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	<title>Ernst - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ernst&amp;diff=131721&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: /* Seriosität */ Tippfehler entfernt, Links normiert, Kleinkram</title>
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		<updated>2025-08-09T20:18:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Seriosität: &lt;/span&gt; &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Aka/Tippfehler_entfernt&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Aka/Tippfehler entfernt (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Tippfehler entfernt&lt;/a&gt;, Links normiert, Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt die kulturtheoretische Bedeutung von Ernst, für weitere Bedeutungen siehe [[Ernst (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ernst&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von althochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;ernust&amp;#039;&amp;#039; für „entschiedenes Auftreten, Eifer, Entschlossenheit, Ernst, Festigkeit“)   bezeichnet eine zielgerichtete gefahrenbewusste gedankliche Einstellung, die i.&amp;amp;nbsp;d.&amp;amp;nbsp;R. aus der Überzeugung vom Wert des Lebens und der Pflicht der Arbeit entspringt. Damit geht oft eine gemessene, planvolle und schaffende Gemüts- und Willensführung einher.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Ernst?hl=ernst&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Bezug auf Beschreibungen und [[Theorie]]n zielt der Ernst auf die konsistente Übereinstimmung von Aussagen mit der Wirklichkeit (→&amp;amp;nbsp;[[Wahrheit]], [[Redlichkeit]]). [[Gelassenheit]], [[Ironie]] und [[Humor]] können einen übermäßigen oder pedantischen Ernst ausgleichen und zu umfassenderen Angemessenheit weisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Seriosität ==&lt;br /&gt;
Ernst wird teilweise mit &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Seriosität&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (entlehnt vom mittellateinischen Wort &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|seriositas}}&amp;#039;&amp;#039;) gleichgesetzt und stellt in solch einer Konstellation dann einen Gegensatz zu [[Fahrlässigkeit|leichtsinnigem]] Verhalten. Tiefergehender betrachtet ist der Begriff der Seriosität jedoch umfangreicher gefasst als Zustandsbeschreibung von Ernsthaftigkeit gepaart mit gleichzeitiger  [[Glaubwürdigkeit (Recht) |Glaubwürdigkeit]], [[Ehrlichkeit]], Sachlichkeit im Sinne von einer „nicht von Gefühlen und persönlichen Interessen beeinflussten Haltung“ bzw. [[Objektivität]]  sowie [[Fairness]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seriosität eines Individuums ist für viele Personen unter anderem auch vom äußeren Erscheinungsbild abhängig, dies kann allerdings trügerisch sein. Ein äußerliches Erscheinungsbild kann ja stets auch vorgetäuscht sein. Trotzdem ist es oft so, dass auch unseriöse Personen in ihrer Ernsthaftigkeit durch äußere Veränderungen aufgewertet werden. Seriosität ist somit teilweise  subjektiv und gegebenenfalls vom kulturellen und Wertekontext abhängig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ernst und Ernsthaftigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Glaubwürdigkeit einer Person oder einer Einrichtung ist von der Ernsthaftigkeit abhängig, mit der diese [[Kommunikation|kommuniziert]]. Redewendungen, wie „Ich nehme diese Sache ernst“ oder „Ich nehme dich ernst“ lassen schon in der Alltagssprache diese [[Erkenntnistheorie|epistemologische]] Bedeutung erkennen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Latzel 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Hinblick auf die typisch europäische Trennung zwischen Ernst, beziehungsweise Kunst und Unterhaltung stellt der Ernst eine bedeutende kulturtheoretische Referenzkategorie dar.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Kinsky-Weinfurter 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; In Grimms Deutschem Wörterbuch wird der „Ernst“ mit dem lateinischen [[Metonym]] „veritas“ und [[Synonymie|Synonymen]] wie „severitas“, „sedulitas“ und „studium“ übersetzt: „und so stellen sich ernst und spil, ernster kampf, wo es ans leben geht, und spil, bloszes ritterspiel, turnier einander oft entgegen (…). aber schon ahd. drückt ernust, noch entschiedener mhd. ernest das serium, certum, verum aus, ohne allen gedanken an kampf und gegenüber dem schimpf und ernst, scherz und ernst (…) entgegen gesetzt sind“.&amp;lt;ref&amp;gt;(Jacob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch (1862), Band 3, Sp. 923&amp;amp;nbsp;f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kategorie Ernst ist in der europäischen Geistesgeschichte, in Philosophie, Religion, Musik und Kulturpolitik von zentraler Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ernst in ausgewählten Bereichen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernst und Unterhaltung in der Kulturpolitik ===&lt;br /&gt;
Der Begriff Ernst spielt für die Einstufung eines Werkes in den musikalischen [[Verwertungsgesellschaft]]en eine große Rolle (siehe dazu die Verteilungsbestimmungen der [[Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte|GEMA]] oder der [[Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger|AKM]]). Ernste Musik ([[E-Musik]]) erhält eine höhere [[Tantiemen]]einstufung als Unterhaltungsmusik ([[U-Musik]]).&lt;br /&gt;
Da der Ernst ein Kriterium der Kunst und des kulturell Höherwertigen darstellt, ist er im kulturpolitischen [[Diskurs]] von besonderer [[Relevanz]]. Während Musik ernsten Charakters [[Subvention]]swürdigkeit besitzt, fördert der Staat Werke der Unterhaltungsmusik nur dann im Rahmen einer qualitätsunabhängigen [[Wirtschaftsförderung]], wenn sie Potential für die [[Umwegrentabilität]] besitzen, also positive Effekte für [[Gastronomie]], Nächtigungszahlen oder sonstigem Konsum erwarten lassen.&lt;br /&gt;
Grundsätzlich ist der Begriff Ernst bei Projekten von Bedeutung, in denen Institutionen der Kunst (z.&amp;amp;nbsp;B.: Theater, Oper, Konzert, Festival) mit den Creative Industries (Pop-Rockensembles, kommerzieller Spielfilm, Spieleindustrie, Design etc.) kooperieren sollen. Bislang fehlen für solche &amp;#039;&amp;#039;interästhetischen&amp;#039;&amp;#039; und interinstitutionellen Durchdringungen verbindliche Modelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernst in der Musik ===&lt;br /&gt;
Die Trennung zwischen „ernster Musik“ und „Unterhaltungsmusik“ stellt ein Spezifikum der europäischen Verwertungsgesellschaften dar. In Österreich wurde die gesetzliche Grundlage für diese Spaltung in zwei Qualitätsklassen 1936, durch das Verwertungsgesellschaftengesetz geschaffen. Die Verwertungsgesellschaft AKM praktizierte diese unterschiedliche Einstufung der Tantiemen von Werken – wie viele andere europäische Verwertungsgesellschaften auch – jedoch schon sehr viel früher.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Kinsky-Weinfurter 1996, 120–130.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Trennung zwischen E- und U-Musik führte in der Verwertungsgesellschaft AKM in den 1960er-Jahren zu Rechtsstreitigkeiten, die jahrelang Thema der Tageszeitungen waren.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Kinsky-Weinfurter 1993, 205–210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernst in der Unterhaltungspolitik ===&lt;br /&gt;
Die Erscheinungsformen der [[Kodierung]]en des Ernstes innerhalb der [[Klischee]]s der Unterhaltung sind mannigfaltig. In der Unterhaltungspolitik des kommerziellen amerikanischen Kinos hat das Zusammenspiel aus Ernst und Unterhaltung in Gestalt von Kooperationen zwischen dem [[Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten]] und der Filmindustrie in [[Hollywood]] eine lange Tradition.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Elter 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit [[Bollywood]] entwickelte auch Indien eine ökonomisch außerordentlich erfolgreiche und unterhaltungspolitisch bedeutende Filmkultur. Sowohl in Deutschland, als auch in den USA lässt sich im Bereich Film die Begegnung von Ernst und Unterhaltung im Rahmen der Propaganda nachweisen, aber auch in Gestalt von kultur- und gesellschaftskritischen Unterhaltungsprodukten, wie etwa den [[Charlie Chaplin|Chaplin]]-Klassikern &amp;#039;&amp;#039;[[Moderne Zeiten]]&amp;#039;&amp;#039; (USA 1936) oder &amp;#039;&amp;#039;[[Der große Diktator]]&amp;#039;&amp;#039; (USA 1940).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute formieren kommerzieller Spielfilm, Popularmusik und die Spieleindustrie eine große Bühne, eine „Frequenz“&amp;lt;ref&amp;gt;Kinsky-Weinfurter 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; für globale [[Diskurs]]e innerhalb global vernetzter [[Mediengesellschaft]]en. Was die ästhetischen Gefühle der bürgerlich sozialisierten Medienkritiker des frühen zwanzigsten Jahrhunderts beleidigte – man denke nur an [[Walter Benjamin]]s berühmten Essay über den Verlust der Aura der Kunstwerke durch technische Reproduktion&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Benjamin, 1996.&amp;lt;/ref&amp;gt; – bildet heute ein grundlegendes Muster der medialen Kommunikation von Identitätsprogrammen. Virtualisierung, Transautorenschaft und Serienbildung der Unterhaltungskulturen müssen nicht grundsätzlich zu einem eingeschränkten, von wirklichkeitsverzerrenden Ideologien dominierten Weltbild führen, sondern erzeugen auch differenzierte Sichtweisen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Dörner 2000&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Bedeutungszunahme der medialen Unterhaltung verloren die rückwärtsgewandte europäische [[Hochkultur (Soziologie)|Hochkultur]] und ihr klassischer Werkekanon an Bedeutung. Als Folge dieser Bedeutungsverschiebung löste sich in der Unterhaltungskultur ihr einstmals so erfolgreich kultivierter Protest- und [[Subversion]]scharakter auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernst in der europäischen Philosophie ===&lt;br /&gt;
Von der Antike bis zur Neuzeit lässt sich in der europäischen Geistesgeschichte eine Ernstauffassung nachweisen, in der auch die Heiterkeit als ein für den Erkenntnisprozess notwendiges Distanzprinzip ihren Platz besitzt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Kinsky-Weinfurter 2009, 77–105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erkenntnis – beispielsweise jene im [[Relation (Philosophie)|Kontext]] der ästhetischen [[Wahrnehmung]] – benötigt prinzipiell Entfernung zum Gegenstand der Wahrnehmung.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Schulte-Sasse 1971, 13–16; vgl. Liessmann 1991.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mittels Wortsuchprogrammen in der Volltextrecherche lässt sich erkennen, dass der Begriff Ernst in der europäischen Philosophie in erkenntniskritischen, [[Existenzphilosophie|existenzphilosophischen]] und [[Anthropologie|anthropologischen]] Fragestellungen eine große Rolle spielt. Dieser Rang des Begriffes inspirierte allerdings nicht, wie bei seinen Gegenkategorien „Spiel“ und „Lachen“ zu einer Fülle an monographischen Darstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Thema Ernst äußerten sich [[Platon]] und [[Aristoteles]]. Im Griechischen besitzt der Begriff allerdings einen sehr viel weiteren – auch [[moral]]ische Qualitäten [[Implikation|implizierenden]] – Bedeutungsumfang. Nach &amp;#039;&amp;#039;Sigbert Latzel&amp;#039;&amp;#039; lassen sich die Schriftstellen von Platon und Aristoteles zum Bezug „Ernst“ nicht als eine Theorie des Ernstes lesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Latzel 2001, 13&amp;lt;/ref&amp;gt; Von fundamentaler Bedeutung für das Werkverständnis ist der Begriff Ernst in der [[Existenzphilosophie]] [[Søren Kierkegaard]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Theunissen 1982&amp;lt;/ref&amp;gt; Im zwanzigsten Jahrhundert widmete sich besonders der französische Moralphilosoph [[Vladimir Jankélévitch]] dem Thema „Ernst“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernst in der Bibel ===&lt;br /&gt;
In Bibelübersetzungen taucht der Ernst meist im Kontext von Wahrheit, Fleiß und Zielstrebigkeit auf. In [[Brüder Grimm|Grimms]] [[Deutsches Wörterbuch|Deutschem Wörterbuch]] heißt es:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::„hiernach werden die folgenden nhd. belege von selbst klar sein, ernst bezeichnet immer das wirklich gemeinte, wahre, feste und eifrige, den gegensatz von scherz und spasz: es ist mein rechter ernst. ps. 108, 2; o das mein leben deine rechte mit ganzem ernst hielte. 119, 5; ich hasse sie in rechtem ernst, darum sind sie mir feind. 139, 22; der herr ist nahe allen die in mit ernst anrufen. 145, 18; und alles volk schrei mit ernst&lt;br /&gt;
::zum herrn. Judith 4, 7; denket, das der herr helfen kan und fürchtet in mit ernst. weish. Sal. 1, 1; mein kind, merke auf mein wort mit ernst. Sir. 16, 24; gott mit ernst&lt;br /&gt;
::fürchten ist weisheit. 21, 13; wers aber nicht mit ernst meinet, der wird nur erger dadurch. 32, 19; und wiltu gott dienen, so lasz dirs ernst sein. 18, 23; solchen ernst erzeigeten sie gegen allen iren feinden. 1 Macc. 8, 11; darum schaw die güte und den ernst gottes (…). Röm. 11, 22; solches rede und ermane und strafe mit ganzem ernst. Tit. 2, 15.12“.&amp;lt;ref&amp;gt;Jacob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch (1862), Band 3, Sp. 924 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernst in der interkulturellen Kommunikation ===&lt;br /&gt;
In den Wahrheitssystemen und Mentalitätsprogrammen verschiedener [[Ethnie]]n und deren Kulturen stellt die Kategorie &amp;#039;&amp;#039;Ernst&amp;#039;&amp;#039; einen Schlüsselbegriff dar. Beurteilungen, wie die des amerikanischen Ethnologen Clifford Geertz, der Europa als Land sieht „wo historischer Pessimismus so oft als ein Merkmal von Lebensart und Bildung gilt“&amp;lt;ref&amp;gt;Geertz 2007, 18f.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder der Befund einer 2009 veröffentlichten Studie der &amp;#039;&amp;#039;Chinese Academy of Social Sciences&amp;#039;&amp;#039;, wonach in Europa ein tiefreichender [[Kulturpessimismus]] existiere, liefern Angriffspunkte für eine vergleichende Forschung. Interkulturelle Unterschiede werden systematisch innerhalb der [[Organisationstheorie]] und der Managementwissenschaft untersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So unterschiedlich die Ernst-Auffassungen, so unterschiedlich die Bewertung von [[Witz]] und Spaß. Bekanntlich lachen nicht alle Völker über den gleichen Witz. Im &amp;#039;&amp;#039;Euro-Knigge für Manager&amp;#039;&amp;#039; zeigt John Mole – allerdings mehr intuitiv als wissenschaftlich genau – unterschiedliche Programme der Heiterkeit und des Ernstes auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Mole 1992&amp;lt;/ref&amp;gt; Über Deutschland heißt es bei ihm: „Während ein Amerikaner oder Brite sich auf Meetings oder Präsentationen möglicherweise verpflichtet fühlt, Scherze einzustreuen, oder ein Italiener oder Franzose sich zu gelegentlichen witzigen Bemerkungen hinreißen läßt, bleibt ein Deutscher ständig ernst“.&amp;lt;ref&amp;gt;Mole 1992, 54f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf die [[Diskrepanz]] zwischen einer europäischen [[Geistesgeschichte]], in der sehr wohl auch die Heiterkeit als Distanzprinzip der Erkenntnis eine fundamentale Rolle spielt und der offiziellen Kultur Europas, die in Theater, Oper, Konzert, Festival und gefördertem Spielfilm primär die [[Passion Jesu|Passion]] und die [[Dissonanz]] pflegt, weist Gottfried Kinsky-Weinfurter in seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;Der europäische Ernst&amp;#039;&amp;#039; hin.&amp;lt;ref&amp;gt;(Wien, 2009)&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Ausgrenzung des Heiteren aus dem offiziellen Ernst nahm auch die Bedeutung der ehemals repräsentativen staatlichen Hochkultur ab: „Der Kunstbegriff der offiziellen europäischen Kultur (Synonym: ‚legitime Kultur‘) und die Subventionsgrundlagen fußen auf der Trennung zwischen Unterhaltung und Ernst, Körper und [[Philosophie des Geistes|Geist]], [[Reproduktion]] und Original, [[Serienfertigung|Serie]] und [[Unikat]], [[Wertvorstellung|Unwert und Wert]], [[Kommerz]]ialität und Nicht-Kommerzialität, dem ‚[[Fremde]]n‘ und dem ‚Eigenen‘“.&amp;lt;ref&amp;gt;Kinsky-Weinfurter 2009, 130.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Folge dieser Trennung wird nach Kinsky-Weinfurter der öffentlich, kontinental-europäische Ernst durch Körperfeindlichkeit, [[Lust]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;verzicht, Schmerzbereitschaft, Unterhaltungsverachtung, Pädagogisierung der Kunst und Dissonanz-Dogmen bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernst im Sport ===&lt;br /&gt;
Bei Sportarten mit hohem Risiko für Gesundheit oder Überleben, wie z.&amp;amp;nbsp;B. dem Klettersport, gibt es die von der Schwierigkeit unabhängige Skala der [[Ernsthaftigkeit]], welche auf das absicherungstechnische Risiko und den psychischen Druck abzielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|ernst}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Seriosität}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|seriös}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Walter Benjamin]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Drei Studien zur Kunstsoziologie.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1996 (1. Aufl. 1963). ISBN 3-518-13305-5.&lt;br /&gt;
* Andreas Dörner: &amp;#039;&amp;#039;Politische Kultur und Medienunterhaltung. Zur Inszenierung politischer Identitäten in der amerikanischen Film- und Fernsehwelt.&amp;#039;&amp;#039; Konstanz 2000, ISBN 3-87940-676-6.&lt;br /&gt;
* [[Andreas Elter]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Kriegsverkäufer. Geschichte der US-Propaganda 1917–2005.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-518-12415-3.&lt;br /&gt;
* [[Clifford Geertz]]: &amp;#039;&amp;#039;Welt in Stücken. Kultur und Politik am Ende des 20. Jahrhunderts. Aus dem Englischen von Herwig Engelmann.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Peter Engelmann. 2., überarbeitete Auflage 2007, ISBN 978-3-85165-785-2.&lt;br /&gt;
* Gottfried Kinsky-Weinfurter: &amp;#039;&amp;#039;Filmmusik als Instrument staatlicher Propaganda. Der Kultur- und Industriefilm im Dritten Reich und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; München 1993. ISBN 3-88295-180-X.&lt;br /&gt;
* Gottfried Kinsky-Weinfurter: „Die Beziehungen der AKM zu den österreichischen Dachorganisationen ‚Arbeiter Sänger-Bund‘ und ‚Ostmärkischer Sängerbund‘ im Hinblick auf Musikschutzabgabe und Förderung von Ernster Musik“, in: Paulus Ebner, Strukturen des Musiklebens in Wien. Zum musikalischen Vereinsleben in der Ersten Republik (unter Mitarbeit von Christian Böhm, Gottfried Kinsky-Weinfurter, Gertraud Pressler, Astrid Schramek), in: Friedrich C. Heller (Hrsg.), Studien zur Musikgeschichte Österreichs. Veröffentlichungen des Instituts für Musikgeschichte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien, Band 5, Frankfurt am Main 1996, 120–130. ISBN 3-631-30375-0.&lt;br /&gt;
* Gottfried Kinsky-Weinfurter: &amp;#039;&amp;#039;Der europäische Ernst. Identität im Zeitalter populärkultureller Dislozierung. Ein Beitrag zur audiovisuellen Anthropologie.&amp;#039;&amp;#039; Wien 2009, ISBN 978-3-85165-882-8. Textauszüge: http://issuu.com/passagen/docs/kinsky_weinfurter&lt;br /&gt;
* Sigbert Latzel: &amp;#039;&amp;#039;Der ernste Mensch und das Ernste. Eine sprachbezogene Analyse.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, ISBN 3-89129-807-2.&lt;br /&gt;
* [[Konrad Paul Liessmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Ohne Mitleid. Zum Begriff der Distanz als ästhetische Kategorie mit ständiger Rücksicht auf Theodor W. Adorno.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1991, ISBN 3-900767-81-5.&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=John Mole|Titel=Euro-Knigge für Manager|Ort=Frankfurt/New York|Datum=1992|ISBN=3-593-34592-7}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=Jochen Schulte-Sasse|Titel=Literarische Wertung|Ort=Stuttgart|Datum=1971|ISBN=3-476-10098-7}}&lt;br /&gt;
* [[Michael Theunissen]]: Ernst, in: [[Historisches Wörterbuch der Philosophie]], Band 2. Hg. von Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel, Darmstadt 1972, Sp. 720–723. ISBN 978-3-7965-0115-9.&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=Michael Theunissen|Titel=Der Begriff Ernst bei Søren Kierkegaard. 3. Auflage |Ort=Freiburg/München|Datum=1982|ISBN=3-495-44030-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alltagskultur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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