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	<title>Erich Kamke - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: digizeitschriften.de =&amp;gt; gdz.sub.uni-goettingen.de, Vorlage Commonscat an Inhalte in Commons angepasst, http nach https umgestellt, Dateieinbindungen: deutsche Schlüsselworte, Normdaten korrigiert (neues Format bei LCCN), Kategorien umsortiert, Kurzbeschreibung in Vorlage:Personendaten entlinkt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Erich Kamke-1.jpg|mini|Erich Kamke]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Erich Kamke Stadtfriedhof Tübingen.jpg|mini|Grab auf dem [[Stadtfriedhof Tübingen]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Erich Kamke&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[18. August]] [[1890]] in [[Malbork|Marienburg]], [[Westpreußen]]; † [[28. September]] [[1961]] in [[Rottenburg am Neckar]]) war ein deutscher [[Mathematiker]]. Sein Hauptarbeitsgebiet war die Theorie der [[Differentialgleichung]]en. Daneben ist sein Buch über die [[Mengenlehre]] eine Standard-Einführung in dieses Gebiet geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Nach Abschluss seiner Schulzeit in [[Stettin]] studierte Kamke ab 1909 in [[Justus-Liebig-Universität Gießen|Gießen]] und [[Georg-August-Universität Göttingen|Göttingen]] [[Mathematik]] und [[Physik]]. 1913 legte er in Göttingen das [[Staatsexamen]] für das höhere Lehramt ab. Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]], den er von 1914 an als Freiwilliger in der [[Feldnachrichtentruppe|Nachrichtentruppe]] erlebt hatte, promovierte er 1919 in Göttingen bei [[Edmund Landau]] über eine &amp;#039;&amp;#039;Verallgemeinerung des Waring-Hilbertschen Satzes&amp;#039;&amp;#039;. Von 1920 bis 1926 ging Kamke wieder in den Schuldienst. 1922 habilitierte er sich an der [[Westfälische Wilhelms-Universität|Universität Münster]]. 1926 wurde er als planmäßiger außerordentlicher Professor für Mathematik an die [[Universität Tübingen]] berufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1918 hatte Kamke die aus einer jüdischen Familie stammende Kaufmannstochter Dora Heimowitch geheiratet.&amp;lt;ref&amp;gt;BA Berlin, R 4901/13267 Bl. 722f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Obwohl seine Frau evangelischer Konfession war, galt er deshalb in der [[Zeit des Nationalsozialismus]] als „[[jüdisch versippt]]“ und wurde 1937 nach § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in den Ruhestand versetzt. Unterstützt von der [[Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt|Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt]] konnte er in den folgenden Jahren seine Forschungsarbeit über Differentialgleichungen fortsetzen und ein zweibändiges Werk über deren Lösungsmethoden und Lösungen fertigstellen. Kamke war sogar im Herbst 1944 in Gefahr, in ein Arbeitslager der Nationalsozialisten gesteckt zu werden, was aber durch den Einfluss von [[Wilhelm Süss]] und [[Walther Gerlach]] verhindert wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Stanford Segal &amp;#039;&amp;#039;Mathematicians under the Nazis&amp;#039;&amp;#039;, Princeton University Press 2003, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar nach Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wurde Kamke rehabilitiert und zum [[Lehrstuhl|Ordinarius]] ernannt. In den Folgejahren setzte er sich für den Wiederaufbau der Universität Tübingen und der universitären Mathematik in Deutschland ein. So war er maßgeblich beteiligt an der Neugründung des Tübinger [[Studentenwerk]]s, dessen Vorsitzender er von 1945 bis 1948 war, und an der Gründung des [[Rechenzentrum]]s der Universität. Diesem saß er bis 1960 vor.&lt;br /&gt;
Auf seine Initiative hin konnte bereits im Herbst 1946 in Tübingen ein mathematischer Kongress abgehalten werden – die erste wissenschaftliche Tagung in Deutschland nach Kriegsende – und 1948 wurde in Tübingen die [[Deutsche Mathematiker-Vereinigung]] (DMV) wiedergegründet. Kamke wurde zum Vorsitzenden gewählt und hatte dieses Amt bis 1952 inne. Anschließend war er von 1952 bis 1954 Vizepräsident der [[Internationale Mathematische Union|Internationalen Mathematischen Union]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Episode, die Kamkes Haltung zum Nationalsozialismus illustriert, ist sein Einsatz gegen eine Berufung [[Martin Heidegger]]s an die Tübinger Universität. Nach Kriegsende war zweifelhaft, ob Heidegger aufgrund seiner nationalsozialistischen Vergangenheit weiterhin an der Universität Freiburg lehren konnte. Im November 1945 sollte er auf Betreiben von [[Rudolf Stadelmann (Historiker)|Rudolf Stadelmann]], früherer [[Protegé]] Heideggers und damaliger Dekan der Philosophischen Fakultät in Tübingen, auf einen dort freigewordenen Lehrstuhl berufen werden. Die Berufung scheiterte letztlich am von Kamke maßgeblich mitgetragenen Widerstand im [[Senat]] der Universität, der in einem Sondervotum mehrerer Professoren gipfelte, in dem Heidegger vorgeworfen wurde, er habe als „höchst aktiver Nationalsozialist“ einen „nicht unwesentlichen Teil von Schuld für die jetzigen Leiden unseres Volkes zu tragen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erich Kamke wurde 1958 [[Emeritierung|emeritiert]], er starb am 28. September 1961 an einem Herzinfarkt. Er ist der Vater von [[Detlef Kamke]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
Nach seiner [[Dissertation]] über ein Thema aus der [[Zahlentheorie]] wandte Kamke sich der [[Analysis]] zu und forschte hauptsächlich auf dem Gebiet der Differentialgleichungen. Neben mehr als 50 Artikeln in mathematischen Fachzeitschriften umfasst Kamkes wissenschaftliches Werk sechs Bücher. Die Lehrbücher über Differentialgleichungen und Mengenlehre werden inzwischen als Standardwerke betrachtet. Kamke war von 1935 bis zu seinem Tod Mitherausgeber der &amp;#039;&amp;#039;Mathematischen Zeitschrift&amp;#039;&amp;#039; und von 1950 bis 1957 Herausgeber der &amp;#039;&amp;#039;Jahresberichte der Deutschen Mathematiker-Vereinigung&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das Lebesguesche Integral. Eine Einführung in die neuere Theorie der reellen Funktionen&amp;#039;&amp;#039;, B. G. Teubner, Leipzig 1925.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Mengenlehre&amp;#039;&amp;#039;, [[Sammlung Göschen]]/Walter de Gruyter, Berlin 1928.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Differentialgleichungen reeller Funktionen&amp;#039;&amp;#039;, Akademische Verlagsgesellschaft, Leipzig 1930; ab der 4. (überarbeiteten) Auflage 1962 in zwei Bänden:&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Band 1: Gewöhnliche Differentialgleichungen.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Band 2: Partielle Differentialgleichungen.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Wahrscheinlichkeitstheorie&amp;#039;&amp;#039;, S. Hirzel, Leipzig 1932.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Differentialgleichungen. Lösungsmethoden und Lösungen I. Gewöhnliche Differentialgleichungen&amp;#039;&amp;#039;, Leipzig 1942.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Differentialgleichungen. Lösungsmethoden und Lösungen II. Partielle Differentialgleichungen 1. Ordnung für eine gesuchte Funktion&amp;#039;&amp;#039;, Leipzig 1944.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Rolle der Mathematik im heutigen Leben&amp;#039;&amp;#039;, Kundig, Genève 1955.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das Lebesgue-Stieltjes-Integral&amp;#039;&amp;#039;, B. G. Teubner, Leipzig 1956.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN37721857X_0069 Erich Kamke zum Gedächtnis]&amp;#039;&amp;#039;, Jahresbericht der DMV 69, 1968, S. 191–208, darin:&lt;br /&gt;
** Hartmut Ehlich: &amp;#039;&amp;#039;[https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN37721857X_0069 Lebensdaten]&amp;#039;&amp;#039;, S. 191–193.&lt;br /&gt;
** [[Wolfgang Walter (Mathematiker)|Wolfgang Walter]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN37721857X_0069 Das wissenschaftliche Werk von Erich Kamke]&amp;#039;&amp;#039;, S. 193–205.&lt;br /&gt;
** [[Hellmuth Kneser]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN37721857X_0069 Der Mensch Erich Kamke]&amp;#039;&amp;#039;, S. 206–208.&lt;br /&gt;
* {{NDB|11|81|82|Kamke, Erich|[[Hans Rohrbach]]|116035757}}&lt;br /&gt;
* [[Kurt Oesterle (Journalist)|Kurt Oesterle]]: &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv | url=http://www.information-philosophie.de/philosophie/heidegger1945.html | wayback=20060424044102 | text=Heidegger: Berufungsversuche 1945}}&amp;#039;&amp;#039; bei &amp;#039;&amp;#039;Information Philosophie im Internet&amp;#039;&amp;#039; von [[Michael Funken (Publizist)|Michael Funken]]&lt;br /&gt;
* Richard Mohr: &amp;#039;&amp;#039;Erich Kamke, 1890-1961&amp;#039;&amp;#039;. In: Urban Wiesing (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Universität Tübingen im Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;, Steiner, Stuttgart 2010 (Contubernium, Band 73), S. 863–879, ISBN 978-3-515-09706-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Erich Kamke (mathematician)|Erich Kamke|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|116035757}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://owpdb.mfo.de/person_detail?id=759 Oberwolfach Photo Collection]&amp;#039;&amp;#039; – zwei seitliche Fotos von Kamke&lt;br /&gt;
* [[Entnazifizierung]]sakte Erich Kamke als [https://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=6-605212 digitale Reproduktion] im Online-Angebot des [[Staatsarchiv Sigmaringen|Staatsarchivs Sigmaringen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=116035757|LCCN=n84802064|VIAF=66548646}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Vorsitzende und Präsidenten der Deutschen Mathematiker-Vereinigung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kamke, Erich}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mathematischer Analytiker (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Eberhard Karls Universität Tübingen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Georg-August-Universität Göttingen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1890]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1961]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kamke, Erich&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Mathematiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=18. August 1890&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Malbork|Marienburg (Westpreußen)]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=28. September 1961&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Rottenburg am Neckar]]&lt;br /&gt;
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