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	<title>Ernest Manheim - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-08-05T00:12:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ernest Manheim&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (bis 1920 &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ernő&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, dann bis 1934 &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ernst&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, in den USA dann &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ernest&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) (* [[27. Januar]] [[1900]] in [[Budapest]]; † [[28. Juli]] [[2002]] in [[Kansas City (Missouri)|Kansas City]]) war ein aus [[Ungarn]] stammender [[Vereinigte Staaten|amerikanischer]] [[Soziologe]], [[Anthropologie|Anthropologe]] und [[Komponist]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Manheim wurde als jüngeres von zwei Kindern des Kaufmanns József (Joseph) Manheim (1863–1925) und Hermine, geborene Wengraf (1870–1953; später verheiratete Déri) in Budapest geboren. Er wuchs zweisprachig (ungarisch, deutsch) auf. Seit 1909 besuchte er ein Oberrealgymnasium in Budapest, wo er 1917 die [[Matura]] ablegte. Danach besuchte er die [[Militärakademie]] der [[k.u. Landwehr (Österreich-Ungarn)|Honvéd]] in Budapest und begann gleichzeitig ein Studium der [[Chemie]] an der &amp;#039;&amp;#039;königlich Technischen Joseph-Hochschule&amp;#039;&amp;#039; in Budapest. 1918 wurde er im Rang eines [[Korporal]]s Soldat der [[Österreich-Ungarns Heer im Ersten Weltkrieg|österreichisch-ungarischen Armee]]. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs setzte er sein Studium der Chemie und [[Mathematik]] an der [[Eötvös-Loránd-Universität]] in Budapest fort, hörte aber auch Vorlesungen zur [[Philosophie]] und zur Musik- und [[Literaturwissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 trat Manheim er als Freiwilliger in die Armee der ungarischen [[Räterepublik]] (März bis Juli 1919) von [[Béla Kun]] ein und geriet in Kriegsgefangenschaft. Er flüchtete aus dem rumänischen Lager, konnte sich aber nicht lange in Budapest aufhalten, weil ihm als Anhänger der Räterepublik die Verhaftung drohte. 1920 setzte er sich nach [[Österreich]] ab, wo er sein Studium an der [[Universität Wien]] fortsetzte (anfangs [[Chemie]] und [[Physik]], seit 1921 dann [[Philosophie]] und [[Geschichte]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1923 wechselte er nach [[Kiel]], wo er sein Studium der Philosophie an der dortigen [[Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Christian-Albrechts-Universität]] bis 1925 fortsetzte und daneben auch soziologische Lehrveranstaltungen bei [[Ferdinand Tönnies]] besuchte. In Kiel befreundete sich Manheim mit [[Hans Freyer]], der dort Professor für Philosophie war. Als Freyer auf einen Lehrstuhl für Soziologie nach Leipzig berufen wurde, folgte ihm Manheim. Dort setzte er sein Philosophiestudium fort, besuchte aber auch Lehrveranstaltungen zur Volkswirtschaftslehre und Soziologie. 1928 wurde er von [[Theodor Litt]] und Hans Freyer promoviert, der Titel seiner Dissertationsschrift lautete: &amp;#039;&amp;#039;Zur Logik des konkreten Begriffs&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1926 bis 1933 arbeitete Manheim als Assistent ohne Etat bei Freyer an der [[Universität Leipzig]], wo er auch selbst Lehrveranstaltungen anbot. Außerdem war er von 1926 bis 1933 Dozent an der [[Volkshochschule]] in Leipzig. 1932 legte Manheim seine [[Habilitation]]sschrift über &amp;#039;&amp;#039;Die Träger der öffentlichen Meinung. Studien zur Soziologie der Öffentlichkeit&amp;#039;&amp;#039; vor. Diese war bereits von der [[Fakultät (Hochschule)|Fakultät]] angenommen worden, als Manheim sein Habilitationsansuchen 1933 freiwillig zurückzog. Er hätte nach der NS-[[Machtergreifung|Machtübernahme]] als Jude und Ausländer keine Chance auf eine Habilitierung gehabt. Er reiste mit seiner Familie nach Budapest, wo er die zweite Hälfte des Jahres 1933 verbrachte. Im Dezember 1933 zog er mit seiner Frau nach [[London]] um.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In London studierte er ab 1934 Soziologie und [[Sozialanthropologie]] an der [[Universität London|University of London]] und der [[London School of Economics and Political Science]], wo er 1937 zum [[Ph.D.]] ([[Anthropologie]]) [[Promotion (Doktor)|promovierte]]. Hier verfasste er auch ein umfangreiches Manuskript für das Frankfurter [[Institut für Sozialforschung]], das aber verloren ging. 1936 erschien jedoch eine Zusammenfassung unter dem Titel: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zu einer Geschichte der autoritären Familie&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1937 emigrierte Manheim schließlich in die [[Vereinigte Staaten|USA]], wo er 1943 amerikanischer [[Staatsbürgerschaft|Staatsbürger]] wurde. Er arbeitete anfangs als [[Professor#Assistenzprofessoren|Assistenzprofessor]] an der [[University of Chicago]] ([[Illinois]]), die zum damaligen Zeitpunkt Hochburg der empirischen Sozialforschung war. Seither war die Kombination von philosophisch basierter Theorie-Kompetenz mit Methoden der empirischen Sozialforschung das Besondere an den wissenschaftlichen Arbeiten Manheims. Ab 1940 war er Professor für Soziologie an der [[University of Missouri–Kansas City|Universität von Missouri in Kansas City]]. 1955/56 war er für ein Jahr Gastprofessor in Graz und Wien, 1960/61 an der [[Universität Teheran]]. 1970 hätte er aus Altersgründen in Kansas City [[Emeritierung|emeritiert]] werden müssen, lehrte jedoch auf einem privat finanzierten Lehrstuhl (&amp;#039;&amp;#039;Henry Haskell Chair of Sociology&amp;#039;&amp;#039;) bis 1991. 1928 heiratete Manheim Anna Sophie Witters (1900–1988) aus [[Osnabrück]]. Ihr Sohn Frank Tibor Manheim wurde 1930 in Leipzig geboren. 1991 heiratete Manheim die aus Kanada gebürtige US-amerikanische Psychologin Sheelagh Graham Bull (*&amp;amp;nbsp;1943). Ernest Manheim starb 2002 im Alter von 102 Jahren in Kansas City, Missouri.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Wissenschaftler ==&lt;br /&gt;
Die Jahre in Deutschland bilden die Zeit des Theoretikers Manheim. Naturwissenschaftlich, [[Philosophie|philosophisch]] und sozialwissenschaftlich ausgebildet, wechselte er unter dem Einfluss von Hans Freyer von der Philosophie zur Soziologie. Seine [[Dissertation]] steht noch in einer starken philosophischen Tradition, ist aber bereits als Beitrag zur [[Wissenssoziologie]] zu lesen. Mit der unwirksamen Habilitationsschrift &amp;#039;&amp;#039;Die Träger der öffentlichen Meinung. Studien zur Soziologie der Öffentlichkeit&amp;#039;&amp;#039; war ein Pionier der [[Kommunikationsmodell|Kommunikationstheorie]]. Typisch für Manheim und die &amp;#039;&amp;#039;[[Leipziger Schule]] der Soziologie&amp;#039;&amp;#039; ist die historische Argumentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Jahre in London bilden die Phase des Anthropologen Manheim. Er erweiterte sein Werk um [[Kulturanthropologie|kulturanthropologischen]] Studien und [[Sozialpsychologie|sozialpsychologische]] Ansätze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Jahre in Chicago und Kansas City sind die des [[Empirie|Empirikers]] Ernest Manheim. Er arbeitete und publizierte über die Zusammenhänge zwischen großstädtischer Lebensweise und psychischer Erkrankung, über Jugendprobleme, Verbrechensvorbeugung, Minderheiten und [[Vorurteil]]e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Praxis engagierte sich Manheim für die Verbesserung von Studienmöglichkeiten für [[Afroamerikaner]] an der [[University of Missouri–Kansas City]], Missouri.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Komponist ==&lt;br /&gt;
Manheim war auch [[Komponist]]. In Budapest und Wien besuchte er neben seinem wissenschaftlichen Studien die Konservatorien. Etwa 1922 komponierte er sein &amp;#039;&amp;#039;Quintett für Flöte, Violine, Viola, Cello und Laute&amp;#039;&amp;#039;. In Leipzig schuf er Chorwerke, auch auf Texte von [[Martin Luther]]. In London schuf er Chor- und Liederwerke auf Texte irischer und englischer Dichter. In Kansas City erlebte sein kompositorisches Schaffen den Höhepunkt. Wichtigste Werke sind die Eingangsmusik zum chinesischen Drama &amp;#039;&amp;#039;Der Kreidekreis&amp;#039;&amp;#039; (nach der Bearbeitung von [[Klabund]]), die &amp;#039;&amp;#039;Symphony in B Minor&amp;#039;&amp;#039;, die &amp;#039;&amp;#039;Rhapsody for four strings&amp;#039;&amp;#039; und seine Arrangements ungarischer Volkslieder &amp;#039;&amp;#039;Ritkabúza, ritkaárpa, ritkarózs&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vollständige Liste der Kompositionen Manheim&amp;#039;s zusammengestellt von Manheims&amp;#039;s Sohn Frank T. Manheim in der Aufsatzsammlung von Reitz/Baron/Smith S. 145–148&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
* 1973: Thomas Jefferson Award der University of Missouri&lt;br /&gt;
* 1997: Verleihung des [[Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst|Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst]]&lt;br /&gt;
* 1998: Umbenennung eines Gebäudes der Universität von Kansas City, Missouri in „Ernest Mannheim Hall“&lt;br /&gt;
* 2002: Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig anlässlich des 100. Geburtstages&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Zur Logik des konkreten Begriffs&amp;#039;&amp;#039;. München: C.H. Beck’sche Verlagshandlung 1930, XI, 156 S.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Die Träger der [[Öffentliche Meinung|öffentlichen Meinung]]&amp;#039;&amp;#039;. Studien zur Soziologie der Öffentlichkeit, Verlag Rudolf M. Rohrer, Brünn/Prag/Leipzig/Wien 1933.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Aufklärung und öffentliche Meinung&amp;#039;&amp;#039;. Studien zur Soziologie der Öffentlichkeit im 18. Jahrhundert. Herausgegeben und eingeleitet von Norbert Schindler, frommann/holzboog, Stuttgart/Bad Cannstatt 1979 (= Kultur und Gesellschaft, neue historische Forschungen. 4.), Neuausgabe.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Beiträge zu einer Geschichte der autoritären Familie&amp;#039;&amp;#039;, in: „Studien über Autorität und Familie. Forschungsberichte aus dem Institut für Sozialforschung“, zu Klampen, Lüneburg 1987 (= Institut für Sozialforschung. Schriften. 5.), S. 523–574&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* J. Maier: &amp;#039;&amp;#039;Manheim, Ernst&amp;#039;&amp;#039;, in: Wilhelm Bernsdorf/Horst Knospe (Hgg.): &amp;#039;&amp;#039;Internationales Soziologenlexikon&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2, Enke, Stuttgart ² 1984, S. 536. ISBN 3-432-90702-8&lt;br /&gt;
* Charles Reitz, Frank Baron, David N Smith (Hgg.): &amp;#039;&amp;#039;Authority, Culture and Communication: the Sociology of Ernest Manheim&amp;#039;&amp;#039;, Heidelberg 2005, ISBN 3-935025-57-2 (Aufsatzsammlung, teilweise deutsch, teilweise englisch)&amp;lt;ref&amp;gt;Inhaltsübersicht online [https://edoc-storage.obvsg.at/ce-ag/hbz/0020/001/02/HT014050058_AC05324280_n0001in.1xxxxxxxxx.pdf hier] (PDF-Datei; 41&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Elisabeth Welzig: &amp;#039;&amp;#039;Die Bewältigung der Mitte. Ernest Manheim: Soziologe und Anthropologe&amp;#039;&amp;#039;, Wien Köln 1997, ISBN 3-205-98471-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://agso.uni-graz.at/manheim/dt/index.htm Internetseite der Universität Graz über eine Ausstellung zum 100. Geburtstag] (mit kurzem Video-Interview)&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119554143}}&lt;br /&gt;
* [http://agso.uni-graz.at/manheim/dt/8_down/dlfiles/biodt.pdf &amp;#039;&amp;#039;Ernst Manheim Soziologe, Anthropologe und Komponist&amp;#039;&amp;#039;], Universität Graz (PDF), abgerufen am 20. August 2016.&lt;br /&gt;
* [http://agso.uni-graz.at/manheim/dt/8_down/dlfiles/biblio.pdf Manheim-Auswahlbibliografie von Reinhard Müller] (PDF-Datei; 80 kB), abgerufen am 20. August 2016.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119554143|LCCN=n/79/79420|VIAF=111080806}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Manheim, Ernest}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziologe (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Kansas City, Missouri)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Komponist (Vereinigte Staaten)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:US-Amerikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ungar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1900]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2002]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hundertjähriger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Manheim, Ernest&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Manheim, Ernö; Manheim, Ernst&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=US-amerikanischer Soziologe&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=27. Januar 1900&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Budapest]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=28. Juli 2002&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Kansas City (Missouri)|Kansas City]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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