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	<title>Ernst Emsheimer - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Bertramz: + lit, 1 satz</title>
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		<updated>2024-07-25T18:43:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;+ lit, 1 satz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ernst Emsheimer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[15. Januar]] [[1904]] in [[Frankfurt am Main]]; † [[12. Juni]] [[1989]] in [[Stockholm]]) war ein [[Schweden|schwedischer]] [[Musikwissenschaft]]ler [[Deutschland|deutscher]] Herkunft, der vor allem als [[Musikethnologie|Musikethnologe]] und [[Musikinstrumentenkunde|Organologe]] hervorgetreten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Frühe Jahre ===&lt;br /&gt;
Emsheimer wuchs in einer bürgerlichen [[Judentum|jüdischen]] Familie in Frankfurt am Main auf. Seine Eltern waren den Künsten gegenüber aufgeschlossen, wenn der Vater sich später auch gegen ein musikalisches Studium des Sohnes und für eine traditionellere Berufslaufbahn als Jurist oder Volkswirt aussprach. Emsheimer erhielt Unterweisung in Klavierspiel und [[Musiktheorie]] von [[Bernhard Sekles]] am [[Dr. Hoch’s Konservatorium|Hoch’schen Konservatorium]], wo [[Theodor W. Adorno]] einer seiner Mitschüler war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend begann Emsheimer ein Studium der Musiktheorie und Musikwissenschaften, zunächst an der [[Universität Heidelberg]], dann 1924 bei [[Guido Adler (Musikwissenschaftler)|Guido Adler]] und [[Wilhelm Fischer (Musikwissenschaftler)|Wilhelm Fischer]] an der [[Universität Wien]] und schließlich bei [[Willibald Gurlitt]] an der [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg|Universität Freiburg]]. Gurlitt erweckte Emsheimers Interesse an der historischen Instrumentenkunde. Er wurde 1927 in Freiburg mit einer Arbeit über den [[Barockmusik|Barockkomponisten]] [[Johann Ulrich Steigleder]] [[Promotion (Doktor)|promoviert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits Emsheimers frühe musikwissenschaftliche Interessen waren weitgefächert. So schrieb er 1931 im Anschluss an eine Studienreise nach [[Paris]] einen Bericht über die [[Jazz]]musik, die er in der französischen Hauptstadt entdeckt hatte. Die Machtübernahme der [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] in Deutschland voraussehend, emigrierte er 1932 mit seiner späteren Frau Mia in die [[Sowjetunion]]. Von 1932 bis 1937 war er Assistent an der [[Russische Akademie der Wissenschaften|Akademie der Wissenschaften der UdSSR]] in [[Sankt Petersburg|Leningrad]] und arbeitete im [[Schallarchiv]] des Ethnografischen Museums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Zeit entwickelte sich sein Interesse an außereuropäischen musikalischen Traditionen. 1936 nahm er mit seiner Frau an einer ausgedehnten Expedition in den [[Kaukasus]] teil, bei der er umfangreiches Material zur [[Osseten|ossetischen]] und [[Georgier|georgischen]] [[Volksmusik]] sammelte, das er in der ihm verbleibenden Zeit in der Sowjetunion aber nicht mehr auswerten konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In Schweden ===&lt;br /&gt;
1937 verließ Emsheimer die Sowjetunion und folgte seiner Frau, die ein Jahr zuvor nach Schweden gegangen war. In [[Stockholm]] musste er sich mit einer schlechtbezahlten Arbeit als [[Archivar]] im [[Ethnografisches Museum Stockholm|Ethnografischen Museum]] zufriedengeben. Die Stellung ermöglichte es ihm aber, Materialien zu studieren, die bei der von [[Sven Hedin]] geleiteten [[Chinesisch-Schwedische Expedition|Chinesisch-Schwedischen Expedition]] (1927–1935) von dem [[Ethnografie|Ethnografen]] [[Henning Haslund-Christensen]] gesammelt worden waren. Dazu zählten Transkriptionen mongolischer Musik. Um seine Kenntnisse in dem neuen Forschungsschwerpunkt zu vertiefen, nahm Emsheimer Kontakt mit führenden schwedischen und dänischen Ethnologen auf. Die Ergebnisse seiner jahrelangen Forschungen veröffentlichte er 1943 in einer methodologisch wegweisenden Studie über [[Mongolen|mongolische]] Musik und [[Musikinstrument]]e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] stand Emsheimer in Kontakt mit prominenten Emigranten aus dem [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] Deutschland, darunter [[Wolfgang Steinitz]] und [[Peter Weiss]], und war Gründungsmitglied des [[Freier Deutscher Kulturbund|Freien Deutschen Kulturbundes]] in Schweden.&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Hamacher unter Mitarbeit von André Lohmar, Herbert Mayer, Günter Wehner und Harald Wittstock: &amp;#039;&amp;#039;Gegen Hitler. Deutsche in der Résistance, in den Streitkräften der Antihitlerkoalition und der Bewegung »Freies Deutschland«, Kurzbiografien.&amp;#039;&amp;#039; Karl Dietz Verlag Berlin 2005, ISBN 3-320-02941-X {{Webarchiv|url=http://www.rosalux.de/cms/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Manuskripte_53_2.pdf |wayback=20071005143724 |text=online}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine akademische Karriere war für den jüdischen Immigranten faktisch kaum möglich, aber mit Unterstützung des Musikwissenschaftlers [[Carl-Allan Moberg]] gelang es Emsheimer im Jahr 1949 schließlich, [[Kurator (Museum)|Kurator]] des Museums für Musikgeschichte (heute [[Musikmuseet]]) zu werden, eine Stellung, die er bis 1973 innehatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz anfänglich schwieriger Umstände und unzulänglicher finanzieller Ausstattung gelang es ihm in dieser Zeit, das Museum zu einem international führenden seiner Art zu machen. Er kaufte historische Exponate an, organisierte vielbeachtete Ausstellungen und veranstaltete Konzerte mit historischen Musikinstrumenten, beispielsweise aus dem [[Mittelalter]] und der [[Renaissance]], bei denen bekannte Musiker auftraten und führende Musikwissenschaftler Einführungen gaben. Emsheimer beriet den Regisseur [[Ingmar Bergman]] bei der Auswahl der Musik für den Film &amp;#039;&amp;#039;[[Das siebente Siegel]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Det sjunde inseglet&amp;#039;&amp;#039;, 1957), der im Mittelalter spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emsheimer unternahm weiterhin internationale Forschungsreisen. Sein besonderes Interesse galt in der Nachkriegszeit der [[Polyphonie]] in der [[Eurasien|eurasischen]] Volksmusik, insbesondere der georgischen. 1959 unternahm er eine Forschungsreise zu den [[Albaner]]n in [[Jugoslawien]].&amp;lt;ref&amp;gt;Zur Polyphonie in der europäischen Volksmusik einschließlich der albanischen [[Iso-Polyphonie]] vgl. Ernst Emsheimer: &amp;#039;&amp;#039;Some remarks of European folk polyphony.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the International Folk Music Council,&amp;#039;&amp;#039; Band 16, 1964, S. 43–46.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Studienschwerpunkt lag in der kultischen Funktion von Instrumenten, beispielsweise [[Maultrommel]]n in [[Sibirien]] und Zentralasien. Er veröffentlichte auch eine Untersuchung zu den Kultgesängen der [[Samen (Volk)|Samen]]. Er war Mitbegründer der Reihe &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Europäischen Volksinstrumente&amp;#039;&amp;#039; und initiierte die seit 1969 erscheinenden &amp;#039;&amp;#039;Studia Instrumentorum Musicae Popularis&amp;#039;&amp;#039;, gewidmet der Erforschung europäischer und nichteuropäischer Musikinstrumente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Ruhestand ab 1973 war Emsheimer weiterhin wissenschaftlich tätig und veröffentlichte Arbeiten zur Organologie, [[Prähistorische Musikinstrumente|Musikarchäologie]] und zur historischen Volksmusikforschung. Er betrieb nach wie vor Feldforschung in verschiedenen Regionen der Welt. Unter anderem führten ihn Reisen zu [[Berber]]gruppen des [[Atlas (Gebirge)|Atlas]] (1973) und zu den [[Bedscha (Volk)|Bedscha]] im [[Sudan]] (1980).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ernst Emsheimer starb im Juni 1989 im Alter von 85 Jahren an den Folgen mehrerer [[Schlaganfall|Schlaganfälle]]. Seine Frau war bereits 1984 gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Johann Ulrich Steigleder]]. Sein Leben und seine Werke. Ein Beitrag zur Geschichte der süddeutschen Orgelkomposition.&amp;#039;&amp;#039; Bärenreiter-Verlag, Kassel 1928 (Dissertation).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Gesellschaftsmusik im Großstadtzentrum Frankreichs.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Musik und Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; Jg.&amp;amp;nbsp;1, Heft&amp;amp;nbsp;7, 1931. Wiederabdruck in: Annette Hauber u.&amp;amp;nbsp;a. (Bearb.):&amp;#039;&amp;#039; That&amp;#039;s jazz. Der Sound des 20. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Institut Mathildenhöhe, Darmstadt 1988, S.&amp;amp;nbsp;333–334,&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Preliminary Remarks on Mongolian Music and Instruments. Music of Eastern Mongolia.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Reports from the Scientific Expedition to the North-Western Provinces of China under the Leadership of Dr.&amp;amp;nbsp;Sven Hedin ([[Chinesisch-Schwedische Expedition|The Sino-Swedish Expedition]]).&amp;#039;&amp;#039; Publikation&amp;amp;nbsp;21, VIII., &amp;#039;&amp;#039;Ethnography&amp;#039;&amp;#039;. Vol.&amp;amp;nbsp;4,&amp;#039;&amp;#039; The Music of the Mongols&amp;#039;&amp;#039;. Stockholm 1943, P.&amp;amp;nbsp;1, S.&amp;amp;nbsp;69–100, 1–97.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Studia ethnomusicologica eurasiatica.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;1. Musikmuseet, Stockholm 1964 (gesammelte Aufsätze 1941–1961).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Studia ethnomusicologica eurasiatica.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;2. Musikmuseet, Stockholm 1991 (gesammelte Aufsätze 1964–1988).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* John Bergsagel, Henrik Karlsson: &amp;#039;&amp;#039;Emsheimer, Ernst.&amp;#039;&amp;#039; . In: Laurence Libin (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Grove Dictionary of Musical Instruments.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Oxford University Press, Oxford/New York 2014, S. 214.&lt;br /&gt;
* Gustaf Hilleström (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Studia instrumentorum musicae popularis III.&amp;#039;&amp;#039; (Musikhistoriska museets skrifter 5. Festschrift für Ernst Emsheimer.) Musikhistoriska museet, Stockholm 1974&lt;br /&gt;
* Jan Ling: &amp;#039;&amp;#039;In Memoriam. Ernst Emsheimer (1904–1989).&amp;#039;&amp;#039; In:&amp;#039;&amp;#039; Ethnomusicology.&amp;#039;&amp;#039; Jg.&amp;amp;nbsp;34, Nr.&amp;amp;nbsp;3, 1990, {{ISSN|0014-1836}}, S.&amp;amp;nbsp;425–428.&lt;br /&gt;
* Albrecht Schneider: &amp;#039;&amp;#039;In Memoriam Ernst Emsheimer (1904–1989).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch für Volksliedforschung.&amp;#039;&amp;#039; 35.&amp;amp;nbsp;Jg., 1990, {{ISSN|0075-2789}}, S.&amp;amp;nbsp;110–113.&lt;br /&gt;
* Amnon Shiloah: &amp;#039;&amp;#039;Emsheimer, Ernst.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Encyclopaedia Judaica]]&amp;#039;&amp;#039;. 2nd Edition. Macmillan, Detroit u.&amp;amp;nbsp;a. 2007. Band&amp;amp;nbsp;6, S.&amp;amp;nbsp;398.&lt;br /&gt;
* Svetlana Tantscher: [https://musikwissenschaft.univie.ac.at/zur-geschichte-des-instituts/doktorandeninitiative-2015/svetlana-tantscher/ &amp;#039;&amp;#039;Ernst Emsheimer: Ein wissenschaftlicher Wanderer im Schatten politischer Ideologien:&amp;#039;&amp;#039;] Institut für Musikwissenschaft, Universität Wien, 2015&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|134236866}}&lt;br /&gt;
* Tobias Knickmann: [https://www.lexm.uni-hamburg.de/object/lexm_lexmperson_00002708 &amp;#039;&amp;#039;Ernst Emsheimer.&amp;#039;&amp;#039;] In: Peter Petersen, [[Claudia Maurer Zenck]], Peter Petersen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Universität Hamburg, 2013.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=134236866|LCCN=n/83/180991|VIAF=113253075}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Emsheimer, Ernst}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musikinstrumentenkundler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musikethnologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Bewegung Freies Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Gemeinde Stockholm)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwede]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1904]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1989]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Emsheimer, Ernst&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=schwedischer Musikwissenschaftler&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=15. Januar 1904&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Frankfurt am Main]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=12. Juni 1989&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Stockholm]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bertramz</name></author>
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