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	<title>Ernst Gundolf - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ernst_Gundolf&amp;diff=2132004&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Kih94: /* Leben */</title>
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		<updated>2025-02-06T11:18:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Leben&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ernst Gundolf&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, eigentlich &amp;#039;&amp;#039;Ernst Gundelfinger&amp;#039;&amp;#039; (* [[24. Dezember]] [[1881]] in [[Darmstadt]]; † [[15. Mai]] [[1945]] in [[London]]), war ein deutscher Autor, Zeichner, Grafiker und Maler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Ernst Gundolf war ein Sohn des jüdischen Mathematikers [[Sigmund Gundelfinger]] (Professor an der Technischen Hochschule Darmstadt) und dessen Ehefrau Amalie, geb. Gunz (1857–1922), Tochter eines [[Augsburg]]er Großhändlers&amp;lt;ref&amp;gt;{{NDB|7|315|315|Gundelfinger, Sigmund|Otto Volk|116925574}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Germanist [[Friedrich Gundolf]] war sein älterer Bruder.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kreis&amp;quot;&amp;gt;Jürgen Egyptien: &amp;#039;&amp;#039;Gundolf, Ernst (i. e. Gundelfinger).&amp;#039;&amp;#039; In: Achim Aurnhammer, Wolfgang Braungart, Stefan Breuer, Ute Oelmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Stefan George und sein Kreis.&amp;#039;&amp;#039; Band 3. De Gruyter, Berlin 2012, S. 1399.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Besuch des [[Ludwig-Georgs-Gymnasium]]s in seiner Geburtsstadt Darmstadt begann Ernst Gundolf ein Studium der Rechtswissenschaften, das er jedoch aus gesundheitlichen Gründen abbrach.&amp;lt;ref&amp;gt;{{LAGIS|ref=nein|DB=HBN|ID=116926716|titel=Gundolf, Ernst|datum=2021-04-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er litt unter [[Tuberkulose]] und besuchte in den Jahren ab 1902 regelmäßig Luftkurorte im Schweizer [[Sertig]]tal. Er beschäftigte sich als [[Privatgelehrter]], einen regulären Beruf ergriff er zeitlebens nicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;weisheitsrat&amp;quot;&amp;gt;Timo Kölling: {{Webarchiv | url=http://www.philosophia-online.de/mafo/heft2007-2/Koe_Gund.htm | wayback=20071211201629 | text=&amp;#039;&amp;#039;Weisheitsrat ohne Denkerstörung&amp;#039;&amp;#039;}}. &amp;#039;&amp;#039;Zu Ernst Gundolf: Werke. Aufsätze, Briefe, Gedichte; Zeichnungen und Bilder&amp;#039;&amp;#039;, Amsterdam 2006. In: &amp;#039;&amp;#039;Marburger Forum&amp;#039;&amp;#039; 8/2 (2007).&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Zuge des Ersten Weltkriegs wurde er 1916 eingezogen und als Büroschreiber in Belgien und Frankreich verwendet. Von 1925 bis 1936 führte er seine Kuraufenthalte im Sertigtal fort.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kreis&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gundolf hatte seinen Wohnsitz in Darmstadt. Wie sein Bruder gehörte er zum [[George-Kreis|Kreis]] um [[Stefan George]], wo er als „Weisheitsrat“ bzw. „Weisheitsbeirat“ galt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;weisheitsrat&amp;quot; /&amp;gt; Neben seinen Aufenthalten in der Schweiz reiste er auch mehrfach nach [[München]]. Dort bewegte er sich in den Kreisen um [[Alfred Kubin]] und [[Karl Wolfskehl]]. Er war auch mit den Berliner Malern [[Reinhold Lepsius|Reinhold]] und [[Sabine Lepsius]] befreundet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;akl&amp;quot;&amp;gt;{{AKL|65|501||Gundelfinger (Gundolf), Ernst|[[Michael Thimann]]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gundolf verfasste nur wenige Texte. Von besonderer Bedeutung ist sein Essay &amp;#039;&amp;#039;Die Philosophie [[Henri Bergson]]s&amp;#039;&amp;#039;. Er erschien 1912 im dritten &amp;#039;&amp;#039;[[Jahrbuch für die geistige Bewegung]]&amp;#039;&amp;#039; (Verlag der &amp;#039;&amp;#039;[[Blätter für die Kunst]]&amp;#039;&amp;#039;) und war eine der ersten Gesamtdarstellungen der Philosophie Henri Bergsons in deutscher Sprache. Als weiterer bedeutender Aufsatz von Gundolf gilt &amp;#039;&amp;#039;[[Nietzsche]] als Richter: Sein Amt&amp;#039;&amp;#039;. Er konnte nicht wie geplant im folgenden Jahrbuch erscheinen, da dieses nicht mehr verwirklicht wurde, sondern kam 1923 zusammen mit [[Kurt Hildebrandt]]s Band &amp;#039;&amp;#039;Nietzsche als Richter unserer Zeit&amp;#039;&amp;#039; heraus. In den Mittelpunkt beider Essays stellte Gundolf die Idee des „Allgemein-Menschlichen“, in der die Dichtung Georges ihre „theoretische Mitte“ findet, und die in der Antike in maßgeblichem Sinne verwirklicht gewesen sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;weisheitsrat&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als bildender Künstler war Gundolf Autodidakt. Ab ca. 1900 fertigte er fast täglich Federzeichnungen an, außerdem schuf er [[Radierung]]en und [[Pastellmalerei|Pastelle]]. Vier Jahrzehnte lang dienten ihm hauptsächlich Landschaften als Motiv, die in der Regel karg waren mit spärlichen Baumgruppen und stillen Gewässern. Seine Arbeiten zeigten Einflüsse des [[Jugendstil]]s. Künstler wie Kubin, [[Aubrey Beardsley]], [[Marcus Behmer]] und [[Melchior Lechter]] beeinflussten ihn.&amp;lt;ref name=&amp;quot;akl&amp;quot; /&amp;gt; Ästhetisch orientierte er sich insbesondere an der chinesischen Zeichenkunst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kreis&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ernst Gundolf – Fortunat.jpg|mini|hochkant|Von Ernst Gundolf gestaltetes Titelbild des Gedichtbandes &amp;#039;&amp;#039;Fortunat&amp;#039;&amp;#039; (1903)]]&lt;br /&gt;
Gundolf verschenkte seine Werke häufig im Freundeskreis und zeigte nur wenig Interesse daran, mit ihnen an die Öffentlichkeit zu treten und Ausstellungen zu beschicken. 1928 hatte er jedoch eine Einzelausstellung in der [[Kunsthalle Mannheim]]. Für Bücher des George-Kreises gestaltete er Titelbilder und Einbände (u.&amp;amp;nbsp;a. &amp;#039;&amp;#039;Fortunat&amp;#039;&amp;#039; von Friedrich Gundolf, 1903, und &amp;#039;&amp;#039;Kaiser Friedrich der Zweite&amp;#039;&amp;#039; von [[Ernst Kantorowicz]], 1927). Der Verlag der &amp;#039;&amp;#039;Blätter für die Kunst&amp;#039;&amp;#039; brachte 1905 zwölf seiner Zeichnungen heraus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;akl&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Reichspogromnacht]] wurde Gundolf verhaftet und kurzzeitig im [[KZ Buchenwald]] interniert. Auf Drängen seiner Freunde verließ er kurz vor Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] Deutschland und emigrierte 1939 nach London. Seine langjährige enge Freundin bzw. Lebensgefährtin&amp;lt;ref name=&amp;quot;weisheitsrat&amp;quot; /&amp;gt;, die Darmstädter Lehrerin Else Kühner (1870–1957),&amp;lt;ref&amp;gt;Gunilla Eschenbach, [[Helmuth Mojem]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Friedrich Gundolf – Elisabeth Salomon: Briefwechsel (1914–1931).&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin 2015, ISBN 978-3-11-022546-4, S. 49 ([https://books.google.de/books?id=o5NlCwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA49 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; blieb zurück. Im Exil lebte Gundolf trotz einiger neuer Bekanntschaften zu anderen Deutschen, mit denen er zusammen las und übersetzte, relativ isoliert und in Einsamkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kreis&amp;quot; /&amp;gt; In seinen letzten Lebensjahren schrieb er nicht mehr, blieb aber weiterhin künstlerisch tätig. Seine Arbeiten entwickelten sich zu dieser Zeit von Landschaften hin zu abstrakten Strichgebilden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;akl&amp;quot; /&amp;gt; Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erkrankte er und starb in London.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werke von Gundolf wurden in die Kupferstichkabinette Berlin und Dresden aufgenommen, die Mannheimer Grafische Sammlung und Kunsthalle, das Institute of Germanic Studies in London und das Stefan-George-Archiv der [[Württembergische Landesbibliothek|Württembergischen Landesbibliothek]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;akl&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ernst Gundolf: Werke. Aufsätze, Briefe, Gedichte; Zeichnungen und Bilder.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben, eingeleitet und kommentiert von [[Jürgen Egyptien]]. Mit einem Beitrag von [[Michael Thimann]]. Castrum Peregrini Press, Amsterdam 2006, ISBN 978-3-8353-0376-8.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Nietzsche als Richter – Sein Amt.&amp;#039;&amp;#039; In: Ernst Gundolf, [[Kurt Hildebrandt]]: &amp;#039;&amp;#039;Nietzsche als Richter unserer Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Hirt, Breslau 1923.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{AKL|65|501||Gundelfinger (Gundolf), Ernst|[[Michael Thimann]]}}&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Egyptien]]: &amp;#039;&amp;#039;Gundolf, Ernst (i. e. Gundelfinger).&amp;#039;&amp;#039; In: [[Achim Aurnhammer]], [[Wolfgang Braungart]], [[Stefan Breuer]], Ute Oelmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Stefan George und sein Kreis: Ein Handbuch.&amp;#039;&amp;#039; Band 3. De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-018461-7, S. 1399f ([https://books.google.de/books?id=PFjnBQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA1399 online]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|116926716}}&lt;br /&gt;
* [[Timo Kölling]]: {{Webarchiv | url=http://www.philosophia-online.de/mafo/heft2007-2/Koe_Gund.htm | wayback=20071211201629 | text=&amp;#039;&amp;#039;Weisheitsrat ohne Denkerstörung&amp;#039;&amp;#039;}}. &amp;#039;&amp;#039;Zu Ernst Gundolf: Werke. Aufsätze, Briefe, Gedichte; Zeichnungen und Bilder&amp;#039;&amp;#039;, Amsterdam 2006. In: &amp;#039;&amp;#039;Marburger Forum&amp;#039;&amp;#039; 8/2 (2007).&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|ref=nein|DB=HBN|ID=116926716|titel=Gundolf, Ernst|datum=2021-04-15}}&lt;br /&gt;
* [https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/geburtstagsbriefe-an-george/items/show/37 Fotografie von Ernst Gundolf] im Stefan-George-Archiv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=116926716|LCCN=nb2007019604|VIAF=42601678}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Gundolf, Ernst}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeichner (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häftling im KZ Buchenwald]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1881]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Gundolf, Ernst&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Gundelfinger, Ernst (wirklicher Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Autor und Zeichner&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=24. Dezember 1881&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Darmstadt]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=15. Mai 1945&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[London]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Kih94</name></author>
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