlässliche Vasallen&amp;#039;&amp;#039;. Klagenfurt / Ljubljana / Wien 2012, S. 234.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch fungierte er im [[Ständestaat (Österreich)|Ständestaat]] als Nachrichtenmann [[Heinrich Himmler]]s. Kaltenbrunner versorgte den [[Reichsführer SS]] mit Informationen zur politischen Situation in Österreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 14. Januar 1934 heiratete er Elisabeth Eder (* 20. Oktober 1908 in [[Linz]]; † 20. Mai 2002 ebenda), die auch NSDAP-Mitglied war. Aus der Ehe gingen die Kinder Hansjörg (1935–2007), Gertrud (* 1937) und Barbara (* 1944) hervor. Mit seiner langjährigen Geliebten Gisela Margarete Wilhelmine Wolf (* 27. Juni 1920 in [[Wittenberg]] als &amp;#039;&amp;#039;Gräfin [[Westarp (Adelsgeschlecht)|von Westarp]]&amp;#039;&amp;#039;; † 2. Juni 1983 in [[München]]) hatte er zwei weitere Kinder, die am 12. März 1945 geborenen Zwillinge Ursula und Wolfgang.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Miller: &amp;#039;&amp;#039;Leaders of the SS and German Police&amp;#039;&amp;#039;, R. James Bender, San Jose CA 2015, ISBN 978-1-932970-25-8, Band 2, S. 408–409.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem im Juni 1933 in Österreich erlassenen NSDAP-Verbot war Kaltenbrunner weiter illegal für die Partei tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Graf234&amp;quot; /&amp;gt; Nach dem gescheiterten [[Juliputsch]] im Jahr 1934 war er für einige Monate im [[Anhaltelager Kaisersteinbruch]] inhaftiert und wurde danach wegen [[Hochverrat]]s zu zehn Monaten [[Kerker]] verurteilt. Nach der Entlassung wurde er Sekretär von [[Anton Reinthaller]]. Kaltenbrunner wurde 1935 Führer des im Geheimen fortbestehenden SS-Abschnitts VIII (Linz).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Fahrwasser des österreichischen NS-Funktionärs [[Arthur Seyß-Inquart]] gelang ihm der rasche Aufstieg in die Führungsriege des österreichischen Parteiflügels. Seyß-Inquart propagierte eine Politik der stillen Auflösung des Staates. Dies stand im krassen Gegensatz zu den brutalen Frontalmethoden der übrigen NS-Spitze in Österreich, die in Hitlers Augen dem Ansehen der Partei im Ausland schadeten. Im Zuge des [[Anschluss Österreichs|Anschlusses]] wurde Kaltenbrunner im März 1938 zum „Staatssekretär für das Sicherheitswesen im Lande Österreich“ sowie Führer des [[SS-Oberabschnitt]]s Donau (anfangs in Linz, später in [[Wien]]) ernannt. Nach der [[Reichstagswahl und Volksabstimmung 1938|Reichstagswahl am 10. April 1938]] wurde er Mitglied des deutschen [[Reichstag (Zeit des Nationalsozialismus)|Reichstags]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Als Führer der SS in Österreich war Kaltenbrunner an der Nazi-Intrige gegen die Schuschnigg-Regierung beteiligt. In der Nacht des 11. März 1938, nachdem Göring den österreichischen Nationalsozialisten befohlen hatte, die Kontrolle der Österreichischen Regierung an sich zu reißen, umstellten 500 österreichische SS-Männer unter Leitung Kaltenbrunners das [[Bundeskanzleramt (Österreich)|Bundeskanzleramt]], und eine Sondereinheit, die unter dem Befehl seines Adjutanten stand, drang in das Bundeskanzleramt vor, während Seyß-Inquart mit dem Präsidenten [[Wilhelm Miklas|Miklas]] verhandelte|Das Urteil von Nürnberg, S. 190.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 11. September 1938 machte ihn Heinrich Himmler zum [[SS- und Polizeiführer|Höheren SS- und Polizeiführer]] Donau, gleichfalls in Wien, und unterstellte ihm damit die gesamte SS und Polizei in den eingegliederten österreichischen Gebieten. Hier fühlte sich Kaltenbrunner, trotz seines Ranges als [[SS-Gruppenführer]], kaltgestellt, da er sich in seinen Kompetenzen oft von der missgünstigen Führungsriege der SS um Obergruppenführer [[Reinhard Heydrich]] übergangen fühlte. Am 20. Juni 1940 wurde Kaltenbrunner Nachfolger des verstorbenen SS-Oberführers [[Otto Steinhäusl]] als [[Polizeipräsident]] von Wien. Die eigentliche Arbeit leistete jedoch sein Stellvertreter [[Leo Gotzmann]], der ihm am 6. Januar 1941 auch offiziell im Amt nachfolgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chef des Reichssicherheitshauptamtes ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Schutzhaftbefehl Maria Fischer - Original.jpg|mini|Schutzhaftbefehl des [[Reichssicherheitshauptamt]]es gegen [[Maria Fischer (Widerstandskämpferin, 1897)|Maria Fischer]], 13. Mai 1943, unterschrieben mit „[[Unterschrift#Zivilrechtliche Anforderungen|gez]].: Dr. Kaltenbrunner“]]&lt;br /&gt;
Am 30. Januar 1943 wurde Kaltenbrunner in [[Berlin]] in sein neues Amt als [[Chef der Sicherheitspolizei und des SD]] eingeführt. Kaltenbrunner trat hiermit die Nachfolge Himmlers an, der seit dem [[Attentat auf Heydrich]] in [[Prag]] und dessen Tod am 4. Juni 1942 die Leitung des [[Reichssicherheitshauptamt]]es (RSHA) neben seinen anderen Funktionen [[Kommissar#Kommissarische Amtsausübung|kommissarisch]] wahrgenommen hatte. Damit übernahm er auch die Präsidentschaft in der Internationalen Kriminalpolizei Kommission (IKPK), deren Sitz mit Druck auf die Entscheidungsgremien inzwischen nach Berlin verlagert worden waren.&amp;lt;ref&amp;gt; Oskar Dressler, Die Internationale Kriminalpolizeiliche Kommission und ihr Werk, Herausgegeben für den Dienstgebrauch von der IKPK in Berlin-Wannsee 1942, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juni 1943 wurde Kaltenbrunner zum [[SS-Obergruppenführer]] und [[Polizeigeneral|General der Polizei]] befördert.&amp;lt;ref&amp;gt;[[:Datei:Kaltenbrunner an Reichminister Goebbels, 26. Juni 1943.jpg|Kaltenbrunner bedankt sich bei Reichsminister Joseph Goebbels für die Glückwünsche zu seiner Beförderung]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Leiter des RSHA war er der Chef des inzwischen vollständig zum offenen Terror übergegangenen [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]]-Amtes, des [[Reichskriminalpolizeiamt]]es und des [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|Sicherheitsdienstes (SD)]], das für die [[Einsatzgruppen]] verantwortlich war, die im Rücken der Ostfront bis [[Kapitulation der Wehrmacht|Kriegsende]] rund 1.000.000 Menschen ermordeten. Des Weiteren war er Präsident von [[Interpol]] (IKPK) als Nachfolger Heydrichs. Diese Form der nationalsozialistischen Machtausübung schloss das Wirken der in den besetzten Gebieten installierten Besatzerregime und die Einflussnahme über die deutsche Außenpolitik mit ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Als Chef des RSHA hatte Kaltenbrunner die Befugnis, [[Schutzhaft]] in Konzentrationslagern und die Entlassung aus Konzentrationslagern anzuordnen. Befehle dieser Art wurden normalerweise mit seiner Unterschrift ausgegeben. […] Kaltenbrunner selbst befahl die Hinrichtung von Gefangenen […] Am Ende des Krieges war Kaltenbrunner […] an der Vernichtung einer großen Anzahl von ihnen beteiligt mit der Absicht zu verhindern, dass sie von den alliierten Armeen befreit würden. […] Während des Zeitraumes, da Kaltenbrunner Chef des RSHA war, verfolgte dieses ein weitreichendes Programm von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.&lt;br /&gt;
[…] Das RSHA spielte eine führende Rolle bei der ‚[[Endlösung der Judenfrage|Endlösung]]‘ des jüdischen Problems durch Ausrottung der Juden|Urteil, S. 191/192.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 151-17-03, Volksgerichtshof, Dr. Ernst Kaltenbrunner.jpg|mini|links|Ernst Kaltenbrunner als Zuschauer im [[Volksgerichtshof]] (1944)]]&lt;br /&gt;
Nach dem fehlgeschlagenen [[Attentat vom 20. Juli 1944]] erschien er als erster SS-Mann im [[Bendler-Block]] und sorgte dafür, dass das von Generaloberst [[Friedrich Fromm]] begonnene [[standrecht]]liche Erschießen der Verschwörer sofort eingestellt wurde und nunmehr ihm und dem RSHA die Aufgabe zufiel, die Verschwörer festzunehmen und zu verhören. Als Chef des Reichssicherheitshauptamtes vernahm er auch weitere Verdächtige und Zeugen (etwa den Berliner Chirurgen [[Ferdinand Sauerbruch]]&amp;lt;ref&amp;gt;Ferdinand Sauerbruch, [[Hans Rudolf Berndorff]]: &amp;#039;&amp;#039;Das war mein Leben.&amp;#039;&amp;#039; Kindler &amp;amp; Schiermeyer, Bad Wörishofen 1951; benutzt: Lizenzausgabe für Bertelsmann Lesering, Gütersloh 1956, S. 419 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 12. März 1945 gab Kaltenbrunner dem damaligen [[Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung|IKRK]]-Präsidenten [[Carl Jacob Burckhardt|Carl Burckhardt]] die Zusage, den IKRK-Delegierten Zugang zu den Konzentrationslagern zu gewähren – allerdings unter der Voraussetzung, dass diese Delegierten bis zum Ende des Krieges in den Lagern verblieben. Zehn Delegierte, unter ihnen [[Louis Häfliger]] ([[KZ Mauthausen|Mauthausen]]), Paul Dunant ([[Ghetto Theresienstadt|Theresienstadt]]) und Victor Maurer ([[KZ Dachau|Dachau]]) erklärten sich zu einer solchen Mission bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verhaftung ===&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Krieges war Kaltenbrunner schon nicht mehr in Berlin. Am 18. April hatte er sich von Adolf Hitler verabschiedet und seine Dienststelle von Berlin nach [[Salzburg]] verlegt. Noch bevor er dort eintraf, machte Kaltenbrunner in [[Altaussee]] am 21. April Station. Für die nächsten drei Wochen sollte der Kurort zu seinem entscheidenden Zufluchtsort werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= Ulrich Schlie |url=https://www.nzz.ch/feuilleton/endspiel-1945-wie-fuehrende-nazis-in-den-letzten-kriegswochen-die-alliierten-auf-falsche-faehrten-lockten-ld.1880522 |titel=Endspiel 1945: Wie führende Nazis in den letzten Kriegswochen die Alliierten auf falsche Fährten lockten |werk=[[NZZ]] |datum=2025-04-22 |sprache=de |abruf=2025-04-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In die sogenannte [[Alpenfestung]], in der bis zum bitteren Ende Widerstand geleistet werden sollte, hatten viele prominente Nationalsozialisten [[Raubkunst|geraubte Kulturgüter]] gebracht, um für die Zeit nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Krieg]] vorzusorgen (s. [[Bergungsort Salzbergwerk Altaussee]]). Schon am 21. April hatte Kaltenbrunner seine Geliebte Gisela Gräfin von Westarp, eine Sekretärin aus dem Reichssicherheitshauptamt, im Kuhstall des Hohenloheschen Jagdhauses einquartiert. Dort hatte sie im März Zwillinge zur Welt gebracht. Auch seine engsten Vertrauten aus dem Reichssicherheitshauptamt hatte er mitgenommen: [[Wilhelm Waneck]], [[Werner Göttsch]] und [[Wilhelm Höttl]]. Von Kaltenbrunner sind in der Zeit bis zum 5. Mai fortgesetzte Abstimmungsfahrten im [[Salzkammergut]] überliefert. Er reiste zwischen Altaussee, Salzburg, [[Berchtesgaden]] und [[Attersee]] hin und her und war vor allem damit befasst, Gold- und Devisenvorräte des «Dritten Reiches» für die unsichere Zeit danach in sichere Verstecke zu verbringen. So sind in den letzten Kriegswochen mehrere Treffen mit [[Kajetan Mühlmann]], Hitlers oberstem Kunsträuber, am Attersee belegt. In Altaussee war Kaltenbrunner die treibende Kraft bei der Rettung der Kunstschätze, als es darum ging, den fanatischen Gauleiter [[August Eigruber]] von einer beispiellosen Zerstörungsaktion der im Salzbergwerk eingelagerten Kunstwerke abzuhalten. Ende April hatte Kaltenbrunner auch die Fäden gezogen, als sich der Verwaltungs- und Finanzchef des Reichssicherheitshauptamtes, [[Josef Spacil]], ins steirische Salzkammergut begab, um in einer ominösen Aktion eine ganz Anzahl von beschrifteten und versiegelten Kisten im [[Toplitzsee]] verschwinden zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als am 6. Mai die [[bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht]] absehbar wurde, entschied sich Kaltenbrunner zur Flucht ins [[Totes Gebirge|Tote Gebirge]]. Auch diese letzte Aktion war sorgfältig geplant. Kaltenbrunner wurde mit falschen Papieren des SS-Arztes Unterwöger versehen. Waffen, Essensvorräte, Champagner, Zigaretten, amerikanische Bonbons, Falschgeld und Devisen waren zuvor schon ins Versteck auf die Wildenseehütte gebracht worden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= Ulrich Schlie |url=https://www.nzz.ch/feuilleton/endspiel-1945-wie-fuehrende-nazis-in-den-letzten-kriegswochen-die-alliierten-auf-falsche-faehrten-lockten-ld.1880522 |titel=Endspiel 1945: Wie führende Nazis in den letzten Kriegswochen die Alliierten auf falsche Fährten lockten |werk=[[NZZ]] |datum=2025-04-22 |sprache=de |abruf=2025-04-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 7.&amp;amp;nbsp;Mai 1945 floh er gemeinsam mit seinem Adjutanten [[Arthur Scheidler]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Archivalie |url=https://www.archivportal-d.de/item/QB2YYX6SPRZPIRCXC4OY7BELPYJTW4VS |titel=Personenheft Arthur Scheidler (*21.01.1911, +15.07.1957), SS-Hauptsturmführer, SS-Sturmbannführer, SS-Obersturmbannführer |werk=[[Landesarchiv Berlin]], B Rep. 057-01 Nr. 2750  |datum=2025-04-07 |sprache=de |abruf=2025-04-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und zwei SS-Männern mit Hilfe von zwei Altausseer Jägern auf die [[Wildenseehütte]]. Einer der Jäger verriet den am 8.&amp;amp;nbsp;Mai 1945 im Ausseerland einrückenden [[Vereinigte Staaten|Amerikanern]] das Versteck Kaltenbrunners. Am 12.&amp;amp;nbsp;Mai 1945 begab sich eine Gruppe aus Infanteristen des [[Counter Intelligence Corps|CIC]] unter der Leitung von [[Robert Matteson]] und geführt durch Ausseer Männer zur Wildenseehütte, wo sie Kaltenbrunner und Scheidler verhafteten. Beide hatten falsche Papiere, welche sie als Ärzte auswiesen. Doch in der Aschenlade der Holzheizung wurden Reste der Ausweise und die Erkennungsmarke Kaltenbrunners gefunden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle&lt;br /&gt;
 |autor=&lt;br /&gt;
 |url=https://www.cia.gov/static/eb2a597a1af439815b52e9b7ab190daa/Last-Days-of-Kaltenbrunner.pdf&lt;br /&gt;
 |titel= The Last Days of Ernst Kaltenbrunner&lt;br /&gt;
 |titelerg=&lt;br /&gt;
 |werk=cia.gov&lt;br /&gt;
 |datum=1993-09-22&lt;br /&gt;
 |seiten=&lt;br /&gt;
 |format=PDF&lt;br /&gt;
 |sprache=en&lt;br /&gt;
 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20220625231637/https://www.cia.gov/static/eb2a597a1af439815b52e9b7ab190daa/Last-Days-of-Kaltenbrunner.pdf&lt;br /&gt;
 |archiv-datum=&lt;br /&gt;
 |abruf=2024-12-15&lt;br /&gt;
}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur&lt;br /&gt;
 | Hrsg=Ulrich Schlie und Stephanie Salzmann&lt;br /&gt;
 | Titel=Spione, Schwindler, Schatzsucher. Kriegsende im Ausseerland 1945&lt;br /&gt;
 | Auflage=&lt;br /&gt;
 | Verlag= Ausseer Kammerhofmuseum&lt;br /&gt;
 | Ort=&lt;br /&gt;
 | Datum=2014&lt;br /&gt;
 | ISBN= 	978-3-00-043493-8 &lt;br /&gt;
 | Seiten=&lt;br /&gt;
}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur&lt;br /&gt;
 | Autor=Robert E. Matteson&lt;br /&gt;
 | Titel=The Capture and the Last Days of SS General Ernst Kaltenbrunner&lt;br /&gt;
 | Auflage=&lt;br /&gt;
 | Verlag=&lt;br /&gt;
 | Ort=&lt;br /&gt;
 | Datum=1993&lt;br /&gt;
 | OCLC=28689953&lt;br /&gt;
 | Seiten=&lt;br /&gt;
}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beim Verhör gaben zwei der vier Männer „sofort zu, SS-Wachen zu sein, aber behaupteten, keine Verbindung mit Kaltenbrunner zu haben. Und Kaltenbrunner und Scheidler weigerten sich, ihre Identität preiszugeben, obwohl an der des Erstgenannten kein Zweifel bestand.... Um halb zwölf mittags waren wir wieder zurück in Altaussee. Dort hatte es sich bereits herumgesprochen, dass eine Bergpatrouille zurückkäme: Eine Menschenmenge hatte sich auf der Dorfstraße versammelt. Als wir am [[Franz Josef zu Hohenlohe-Schillingsfürst|Prinzen Hohenlohe]] vorbeiliefen, bemerkte dieser: ,Ich sehe, Sie haben Kaltenbrunner also gefunden’, und gleichzeitig brachen Gisela und Iris (Scheidlers Frau) aus der Menschenmenge aus, liefen auf uns zu und fielen ihren Männern um den Hals. Kaltenbrunner und Scheidler mussten nun ihre Masken fallen lassen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ulrich Schlie |url=https://www.tagesspiegel.de/kultur/jagd-auf-kaltenbrunner-7024684.html |titel=Jagd auf Kaltenbrunner |werk=[[Tagesspiegel]] online mit R. Mattesons Bericht aus dem Amerikanischen übersetzt von Stephanie Salzmann |datum=2011-05-08 |sprache=de |abruf=2025-04-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verurteilung in Nürnberg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ernst Kaltebrunner in Nurnberg.jpg|mini|hochkant|Kaltenbrunner während des Nürnberger Prozesses]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ernst-Kaltenbrunner-72-916.jpg|mini|hochkant|Ernst Kaltenbrunner im Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozess]]&lt;br /&gt;
Nach seiner Festnahme wurde Kaltenbrunner zum Verhör zunächst nach [[Vereinigtes Königreich|England]] und im Anschluss daran nach [[Nürnberg]] gebracht, wo er vor das [[Internationaler Militärgerichtshof|Internationale Militärtribunal (IMT)]] gestellt werden sollte. Dort sprach er von Misshandlungen in der englischen Haft und wirkte wie ein gebrochener Mann. Als man ihm die Anklageschrift überreichte (Anklage wegen [[Verbrechen gegen die Menschlichkeit]] und [[Kriegsverbrechen]]), begann er zu weinen. Nach kurzer Zeit jedoch verwandelte sich Kaltenbrunner in einen Mann, der mit allen Mitteln um sein Leben kämpfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des Prozesses beobachtete und untersuchte der amerikanische Gerichtspsychologe [[Gustave M. Gilbert]] die Angeklagten in ihren Zellen und bat sie, nachdem ihnen die Anklageschrift vorgelegt worden war, ihre Gedanken als Notizen an den Rand zu schreiben. Dies sollte ihren Charakter am besten wiedergeben. Die Notiz Kaltenbrunners, der in den Punkten 1, 3 und 4, also Verschwörung, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und allgemeine Kriegsverbrechen ([[Deportation#Deportationen während des Nationalsozialismus|Deportation]], [[Massenmord|Mord]] und [[Misshandlung]], [[Plünderung]]) angeklagt war, lautete:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ich fühle mich nicht schuldig an irgendwelchen Kriegsverbrechen, ich habe nur meine Pflicht als Sicherheitsorgan getan und weigere mich, als Ersatz für Himmler zu dienen.}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Application for approval of the witness Rudolf Höß (26.03.1946) 1of2.jpg|mini|links|hochkant=0.8|Antrag vom März 1946 [[Rudolf Höß]] als Entlastungszeuge für Ernst Kaltenbrunner zuzulassen]]&lt;br /&gt;
Auf der Anklagebank nahm Kaltenbrunner infolge einer [[Subarachnoidalblutung]] erst drei Tage nach den anderen Angeklagten Platz.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert E. Conot: [[iarchive:justiceatnurembe00cono/page/96/mode/2up|&amp;#039;&amp;#039;Justice at Nuremberg&amp;#039;&amp;#039;]]. Carroll &amp;amp; Graf Publishers, New York 2000, ISBN 978-0-88184-032-2, S. 96.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er galt bei seinen Mitangeklagten neben [[Joachim von Ribbentrop]] und [[Julius Streicher]] als einer der unbeliebtesten,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Telford_Taylor]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Nürnberger Prozesse&amp;#039;&amp;#039;. ISBN 3-453-09130-2, S. 411.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit dem niemand etwas zu tun haben wollte. Kaltenbrunners Verteidigungsstrategie bestand im Wesentlichen darin, jegliche Beteiligung an Verbrechen zu leugnen und zu behaupten, mit Exekutivämtern, wie der [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]], nichts zu tun gehabt zu haben. Er sei eher eine Art Geheimdienstbeauftragter mit ausschließlich repräsentativen Aufgaben gewesen. Notfalls leugnete er sogar seine eigene Unterschrift auf belastenden Dokumenten, die ihm von seinem Ankläger vorgehalten wurden. Der Ankläger [[John Amen]] schaffte es jedoch, diese Strategie des konsequenten Leugnens im Kreuzverhör geschickt zu durchbrechen. Konfrontiert mit dem Vorhalt, er habe gegen Kriegsende den Einsatz Ungarischer Jüdinnen zur Zwangsarbeit in Wien gesteuert und dazu entsprechende Korrespondenzen mit dem damaligen Wiener Bürgermeister [[Hanns Blaschke|Blaschke]] geführt, stritt Kaltenbrunner dies ab. Als Amen einen entsprechenden Brief Kaltenbrunners an Blaschke vorlegte, worin dieser eine Zuteilung von Zwangsarbeitern zugesagt hatte, verstieg sich Kaltenbrunner in die fadenscheinige Erklärung, ein Untergebener im Amt hätte seinen Unterschriftenstempel verwendet, was jedoch deshalb unplausibel war, weil Kaltenbrunner in der Grußformel des Briefes – abweichend von der üblichen Praxis – „[[Du (Personalpronomen)|Dein]]“ statt „Ihr“ verwendet hatte, da er sich mit Blaschke [[Pronominale Anredeform|duzte]]. Diesen Widerspruch nahm Amen zum Anlass, Kaltenbrunner zu fragen, ob es nicht plausibler sei, dass Kaltenbrunner über diese Unterschrift lüge so wie er bisher in fast allen Aussagen vor diesem Gericht gelogen habe, woraufhin sich der überführt scheinende Kaltenbrunner in Rage redete.&amp;lt;ref&amp;gt;Kreuzverhör vom 12./13. April 1946 in Nürnberg&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch seine Rolle beim [[Warschauer Aufstand]] und bei der [[Slowakischer Nationalaufstand|Okkupation der Slowakei]] bestritt Kaltenbrunner, wobei seine Strategie hauptsächlich darin lag, die von seinen ehemaligen Untergebenen abgegebenen [[Affidavit|Affidavits]] anhand von Details in Frage zu stellen, was ebenfalls wenig glaubhaft erschien. Kaltenbrunner hatte sich in den Tagen zuvor bei der Befragung durch seinen Verteidiger auch mehrfach in die Behauptung verstiegen, sich gegenüber Hitler persönlich gegen die schlechte Behandlung der Juden beschwert zu haben, was offenbar selbst seinem Verteidiger so absurd vorkam, dass dieser nicht weiter darauf einging. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Internationaler Militärgerichtshof|Internationale Militärgerichtshof]] in Nürnberg verurteilte Kaltenbrunner in seinem am 30. September und 1. Oktober 1946 verkündeten Urteil [[Todesstrafe|zum Tode]] durch den [[Erhängen|Strang]]. Das Urteil wurde am 16. Oktober 1946 um 1:38 Uhr im [[Zellengefängnis Nürnberg|Nürnberger Justizgefängnis]] [[Hinrichtung|vollstreckt]], nach 11 Minuten wurde sein Tod festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=6RFI0_imXWk |titel=Nuremberg Trial Radio (1946) Report on Executions |sprache=de |abruf=2022-01-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Einäscherung erfolgte am Morgen im [[Städtisches Krematorium München|Städtischen Krematorium]] auf dem [[Ostfriedhof (München)|Münchner Ostfriedhof]]. Die Asche wurde in den [[Wenzbach (München)|Wenzbach]], einen Zufluss der [[Isar]], gestreut.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel|ID=39916258|Autor=[[Thomas Darnstädt]]|Titel=Ein Glücksfall der Geschichte|Jahr=2005|Nr=14|Seiten=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Filme ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Siebzehn Augenblicke des Frühlings]]&amp;#039;&amp;#039; (UdSSR 1973, mit [[Michail Scharkowski]] in der Rolle Kaltenbrunners).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Geheimkommando Bumerang]]&amp;#039;&amp;#039; (TV-DDR 1966, Regie: [[Helmut Krätzig]], mit [[Kurt Müller-Reitzner]] in der Rolle Kaltenbrunners).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Ein Dorf wehrt sich]]&amp;#039;&amp;#039; (deutsch-österreichischer Spielfilm von [[Gabriela Zerhau]] 2019, mit [[Oliver Masucci]] in der Rolle Kaltenbrunners).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss]]&amp;#039;&amp;#039; (US-amerikanische [[Fernsehserie|TV-Mini-Serie]] von [[Marvin J. Chomsky]] 1978, mit [[Hans Meyer (Schauspieler)|Hans Meyer]] in der Rolle Kaltenbrunners).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Günter Cerwinka]]: &amp;#039;&amp;#039;Ernst Kaltenbrunner und Südtirol. Zur Gründung einer italienischen Studentengruppe im Jahre 1923 in Graz.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Historischer Verein für Steiermark]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Blätter für Heimatkunde (Steiermark)|Blätter für Heimatkunde]].&amp;#039;&amp;#039; 50. Jahrgang, Nr. 4, Graz 1976, {{ISSN|0006-4459}}, S.&amp;amp;nbsp;173–178 ([https://www.historischerverein-stmk.at/wp-content/uploads/B_Jg50_G%C3%BCnter-CERWINKA-Ernst-Kaltenbrunner-und-S%C3%BCdtirol.pdf historischerverein-stmk.at]).&lt;br /&gt;
* Matthias Gafke: Heydrichs Ostmärker. Das österreichische Führungspersonal der Sicherheitspolizei und des SD 1939–1945. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2015, ISBN 978-3-534-26465-0, S. 225ff.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Graf: &amp;#039;&amp;#039;Österreichische SS-Generäle. Himmlers verlässliche Vasallen&amp;#039;&amp;#039;. Hermagoras-Verlag, Klagenfurt / Ljubljana / Wien 2012, ISBN 978-3-7086-0578-4, S. 231–242.&lt;br /&gt;
* Herbert Kraus (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Urteil von Nürnberg 1946.&amp;#039;&amp;#039; dtv, Reihe: Dokumente, 8. München 1961, häufige Neuaufl., 1996, ISBN 3-423-02902-1; 6. Auflage 2005, ISBN 3-423-34203-X. Diese Ausgabe online lesbar bei Internet-Buchhandel.&lt;br /&gt;
* Peter Black: &amp;#039;&amp;#039;Ernst Kaltenbrunner – Vasall Himmlers. Eine SS-Karriere&amp;#039;&amp;#039;. Schöningh, Paderborn 1991, ISBN 3-506-77483-2.&lt;br /&gt;
* Peter Black: &amp;#039;&amp;#039;Ernst Kaltenbrunner – Der Nachfolger Heydrichs&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Ronald Smelser]], [[Enrico Syring]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die SS: Elite unter dem Totenkopf.30 Lebensläufe.&amp;#039;&amp;#039; Schöningh, Paderborn 2000, ISBN 3-506-78562-1, S. 289ff. (2. Auflage 2003, Schöningh, Paderborn).&lt;br /&gt;
* SS&amp;#039;&amp;#039;-Obergruppenfuehrer Ernst Kaltenbrunner Chef des Reichs-Sicherheits-Hauptamtes RSHA in Berlin 1943–1945: eine dokumentarische Sammlung von SS-Dokumenten&amp;#039;&amp;#039;. Zusammengestellt von Tuviah Friedman. Institute of Documentation in Israel, Haifa: Inst. of Documentation in Israel, 1995.&lt;br /&gt;
* [[Michael Wildt]]: &amp;#039;&amp;#039;Generation des Unbedingten. Das Führungskorps des Reichssicherheitshauptamtes&amp;#039;&amp;#039;. Hamburger Edition, Hamburg 2002, ISBN 3-930908-75-1 (Hannover, Universität, Habilitationsschrift 2001).&lt;br /&gt;
* {{NDB|11|72|73|Kaltenbrunner, Ernst|Heinz Boberach|119017202}}&lt;br /&gt;
* {{ÖBL|3|202|203|Kaltenbrunner Ernst|}}&lt;br /&gt;
* Robert E. Matteson: &amp;#039;&amp;#039;The Capture and the Last Days of SS General Ernst Kaltenbrunner.&amp;#039;&amp;#039; St. Paul, Minnesota 1993.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|3=S}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119017202}}&lt;br /&gt;
* {{DHM-HdG|Bio=ernst-kaltenbrunner|Titel=Ernst Kaltenbrunner}}&lt;br /&gt;
* {{Austriaforum|AEIOU/Kaltenbrunner,_Ernst}}&lt;br /&gt;
* {{ReichstagDB|119017202}}&lt;br /&gt;
* [https://collections.ushmm.org/search/catalog/irn512456 Oral history interview with Robert E. Matteson] über die Verhaftung Kaltenbrunners 1945 (Juni 1982, Dauer 90 Minuten)&lt;br /&gt;
* [https://www.berliner-zeitung.de/ernst-kaltenbrunners-alpeninszenierung-des-endes-totes-gebirge-li.6762 Ernst Kaltenbrunners Alpeninszenierung des Endes: Totes Gebirge], In: [[Berliner Zeitung]], 23. April 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Kabinett Seyß-Inquart&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Landesregierung Seyß-Inquart&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Sicherheitsbehördenleiter von Wien&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Angeklagte im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119017202|LCCN=n83124394|VIAF=75148995924459751347}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kaltenbrunner, Ernst}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häftling im Anhaltelager Kaisersteinbruch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Obergruppenführer und General der Polizei]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Täter des Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Reichssicherheitshauptamt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SD-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatssekretär im Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Deutsches Reich, 1933–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Präsident der Interpol]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Polizeipräsident (Wien, Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS- und Polizeiführer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freikorps-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestapo-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker (Österreich im Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Nationalsozialismus (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Ungarns 1944–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jurist (Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsanwalt (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Burschenschafter (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Ritterkreuzes des Kriegsverdienstkreuzes (1939)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Universität Graz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Ried im Innkreis)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreicher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1903]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1946]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kaltenbrunner, Ernst&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Kaltenbrunner, Ernst Karl (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=österreichischer Politiker (NSDAP), MdR, SS-Mitglied, Kriegsverbrecher&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=4. Oktober 1903&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Ried im Innkreis]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=16. Oktober 1946&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Nürnberg]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SFfmL</name></author>
	</entry>
</feed>