<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ernst-August-Stollen</id>
	<title>Ernst-August-Stollen - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ernst-August-Stollen"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ernst-August-Stollen&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-08T10:38:22Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ernst-August-Stollen&amp;diff=1610928&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Invisigoth67: form</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ernst-August-Stollen&amp;diff=1610928&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2024-02-25T08:56:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Bergwerk&lt;br /&gt;
|NAME=Ernst-August-Stollen&lt;br /&gt;
|BILD=Gittelde Mundloch Ernst-August-Stollen 03.jpg&lt;br /&gt;
|BILDBESCHREIBUNG1=Portalbauwerk des Mundloches&lt;br /&gt;
|BETRIEBSJAHRE_VON=1851&lt;br /&gt;
|BETRIEBSJAHRE_BIS=1992&lt;br /&gt;
|GRÖSSTE_TIEFE=&lt;br /&gt;
|ROHSTOFF1=&lt;br /&gt;
|BREITENGRAD=51/47/45&lt;br /&gt;
|LÄNGENGRAD=10/11/28&lt;br /&gt;
|REGION-ISO=DE-NI&lt;br /&gt;
|STANDORT=&lt;br /&gt;
|GEMEINDE=&lt;br /&gt;
|NUTS3_1=&lt;br /&gt;
|NUTS3_BEZEICHNUNG=&lt;br /&gt;
|REVIER=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ernst-August-Stollen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist der jüngste, längste und tiefste [[Stollen (Bergbau)#Wasserlösungsstollen|Wasserlösungsstollen]] des [[Oberharzer Bergbau]]s. Der Stollen wurde nach König [[Ernst August I. (Hannover)|Ernst August&amp;amp;nbsp;I. von Hannover]] benannt. 2010 wurde er als ein Teil des [[Oberharzer Wasserregal]]s zum [[Weltkulturerbe]] der [[UNESCO]] unter der Bezeichnung [[Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft]] ernannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://whc.unesco.org/uploads/nominations/623ter.pdf |titel=Upper Harz Water Management System |autor=Ministry for Science and Culture of Lower Saxony |seiten=26 |datum=2008|sprache=en |zugriff=2015-12-02|format=PDF}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er entstand zwischen 1851 und 1864, hatte eine Gesamtlänge von rund 40 Kilometer und erreichte auf der [[Grube Caroline (Clausthal)|Grube Caroline]] in Clausthal eine [[Teufe]] von 204 [[Lachter]]n (392&amp;amp;nbsp;m) unter Tage.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dumreicher&amp;quot;&amp;gt;Dumreicher: &amp;#039;&amp;#039;Gesammtüberblick über die Wasserwirthschaft des nordwestlichen Oberharzes.&amp;#039;&amp;#039; 1868, S. 34 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von [[Gittelde]] aus entwässerte er die Gruben der Bergreviere [[Bergstadt Bad Grund (Harz)|Grund]], Silbernaal, [[Wildemann]], [[Zellerfeld]], [[Clausthal]], [[Hahnenklee|Bockswiese]] und [[Lautenthal]] im [[Oberharz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Bereits vor Fertigstellung des [[Tiefer Georg-Stollen|Tiefen Georg-Stollens]] im Jahre 1799 wurde der königlich-hannoverschen Bergverwaltung klar, dass dieses Bauwerk für die geplante Zukunft des Oberharzer [[Bergbau]]s nicht ausreichen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;Bornemann, Kerl: &amp;#039;&amp;#039;Berg- und Hüttenmännische Zeitung, 19. Jahrgang.&amp;#039;&amp;#039; 1860, S. 286.&amp;lt;/ref&amp;gt; Während der anschließenden Betriebsphase vermochte der Tiefe Georg-Stollen besonders bei Hochwasser die Wassermassen kaum zu bewältigen. Daher wurde der Plan zu einem noch tieferen Stollen gefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Planungen dazu verzögerten sich wiederholt, da man dieses kostspielige Projekt im Hinblick auf die Haushaltslage und den Bleihandel nicht in Angriff nehmen wollte. 1825 bot eine englische Bergwerksgesellschaft an, sämtliche Gruben im Oberharz zu übernehmen. Dabei wurde als Bedingung für den Vertragsschluss die [[Streckenauffahrung|Auffahrung]] des so genannten &amp;#039;&amp;#039;Lasfelder Stollens&amp;#039;&amp;#039; festgelegt. Der Entwurf dazu stammte aus der Planungsphase des Tiefen Georg-Stollens und war zu dem Zeitpunkt über 50 Jahre alt. Ein dabei vorgestellter [[Kostenvoranschlag]] bezifferte die Gesamtkosten auf 1,55 Millionen [[Taler]].&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm.&amp;quot;&amp;gt;Die angenommene Stollenlänge betrug dabei 5315 Lachter (ca. 10,2 km). Ursprünglich war man von knapp 5716 Lachtern ausgegangen, durch die aber nun existierende Tiefe Wasserstrecke waren bereits 401 Lachter aufgefahren. Für Ortsbetrieb waren 460.000 Taler, für sieben Lichtlöcher 150.000 Taler, für Maschinen und deren Betrieb 880.000 Taler kalkuliert. Aufsichtskosten, Generalkosten und sonstige Ausgaben sollten weitere 57.000 Taler betragen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwei Jahre später wurde dieser Übernahmeplan allerdings verworfen.&amp;lt;ref&amp;gt;Jugler: &amp;#039;&amp;#039;Der oberharzische Silberbergbau am Schluss des J. 1849 und der Ernst-August-Stollen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archiv für Mineralogie, Geognosie, Bergbau und Hüttenkunde.&amp;#039;&amp;#039; Band 26, Heft 1, 1854, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Planung ===&lt;br /&gt;
Bis ca. 1827 sah der erste und ursprüngliche Plan vor, den &amp;#039;&amp;#039;tiefsten Stollen&amp;#039;&amp;#039; von [[Lasfelde]] bis zur Grube &amp;#039;&amp;#039;Alter Segen&amp;#039;&amp;#039; auf dem [[Rosenhöfer Gangzug]] durchzutreiben, wo er im Altensegener Schacht eine Teufe von knapp 181 Lachter (348 Meter) einbringen sollte. Während die Realisierung des Plans in den 1770er-Jahren unmöglich erschien, hoffte man nun im Zusammenspiel mit dem Tiefen Georg-Stollen und der [[Tiefe Wasserstrecke|Tiefen Wasserstrecke]] dieses Projekt in Angriff nehmen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;Zimmermann: &amp;#039;&amp;#039;Das Harzgebirge in besonderer Beziehung auf Natur- und Gewerbskunde geschildert.&amp;#039;&amp;#039; 1834, S. 346 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der fast 90 Jahre stillstehende Bergbau auf dem [[Silbernaaler Gangzug]] allerdings erfolgreich wiederaufgenommen wurde, entschied man sich für einen westlicheren Verlauf. Dieser Entwurf sah das [[Mundloch]] bei [[Badenhausen]] vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund neu entdeckter, vielversprechender [[Erzmittel]] der Grube [[Erzbergwerk Grund|Hilfe Gottes]] wurde aber auch dieser Entwurf verworfen und ein dritter Verlauf geplant. Das Mundloch sollte sich nun bei [[Windhausen (Bad Grund)|Windhausen]] befinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1846 wurde [[Bergbeamter|Oberbergrat]] [[Johann Christian Zimmermann (Bergrat)|Johann Christian Zimmermann]] zusammen mit [[Hermann Koch (Bergbeamter)|Hermann Koch]] mit der Planung des Ernst-August-Stollens beauftragt. Zimmermann stellte 1847 einen Plan vor, den Stollen vom [[Silbersegener Schacht]] zur [[Erzbergwerk Grund|Grube Bergwerkswohlfahrt]], von dort zum 4. [[Lichtloch]] des Tiefen Georg-Stollens und dann zur Grube Hilfe Gottes durchzutreiben. Von dieser sollte der Stollen aber zuletzt wieder bis Lasfelde durchgetrieben werden und dort sein Mundloch erhalten. Außerdem sollte der Stollen bis zur Grube Hilfe Gottes [[Söhlig|totsöhlig]], d.&amp;amp;nbsp;h. ohne Gefälle, verlaufen, wie es auch bei der Tiefen Wasserstrecke der Fall war. Erst die Strecke bis zum Mundloch sollte ein Gefälle bekommen. Auf Grundlage dieses Plans hatte man bereits [[Bergmannssprache#O|Örter]] von den Silbersegener, Hilfe Gotteser und Haus Braunschweiger Schächten aufgefahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bornemann287&amp;quot;&amp;gt;Bornemann, Kerl: &amp;#039;&amp;#039;Berg- und Hüttenmännische Zeitung, 19. Jahrgang.&amp;#039;&amp;#039; 1860, S. 287.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zimmermann beauftragte wiederum 1848 [[Markscheider|Oberbergamtsmarkscheider]] [[Eduard Borchers (Bergrat)|Eduard Borchers]] mit der Vermessung des angedachten Stollenverlaufs. Dabei wurde festgestellt, dass das Mundloch bei Lasfelde ungünstig war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bornemann287&amp;quot; /&amp;gt; Borchers&amp;#039; Vermessungen führten zu einem noch vorteilhafteren Verlauf, der weitestgehend mit dem des Tiefen Georg-Stollens identisch war, um dessen Lichtlöcher weiter zu nutzen und die Kosten für neue [[Schacht (Bergbau)|Schachtanlagen]] zu sparen. Zimmermann erarbeitete auf Basis von Borchers&amp;#039; Vermessungen einen Plan, der den Ansatzpunkt für das Mundloch auf dem &amp;#039;&amp;#039;Schützenanger&amp;#039;&amp;#039; bei Gittelde vorsah.&amp;lt;ref&amp;gt;Jugler: &amp;#039;&amp;#039;Der oberharzische Silberbergbau am Schluss des J. 1849 und der Ernst-August-Stollen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archiv für Mineralogie, Geognosie, Bergbau und Hüttenkunde.&amp;#039;&amp;#039; Band 26, Heft 1, 1854, S. 268 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von dort aus sollte der Stollen bis zur Grube Hilfe Gottes durchgetrieben werden. Ein anschließender [[Querschlag]] sollte eine Verbindung zum 4. Lichtloch des Tiefen Georg-Stollens herstellen. Das bereits 296 Lachter lange [[Flügelort]] am Haus Braunschweiger Schacht sollte auf 400 Lachter fortgetrieben werden. Der [[Grube Ernst-August (Wildemann)|Ernst-August-Schacht]] musste um weitere 74 Lachter abgeteuft werden und sollte als vorläufiges Lichtloch dienen. Der [[Haus Sachsener Schacht]] musste um knapp 23 Lachter abgeteuft werden und sollte ebenfalls als Lichtloch dienen. Am Schreibfeder Schacht konnte direkt mit dem Stollenaushieb begonnen werden, von dort sollte ein Flügelort zu den Bockswieser Gruben angesetzt werden. Die 30 bis 50 Zoll zu hoch stehende Tiefe Wasserstrecke sollte nachgehauen werden. Insgesamt sollte der Ernst-August-Stollen ein gleichmäßiges Sohlengefälle erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Bornemann, Kerl: &amp;#039;&amp;#039;Berg- und Hüttenmännische Zeitung, 19. Jahrgang.&amp;#039;&amp;#039; 1860, S. 287 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Plan wurde 1851 dem Finanzminister des [[Königreich Hannover|Königreichs Hannover]] vorgelegt und anschließend genehmigt. In diesem Jahr wurde auch entschieden, dem Stollen seinen endgültigen Namen zu verleihen. Die geplanten Kosten für eine Gesamtlänge von 7133 Lachter (ca. 13,7 km) betrugen vor Baubeginn knapp 395.600 Taler für das Auffahren des Stollens. Hinzu kamen zirka 55.000 Taler für das Abteufen des Haus Sachsener Schachtes und Nachreißen der Sohle der Tiefen Wasserstrecke vom Schreibfeder bis Lorenzer Schacht. Man hoffte den Stollen bis 1875 fertigzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Jugler: &amp;#039;&amp;#039;Der oberharzische Silberbergbau am Schluss des J. 1849 und der Ernst-August-Stollen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archiv für Mineralogie, Geognosie, Bergbau und Hüttenkunde.&amp;#039;&amp;#039; Band 26, Heft 1, 1854, S. 276 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bau und Erweiterung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Grundriss Gruben Oberharz.png|mini|Grundriss mit dem Verlauf des Ernst-August-Stollens (braune, durchgezogene Linie)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Durchschlagstafel Ernst-August-Stolln.jpg|mini|Durchschlagstafel vom 5. April 1861]]&lt;br /&gt;
Der Bau des Stollens begann am 21. Juli 1851. Er wurde im [[Gegenortbetrieb]] von sieben Stellen aus zwischen 1851 und 1855 beginnend in beide Richtungen aufgefahren, also von 14 Örtern aus. Schwierigkeiten bei der Auffahrung sorgten aber dafür, dass ab 1855 noch vier Örter hinzukamen, womit der Stollen insgesamt von neun Stellen aus aufgefahren wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Bornemann, Kerl: &amp;#039;&amp;#039;Berg- und Hüttenmännische Zeitung, 19. Jahrgang.&amp;#039;&amp;#039; 1860, S. 288 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Verkürzung der Schichtzeit von acht auf vier Stunden unter Beibehaltung des [[Gedinge]]s von drei Bohrlöchern pro [[Hauer (Bergbau)|Hauer]] und Schicht, sowie Sonntagsarbeit konnte die Vortriebsleistung während der Arbeiten nahezu verdoppelt werden. Der Stollen wurde wie schon der Tiefe Georg-Stollen vollständig in [[Schießen (Bergbau)|Schießarbeit]] mit [[Schwarzpulver]] hergestellt. Die Löcher wurden von Hand mit dem [[Schlägel und Eisen|Schlägel]] und dem Handbohrer hergestellt. Zimmermann verstarb 1853, sein bisheriger Gehilfe Koch wurde zum Bergrat befördert und übernahm die Leitung des Projekts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der letzte [[Durchschlag (Bergbau)|Durchschlag]] fand am 22. Juni 1864, nach etwas mehr als der Hälfte der veranschlagten Bauzeit, zwischen der Grube Ernst-August und dem Haus Sachsener Schacht östlich von Wildemann statt. Die geplanten Kosten von 500.000 Talern wurden um etwa 70.000 Taler überschritten. Das lag hauptsächlich daran, dass rund 30 % der Strecke ausgemauert werden mussten. Außerdem hatte der erst nach Vermessung von Borchers vorgestellte Plan Zimmermanns zur Folge, dass einige bereits vor Baubeginn aufgefahrene Flügelörter umsonst gewesen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erfolg des Projektes ist vor allem Borchers zu verdanken. Er berechnete den Verlauf des Stollens und die Durchschlagspunkte auf höchste Genauigkeit und setzte diese Berechnung mit den damaligen einfachen [[Hängezeug|Messinstrumenten]] um. Die maximale Abweichung lag unter 4&amp;amp;nbsp;cm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1880 wurde über ein Flügelort das Bergrevier Lautenthal und Bockwiese an den Ernst-August-Stollen angeschlossen. Einerseits hatte man dort in der Tiefe dank des Tiefen Georg-Stollens neue Erzmittel entdeckt, andererseits erhoffte man sich nun die verlassenen [[Spiegeltaler Gangzug|Spiegeltaler]], [[Haus Herzberger Gangzug|Haus Herzberger]] und [[Hahnenkleer Gangzug|Hahnenkleer Gangzüge]] in der Tiefe untersuchen zu können. Kurz danach wurden im Haus Herzberger Gangzug silberreiche Erze entdeckt, die durch die Grube &amp;#039;&amp;#039;Silberblick&amp;#039;&amp;#039; abgebaut wurden. Die Baue der Grube &amp;#039;&amp;#039;Alter Deutscher Wildemann&amp;#039;&amp;#039; konnten entwässert werden und die neue Grube Ernst-August weiter abgesenkt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;von Groddeck: &amp;#039;&amp;#039;Uebersicht über die technischen Verhältnisse des Blei- und Silberbergbaues auf dem nordwestlichen Oberharz.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen in dem Preussischen Staate.&amp;#039;&amp;#039; Band 14, 1866, S. 279.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stilllegung ===&lt;br /&gt;
Durch die Einstellung des Bergbaus in den Berginspektionen Clausthal und Lautenthal 1930 verlor der Ernst-August-Stollen seine Bedeutung als Wasserlösungsstollen für diese Reviere. Bis 1980 wurden der Stollen bis zum Schacht &amp;#039;&amp;#039;Schreibfeder&amp;#039;&amp;#039; in Zellerfeld und die Tiefe Wasserstrecke von der ehemaligen Grube Bergwerkswohlfahrt (Silbernaal) unterhalten, um die Abschlagswasser der [[Grubenkraftwerk#Wasserkraftwerke|Grubenkraftwerke]] [[Ottiliae-Schacht|Ottiliae-]] und [[Kaiser-Wilhelm-Schacht (Clausthal)|Kaiser-Wilhelm-Schacht]] abzuführen. Im Jahre 1992 wurde das Erzbergwerk Grund stillgelegt und der letzte Teil, zwischen dem Mundloch und dem &amp;#039;&amp;#039;Wiemannsbuchtschacht&amp;#039;&amp;#039;, aufgegeben. Trotzdem fließen noch heute die Grubenwasser der angeschlossenen ehemaligen Bergwerke aus dem Mundloch in Gittelde aus. Neben dem Mundloch bildet heute der zum Bergbaumuseum umgenutzte, offene Förderschacht der [[Grube Lautenthalsglück]] den einzigen Zugang zum Ernst-August-Stollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technische Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Die Hauptstrecke verlief zwischen dem Mundloch und dem Schacht &amp;#039;&amp;#039;Silberne Schreibfeder&amp;#039;&amp;#039;. Der Stollen berührt die Schächte der Grundner Gruben und biegt am &amp;#039;&amp;#039;Medingschacht&amp;#039;&amp;#039; in Richtung Süden zum [[Blindschacht]] Ernst-August ab. Von dort aus folgt er dem [[Zellerfelder Gangzug]] in westlicher Richtung bis zum Schreibfeder-Schacht. An diesem Schacht trifft die Hauptstrecke mit der Tiefen Wasserstrecke (die eine Länge von 3422 Lachter bzw. 6583&amp;amp;nbsp;m hat) und dem &amp;#039;&amp;#039;Flügelort&amp;#039;&amp;#039; nach Bockswiese (mit einer Länge von 1650 Lachtern bzw. 3174&amp;amp;nbsp;m) zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dumreicher&amp;quot; /&amp;gt; Der Stollen (Hauptstrecke) hat eine Höhe von 2,5&amp;amp;nbsp;m, in der Mitte eine Breite von 1,7&amp;amp;nbsp;m und ein Gefälle von 1:1.500. Die Tiefe Wasserstrecke ist totsöhlig und fast einen Meter breiter. Dieses hing mit der bis 1895 betriebenen &amp;#039;&amp;#039;Erzkahnförderung&amp;#039;&amp;#039; zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Längen der Einzelabschnitte betragen vom Mundloch bis zur Grube Hilfe Gottes 1347 Lachter (2591&amp;amp;nbsp;m), von der Grube Hilfe Gottes bis zum Querschlag Grube Haus Braunschweig 1811 Lachter (3484&amp;amp;nbsp;m), von dort bis zum [[19-Lachter-Stollen#Grube Ernst-August|Ernst-August-Schacht]] 928 Lachter (1785&amp;amp;nbsp;m) und letztendlich zur Grube Silberne Schreibfeder 1346 Lachter (2589&amp;amp;nbsp;m). Somit betrug die Länge der Hauptstrecke 5432 Lachter (10450&amp;amp;nbsp;m).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dumreicher&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als neue Sumpfstrecke diente die 230&amp;amp;nbsp;m unter dem Ernst-August-Stollen gelegene [[Tiefste Wasserstrecke]]. Von dieser wurden die Wasser aus den Tiefbauen über den [[Königin-Marien-Schacht]] auf das Niveau des Ernst-August-Stollens gehoben. Der Ernst-August-Stollen lag tiefer als die stark wasserzuführenden alten Abbaue aus der Frühzeit des Oberharzer Bergbaus und unterhalb der wesentlichen wasserführenden Gesteinsklüfte. Deshalb stellte er bis zum Ende des Bergbaus eine befriedigende Lösung dar. Das Mundloch in Gittelde mit seinem [[Neoklassizismus (Kunst)|neoklassizistischen]] Portalbau ist bis heute erhalten. Der Ernst-August-Stollen endet hier mit einem durchschnittlichen Gefälle von knapp 5,5 Zoll pro 100 Lachter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dumreicher&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gittelde Mundloch Ernst-August-Stollen 02.jpg|Portalbau des Mundloches in Gittelde, daneben [[Hunt]]e&lt;br /&gt;
Gittelde Inschrift Ernst-August-Stollen.jpg|Inschrift im Portal&lt;br /&gt;
Ernst August Stollen Bogen.jpg|Blick in den Stollen am Mundloch&lt;br /&gt;
BootErnstAugustStollen.jpg|Zeichnung: Erzförderung mit Kähnen auf dem Ernst-August-Stollen&lt;br /&gt;
Gittelde Dennerttanne Ernst-August-Stollen.jpg|[[Dennert-Tanne]] am Mundloch in Gittelde, die die Funktion des Ernst-August-Stollens im [[Dammgraben]]system erklärt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=http://dennert-tanne.harz-kompakt.de/OhneOrg/OhneOrg4.htm | titel=Mundloch Ernst-August-Stollen; dennert-tanne.de | werk=dennert-tanne.harz-kompakt.de | zugriff=2018-03-06 | archiv-url=https://web.archive.org/web/20160522064156/http://dennert-tanne.harz-kompakt.de/OhneOrg/OhneOrg4.htm | archiv-datum=2016-05-22 | offline=ja | archiv-bot=2023-12-19 07:16:25 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste von Bergwerken im Harz]]&lt;br /&gt;
* [[Liste von Wasserlösungsstollen im Oberharz]]&lt;br /&gt;
* [[Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Herausgeber=Heinfried Spier|Titel=Der Ernst-August-Stollen am Harze|Sammelwerk=Historischer Harzer Bergbau|Band=Band 3 | Verlag=Hagenberg | Ort=Hornburg | Jahr=1989 | Auflage=1. Nachdruck- | ISBN=3-922541-25-9 | Kommentar=Nachdruck der Originalausgabe. Clausthal, Pieper 1864}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur | Autor=U. Dumreicher | Titel=Gesammtüberblick über die Wasserwirthschaft des nordwestlichen Oberharzes | Verlag=Verlag der Grosse’schen Buchhandlung | Ort=Clausthal | Jahr=1868}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur | Autor=[[Friedrich Ludwig Christian Jugler]] | Titel=Der oberharzische Silberbergbau am Schluss des J. 1849 und der Ernst-August-Stollen | Herausgeber=C. J. B. Karsten, H. v. Dechen | Sammelwerk=Archiv für Mineralogie, Geognosie, Bergbau und Hüttenkunde | Band=Bd. 26 Heft 1 | Verlag=Georg Reimer | Ort=Berlin | Jahr=1854 | Seiten=199–294}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur | Autor=[[Albrecht von Groddeck]] | Titel=Uebersicht über die technischen Verhältnisse des Blei- und Silberbergbaues auf dem nordwestlichen Oberharz | Herausgeber=Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten | Sammelwerk=Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen in dem Preussischen Staate | Band=Bd. 14 | Verlag=Verlag der königlichen geheimen Ober-Hofbuchdruckerei | Ort=Berlin | Jahr=1866 | Seiten=273–295}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur | Autor=Karl Rudolph Bornemann, Bruno Kerl | Titel=Berg- und Hüttenmännische Zeitung mit besonderer Berücksichtigung der Mineralogie und Geologie | Band=19. Jahrgang / Neue Folge: 14. Jahrgang | Verlag=J. G. Engelhardt | Ort=Freiberg | Jahr=1860}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur | Autor=[[Johann Christian Zimmermann (Bergrat)|Johann Christian Zimmermann]] | Titel=Das Harzgebirge in besonderer Beziehung auf Natur- und Gewerbskunde geschildert | Verlag=Carl Wilhelm Leske | Ort=Darmstadt | Jahr=1834}}&lt;br /&gt;
* Mathias Döring: &amp;#039;&amp;#039;Schifffahrt 400 m unter Tage. Erztransporte auf dem Ernst-August-Stollen im Oberharz&amp;#039;&amp;#039;. Navalis 2/2019, 27–32.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://www.welterbeimharz.de/ UNESCO-Welterbe im Harz]&lt;br /&gt;
* [http://www.karstwanderweg.de/eas.htm Beschreibung] bei karstwanderweg.de&lt;br /&gt;
* [http://www.harzergruben.de/Altbergbau/Gittelde/ernst.htm Beschreibung und Innenbilder] bei harzgruben.de&lt;br /&gt;
* [http://www.schatzsucher.de/index.php?option=com_content&amp;amp;task=view&amp;amp;id=115&amp;amp;Itemid=183 Beschreibung und Entstehung]&lt;br /&gt;
* [http://www.harzlife.de/untertage/ernst-august-stollen.html Beschreibung] bei harzlife.de&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv|url=http://www.bad-grund-harz.de/knesebeck/letztelore-23.html|wayback=20140424001716|text= Beschreibung der Geschichte}} bei bad-grund-harz.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;Anm.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4220604-2|VIAF=234663315}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Ernstauguststollen}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wasserlösungsstollen in Niedersachsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stillgelegtes Bergwerk in Niedersachsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stillgelegtes Bergwerk (Harz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gewässer im Harz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk des Oberharzer Wasserregals]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bergbau (Clausthal-Zellerfeld)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Langelsheim)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk im Landkreis Göttingen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ernst August I. (Hannover) als Namensgeber]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in Langelsheim]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bergbau (Langelsheim)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gewässer im Landkreis Goslar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Langelsheim)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baudenkmal in Bad Grund (Harz)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
	</entry>
</feed>