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	<title>Ernst Biberstein - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Ernst Biberstein at the Nuremberg Trials.PNG|mini|Ernst Biberstein beim Einsatzgruppen-Prozess]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ernst Emil Heinrich Biberstein&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[15. Februar]] [[1899]] in [[Hilchenbach]] als &amp;#039;&amp;#039;Ernst Szymanowski&amp;#039;&amp;#039;; † [[8. Dezember]] [[1986]] in [[Neumünster]]) war ein evangelischer [[Pastor]], Mitglied der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]], [[SS-Obersturmbannführer]] und Chef des Einsatzkommandos 6 der [[Einsatzgruppe C]] in [[Rostow am Don|Rostow]], [[Sowjetunion]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Ernst Szymanowski war der Sohn eines Bahnbeamten. Nach der Geburt 1899 blieb er mit seiner Familie rund zwei Jahre im Siegerland bis zum 30. April 1901. Die Familie verzog 1906 nach [[Neumünster]] in [[Schleswig-Holstein]], wo er 1917 das [[Abitur]] ablegte. Anschließend studierte er von 1917 bis 1922 [[evangelische Theologie]] an der [[Universität Kiel]], unterbrochen vom Wehrdienst 1917 bis 1919 als einfacher Soldat. Das Studium erfolgte schnellstmöglich, auch weil die Mittel fehlten. Nach dem Vikariat folgte 1924 die erste Pfarrstelle in [[Kating]] auf [[Eiderstedt]]. 1927 wechselte er auf eine Pastorenstelle in [[Kaltenkirchen]]. Er nannte sich selbst „SA-Pastor“, führte Feldgottesdienste, Fahnenweihen etc. durch und beteiligte sich so am Aufbau der [[NSDAP]] in Ort und Kreis. Im Oktober 1933 amtierte er für einige Wochen als kommissarischer [[Propst]] von Neumünster, konnte sich aber nicht halten. Von November 1933 bis August 1935 war er Kirchenpropst von [[Bad Segeberg|Segeberg]], auf Einfluss der lokalen NS-Größen hin, während konservative Kirchenkreise ihn als sozialen Außenseiter ablehnten, weil er nicht aus einer Pastorenfamilie kam. Unter dem Talar trug er oft die SA-Uniform. Mit der Gründung der [[Deutsche Christen|Deutschen Christen]] war er bei dieser Gruppe organisiert, ebenso wie im antisemitischen [[Bund für Deutsche Kirche]] von Pastor [[Friedrich Andersen]]. Für das Lübecker Bischofsamt bewarb er sich 1934 ohne Erfolg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits zum 19. Juli 1926 trat Szymanowski als einer der ersten Pastoren in die [[NSDAP]] ein ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 40.718);&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/2841333&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ns-archiv.de/einsatzgruppen/biberstein/eidesstattliche-erklaerung.php Eidesstattliche Erklärung Bibersteins 1947]&amp;lt;/ref&amp;gt; 1934 wurde er Kreisschulungsleiter der NSDAP.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee47&amp;quot;&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945&amp;#039;&amp;#039;. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, S. 47.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kampf mit der [[Bekennende Kirche|Bekennenden Kirche]] polarisierte er durch die Ablehnung des Alten Testaments und eine [[Neopaganismus|neuheidnische]] Konfirmation. Gauleiter [[Hinrich Lohse]] empfahl ihn nach Berlin, wohl um die Lage zu beruhigen. Ab 1935 machte er dort Parteikarriere, wurde Oberregierungsrat im [[Reichsministerium für die Kirchlichen Angelegenheiten|Reichskirchenministerium]] (RKM) und trat 1936 als [[SS-Untersturmführer]] in den [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|SD]] der [[Schutzstaffel|SS]] ein (SS-Nummer 272.692). Im RKM wurde ihm aber wegen Unfähigkeit die Arbeit weitgehend entzogen, während der SD mit seinen Spitzelberichten zufrieden war. Es folgten Beförderungen zum [[SS-Obersturmführer]], [[SS-Hauptsturmführer]] und 1939 zum [[SS-Sturmbannführer]]. 1938 trat Szymanowski aus der Kirche aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee47&amp;quot; /&amp;gt; Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] diente er von März bis Oktober 1940 beim [[Westfeldzug|deutschen Angriff im Westen]] als einfacher Soldat in einem Landesschützenbataillon. Durch den Einfluss des Referatsleiters [[Albert Hartl]] wurde er in das [[Reichssicherheitshauptamt|RSHA]] versetzt, wo er erst ein halbes Jahr hospitierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 1. Juni 1941 wurde er Chef der [[Geheime Staatspolizei|Gestapostelle]] [[Oppeln]]. In seiner Verantwortung lag die Deportation der dortigen Juden und das Vorgehen gegen widerspenstige Priester. Im selben Jahr änderte er seinen Familiennamen von Szymanowski in den angeblich ursprünglichen Namen Biberstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1942 wurde Biberstein als Führer des Einsatzkommandos 6 der [[Einsatzgruppe C]] nach [[Kiew]] im [[Reichskommissariat Ukraine]] abkommandiert. Bis 1943 befehligte er dort die Ermordung von 2000 bis 3000 Menschen, überwiegend [[Juden]]. Diese Zahl gab er selbst in einer eidesstattlichen Erklärung vor dem [[Internationaler Militärgerichtsho|internationalen Militärgerichtshof]] im Rahmen der [[Nürnberger Prozesse]] an. In derselben Erklärung beschrieb er völlig emotionslos, wie er persönlich die Tötung von 50 bis 60 Menschen in einem [[Gaskammer (Massenmord)|Gaswagen]] beobachtet hatte. Weil er den Einsatz seines Einsatzkommandos im [[Partisanenkampf]] verzögert hatte, wurde er 1943 abberufen und für 13 Tage unter Arrest gestellt. Den Rest des Krieges verbrachte er als Wirtschaftsverwalter in [[Triest]], bevor er über Klagenfurt ins Reich zurückkehrte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nach 1945 ==&lt;br /&gt;
Wegen seiner Beteiligung an den Taten des Einsatzkommandos 6 wurde er im [[Einsatzgruppen-Prozess]] [[Todesstrafe|zum Tode verurteilt]]. Im Gegensatz zu anderen Verurteilten wurde er nicht [[Hinrichtung|hingerichtet]], sondern 1951 zu lebenslanger Haft begnadigt und am 9. Mai 1958 aus dem [[Kriegsverbrechergefängnis Landsberg]] entlassen. Maßgeblich dafür war der Einsatz der [[Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schleswig-Holstein|Evangelischen schleswig-holsteinischen Landeskirche]]. 1953 war er wieder in die Kirche aufgenommen worden, obwohl er durch lügnerische Angaben auffiel. Nach seiner Freilassung arbeitete er vorübergehend in der Kirchenverwaltung in Neumünster, bis er dort entlassen wurde. Danach fand er keine Anstellung im kirchlichen Bereich mehr und arbeitete bis zum Rentenalter in wechselnden, schlecht bezahlten Stellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde [[Kaltenkirchen]] ([[Kreis Segeberg]]) erinnert durch eine im April 2015 aufgestellte Mahntafel im Gottesdienstraum an die Opfer des ehemaligen Pastors, der von 1927 bis 1933 an der Michaeliskirche predigte, wobei sein Name auf der Tafel nicht genannt wird. Die Gemeinde hatte bereits im Jahre 2009 den Druck einer kritischen Biografie über Ernst Biberstein mitfinanziert.&amp;lt;ref&amp;gt;Hamburger Abendblatt vom 17. April 2015, S. 12 sowie Regionalausgabe Norderstedt&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Hoch]]: &amp;#039;&amp;#039;Ernst Szymanowski-Biberstein. Die Spuren eines Kaltenkirchener Pastors&amp;#039;&amp;#039;. Wachholtz Verlag, Neumünster 2009, ISBN 978-3-529-05881-3.&lt;br /&gt;
* Stephan Linck: &amp;#039;&amp;#039;Ernst Szymanowski alias Biberstein. Ein Theologe auf Abwegen.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Klaus-Michael Mallmann]], Gerhard Paul (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Karrieren der Gewalt. Nationalsozialistische Täterbiographien.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004, ISBN 3-534-16654-X.&lt;br /&gt;
* Stephan Linck: &amp;#039;&amp;#039;Von der Kanzel ins Erschießungskommando. Der wechselvolle Werdegang des Ernst Szymanowski-Biberstein&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte&amp;#039;&amp;#039; 44 (Oktober 2004), S. 30–49 ([https://akens.org/akens/texte/info/44/Szymanowski_Linck.pdf online]).&lt;br /&gt;
* Stephan Linck: &amp;#039;&amp;#039;Die Unschuld der Schuldigen. Wie die evangelisch-lutherische Kirche Norddeutschlands nach 1945 mit der NS-Vergangenheit umging&amp;#039;&amp;#039;. In: Dorothea Wojtczak, Julia Enxing, Jutta Koslowski: &amp;#039;&amp;#039;Confessio. Schuld bekennen in Kirche und Öffentlichkeit&amp;#039;&amp;#039;. EVA, Leipzig 2018, S. 70–98.&lt;br /&gt;
*Ingrid Adams: &amp;#039;&amp;#039;Ernst Biberstein. Vom evangelischen Pfarrer zum SS-Verbrecher. Eine Biographie als Strukturanalyse der NS-Täterschaft&amp;#039;&amp;#039;, LIT-Verlag, Münster 2020. ISBN 978-3-643-14531-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://www.ns-archiv.de/einsatzgruppen/biberstein/eidesstattliche-erklaerung.php Bibersteins eidesstattliche Erklärung über seine Tätigkeit im Einsatzkommando 6]&lt;br /&gt;
* [http://www.ppr-hamburg.com/site/index/die-referenzen/reportagen/pastoren-unterm-hakenkreuz.php Pastoren unterm Hakenkreuz]&lt;br /&gt;
* [http://www.kirche-christen-juden.org/ausstellung/inhalt/stationen/station_10.html Website der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche]&lt;br /&gt;
* Rainer Hering, Rafael Pilsczek: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.zeit.de/2000/16/Heilige_Opfer_fuer_Hitler?page=all Heilige Opfer für Hitler. Der Fall Biberstein und die evangelische Kirche.]&amp;#039;&amp;#039; In: [[Die Zeit]], Nr. 16/2000.&lt;br /&gt;
* [[Institut für Zeitgeschichte]] München-Berlin: [https://www.ifz-muenchen.de/archiv/zs/zs-1014.pdf &amp;#039;&amp;#039;Zeugenschrifttum Online. ZS 1014, Biberstein, Ernst&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 624 kB). Eidesstattliche Erklärung Biberstein, 2. Juli 1947 betreffend Hinrichtungen mittels Gaswagen und Genickschuss durch das Einsatzkommando 6 der Einsatzgruppe C in Russland; Rostow.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=128951249|LCCN=no2010079865|VIAF=20748913}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Biberstein, Ernst}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zum Tode verurteilte Person (Nürnberger Prozesse)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SD-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestapo-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung der Ukraine 1941–1944)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Bad Segeberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lutherischer Geistlicher (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1899]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1986]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Biberstein, Ernst&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Szymanowski, Ernst&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher evangelischer Pastor, SS-Obersturmbannführer&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=15. Februar 1899&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Hilchenbach]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=8. Dezember 1986&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Neumünster]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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