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	<title>Ermatingen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Alfred Kiefer: Aktualisierung</title>
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		<updated>2026-04-23T15:10:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Aktualisierung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!--schweizbezogen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Infobox Ort in der Schweiz&lt;br /&gt;
| BILDPFAD_KARTE = Karte Gemeinde Ermatingen 2011.png&lt;br /&gt;
| BILDPFAD_WAPPEN = Ermatingen-blazon.svg&lt;br /&gt;
| REGION-ISO = CH-TG&lt;br /&gt;
| BEZIRK = Kreuzlingen&lt;br /&gt;
| IMAGEMAP = Bezirk Kreuzlingen&lt;br /&gt;
| BFS = 4646&lt;br /&gt;
| PLZ = 8272&lt;br /&gt;
| UN/LOCODE = CH EMG&lt;br /&gt;
| BILD = Ermatingen.jpg&lt;br /&gt;
| BESCHREIBUNG = Ermatingen, von [[Fruthwilen]] aus gesehen&lt;br /&gt;
| BREITENGRAD = 47.66931&lt;br /&gt;
| LÄNGENGRAD = 9.0799&lt;br /&gt;
| HÖHE = 400&lt;br /&gt;
| FLÄCHE = 10.46&lt;br /&gt;
| QUELLE-FLÄCHE = &amp;lt;small&amp;gt;&amp;amp;nbsp;(Pol. Gemeinde)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;TG in Zahlen&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;7,73 km² &amp;lt;small&amp;gt;(Ortsgemeinde)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Areal&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
| EINWOHNER = 3770&lt;br /&gt;
| STAND_EINWOHNER = &amp;lt;!-- wird durch eine zentralisierte Vorlage eingebunden--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| WEBSITE = www.ermatingen.ch&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ermatingen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[politische Gemeinde]] und ein Dorf im [[Schweiz]]er Kanton [[Kanton Thurgau|Thurgau]]. Die im [[Bezirk Kreuzlingen]] liegende [[Einheitsgemeinde#Kanton Thurgau|Einheitsgemeinde]] Ermatingen entstand 1975 durch die Vereinigung der ehemaligen [[Munizipalgemeinde (Kanton Thurgau)|Munizipalgemeinde]] Ermatingen mit deren [[Ortsgemeinde (Schweiz)|Ortsgemeinden]] Ermatingen und [[Triboltingen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
Ermatingen liegt am Südufer des [[Untersee (Bodensee)|Untersee]] genannten Teils des [[Bodensee]]s gegenüber der [[Reichenau (Insel)|Insel Reichenau]]. Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Ermatingen und [[Triboltingen]]. Der tiefstgelegene Punkt des Gemeindegebiets liegt am Seeufer auf ca. {{Höhe|396|CH}}, der höchstgelegene auf dem [[Seerücken]] an der Südgrenze der Gemeinde auf {{Höhe|613|CH}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie ==&lt;br /&gt;
Ein grosser Teil des [[Dorf]]es wurde auf einem [[Flussdelta|Bachdelta]] erbaut, das seit der letzten [[Eiszeitalter|Eiszeit]] ([[Würm-Kaltzeit|Würmeiszeit]]) durch den Dorfbach aufgeschüttet worden war. Es handelt sich um das grösste Delta des [[Untersee (Bodensee)|Untersees]]. Der Dorfbach entsteht durch den Zusammenfluss zweier Bäche, deren Oberläufe am Nordhang des Seerückens typische Molasse[[tobel]] erodiert haben. Die [[Molasse]] ist hier grösstenteils aus [[Glimmergruppe|Glimmersand]] und [[Konglomerat (Gestein)|Nagelfluh]] zusammengesetzt. Die Glimmersande wurden durch ein [[Strom (Gewässerart)|Stromsystem]] aus Bayern herangeführt. Früher wurde dieser Sand abgebaut, heute zeugt davon noch die Kiesgrube &amp;#039;&amp;#039;Cholhoo&amp;#039;&amp;#039;. Die Nagelfluh wurde aus den [[Alpen]] herangeführt und ist Teil des Hörnlischuttfächers, der durch den Ur-Rhein aufgeschüttet wurde. Darüber liegt [[Moräne]]nmaterial aus der letzten Eiszeit. Dieses wurde vor allem als [[Grundmoräne]] abgelagert, allerdings sind auch einige [[Seitenmoräne]]nwälle vorhanden. Auf dem Gemeindegebiet liegt der [[Grauer Stein (Ermatingen)|Graue Stein]], der durch den [[Rheingletscher]] hierher getragen wurde, der grösste [[Findling]] im Thurgau.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Urs Keller, Hans Herzog, Werner Stör |Titel=1300 Jahre Erfmotingas |Ort=Ermatingen |Datum=2024 |Seiten=12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Rekonstruktion Büüge.jpg|mini|Pfahlbaudorf im Büüge, Visualisierung von Rico Pengler, Amt für Archäologie TG]]&lt;br /&gt;
[[Steinzeit]]liche Funde lassen darauf schliessen, dass sich die ersten [[Siedler]] hier um etwa 3000 v. Chr. niederliessen. Sie errichteten ihre [[Pfahlbau]]ten in den geschützten Buchten bei Ermatingen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vorarlberger Landesmuseum Bregenz, in: &amp;#039;&amp;#039;Aufgelistet! Funde von Pfahlbauten am Untersee.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Südkurier]]&amp;#039;&amp;#039; vom 9. September 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die ausgedehnten Pfahlfelder waren bei Niedrigwasser bis in die Neuzeit zu sehen; sie gehörten deshalb zu den am frühesten entdeckten Seeufersiedlungen am Bodensee. Die steinzeitlichen Ufersiedlungen Westerfeld und Büüge wurden 1861 erstmals und 1981 bis 1983 umfassend untersucht, dabei kamen Funde aus der [[Pfyner Kultur|Pfyner-]], der [[Horgener Kultur|Horgener-]] und der [[Schnurkeramik-Kultur]] (4000–2500 v.&amp;amp;nbsp;Chr.) zum Vorschein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt; 2022 ergaben Bohrungen, dass die Fundstelle von nationaler Bedeutung im Büüge rund 3000 Quadratmeter umfasste.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Urs Brüschweiler |url=https://www.thurgauerzeitung.ch/ostschweiz/kreuzlingen/archaeologie-ein-dorf-im-wasser-5000-jahre-alt-und-3000-quadratmeter-gross-was-die-pfahlbauer-den-ermatingern-in-ihrer-bucht-hinterliessen-ld.2265012 |titel=Was die Pfahlbauer den Ermatingern in der Bucht hinterliessen |hrsg=Thurgauer Zeitung |datum=2022-03-19 |sprache=de |abruf=2024-05-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reichenauer und Konstanzer Herrschaft ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kehlhof in Ermatingen TG (2016).jpg|mini|[[Kehlhof Ermatingen]], erbaut 1694, mit ehemaliger Gerichtsstube.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Frühmittelalter|frühmittelalterliche]] Besiedlung ist durch ein [[Alamannen|alemannisches]] Gräberfeld belegt, das aus der Zeit vom 5. bis ins 9. Jahrhundert stammt. Der Name der Gemeinde geht darauf zurück: Er bedeutet «bei den Leuten des Eburmuot», also dem Mann mit dem Mut eines Ebers.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.1300-jahre-ermatingen.ch/geschichte/eburmuot/ |titel=vielleicht der &amp;quot;erste Ermatinger&amp;quot; |werk=1300 Jahre Ermatingen |sprache=de-DE |abruf=2024-06-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Erstmals erwähnt wird &amp;#039;&amp;#039;Erfmotingas&amp;#039;&amp;#039; in der Gründungsurkunde des [[Kloster Reichenau|Klosters Reichenau]] aus dem Jahr 724, in der [[Karl Martell]] dem Kloster die Siedlung schenkte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Keller, Herzog, Stör |Titel=1300 Jahre Erfmotingas |Seiten=5-6, 19-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Gemeinde feiert deshalb 2024 das 1300-Jahre-Jubiläum.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.1300-jahre-ermatingen.ch/ |titel=1300 Jahre Erfmotingas |sprache=de-DE |abruf=2024-03-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ermatingen gehörte zur Grundausstattung des [[Kloster Reichenau|Klosters Reichenau]], dessen [[Abt]] war [[Kollator]], [[Grundherr]] und [[Gerichtsherrschaft|Gerichtsherr]]. Zur Ausübung der [[Niedergerichtsbarkeit]] wurde ein Kloster[[meier]] und später ein [[Amtmann#Geschichte|Ammann]] eingesetzt. Das Meieramt ([[Vogtei (HRR)|Vogtei]]) war oft verpfändet, so bis 1446 den Herren von [[Schloss Klingenberg (Homburg)|Klingenberg]]. Im 13. Jahrhundert sowie 1518 sind [[Offnung]]en belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.1300-jahre-ermatingen.ch/geschichte/offnung-gemeindeordnug-um-1400/ |titel=«Ermattinger Offnung» |werk=1300 Jahre Ermatingen |datum= |abruf=2024-06-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch nach der Eroberung des Thurgaus durch die [[Alte Eidgenossenschaft|Eidgenossen]] 1460 blieb die niedere Gerichtsbarkeit beim Abt. Im [[Schwabenkrieg]] wurden 1499 grosse Teile des Dorfes durch das Heer des [[Schwäbischer Bund|Schwäbischen Bundes]] niedergebrannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.1300-jahre-ermatingen.ch/geschichte/schwaderloh/ |titel=Die Schlacht von Schwaderloh 1499 |werk=1300 Jahre Ermatingen |abruf=2024-06-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens seit dem 16. Jahrhundert hatte Ermatingen nach städtischem Vorbild einen Kleinen und einen Grossen Rat, ein eigenes Gericht – jeweils unter dem Vorsitz des [[Amtmann#Geschichte|Ammanns]] – und verschiedene Privilegien. 1660 erhielt Ermatingen von den regierenden eidgenössischen Orten das [[Marktrecht (historisch)|Marktrecht]]. Nach der [[Inkorporation (Kirche)|Inkorporation]] der Abtei Reichenau ins [[Hochstift Konstanz]] 1540 gehörte das Niedergericht Ermatingen bis 1798 als sogenannte neustiftische Herrschaft dem Bischof (Obervogtei Reichenau).&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1756 erwarb die Gemeinde sämtliche [[Ehaft]]en, abgesehen von Mühlen und Wasserrechten, 1763 entstand die Meister[[zunft]] der Schuster. Ende 18. Jahrhundert besass Ermatingen unter anderem Zölle und Schifffahrtsrechte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt; Am 17.&amp;amp;nbsp;April 1799 marschierten französische Truppen in Ermatingen ein. Die endgültige Ablösung von Konstanz erfolgte 1839.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pfarrei ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ermatingen-Kirche.jpg|mini|Paritätische Kirche St. Albin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Pfarrei]] Ermatingen reichte ursprünglich vom See bis über den [[Seerücken]]. Im [[Hochmittelalter]] entstanden die [[Kaplan]]eien [[Mannenbach]] und Triboltingen. 1359 wurde die [[Paritätische Kirche Ermatingen|Kirche Ermatingen]] der Abtei Reichenau inkorporiert. 1528 wurde fast das ganze Dorf unter der Leitung des Konstanzer Pfarrers Alexius Bertschi [[Reformation|evangelisch]]; die Abtei bzw. ab 1540 der Bischof von Konstanz behielt jedoch in der mehrheitlich reformierten Pfarrei bis 1804 die [[Kollatur]]. Nach dem [[Zweiter Kappelerkrieg|Zweiten Kappelerkrieg]] 1531 zogen einige katholische Familien wieder nach Ermatingen zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dorfkirche wird seit 1546 [[Simultankirche|paritätisch]] genutzt. Allerdings war das konfessionelle Miteinander über fünf Jahrhunderte alles andere als friedlich, sondern geprägt von tiefem gegenseitigem Misstrauen, das zu Prozesssucht führte. 1872 zwang der [[Regierungsrat (Thurgau)|Regierungsrat]] Ermatingen, als letzte Thurgauer Gemeinde die konfessionell getrennten Schulhäuser zusammenzulegen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Keller, Herzog, Stör |Titel=1300 Jahre Erfmotingas |Seiten=56-63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.1300-jahre-ermatingen.ch/geschichte/schule/ |titel=Schule |werk=1300 Jahre Ermatingen |abruf=2024-06-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1723/24 trennte sich [[Wäldi]] von der reformierten Kirchgemeinde Ermatingen ab, 1949 gingen auch [[Gunterswilen|Gunterswil]] und [[Hohenrain TG|Hohrain]] an Wäldi über.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
[[Datei:ETH-BIB-Ermatingen-LBS H1-023215.tif|mini|Ermatingen und die Insel Reichenau im Jahre 1962]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Niederlage [[Napoleon Bonaparte|Napoleons I.]] liessen sich viele französische Adelige am Untersee nieder. So gründete der Ermatinger Hartmann Friedrich Ammann zusammen mit [[Napoleon III.|Prinz Louis Napoleon]] im Restaurant «Hirschen» 1835 den Thurgauischen Kantonal-Schützenverein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert bildeten Fischerei ([[Coregonus|Gangfisch]]&amp;amp;shy;erei) sowie Getreide-, Obst-, Hanf- und Rebbau (Weinhandel) die Grundlage der dörflichen Wirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.1300-jahre-ermatingen.ch/geschichte/landwirtschaft/ |titel=Landwirtschaft als Subsistenzwirtschaft |werk=1300 Jahre Ermatingen |abruf=2024-06-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit dem Ausbau der Seestrasse 1823, dem [[Dampfschifffahrt auf dem Bodensee|Dampfschifffahrtsbetrieb auf dem Untersee]] ab 1825 und der Eröffnung der [[Seelinie (Bahnstrecke)|Bahnlinie Etzwilen–Konstanz]] 1875 verbesserte sich die verkehrstechnische Lage, worauf nach 1870 der Fremdenverkehr einsetzte. 1848 entstand eine Schreinerei (ab 1936 Jacques Goldinger AG), 1875 die nachmalige Blechdosen- und Aluminiumwarenfabrik Louis Sauter AG. Ausserdem entwickelten sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Ermatingen mechanische Stickereien und [[Schifflistickmaschine|Schifflistickereien]]. So verlor im 20. Jahrhundert die Landwirtschaft stark an Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl eine Fischbrutanstalt und die traditionelle [[Groppenfasnacht]] an die gewerbliche Fischerei erinnern, ist Ermatingen seit 1975 mit dem [[UBS]]-Ausbildungszentrum [[#Schloss Wolfsberg|Schloss Wolfsberg]] und seit 1989 mit dem Unternehmerforum Lilienberg vor allem als Ausbildungsort bekannt. 2000 waren fast zwei Drittel der Arbeitsplätze im dritten [[Wirtschaftssektor]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 1.&amp;amp;nbsp;Juni 1975 bilden die beiden ehemaligen Ortsgemeinden Triboltingen und Ermatingen die Einheitsgemeinde Ermatingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Siehe auch ===&lt;br /&gt;
→ Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;[[Triboltingen#Geschichte|Geschichte]]&amp;#039;&amp;#039; im Artikel &amp;#039;&amp;#039;Triboltingen&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ermatingen-blazon.svg|links|60px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Blasonierung]]: In Schwarz ein weisser [[Hund (Wappentier)|Rüde]] mit gelbem Halsband und gelber Zunge.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Staatsarchiv&amp;quot;&amp;gt;[https://staatsarchiv.tg.ch/de/wissen/gemeindewappen.html/881 &amp;#039;&amp;#039;Gemeindewappen.&amp;#039;&amp;#039;] Auf der Website des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8.&amp;amp;nbsp;Dezember 2019&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wappen lässt sich auf einer Wappenscheibe aus dem Jahr 1596 nachweisen. Die Gemeinde verwendete es weiter, auch nachdem 1979 aus Ermatingen und Triboltingen die Einheitsgemeinde gebildet worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Staatsarchiv&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:left;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
{{Einwohner_B_Diagramm|width=600|float=none|Name=Ermatingen|maxEinwohner=4000&lt;br /&gt;
 |werte=(1850,1708)(1860,1701)(1870,1724)(1880,1711)(1888,1687)(1900,1728)(1910,1729)(1920,1769)(1930,1827)(1941,1867)(1950,2029)(1960,2136)(1970,2089)(1980,1992)(1990,2171)(2000,2427)(2010,2874)(2018,3454)&lt;br /&gt;
 |quelle=&amp;lt;ref name=&amp;quot;StatistikTG&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Gemeinden&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe5&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot;&lt;br /&gt;
!                                                        !! 1850 !! 1900 !! 1950 !! 1970 !! 1980 !! 1990 !! 2000 !! 2010 !! 2018 || 2023&lt;br /&gt;
|- align=&amp;quot;right&amp;quot;&lt;br /&gt;
|align=left | [[Einheitsgemeinde#Kanton Thurgau|Einheitsgemeinde]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;StatistikTG&amp;quot; /&amp;gt; || colspan=&amp;quot;4&amp;quot;|               || 1992 || 2171 || 2427 || 2874 || 3454&lt;br /&gt;
|3745&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://statistik.tg.ch/themen-und-daten/raum-verkehr-und-umwelt/flaechen-raumgliederungen/ortschaftenverzeichnis.html/9817 |titel=Die Ortschaften des Kantons Thurgau und ihre Wohnbevölkerung 2024 |hrsg=Kanton Thurgau, Dienststelle für Statistik, Frauenfeld |datum=2024 |abruf=2024-07-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|- align=&amp;quot;right&amp;quot;&lt;br /&gt;
|align=left | [[Munizipalgemeinde (Kanton Thurgau)|Munizipalgemeinde]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;StatistikTG&amp;quot; /&amp;gt;|| 1708 || 1728 || 2029 || 2089 || colspan=&amp;quot;6&amp;quot;|&lt;br /&gt;
|- align=&amp;quot;right&amp;quot;&lt;br /&gt;
|align=left | [[Ortsgemeinde (Schweiz)|Ortsgemeinde]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt; || 1363 || 1414 ||  || 1787 || colspan=&amp;quot;6&amp;quot;|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Von den insgesamt 3745 Einwohnern der Gemeinde Ermatingen am 31. Dezember 2023 waren 1230 bzw. 32,8 % ausländische Staatsbürger. 1251 (33,4 %) waren evangelisch-reformiert und 884 (23,6 %) römisch-katholisch. Der Ortsteil Ermatingen zählte zu diesem Zeitpunkt 3282, der Ortsteil Triboltingen 463 Bewohner.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:left;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ermatingen Gangfischsegi 1894.jpg|mini|hochkant=1.5|Fischer aus Ermatingen mit einer &amp;#039;&amp;#039;Gangfischsegi&amp;#039;&amp;#039; (Zugnetz für den Gangfischfang&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Schweizerisches Idiotikon]],&amp;#039;&amp;#039; Band VII, Spalte 478&amp;amp;nbsp;f. ([https://digital.idiotikon.ch/p/lem/119420 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;)&amp;lt;br /&amp;gt; (Foto von 1894)]]&lt;br /&gt;
Im Jahr 2016 bot Ermatingen 843 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 4,2 % in der Land- und Forstwirtschaft, 28,7 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 67,1 % im Dienstleistungssektor tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;TG in Zahlen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fischerei ===&lt;br /&gt;
Neben Gewerbe und Handel war die Fischerei in Ermatingen ein wichtiger Erwerbszweig. Von dieser Zeit zeugen z.&amp;amp;nbsp;B. das stattliche Haus der ehemaligen Fischhandlung Läubli im &amp;#039;&amp;#039;Oberstad&amp;#039;&amp;#039; und drei grosse Fischerboote (sogenannte Segi-Schiffe) aus der Zeit der Schleppnetzfischerei, die früher am Ufer &amp;#039;&amp;#039;im Horn&amp;#039;&amp;#039; ausgestellt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.1300-jahre-ermatingen.ch/geschichte/fischerei/ |titel=Fischerei |werk=1300 Jahre Ermatingen |sprache= |abruf=2024-05-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr und Infrastruktur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ermatingen Schiffslände.jpg|mini|Schifflände Ermatingen (2015)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Schweizerische Nationalbahn]] eröffnete am 17.&amp;amp;nbsp;Juli 1875&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Schienennetz Schweiz.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. vom Generalsekretariat SBB, Bern 1980, S.&amp;amp;nbsp;23.&amp;lt;/ref&amp;gt; den Betrieb auf der Bahnstrecke Etzwilen–Konstanz/Kreuzlingen Hafen, Teil der [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]. Damit war Ermatingen ans Schienennetz angeschlossen. Von Frühling bis Herbst ist das Dorf auch per Kursschiff erreichbar (Linie Schaffhausen–Kreuzlingen der [[Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein|Schweizerischen Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ermatingen und die nahe Umgebung werden durch die [[Swisscom Broadcast]] von der deutschen Bodenseeinsel Reichenau aus über den [[Sender Reichenau (Ermatingen)|Füllsender Reichenau]] mit Radioprogrammen versorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
Die Dörfer Ermatingen und Triboltingen sowie die Schlosslandschaft Untersee sind im [[Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz]] aufgeführt.&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Liste der Kulturgüter in Ermatingen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ErmatngnStAlbinOst.jpg|mini|hochkant|Paritätische Kirche Ermatingen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paritätische Kirche ===&lt;br /&gt;
Die Ursprünge der [[Paritätische Kirche Ermatingen|Paritätischen Kirche Ermatingen]], auch bekannt als &amp;#039;&amp;#039;Paritätische Kirche St.&amp;amp;nbsp;Albin&amp;#039;&amp;#039;, gehen ins 12. oder 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert zurück. Im Schwabenkrieg 1499 wurde sie gebrandschatzt. Im Zuge der [[Reformation und Gegenreformation in der Schweiz|Reformation]] wurden die Bilder und Altäre aus der Kirche geschafft. Nach dem [[Zweiter Kappeler Landfriede|Zweiten Landfrieden]] wurde das paritätische Verhältnis wiederhergestellt. Seitdem wird die Kirche von der römisch-katholischen und der evangelischen Gemeinde gemeinsam benutzt. 1649 erfolgte eine grosse Renovation. 1749/1750 gab es einen grossen Umbau unter dem Baumeister [[Johann Michael Beer von Bildstein|Johann Michael Beer]], die Altarbilder und das Chorgewölbe wurden von [[Franz Ludwig Hermann]] gemalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gasthaus «Adler» ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Hotel Adler Ermatingen TG.jpg|mini|Hotel «Adler» Ermatingen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der «Adler» ist eines der ältesten Gasthäuser im Kanton Thurgau. Erstmals wurde er 1270 erwähnt. Der heutige stattliche Riegelbau stammt aus dem 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert. Er diente dem eidgenössischen Landvogt als Audienzort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berühmte Gäste waren u.&amp;amp;nbsp;a. [[Napoleon III.|Prinz Louis Napoleon]], [[François-René de Chateaubriand]], [[Alexandre Dumas der Ältere|Alexandre Dumas]], [[Thomas Mann]], [[Ferdinand von Zeppelin|Graf Zeppelin]], [[Hermann Hesse]], [[Hugo Ball]], [[Leonhard Frank]], [[René Schickele]], [[Ferdinand Hardekopf]], [[Alfred Neumann (Schriftsteller)|Alfred Neumann]] und General [[Henri Guisan|Guisan]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist der Restaurationsbetrieb geschlossen und das Gebäude dient als [[Kindertagesstätte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schloss Wolfsberg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Schloss Wolfsberg 2006.jpg|mini|Schloss Wolfsberg bei Ermatingen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weit über dem Dorf erbaute 1571 Wolf Walter von Gryffenberg ein würfelförmiges [[Schloss Wolfsberg (Ermatingen)|Schlossgebäude]].&amp;lt;ref&amp;gt;Cornelia Stäheli: &amp;#039;&amp;#039;Schloss Wolfsberg bei Ermatingen.&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Schweizerische Kunstführer,&amp;#039;&amp;#039; Nr. 687, Serie 69).&amp;amp;nbsp;Hrsg.&amp;amp;nbsp;Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK.&amp;amp;nbsp;Bern 2001, ISBN 978-3-85782-687-0.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Johann Friedrich Geldrich von [[Grünkraut#Gemeindegliederung|Sigmarshofen]], der es 1595 kaufte, erhielt für sein Gut die [[niedere Gerichtsbarkeit]], und Wolfsberg wurde [[Freihaus#Freisitz|Freisitz]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wolfsberg&amp;quot;&amp;gt;{{HLS|8197|Wolfsberg|Autor=Erich Trösch}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1731 kaufte es Junker Johannes Zollikofer, der es in der Form umbaute, wie sich Wolfsberg noch heute zeigt. 1795 erwarb der [[St. Gallen|St. Galler]] Bankier Jean Jacques Hoegger (1747–1812) das Schloss und liess wahrscheinlich 1797 das südwestlich des Schlosses gelegene &amp;lt;!--später so genannte?--&amp;gt;Parquinhaus errichten. Nach Hoeggers Tod erbte es seine Tochter Juliane Wilhelmine (1776–1829), welche das Anwesen 1815 an den Baron Ignaz von Wechingen aus [[Feldkirch]] verkaufte. 1824 gelangte das Schloss in den Besitz des französischen Oberst [[Charles Parquin]]. Dieser liess Schloss Wolfsberg umbauen und richtete hier eine Pension ein, die 1839 einging. Weitere Besitzer waren der Engländer Joseph Martin Parry, der das Gut in einen landwirtschaftlichen Musterbetrieb umwandelte, und Karl Bürgi, der um 1865 ein Kurhaus einrichtete, das bis 1918 bestehen blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Kriminalschriftsteller [[Paul Eduard Meyer|Wolf Schwertenbach]] war Wolfsberg 1942/1943 Gesprächsort von [[SS-Brigadeführer]] [[Walter Schellenberg (SS-Mitglied)|Walter Schellenberg]] (1910–1952) und dem Schweizer Oberstbrigadier [[Roger Masson]].&amp;lt;ref&amp;gt;Pierre-Th. Braunschweig: &amp;#039;&amp;#039;Geheimer Draht nach Berlin.&amp;#039;&amp;#039; Zürich 1990, 3. Aufl., S.&amp;amp;nbsp;228&amp;lt;/ref&amp;gt; 1970 wurde das Schloss von der Schweizer Bank [[UBS|SBG (heute UBS)]] erworben, die es renovieren und auf dem Areal mit weiteren Gebäuden zu einem Ausbildungszentrum ausbauen liess.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wolfsberg&amp;quot; /&amp;gt; Das eiserne Turmuhrwerk an der Westwand des Bibliotheksgebäudes stammt aus dem alten Schloss und wurde um 1540 von [[Laurentius Liechti]] angefertigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Villa Lilienberg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:VillaLilienberg.JPG|mini|Lilienberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lilienberg wurde um 1840 von der preussischen Baronesse Caroline von Waldau erbaut. 1848 kaufte die Baronin Betty von Fingerlin die Villa; ihr Mann, Graf Johann Baptist Zappi, war ein Freund von [[Napoleon III.]] Die herrschaftliche Villa im Stil des späten [[Klassizismus]] ging 1897 an die Winterthurer Firma [[Gebrüder Volkart]], 1935 an die Familie Reinhart. [[Werner Reinhart]] renovierte die Villa und beherbergte u.&amp;amp;nbsp;a. [[Wilhelm Furtwängler]] und [[Othmar Schoeck]]. Auch der Kunstmäzen [[Oskar Reinhart]] lebte hier. Das Areal wurde 1985 von der Stiftung [[Walter Reist#Lilienberg Unternehmerforum|Lilienberg Unternehmerforum]] erworben, es ist heute ein Begegnungszentrum für Unternehmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== «Villa am See» (Villa Sauter) ===&lt;br /&gt;
Diese Villa im Stil eines Wohnbaus des Ancien Régime&amp;lt;ref&amp;gt;Amt für Denkmalpflege, Hinweisinventar, Ermatingen, Untere Seestrasse 57&amp;lt;/ref&amp;gt;  wurde 1798 vom Appenzeller Baumeister Grubenmann auf dem Gelände der früheren und 1782 abgerissenen [[Badehaus|Badstube]] errichtet.&amp;lt;br /&amp;gt;Das Haus wurde bekannt als «Toblerhaus» und war seit 1918 im Besitz des Unternehmers Louis Sauter (Villa Sauter).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://ermatingen-zeitdokumente.ch/dorfgeschichte/4-hans-heeb-die-badstube-in-ermatingen-in-frueheren-jahrhunderten.html |wayback=20180409171936 |text=Die frühere Badstube in Ermatingen |archiv-bot=2023-12-19 05:12:50 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der deutsche Textilunternehmer [[Uwe Holy]] erwarb 2005 das Gebäude und renovierte es gemeinsam mit dem Amt für Denkmalpflege.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.vinorama-ermatingen.ch/museum/museum/geschichtsbeitraege/historische-gebaeude/villa.html Villa am See]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ETH-BIB-Ermatingen, Schloss Hard-LBS H1-021351.tif|mini|Ehemaliges Schloss Hard und Ermatinger Oberdorf im Juli 1958]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schloss Hard ===&lt;br /&gt;
1520 baute Sebastian [[Muntprat]] das Schloss Hard wieder auf, nachdem der Vorgängerbau aus dem 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert im Schwabenkrieg zerstört worden war. Es handelte sich um ein herrschaftliches Gebäude mit [[Satteldach]] und einem überkuppelten Türmchen. Das Schloss wurde 1982 abgebrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rellingsches Schlössli ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rellingsches Schlössli, Ermatingen.jpg|mini|Rellingsches Schlössli]]&lt;br /&gt;
Das schätzungsweise aus dem 12./13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert stammende Haus brannte im Schwabenkrieg nieder, wurde 1501 wieder aufgebaut und diente ab 1579 als Freisitz des Junkers Jechonias Rellingen von Feder. Der östliche Teil des Hauses steht als quadratischer Turm auf hohen Mauersockeln, er wurde 1686 um das Treppenhaus erweitert. Der westliche Teil des Hauses wurde später als [[Kelter|Trotte]] angebaut. Noch heute stehen die Eichenpfosten in der ehemaligen Trotte, die den Brand von 1499 überstanden haben. Dank den Anpassungen der Besitzer für ihre Bedürfnisse konnte dieses Gebäude erhalten und gepflegt werden. Es ist vermutlich das älteste noch gut erhaltene Gebäude von Ermatingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapelle St. Niklaus Triboltingen ===&lt;br /&gt;
Kapelle aus dem 13. Jahrhundert mit Resten von mittelalterlichen Wandmalereien.&lt;br /&gt;
→ siehe Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;[[Triboltingen#Kapelle St. Niklaus|Kapelle St. Niklaus]]&amp;#039;&amp;#039; im Artikel &amp;#039;&amp;#039;Triboltingen&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Brauchtum ==&lt;br /&gt;
Während des [[Konzil von Konstanz|Konzils von Konstanz (1414–1418)]] soll einer der drei [[Gegenpapst|Gegenpäpste]], [[Johannes XXIII. (Gegenpapst)|Johannes XXIII.]], heimlich aus Konstanz geflohen und nach Ermatingen gekommen sein. Gemäss Überlieferung soll der Papst als Dank für die Verpflegung den Ermatingern erlaubt haben, zu dieser Zeit nochmals Fasnacht zu feiern. Die Ermatinger führen daher die [[Groppenfasnacht]], die alle drei Jahre am Sonntag [[Laetare]] drei Wochen vor Ostern stattfindet, auf diesen Papstbesuch zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Brauch neueren Datums ist das «Gangfischschiessen». Dieses wurde 1937 das erste Mal durchgeführt und ist das grösste Winterschiessen in der Schweiz. Es lockt alljährlich im Dezember hunderte Schützen nach Ermatingen. Dabei wird auch der nach einem speziellen Rezept zubereitete [[Gangfisch]] gegessen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{KECH|Gangfisch/302|Gangfisch}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Naturschutz ==&lt;br /&gt;
Im Winter lebten die Ermatinger Fischer von der Wasservogeljagd. Natur- und Vogelschutzverbände lancierten nach stetem Anprangern dieser Jagd eine [[Volksinitiative (Schweiz)|Volksinitiative]] zu deren Abschaffung. Der folgende Abstimmungskampf wurde zum Teil polemisch geführt. Von Naturschützern wurde diese Jagd «Belchenschlacht» genannt. Die Initiative wurde 1984 als erste Volksinitiative im Kanton Thurgau überhaupt mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 51,6 % angenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Albert Schoop u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Kantons Thurgau&amp;#039;&amp;#039;, Band I. Verlag Huber, Frauenfeld 1994, ISBN 3-7193-0976-2, S.&amp;amp;nbsp;469–470, 500, 517, 585 (351)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist seit dem Winter 1984/1985 die [[Jagdrecht (Schweiz)|Patentjagd]], die sog. «Jagd des kleinen Mannes», verboten. Durch eine 1991 in Kraft getretene Bundesverordnung wurde das [[Wasservogel]]-Reservat &amp;#039;&amp;#039;Ermatinger Becken&amp;#039;&amp;#039; geschaffen. Ein kulturgeschichtliches Stück der Jagd ist in der Form geschnitzter Lockenten erhalten geblieben, die zum Anlocken der Wasservögel eingesetzt worden waren.&amp;lt;ref&amp;gt;René E.Honegger: &amp;#039;&amp;#039; {{Webarchiv |text=Lockenten vom Untersee – zur Kulturgeschichte der ehemaligen Wasservogeljagd. |url=http://www.bss-stiftung.ch/download/lockenten.pdf |wayback=20150717150143}}&amp;#039;&amp;#039; (PDF; 3,5&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Wasservogel-Reservat befinden sich im Riedgebiet zwischen Ermatingen und Gottlieben ein Amphibien-Laichgebiet sowie ein Flachmoor von nationaler Bedeutung. Dazu hat der Kanton Thurgau eine Schutzanordnung erlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten ==&amp;lt;!-- Sortierung nach Geburtsjahr, dann alphabetisch nach Name --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Marie Espérance von Schwartz]] (1818–1899), deutsch-englische Schriftstellerin (hatte ihren letzten Wohnsitz hier)&lt;br /&gt;
* [[Otto Nägeli]] (1843–1922), Mediziner, Heimatforscher und Mundartautor&lt;br /&gt;
* [[Otto Naegeli]] (1871–1938), Internist&lt;br /&gt;
* [[Konrad Ilg]] (1877–1954), Gewerkschafter (geboren in Ermatingen)&lt;br /&gt;
* [[Georg Forster (Politiker)|Georg Forster]] (1881–1945), Politiker ([[Sozialdemokratische Partei der Schweiz|SP]])&lt;br /&gt;
* [[Oskar Naegeli]] (1885–1959), Dermatologe und Schachspieler&lt;br /&gt;
* [[Gottlieb Heinrich Heer]] (1903–1967), Schriftsteller und Journalist, hatte seinen Wohnsitz in Ermatingen&lt;br /&gt;
* [[Hermann Fehr (Politiker, 1909)|Hermann Fehr]] (1909–1992), Politiker (SP), Ehrenbürger von Ermatingen&lt;br /&gt;
* [[Ernst Graf (Maler)|Ernst Graf]] (1909–1988), Maler und Grafiker, Ehrenbürger von Ermatingen&lt;br /&gt;
* [[Ferenc Fricsay]] (1914–1963), ungarischer Dirigent (hatte ab 1952 seinen Wohnsitz hier, ist auf dem Friedhof in Ermatingen begraben)&amp;lt;ref&amp;gt;Sarah Schmalz: [https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/arbon-kreuzlingen-weinfelden/das-vogelnestli-des-stardirigenten-ld.858847 &amp;#039;&amp;#039;Das Vogelnestli des Stardirigenten.&amp;#039;&amp;#039;] Über den Dirigenten Fricsay in Ermatingen. In: &amp;#039;&amp;#039;[[St. Galler Tagblatt]]&amp;#039;&amp;#039;, 4. April 2015&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Ernst Mühlemann]] (1930–2009), Politiker (FDP), Nationalrat, Gründungsdirektor Ausbildungszentrum Wolfsberg&lt;br /&gt;
* [[Roberto Blanco]] (* 1937), deutscher Entertainer (lebt in Ermatingen)&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Exinger: [https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/frauenfeld-munchwilen/weltbuerger-roberto-blanco-die-schweiz-ist-mein-schlafzimmer-ld.767686 &amp;#039;&amp;#039;WELTBÜRGER: Roberto Blanco: «Die Schweiz ist mein Schlafzimmer»&amp;#039;&amp;#039;] auf tagblatt.ch, abgerufen am 5. Juli 2018&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Klaus Rothe (* 1939), Töpfer, Plastischer und Bildnerischer Gestalter, Lyriker (lebt in Ermatingen)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Hansueli Holzer |url=https://m.youtube.com/watch?v=TNB_ya8zH2U&amp;amp;noapp=1 |titel=Im kleinen Haus am grossen See |werk=YouTube |hrsg=YouTube |datum=2012 |sprache=de |abruf=2022-02-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Uwe Holy]] (* 1940), Gründer und Inhaber der &amp;#039;&amp;#039;Holy Fashion Group&amp;#039;&amp;#039; (lebt in Ermatingen im von [[Herzog &amp;amp; de Meuron]] erbauten Neubau neben der [[Villa Ulmberg]])&lt;br /&gt;
* [[Hermann Fehr (Politiker, 1941)|Hermann Fehr]] (1941–2026), Stadtpräsident von Biel,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://diju.ch/d/notices/detail/7230|titel=DIJU – Lexikon des Jura – Biel (Stadtpräsidenten)|sprache=fr|abruf=2017-03-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Regierungsrat des Kantons Bern, Nationalrat (ist in Ermatingen aufgewachsen)&lt;br /&gt;
* [[Thomas Ammann (Kunsthändler)|Thomas Ammann]] (1950–1993), Kunstsammler und -händler&lt;br /&gt;
* [[Marco Werner]] (* 1966), deutscher Automobilrennfahrer (lebt in Ermatingen)&lt;br /&gt;
* [[Dani Felber]] (* 1972), Musiker, Bandleader und Komponist (lebt in Ermatingen)&lt;br /&gt;
* [[Toto Wolff]] (* 1972), österreichischer Investor und Automobilrennfahrer (lebt in Ermatingen)&lt;br /&gt;
* [[Lucas Luhr]] (* 1979), deutscher Automobilrennfahrer (DTM) (lebt in Ermatingen)&lt;br /&gt;
* [[Susie Wolff]] (* 1982), britische Automobilrennfahrerin (Formel 1, DTM) (lebt in Ermatingen)&lt;br /&gt;
* [[Ladina Staub]] (* 2002), Eishockeyspielerin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Arnold Bosshard, Peter Funk, Alfons Raimann: &amp;#039;&amp;#039;Ermatingen und Triboltingen TG.&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Schweizerische Kunstführer,&amp;#039;&amp;#039; Band 413/414). Hrsg. von der [[Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte]] GSK. Bern 1988, ISBN 978-3-85782-413-5.&lt;br /&gt;
* Regine Abegg, Peter Erni, Alfons Raimann: &amp;#039;&amp;#039;Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Band VIII: Rund um Kreuzlingen.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kunstdenkmäler der Schweiz.&amp;#039;&amp;#039; Band 125). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2014, ISBN 978-3-03797-116-1, S.&amp;amp;nbsp;66–152.&lt;br /&gt;
* Urs Keller, Hans Herzog, Werner Stör: &amp;#039;&amp;#039;1300 Jahre Erfmotingas. Die Geschichte Ermatingens anhand 160 historischer Infotafeln.&amp;#039;&amp;#039; Ermatingen 2024.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.1300-jahre-ermatingen.ch/das-buch/ |titel=Das Buch «1300 Jahre Erfmotingas» |werk=1300 Jahre Ermatingen |abruf=2024-06-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* {{HLS|1926|Ermatingen|Autor=Verena Rothenbühler}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
→ siehe auch Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;[[Triboltingen#Bilder|Bilder]]&amp;#039;&amp;#039; im Artikel &amp;#039;&amp;#039;Triboltingen&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
  Blick auf Ermatingen-Horn.jpg|Blick auf Ermatingen-Horn&lt;br /&gt;
  ErmatngnPhoenixStrasse.jpg|Hauptstrasse Ecke Brünnelistrasse&lt;br /&gt;
  Riegelhäuser an der Heimgartenstrasse 20080504.jpg|Heimgartenstrasse&lt;br /&gt;
  Riegelhaus Kirchgasse 13 in Ermatingen- MG 1057.jpg|Kirchgasse (13)&lt;br /&gt;
  Ermatingen TG - Häuser an der Oberen Seestrasse.jpg|Häuser an der Oberen Seestrasse&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Ermatingen}}&lt;br /&gt;
* [https://www.ermatingen.ch/ Offizielle Website der Gemeinde Ermatingen]&lt;br /&gt;
* {{ISOS|3415|Ermatingen|Abruf=|Sprache=}}&lt;br /&gt;
* {{ISOS|3665|Triboltingen (Ermatingen)|Abruf=|Sprache=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Areal&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Internetquelle | url=https://dam-api.bfs.admin.ch/hub/api/dam/assets/286136/master | abruf=2024-07-04 |titel=Schweizerische Arealstatstik. Abgeschlossen auf 1. Juli 1912.}} Herausgegeben vom Eidg. Statistischen Bureau.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;TG in Zahlen&amp;quot;&amp;gt;{{Zahlen TG 2018}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--&amp;lt;ref name=&amp;quot;Orte TG&amp;quot;&amp;gt;{{Orte TG 2018}}&amp;lt;/ref&amp;gt;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;StatistikTG&amp;quot;&amp;gt;{{Statistik TG 1850–2018}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot;&amp;gt;{{HLS|1926|Ermatingen|Autor=Verena Rothenbühler}}{{HLS-Hinweis|Abschnitte}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Bezirk Kreuzlingen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4197516-9|LCCN=n80004905|VIAF=150089927}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ersterwähnung 724]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizer Gemeinde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ermatingen| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort am Bodensee]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Alfred Kiefer</name></author>
	</entry>
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