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	<title>Erkeroder Trochitenkalk - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-30T20:34:53Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Erkeroder_Trochitenkalk&amp;diff=1732801&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-06-17T20:57:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Trochitenkalk aus Erkerode.jpg|thumb|Angewitterter Trochitenkalk aus dem Steinbruch Westhölzchen bei Erkerode: Erkennbar sind rundliche Stielglieder mit etwa 5&amp;amp;nbsp;mm im Durchmesser]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Trochitenkalk freigewittert.jpg|thumb|Freigewittertes versteinertes Stielglied mit gekerbtem Rand und mit einer Röhre in der Mitte für die Nervenbahnen, ca. 5&amp;amp;nbsp;mm groß]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fossile-seelilie.jpg|thumb|Freipräparierte versteinerte Seelilien, die den Stiel und Kelch deutlich zeigen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Erkeroder Trochitenkalk&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Naturstein]], der bei [[Erkerode]] am [[Elm (Höhenzug)|Elm]] in [[Niedersachsen]] bereits in der ausgehenden [[Romanik]] als Nutzgestein verwendet wurde. Es handelt sich um einen hellgelben, porösen Kalkstein, der aus Fossilienresten zusammengesetzt ist. Die meisten Fossilien sind Stielglieder von Tieren, den Seelilien, die auch [[Crinoiden]] genannt werden. Die einzelnen Glieder sind scheiben- bzw. radförmig und haben in der Mitte eine Röhre als Nervenkanal. Die Form der Stielglieder gibt seit der Steinzeit Anlass für Mystisches. Die Gesteinsschicht entstand im [[Oberer Muschelkalk|Oberen Muschelkalk]] in der &amp;#039;&amp;#039;Trochitenkalk-Formation&amp;#039;&amp;#039; vor etwa 210 Millionen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Namensgebung ==&lt;br /&gt;
[[Trochiten]] (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;trochus&amp;#039;&amp;#039; bedeutet Rad, Scheibe, Kreisel, Kringel) sind die versteinerten, ringförmigen Stielglieder der [[Seelilien und Haarsterne|Seelilien]] der Art &amp;#039;&amp;#039;Encrinus liliiformis&amp;#039;&amp;#039;. Sie waren massenhaft an Stellen im [[Germanisches Becken|Germanischen Becken]] verbreitet, und als sie abstarben und auf den Meeresboden absanken, bildeten sie eine Gesteinsschicht. Diese [[Kalkstein]]e werden gesteinskundlich als &amp;#039;&amp;#039;Trochitenkalk&amp;#039;&amp;#039; eingeordnet. Eine neuere These geht davon aus, dass Seelilien vereinzelt Kalkriffe bildeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seelilien ernährten sich von [[Plankton]]. Sie zählen zu den [[Stachelhäuter]]n und haben am oberen Ende einen Kelch mit fünf Armen, der den Weichkörper dieser Tiere schützte. Bei einer Teilung der Basis der Arme entstanden 10- oder auch 20-armige Kelche. Die Arme der Kelche waren gefiedert und darüber erfolgte die Nahrungsaufnahme. Die Seelilien lebten in warmen, bewegten Flachwassermeeren und fußten vermutlich am Meeresboden. Es wurde auch ein Exemplar, das auf einem Treibholz anhaftete, gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute existieren nur noch wenige Seelilienarten. Diese leben vorwiegend in der Tiefsee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Petrographische Zusammensetzung ==&lt;br /&gt;
Der Erkeroder Trochitenkalk setzt sich aus 67 Prozent [[biogen]]en Komponenten, 25 Prozent [[Ooid]]en (kugelig-ovale, kleine Mineralkörper) und 8 Prozent [[Onkoid]]en (lagig aufgebaute Mineralkörner mit konzentrisch aufgebauter Hülle) zusammen. In diesem Kalkstein befinden sich neben den Seelilien [[fossil]]e Reste aus Kalk von [[Weichtiere]]n (Mollusken), Muscheln ([[Bivalven]]), [[Armfüßer]]n (Brachiopoden) und [[Schnecken]] (Gastropoden). Die Länge der Fossilreste reicht bis zu drei Zentimeter. Die Ooide haben Biogene als Kern und besitzen eine Korngröße von 0,3 bis 0,8 Millimetern, die Onkoide des Erkeroder Trochitenkalks haben eine Korngröße von 0,5 bis 1,0 Millimetern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kalkigen [[Zement (Geologie)|Bindemittel]] haben einen Volumenanteil von 36 Prozent, die biogenen Komponenten 62 Prozent und der sichtbare Porenraum 2 Prozent.&amp;lt;ref&amp;gt;Grimm: Bildatlas der Denkmalgesteine, Gestein Nr. 174 (siehe Literatur)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen und Verwendung ==&lt;br /&gt;
Der Erkeroder Trochitenkalk wurde am Westhölzchen von Erkerode gebrochen. Es handelt sich um ein nach dem Ort Erkerode benanntes Kalksteinvorkommen des Oberen Muschelkalks. Das Vorkommen tritt bei Erkerode oberflächennah heraus. Die Gesteinsschicht ist etwa zehn Meter [[Mächtigkeit (Geologie)|mächtig]] und besteht aus bis zu 99 Prozent [[Calciumcarbonat]] (CaCO&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;) in Form von [[Calcit]]  (Kalkspat). Damit handelt es sich um einen sehr reinen Kalkstein. Richtung [[Asse]], [[Dorm]], [[Ummendorf (Börde)|Ummendorf]], [[Sülldorf (Sülzetal)|Sülldorf]], [[Staßfurt]] und [[Quedlinburg]] geht der Trochitenkalk in wechselnde Schichten aus mergeligen Ton und Kalk über. Weitere Trochitenkalksteinbrüche in der Nähe Erkerodes befinden sich im westlichen Elm bei [[Hemkenrode]] (Zement- und Kalkherstellung, bis 1971), am Eichberg im Elm, bei [[Kneitlingen]] und [[Evessen]].&amp;lt;ref&amp;gt;W. Dienemann und O. Burre: &amp;#039;&amp;#039;Die nutzbaren Gesteine Deutschlands und ihre Lagerstätten mit Ausnahme der Kohlen, Erze und Salze&amp;#039;&amp;#039;, S. 382, Enke-Verlag, Stuttgart 1929.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verwitterungsverhalten des Erkeroder Trochitenkalks ist je nach Gesteinsschicht unterschiedlich, er bleicht in der Sonne aus und die biogenen Komponenten werden freigewittert, angelöst und letztlich abgeschwemmt. Die Stielglieder sind nicht nur im Gesteinverbund extrem spröde und widerstandsfähig, das Bindemittel des Gesteins hat weniger Festigkeit. Das Gestein lässt sich schwer manuell bearbeiten, deshalb findet man es kaum profiliert oder als Kunstwerk geformt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Trochitenkalkvorkommen wurden aufgrund ihrer Reinheit an [[Zuckerfabrik#Rübenverarbeitung|Zuckerfabriken]] geliefert, da Kalkmilch zur Herstellung benötigt wird, oder auch zur Zementherstellung verwendet. Der Erkeroder Trochitenkalk soll bis um 1700 für die Kalkherstellung in Kalköfen gebrannt worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erkeroder Trochitenkalk fand im Massivbau als Mauerstein, Mauerpfeiler oder für [[Bruchsteinmauerwerk]] regional Verwendung. Bei einer Verwendung als [[Natursteinmauerwerk]] wurde sowohl Erkeroder Trochitenkalk als auch [[Elmkalkstein]] verbaut. Bekannte kunsthistorische Verwendungen des Erkeroder Trochitenkalks sind einzelne Mauersteine der Kirche in [[Evessen]], Erkerode und in [[Hachum]] (Baujahr 1333) sowie in den Gebäuden der [[Kommende]] in [[Lucklum]]. Alle profilierten Tür- und Fensterumrahmungen an den genannten Bauwerken sind aus Elmkalkstein angefertigt. Zahlreiche Sockelmauern von Siedlungs- und Bauernhäusern in der Umgebung von Erkerode sind mit diesem Stein aufgemauert. Eine weitere Anwendung findet dieses Gestein als Steinpflaster in alten Bauernhöfen, die als [[Lesestein (Geomorphologie)|Lesestein]]e auf den Feldern aufgesammelt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery caption=&amp;quot;Mauerwerk aus Erkeroder Trochitenkalk und Elmkalkstein&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Datei:Kirche Erkerode.jpg|Romanischer Kirchenbau in Erkerode&lt;br /&gt;
 Datei:Lucklum Kirche.jpg|Kirche in Lucklum&lt;br /&gt;
 Datei:Evessen-kirche.JPG|Kirchturm in Evessen&lt;br /&gt;
 Datei:Hachum-Kirchturm-3.jpg|Kirche in Hachum&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Vorkommen von Erkerode ist regional bekannt, da der Mineraliensammler [[Otto Klages]] (1903–1982) dort zahlreiche gut erhaltene Seelilien fand, von denen Exemplare in einer Mineraliensammlung in [[Königslutter]] ausgestellt sind. Ein ausgestelltes Exemplar hat eine Stiellänge von 70&amp;amp;nbsp;cm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Steinbruch Hexengeld - geo.hlipp.de - 13803.jpg|mini|Erlebnissteinbruch Markmorgen]]&lt;br /&gt;
Einen sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Erlebnissteinbruch&amp;#039;&amp;#039; des Trochitenvorkommens gibt es unweit von Erkerode, am nordöstlichen Waldrand von [[Evessen]] am &amp;#039;&amp;#039;Markmorgen&amp;#039;&amp;#039;, oberhalb der Obstanbausiedlungen. Dort befindet sich in einem ehemaligen Steinbruch ein Aufschluss mit einer drei bis vier Meter hohen Gesteinswand in einer acht Meter mächtigen Gesteinsschicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie|LBEG]]: {{Webarchiv|url=http://www.geopark-braunschweiger-land.de/pdf/Evessen.pdf |wayback=20070813021314 |text=&amp;#039;&amp;#039;Seelilien im Muschelkalk – Der Steinbruch am „Markmorgen“ am Elmrand von Evessen&amp;#039;&amp;#039; |format=PDF; 360&amp;amp;nbsp;KB }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mystik ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fachwerk-Meiningen.jpg|thumb|Eingekerbte goldene Halbsonnen an einem Fachwerkhaus in Meiningen]]&lt;br /&gt;
Die versteinerten Stielglieder wurden schon in der Steinzeit zu Schmuck verarbeitet. In Frankreich wurde eine derartige Halskette aus der [[Jungsteinzeit]] gefunden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Naturhistorisches Museum (Braunschweig)|SNHM]]: {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Seelilien aus dem Muschelkalk&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.naturhistorisches-museum.de/seelilie.html |wayback=20091006071516 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Trochiten haftet etwas Mystisches an. Für die Germanen waren sie Tapferkeitssymbole, und in der Zeit der [[Christianisierung]] wurden sie als [[Bonifatiuspfennig]]e eingezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wissenschaft-online.de/abo/lexikon/bio/10017 Bonifatiuspfennige auf www.wissenschaft-online.de], abgerufen am 14. August 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden auch &amp;#039;&amp;#039;Wichtelpfennige&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Hexengeld&amp;#039;&amp;#039; genannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trochiten galten noch bis 1700 in Apotheken als Heilmittel gegen verschiedene Krankheiten, wie [[Epilepsie]], [[Depression]], Nasenbluten und andere Leiden. Sie wurden zu Pulver zerstoßen oder in Gänze eingenommen. Die Trochiten von Erkerode wurden als &amp;#039;&amp;#039;Sonnenradsteine&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Sonnensteine&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Rädersteine&amp;#039;&amp;#039; im Volksmund bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://elm-asse-kultur.de/html/body_trips3.html Informationen über Trochiten] von [[Fritz J. Krüger]], Braunschweiger Zeitung vom 1. November 2001, abgerufen am 14. August 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Form der Trochiten als Halbsonnen mit eingekerbtem Rand und angedeuteter Kanalröhre findet man auch in den [[Fächerrosette]]n an historischen Fachwerkhäusern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Vorkommen von trochitenführenden Kalksteinen ==&lt;br /&gt;
[[File:Hierlatzkalk with Crinoids.jpg|thumb|Hierlatzkalk mit fossilen Crinoiden, [[Fludergrabenalm]], Österreich; Dekorstein des Salzkammerguts bekannt als Fludergrabenmarmor]]&lt;br /&gt;
In zahlreichen Kalksteinen, die historisch verwendet wurden und heute z.&amp;amp;nbsp;T. nicht mehr abgebaut werden, kommen Trochiten vor. Einige Beispiele hierfür sind: &lt;br /&gt;
* Mittenwalder Hierlatzkalk, [[Mittenwald]] in Oberbayern,&lt;br /&gt;
* Füssener Hierlatzkalk, Hohenschwangau bei [[Füssen]] in Bayern,&lt;br /&gt;
* Tegernseer Kalkstein, bei Scharling-[[Kreuth]] in Oberbayern,&lt;br /&gt;
* Ruhpoldinger Kalkstein, [[Ruhpolding]] in Oberbayern,&lt;br /&gt;
* Lippischer Trochitenkalk, [[Bentrup (Detmold)|Bentrup]] bei Detmold in Nordrhein-Westfalen,&lt;br /&gt;
* Poller Trochitenkalk, [[Polle]] bei Holzminden in Niedersachsen,&lt;br /&gt;
* [[Belgisch Granit]] (2009 im Abbau).&lt;br /&gt;
* Fludergrabenmarmor (Hierlatzkalk), [[Salzkammergut]] in Österreich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wolf-Dieter Grimm, &amp;#039;&amp;#039;Bildatlas wichtiger Denkmalgesteine der Bundesrepublik Deutschland&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Gesteins Nr. 174, Lipp-Verlag, München 1990, ISBN 3-87490-535-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=52.201663|EW=10.716648|type=landmark|region=DE-NI}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biogenes Sedimentgestein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kalksteinsorte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steinbruch in Niedersachsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erkerode]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesteinseinheit der Trias]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturwerkstein der Trias]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sedimentärer Naturwerkstein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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